England und Frankreich
»<
®enSCf^U?et ^ei9l Verstehen gelöst, freilich erst im Dortrage gelöst. Wirmüsscn bSehnen. Es ist, als.fahre man dem Lellisten zustimmen. In den letzten Sätzen
eine also
Eine Kritik des „Temps".
Paris, 29. Januar. (WTB.) Der .^Temps" bespricht heute abend den Inhalt der deutschen Vorschläge und sagt, die Andeutungen, die man erhalten habe, legten den Beweis dafür ab, daß die deutsche Antwort reife Lieberlegung verdiene. Das sei übrigens kein Grund, die von der deutschen Regierung und den Führern der Mehrheit gemachten Anstrengungen zu verkenneii. Man könne sich denken, welche politischen Schwierigkeiten hätten überwunden werden müssen. Wenn das Blatt auf die finanziellen und sozialen Schwierigkeiten Hinweise, die noch vorhanden seien, so tue es das, wie es behauptet, in der Hoffnung, daß sie jedenfalls überwunden werden könnten. Trotz der Schwierigketten dürfe ma naber nicht vergessen, daß sich Symptome der Wiedererhebung in Deutschland zeigten. Das Blatt schließt das aus der preußischen Erntestatistik aus dem Jahre 1921 und aus gewissen Veröffentlichungen der deutschen Reichseisenbahn. Damit aber Deutschland prosperiere, sei es immerhin-noch notwendig, daß durch eine große internationale Operation ihm Hilfsquellen erschlossen würden, damit seine Gläubiger ihm Zeit lassen könnten. Das habe die deutsche Regierung begriffen, denn in ihrer Antwort spreche sie von einer internationalen Anleihe. Wer müsse diese Anleihe fast vollkommen zeichnen? fragt das Blatt. Die Länder selbst, die auf dem Weltmarkt die Hauptkvnkurrenten Deutschlands seien. Das sei vielleicht beim Reparations- prvblem die ernsteste aller Schwierigkeiten, der wahre Interessenkonflikt liege nicht zwischen Deutschland und seinem Hauptgläuger, also Frankreich, sondern zwischen Deutschland und seinen eventuellen Geldleihem.
Ein Aufatmen ging durch die Hörerschaft, als me prunkvollen Klänge des Wunderwerkes aufrauschten. Die Künstler, welche mehrere Wiederholungen weglassen zu sollen glaubten, hatten die Aufnahmefreudigkeit des Gießener Publikums unte,. schätzt: das wird ihnen der stürmische Beifall bewiesen haben, der ihre treffliche Wiedergabe belohnte. Im einzelnen wird man bei einem so gleichzeitig schwierigen und von Anfang bis zu Ende mit letzter Pracht erfülltem Werke stets den einen oder anderen Wunsch übrig behalten. Die Rhythmik Äzkellis schien einerseits an ersten Satze zuweilen etwas übertrieben und auf Kosten der Deullichkeit zu leben, anderseits bei einigen der Llnisono-Läufe doch nicht ganz ausgereift. Die großartige Posaunenstelle rUr-SS.imT Durchführung im ersten Sah müßte solistischer und mit mehr Breite genommen werden um ihre volle Wirkung auszustrahlen. Zum
zur Abendstunde in stiller Gondel dahin, zur Linken festlich erleuchtete, von gedämpftem Jubel ertönende Gestade, zur Rechten die dunklen Wasser der Llnendlichkeit. Denn das darf feste Lieberzeugung fein: kein anderer Künstler hat sein inneres Auge so nahe herangebracht an die ver- llärte Harmonie, welcher Menschen, die eine Hoffnung haben, entgegenschreiten, wie Franz Schubert. Vielleicht gewinnt daraufhin auch sein frühes Scheiden etwas Versöhnendes. Die Welt hatte Diesem nichts mehr zu bieten: was sie ihm schuldig geblieben war, würde seinem geistigen Schauen ab» geblaßt erschienen sein, ihn enttäuscht und herabgezogen haben. Er wird in hohem Sinne schon recht gehabt haben, als er vor dem Einschlafen sprach: „S)ier, hier ist mein Ende".
dem Eellisten zustimmen. In den letzten Sätzen schien uns die rechte Mitte, und zumal im letzten Satze der Wechsel in der Zeitmahstimmung haar- scharf getroffen. Doch genug vom einzelnen. Rur noch der vollendet gebrachten beiden Llebergangs- läufe für das Eello im ersten Satze sei mit Bewunderung > gedacht, und sodann allen drei Künstlern der innigste Dank für die herrliche Gabe nochmals dargebracht.
Vor einigen Tagen suchte der fran- zösischeBotschafter umeine Audienz velm Präsidenten Harbing nach, der es
Eine Kundgebung der Rheinländer in Berlin
Angelegenheit nur seinem Staarssekretär besprechen solle. Der Berichterstatter der „Mor- ning Post" weist darauf hin, daß nur selten einem solchen Ersuchen von Botschaftern nicht stattgegeben werde, es sei denn mit Absicht.
Der zwette Fall ereignete sich bei einem kürzlich abgehaltenen Boll, bei dem Präsident Harding aus seiner Loge in die Loge des britischen Botschafters Gedders kam, sich zu der Gctttin des Botschafters setzte und diesen ersuchte, seinen eigenen Platz an der Seite der Gattin des Präsidenten einzunehmen. Der Berichterstatter sieht hierin ein Zeichen dafür, daß Harding zum Ausdruck bringen wollte, daß sich die Vereinigten Staaten und Großbritannien im gegenwärttgen Augenblick in vollständiger Liebereinstimmung befinden und dieselbe Politik verfolgen.
Paris, 28. Jan. (WTB.) Zu der heute morgen wiedergegebenen Nachricht der „Mor- ning Post" von dem Zwischenfall zwischen Präsident Harding und dem französischen Botschafter in Washingwn erklärt der Minister für auswärtige Angelegenheiten, nichts davon zu wissen. Wie die Havaöagentur berichtet, hat Poincare den französischen Botschafter Zusserand um Aufklärung gebeten.
Harding und der französische Botschafter.
Ovndon, 28. Zan. (WTB.) Der Wa- shingwner Korrespondent der „Morning Post" berichtet über zwei Vorfälle, die er für den gegenwattigen Zeitpunkt für bezeichnend finde, da sie in enger Beziehung zueinander standen und in den politischen und diplomatischen Kreisen erörtert werden.
Die Hilfe für Oesterreich.
Paris, 28. Jan. (WTB.) Zu der Meldung, daß die französische Regierung einen Gesetzentwurf vorbereitet, um Oesterreich zu helfen, erklärt der „Mattn", daß die Anleihe bei Frankreich die gleiche Höhe wie die bei England erreichen solle. Der ®o samtkredit würde sich demnach auf 5 Millionen Pfund Sterling belaufen. Die ftanzösische und die englische Regierung seien der Ansicht, daß eine Hilfeleistung für Oesterreich unumgänglich sei, die ihm gestatte, seine Finanzen zu sanieren, ohne die Bevöllerung dem Hunger preiszugeben. Die Folge dieser Kredite werde ein sofortiges Steigen der Krone sein.
Aus Stöbt und Land.
Gie ß en, den 30. Jan. 1922.
Wettervoraussage
für Dienstag:
Wolkig, regnerisch, mild, westliche Winde.
Der atlantische tiefe Druck beherrscht unsere Wetterlage. Unter feinem Einfluß werden wir mit Fortdauer der bestehenden trüben Witterung rechnen können.
Paris, 29. Jan. Havas teilt mit, daß im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten von dem französischen Botschafter in W a - s h i n g t o n Informationen eingegangen seien, die das offizielle Dementi bestätigten, das vom Weißen Hause der in London veröffentlichten Nachricht entgegengesetzt worden sei, Präsident Harding habe dem französischen Botschafter Audienz verweigert. Die Nachricht entbehre jeder Begründung.
Die Künstler, welche den sicherlich nicht ge° ringen Anstrengungen des Abends mit unverwüstlicher Frische begegneten, wurden zum Schluß nochmals begeistett gefeiert. A. H.
• . e
Giehener Konzertverein.
Kölner Trio: Dvorak, Schubert, Brahms.
Gießen, 29. Januar 1922.
Ein Wend voll eödften Kunstgenusses! Die klassische Ruhe und 'Sicherheit des Geigers Dram-Eldering, der wundersam gesangliche Celloton Feuermanns, dazu als Pianist der ferne Rhythmiker und Anschlagskünstler Llz i ell i: das war die rechte Mittlerschaft für die gereichten musikalischen Gaben. Diese selbst in ihrem Zusam- n^nhalt waren von unübertrefflicher Köstlichkeit Wir haben schon große Künstler in diesem Winter Horen dürfen; aber was die Erlesenheit des Pro-
Grifft, so schien uns der heutige Abend der Höhepunkt. Nichts, was man hätte missen mögen keine Steine statt Brot, kein Blättern in vergiften Pergamenten: sondern gleichbleibende edle Schönheit: unter diesem Zeichen hat das Kölner Trrv gestritten und gesiegt.
aJatürli« Hdbt der Wert der gespielten J£nter Ein verschiedener. Dvoraks ^.'^l-Trio war mit Fug an den Anfang gesetzt. Die Musik des Böhmen bot uns zumeist blühende nicht immer allzu eindringliche, aber die Grenze zum Fatalen vermeidende Melodik mit solider im ?chtigeii Augenblick Aufstieg nicht verfehlen- der Durcharbeitung. Dankbare Spezialaufgaben für das Cello liehen tote sonst nicht auf sich warten und wurden mit musterhafter Linienführung gelost Der ganze Vorttag der Kölner war vorzüglich und schon für sich allein eine hochwertige Spende'
Brahms hatte hernach keinen leichten Stand. Trotzdem war die Reihenfolge die bestgestaltete: vorangeschickt würde die anspannende Brahms- sche Musik die Genußfähigkeit für das Nachfolgende gettübt haben, während die von Schu- b-'.rt ausgehende Gemütserfrischung eher gegenteilig wirkt. Bei Brahms ist die Verstandesarbeit zu stark beteiligt, um so unmittelbar das Wunder zu streifen wie Schubert. Freilich mehr davon zu sagen wäre vermessen gegenüber einer hervorragenden und durchaus großen Schöpfung wie das C-Moll-Trio. Groß war auch der Stil, in dem Llzielli den gewaltigen Einsatz derOktaven- triolen brachte. Im zweiten Satz betrog uns ein tückischer, gerade gegenüber hinreißenden Spielern sich leicht einschleichender Zufall um eine Pointe. Im übrigen zeigt dieser Satz, was entstand, wenn ein Brahms die Wege Dvoräks vorwegnahm. Wer sich von dem neuen Rektor der Genter Universität hat sagen lassen müssen, daß die deutsche Zivilisation um 50 Jahre rückständig sei, konnte hier Beruhigung schöpfen
Delayungsfristen noch nicht zu lausen begonnen hätten. Ueberall, im deutschen Vaterlande, im neutralen Ausland, ja selbst in England und Amerika, breche immer mehr die Lieberzeugung sich Bahn, daß kein Friede die Welt erfüllen werde, daß das aus tausend Wunden blutende Deutschland seinen Reparationsverpflichtungen nicht nachkommen könne, wenn dasRheinlarü) unter dem Druck von 150 000 Soldaten fremder Nationen weiter geknebelt, geknechtet und ausgesogen werde. Diese „Garnisonen" kosteten uns bereits 4'/., Milliarden Goldmark, die man besser für den Auf- bcni hätten verwenden können. Am Fuße des Niederwalddenkmals schlugen die Marokkaner ihre Zelte, auf den Rheindampfern flattert das Trikolore, in Koblenz weht das Sternenbanner über Ehrenbreitstein, kein freies Wort, kein deutsches Lied darf mehr erschallen, Frauen und Mädchen werden geschändet, französische Banken und Geschäfte mit französischen Inschriften schießen wie Pilze aus £er Erde, die wirtschaftliche Not ist ins Llngemesfene geftiegen und das alles unter dem Schutze des Völkerbundes. Das alles nennt man Völkerfriede, Völker Versöhnung, Abrüstung und friedliche Durchdringung. Ein freier Rhein und ein freies Rheinland müssen wiederkommen, dazu wollen wir uns alle die Hände reichen und ab- lasfen von allem Parteigezänk und Klassenkampf, alle Zerrissenheit müssen wir verbannen und einig, einig, einig sein.
Vach den mit brausendem Beifall aufgenommenen Reden wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: „Auf dem besetzten Rheinland und Saargebiet lastet ein schwerer moralischer, politischer und wirtschaftlicher Druck, der ein Hohn auf die Forderung des wahren Ftte- dens und der Verständigung der Völker ist. Die Versammlung der Rheinländer, in der die gewählten Vertreter des rheinischen Volkes gesprochen haben, erhebt scharfen Protest gegen diese Zu stände und fordert Befreiung ihrer Brüder und Schwestern am Rhein und an der Saar, insbesondere die Zurückziehung der farbigen Truppen. Die Versammlung gibt endlich ihrem Stolze Llusdruck auf die nationale Treue des Rheinlandes und des Saargebietes." Heimat- liedec des Lchrergesangvercins bildeten den Abschluß dieses Chrenbekenntnisses der Rheinländer.
Der Reichshaushaltsplan für 1822.
Berlin, 28 Zan. (WTB.) Dem Reichstag ist ein Gesetzentwurf betreffend Feststellung des Reichshaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1922 zugegangen. Der dem Gesehentwurs als Anlage beigefügte Reichshaushaltsplan umfaßt drei Teile, nämlich allgemeine Reichsvrrwaltung. Betriebsverwaltungen Ausfüh'-ung des Friedens Vertrages. Der zweite' die Betticbsverwaltungen betreffende Teil enthält die Positionen Reichspost- und Lelegraphenver- waltung, Reichsdruckerei und Deutsche Reichsbahn. Laut § 1 des Entwurfs weist der Reichshaushaltsplan für das Rechnungsjahr vom 1. April 1922 bis 31. März 1923, auf Millionen abgerundet, für die allgemeine Reichsverwaltung an Einnahmen und Ausgaben 288 Milliarden 424 Millionen, für die Reichspost- und Telegraphenverwaltung 18 Milliarden 781 Millionen die Deichsdruckerei 499 Millionen, die Verwaltung der Reichsbahn 78 Milliarden 783 Millionen und die Ausführung des Friedensvertrages 187 Millrarden 532 Millionen auf.
Laut § 2 wird der Reichsminister der Finanzen ermächtigt, zur Destteitung einmaliger außerordentlicher Ausgaben 183 Milliarden 366 Millionen im Wege der Anleihe flüssig zu machen und zur vorübergehenden Verstärkung der ordentlichen Bettiebsmittel der Reichshauptkasse einen Betrag bis zu 12 Milliarden 500 Millionen in Schatzanweisungen auszugeben. Laut § 6 darf von den im Reichshaushaltsplan für 1920 vorgesehenen planmäßigen Beamten stellen im Falle des Freiwerdens nur jede zweite Stelle wieder beseht werden, bis ein Viettel der daselbst bewilligten Stellen der gleichen Gattung fortgefallen ist. Dies gilt nicht für einige Äategorien hoher Staatsbeamter, deren Stellen jedoch nur mit Zustimmung des Reichsfinanzministers wieder besetzt werden dürfen.
Der erste Teil, die allgemeine Reichsver- toalutng, weiß an fortdauernden Aisgaben unter anderem folgende Positionen auf: Reichs-- prasident 2 643 000 Mark, Reichtag 28 878 000 Mark, Reichsministerium. Reichskanzler und Reichskanzlei 4 420 000 Mark, Auswär-
Frankfurter Uraufführung.
WalterHasenclever: „Gobseck" Ar . tt. Frankfurt a. M, 28. Zan. An einer Reihe von deutschen Bühnen wurde gleichzeitig das neueste „Drama" Walter Hafen- clevers: „Gobseck" zur Uraufführung gebracht. Der wandlungsfähige Dichter des „Sohns" der Antigone" und der „Menschen" unternimmt es öieämal, bie unheimliche Macht und Dämonie des Geldes darzustellen: die Gier nach Schätzen läßt seinen Titelhelden zum Vampir und Scheusal werden, zum furchtbaren unerbittlichen Ver- nichter von Existenzen, die in seine Krallen ge- liefert find. An einer Gräfin, die ihm int Verlauf eines galanten Abenteuers Geld schuldet, und ^rent Mann erfüllt sich das Schick-al, und mit ber Gräfin und der eigenen Tochter, die er dereinst um Geldes willen verkauft hat, stürzt er Zuletzt selbst in den todbereitenden Schacht seiner Goldkammer hinab, um noch, jenseits des Lebens Herr all der Schätze zu bleiben. Diese Handlung, deren stofflichen Vorwurf eine Balzacsche Novelle hergab, wird in acht knapp gefaßten Bildern im Eiltempo und starkem kinomäßigen Einschlag abgewickelt. Die Psychologie bleibt Nebensache, nur die Titelfigur erhält individuellere Prägung: der Hörer steht zunächst unter dem Eindruck, daß sich ein spannendes Sensationsdrama vor ihm abspielt, am Schluffe verbleiben als einzige Wirkungen nervenerregende Situationen, prickelndes Grauen — und Sieger ist der Theatereffekt. Einen künstlerischen Aufstieg bringt das Werk in keiner Weife. — Die Llraufführung im Neuen Theater wurde von Walter Frieds Gobseck einer hohen Leistung nachfchaffender Kunst, beherrscht. Ihm vor allem, den übrigen Spielern und der stilsicheren Regie Robin Roberts hat Hasenclever 1 den durchaus nicht unbesttittenen Erfolg seines Stückes zu danken.
** Die Einweihung der neuen Gailschen Zigarrenfabrik fand am Samstagnachmittag statt. Eröffnet wurde die Feier durch eine Ansprache des Baumeisters Köster, in dessen Hand die Oberleitung der Dauarbeiten gelegen hatte. Als chm vor 2V2 Jahren durch oie Firma Georg Philipp Gail der Bauaufttag erteilt wurde, habe er sich drei Richtlinien gewählt: Das Werk solle dienen dem Bauherrn zum Wohlgefallen, der Kunst zur Ehre, und der Stadt zur Zierde. Er hoffe und wünsche, daß in dem neuen Bau in Frieden gearbeitet werde nach echter deutscher Art. Geh. Rat Gail sprach allen, die an dein nun vollendeten Werke mit-
Paris, 28. Jan. Havas meldet aus London: Gestern vormittag wurde der französische Gesetzentwurf zum englisch - französischen Schutzvertrag von der englischen Regierung in einem Kabinettsrat unter Vorsitz von Lloyd Georg e beraten. Der Kabinettsrat kam aber nur zu einem vorläufigen Meinungsaustausch. Der Kabinettsrat, der eine eingehendere Prüfung der Angelegenheit vornehmen solle, werde wahrscheinlich bis Montag hinausgerückt. Lieber Montag hinaus könne allerdings diese Prüfung nicht aufgeschoben werden, da die Abreise Lord Curzons nach Patts nach wie vor auf den 31. Januar angesetzt ist, damit er rechtzeittg zu der Konferenz der Minister des Aeußern von England, Italien und Fra ui- reich, die die Orientfrage regeln solle, em- teeffe. Was die Haltung der englischen Regierung in Paris betteffe, so werde bestättgt, daß sie sich einverstanden erklären werde, dem Vertrag Gegenseittgkeitscharakter zu verleihen, svwte ihn aus 30 Jahre auszudehnen. Dagegen könne die englische Regierung nicht auf eir« Mllitärkonventton in der gewünschten Form eingehen. Endlich seien die enalische unS die ftanzösische Regierung verschiedener Ai^icht über den casus belli. Die Verhandlungen würden voraussichtlich sehr fühlbare Meinungsverschiedenheiten zutage fördern und vielleicht noch eine gewisse Zeit dauern.
gearbeitet haben, seinen Dank aus. Dr. Georg G a i l verlas darauf die Gründungsurkunde, die später nebst anderen Dokumenten, u. a. auch einer Nummer des „Gießener Anzeiger", mit dem Schlußstein eingemauert wurde. Herr B ä n n i n g e r sprach als Nachbar der neuen Fabrik und bewunderte vor allem den Llnter- nehmermut, der es wagte, in diesen schweren Zeiten ein solches Werk zu beginnen. Nachdem hiernach noch die Vertreter der Bauarbeiter Fabrikbeamten, -Angestellten und -Arbeiters sowie ein Vertreter der Gailschen Tonwerke ihre Glückwünsche ausgesprochen hatten, ergriff Baumeister K ö st e r nochmals das Wort und sprach vor allem dem Bauführer, Architekten Hase, dessen unermüdlicher Tätigkeit von morgens ftüh bis abends spät ein Hauptverdienst an dem schnellen und guten Gelingen des Werkes zuzufprechen sei, und allen anderen Mitarbeitern seinen Dank aus. Herrn Dr. Georg Gail dantte er für seine anhaltende Llnterftützung, und Herrn Geh. Rat Gail für seinen bewährten künstlerischen Rat. Danach begab man sich zu dem frisch eingemauerten Schlußstein, der nun unter Glückwünschen von den einzelnen Teilnehmern die letzten feierlichen Hammerschläge empfing. Den Beschluß der offiziellen Feier bildete ein Rundgang in Gruppen durch die Fabrik, der wahrhaft überwältigend bestätigte, was die vorhergegangenen Reden von dem neuen Werke gerühmt
--------Illll 1 1 ____
trgcs Amt 734 502 000 Mark, Reichswehr- Ministerium: a) Reichswehrminister 4 438 000 Mark, d) Heerwesen 3 Milliarden 562 Millionen c) Heeresfriedeirskommission 2 980 000 Mk.» ck) Matt ne 855 312 000 Mk.: insgesamt für das Reichs- wehrministerium 4 Milliarden 425 Millionen Mark. Für die Verzinsung der Reichsschuld sind erforderlich 27 Milliarden 946 Millionen Man Linker den Einnahmen des ordentlichen Haushalts werden die Einnahmen der allgemeinen Finanzverwaltung (Steuern, Zölle unh sonstige Ausgaben) auf 98 Milliarden 464 Millionen Mart veranschlagt. Linker den Einnahmen des außerordentlichen Haushalts findet sich die anfangs erwähnte 183 Milliarden-Anleihe unter dem Titel Reichsschuld. Der zweite Teil weist für die Reichspost- und Telegrophenverwattung au Einnahmen des ordentlichen und außerordentlichen Haushalts 16 Milliarden 325 Millionen Man auf. Zu dieser Position ist ein Gesamt- zuschuß des Reichs von 2 Milliarden 456 Millionen Mart erforderlich. Die Reichsip-ackerei weist an Einnahmen 499 Millionen Mark auf Das bedeutet einen Betriebsüberschuß von 6 485 000 Mark. Tie Verwaltung der Reichsbahn weist an Einnahmen im ordentlichen und außerordentlichen Haushalt 72 Millrarden 5 Millionen Mart auf. Zu dieser Positron ist ein Gesamtzuschuß des Reichs von 6 Milliarden 782 Millionen Mark erforderlich. Ter dritte Teil Ausführung des F> iedensvettrages, weist in dem ordentlich en Haushalt an sott dauernden Ausgaben die Summe von 147 Milliarden 677 Mil- lionen und im außerordentlichen Haushalt eine Ausgabesumme von 39 Milliarden 844 Millionen Mart auf.
1!?’ 29 Oan. (Wolff.) Im Kaisersaal ^Rhcingvld vereinigten sich vormittags die Rheinländer Groß-Berlins zu einer gewaltigen Kundgebung für ihre bedrohte Zemiat, zu einem 'Bekenntnis unerschütterlicher Treue für das deutsche Vaterland und zu einem wuchtigen Protest gegen die Bedrückung und Der- welschungsversuche der deutschen Gaue am Rhein. Mit der Bitte „Hör uns, o Gott. Herr der Welt!", vorgetragen vom Berliner Lchrergesangverein fand die Veranstaltung ihre stimmungsvolle Einleitung. Der Vorsitzende des Reichsverbandes der Rheinländer, Präsident Dr. Paul Kaufmann begrüßte die Tausende deutscher Männer und S'cauen, die den Saal und die Tribünen in dichten Rlassen füllten, insbesondere den Präsidenten des Reichstages, den preußischen Ministerpräsidenten den Kultusminister, den hessischenGesand- t e n, sonstige Vettreter der Reichs- und Staats- behoroen und die Delegierten von auswärtigen Rheinländer-Vereinigungen mit herzlichen Worten. Hieraus übergab er die Leitung der Versammlung dem Reichstagsprasidenten Löbe, der die Kundgebung als Notschrei unserer Brüder und Schwestern am Rhein ohne Ansehen von Religion. Pattei und Klasse bezeichnete. Dann sprachen in packender Weise die Reichstagsabgeordneten Hofmann- Ludwigshafen (Zentrum).
^an^ÄÖIn (Soz.) und Llniversitätsvro- fessor Dr. M o l d e n h a u e r - Köln (D Vp ) ........- s^ner der Landtagsaög. Dr. Bachem-Köln jedoch ablehnte, den"französischen Bottchafter! bcmofratifd>e Reichstags-
empfangen un&
Montevideo, 30. Zan. (WB - DerPolav- ! forscher Sir Ernest S hakle ton ist am 5 Zan an Bord seines Schiffes ^Quest" an Drustbrä^ne Igestvrven.
Was dann kam, Schuberts erstes Trio war etwas ganz Großes, eines jener Werke, die man während der Dauer des Genusses überhaupt an keinem anderen Werke mehr glaubt missen zu können. Die Worte fehlen, um das Lieberirdische dieser Musik wiedergeben zu können, llnmittel-
tung selbst des in schlichter Heiterkeit Begonnenen! den einsehenden Instrumenten, Klavier^und Cello.


