ktt.so Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 28. Februar 1922
Vermehrter PoUzeischutz auf dem Lande.
Dom Hessischen Schuh- und Win- schaftsbund wird uns geschrieben:
Der Hessische Schuh- und Wirtschaftsbund hat die Diebstähle, die im Jahre 1921 vvrgekom- mcn sind, aus einer Reihe von Dörfern zu- sammengestcllt und damit ein Kulturdokument geliefert, das bedeuienden geschichtlichen Wert besitzt und in keiner Bibliothek fehlen sollte. Wenn tetr das uns vorliegende Schriftstück wegen seines Umfanges nicht im Wortlaut veröffentlichen, so müssen wir uns immerhin etwas näher mit ihm beschäftigen, liefert es uns doch ein anschauliches Bild von dem sittlichen Tiefstand unterer Tage und von der Lockerung des Eigentumsbegriffes, den die verlotterte Staats- und Wirtscha tsauffas'ung im nachrevvlutionären Deutschland gezeitigt hat.
Aus der Zusammenstellung geht zunächst hervor, daß in unseren Dörfern die Feld- und Dartenfrüchteund - gewächse überhaupt nicht mehr als Eigentum der Landbesitzer ange- feljen werden. Da liest man, dah das Obst, namentlich das Fallobst, massenhaft von völlig Unbercchtig'en zusammengelragen und fortge- schleppt wird. In Rucksäcken und Körben sam- mÄn Ortsfremde, vielfach in ausgeschwärmten Trupps, die Früchte der verschiedenen Obst- bäume. Ja, einzelne Bäume und ganze Obstanlagen werden vollständig geplündert. Kein Zaun, keine Aufsicht bietet Schutz gegen die Diebe, die vielfach sich gebärden, als ob sie im größten "Recht wären. Aber nicht nur das schmackhafte Obst wird begehrt. Rachts werden die Gemüse- garten heimgefacht und die schönsten und besten Gartencrzeugni.se mitgenommen. .Die Kartoffeln sind nicht sichrr in der Erde, das Getreide nicht gefeit auf dem Halm. Aus einzelnen Gemeinden wird berichtet, dah grvhe Flächen Körner- und Hackfrüchte nachts unberechtigterweise abgeerntet worden sind. Auch aus Kellern und Mieten schleppt man Kartoffeln und Rüben fort und zwar nicht Pfund», sondern häufig zentnerweise. 20, 25 Zentner Kartoffeln sind auf einmal gestohlen worden. Es versteht sich von selbst, dah ein Diebstahl in solchem Umfange nicht nur von einzelnen Leuten ausgcführt toirö. Vielfach sind mehrere beteiligt, ja man gewinnt den Eind'.uck, als ob organisierte Banden am Werk seien. Aus einer Gemeinde wird sogar gemeldet, dah Autos im Dienste der Verbrecher gebraucht woiden sind. Roch schwerer fällt ins Gewicht, dah vielfach Einbruch mit der- Dieberei verbunden ist. Richt nur Eier, Hühner und Gänse stiehlt man. auch Schweine und Rinder entführt man aus den S'allungen. Es ist nicht auffallend, dah bei den Felddiebstählen und Einbrüchen auch tätliche Angriffe, Körperverletzung, Bedrohung und andere Vergehen und Verbrechen gegen Leben und Gesundheit der Landbewohner gemeldet werden. Besonders fällt einem bei der Lektüre des Schriftstückes auf. dah in einzelnen Dörfern die Zahl der Diebstähle eine geradezu crsch . eckende Häufigkeit aufweisen und dah der dadurch angerichtete materielle Schaden ganz bÄreutend ist.
Deshalb muhten sich die Angehörigen aller Parteien, die Anhänger aller 5!ekensanschauungen in dem Bestreben einigen, dem Raub- und DiebS- gesindel auf dem Lande entgegenzutreten. Vor allem aber dürfte die hessisch eRegierung Fein Mittel unverf uch t lassen, um Sicherheit für Leben und Eigentum ihrer Bürger zu gewährleisten. Denn wenn das Treiben so weitergehl, wie es aus der uns vorliegenden Zusammenstellung zutage tritt, so fragt man sich, weshalb wir denn überhaupt eine Regierung haben, und weshalb ihr die ihr zustehende Gewalt tingeröumt worben ist. Insbesondere wenden wir unS an den hessischen Innenminister mit der Aufforderung. hier nach dem Rechten zu sehen. Das erste Kennzeichen einer geordneten Verwaltung, wie eines Staatswesens überhaupt, liegt in der Forderung, dah im Lande Ruhe und Sicherheit herrscht. Wenn das der Staat nicht gewähren kann, untergräbt er feine Daseinsberechtigung. Was ist angesichts der Verrvt ung zu tun?
In erster Linie käme eine stärkere Rutzbar- machung der Polizeikräfte Hessens in Frage, und zwar eine Ruhbarmachung fürsslacheLand. Wir haben in Hessen nidfa nur eine ansehnliche Schutzpolizei, — die sogenannten Grünen —, sondern nach ^lebernahme ber städtischen Pvlizeimannschaften aus den Staat auch mehrere Hunderte von sogenannten „klauen" Polizisten, die früheren Schu.leute. Dazu kommen noch die Gendarnnen oder Landjäger. Alle diese Sicher-
Heftsmannschaften, die den Staat viel Geld kosten, haben ihre Aufgabe mir darin und werden nur deshalb besoldet, dah sie im Dienste der Bürger für die Sicherheit von Leben und Eigentum derselben, sowie für die Durchführung der Gesetze tätig sind. Die Polizei soll aber nicht nur ihre Aufgabe in der Stadt erfüllen, sondern das Dorf in gleicherweise bedienen. Es mühte u. a. m. mindestens in jeder Kreisstadt ein gcöheres Kommando Polizei in steter Bereitschaft liegen und von hier aus ununterbrochen Streifen und zwar bei Tag und bei Rächt — auf das flache Land und auf die Dc :v unternehmen. Sie könnten sich dabei nicht nur der Fahrräder, sondern auch der Automobile bedienen, so dah keine'Gegend zu keiner Zeit vor ihnen sicher wäre. Jedenfalls wären die Regierungsautos auf diese Weise besser auögenützt. als dah Beamte und Offiziere umher- sahien, anstatt sich auf ihren Reisen der immer noch billigeren Eisenbahnen zu bedienen.
Weiterhin aber mühte auch noch ein ehrenamtlicher Polizeischuh eingerich'et werden. Die Feldschühen auf den Dörfern, so tüchtig auch sehr viele unter ihnen sind, lassen mitunter an Strammheit und Festigkeit zu wünschen übrig, sind zudem vielfach allein gar nicht in der Lage, dem Diebsgesindel entgegenzu treten. Deshalb sollte man tapfere und unerschrockene Männer, die sich freiwillig anbieten mühlen. mit der Befugnis betrauen, soweit sie es für nötig halten und soweit sie es mit ihrem Beruf vereinbaren können, nebenamtlich als Polizeiorgane tätig zu sein. Sie brauchten dabei nicht uniformiert zu sein, bekämen auch keine Bezahlung für ihre Tätigkeit. Eine Ausweiskarte genügte zu ihrer Legitimation. Wir haben die feste lleberzcuqung, dah mancher Bauer und mancher Handwe-cker in freien Stunden oder auch während der Ausübung seines sonstigen Be.ufes, viel Rühliches für die Sicherheit seiner Heimatgemeinde leisten könnte. Die mit einer solchen Aufgabe betrauten Bürger mühten sich anheischig machm, in gewissen Dingen den Weisungen der VerwaltunesbehörLe nachzu- kornmen. genössen aber im übrigen eine Vertrauensstellung. die sicher im Dienste der Gesamtheit läge, wenn man bei der Auswahl der Leute vorsichtig und überlegt zu Werke ging. Jedenfalls scheint uns der Vorschlag durchaus erwägenswert.
Was man aber auch regierungsseitig darüber denken und in die Wege leiten möge, jedenfalls müssen wir im Belange des Dorfes fordern, dah auf dem flachen ßartbe etwas geschieht, das der Unsicherheit. die dort herrscht, steuert, und kmh die Mahnahmen der Regierung bald kommen und durchgreifend ausgestaltet werden. Das Dorf hat denselben Anfp-.uch auf Schatz und Sicherheit wie die Stadt, und kann von dem demokratischen Staate fordern, dah es nicht als Stiefkind behandelt wird.
Aus Hessen.
— Der Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genosse rschaf- ten. die weitaus größte Genossenschaftsorgani- sation in Hessen, hat, so schreibt man uns, auch in diesem Hahre in unserer Provinz wiederum eine Reihe von Bezirksbrsprechungen abgehalten, die durchweg sehr gut besucht waren und lebhaftem Interesse begegneten. Dies nimmt nicht wunder in einer Zeit, tn der verhängnisvolles Schicksal tote dunkles Gespenst über die Aecker huscht, ohne Deine und doch schnellfüßig. Das la idwrrtschaft- liche Genoisenschaftswesen ist dazu berufen, den Bauernstand in wirtschaftlicher, aber auch in geistiger Beziehung frei und selbständig zu erhalten. Es wird heute allenthalben erkannt, kah durch die sich vollziehende Konzentration in wenige Riesenbetriebe das Grohkapital zu einer überragenden Machtstellung in unserer Wirtschaft gelangt, welcher der Mittel- und Kleinbesitz, insbesondere in der Landwirtschaft, nur durch eine geschlossene Gen? ssenfchaftsorganisaiion begegnen kann. Erfreulicherweise ist in dem Bezirk des Verbandes der hessischen landwirtschaftlihen Genossenschaften die Zahl der Genossenschaften auch im verflossenen Jahre wiederum gewachsen: der Verband hat einen Zuwachs von 24 Genossenschaften im Jahre 1921 zu verzeichnen und zählt nunmehr nicht weniger als 854 landwirtschaftliche Genossenschaften a l s Mitglieder bei nur 792 selbständigen landwirt'chastlichen Gemein - den in Hessen. In den allen'ha.ben anregend verlaufenen Bezirk ^Versammlungen wurden Rese ate erstattet über die Bilanzstellung, die Beziehungen zwischen den ländlichen Genossenschaften und der Zentralkasse und das genossenschaftliche Bezugs-
Die Blüchermchten.
Roman von HannsvonZobeltitz.
38. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Am nächsten Tage ist in Berlin großer Jubel und lodernde Begeiste u g geteeei: Ter Fürst v>n Wahlstatt, der Generalfeldmarschall, der Sieger von Belle Alliance ist heimgelehrt. Die Stadt prangt im schwal^wcitzen Fahnenschmuck. Vor dem Palais Blücher am Brandenburger Tor drängten sich die Tausende. Richt eher haben sie geruht, bis der Greis mit der Frau Fürstin sich auf dem Vorbau des ersten 0 octre ks gezeigt Hal. Gr sah nicht sonderlich gut aus, der Gebhard Leberecht, hielt sich nicht soldatisch straff, und die Wangen und Schläfen sch'.e ei wie eingefallen. Hatte ja freilich schwere Tage durchgemacht und viel Verdruß und Aerger gehabt. Saß Feldleben tat ihm nichts an. 21.) er als die Würfel längst g: fallen und der schönste Sieg er- kochten, da hatte Wellington, der Eiserne Herzog, den Dlücher bei Belle Alliance aus der Pfanne gehauen, zum Tank tau,end Querellen g habt, datz es schier zum Bersten gewesen, und dann hatten die Franzosen sich nicht, tote sich's gehört, als Desi gie gefühlt, sondern toaren arg frech und unverschämt gewesen, innrer im Vertrauen, das) sie Halt und lllnterstüizung bei den. verbündeten Morarchen und nur gar bei den „verfl— Tiplomatllern" fänden. Was auch leid r nur allzuoft der Fall, als ub weiche Rachgiebig- tefct und Rachsicht je dies Voll kuriert hätte.
Elend und vergrämt sah der geliebte Alte aus. Aber seine Feueraugen leuch et n doch immer wieder über d.e Menge hin. und als er die Hand erhob und auf die Viktoria auf dem Brandenburger Tor deutete, tri» wenn er rufen wollte: Sie ist wieder da. die Segekg'tin, de uns der Bonaparte gestohlen! Haltet ji? sc st, ihr Deutschen, da') niema nd zum zweiten M l. lieble Hand an sie zu legen wage — und wagt's
doch> einer, so schlagt drein, tote toir's an ter Kahbach, bei Leipzig, bei Belle Alliance getan! — da konnte der Jubel kein Ende finden.
Die Giesemädels und ter Kornett durften natürlich nicht fehlen, wo ihr g'Ikb.er F Lbmar» schalt begrütt und g^ Int wurde. Kam ihn.n gar nicht darauf an, ge'tofton und gedrückt zu werden, bis sie gegenüber dem Palais an der Torwache Posto gefasst hatten, und mit ihren Hellen Stimmen haben sie „Vivat Blücher" gerufen, dah er's vielleicht selber hat hören können. Als sie bann nach Haus zogen, hat sich der Doktor Hünswanger zu ihnen gesellt, wie zufällig. und ganz wie zufällig hat sich's arch so gemacht, dah er neben dem Lottchen geschritten ist, bis zur Breitenstrahe, bis vor das Haus mit den Mansarden. Der Kornett hat dazu vergnüglich mit den Augen gezwinkert und die Schwestern haben gelächelt, aber keine hat ein Wort dagegen gesagt.
Rach her haben sie um die Frau Mutter gesessen, die sehr guter Tinge war. und h.ben erzählt und sind froh gewesen, haben g. lacht und gefangen. Wussten ja, nun war der Kr^ez 3 j Ende, und ihrer Herzenssehnsucht konnte dald (Genüge geschehen.
Rur die Charlotte hat etwas abseits gescs'en, tote so lange Schwester Julie, hat ernste Augen gehabt und starr giadaueg.blickt. Ihr lag ein chwerer Stein auf dem Herzen, der war halb rohes Glück und halb arge Sorge und drückte 0 selig und so schmerzlich zugleich, dah sie meinte, die Tränen müßten ihr ausstürzen. Es hat aber wieder keine der Schwestern ein Wort gesprochen, und der Kornett hat mit den Augen gezwinkert: Laßt sie nur! Tas muh ein jeder für sich aus- kämpsen. Rur die Luise ist einmal an ihr vorbeigestrichen und hat ihr leise zugeflüstert: Mull Mut! <
Immer war die Charlo'te ein artiges, folgsames Haustöchterlein gewesen u-d tool-te es bleiben, im Glück -urd in der Sorge. 1 So hat
und Abfahgeschäft. -Um die Geschäftsführung der Genossenschaften, bei denen es vor allem auf die Intensität der Arbeit anfommt, zu erleichtern und zu fördern, sind sowohl der Verband als auch seine beiden Geschäftsanstalten, die Zentral- kasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften und die Land ■ wirtschaft liche Z e n t r a l g en 0 s s e n schäft D a r m st a d t, auch im verflossenen Jahre in ihrer Dezentralisation forigefahren. Die Zentralkasse hat Geschättsstellen in Mainz und Sprendlingen und die Landwirtschaftliche Zentrulgenossenschaft zu ihren bisherigen Zweigstellen noch eine solche in Fürth i. Odw. errichtet. Daneben wurden von der Zentralgenossenschaft der Bau neuer Lagerhäuser mit Rachdruck betrieben.
Wegen der mit Bestimmtheit zu erwartenden Geldknappheit kommt es für die Spa r- und Darlehnskassen darauf an, die Gelder des Landes dem Lande zu erhalten und zu verhindern, daß sie jetzt anderen als den genossenschaftlichen Geldinstitute zusließen, toeil, sie sonst erfahrungsgemäß für das Land nicht nutzbringend wirken und später das Kreditbedürfnis anderer Erwerbs- ztoeige als der ländlichen und insbesondere der Landwirtschaft befriedigen. Ganz augenscheinlich waren auch wiederum im abgelaufenen Jahr die Vorteile des genossenschaftlichen Zusammenschlusses im Warenverkehr. Insbesondere bieten die Landwirtschaftlichen Bezugs-- und Absatz- genossenschaften infolge der eingeführten Rach- Untersuchungen die Gewähr, daß bei Dünge- und (Suttcrrnittein nur der tatsächlich nachgewiesene Bestand an Rährstoffen bezahlt wird. Bei den der zwangsläufigen Bewirtschaftung unterliegenden Bedarfsstosfen konnten den Mitgliedern der Ge- nossenschaften zu wesentlich niedrigeren als den Handelspreisen Waren vermittelt werden, Linser landwirtschaftliches Genossenschaftswesen in Hessen hat sich als ziel- und wegbewuht gezeigt. Möge ihm in den weitesten Kreisen unserer Landbevölkerung volles Verständnis entgegen gebracht werden?
Aus Sterbt und Land.
Dietzen, den 28. Fedr. 1921.
S2.H. Don der LandeSuniversi-- tä t. Dr. Phil. Theo Spira, der sich für das Fach der Englischen Philologie an unserer Aniversität zu habilitieren wünscht, wird am Mittwoch, 1. März, nachmittags 5 Uhr. in der Kleinen Aula seine öffenlliche Probevorlesung halten über das Thema: „Carlyles Helden und Heldenverehrung". — Dem ersten Assistenzarzt ber AniversitätS-Frauenklinik. Dr. Adolf Seitz, wurde die venia legendi bei unserer medizinischen Fakultät für das Fach der Geburtshilfe und Gynäkologie erteilt.
Unsere Mitarbeiter seien nochmals darauf hingewiesen, daß sie, wie aus der gestern von uns gebrachten amtlichen Notiz hervorgeht, für uns bestimmte Manuskripte handschriftlicher Art als Geschäftspapiere, alsso bis 250 Gramm für 2Mk., versenden können.
** Der Kreisziegenzüchterverein Gießen hielt im Hotel Hopseld eine von 28 Ortsvereinen besuchte Vertrauensmänner-Ber- sammlung ab. Der Vorsitzende, LandtagSabg. F e n ch e l - Ober-Hörgern, begrüßte die Erschienenen und gab die zur Beratung stehenden Punkte sowie die Reuausnahme der Ortsgruppe Langd bekannt. — Ferner wurden noch nachfolgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die diesjährige Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesell- schäft im Juni d. I. soll mit 2 Böcken, 3 jüngeren und 3 älteren Ziegen beschickt werden. Mit der Auswahl dieser Tiere wird die Körkornrnission beauftragt; 2. die Vergütung für die Korkorn- Mission und den Inhaber der Vermittlungsstelle wird auf 50 Mark pro Tag erhöht. Die Aus- schußmftglieder sollen 30 Mk. für jede Sitzung erhalten; 3. die Mitgliederbeiträge wurden von 2 auf 3 Mark erhöht, die 'Beiträge der Gemeinden sollen ebenfalls eine Erhöhung erfahren: 4. der Inhaber der Vermittlungsstelle legte sein Amt nieder, will es ab'r bis zur nächsten Generalversammlung toetterfapren; 5. in Verbindung mit der Stadt Lich soll im Juni d. I. daselbst ein Vcrkaufsmarkt für Lämmer und Ziegen mit Prämiierung stattfinden. Lich hat dazu einen recht ansehnlichen 'Betrag zur Verfügung gestellt;
sie sich denn am Abend, als die Schwestern schon in die Kammer gezogen, während der Bruder noch im Wohnzimmer schmökerte and dazu ein Pfeifchen rauchte, so ihm zwar nicht sonderlich schmeckte, aber seiner Mannhaftigkeit sichtlich wohl tat — so hat sie fid} denn am Abend ein Herz gefasst, ist in die Küch? gegangen, wo die Mutter nod); scharwerlte, und hat gesagt: ^Gnädigste Frau Mama, darf ich auf ein paar Worte am Ge.-ör b.tten?“
„Ha doch. Kind - sprich nur.“ Tie Mutter ist sogar sehr freundlich gewe'en, hat der Tochter bi? Backe gestreichelt und die eine Locke, die der über die Stirn gefallen, fast zärtlich zurückgestrichen. Hat vielleicht gedacht, das Lottchen wünscht sich ein neues Band oder ein kleines Merkbuch. Tenn sie war blind gewe'en all de letzte Zeit, blind and taub, und ahnte von nichts.
„Gnädigste Frau Mama, morgen wird der Herr Tortor Hünswanger kommen . . ."
„So — so! Run ... er kommt ja eigentlich jeglichen Tag, um nach dem Kurt zr fefxn oder nach, der Luise."
Tas Lo.tchen hat ein paarmal geschlackt. Es wurde ihr dvch sehr schwer: „3a, Feau Miller," sagt sie endlich, „aber . . diesmal kommt er meinetwegen . .
„Du bist doch nicht krank?"
„Rein, Srcu Mutter, gewitz nicht. Ader ich mutz Ihnen gestehen ... wir haben uns helle verlobt . . ."
Pardauz, lag die Kafferolle, an der die Mutter herumgeputzt, auf dem Futzboten, datz er krachte. And die Frau von ®-efe schreit öte Tochter an, in einem Ton, der an frühere Tage gemahnt. „Tu bist wohl verrückt geworden!"
Dem Lottchen steigt das Blut ins Gesicht, will heftig werden, zwrngt sich airr, hebt die Kasserolle auf. stellt sir aus den H"rd, spricht noch immer sanft: „Entschuldigen Sie, Frau Mama. Ich bin bei ganz klaren Sinnen. Wir
6. zur Durchführung von Leistungsprüsungea (Probemelken) haben sich die Ortsvereine Hattenrod, Grotzen-Duseck und Lich bereit erklärt: 7. Vorträge werden im Laufe dieses Jahres in Odenhausen, Saubringen, Grotzen-Duseck. Inhei den und Langd abgehalten.
△ 'Sie Hauptversamm l u.n g des Landesverbands hessischer Kaninchenzüchter fand am Sonntag in Darmstadt- Dessungen statt. Der Besuch aus den drei Provinzen war recht zahlreich. Steinbrecher- Darmstadt erstattete den Jahresbericht. Der Verband zählte bei feiner Gründung 1933 nur 6 Vereine, 1920 waren es in 52 Vereinen 2322 Mitglieder. heute ist die Zahl auf 74 Vereine mll rund 3000 Mitglie em ge iegen. mithin eine Zunahme von 22 Vereinen mit 645 Mitgliedern. Der Zusammenschluh aller hessischen Kaninchenzüchter im Landesverband hat gute Fortschritte gemacht. Den Kas enbericht erstattet^E h - Offenbach; die Einnahmen betrugen 5982 Mk., die Ausgaben 5663 Mk. Zwei neue Vereine wurden aufgenommen, Pfungstadt und Arnstadt. Die Einteilung in Kreisverbände ist jetzt auch in Ober- Hessen durchgeführt, es sind vorläufig drei Kreisverbände gegründet: 1. Giehen. 2. Friedberg und 3. Ridda—Büdingen—Schotten. — Dec Kreisverband Offenbach stellle den Antrag, den Kaninchenzüchter-Verband in einen „Landesverband hessischer Kleintierzüchter" umzuwandeln, da die Industriearbeiter neben Kaninchenzucht vielfach auch Geflügelzucht treiben. Der Antrag wird einem Ausschuh überwiesen, der die Angelegenheit weiter Hären und mit Regierung und Landtoirtschaftskammer in Verbindung treten soll. In den Ausfchutz werden ge* wäh t: Gerhardt* Kir ' gön , Riebergall- Mainz, De r l e b a ch - Offenbach und als Vorsitze der Steinbrecher -Darmstadt. Di: neuen 'Vechandssatzungen wurden durchbe.aten und nach dem Entwurf des Ausschusses angenommen. Die Derbandsausstellungen werden vorläufig wegen der hohen Veftandkosten ausgesetzt. Ab 1. Januar 1923 müssen sämtliche Ausstcllungstiere Tätowierung oder Altersring tragen. Die D 0 r-- standswahl hatte folgendes Ergebnis: Vov- sst-ender Steinbrecher-Darmstadt, Schrift- füh eRödiger - Gietzen, Verbandsrech?e: E tz° Offenbach. Dcisitzer Center Seipp- Rüsselsheim und Derlebach - Offenbach, Mitglieder des Schiedsgerichts: W i h n e r - Rcu°Isenburg, D ü s ch e r - Darmstadt und Gerhardt- Kirch- Göns. — Der Verbandstag 1923 findet in Offenbach statt.
Kreis Sckotten.
* Ruppertsburg. 26. Febr. Der Gesangverein ..Sängerbund" chiell gestern seine diesjährige Abendunterhaltttng ab, die auch aus der Amgeaend sehr stark besucht war. Außer verschiedenen Chören, die allgemeine Anerkennung fanden, wurden zwei Theaterstücke, „Andreas Hvfer" und .ftDer Wildschütz" aufgeführt. Sämtliche Darbietungen fanden reichen und wohlverdienten Beifall.
Hessen-Nassau.
]( Krrchhain, 27. Febr. Mit einer von mehreren hundert Landwirten besuchten Generalversammlung des Hessi- DauernvereinS des Kreises Kirchhain nahm gestern die hier abgehaltene sog. Landwirtschaftliche Woche, bei der namhafte Der- treter der Landwirtschaft aus verschiedenen Teilen Hessens als Redner mitwirkten, ihr Ende. Im Anschluß an den vom Dorsiyenden. Landwirt Hohl- Kirchhain, vvrgetragenen Geschäftsbericht hielt Gutsbesitzer Nägel- Hof Crumbach einen Dvrtrag über die Steigerung der Erntevorträge, die sich durch sachgemäße Düngung und Verwendung guten Saatgutes mehr wie verdoppeln liehen. Die Entschließung des Reichslandbundes, jede Zwangsumlage in Zukunft abzulehnen, fand Annahme.
ra. Von der Dill, 26. Febr. Die frühere Lohmühle und die Walken- mühle (oberhalb Sinn) wurden von Müller G e n e e aus Driedorf zum Preise von 600 000 Mark.käuflich erworben.
ha-ben uns lieb, sehr lieb . . . und ich hab' ja gesagt. Kann nicht einsehen, was die Frau Mutter gegen den Herrn Doktor haben konnten."
Frau von Giese hat sich inzwi chen auf den Küchenschemel gesetzt, stützt beide Hände auf die Hüften und lacht bitter. .Bin dir zwar nicht Rede und Auskunft schuldig. Will dir auch nicht mal vorwersen, datz du ihm ja g.fagt, wo es sich doch^ geziemt hätte, datz er zuerst xu mir käme. Scheint ja jetzt nicht mehr in der Mode zu fein. Aber das merk' dir: den Unftnn mutzt du dir aus deinem dummen 5kopf schlagen. Da kann nie und nimmer etwas daraus werden!"
Jetzt kommt Charlotte der Trotz: .Darf Wohl fragen, was die Frau Mutter gegen den Herrn Doktor haben?"
„®ar nichts hab' ich gegen ihn. Ist mir immer als atmabler, honetter Mann erschienen, hätt' ihm die älnbe^cheidenhett gar nicht jugetraut —“
,Unb fheid nh it?"
„3a . . . jawohl! Wenn du's nicht toeiti! oder wissen willst, er hall' es sich lagen müssen. Es hat noch nie eine Giese einen Bürgerlichen geheiratllk"
Diesmal ist's Lo'tchrn, die bitter lacht. Will auch sprechen, doch die Mutter läht sie gar nicht zu Worte kommen.
„Schau deine Schwestern an, du dummes *Atng. Luise hat den G.asen Martinez, Halle den Vicomte, Flekchen den Hauptmann von Reblltz, Lore den Hemm von Dause . .
„llnd gegen jeden, etwa Luise ausgenommen, hat sich die Frau Mutter gesträubt biS zum Aeutzerstenl"
„Ich?! Was du redest! Jetzt aber hinaus, und laß dir's nochmals gesagt sein: zu solch einer Mesalliance geb’ ich nun und nimmermehr meine Zustimmung! Marsch ins Bell! Magst dich da ausheulen oder ausbocken, wie bi willsti Es bleibt habet!“
(Schluß folgt)
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PariS. 28. - tzammersivu' Len Geschenk' lungdes frar In Ler Generalde uflatler Fabry -Icgnintimg._ 211 Hänger der kurze der Tieusizest ® wissen politW und das Parlar Organisation ei in Deutsch" Hchuhver'.rages, stvnsmitteln für schuh sei der 3n zeit notwendig st und tetinifa1 nicht erfüllt feien,
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