Ausgabe 
27.12.1922
 
Einzelbild herunterladen

1

11400

15

vvn mehr als 5 bis 15 km einschließlich 45

1922 auf den 31. Dezember

* Amtliche

Perfvnalnachrichten.

^chlichtum

(Nachdruck verboten.)

1. Fortsetzung.

®ele9(

Der* uropa

4 und 8 des Juli 1921

90

150

1923 an in Ortsnetzen mit nicht mehr als 50 Hauptanschl.

zum 28. Dezember 1922 kündigen.

ember

-ähren

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 27. Dezember 1922.

Die neuen Fernsprechgebühren.

bei einer (Entfernung

bis zu 5 km einschließlich

rah hat auch eine Erklärung öffentlicht, in der er sagt, E

Italienischer Bot chafterwechsel in Berlin.

Berlin, 23. Dez. (Wolff.) Der bisherige italienische Botschafter in Berlin, F r a s s a t i, ist von hier abberufen worden und hat bereits Berlin verlassen. Die Geschäfte der Botschaft werden bis auf weiteres vom Botschaftsrat Guar- nrri geführt.

Bologna, 26. Dez. Der italienische Dot- schaster Graf B o s da r i ist nach Berlin abgereist, wo sr am 28. Dezember eiittreffen wird.

Ejn Handelsabkommen mit Spanien.

Madrid, 26. Dez. (WTB.) Der Minister des Aeußern hat bekanntgegeben, daß er mit der deutschen "Regierung ein Handels­abkommen geschlossen habe, wonach Deutsch­land vom 20. Dezember ab spanischen Erzeugnissen bk Meistbegünstigung gewäh e. Spanien werde seinerseits deutsche Erzeugnisse nach dem Tarif der zweiten Rki'he behandeln, im übrigen aber die Koeffizienten für Länder mit entwerteter Wäch> rung aufrechteiHalten.

Heutiger Stand des Dollars

10 llhr vormittags:

Berlin 7200, Frankfurt a. M. 7200.

dtn ör beri

4nNime ober a ®er Deiilflj beit geh'

fpb. Fra M zwei 1 zusammen 10 Bankangestelltt bringen sollte, gestellte will di Briefumschlag Drieskaster aber einen solö

MFrar richtliche Unter ler Mehls ihren Fortgo Heinrich Mess fianbiat&inü t Handel mit Leb gen morden. D ten Gerüchte, v Stellung eine: aus freien Fus der Grundlage.

* Hanau, kratlsch-lon beschluh bei der nur mit e wurde, lernte c Mästung oon @ Sohlen des Dorschubzah ab. Der Oberbü itch mm darüber vvm 2 )muar a M Theatersvie^

8U toten, tion die Lust "lassen und Kril eine m7 200 000 Mai

I

Die FemsprechtzebüH.en nach §§ nsprechgebühcengesetzes vom 11.

durch die Verordnung vom <

Unter dem 8reiheit5baum

Roman von Clara Blebig.

müssegeholfenwerden, unb wenn die­ses Problem nicht gelöst werde, so werde das ungeheure Verluste für die .amerikanischen Produzenten und einen neuen Krieg bedeuten.

Paris, 26. Dez. (WTB.) Rach dem Reuhork Hevald" soll Senator D o r a h bei seinem An­trag auf Einberufung einer Welt­konferenz auf die Abrüstungskonferenz als Präzedenzfall hingewtesen haben. Seit zwei fah­ren sei die Reparationsfrage auf dem toten Punkt angefangt Europa sei dadurch der Gefahr aus­gesetzt, in einem wirtschaftlichen Chaos unterzu­gehen. Der augenblickliche Zustand bringe die Gefahr eines neuen Krieges. Europa schulde Ame­rika elf Milliarden Dollar. Diese Summe könne nicht zurückbezahlt werden, wenn "bad Repara- iionsproblem ungelöst bleibe. Wir müssen, so sag e Dorah, in der Reparation Sfrage intervenie­ren, weil wir ein Interesse daran haben, bezahlt zu werden.

London, 23. Dez. (WTB.) Der ame­rikanische Botschafter Har vH ist nach Reuhork abgereist.

fllel(6en n

M-Jdi. 5

mehr als 50 bis einschl. 100 Hauptanschl. 12600 e

_ 100 500 13800 .

500 n 1000 15000

1000 n w 5000 M 16800

Für Gießen beträgt danach die Grund­gebühr jährlich 16 800 Mk.

Die Gebühr für ein Ortsgespräch be­tragt vom 1. Januar 1923 an von einer Teil- mchmerstelle aus 15 Mark.

Für die Benutzung der Fernleitungen sind vom 1. Januar 1923 an zu zahlen: für ein Gespräch von nicht mehr als 3 Minuten Dauer

Die Haltung Amerikas.

Washington, 25. Dez. (Wolff.) Reu­ter; Der im Senat von dem Führer der Unversöhnlichen", dem Senator B o - rah, eingebrachte Zusatzantrag zur Marine- Kredit-Dorlage, der den Präsidenten ersucht, eine Konferenz der Weltmächte einzuberufen, um die wirtschaftlichen Fragen prüfen und die Herabsetzung der Land- und Seerüstungen sichern zu lassen, hat eine Spaltung der Anversöhnlichen- im Senat hervorgerufen. Er wird im übrigen voraussichtlich zur Wie­deraufnahme der Generaldebatte über die Teilnahme der Vereinigten Staaten an den europäischen Angelegenheiten führen. Bo­

ld , 25

25 . 50

Aus dem Reiche.

Der Prers für das Umlagegetreide.

Berlin, 23. Dez. (Wolff.) Der Preis I für das dritte Sechstel der Getreideum- |

Wenn die Bürger Triers ihren Kindern, die dazumal noch am Gängelband geführt wurden, von jenen Tagen erzählten, dann schauten die auch jetzt noch verständnislos drein; sie begriffen gar nicht, warum die Mutter ein Kreuz schlug und ihre Wange sich bleichte. Sie hatten ja das Leben nie anders gekannt: Lärm auf den Straßen, Abteilungen franzöjischer Soldaten, die an bte Türen schlügen, auf Leiterwagen davonführten, was sich noch von Schuß- unb Hiebwaffen in den Häusern befand; und auch das mit sich nahmen, was einzelne, die geflüchtet waren, bei Ver­wandten und Freunden vvn ihren Möbeln und Wertsachen zurückgelassen hatten. Freiheit, Gleich­heit, Brüderlichkeit Todesstrafe für den, der etwas einbehielt von dem, was der Flüchtende ihm anvertraut hatte, auf Freundestreue und Redlichkeit bauend. 3n den Klöstern und bei den alteingesessenen Familien da fand sich am meisten. 3n manchem Pattizierhaus mchm man der alten Mamsell, die treu wie die Hauskatze am Hause hing, ihr Bettzeug weg, und dem Diener, der langsam die verschossene Cingangstür öffnete, bte Livree, die er viele Jahre im Dienst feiner Herrschaft getragen hatte. Die Kinder verstanden nicht, wie bitter es tut, vom Altgewohnten zu lassen. Warum weinte die Mutter so schmerzlich, baß sie nicht mehr im Dom in der Muttergottes­kapelle ihre Andacht halten konnte? Sie sei es vvn Kilchheit so gewohnt gewesen. Run mußte sie anderswo beten gehen. Biel Auswahl war

Fried Hilfe §rle betrag wn 1° tDffeln. sanden bn. hi- von öludß gelang e$. enw Stadtteil Fan Mitteln. 3n b Tabak in- D« Dei hastete ist ständig Mittäters < hiesigen Süterb

' Dad- ÖtimnMfl ' Schule zugui erbrachte 40 62 Darmstadt übe

Duhb gen Sitzung Kreis für ein 200 Marl.

ausüben, seine administrative Tätigkeit aber an den selbständigen Bischof übergeben soll. Die Griechen und die Türken behielten sich die Ant­wort vor. Außerdem war eine Sitzung des Unter- ausschusses für den Minderheitenschutz an» beraumt, zu der der Generalsekretär der Konfe­renz auch Vertreter der bulgarischen, armenischen und afyro-chttdanischen Minderheiten eingetaden hatte. Hiergegen hatte die türkische Dele­gation in zwei Roten aus das heftigste protestiert, indem sie erklärte, daß, wenn man derartige Delegationen zu den Beratungen hinzuziehe, man auch die Aegypter, Inder, 5r= länder usw. hinzuziehen könne. Angesichts des türkischen Protestes erflärte man, daß es sich um ein Mißverstäirdnis handle. An Stelle der Unter- kvmmifsions-Sitzung fand nur eine private Sitzung der alliierten Delegierten statt, in der die Ver­treter der betreffenden Minderheiten aebört wurden.

1922 neu festgesetzt worden. Zu diesen

und zu den im § 3 des Fernsprechgebühren- gesetzes bestimmten Gebühren wird ein Teue- rungszuschlag von 2900 v. H. erhoben. Danach beträgt die Ha'heesgrundgebühr für die llebertar.ung und Untcrfjulnmg eines Haupt­anschlusses (öhne Gesprächsgebühren) vom 1. Ian.

eins, zwei, dvei. Klang es nicht wie Hohn, toemt es in der Proklamation von Dourbotte also hieß: 3n Erwägung, daß die französische Republik, indem sie den Bewohnern der durch ihre Armeen eroberten tzänder Schuh und Sicherheit aewährt. begründete Rechte hat, von ihnen den Zoll der Dankbarkeit zu fordern, den sie dem großmütigen Verfahren einer Ration schulden, die weit davon entfernt ist, die Rechte auszuüben, die der Krieg den Siegern anheimgibt sie will ihre Macht nur gebrauchen, um die königlichen Unterbrücfer zu zerschmettern, diese Geiseln der Welt und in weiterer Erwägung, daß, wenn die französische Ration auf all die Vorteile Verzicht leistet, welche sie vvn ihrem Sieg in dem Kurfürstentum Trier ziehen könnte, so ist fie jedoch genötigt, sich wenig­stens für ihre Kosten und Auslagen zu ent­schädigen, die die Unterhaltung der Armeen, deren sie bedarf, um die Frechheit der Tyrannen im Zaum zu halten, erfordert."

Gnade, Gnade, woher soviel nehmen?! Es wurde in den Häusern zusammengeschrappt, was sich noch an Werten darin befand: Bargeld, Hypothekenbriefe, altes Familiensilber, einge­mauerte Weine, Schmucksachen, Porzellane, Bil­der, Samte, Uhren, Pelze. Seidenstoffe Alles wurde hervorgeholt, und es reichte doch nicht. Trommler gingen durch die Stadt: Binnen Die» undzwanzig Stunden mußte die Kontribution be­zahlt fein, die Munizipalität vvn Trier haftete mit dem Kopfe dafür. Der letzte Sparpsennig wurde hingegeben, die letzte Hofemschnalle.

(Fortsetzung folgt)

nicht; im Dom war jetzt ein Fvuragemagazin, auch Möbel aus dem kurfürstliche Palast waren dort eingestellt bis man sie abführte nach Frankreich. 3m Palast selber lagen die Soldaten, die die Krätze hatten. Sankt Matthias war Lazarett ge­worden, seine schönen Glocken fjatte man in Stücke geschlagen. In die Dreifaltigkeitski rch? hatten die Kommissäre den Wein gelegt, den sie den Klöstern und den Kellern der Ausgewanderten entnommen; siebzig Fuder wurden in einem Monat brüt ab­gestochen. 3n der Kirche der Karmeltter hatte man der Muttergottes ihr kostbares Kleid und den mit Silber bestickten Mantel ausgezogen, ihr statt dessen einen Sack übergestülpt. 3m Kloster der adligen Rönnen zu St. 3rminen hatten die Franzosen ihr Schlachthaus eingerichtet, in St. Simeon Vie bleiernen Platten des Daches abgedeckt und St. Martin ausgeplündert. 3n St. Maxlmln lagen die großen Statuen der Bischöfe der Rase an der Erde, die bunten Glasfenster, von Steinwürfen verletzt, verloren im Windstoß Mir- lenb ein Scheiben stück nach dem ande ren. 3n der Abtei Marien waren die Orgelpfeifen heraus- geiiffcn, und mit Si. Paulin war's nicht viel besser bestellt. Dach Liebfrauen konnte die Mutter doch noch beten neben; aber es stolperten Immer etliche im hallenden Schiff herum, scharrten mit den Füßen, rauchten und sprachen ganz laut, und das störte sie.

Der Vater ballte die Faust: das war noch nicht das schlimmste. Aber daß man der Jugend, schon den Kindern in der Schule, die Göttin der Vernunft, ein nackigeS Weibsbild, vvrsehen wollte an StelleUnterer Lieben Frau", das war Aergernis .ohnegleichen. Man sah'S ja, wohin solcher Unglaube führte. Mägdlein, die sonst

läge wurde am 20. Dezember festgesetzt, und zwar für Roggen auf 165 000 Mr., für Weizen auf 180 000, für Gerste auf 150000, und für Hafer auf 140 000 Mk. je Tonne. Hm den Landwirten schleunigst zu dem von ihnen dringend benötigten Geld zu verhelfen, wurde die ReichSgetreioestelle angewiesen, den Kom­munalverbänden für das von ihnen auf das dritte Sechstel bereits abgelieferte Getreide, das bislang nur auf der Grundlage des Prei­ses für das erste llmlagedrsttel abgerechnet werden konnte, sofort den Unter- schiedsbetrag zwischen den neuen Preisen und den für das erste Drittel in bar auS - z uz ah len. Die Reichsgetreidestelle hat die Zahlungen für einen großen Tell bereits ge­leistet und wird es für den Rest in den nächsten Tagen tun. Die Kommunalverbände sind da­durch in den Stand gesetzt, die Landwirte mit ihren Ansprüchen für die Aach zah - lang für das dritte Sechstel unverzüglich zu befriedigen. Die Reichsregierung legt größ­ten Wert darauf, daß die Landwirtschaft den Gegenwert für ihre Ablieferungen unverzüg­lich erhält.

Eine Erklärung des ReichSernahrungs- ministerS.

Essen, 26. Dez. (WD.) Reichsernä h° rungSminister Dr. Luther erklärte heute Vertretern der Essener Zechen gegenüber, daß die Drotversvrgung für den Winter gesichert sei. Streckung durch Kartoffeln komme nur in geringem Maße in Frage. Die ernsteste Angelegenh.it dieses Winters sei die M i l ch v e r f o r g u n g. Der An­kauf vvn Butter und Käse müsse an eine beson­dere Genehmigung geknüpft werden. 3n der Frage der Ernährung müsse künftig jede Parteipolllik ausge schattet bleiben, vielmehr müsse dieselbe reichssachlich behandelt werden.

Der Personalabbau bei der Eiseubahnverwal- tuug.

Berlin, 23. Dez. (WTB.) Die starke Belastung der Wirtschaft durch die Reichs­bahntarife, die zur Erhaltung des Gleichge­wichts in den Einnahmen uno Ausgaben er­forderlich ist, verlangt, wie auch in der Oeffentlichkeit anerkannt wird, durchgreifende Maßnahmen in Ersparnissen an Ma­terial und Personal. Die durch grobe Indiskretion in die Presse gelangte Mitteilung über den Abbau von 25 000 Beamten und Ar­beitern ist in den Einzelheiten noch keineswegs festgelegt, doch entspricht ein derartiger Ab­bau den Absichten des ReichSverkehrSmini- sterS. Selbstverständlich sollten vom Abbau nicht diejenigen Teile des Unternehmens be­troffen werden, bei denen die nötige Arbeits­intensität erzielt ist, sondern es sollen die noch vorhandenen unproduktiven Kräfte erfaßt werden. Der Abbau wird sich nicht nur auf die Arbeiter, sondern auch auf solche Teile der Beamten erstrecken müssen, die erst ver­hältnismäßig kurze Zeit als Beamte eingestellt find und bei denen noch kein unkündbares Ver­hältnis vorliegt. Die Einzelheiten der noch zu tteffenden Maßnahmen werden In den ersten Zanuartagen mit dem Hauptbetriebs- und dem Hauptbeamtenrat erörtert werden. Diese sind von der Absicht der Verwaltung, wonach das seit fast zwei Jahren eingeleitete Ab­bauprogramm unter allen Umständen weitergeführt werden muß, in Kenntnis gesetzt.

Ernennungen dr der Diplomatie.

Berlin, 23. Dez. (WB) Der S aatssckretär im Auswärtigen Amt, Hantel v. Helm­hausen, Ist zum Vertreter der Reichsregle^ung in München, und der Ministerialli e.tor F r. v. Maltzahn zum S a.e retär Im AuSttä - tigen Amt ernannt worden, v. Hantel wird zur iLeberfeihrng der Geschäfte noch bis Anfang Za- nuar in 'Berlin bleiben. Der Abte bürgsletter Im Auswärtigen Amt, Wirklicher Legationsrat R u e° m e l i n. Ist zum GesandteninSofia ernannt worden.

f<

Äe kosten aus d sss

stoltevAa

,

ganz sittsam gewesen, setzten Ihre Kinder hinter Hecken und Zäunen ab, fahrendes Volk gaukelte auf allen Märkten, mit den Bänkrisplelerinnen in kurzen Röcken trieben ehrsamer Bürger Söhne sich herum. Ein Volk ohne Religion ist ein Voll ohne Sitte; nichts auf der Welt tarnt dem simplen Herzen seinen Herrgott ersehen.

Oh, und die Angst, die man ausgestanden hatte, vor den durch, sehenden befreundeten Trup­pen nicht minder als bann vor den feindlichen! Der Krieg nimmt, wo er kann und was er tarnt; man hatte gegeben, aber alles Geben hörte doch einmal auf. Ja, als die Emigrierten mit ihren geflüchteten Schätzen ins Land gekommen waren, cie Marquis, die Marquisen, hohe Geistliche und adlige Rönnen, als die ihr Gold, Edelsteine, Per­len, Brillanten, eingelegte Waffen, kostbares Pell­werk und Kleider zu Geld machten und für die Wohnung, die man ihnen einräumte, reichlich zahlten, ca war jedermann gut bei Kasse gewesen. Man hatte ordentliche Preise genommen zu Trier. Aber feit die Patrioten, tote die Republikaner sich nannten, die Emigranten geächtet hatten, daß die nur in wenigen verborgenen Winkeln sich aufzuhalten getrauten, als Todesstrafe darauf stand, wer einen Emigrierten bei sich aufnahm, da war die beste Erwerbsquelle verloren ge­gangen. Denn die Assignaten, mit denen Die Republikaner zahlten, waren nichts weiter als dreckiges Papier; nicht einmal echt waren die immer.

Unb doch sollte man zahlen, mußte zahlen; die Kontribution von drei Millionen Livres, die Bourbolle, der Repräsentant des französischen Volkes, der Stadt und den besetzten benachbarten Ortschaften auferlegt hatte, wurde eingetrieben

'wEINBRflito (JACOBI 188o

Ernannt wurden am 16 Dezember der Studiewrat an der Höheren und Erweiterten Mädchenschule In Gießen Dr. Karl Hainer zum Studieirdirek-- tor an der Realschule und dem Prvvxllgymnasium in Laubach mit Wirkung vom 16. Dezember 1922 ab; am 17. Dezember der Kommerzienrat Hein­rich Ludwig Langsdorf und der Kaufmann Dr. Ludwig Fertsch beide in Friedberg, zu Handels rich ern und der Drauereibesitzer C. $. Melchior in Butzbach zum Ergänzungsrichter bei der Kammer für Ha:rdelSsachen In Gießen für die Zett bis zum 31. Dezember 1924; am 18. Dezember der Dtudienrat an der Oberreal­schule In Gießen Dr Otto Lenz zum Studlen- vat an der Höheren und Erweiterten Mädchen­schule in GiehM mit Wirkung vom 1. Januar 1923 ab; am 19. Dezember der Privallwzent an der Landesuniversttät Gießen Dr. C. August Emge zu Gießen zum außerplanmäßigen außer- ordenttichen Professor der juristischen Fäkultat der Landesuniveriitat Gießen. Durch Errtsch'-leßung vom 16. Dezember ist die Ernennung des Studien- tatÄ Hans Seiler in Gießen zum Studien­direktor an der Realschale und dem Proreal- gymnasium In Laubach auf Wunsch des Genann­ten zurückgenommen worden.

Fahrplanänderungen auf der Strecke Gießen 5 u Iba. Amtlich wird ge­meldet: Vom 1. Januar 1923 an treten auf der Strecke GießenFulda folgende Fahrplanände­rungen ein: Pz. 556 wird zwischen Lau ter- bach (Hessen) Rord und Burg- und Die­der-Gemünden wie folgt geändert: Lauter­bach (Hessen) Rord ab Rm. 5.48 ll.hr, Wallen rod ab 6.00, Renzendorf ab 6.03, Alsfeld an 6.17, ab 6.24, Zell-Romrod ab 6,34, Ehringshausen an 6.46, ab 6.49 Burg- unb Rieder-Gemünden an 6.55, ab 6.59 Rachm. und weiter wie bisher. Pz. 559 erhält zwischen Grünberg (Oberh.) und Fulda folgenden Fahrplan: Grünberg (Oberh.) an Rm. 8.12, ab 8.15, Mücke an 824, ab 8.27, Rieder-Ohmen ab 8.34, Burg- und Rieder-Gemünden an 8.42, ab 8.45, Ehringshausen

50 100 . 210

über 100 km für jede angefangenen weiteren 100 km 90 mehr.

Hiernach kostet z.D. ein Ferngespräch bis zu drei Minuten Dauer von Gießen nach Frankfurt 210 Mark.

Dri öffentlichen Sprschstellen beträgt vom 1. Januar 1923 an die Gebühr für ein Gespräch von nicht m-chr als drei Minuten Dauer tm Orts­verkehr und tm Fernverkehr auf Entfernungen von nicht ndchr als 5 Km. 30 Mark.

Einen Vorteil erlangen die Teilnehmer durch die neue Bestimmung, daß eine Mindest gebühr für monatlich 40 Ortsgespräche nicht mehr erholen wird.

Wer seinen Anschluß aus Anlaß der Ge­bührenänderung nicht behalten will, kann ihn bis

ab 8.54, Zell-'^omrvd ab e.io, Ms fett» an 9.23, ab 9.27, Renzendorf ab 9.38, Wallenrod ab 9.47. Lauterbach (Hessen) Rord an 9.58, ab 10.07. Angersbach ab 10.14, Bad Salzschlirf an 10.20 ab 10.23, Großenlüder ab 10.34, Oberbimbach al 10.40, Fulda an 10.54 Rm.

** Die Weihnachtsfeiertage nahmeZ in unserer Stadt einen ruhigen, harmonischen Ver­lauf. Die Gpttesdie.rste waren, wie Immer, recht zahlreich besucht. Gestern nachmittag veranstal­teten mehrere Vereine Weihnachtsfeiern, deren stunmungsvoller Verlauf den Festtellnehmem einige schöne Stunden bereitete. Das WeihnachtS- toriier zeigte sich aber recht unbeständig; so ver­lockend es am ersten Feiertage zum Spaziergang aufforderte, so widerwärtig gebärdete es sich am zweiten Weihnachts:age, an dem vom Morgen bis in die frühen Rachmittagsslunden hiirrin Schnee­fall mit Regen bet kaltem Winde das Reglinent führten und den Aufenthalt daheim zu dem an­genehmsten Erlebnis des Tages machten.

"Diefreiw. Sanitätskolonnevom Roten Kreuz veranstaltete ihre Weihnachts­feier diesmal im Depot am Kanzleiberg. Der Rachmittag brachte den Kindern der Kolonnen­mitglieder Bewirtung und Bescherung-und der Abend vereinigte die Mitglieder mit ihren Fr au er zur Abendunterhaltung. Bewirtung und Unter- Haltung hatten bte Mitgl.eder selbst übernommen und, wie der Verlauf des Abends zeigte, mit Ge­schick zur allgemeinen Zufriedenheit durchgefüyrr. Es zeigte sich namentlich, daß die sonst ernste- ttgfeit Les Sanitäters auch den Humor noch auf­kommen läßt.

** Die Ausstellung der Steuer­bücher für 1923 betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, die heute im Anzeigen­teile unseres Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Man beachte diese wichtige Ver­öffentlichung.

Das ReichSmietengeseh. Den Schluß zu unserem, am Samstag gebrachten Auf- llärungsartikel über das Reichsmietengeseh konn­ten wir wegen Raummangels heute nicht zum Ab° druck bringen. Wir werden diesen Tell morgen veröffentlichen.

** Die Arbeitslosigkeit im La­ba kgewerbe, dessen steuerliche Belastung infolge des ständig erhöhten Goldzollzuschla- geö und infolge der mittels der Durchstafse- ing dauernd gestiegenen Banderolensteuer eine unerträgliche Höchr erreicht hat, hat eine solche Form angenommen, daß schnellste Hllfe vonnöten ist. Von den am DerichtStage, den 30. November, erfaßten 137 135 Arbeitern wa­ren 20 519 gleich 15,76 Prozent vollkommen arbeitslos. Nur 42 432 Arbeiter, also 32,63 Prozent, arbeiteten noch 46 Stunden in der Woche, davon die meisten für den Export. Die übrigen 64 182 Arbeiter, also 51,37 Prozent, arbeiteten verkürzt, davon die meisten nur 24 Stunden und weniger in der Woche. Außer­dem wird vom Deutschen Werkmeisterverband gemeldet, daß etwa 1000 Zigarrenwerkmei­stern zum 1. Januar gekündigt worden ist.

^Jrämiterungfür gute Äanarten# zücht. Auf der Großen allgemeinen Äon arten» Ausstellung Gießen erhielt bei stärkster Konkur­renz Karl Hünermund von hier in der Selbst­zuchtklasse die Erste goldene Medallle, Stadtpreis. Ersten und Zweiten Vereins-Ehrenpreis, Ersten unb Zweiten Mitgliederpreis, sowie Speztalpcerse für bestes Hohl und Klucke.

Bornotizen.

TageS kalender für M i t t tovch. Stadttheater, 3'/?llhr: »Das tapfere Schneider­lein"; 7 llhr: , Frühlingsluft". Palast-Licht­spiele: Allantide", fernerEine Dame der feinen Gesellschaft". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Die Beichte einer Aus gestoßenen", ferner »Der Bienenstich".

Aus dem Stadttheaterbureau. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß wegen der vorangehende Feiertage die 11. Vorstellung Im Mittwoch- Abonnement am Donners­tag. 28 Dezember, stattfindet. Zur Aufführung gelangt .Wallensteins Tod". D e g i n n 6y3 11 b r, Ende 91/2 llhr.