Landkreis Wetze«.
X Wies eck, 21. Dez. Der ® emeinbcrat fefote in seiner letzten Sitzung die Hundesteuer auf bad Vierfache bcr staatlichen Sätze fest unb bewilligte für Holzhauerlöhne einen Teuerungszuschlag von 60 Prozent. Ein Teil der Schulscheuer wurde gegen eine Miete von jährlich 1000 Mark vermietet unb die Ha g d - pacht auf bas Zehnfache erhöht. Aur bie Gänsehaltung soll ber nächsten Sitzung eine OrtSsatzung vorgelegt werben. Zur Mind^ung bcr Beerdigungskosten soll von ber Gemeinde gefälltes angeschnittenes Holz bereitgeftclll werden unb ber neue Demeinderat in feiner ersten Sitzung über vollstänbige Hebernahrne ber Deetdigungs- losten auf bie Gemeinde Beschluß fassen. Mit Ab- schiedSworten, besonders an bie im neuen Hchre nicht Wiede rkeHrenden, schloß der Bürgermeister die Sitzung. M _
ch Grüningcn, 22 Dez. Gestern Der an- ftallete die Liga zum Schuhe der deutschen Kultur hier einen Vortragsabend Dcr Vortragende sprach über die Frage: „Welches finö die Ursachen ber russischen Hungersnot?" Die zahlreichen Zuhörer lauschten gespannt den lehr interessanten Ausführungen des Redners, der auch hin und wieder eigne Erlebnisse mit einflocht Zum Schlüsse wurden noch einige sehr schöne Lichtbilder über Rußland gezeigt.
Kreis Friedberg.
* Friedberg, 24. Dez. Die St re iS no t - Hilfe Friedberg ergab bisher einen Dar- betrag von 163 708 Mark. Daneben wurden noch reiche Gaben in Raturalien, überwiegend Kartoffeln. gefpenbet. — Schon seit langer Zeit fanden im hiesigen Bahnhof Beraubunaen von Stückgutwagen statt. Hetzt endlich gelang eS, einen Bahnbedien steten, der im Stadtteil Fauerbach wohnt, als Dieb zu ermitteln. 3n seinem Besitze fand man ein Paket Tabak im Werte von etwa 30 000 Mark. Der De,haftete ist in bezug aus diesen Diebstahl geständig, leugnet aber seine Täterschaft bzw. Mittäterschaft an den übrigen Spitzbübereien im hiesigen Güterbahnhof.
• Bab-Rauheirn, 24. Dez. Eine Sammlung in der Ern st- Ludwig- Sch ule zugunsten der Äothilfe Hessen erbrachte 40 625 Mark. DaS Geld wurde nach Darmstadt überwiesen.
* Butzbach, 24. Dez. 3n seiner gestrigen Sitzung erhöhte der Gemeinderat den H)reiS für ein Kub tkmeter Wasser aus 200 Mark.
Hessen-Nassau.
fpb. Frankfurt a. M.. 26. Dez. Hier sind zwei BerrechnungsscheckS über zusammen 10 Millionen Mark, die ein Bankangestellter einer anderen Dank überbringen sollte, verschwunden. Der Angestellte will die Schecks versehentlich in einem Briefumschlag mit anderen Briefen in den B r i e f k a st e n geworfen haben. Die Post hat aber einen solchen Brief nicht erhalten.
fpd. F r a n k f u r t a. M^ 26. Dez. Die gerichtliche Untersuchung in der Oberurseler MehlfülschungSaffäre nimmt ihren Fortgang. Dem Mühlenbesitzer Heinrich Messer ist bereits vom Homburger Landratsamt die GrohhandelserlaubniS zum Handel mit Lebens- und Futtermitteln entzogen worden. Die verschiedentlich aufgetauch- len Gerüchte, wonach Abt und Messer gegen Stellung einer Bürgschaftssumme vorläufig auf freien Fuß gesetzt würden, entbehren jeder Grundlage.
• Hanau, 24. Dez. Ein soz talbem o- kratisch-kommunistischerMehrheits- beschluß ber Stadtverordnetenversamml ung, ber nur mit einer Stimme Mehrheit gefafjt wurde, lehnte eine Magistratsvorlage zur Beschaffung von Geldmitteln zum Ankauf der Kohlen des Gaswerkes mittels einer Dors chuhzahlung der Gasbezieher a b. Der Oberbürgermeister erklärte, man müsse sich nun darüber klar fein, bah das Gaswerk vom 2. Hanuar ab stillstehen werde. — Um bie Theaterspielzeit 1922/23 ordnungsmäßig zu Ende zu führen, wurde der Theaterbirek- 1 ion bie Lustbarkeitssteuer gänzlich erlassen und für bie Monate Dezember bis April eine monatliche Zuwenbung von 200 000 Mark bewilligt.
Schlichturrgsansschntz der Provinz Oberhcffcn.
Verhandlung vom 21. Dezember.
3n den drei Gesamtstreitigkeiten, über die nachstehend berichtet wird, erhielten bie Sreit- telle eine Woche Frist zur Erklärung über Annahme ober Ablehnung ber Schiedssprüche.
Der Deutsche Holzarbeiterverband und der Arbeitgeberverband für Lahngau unb Ober Hessen vereinbarten für die Zeit Dom 9. bis 16. (bzw. 11. bis 18.) De^mber 10 Proz. Erhöhung ber Löhne der Sägewerksa(beiter, die für bie beiden vorhergehenden Lohn^Hen galten. Der Stundenlohn des Maschinenarveiters ber Tarifgruppe A über 25 Hahre kommt hernach in ber 3. Ortsklasse fz. B. Alsfeld) von 197,53 auf 217 Mk. Für bie Zeit vom 16. (18.) Dezember
bis zum Ende des Monats schlug bet Schlich" tungsauSschuh durch Schiedsspruch Erhöhung dieses Lohnes auf 270 Mk und Erhöhung aller übrigen Löhne in demselben Der hält iiZ vor: jedoch sollen dabei bie Stundenlöhne der Arbeiter unter 18 Hahren je 2 Mk. unter ben entsprechenden Löhnen des südhcs ischen Lohnabkommen; für bie Zeit vom 16. (18.) bis zum 21. (23 ) Dezember bleiben.
Die Mitglieber deS Arbeitgeberver- banbeS für Handel unb Gewerbe in Gießen sollen bie Rovemderiarifgehälter ihrer kaufmännischen Angestellten für ben Dezember um 70 Prvz unb die monatliche Zulage ber Verheirateten und der alleinigen Ernährer von 2003 auf 3000 Ml. unb bie ber alleinstehenden Ledigen von 1200 auf 1800 Mk. erhöhen. Der Schlichtungs- ausschuß sprach außerdem bie Erwartung aus, daß spätestens am 15. Hanuar 50 v. H ber Dezember tarifgehälter als A schlag auf bie Hanuar- Dergühingen gezahlt werden. Die TarifaehäUer bcc männlichen Angestellten über 28 Hahre betragen nach dem Schiedsspruch in Klasse 1 61 268 Ml., in Klasse 2 71 417 Mk. und in Klasse 3 78 438 Mk.
Dem Deutschen Derkehrsbunb, dem Arbeitgeberverband für Handel und Gewerbe und ben Bereinigten Fuhr- werksbes ihern von Gießen schlug bcr Schlichtungsausschuh Erhöhung ber TranSport- arbeiterlöhne, bie vom 27. Rovember bis zum 23. Dezember galten, um 63 Prvz. ab 24. Dezember bis aus weiteres vor, ferner Erhöhung des Zehrgeldes für Fahrten bis über 2 Hfjr nachmittags von bisher 150 Mk. auf 200 Mk. unb für Fahrten mit Uebernachten von 530 Mk. auf 600 Mk. und Weitergeltung ber bisherigen Best im mu rgen über ileVerarbeit Sonntag larbeit, Llrlaub und vorübecgehen e Arbeitsunter rechung für das Hahr 1923. Rach diesem Schiedsspruch kommt ber Kraftfahrer auf 15 120 Mk. Wochenlohn, der Fuhrmann über 21 Hahre auf 14 656 Mark, der Lagerarbeiter über 23 Hahre auf 14 208 Mk unb bie Arbeiterin über 23 Hahre auf 9856 Mk.
Kirche und Schule.
* * Erledigte Schulstellen. Erledigt sind: eine Lehrerstelle für einen evang. Lehrer an der Volksschule zu Rieder-Ofleiden, Kreis Alsf.ld. Dienstwohnung ist vorhanden: eine Lchrerstelle für einen evang. Lehrer an der Dolks- schiule zu Ruppertenrod, Kreis Alsfeld. Dienstwohnung für einrn ledigen Lehrer ist zur Zeit vorhanden: eine Lchrerstelle für einen evang. Lehrer an ber Volksschule zu Schabenbach. Kreis Alsf.ld. Dienstwohnung ist vorhanden: eine Lehrerstell.' für einen evang. Lehrer an der Volksschule zu Traisa. Kreis Darmstadt. Eine Mietwohnung muß erst beschafft werden, zur Zeit ist eine solche nicht vorhanden.
• Alten - Duseck, 22. Dez. Bei den kirchlichen Wahlen wurde als weltlicher Abge- crdneter zum Dekanatstag Wilhelm Wagner, als Stellvertreter Wilhelm D 5 l l I. gewählt. — Als weltlicher Abgeordneter zum Landeskirchen- tag erhielten Medizinalrat Dr. W a l g e r unb dessen Stellvertreter Prof. Dr. Weimar 22 von 25 abgegebenen Stimnen, alS geistlicher Abgeordneter zum Landeskirche üag Pfarrer Lenz und dessen Stellvertreter Pfarrer Aus selb 23 von 25 Stimmen. Bei der Landesliste etbieü der 8. Wahlvo sch'ag (Fenchri-D.rrbeck) 23, der 2. und 5. Wahlvorschlag je 1 Stimme.
ch Grüningen, 22. Dez. Heute fanden hier die kirchlichen Wahlen statt. Für den Dekanatstag wurde Heinrich Karl Euler und als Stellvertreter Adam Mar stellet gewählt. Für den Landeskirchentag wurden einstimmig gewählt Pfarrer Lenz- Lich (Ausfeld-Gietze i) und Fenchel (Fendt), wäh.end lei der Landesliste ber achte Wahlvorschlag (Fenchel-Bernbeck) alle Stimmen auf sich vereinigte.
(BericbtBfcmL
Essen, 21. Dez. Dor dem Schwurgericht hatte sich in viertägiger Derhanblung der Maschinist Gottfried Karusseit aus Gelsenkirchei unter der Anklage des Mordes zu vera.it- M-orten. Der Angeklagte hatte in ber Rocht vom 29. zum 30. März 1920 in Dorsten ein sogenanntes Revolutionstribunal zusammenberufen und u iter seinem Vorsitz zwei unschuldige Gefangene, einen Relchswehrsoldaten unb einen anderen jungen Mann, we et angebli-chrr Spionage zum Tode verurteilt. Der Arrellagte lieh das Urteil an dem ReichZwehvsolda e r, Der von den Rotgardisten nach ber 41 rieilsverkündung bis aufs Hemd ausgeraubt wurde, noch in derselben Rächt vollstrecken, während der andere Verurteilte, als er schon auf dem Richtplahe stand, im letzten Augenblick geettet wurde. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten wegen Anstiftung zum Morde zur Todesstrafe unb zum dauernden Verlust ber bürgerlichen ^ren- rechte.
tob. Zweibrücken, 24. Dez. Don Schiebern und Schleichhändlern bestechen lieh sich der Zollsekretär Hosef Schmidt, der es auf der Zollstelle Bruchhos bei Homburg verschiedenen Schiebern ermöglichte, etwa 85 Kisten mit je 1 400 Stück Eiern ohne die vorgeschriebenen Aussuhrpapiere nach und nach über die Saargrenze zu schaffen. Der Angeklagte wurde zu neun Monaten Gefängnis und 20 000 Mark Geldstrafe ver
urteilt, außerdem wurde tchm btc Fähigketr zur Bekleidunng öffenllicher Lerntet auf bie Dauer von 5 Hahren aberkannt und ein Wertersah in Höhe von 380160 Mari gegen ihn festgesetzt.
Vermischtes.
Deutsche Lebensrnittel nach Frankreich verschoben.
tob. Köln, 24. Dez. Die Kölner Wucher- Polizei hatte in Erfahrung gebracht, dah feit einiger Zeit Lebensmittel in großer Menge in Köln ausgekauft unb nach Frankreich geschmuggelt wurden Sie ermittelte mit Hilfe der Kriminalpolizei auf dem Haupt- bahnhof eine organisierte Schmugglerbande unb konnte bereits eine Reihe Personen festnehmen, die Lebensmittel in O-Zügen ins Ausland schafften 10 Koffer mit Butter, dir sich bereits
Unsere Postbezieher machen wir darauf aufmerksam, daß der Gießener Anzeiger vom 1. Januar ab nut noch monatlich bezogen werden kann. Rach einer neuen Postverordnung wird vom gleichen Zeitpunkt ab auch wieder Bestellgeld erhoben: es fällt fort, wenn der Bezieher die Zeitung bei der Post abholl. Zur Vermeidung verzögerter Zustellung emp- stehlt es sich, den Gießener Anzeiger unverzüglich bei der zuständigen Poststelle oder beim Briefträger für den Januar zu bestellen.
Verlag des (Siebener Anzeigers.
im Zug befanden, und einen Wert von mehreren Millionen Mark hatten, wurden beschlagnahmt. Aus einem nach Paris fahrenden O-Zug holte die Wucherpolizei ferner noch rechtzeitig mehrere Koffer mit Wild heraus.
Furchtbarer Tod dreier Arbeiter.
Bochum, 23. Dez. (WTB) Aus ber Hochofenanlage des Bochumer Vereins für Bergbau unb Gußstahlsabrikation verbrannten bei der Dichtung eines Ofens drei Arbeiter. Der Maschinist, dem nicht gemeldet worden war, daß die Arbeiter an dem Ofen beschäftigt warem hatte die Maschine in Bewegung gesetzt, wodurch die Arbeiter in den Ofen gedrückt wurden.
Em Personenzug gegen einen Straßenbahnwagen.
Hagen, 23. Dez. (WTB) Heute früh fuhr ein Personenzug zwischen ben Stationen Gevelsberg unb Vogelsberg gegen einen Straßenbahnwagen, der umgekippt wurde. Von den Fahrgästen der Straßenbahn wurde ein Arbeiter getötet und 12 Personen erlitten schwere Verletzungen.
Dte deutsche Flugpost.
Berlin, 23. Dez. (WTB.) Ab 2 Hanuar wird der regelmäßige Flugpostdienft Königsberg—Smolensk—Moskau wieder ausgenommen. Zur Beförderung sind nur gewöyn- liche und eingeschriebene Briese sowie Postkarten zugelassen. Der Zeitgewinn gegenüber der gewöhnlichen Beförderung beträgt etwa vier Tage. Ferner werden Flugpostsendungen nach Bagdad, Basra und dem übrigen Mesopotamien und Pe r f i e n ab 11. Hanuar 1923 alle 14 Tage von München nach Kairo zur Weiterbeförderung mit der englischen Luftpost Kairo— Bagdad abgesandt. Zugelassen sind gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen aller Art mit der Angabe „Per Flugzeug Kairo—Bagdad". Der Zeitgewinn bei Flugpostbeförderungen beträgt unter Umständen 18 Tage. Rähere Auskunft über die Abgangszelten und Gebühren bei den Post- anstalten.
Ein schwere- Daluta-UngQck für Flensburg.
Aus Flensburg wird dem „Berl. ßot- Anz " gesch i brn: Hier erregt unter der Dürger- fcha't eine Finanzoperation des Magistrats ungeheures Aussehen, die alle Einwohner an den Bettelstab zu bringen droht. Der Magistrat hat der S adtverordnetenveriammlung im August 1916 eine Vorlage unterbreitet aus Aufnahme einer S chwe izer Anleihe, die nach zehn Hahren, also im August 1926, mit 123 Franken für je 100 Mark bei fünfprozentiger Verzinsung rückzahlbar ist. Die Anleihe wurde von den städtischen Kollegien in Höhe von 6 150 030 Franken angenommen. Infolge des Sturzes der deutschen Währung muh die Stabt eine ungeheure Verzinsung auf bringen, das Ka astrvphale aber bei der Sach: ist, daß die Schuld Flensburgs an den Schweizer Geldgeber nach dem Stande bcr deutschen Valuta heute nicht weniger als 8 xk Milliarden Mark beträgt. Es ist der Stabt natürlich ganz unmöglich, diese Riesenschuld zurückzuzahlen. und wenn sie etwa auf dem Steuerwege aufzubringen versucht würde, bann wäre die gesamte Bürgerschaft Flensburgs mehr als bankerott. Man sucht die Schuld auf den Bürgermeister Dr. Tods en abjuwälzen, doch haben Magistrat und ©tabtrerorb teie da dir damalige Vorlage durch Mehrheitsbrschluß angenommen wurde, bie Verantwortung selbst zu tragen.
Erdbeben.
London, 25. Dez. (Wolfs.) Rach einer Meldung aus Wellington (Reuseeland) wurde am Montag nachmittag in Reufeeland ein länger anhaltendes Erdbeben verspürt. Man befürchtet, daß in den Landbezirken viel Schaden entstanden ist. Derfchiedentlich haben sich große Erdspalten gebildet. 3n Waukuku haben sich eine Anzahl am Strande gelegener Gebäude bedenklich geneigt
.«
(FPD.) Kapitänleutnant Mücke tn ben Der. Staaten. Kapitänleutnant Mück« von der Srnden-Ayesha ist zu einer Tournee von Vorträgen über feine Erlebnisse toäbrenb deS Krieges In Reuyörk eingetrofsen. Alsbald nach seiner Ankunft liefen bei dem Reuhorker Bureau des Hustizdepariements zahllose Proteste gegen die Abhaltung dieser Vorträge ein mit der Begründung, dah eS unerträglich sei, daß dn Deutscher, der für einen ber größten Kriegsheldcn seines Landes gelte, nach den Vereinigten Staaten kommen unb dort sich solcher Unternehmungen rühmen dürfe, die zum Schaden Amerikas gewirkt hätten. Das Departement wurde ersucht, Schritte zu tun, um diese Vorträge unmöglich zu machen. In Washington wurde ben Antragstellern jedoch erklärt, bab, nachdem man mit Deutschland im Friedensverhältnis stehe und alle D.schrankungen für deu fche Staatsangehörige in Wegfall gekommen seien, das Departement kein Recht habe wegen der geplanten Vorträge einzugreifen.
* Unzerbrechliche Fensterschei- b e n. Auf Grund jahrelanger Experimente, die große Summen verschlangen, haben zwei englische Chemiker, tote in Londoner Blattern berichtet wird, einen Gummi hergestellt, der so durchsichtig ist wie Glas und dabei so elastisch und unzerbrechlich wie gewöhnlicher Gummi. Die Fensterscheiben, die aus diesem durchsichtigen Gummi hergestellt werden, sind unzerbrechlich. Die Anschaffung wäre drher allen, die jetzt bei den teuren GlaSpreisen für ihre Fenster zittern, dringlich zu empfehlen. Ein Ball z. B^ der mit Gewalt gegen eine solche Fensterscheibe geschleudert wird, veranlaßt nur ein leichtes Rachgeben des Gummis, der dann sofort wieder unversehrt in seine ge- wohnliche Lage zurückkehrt. Gewiß ist es möglich, in diese Gummifensterscheiben ein Loch zu reißen, indem man einen schweren Stein dagegenschleudert, aber eS entstehen keine Splitter und der Schaden läßt sich leicht ausbessern. Außer zu Fensterscheiben läßt sich ber durchsichtige Gummi noch zu sehr vielen anderen Zwecken verwenden. So ist er z. B. der beste Futterstoff für Kleidungsstücke, die dadurch vollkommen wasserdicht gemacht werden. Sehr lustig wirken Badekappen aus diesem neuen Material, die auf dem Kopf Überhaupt nicht zu sehen sind und doch das Haar vollkommen vor Rässe schützen. Einzelheiten über die Herstellung dieses durchsichtigen Gummis werden noch nicht angegeben, aber man verheißt der neuen Erfindung eine große Zukunft.
fNiirficrtiicfh
— Deut fche Galerien. Die 3. Reihe bet von bet Reichszentvale für Deutsche Verkehrs- Werbung beraudgcgeüevtcn .Deutschen Bilder" ist soeben irn Verlag Earl Gerber, München, erschienen. Aus dem unermeßlichen öffentlichen Kunstbesitz, wie er in ben Galerien Deutschlands gefanunelt ist unb gepflegt wirb, hat ber Münchener Kunstfchriftstellet Georg Hakob Wolf mit liebevollem Verständnis die schönsten Werk« deutscher Meister aus vier Jahrhunderten ausgewählt, und m diesem Buche vereinigt.
— Grzberger, von Karl W i d m a l e 1 (Dcduka-Verlag, Dillingen a. D., München). — Man liest diesen „Äulturroman der Gegenwart" doh mit etwas gemischten Gefüh7e.i, denn die umstrittenen politischen Ereignisse der jüngsten Det- gangenhrit werden darin keineswegs in ein verklärtes Reich der Äunft erhoben und wir kommen über die Dittsrieiten der Tatsachen und Erlebnisse nur wenig hinaus, zumal sie uns mit einer ziemlich unbekümmerten Oberflächlich2eit gereicht werden.
— Grüne Brüche au 8 meinem Waidmannsleben. Von Emst v. H a g o w. (DerlagbuchHandlung von H. H. Weber, Leipzig.) — Ein alter waidgerochter Häger hält hier die Erinnerungen an ein an waidmännischesn Freuden und Eindrücken reichet Leben fest. Die Schilderungen sind außerordenllich vielseitig und vermitteln einen seltenen Erfahrungsreich'um. Zahlreiche Abbildungen, darunter seht interessante Bilder von Geweihen, erhöhen den Reiz bes Buches.
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