,Tßunbe8tag tYi Görlltz versammelt, sendet seinem Dchirmherrn ehrerbietigste Grübe und gelobt, die Deutsche Jugend in Gottesfurcht, zur Heldenver- tehrung und zur Treue zu Volk und Vaterland ^u erziehen."
I Am Donnerstag abend tagte der berufs- >standische Reichsausschuß jni> nahm einen Vor- !tvag l)e8 Deichstogsabgeordneten Lambach entgegen. Ferner hatten sich u. a. noch zusammen- gefunden die deitschnarionale Beamtenschaft, der Bund dertschnationaler Vertreter drr Hellberufe, ber Bund deutschnationaler DechtsantÄIte und Wotare, der Bund dentschnationaler Gemeindevertreter, der Deichsausschust deutschnationaler Industrieller, der Deichsausschub für den getverb- lichen Mittelstand, der Reichsausschub für die evangelische Kirche, der Deichskatholikenausschuh^ der Deichsausschub für die Landwirtschaft, der Deichsausschuh für die Technik, der deutschnatio- nale Angestelltendund, der Deichs« rssch uh für die Hochschullehrer, der evangelische Deichsausschuh totb der Retchso-ussch uh für die Studentenschaft. Dre öffentlichen Verhandlungen des Parteitages nehmen am Freitag ihren Anfang.
Aus dem Reiche.
Ein Schiedsspruch in der Lohnfrage der Bergarbeiter.
Berlin, 26. Oft. (Wolff.) 3n der Frage der Lohnerhöhung im Bergbau wurde gestern ein Schiedsspruch gefällt, der vom 1. Dovember ab eine Erhöhung der Löhne für die Bergarbeiter über 20 Jahre um 50 Prozent, für die Arbeiter von mehr als 18 Jahren um 40Proz. und für Jugendliche um 30 Proz. vorsieht. Außer- dem führt der Schiedsspruch nach Mitteilung einer Korrespondenz ein KoNektlvPrämlenshstern vor, das die Arbeitsleistung steigern soll. Für jedes Kilogramm Kohle, das im Llovember mehr als im September gefördert wird, soll eine Zulage in Höhe von einer Mark gezahlt werden. Die Bergarbeiterverbände fordern eine rückwirkende Lohnsteigerung ab 1. Oktober. Heber die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs entscheidende Versammlungen werden am Sonntag stattfinden.
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Aus Stabt und Land.
Giehen, den 27. Oktober 1922.
Zur Kartoffelversorgung.
Das Presseamt beim Staat^Präsidenten schreibt uns:
Das Hessische Gesamtministerium hat eine Verordnung erlassen, wonach Kartoffelsendungen von mehr als 50 Zentner nach Orlea auherhalb Hessens nur nach Vorlage der Frachtbriefe auf dem für die Versandstation zuständigen Kreisamt erfolgen können. Hierdurch wird eine Kontrolle dieser Sendungen ermöglicht, die im Falle einer erwünschten und die Versorgung der einheimischen Bevölkerung gefährdenden Zunahme der Ausfuhr von Kartoffeln es den Kreisämtern an die Hand gibt, den zum Versand der Kartoffeln erforderlichen Genehmigungsvermerk zu versagen, bis eine ausreichende Versorgung der einheimischen De- völlerung gewährleistet ist. Die Verordnung, deren Geltungsdauer bis zum 4. Dovember d. I. festgesetzt ist, wird aber nur dann ihren vollen tflDed erfüllen, wenn nunmehr von Erzeugern, Händlern und Verbrauchern alles daran gesetzt Mrd, die Versorgung der Bevölkerung zu be- ren. Die Ernte ist gut und gewährleistet jeden eine ausreichende Belieferung. Allerdings fehlt es der Landwirtschaft an Arbeits- träften, um mit Sicherheit vor Eintritt des Frostes die reiche Ernte zu bergen. Jeder, der daher seine Kräfte der Landwirtschaft zur Verfügung stellt oder seine Kinder zur Mithilfe beim Lesen der Kartoffeln den Landwirten über- lckht, trägt dazu bei, dah rechtzeitig Kartoffeln in ausreichender Menge auf den Markt kommen, wodurch auch deren Preis günstig beeinflußt wird.
Eine Anfrage an die Regierung.
rm. Heber den Kartoffelaufkauf und Kartoffelverschiebungen hat der Abg. Dr. Werner folgende Anfragean dieDe- g i e r u n g gerichtet: „3n Butzbach und anderen Orten tperben täglich grobe Mengen von Kartoffeln verladen, die, wie ich höre, tn das besetzte Gebiet und weiter nach Frankreich verschoben werden. Gewissenlose Handels- gauner kaufen die Kartoffeln zu jedem Preise auf, um sie dann zu verschieben. So klärt sich z. D. die Tatsache, dah es in G i e h e n und Frankfurt an Kartoffeln mangelt. Ich frage an: Sind der Regierung diese Dinge bekannt? Gedenkt sie ihre Maßnahmen zu verschärfen oder anbe-nnelte Schritte gegen das volksfeindlicheSchie- b e r t u m zu unternehmen?“
Rembrandt und Faust.
Erne der berühmtesten Radierungen Rembrandts führt den Damen „Faust", und dieses Blatt ist auch mit der Goetheschen Faustdichtung eng vennüpft, da der Dichter der ersten Veröffentlichung seines Werkes im Jahre 1790 den Rembrandtschen Kupfer unter dem Titel „Faust tm Studierzimmer" voranstellte. Ist aber der auf dem Kunstwerk dargestellte Gelehrte wirklich der historische Faust? Hnd wie kam Rembrandt zu dem deutschen Zauberkünstler! Diese Fragen beantwortet der bekannte Rembrandt-Biograph Karl Deumann im neuesten Heft der Monatsschrift „Faust", die jetzt in neuer Gestalt zusammen mit der Sammlerzeitschrift „Das Sammlerkabinett" in Erich Reih Verlag zu Berlin «scheint. Der Titel „Faust" ist der Radierung schon früh beigelegt worden. In dem ältesten französischen Gesamtkatalog von Rembrandts Kupfern aus dem 18. Jahrhundert wird das Blatt beschrieben: „Dr. 250, das Bildnis eines Philosophen oder Arztes, in Holland bekannt unter dem Damen Doctor Fautricus": in dem Anl-ang zu diesem Katalog von 1751 ist aber der Titel r-erbessert mit den Worten: „Lies Doctor Fcm- fax«". Es scheint, als ob im Kunsthandel der sonderbare Dame Fautricus, von dem man nicht weih, ob er eine historische Person bezeichnet in den bekannten Damen Faust umgeändert wurde Jedenfalls war das Faustspiel in Holland damals populär. SS ist erst vor kurzem eine nieder- ländische Fassung des VoUsspiels vom Faust bekannt geworden, die von dem damals weltbekannt ten Schauspieler Jakob van Ryndorp am Ende deS 17. Jahrhunderts versaht wurde und ein
Wohnungsproduktion in (Biegen im (Eigene Information de
Die Wohnungsbeschaffung in unserer Stadt war auch im Jahre 1922, dessen Bauzeit man im wesentlichen als beendet ansehen kann, sehr unbefriedigend. Das neugeschasfrnr Angebot wird von der Dachfräge noch um ein Vielfaches übertroffen. Vorwürfe kann man deswegen gegen niemand erheben, die Hngunst der Verhältnisse war eben stärker als der Menschen Kraft und guter Wllle.
Es wurden im diesjährigen Bauabschnitt insgesamt 139 Wohnungen gewonnen. Davon sind 113 zum Bezug fertig geworden bzw. nahezu fertig, bei den übrigen 26 ist es zweifelhaft, ob sie in diesem Jahre noch als bezugsfertig in Betracht kommen können. Im einzelnen stellt sich der diesjährige Wohnungsgewinn folgendermaßen dar: Tieubauten in der Gnauth- sttahe: 81 Wohnungen, davon 48 fertig, 33 nahezu fertig, durch Umbau in der Küchenbaracke des Landsturmlagers 4 Wohnungen, dwch Beschlagnahme 4 Wohnungen, durch Ablösung der Beschlagnahme 4 tDraunsieinbergwert, Verzicht aus Beschlagnahme in der Bergschenke), 3 (Hotel Grohherzog), 3 (Gail, Deustadt), 1 (Gail, Villa Wasserschleben), durch Deudau 20 Wohnungen im Dau der Baugenossenschaft 1894, 3 im Bau der Bauxitwerke, 3 im Bau Gail, Gnuuthstrahe, sowie eine Wohnung im Qleubau Brüning. Dazu kommen noch 12 Vearntenwohnungen des hessischen Staates. Insgesamt ergeben sich hiernach 139 gewonnene Wohnungen. Da aber voraussichtlich die 20 der Baugenossenschaft 1894, sowie die 3 der Vauxitwerke und die 3 von Gail in der Gnauthstraste in diesem Jahre nicht mehr bezugsfertig werden, bleibt ein Wohnungs-Reingewinn von 113 übrig.
Die Kosten dieser Wohnungen sind natürlich, den unglücklichen Wirlschaftöverhältnissen entsprechend, hoch. So hat die Stadtvecordnetenver- sammlung zur Durchführung des 1922er Dau- Programms einen Kredit von insgesamt 2 8 M i l - lionen Mark zur Verfügung gestellt. Die Stadtverwaltung hat mit diesen Mitteln nicht nur die städtischen Bauten ermöglicht, sondern auch den baugenossenschaftlichen Bestrebungen kräftige Förderung zuteil werden lassen. Für baugenossenschaftliche Bauten wurden insgesamt ca. 10 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, selbstverständlich gegen entsprechende Sicherstellung der Stadt.
So anerkennenswert bl* Bestrebungen der Stadt, der Baugenossenschaft und der wenigen privaten Baulustigen auch sind, so ungenügend ist doch das Resultat dieser Mühen, wenn man es am Wohnungs bedarf rnitzt. Als wohnungsuchend sind zur Zeit 1711 Farnilien beim Wohnungsamt angemeldet. 977 davon find ohne Wohnung, d. h. sie haben einstweilen bei Verwandten oder sonstwie behelfsweise Hnter- kommen gefunden. Meist dürfte es sich hier um
** Neue Tausendmarkscheine. Von den Deichsbanknvten zu 1000 Mark mit dem Datum vom 15. September 1922 wird demnächst eine dritte Serie ausgegeben werden. Sie hat besondere Merkmale: Das Papier ist hellblau getönt. Das Wasserzeichen des Papiers ist ein aus Hellen Linien gebildetes, meanderförmiges, offenes Flächenmuster, in dessen Zwischenräumen kleine, ebenfalls aus Hellen Linien gebildete Rhomben eingefügt sind. Die Dummer in der linken oberen Ecke der Vorderseite ist in blaugrüner Farbe gedruckt.
"HundekartenfürSchnellzüge. Am 1. November werden, wie berichtet, die Hundekarten abgeschasft und für jeden Hund ist eine halbe Fahrkarte 3. Klasse zu lösen; nun sind Zweifel aufgetaucht, ob diese Karten bet oer Benutzung von O-Zügen auch zuschlagpflichtig sind. Wie dazu die „Reichszentrale für Deutsche Verkehrswerbung" mit- teilt, sind für Hunde stets halbe Fahrkarten für Personenzüge ohne Zuschlag auszugeben, auch wenn der Hund tn einem zuschlagpflichtigen v-Zug befördert wird.
** Briefe, die man nicht ins Ausland schicken darf. Die Vorschriften für den Postverkehr mit dem Inland weichen von denen für das Ausland vielfach ab. Die einzelnen Verwaltungen haben natürlich verschiedene Bestimmungen, die nicht immer zur Hebereinstim- mung gebracht werden können. 3nt deutschen Jn- landsverkehr gehen die Gewichtsgrenzen zum Teil nicht sio weit wie beim Auslands verkehr. Dafür sind aber sonst die Dersendungsvorschriften für das Ausland im allgemeinen begrenzter. Das Meistgewicht der Briefe beträgt im Inland
wichtiges Zwischenglied der Faustüberlleferung darstellt. Vielleicht ist dieses holländische Faustspiel tn der Hniversitätsstadt Leyden entstanden, wo wohl auch irgendeineDearbeitung des Faust von Marlowe aufgeführt worden sein mag. Damit wären wir in die Dähe Rembrandts gelangt Es gibt aber noch eine ältere Bezeichnung des berühmten Blattes, die schon aus dem 17. Jahrhundert stammt Aus dem Dachlaß des Kunsthändlers Element de Jonghe, der zum näheren Kreise des Meisters gehörte und von dem es eine Porträtradierung Rembrandts gibt, stammt ein Verzeichnis von 73 Rembrandtschen Stichen, die er auf Lager hatte. Als Dr. 33 ist hier unser Blatt mit der holländischen Bezeichnung „prac- tiserende alchirnist" aufgeführt
Dun ist aber der Mann auf der Rembrandtschen Radierung zweifellos in keiner Alchimistenwerkstatt dargestellt Zum Verständnis seines Wesens weist uns dagegen die Lichterscheinung den Weg, die durch das Fenster hereinbricht zu der er hinblickt und die allerlei Buchstaben enthält. Diese Buchstaben verbinden sich zu Wörtern, die einen hebräisch-arabischen Klang haben und auf die sog. Kabbala, das Buch der jüdischen Mystik, hindeuten. Rembrandt stand mit den jüdischen Mystikern seiner Zelt' tn enger Beziehung, und besonders ist es ein Amsterdamer Rabbiner, Manasse ben Israel, dessen kabbalistischerMcssias- glaube auf ihn einwirkte. Der sog. Doktor Faust ist also ein Kabbalist und Magier, dem erst später der Dame des berühmten Zauberkünstlers beigelegt wurde. Aber in einem tieferen Sinne ist die Bezeichnung durchaus berechtigt, denn eS gab zu Rembrandts Zeiten eine ganze Menge „grober und kleiner Fauste" in Holland.
und Wohnungsdedars Jahre 1922.
s Gießener Anzeigers.)
junge Ehepaare handeln, die vielfach noch bei den Eltern oder Geschwistern wohnen. Dah dieser Zustand nach mehr als einer Richtung hin höchst unerfreulich und bedenklich ist, liegt klar auf der Hand. Immerhin wird auch hier einstweilen aller gute Wille zur Hnfruchtbarkeit verdammt sein. 554 Fälle von Wohnungsbedarf sind dem Wohnungsamt zur Zeit als sehr dringend und dringend gemeldet worden; diese sind in den obengenannten 977 Fällen eingerechnet.
Als Resultat dieser Betrachtung ist die be- klagenswerte, aber einstweilen leider nicht zu ändernde Situation festzusteilen, daß einem Be-* darf von 1711 Wohnungen gegen Ende Oktober 1922 eine Gesamtproduktion von 113 im ganzen Jahre 1922 gegenübersteht. Hnd dazu die trüben Aussichten in die Zukunft infolge der ungeheuren Geldschwierigkeiten, die befürchten lassen, dah die wenigen noch tm Bau befindlichen Häuser wegen Geldmang-ls vorläufig nicht einmal mehr fertiggestellt werden können.
*
Zu diesen Ausführungen dürfte ein g r u n d - sätzlicher Gedanke anzumerken fein. Die vor-, stehenden Sätze beweisen, dah eine befriedigende Lösung des Wohnungsproblems auch in unserer Stadt, ebenso wie anderswo, bei weiterer Aufrechterhaltung der jetzt mahgebenden Grundsätze, der Wohnungspoliti! des Reiches ein Ding der Hnmöglichkell ist und immer bleiben wird. Die öffentlichen Finanzen sind der Gröhe dieses Problems nicht gewachsen, übrigens haben sie auch noch einigen anderen Aufgaben zu dienen. Dot- wendig ist zur allmählichen, zufriedenstellenden Lösung der Wohnungsfrage die Wiederheranziehung des privaten Kapitals zum Wohnungsbau. Das Privatkapital hält sich der Wohnungsproduftion nach wie vor fern, und das ist nicht verwunderlich, wenn man sich die heutigen Verhältnisse unserer ganzen deut- schen Wohnungspolitik, namentlich aber bie Miet- gesehgebung und -Preisbildung einerseits und die außerordentliche Kostenbelastung des Hausbesihes anderseits vor Augen hält. Soll in der Wohnungsfrage eine in absehbarer Zeit fühlbare Wendung zum Bessern eintreten, bann ist neben der dringend wünschenswerten Besserung unserer Ge ldwe r t v e r hä l t n i f se eine grundlegende Den Orientierung der Wohnungspolitik erforderlich, eine Deuordnung nicht etwa im Sinne einer Sozialisierung des Hausbesihes, sondern in der Richtung der W i e - derbe le bung der persönlichen Jnrtla- live, des lohnenden, wenn auch nicht schrankenlos waltenden Hnternehmungsgcistes. Dann wird die private Bautätigkeit im Wohnungsbau wieder einen Anreiz zur Betätigung erblicken, der sicherlich zum Vorteil der Wohnungsproduktion ausschlagen wird. Daraus hinzuweisen erscheint angesichts der obigen Bilanz dringend notwendig.
250 Gramm, nach dem Ausland 2 Kilogramm. Die inländische Grenze gllt auch für die Länder, wohin die JnlandSgebühren angewandt werden, also nach Danzig, dem Memelgebiet, Deutsch- Oesterreich und Luxemburg. Dach Deutschland, Danzig und dem Memelgebiet brauchen Briefe nur so beschaffen zu fein, dah sie in bik Drief- bunbe verpackt und ohne Beschädigung des Inhalts auf der Vorder- und Rückseite gestempelt werden föarten. Dach dem Ausland dürfen Briefe an Ausdehnung in keiner Richtung 45 Zentimeter überfteigen. Rollen dürfen höchstens 75 Zentimeter lang und 10 Zentimeter tm Durchmesser fein.
** Muster ohne Wert. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die „Offenbacher Zeitung" folgende Zuschrift: Die . erhöhten Preise der Post glauben manche Leute dadurch umgehen zu können, daß versucht wird, statt Paketbeförderung die billigere Beförderung als Muster ohne Wert zu versuchen. Die Postbehörde, die nicht bemogelt werden will, ist aber so schlau, Stichproben zu machen. Was da als Muster ohne Wert zutage tritt, ist merkwürdig. So wurden neulich derartige Muster ohne Wert geöffnet, die die schönsten Damentaschen enthielten; Wert heute 8000 bis 10 000 Mark pro Stück. Das sind große Werte, die man durchzuschmuggeln versucht. Andere derartige Muster ohne Wert enthielten mehrere Tafeln Schokolade, Wert 140—200 Mk.; außerdem aber auch briefliche Mitteilungen. Der Absender darf sich nicht wundern, wenn ihm derartige Muster ohne Wert beschlagnahmt werden.
** Bei P äck chen (1 Kg.) nach dem Gebiet der Freien Stabt Danzig und dem Memelgebiet darf auf der Aufschriftseite die genaue Angabe des Inhalts nicht fehlen. Diese Inhaltsangabe vertritt die Stelle Der Zollinhaltserklärung und bient im Bestimmungsland als Unterlage für die Verzollung.
*" Elsaß-Lothringische Woche. Das endgültige Programm her für die Zeit vom 5. bis 11. Dovember vorgesehenen, im Anzeigenteil vor einigen Tagen angepelgten Elsaß-Lothringi- scheu Woche ist nun erschienen. Zweck der Veranstaltung, die vom Wissenschaftlichen Institut und 1 ber Ortsgruppe Gießen des Hilfsbundes der Elsaß-Lothringer im Reich organisiert wurde, ist, den Zusammenhang ber elsässischen und lothringischen mit ber allgemeinen deutschen Kultur darzu- tun. Die namhaftesten Gelehrten, Künstler und Fachleute sind für die einzelnen Darbietungen gewonnen, bereu Eintrittspreise so aehalten sind, baß jedermann sie zu besuchen in der Lage ist. Es gelangen sowohl Einzellarten (Durchschnittspreis 20 Mk.). als auch Dauerkarten (Durchschnittspreis 100 Mk.) Aur Verausgabung. Die letzteren geltenfür alle Veranstaltungen und sind übertragbar. Mitglieder befreundeter Vereine, die im Programm namhaft gemacht sind, erhalten bedeutende Preisermäßigung, für Studenten betragen gegen Porzeigen der Ausweiskarte alle Preise nur je dic Hälfte. 3m Hinblick auf den kulturellen, wissenschaftlichen vaterländischen und sozialen Wert und Zweck des Gebotenen sei bie Elsaß-Lothringische Woche aufs wärmste empfohlen und unterstützt.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 7 Hhr: „Des Meeres und der Liebe Wellen". — Stadtkirche, 8 Hhr: Oef- fentlicher Vortrag des deutfch-evang. Dolks-
bundeS. — Astor ia-Lichtf pieke: „Fatty als Steuerkontrolleur", „Eddy Polos 3. Abenteuer im Wilden Westen" und „Der Fuhrmann des Todes". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Graf von Monte Christo", 3. Teil, unb „Er" und 20 Minuten Angst".
— Aus dem Stadttheater- Bureau. Es sei nochmals auf die erste Kindervorstellung der Spielzeit hingewiesen, die am kommenden Sonntag nachmittag das hier bestens bekannte Märchenspiel „Frau Holle" bringt. Das Märchen ist seit seiner hiesigen Hraufsührung an einer Reihe von Bühnen mit schönem Erfolge gegeben worden, so z. B. am Staatstheater Cassel, wo es den ganzen vorigen Winter auf dem Spielplan stand. Die Preise für diese Vorstellung sind noch bedeutend unter die Preislage der sog. „Kleinen Preise" ermäßigt.
— Heber „Deu ts che D ot" spricht am Dienstag. 31. Oktober, ber Schriftsteller Karl Grube aas Berlin im Gasthof Hindenburg (Saal). Der Redner, ber von seinem letzten Vor- trag in Gießen noch tn bester Erinnerung ist, lebte u. a. längere Jahre in Oesterreich and kennt die Lage des Deutschtums dort wie auch im Ausland aus eigenem Erleben. Gr ube, über allem Parteihader stehend, sieht Lebensaufgabe darin, alles Trennende innerhalb ber Volksschichten zu beseitigen und zu wahrer Gemeinschaft auf dem Boden beut,chen Volkstums zu erziehen.
— Der Mandolinen- unb Guitarren- Verern „Deapol 1 ta" veranstaltet am 5. Dovember in ber Turnhalle, Steinstraße, sein erstes öffentliches Stuhlkonzert. Das Progrxrmm bietet durch Mitwirkung verschiedener Solisten reichhaltigste Abwechslung. Außerdem ist ber Offenbacher Mand-ollnenverein ber bereits tn der Öffentlichkeit in bestem Rufe steht, verpflichtet worden. Somit wird hier in Gießen zum erstenmal ein großes Mandolinen--Orchester von zirka 70 bis 80 Spielern konzertieren. (Siehe Lbrzeige.)
— Grotz-Wanderschau-Hennh toirh demnächst in einem 7000 Personen fassenden Zelte auf dem Oswaldsgartcn ein kurzes Gastspiel geben. Der Zirkus bringt außer einem Marstall edelster Rass p.erde auch Löwen, Eisbären, Braunbären, Lamas, Wölfe, Hyänen. Schakale Zebratiere und einen großen exotischen Tierpark mit sich Alles Dähere siehe Inserate unb Plakate.
— Auf die Wohltätigkeits-Veranstaltung der Deuftchnationa en Volkspartei zuin Besten notleidender Kleinrentner in Gießen am Sonntag, 29. Oktober, im Gesellschaftshause wird nochmals besonders hingewiesen. Die getroffenen Vorbereitungen versprechen einen schönen Verlauf der Veranstaltung. Dank der Spenden freundlicher Geber können die Preise an den Verkaufsständen mäßig gehalten werden. Es steht zu erwarten, daß bei zahlreichem Besuch das Ergebnis ber Veranstaltung dazu beitragen wird, die gerade in den Kreisen der Kleinrentner herrschende bittere Dot etwas lindern zu helfen. Die Räume sind gut geheizt.
Wettervoraussage
für Samstag:
Trüb und wolkig, leichte Diederschläge, schwächere Dachtfröste.
Das Hochdruckgebiet, das bisher unser». Wetterlage beherrschte, ist vollständig zerfallen. — Heute morgen wurden folgenbe Temperaturen fest- gestellt: Gießen —3 Grad, Lauterbach —3 Grad, Darmstadt 0 Grad.
Kreis Lauterbach.
rr. Schlitz, 26. Oft. Als Kirchenvor^ st eher wurden hier gewählt: Geh. Justizrat Wahl, Fabrikant Zöller, Oberförster Geiß, Schrei nermetfter Fend, Portier Elsen dach, Kantor Bohl, Kaufmann Kircher and Hutmacher Hühn. — Helle wurden hier and tm nahen Bernshausen je ein Waggon mit Lebensrnitteln (Kartoffeln, Frucht, Obst und Gemüse) für das Diakonissen haus Ellsabethenstis t Darmstadt verladen. An diesem Liebeswerk beteiligten sich die Pfarreien Hartershausen, Kreutzersgrund und Schlitz.
rr. Schlitz, 26. Oft. Gestern nachmittag traf Minister v. Brentano zu einem Besuch unseres Städtchens hier ein. In seiner Begleitung befanden sich Staatsrat Dr. Reih und Prvvinzial- divektvr Matthias. Auf unserem altertümlichen Rathaus, wo sich neben Kreisdirektor v. Werner der gesamte Gemeinderat, die Pfarrer unb Staatsbeamten unserer Stadt eingefunden hatten, begrüßte Bürgermeister Dr. D i e p o t h den Minister und seine 'Begleiter, betonte, daß die Schliherländer, die den nördlichsten Test des Hessenlandes bewohnen, stets gute Hessen und auch gute Deutsche gewesen seien, und brachte dann städtische Wünsche und Döte vor, worauf der Minister mit Dankeswvrlen unb dem Versprechen tatkräftiger HUfe vonseiten der hessi- fchen Staatsregierung antwortete Eine Besichtigung der uralten Kirche, ber ältesten in Oberhessen, tote auch des Städtchens schloß sich an. Von hier fuhren bann bie Gäste nach Lauterbach toelter.
Kreis Schotten.
* Schotten, 26. Olt. Die städtische Wohnungskommission hat sich mit den Vertretern der Hausbesitzer und der Mieter dahin geeinigt, dah auf Grund des Reichsmietengesetzes 500 Prozent Mietzuschlag zur Friedensmiete erhoben werden. Die sog. Schönheitsreparaturen (Weihen der Decken, Streichen der Fußböden, Tapezieren usw.) soll, wie seither hier üblich, auch zukünftig der Mieter tragen. Der Gemeinderat hat dieser Vereinbarung in seiner jüngsten Sitzupg zugestimmt.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm Darmstadt, 26. Oft. Das „Darmstädter Tageblatt" wurde von dem Kreis- bdegterten des Kreises Groß-Gerau auf drei Tage im Kreise Groß-Gerau verboten.
fpb. Offenbach, 26. Oft. Aus einer Fabrik in der Luisenstraße wurden Leberwaren und Leberstücke im Werte von annähernd 300000 Mark gestohlen.
Heutiger Staub bes Dollars
10 Hhr vormittags:
Berlin 4362, Frankfurt a. M. 4375.
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