Ausgabe 
27.3.1922
 
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wurden

2050 MI. bewilligt.

W

fpd.

-Zum Schluß noch einige nicht zum erjfen Male gemachte Randbemerkungen: Ist es denn einen: Teil der Zuhörer wirklich nicht mögltch, Pünktlich zu kommen? Und must denn unbedingt währeiid dec Zwischenaktsmusik Ko v:rsatton ge­macht werden? Diese Musik gehört zum Spiel. Verehrteste, und wer das nicht versteht, ist ein­mal unmusikalisch und 'hat zudem wenig Takt, beides Eigenschaften, die man, wenn man sie schon hat. nicht unnötig zeigen sollte. - -r

kago. spendete auf den Tünnen seiner beiden minderjährigen Kinder Margot und Hans Werner je 2000 Mk.. also 4000 Mk.

Kirche und Schule.

Deutscher Gewerbeschultag.

Frankfurt a. M., 24. März. Die 29.

und berühmt wurde, hat er noch eine stattliche Anzahl von Operetten erscheinen laf.en, dre beim Publikum teils mehr, teils weniger Erfolg hatten, ihn selbst aber immer als einen feinsinnigen Musiker erscheinen liesten. Lehär ist unter den zeitgenössischen Operettenkomponisten vielleicht der einzige, per sich einen besonderen Ton geschaffen hat. (Auch seineDl a u e Mazur" verrät in der musikalischen Erfindung wie namentlich in der Instrumentation die Hand des. gewandten und geschmackvollen Tondichters, der wohl auch notgedrungen Zugeständnisse an das groste Publikum machen must, der es aber daneben ver­steht, auch dem musikalischen Feinschmecker Lecker­bissen zu bieten, blnterslüht wird er bei seinem gestern aufgeführten Werk durch ein recht gelun­genes Textbuch, daS wesentlich über dem Durch­schnitt steht, und in dem Leo Stein und Bela Ienbach in gut geschürzter Handlung den Gra­fen Fuljan Olinski und seine schöne Gemahlin Dlanka, deren Ehe schon in der Hochzeitsnacht m die Brüche zu gehen droht, sich beimBlauen Mazur" wiederfinden lassen. Eingre glück­lich getroffene Nebenpersonen vervollständigen die Handlung.

Gießener Stadttheater.

,»S>ie blaue Mazur".

Operette von Franz Lehär.

Gissten, den 2?. März 1922.

Seit Franz Le här mit derLustigen itwe" feinen durchschlagenden Erfolg errang

bs. AusdermittlerenWetterau, 25. März. Noch einmal hat der Winter die Herrschaft an sich gerissen. Der H a f e r ist zum größten Teil gesät, immer mehr zeigt sich der Schaden an Weizen. Immer noch fallen einzelne Keimlinge um und werden welk. Desto größer ist die Nachfrage nach Sommerweizen. Auch der Klee hat viel Schaden gelit­ten, da er schwachpflänzig einwinterte. Raps blüht nicht, da er vollständig auSgewintert ist. Als Ersatz wird Mohn angebaut werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

wd. Offenbach, 25. März. Die Stadtverordneten- Versammlung beschloß gestern die Errichtung einer Main- Badeanstalt. Die Herstellungskosten wer­den sich auf insgesamt 1 319 000 Mk. belau­fen. Das neue Bad wird ein 80 Meter langes, 25 Meter breites und 1,50 Meter tiefes Bassin haben. Zur Behebung der Woh- n u n g.d n d t beschlossen die Stadtverordneten, die Beteiligung der Stadt an der Gemeinnützi­gen Baugesellschaft auf 1 500 000 Mk. zu er­höhen.

Von den Darstellern must diesmal an erster Stelle und mit ganz besonderem Lobe Ilse W i s s e n d o r f genannt werden, die schlechthin eine Mustecleistung bot. Namentlich ihr Solo im Zwischenspiel zeugte gesanglich wie darstel­lerisch von reifstem künstlerischen Können. Kurt Richter schien uns in seiner Rolle in ein­zelnen Szenen noch nicht ganz sicher zu sein, bewährte sich sonst aber als Graf Olinski. Richard H e l l b o t n fügte seinen bisherigen Darbietun­gen gestern erneut eine köstlich gelungene Type alsEngerle" an; im Verein mit ihm spielte Käte Otte ein allerliebstes Gretl. Zu nennen sind ferner Rudolf (3.011, dessen wie stets sein ausgeglichenes Spiel höchste Anerken- nung verdient, Paul M e h n e r t und KarlV o l <t Die Tänze ein Foxtrott (Otte Hellbornj und der Mazur (WissendorfRichter) - waren von Frau O l d i n i sehr sauber einstu- diert. Das Orchester, unter Kapellmeister Knä­bels Leitung, führte den musikalischen Teil mit bestem Gelingen durch Für die Spielleitung ist man Rudolf Goll zu Dank verpflichtet; die Bühne sah in federn Aufzuge sehr gut a is. Einige älnausgeglichenheiten im Zusammenspiel werden bei den nächsten Vorstelkungen verschwun­den sein. Der Abend zeugte erneut davon, ein wie trefflich zusammengestelltes und eingespieltes Operettenensemble wir gegenwärtig an unserer Bühne haben.

Hessen-Rassau.

Die Frankfurter Kunstmesse.

fpd. Frankfurt a. M., 26. März. Als Vorläufer der Frankfurter Frühjahrsmesse wurde heute im Römer dieKunstmesse" er­öffnet. Sie weicht von ihren Vorgängerinnen erheblich insofern ab, als sie sich diesmal nur auf die Darbietung deutscher Kunstgeaen- stände beschränkt. Jede ausländische, besonders exotische Kunst, ist verbannt und soll auch fer­nerhin nicht mehr gezeigt werden. Die dies­jährige Kunstausstellung ist auf Frankfurts reiche Vergangenheit eingestellt. Aus städti­schem und privatem Besitz hat die Ausstel­lungsleitung in dem Kaisersaal eine erlesene Schausammlung aus Frankfurts Kaiser- und Altmessezeit zusammengetragen, in deren Mit­telpunkt die vom katholischen Kirchenvvrstand zur Verfügung gefteliien kirchlichen Geräte und Gewänder aus den Krönungstagen der deutschen Kaiser stehen. Eine Prunksamm­lung allerersten langes! Eine Fülle von ilr» künden, die Bezug nehmen auf alte Messen in Frankfurt, sind im Kurfürstenzimmer aus­gestellt. Was in den anderen Räumen von ersten Kundsthandlungen dargebvten wird an gediegenem Hausrat aller Art, Plastiken, Bil­dern, kirchlichen Kunstgegenständen, Gobelins, Teppichen, Schmuckstücken verklungener Zei­ten, ist edelste deutsche Kunst.

*

][ Marburg, 24. März. Seit gestern abend herrscht hier heftiger Schneefall. Der heute hier abgehaltene Jahrmarkt zeigte deshalb nur schwachen Besuch. Heute trat hier das Schwurgericht unter dem Vorsitz des Landgerichtsrat Geh. Rat Heer zusammen. Es stehen eine ganze Anzahl Fälle zur Verhandlung. Gelegentlich des in der vergangenen Woche hier abgehaltenen Pferdemarkts war der große Preis, ein silberner Becher, abhanden gekommen. Vor­gestern erhielt ein hiesiges Vorstandsmitglied des Pferdezuchtvereins ein anonymes Post­paket zugesandt, in dem sich der vermißte Becher befand.

fpd. Schlüchtern, 26. März. ImRam- holzer Revier stießen Förster mit einem Wilderer zusammen, der auf Anruf zu entfliehen versuchte und deshalb durch einen Schrotschuh am weiteren Laufen verhindert wurde. Es stellte sich heraus, daß der Wilderer ein wohlhabender Bauer aus Neugronau war. Er führte eine ausgezeich­nete Büchsflinte mit Zielfernrohr und reich­licher Munition bei sich. Der Bauer wurde zu­nächst in ärztliche Behandlung gegeben.

.4 S u I b a, 24. März. Gewaltige Stürme jag­ten im letzten Herbst über den Kamm des Kreuz­berges und zerbrachen das dem Gedächtnis des heiligen Kilian geweihte 30 Meter hohe Holz- kre uz, ein allen Rhönbesuchern vertraut.sWahr­zeichen dec südlichen Rhön. Daß ein neues Kreuz erstehen sollte, war der Wunsch der Rhönbevölke­rung. Bald s htm die Vorbereitungen hier Ür ein. Anfangs Februar sah man ein seltsames Gefährte von Schmalwasser über Bischofsheim nach dem Kreuzberg ziehen. Zwölf Paar Pferde zogen eine 21 Meter lange Lärche zu Berg durch den mit Raühreif bedeckten Wald. Reich verziert war der Stamm, soll- doch das neue Kreuz aus ihm er­stehen. Frohe junge Rhönburschen gaben das Ge­leite. Böllerschüsse grüßten den Zug, als er am Kloster Kreuzburg vorbeizog. Am 3. Mai wird das alte Wahrzeichen auf dem Berge wieder neu er­stehen

Mittwoch:Das Geheimnis einer Brigg" andl schichts- und Alterstumsvereine usw.) Harwe hoch!" Lichtspielhaus, Dahntzigstrahe, 2050 M? Fwtni Kirrt ao heute bis einnschiieiüvy Donnerstag:Das in­dische Grabmal", 2. und letzter Teil.

Heinrich-Hensel-Kvnzert. Das wegen Erkrankung des Künstlers sci.ierzeit abge­sagte Konzcvt findet am Mittwoch, dem 5. April, abends 8 Ahr in der Aula der Aniversität statt Wir weisen besvnde^ darauf hin, daß das Kon­zert des weltbekannten Künstlers als Svnder- konzert des Konzertvereins statt, indet; die bereits ausgegebenen Karten sind unter Zuzahlung der Steuer umzutauschen, ebenso die vorgemerkten Plätze erneut zu ^stellen.

Wettervoraussage für Diens tag:

Frühnebel, wolkig, trocken, kags warm, nachts leichter Frost, Wechselnde Winde.

Das flache Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa füllt fich allmählich aus. Die geringen Luftdruck- unterschiede deuten auf Fortbestand der Witte­rung hin.

Landkreis Gietzen.

* Wieseck, 25. März. Ein Konzert des Gesangvereins Eintracht findet am Sonntag, den 2. April, im Dorfeldschen Saale unter Mitwirkung von Gustav Günther (Klari­nette) und Adolf Schwarzlose (Trompete) statt.

* Wieseck, 27. März. Das Fest der Sil­bernen Hochzeit begehen morgen die Ehe­leute Wilhelm L u h und Frau Luise geb. Hof­mann.

tt. Allendorf a. d. Lda., 26. März. Der Geflügelzüchterverein Allendorf und Umgebung hielt heute nachmittag bei Gastwirt Ranft dahier seine diesjährige Haupt­versammlung ab. Der von Rechner Schmidt er- tattete Kassenbericht ergab einen Ueberschutz von 690 Mk. Rach der Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Zum Vottitzenden wurde Ranft- Allendorf, zum Schriftführer D ö ch n e r - Treis wiedergewählt. D». der seit­herige Rechner eine Wiederwahl entschieden ab­lehnte, wurde Nachtigall- Allendorf sein Nachfolger. Nach Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde einstimmig in Ans­icht genommen, diesen Herbst wieder eine Lokal­ausstellung zu veranstalten, um dadurch den Eifer vieler Züchter zu beleben.

Kreis Alsfeld.

A Drauerschwend, 25. März. Wieder ist ein Kriegsteilnehmer aus Deutsch­landsgroßer Zeit 1870/71 dahingeschie­den in der Person des Konrad Aßmannn zu Hergersdvrf. Der hiesige Kriegeiverein, dessen Mitbegründer er war, gab ihm das letzte Geleite .md schoß drei Ehrensalven über seinem Grade ab. Der Verstorbene machte die beiden Feldzüge 1866 and 1870/71 mit. Er erreichte ein Alter von 78 Fahren.

Kreis Schotten.

A S ch o t t e n, 26. März. Die beiden Klub­häuser auf dem Hoherodskopf sollen eine wesentliche Erneuerung erfahren. Die Kosten sind auf 120 000 Mk. veranschlagt. Es ist eine Lotterie geplant zwecks Aufbringung der Kosten.

Laubach, 24. März. Die hiesige städtische Ziegelei soll verkauft werden, daß sie sich nicht rentiert. Es müßte hierfür ein besonderer Ringofen errichtet werden. Der bis­herige Ziegler hatte ein Angebot zum Ankauf gemacht. Der angebotene Kaufpreis wurde jedoch (50 000 Mk.) als zu gering erklärt. Die Anferti­gung der Backsteine erfolgte seither durch einen Motor.

ed. Breungeshain, 25. März. Bei der Verpachtung unseres Pfarr­gut e s, das aus erklassigem Acker- und Wie­senland besteht, wurden 27 658 Mk. erzielt; das ist das 18fache des Pachtpreises von 1919.

ed. Aus dem Vogelsberg, 26. März. Der in den letzten Tagen herrschende orkan­artige Sturm hat in den Wäldern so viele Däumeentwurzelt, daß die Holzmacher ihre Arbeit erneut aufnehmen müssen.

D. Kaulst vs, 25. März. In einem An­fall von geistiger Umnachtung entfernte sich die 48jährige Witwe Katharine Kaltenschnee, nur mit einem Hemd bekleidet, aus ihrem Wohn­hause. Die sofort angestellten Nachforschungen der Angehörigen und herbeigerufener Gemeinde­glieder wurden durch Sturm und Schneetreiben sehr erschwert. Nach einer Stunde fand man die Bedauernswerte bewußtlos und halb erfroren in einer Ecke des Dorfes. Bald darauf trat der Tod ein. Die Witwe ist das Opfer einer schweren Geisteskrankheit geworden, die sie vor 18 Fahren schon einmal ergriffen hatte und ihre zeitweise Unterbringung in eine Heilanstalt nötig machte. Die Teilnahme mit der schwer betroffenen Familie ist allgemein, zumal, da der Ehemann der Frau vor vier Fahren den Strapazen des Heeres­dienstes erlegen ist.

D. Sichenhausen, 25. März. Neue Forschungen des Geheimen Schulrats Dr. Schweisgut in Darmstadt, eines geborenen Vogelsbergers, haben ergeben, daß unsere Ge­meinde in alter Zeit ihre besondere, im Umkreis berühmte Industrie besah. Sichenhausen oder Enckartz, wie es in dem 1555 angelegten Saalbuch des <Gerichts Burkhards heißt, hatte seinen mit Wasserkraft betriebenen Eisenhammer. Das Dorf genoß auch insofern eine Vorrangstellung, als seine Einwohner nicht wie anderorts den für jedes Grundstück festgesetzten Zins an den Landes­herrn entrichten muhten und auch keine Fron­dienste zu leisten brauchten:

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 25. März. Der hiesige Vorschuh - und Kredit-Verein E. G. m. b. H. hielt (eine diesjährige Hauptversamm­lung gestern abend im Ratskeller unter Leitung des 1. Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Buch­händler S c r i b a, ab. Dem von Direktor Dörr erstatteten Jahresberichte entnehmen wir. dah die Mitgliederzahl 1442 beträgt, der gesamte Fahresumsah 342 Millionen, der Reingewinn 121 000 Mk. Trotz der enorm gesteigerten Ge­schäftsunkosten (sie haben sich seit dem vorigen Fahre fast verdoppelt) war der Verein dennoch in der Lage, auch in diesem Fahre 7 Prozent Divi­dende zu bewilligen. Die im verflossenen Fahre von Direktor L e t s ch e r t aus Kassel vorgenom­mene gesetzliche Revision hat zu keinerlei Be­anstandungen geführt, sondern im Gegenteile ge­zeigt, dah die Verwaltung des Vereins in muster­hafter Ordnung ist. Bei der Ergänzungswahl des Aufsichtsrates wurde an Stelle des frei­willig ausscheidenden Fean Füller Kaufmann , Wilh. Schwarz gewählt. Für gemeinnützige 11 Zwecke (Dolksbildungs-, Verschönerungs-, Ge°

Wanderversammlung des Deutschen Gewerbeschal- Verbandes, die zu Pfingsten 1922 in Frankfurt a. M. tagt, wird durch eine pädagogische Stadt- schulwvche vom 1.7. Funi in der Universität ein­geleitet. Die Vorlesungen erstrecken sich auf Fu­gendkunde, Verfassunäs- und Wirtschaftsordnung, chemische und praktische Uebungen auf dem Gebiet der Nahrungsmittellehre. Außerdem sind zahl­reiche Besichtigungen der bedeutendsterr wissen­schaftlichen und industriellen Betriebe, sowie der Museen, die mit Technik, Gewerbe und Kunst in Zusammenhang stehen, vorgesehen. Für die Vor­lesungen haben sich namhafte Fachmänner Deutschlands zur Verfügung gestellt.

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X Wieseck, 24. März. Den letzten Beschlüs­sen der Organe der Kicchengemeinde gemäß soll die als Ersah für die im Kriege geopferte dritte Glocke zu beschaffende neue Brvnzeglocke eine Kriegergedächtnisglocke werden and

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 27. März 1922. ;

AmtStage des Kreisamtes. , Mit Rücksicht auf die großen Kosten, die der Bevölkerung bei Reisen nach Gießen entstehen, wird das KreiSamt am 31. März 1922, vormit­tags 9Vi Ähr beginnend, auf dem Rathaus ; zu Grünberg, und am 7. April, vormit­tags 9V2 Ahr beginnend, auf dem Rathaus 1 zu Hungen AmtStage abhalten. Die Ein- wohner derjenigen Gemeinden des Kreises, die zu den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, 1 Homberg und Laubach gehören, können auf dem AmtStag in Grünberg vorfprechen, die­jenigen aus den Gemeinden, die zu den Amts- gerichtSbezirken Hungen, Lich und Nidda ge­hören, auf dem AmtStage in Hungen.

"DerAnkaufvvnGoldfürdaS Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 27. März bis 2. April zum Preise von 1200 Mark für ein Zwanzigmark­stück, 600 Mark für ein Zehnmarkstück. Für die ausländischen Goldmünzen werden ent­sprechende Preise gezahlt. Der Ankauf von Reichssllbermünzen durch die Reichsbank und Poft erfolgt vom 27. März bis auf weiteres zum 21 fachen Betrag des Nennwertes.

**Sein20jährigesDirigenten- Fubiläum beging am 1. Februar ds. Fs. Musiklehrer Albert Kasten als Dirigent der Vereinigten Männerchöre Harmonie-Ge- , mütlichkeit. Aus diesem Anlaß hatte der Ver­ein seine Mitglieder am SamStag zu einem . Familienabend auf die Karlsruhe eingeladen. Ein reichhaltiges Programm sorgte für Unter* Haltung und Abwechslung und ein flotter Tanz 1 schloß die schön verlaufene Feier. Dem Diri­genten wurde seitens des Vereins ein Geschenk überreicht. Auch der VereinHeiterkeit"- Anneroo war zu der Feier seines Dirigenten erschienen.

** Zwei Fubilare in einer Firma. Heute sind es 40 Fahre, daß der Prokurist Georg M 0 0 h bei der Firma Carl Emmelius, hier (Zigarrenfabriken), als Lehrling eingetreten ist. Am 1. April werden es 20 Fahre, dah der Kaufmann Karl Ku her in die Lehre trat.

* Fahrraddieb stahl. In hiesiger Stadt wurde am vergangenen Freitag ein Fahrrad (Macke Gritzner, Nc. 312 403) mit schwarzem Rah­menbau und vernickelten Felgen im Werte von 2000 Mark entwendet. Vor Ankauf wird gewarnt.

* Eine öffentliche Eisenbahner­oersammlung fand gestern nachmittag im Cafe Leib statt. An Stelle der angekündigten Geweckschaftsfühi-er Menne und Scharf- s ch w e r d t. die nicht erschienen waren, sprach ein anderer Vertreter der Reichsgewerkschaft deutscher E i s e n ba h n b e a m t e n und -arbeite r. Das Thema lautete:Wie schützen wir unsere Kollegen vor Maßregelungen?" Der Redner erklärte jedoch bald, dah ihm das Thema in dieser Fassung nicht recht geeignet zu seinem Vortrage erschienen sei, und man bekam auch fast nichts über diese Frage zu Horen. Der Referent gab vielmehr lediglich einen Ueberblid über die Verhandlungen bezüglich der Maßregelungen, wobei er feststellen yu tonnen glaubte, dah der Reichskanzler sein den Gewerkschaftsführern gegebenes Wort, LMassendisziPlinierungen nicht zuzulafsen, nicht ge­halten habe. Im übrigen meinte der Redner, es Tnerbe mit den Mahregelungen nicht so arg wer­den, wie es anfänglich hieß, erklärte jedoch, die Gewerkschaft könne Streikende, die Sabotageakte verübt hätten, nicht schützen. Im übrigen bildete den Hauptinhalt des Referats ein Recht­fertigungsversuch des Streiks. Irgend etwas wi.k- lich Stichhaltiges für das von ihm gepriesene Stteikrecht der Beamten an-^uführen. konnte jedoch natürlich auch dem gestrigen Redner nicht ge­lingen, da eben mit der ganzen Sonderstellung des Beamten als Diener des Staates, also der All­gemeinheit und mit seiner rechtlichen Stellung als unkündbar Angestellter ein Recht zur Arbeits­verweigerung unvereinbar ist und bleibt. Im einzelnen sei aus Darlegungen des Referenten das folgende hervorgehoben bzw. dazu gesagt: Der Redner gob selbst an, der Beschluß, in der Nacht vom 1. zum 2. Februar den Streik zu beginnen, sei nur mit 20 gegen 15 Stimmen ge­faßt worden. Wenn er diese Tatsache auch damit zu erklären suchte, dah seine Gewerkschaft aus ein­zelnen Fachgewerkschaften aufgebaut sei. von denen einige von vornherein gegen jeden Ausstand gewesen seien, so sollte ihm diese geringe Mehr­heit doch zu denken gegeben haben; noch mehr die ebenfalls von ihm angeführte Tatsache, daß nicht nur weiteste Kreise der Bevölkerung über­haupt, sondern auch mit Ausnahme der Kom­munisten sämtliche politischen Parteien, ferner auch der Deutsche Gewerkschaftsbund Gegner dieses Streikes gewesen sind, und daß hingegen die Streikenden besondere Sympathien, im Aus­lände, mnvnt i h in (?ng'an\ g funb?n haben D r Vorwurf, die deutsche Presse in ihrer Gesamt­heit habe über die Lage der Eisenbahnbeamten unwahre Berichte verbreitet, mirß scharf zurück­gewiesen toerben. Recht kann man dem Redner geben, wenn er darlegte, daß die Eisenbabn- beamten infolge der Teuerung in Rot geraten feien, daß die Regierung ungeschickt voroeaangen sei und daß namentlich das Reichsverkehrsmini- fterium teils zu langsam, teils sogar völlig ver­kehrt gearbeitet habe, aber die Not teilen die Eisenbahner mit ungezählten anderen Staats­bürgern, und ein Recht des Beamten, dem Staat, dessen Diener er im besonderen Maße sein soll, durch einen Streik an die Gurgel zu fahren, kann vollends aus keiner dieser Beschwerden hergeleitet werden. Daß die Eisenbabnb"amten- schaft tote der ganze Mittelstand unverschuldet in wirtschaftliche Rot geraten ist, erkennt j"der Ein­sichtige an, und es ist dringend erforderlich alles zu tun. um hier Abhilfe zu schaffen, aber an der Ordnung und an den Grundlagen des Rechtes zu rütteln, kann gerade einem Beamten nufi und nimmer zustehen. Den Schluß der Ausfüh­rungen des Referenten bildete die Verlesunn einer Entschließung, in der gegen die Maßreae- tungen protestie'-t wurde, und an die sich eine Aussprache anschloß.

Tageskalender für Montag. Gasthof Rahnefeld, Schanzenstraße 2, 8 Uhr: Hauptversammlung des Männerbadevereins Kaufrn Dereinshaus, 8 älhr: Vortrag der Orts­gruppe und Fugendabteilung des D. Sy V. Astvria-Lichtspiele, ab heute bis einschließlich

Hessischer Evangelischer Landeskirchentag.

rm D a r m ft a b t, 26. März. Der Evan­gelische Landeskirchentag brachte seine Beratungen am Samstag zum Abschluß, nachdem er am Freitag noch einen Antrag, die geistliche Spitze anstatt Prälat alsB i s ch 0 f" zu be­zeichnen, mit 36 gegen 21 Stimmen abgelehnt hatte. Am Freitag nachmittag wurde auch noch die Zahl der Kirchengemeindevertreter festgelegt und der Antrag auf Errichtung einer Kranken­kassengemeinschaft angenommen. Dann nahm man noch Den lehrreichen Bericht über die Verhält­nisse und Zustände der evangelischen Landes­kirche in den Fahren 1915 bis 1919 mit Interesse entgegen.

Am Samstag wurde zunächst dec Antrag aui Errichtung einer Pfarrtöchterkasse an­genommen. Auf eine Anfrage der Abgg. Fritsch und Gen. spricht Geh. Oberkonsistorial- rat Dr. Petersen in längeren Ausführungen über die Frage der Simultanfchulen und teilt mit, daß nach einer Mitteilung des Landes­amtes die Simultanschule in Hessen fest ver­ankert und nicht gefährdet sei. In der fortgesetzten Besprechung des Berichts über die Verhältnisse der Landeskirche betont Abg. Dr. W a i h den Beschluß der Bischöfe zur Frage der Misch­ehen; es wird folgende Entschließung ein­stimmig angenommen:Das neue kanonische Rechtsbuch der römisch-katholischen Kirche hat entgegen einer bisher geübten milderen Praxis Bestimmunngen über die Mischehen getroffen, nach denen evangelisch eingesegnete Mischehen als kirchlich ungültig und Kinder aus solchen Ehen in kirchlichen Dingen als unehelich gelten. Auch wird es als Pflicht des katholischen Gat­ten bezeichnet, die Bekehrung des nichtkathvlischen Gatten in kluger Weise zu betreiben. Mit den Synoden anderer Landeskirchen sieht der Landes­kirchentag in diesen Bestimmungen und ihren Folgen eine Herabsetzung der evangelischen Kirche und ihrer Einrichtungen sowie eine ge­rade in den jetzigen Verhältnissen tief bedauer­liche Bedrohung des konfessionellen Friedens. Er fordert alle Evangelischen auf, beim Eingehen einer Mischehe ihrer evangelischen Kirche die Treue zu halten, zugleich weist er insbesondere die evangelischen Mütter auf das Reichsgesetz vom 15. Füll 1921 hin, das ihnen neue und wich­tige Rechte für die religiöse Erziehung ihrer Kin­der gibt und ertoartet von allen evangelischen Vätern und Müttern, daß sie sich der heiligen Pflichten bewußt bleiben, die sie gegenüber ihrer Kirche wie ihren Kindern zu erfüllen haben."

Prälat D. Euler antwortet noch auf eine Anfrage, daß die Bemühungen nach einem ein­heitlichen Buh- und Bettag in Deutsch land bisher zu keinem Ziele führten. Die Dienstzulage der Dekane wird auf 5000 Mark festgesetzt. Eine erregte Aussprache brachte noch die Bestimmung über die Zusammen-

auch die zu wählende Inschrift diesen Gedanken zum Ausdruck Bringen. Diese Beschlüsse dürften zu neuen Spenden an regen und zur vielersehn- ten Verwirklichung des Projekts beitragen. Die letzte für die neue Glocke eingegangene Spende , _ .

war zugleich die höchste. Ein geborener Wiesecker, Isehung des neuen Landeskirche n- Kc»rl Schmidt-Frankfurt a. M.. zur Zeit in Chi-ItaaS: man wurde fick einig, daß 18 geistliche