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Monatsbeitrag
Glauben ziehen ®H guteZ Mittel zum Schutze des Gepäcks ift das Aischliehen der Stucke mit einer
Das Treiben dieses Aktionsausschusses, in dem
bart und
bis bis biS bis bis bis bis bis bis bis bs bis bis
26003 324 000
432 0.0 576 003
720 0 0
8400.0
60 ICO 173 280 420 600 820 1 150 1 690 2 340 3 100 3 970 4 £43 kommt
14 403 Mk.
28 £00 Mk.
50 400 Mk.
72 030 Mk.
108 0C0 Mk.
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Höhe:
Klasse 1 2 3 4 5 6 7 8 9
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Während jeder auS dem Zusammenbruch in der Kochbrunnenstrahe daS ©einige zu retten juchte, fanden oben im Gefängnis täglich Verhöre
Aus vem Amtsverkündigungsblatt.
•• Das Amtsverkündiaungsblatt Ar. 118 vom 24. November enthält: Gebühren für amtstierärztliche Dienstverrich:ungcn. — Satzung für die Krankenversicherung der Haus- gewerk^treibenden für den "^zirk der Allgemeinen Ortskrankenkasse des Land'reifes Gi'sten in Greben. — Erhöhung der Ertverbslosenunierstützung — Viehseuchen. — Dienstnachrichten — Feldbe eini- gungen Steinheim. Londorf. Holzheim und Allen- Dorf a. d. Lda.
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Sie war zu ihren Eltern übergesiedelt. Solange die Verhandlungen über die 'Betrügereien ißteß Mannes schwebten, wollte sie nichts mit ihm zu tun haben. Die Schmach lastete schwer auf ihr, sie wurde ganz mager. Die HauS^echie machten einen weiten Bogen um Herrn Kolkin, wenn er im Hof erschien mit seinem zerzausten Knebel-
Schöffengericht.
Gieben, 22. Rov.
Zu Beginn dieses JahreS wurden in der hiesigen Cisenbahnbeiriebwecksiäte fortgesetzt D i e b st ä h l e von Maschinenteilei,. Rohmaterial u dgl. bemerkt. Mehrere Beamte der Werkstücke hielten fcapjuf bei sämtlihen Atthänd- lern Dietzens in deren Lagern Syxu suhungen 3 a zahlreichen Fällen wurden Maschinenteile, die sofort von den Beamten als Eisen xlhngu^ erkannt und beschlagnahmt wurden, ebenso S'.ücke von sog. Lurgimetall, das nur von der Eisenbahn verwendet wird, gefunden Als einer der Diebe wurde ein Maschinenschlossergehilfe aas S ein'.erg festgestellt, der an einen Althändler Diebsgut verkauft hatte. Gr wurde an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von sechs Wochen zu einer Geldstrafe von 6300 Mk. verurteilt, während dec Althändler wegen Hehlerei an Stelle
sie ihre Haube aussrhte: , Siehst du, Anton. ich hab s dir immer gesagt, die Schreibtischgeschichte damals war mir schon nie geheuer."
Von diesem Sch eibtischdiBstohl sprach auf einmal alles in der Mainzer Stratze. Er war lange wie in einer Versenkung verschwunden gewesen, jetzt steckten die Dienstboten die Köpfe zusammen aus den Treppen, man mutzte sie immer suchen und auseinanderschnichen 3m Whistkränz- chm fairen hitzige Debatten statt.
Nur Fräulein Schmidt blieb wie ein FelS in diesem brandenden Meer von Nachreden Hari und trotzig und sagte barsch: »3ch glaub' nit an seine Schuld, und wenn sie ihn hängen." Sie hatte sich im Kränzchen mit sämtlichen Damen deshalb verfeindet, besonders aber mit der Eich- acker, deren Schwiegersohn sie einen Tugendbolzen genannt, und am nächsten Donnerstag im ,Trou- badour" waren die Parkettplätze in der dritten Ncihe des Königlichen Opernhauses zum ersten Male seit zehn Jahren leer.
Jeden Abend, wenn Fräulein Schmidt ihre Lampe löschte, lag sie noch lange wach und sah im Dunkeln Ernsts überfüllte Wandschränke, aus denen die Staatsanwaltschaft jetzt die Beweise hecvorholte, und sah ihren armen Jungen droben in seiner kalten, engen Zelle sitzen, von allen verlassen.
Eine toaste Wut hatte sie auf den verruchten Gimpel, dec sich aus dem Staub gemacht hatte, samt seiner zweifelhaften Frau.
Mit dem Schreibtischdiebstahl war auch wieder bet Smaragd lebendig geworden, er funkelte an allen Kaffeetischrn
„Glaubt ihr mir's jetzt, dah ich eS nicht war?" triumphierte Grete.
Der Verdacht war doch auf ihr hangen geblieben.
In Eppenhausen legten die Arbeiter die Ar- I bett nieder Man hatte ihnen die Löhne nur xur
** Schutz vor Diebstählen im Eisenbahn zu g. Während die Diebstähle und Deau- bungen von aufgegebenem Reisegepäck erfreulicherweise auftcrorbentüd) selten geworden find, wollen die Klagen über Diebstähle von Handgepäck In den Zügen nicht aufhören Dir Reichsbahnverwaltung lätzt bereits die Bahnsteige. Wartefäle und Züge scharf überwachen, und eine ganje Reihe gefährlicher, berufsmäßiger Gepäck- und Tasch.'ndiebe ist durch besondere Beamte unschädlich gemacht worden. Die Diebe sind ausschließlich Nichteiseir- bahner gewesen, unter denen Galizien wieder den Hauptanteil stellte. Nach den Beobachtungen der Üeberwachungsbcamten trägt, wie die Reichszentrale für Deutsche Derlehrswerbung mitteilt, die Sorglosigkeit dec Reisenden die gröhte Schuld; vor der Abfahrt des Zuges wird dec Platz mit Handgepäck, mit kostbaren Koffern oder wertvollen Pelzen belebt: dann verlassen die Reisenden vielfach das Abteil, um sich za verabschieden oder mit Lesestoff zu versorgen; erst kurz vor der Abfahrt wird dec Zug wieder bestiegen. Bei jedem Aufenthalt auf einer Station wiederholt sich das Bild, und in Zügen mit Speisewagen lassen die Reisenden, um zu speisen, ihr Gepäck ohne Aufsicht im Abteil zurück Es ist beobachtet toor- den, dah der Dieb die Abwesenheit eines Reisenden abwartet, dann schnell das Abteil betritt, um es mit den Worten „3$ werde doch lieber weiter vorn etnftelgen I“ und mit dem wertvollen Gepäck ebenso schnell wieder zu verlassen Der Mitreisende. der gebeten worden war, auf das Geväck zu achten, hat höchstens ganz flüchtig das Gesicht des wirklichen Eigentümers gesehen und lätzt den
Aus Stabt und Land.
Dietzen, den 25. November 1922.
Die Erweiterung der Augestellteu- Versicherung.
Seit dem 1. November werden in die Ange - stelltenversicherung alle Personen mit einem Jahreseinkommen bis zu 840 000 Mark eingeglieberi. Die Versicherungsbeiträge haben dadurch eine wesentliche Veränderung erfahren. Nach ihrer jetzigen Staffelung nach 13 GehaltS- tlaffcif erreichen die Monats beiträge folgende
der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von drei Wochen mit einer Geldstrafevon 3150 OHL bestraft wurde. Zwei weitere der Hehlerei an- getlagte Althändler, darunter der Inhaber einer Altwarengrohhandlung. wurden mangels Beweises freigesprochen.
Ein wegen Diebstahls. Betrugs und Unter- schlagung mehrfach vorbestrafter Mechaniker verkaufte ein Fahrrad, das er von einem Manne aus Lollar zur Reparatur erhalten hatte, nachdem er den Eigentümer vorher noch veranlaht hatte, zwei neue Mäntel und Schläuche zu bringen. Mit Rücksicht auf den groben Vertrauensbruch und die Vorstrafen wurde dec Angeklagte zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis DenirteUt
3m Sommer L I wollte eine Dame bei einem hiesigen älhrmacher eiste Weckeruhr kaufen. Sie suchte sich eine aus. die 530 Mk. kosten sollte, und die sie für kurze Zeit zurückgestellt haben wollte. Der älhrmacher lieh sich hierauf nicht ein. Als die Dame einen oder zwei Tage später wieder in das Geschäft kam, wurden ihr für dieselbe ilfor 983 Mk. abverlangt. Sie erstattete daraufhin Anzeige bei der Preisprüfungsstelle, woraus der-älhrmacher wegen Preistreiberei angctlagt wurde. Der Angeklagte wies nach, dah fein Angebot von 530 Mk. weit unter dem Tagespreis lag, und dah dies auch bei seiner Forderung von 980 Mk. noch der Fall war. Da es dem Kaufmann erlaubt ist. einen angemessenen Gewinn zu nehmen, und bei Waren, für die, wie bei übten, eine normale Marktlage besteht, der Verkauf za Tagespreifen angemessen erscheint, wurde der Angeklagte frei» gesprochen, zumal er sich an die Richtlinien hielt, die ihm in feiner Zachzeitung von dem juristischen Berater seiner Organisation gerade im Hinblick auf die Preistreiberei-Verordnung gegeben worden »waren.
Ein Kriegsbeschädigter von hier hat an das Versorgungsamt dahier zwei Briefe geschrieben, die schwere Beleidigungen der Beamten dieser Behörde enthalten. Mit Rücksicht darauf, datz der Angeklagte in der Zwischenzeit den größten Teil der Beleidigungen mit Bedauern zurückgenommen bat. tat« er trotz deren Schwere mit einer Geldstrafe von 3 0 00 W k. davon.
Die Neubauten hatten so viel Geld verschlungen. datz nur Schulden vorhanden waren, die Aktien waren von hundertzwanzig auf fieben- undsiebzig gesunken.
Die üeb rzeugungskünste der Direktoren bet» hallten ungehört
Nach ihrem Geld schrien die Betrogenen. Sie wollten sich nicht Hinhalten und vertrösten lassen auf das Frühjahr und die neue Dahn.
Die Bauleute brachten ihre Rechnungen und verlangten Geld, die Dahnverwaltmrg stellte ihre Forderungen, die Beamten verlangten Auszahlung ihrer Gehälter, um sich nach neuen Stellungen umzusehen, und die Banken weigerten sich, neue Kredite zu geben. Die groben Ringos en standen leblos auf freiem Feld, sie rauch en nicht mehr, und die frifchgestrichrnen neuen Güterwagen, die zwischen den beiden Fabriken die Verbindung aufnehmen sollten, hielten leer auf den blanken Schienen. Die Direktoren waren machtlos diesem Ansturm gegenüber.
Es war eine Katastrophe, ein Wolkenbruch, der sich auf ein blühendes Land entlädt und alles zusammenschlägt, was gestern noch in der Sonne geglänzt.
Auch Herbert war von dem Schlag schwer betroffen.
ES war jetzt peinlich. Herwegh zu heitzen, die Lehrer machten so erhabene Gesichter, und der Direktor lieh ihn inS Konferenzziinmer rufen. „Hören Sie, Herwegh, wenn Sie im Herbst wieder sitzenbleiben, wie mir scheint, bann werden Sie geschwenkt. Verlassen Sie sich daraus." Die Tonart kannte er. denn eS war nicht daS erste Gymnasium, daS er drückte. Zweitens blieb jetzt das money au», daS ein Gentleman so dringend braucht, und schlietzlich tat ihm .unser Emst" sehr leid, denn eS war so ein guter Kerl.
Jahresentgelt
7 200 Mk.
Vermischtes.
Zahlreiche Ueberfalle auf Güterzüge bei Köln.
Köln. 24. Nov. (WTB.) Zu dem bereit» gemeldeten Raubüberfall auf ben Güterzug zwischen den Stationen Kalk und ® rem berg wird noch gemeldet: Nach den bisherigen Feststellungen wurden Zigarren im Werte von etwa 700 000 Mk. und eine Kiste Fleischwaren im Werte von etwa 50 030 Mk. geraubt. Die Bande konnte nicht überwältigt werden, weil von sieben Schutzwasfen der Bahnpolizeibeamten fünf versag len. Unter der Bande, deren Mitglieder gröh- tenteils bekannt sind, besinden sich ehemalige Zuchthäusler und Sträflinge. Wie weiter gemeldet wird, wurden in den letzten 14 Tagen in dem hiesigen Bezirk fast jedeNachtUebersälle auf Güter-üge ausgeführt, wobei den Räubern Güler im Gesamtwerte von zehn Millionen Mark in die Hände fielen. So wurde in der Nacht zum 17. November ein Güterzug zwischen Kirberg und Kalscheuren überfallen, nachdem bereits vier Nächte büitereinanber an derselben Stelle Züge beraubt worben waren. 3n diesem Falle gelang es. ben Räubern die einen Wert von bieieinlxitb Millionen Mark darstellenden Güler wieder abzujagen. Die Bande selbst konnte allerdrngS nicht mehr gefaßt werden.
Erdbeben in Ungarn.
Buda pe st, 24 Nov. (Wolff ) 3n Fünfkirchen unb Kaposvar UniVben heute früh vier Erdbeben in westlicher Richtung verspürt und, von unterirdischem Grollen begleitet, Beben auch im Südteil der Komitate Biranha und Tolna und in der Gegend von Baja wachr- genommen.
— Nietzsche a IS Musiker. Die Musst hat im Leben und im Schaffen Nietzsches eine grobe Rolle gespielt: sie hat nicht nur sein Erstlingswerk »Die Geburt der Tragödie" und sein so wichtiges Verhältnis zu Wagner entscheidend bec nflubt, sondern auch auf die Ausbildung seiner Philosophie eingenürft. 3n einer vortrefflichen Niehsche-D ogrnphie. die Karl Haeckel soeben m „Reckams Llnirersal^Bibliot^ek" erscheinen läßt, wird diese Tatsache besonders hervorgehoben. Haeckel, der Sohn deS Intimen Freundes von Richard CG^igner, Emil Haeckel, steht der Wagnerischen wie der Nietzeschen Familientradition besonders nahe und hat dadurch so nmnche neue Einzelheiten in der Darstellung des Lebens ver» werten können. Er widme! dem Musiker Nietzsche em eigenes Kavitel, in dem er seine Komvosi» t onm und sein Musizieren würdigt. VpnN-.etzsches
Landwirtschaft.
Die Maul- und Klauenseuche.
3n Beuern ist die Maul- und Klauenseuche amtlich feftgeftellt worden. Die Gemarkung Dauern ist Sperrbezirk, das Beobachtungsgebiet besteht aus ben Gemarkungen Bersrod und Gr.-Buseck.
3n bei Gemeinde Kloppenheim (Kreis Friedberg) ist die Maul- und Klauenseuche glcld>- falls amtlich festgestellt worden. Die Gemeinden Groh-Karben und Okarben wurden zum Sperrgebiet erklärt.
Angelegenheit zu klären.
Abg 6 o 11 m a n n = Köln (S.) erklärt, er wolle ohne jede persönliche Voreingenommenheit tm Interesse der geschichtlichen Wahrheit die Sache richtigstellen. Als Im Jahre 1919 die Rheinlande am meisten vor der Gefahr standen, der französischen Eroberungslust zum Opfer zu fallen, hätten sich die rheinischen Vertreter aller Parteien, auch des Zentrums, dahin verständigt, datz eine Volksabstimmung über eine Loslösung von Preu he n in diesem Augenblick im nationalen Interesse einer zweijährigen Sperrfrist unterworfen werden solle. Gegen diese In der Verfassung festgelegte Sperrfrist leitete Dr Müll:r- Donn eine Bewegung ein, welche der Verfassung zuwider sofort eine Volksabstimmung über die Gründung einer rheinischen Republik vornehmen, wollte. Zusammen mit Dr. Kuckhvff, Kober, .----- ---
Kastner und anderen separatistischen Putschisten stets elegant und sicher auftretenden Dieb rn guten
war Dr. Müller Leiter des Aktionsausschusses. C' ' i e
Die blonde Oberstentochter war darüber so unglücklich datz sie nach Aegypten reifte.
Er wollte seinen Bruder au suchen Aber der General hielt ihn zurück. .Nee, mein Junge, das lassen Sie mal lieber. Sie tragen Uniform und man weih noch nicht, was bei der Geschichte herauskommen wird."
Frau von Heiwegh war gebrochen. Sie wollte niemand sehen und nichts hören Sie weinte, sobald jemand Ernsts Namen aussprach.
Und.jeder sprach jetzt von ihm.
Trina ging mit roten Augen im Hause umher, sie hatte immer io grohe Stücke auf Herrn Ernst gehalten, er hatte kürzlich erst .ihrer Taut" aus einer grohen Bedrängnis geholfen, in die eine Hebamme dank ihres heiklen MetierS zuweilen geriet.
Frau Kollin muhte Tag unb Nacht die Vorwürfe ihres Mannes über sich ergehen lassen, weil sie ihn überredet hatte, Grete einen Juristen heiraten zu lassen, statt diesen Vetter in Rüdes- heim. der ein Schloh am Rhein besah und ein Geschäft, das Millionen einbrachte. Hatte man dafür ein Lebtag geschuftet. um daS Geld einem Manne In den Rachen zu stecken, der eS zu nichts besserem brachte wie zu einem, der Strohmatten flocht?
„Ja, hattest du ben Rüdesheimer Karl geheiratet," sagte die gute Grohmama, „ba wußte man, was man hatte, ober in Gottesnamen ben altkatholischen Forst reserendar. er konnte ja übertreten, die 3ann hat eS auch gemacht."
Die arme Grete, von allen Seiten bedrängt, wagte sich kaum noch unter die Menschen.
> Deutschland oyne ober gegen btt Sozlaldemvkvatte (regiert werden kann. (Beifall bei den Soo>al- dcmokraten.)
Abg. Dr. Schiffer (Dem.) bemerkt, die Rede Dreitscheids habe weder den Interessen deS Landes noch dem Ernst der Stunde entsprochen. Die Art, wie der Reichstag immer mehr an Achtung verliere, bilde bei der jetzigen grohen Verantwortung des Parlaments eine Gefahr für das Reich. Dem müsse durch eine Aenderung des Wahlrechtes entgegengewirkt werden, welche ben Wähler wieder mehr in engere Berührung mit feinem Abgeordneten bringt. DerRedner wendet sich bann gegen die Behauptung von der moralischen Schuld Deutschlands am Kriege, sieht in der Politik Poincares die Fortsetzung der Politik eines Frankreichs der Elemenceau und Napoleons und klagt über die schwarze Schmach und die Politik der Ultimaten und Sanktionen und fordert eipe nationale Einheitsfront und eine klare Richtung in der Auhenpolitik. Die notwendige Verminderung des Deamtenstabes dürfe nicht ausschliehlich auf Kosten der weiblichen Kräfte geschehen. Mit der scherna- ttschen Gleichstellung der Löhne müsse ein Ende gemacht werden, damit nicht die ungelernten Arbeiter eine Vorzugsstellung auf Kosten der qualifizierten Kräfte genieben. Man müsse aus dem Pessimismus und der Apathie zum Optimismus her Tat und zur Aktivität kommen. Denen, die uns die Lebensnotwendigkeiten nehmen wollen, rufen wir zu: Hütet Euch, ein 60 Millionenvolk zur Verzweiflung zu bringen. (Beifall bei den Demokraten.)
Abg. K o e n en (Komm.) nennt die Aufnahme des neuen Kabinetts durch ben Reichstag eine Komödie und protestiert gegen die Sozialdemokratie, insbesondere gegen ben Abg. Dreitscheid. denen er die Schuld daran zuschiebt, dah sie vor der Bildung eines sozialistischen Kabinetts zurück- geschreckt seien. Nur so sei es mit Hilfe des sozialistischen Reichspräsidenten möglich gewesen, bah eine kapitalistische ^Regierung gebildet werden konnte. Durch das Liebäugeln mit der Arbeitsgemeinschaft und durch die Festlegung auf deren Programm, das die Beseitigung der Zwangswirtschaft und die Wiedereinführung des Zehnstundentages bedeute, habe die Sozialdemokratie Verrat an der Arbeiterschaft begangen.
Inzwischen ist ein Antrag Dr. Petersen (Dem.) eingegangen: Der Reichstag wolle be- schliehen: Der Reichstag hat die Erklärung der Deichsregierung zur Kenntnis genommen und billigt, dah sie die Note vom 13. November d. I zur Grundlage ihrer Politik machen will.
Ernährungsminister Dr. Müller- Bonn weist den Vorwurf des Landesverrats, den der Abg. Dreilfcheid gegen ihn erhoben habe, auf bas entschiedenste zurück und fordert ihn auf, sein Deweism-aterial uor-ulegen. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Hier liegt esi) 3n Jahr: 1919 hätten dem Rheinlandproblem viele angefereie Männer im gleichen Sinne gegenübergeslanden, nämlich dem Rheinland im Verbände des Deutschen Reiches eine feiner Eigenart entsprechende Stellung zu sichern. Niemals habe er einer Bewegung angehört, die auf eine Abtrennung von Gebietsteilen vom Deutschen Reiche oder aus eine Gocferurtg des Reichsge.uges hinstelten Als Persönlichkeiten in die Bewegung eingebrungen seien, mit denen er nichts zu tun haben wollte, habe er sich von dieser Bewegung getrennt, ©eine Kölner Mitbürger hätten ihm ihr Vertrauen durch seine Wahl zum Stadtverordneten bewiesen. Er habe vor zwei Jahren als mittelbarer Staatsbeamter die republikanische Verfassung des Reiches und Preutzens beschworen. Die Getreide- UFilage habe er als Vertreter der Landwirtschaft bekämpft, er habe als Minister die Pflicht, die .Umlage hereinzuholen und würde das im vollsten Einverständnis mit der Landwirtschaft tun. 3m übrigen habe ihm der Reichskanzler zugesagt, die
statt. Man legte Emst Aktenstöhe und Kontobücher vor. von deren Eintragungen er nichts wühle, denn Gimpel hatte sie geführt. Er sollte angeben, wo die ihm von den Witwen anvertrauten Summen hin verschwunden waren Aber sie waren fort, wahrschtinlich hatte sie Gimpel mitgenommen auf seine Reise. Warum hatte er diese wichtigen Sachen einem Manne überlassen, von dem er nichts wutzte, alS datz er Rens Gimpel hieß?
Oder hatte er gewuht, dah dieser Mann ein» mal wegen ^echfellälschung gesessen hatte? GS waren schon au-tzehn Jahre her, und in Stratzburg hatte Gimpel seine Strafe verbützt. Vs stand zwar zwifchm dem rechten 21 beinufer und dem Elsaß eine fast unübersehbare Mauer, aber Gimpel hatte doch Papiere besessen . . . ilnb Herwegh gestand, datz er die« allerdings gewußt, er hatte ben Mann trotzdem genommen, weil er an die DesferungS^ähigktll der Menschen glaubte.
Gimpel war in seiner Art ein Genie. Herwegh war noch heute davon überzeugt, datz diesen begabten Kaufmann nur ein verschwenderisches Weib zu seinen Vergehungen Derlei et hatte. Selbst Gimpel hatte sich.'r nicht geahnt, in welch beispiellosem Durch?inalrder er sein Bureau zurückge- lassen . . - Aber jedes Wort der QkrteiMgung war hier umsonst. Wenn c« ihm auch gelang, aus diesem Prozesse seine Ehre zu retten, so würde man ihn als Anwalt beim Gericht nicht mehr zulassen, seine Stellung war hin. Er war nun unmöglich geworden, die Gesellschaft hatte ihn ausgeslohen. Wie toücbe Grete das tragen? Ein bittere« Lächeln überschlich sein müdeS Gesicht Er sah sie vor sich. Mit blitzenden Augen, entsetzt. alS habe sie eine schmutzige Hand berührt, würde sie sich von ihm abwenden, ilnb feine arme Mutter!
Wie würde sie eS tragen? Wer Lutz' Schulden bezahlen und den Lümmel beaufsichtigen? Wer seiner Mutter Helsen auS allen Verlegen- beiten? (Fortsetzung folgt.)
dSnnen Kette an MS Gepäcknetz. Bei dem aufgegebenen Gepäck ist besonders auf die Derpa^ung zu achten: es werden immer noch häufig Reiselörbe aufgegeben, deren Verschluhstange leicht durch die Oesen gezogen werden kann, oder deren Oefen so mangelhaft beschaffen sind, datz Stange unb Schloh keinen diebessicheren Dersch'.uh mehr bilden: auch Koffer mit schadhaften oder nicht verschlossenen Schlössern sowie gebrechliche ober nicht genügen!) zugenagelte Kisten sind keine Seltenheit. Die Eisenbahn tonn für die Sicherheit des Gepäcks mit ganzem Erfolg nur sorgen, wenn sie von den Reisenden im Kampfe gegen Diebstahl unb ‘Beraubung unterstützt wird.
Verschiedene Neuerungen Im Post verkehr sind mit der letzten Gebührenerhöhung am 15. November eingeführt, aber kaum beachtet worden. Der Mindestsatz für Drucksachen im Inland geht bis zu 25 Gramm, bisher nur 20 Gramm. Dies gilt auch für Danzig, Memel, Luxemburg unb Oesterreich. Zeitungspakete zu ermäßigter Gebühr sink) nicht mehr nur in der Nahzone, fonbern auch in der Fernzone zulässig. Bei P o st a n to e i f u n g e n unb Zahl karlen ift eine Vorstufe bis 50 Mk. eingeführt. die für die bisherigen Gebühren, Postanweisungen 6 Mk., Zahlkarten 3 Mk., bestehen bleiben. Die nächste Stufe ist von 100 auf 203 Mk. erhöht worden. ®er Meistbetrag einer Postanweisung tm Inland ist jetzt 10 000 Mk., ebenso nach Da^tzig unb Memel.
•• Der ZuckerprelS. Die hessische Landesversorgungsstelle hat den Preis für den Zucker (gemahlener Zucker und Kristallzucker), der auf Grund der Reichszuweisung für die Monate Oktober und November zur Verteilung kommt, auf 115 Mark für daS Pfund festgesetzt. Für Würfelzucker erhöht sich der Preis um 10 Mark, für Grtetzraffinade um 5 Mark für das Pfund.
** D i e Gebührenordnung für amtstierärztliche Verrichtungen betrifft eine Bekanntmachung im neuesten Amtsverkündigungsblatt, aas die wir 3ntereffenten hiermit aufmerksam inacheu. Die Bestimmungen treten am 1. Dezember in Kraft.
** Die Satzung für die Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden im Bezirk der Allgemeinen Ortskrankenkasse des Landkreises ©leben wird im neuesten Amtsverkündigung rblatt zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Als Zeitpu ift des Inkrafttretens ist der 1. Oktober d. I. bestimmt worden.
auch bte intimsten Freunde Dr. Sorten« Taften, und von dem sich verschiedene Mitglieder mit dem französischen General Mangin in Verbindung gesetzt hatten, wurde von der damaligen Reichsregierung als Hochverrat gekennzeichnet. Das Zentrum ist von dieser Bewegung, die von Dr. Müller geleitet wurde, entschieden abgerücktz und die „©ermania" hat sein Verhalten als schtnählich bezeichnet. Als Rheinländer müsse er erklären, dah Dr. Müller, der Kamerad Dortens, nicht in eine Regierung der deutschen Republik gehöre.
Reichskanzler Dr. E u n o erklärt, er könne im Augenblick auf diese Angaben nicht eingehen. Der Fall werde objektiv untersucht und das Ergebnis dem Hause mitgeteilt werden.
Hm ‘/jlOUbr wird die Weiterberatung auf Samstag vormittag 10 Ubr vertagt.
Die Altersgrenze von 63 Jahren dings in Fortfall Bei der E.itrichtong der Monatsbeitrage entfällt die Hälfte auf den Arbeitgeber, die andere auf den Arbeiti Lhmer. Für An- g.stellte, die von der eigenen DeitragSleistung befreit sind, die sogenannten Halbverjichrrtert, entrichtet der Arbeitgeber ben Betrag in der Ge- hacksllasse des Ha bjahrsa b.itsprrdienstes. Sine Befreiung von der eigenen Beitragsleistung kommt nur für Angestellte in Frage, die erstmalig m die Versicherung eintreten, zur Zeit des Eintritts das 30. Lebensjahr überschritten haben unb eine ausreichende Lebensversicherung besitzen, die min- bestens schm seit drei Jahren läuft. Als ausreichend Litt die Versicherung, toenn die monatlich: Prämie mindestens dem Deitragsteil deS Versierten entfpri4>t-
Hos erfebien mit seinem zerzausten Knebel- , Halste auSzahlen können, und der rnd die Generalin sagte deS Abend«, wen« 1 nicht, sie zu vesänstigern.
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