XfaBtetfptel, feinem improvisieren und Planta- fieren am Flügel, sprechen alle, bie ihm lauschen tonnten, mit Begeisterung Dach der Schilderung seines Freundes, des Komponisten Peter Tast, war sein Anschlag von grober Intensität, ohne dabei daN zu sein. Man tonnte bei ihm, wenn es sich um die Wiedergabe von Orchester- Werken handelte, statt von einem Klavierspiel geradezu von einem Partiturspiel sprechen, - denn fein Spiel war so polyphon, dah sich auf dem Flügel deutlich das Horn oder die Flöten und Geigen oder die Posaunen heraushoben. Er toubte also im Klavierspiel daS Orchester an-udeutea. ,Er spielt mit der andersten Ausdrucksfähigkeit und em ei tiefen Uebrrzeugmg. die oif den Hörer unwiderstehlich eindringt," sagt Scydlitz. ilr- sprünglich wollte er jo Musiker werden and hat auster einem Oratorium eine grobe Anzahl anbei er Kompositionen geschrieben, so eine Klaoier- phan taste „3m Mondschein auf der Putzte", ein schlichtes Lied mit eigenartigen Liebergängen zu bern Ehamisfoschen Gedicht ,Das Kind an die et* lofcbene Kerze" und einen 1870 komponierten Männerchor „Ach, ich must rran gehen". Arch eine Opernskizze sowie eine Rhapsodie, beide durch die (Zrmanarichssage angeregt, sind im Riehsche-Ar- chiv vorhanden. 3n späterer Zeit komponierte er nur toenisj. 3m Gegensatz zr Schumanns Manfred* Musik, die ihm immer weniger zusogte, schuf er eine „Manfred-Meditation", die, als er sie bei Wagner verspielte, freundliche Aufnahme fand. Rietzsche aber wollte ein entscheidendes Urteil haben und wandte sich deshalb an HanS von Bülow, der ihm denn auch mit größer Offenheit schrieb und die Musik „hohl, farblos, anspruchsvoll, kalt und äusterst gesucht" fand. Dieses über- scharfe Urteil erschreckte Rietzsche und machte auf ihn so starken Eindruck, dah er trotz der sehr viel wvhlwollenderen Beurteilung von Mszt beschloh, das Komponieren ganz aufzugoben. „Sie haben mir sehr geholfen — eS ist ein Geständnis, das ich immer noch mit einigem Schmerz mache," schrieb er an Bülow. Diesem Gntschlust ist er. trotz mancher Stotzfe«rfzer. wie „Ich mochte jetzt mehr als je Musiker fein!" mit wenigen Ausnahmen treu geblieben. Austier einer vier händigen Gelegeaheits* konrpofition zu einer Hochzeit schrf er nur noch feinen „Hymnus an das Leben", Wohl fein bedeutendstes Musikwerk, obwohl es leider wenig bekannt ist. Seine Hoffnung, datz dieses Chorwerk, dessen Leidenfchaft und Ernst einen wichtigen Grund ton seiner Philosophie anschlägt, seiner Weltanschauung den Weg zu einer breiteren Oef- fenllichkeit erfchltesten werde, erfüllte sich nicht. Aber der Hymnus ist von allen Kennern als eine edle und wohlklingende Schöpfung anerkannt worden. AietzscheS feinstes Verständnis für die Musik und ferne leidenschaftliche Liebe zu ihr offenbarte sich am schönsten in feinen musikalischen Wertungen und Beurteilungen, die überall in seinen Werken verstreut sind.
Bttckerttsch.
— Johannes Wehrmann: »Könige desKreuzes". Ernte-Beriag, Hamburg. — Jn die Zeit der ersten Christen versetzt ui8 dieser Roman Dichterische Kraft verleiht den Gestalten der Märtyrer Fleisch und Blut, bab man in höchster Ergriffenheit und Spannung ihrem Schicksal folgt.
— Julius Levin: „Der Panzer". Verlag Friedrich Linh. Trier. — Mit höchster Gestaltungskraft hat hier der Dichter einen jungen Menschen geschaffen, der sich ganz , in sein innerliches Leben verliert und darum im Konflikt mit der nüchternen Wirklichkeit zugi-unde gehen mub.
— Franz Hersel: „Von den 3 r r - tümern der Liebende n.“ Verlag Emst Rowohlt, Berlin. — Der Veisasser lüstt hier iu diesen Erzählungen während einer Nachtwache
LiebeSschicksale, die nicht zum glücklichen Finden führen, an uns vorüberziehen und gibt in dem Gesamtwerke ein getreues Spiegelbild des menschlichen Lebens, wie eS sich in vielen Fällen abzuspielen pflegt.
— PaulSleinmÜller: „Durtrüborn". Dovelle. (Verlag Greiner & Pfeiffer, Stuttgart.)
— Ferdinand Zacchi: „Klaar Kim- ming". Ernte-Verlag. Hamburg. — Diese Erzählung wurzelt tief in der Heimaterde. Land und Leute erstehen in höchster Anschaalichfeit vor dem geistigen Auge des Lesers, der von den zahlreichen lyrischen Stellen des Buches aber wieder über den Alltag hinausgehoben wird in wahre Feiertagsstimmung
— Flemmings Knabenbuch, 3. Band (1922). Herausgeaeben von G. Gellert. Mit zah reichen Ai bi düngen (Ter ag ton C. Flenming u.iö C. T. WiökoU, 21. G., Ber.in ) Berühmte Zeitgenossen haben zu dem mannigfaltigen, belehrenden und unterhaltenden Buche beig?tragen, in dem Knaben jeden Alters vortreffliche Lektüre finden.
— Schauspielergeschichten. Herausgegeben von Rudolf Kraust- Verlag Strecker & Schröder, Stuttgart. — 3n der vorliegenden Sammlung hat Rudolf Straub Dovellen von Armin, Gutzkow. Seidl, Riehl. Weigmid, Strobl, Salten, Hede.istjerna zusammengest.ült, die trotz der gewollten Brschränlung auf Schicksale und Charak- terzeichnungen einzelner freierfundener Bühnenkünstler beiderlei Geschlechts den ganzen Farbenreichtum im Dasein des Theatervölkleins von der ungetrübten Heiterkeit bis zur sorgenvollen, ent- täuschungsreichen Tragik wiederspiegelt.
— Karl Hanns Wegener: „Das grobe Opse r", Lagebuchblätter einer Frau. (Verlag von Greiner & Pfeiffer, Stuttgart)
— SophieKloerh „DerneueGei st". Verlag von Behiend & Boldt in Rostock. — Der Roman verseht den Leser in bie Resormations eit und führt an seinen Augen die Hauptgeschchnisse vom Auftreten Luthers an bis zu seinem Tode in eindrucksvollen Bildern vorüber Es ist nicht ein landläufiger Roman, sondern ein mit tiefem historischen und psychologischen Verständnis gezeichnetes Kulturbist» auS einer groben Epoche der deutschen Geschichte.
— L. Starklof, Sirene. Eine linksrheinische Geschichte aus alter Zeit. Mit vier Vier- farbenbilbevn und zahlreichen Tektillustrationm. (Te?'ag von C. Flemming und E. T. Vi fett, A G. Berlin.) — Die packend erzählte Geschichte einer Hofdame am Hofe zu Zweibrücken, die durch Hof- kabalen in eine einsame Felsenburg an der Rahe oerbannt, dort in ein feingesponneneS 3ntrigen- spiel verwickelt und im 2lug?nE lief, als sie das Dey siegreich zerreibt, um dem geliebten QHmme zu folgen, zugleich mit diesem von einem tückischen Schicksal zermalmt wird, spielt zu der Zeit kurz vor dem Einbruch der Revolutionsheere in das linksrheinisch: Lanb. und beansprucht somit auch kulturhistorisches Interesse.
Handel,
Berlin, 24 .Aov. (WTB) In der nächsten Woche findet die Wertpapierbörse am Montag, Mittwoch und Freitag statt. An den übrigen Tagen werden nur Devisen und Roten notiert Der Produkten- und Metallmarkt bleibt wie gewöhnlich.
Frankfurt a. M„ 24. Rov. Börsen- stimmungsbild Die Börsenräume blieben heute wieder für jeden Effektenverkehr geschlossen. Am Devisenmarkt war das Geschäft ziemlich rege, und die Tendenz war fest. Der Dollar, der mit 6600 einfetjte, befestigte sich im Verlause aus 6900 und verkehrte zeitweise 7000—7025. Aus den im Effektenverkehr von Bureau zu Bureau genannten Kursen zu fchliebrn, waren diese gegen
gestern entschieden hoher. Allerdings bemerkte man gröbere Zurückhaltung, was vielfach auf die Börsenseiertage und die politische Situation zuiückgeführl wird. 3m Vordergrund des Interesses standen Spezialpapiere. Valutapapiere auf das neue Anziehen der Devisenpveife wieder gesucht.
Frankfurter Devisenmarkt.
(Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Rotierungen.
Datum:
Antw.'Vrüssel . frollanb London Paris Schweiz Svanien Jialien......
i'issabon'Ovorto Dänemark . . .. 'Jiortueiicn . ... Schweden . . .. HelsinaiorS. . . . diennorf Deuisch-Oesterr. Budapest Prag........
Sona
23. November 24. November Geld Bries Geld Briek
41S95 421.05 458,85 4(1115
2501.25 2513.75 2753,10 2700.80
23428.75 28571.25 31421.75 31578D
454^5 457,15 501.75 504.20
1182,- 1188,- 1321.05 1328,35
972,55 977,45 1074,80 1080,20
206,25 297,75 331,15 3320to
1274X)
1281,15
1418,45
1425255
1152.10
1157,90
1270,80
128120
170äk75
1714,25
18-0.75
1889,25
178.05
178,95
175,50
170,50
6421,40
045:3,60
7067,25
7102.75
9.08
9,12
10.95
11,55
265.-
207 —
303,-
305.-
20350
204,50
227,40
228,00
9525
95,75
—
Derllner Produttenmarkt.
Berlin. 24. Rov. Für Devisen machte sich heute vermehrte Kauflust geltend, die auf eine üxniger günstige Beurteilung der Aussichten der bevorstehenden Brüsseler Konferenz zuzuschreiben war. Der Dollar hat wieder den Kurs von 7000 überschritten.
Märkte.
Berlin, 24. Rov. 3n Jiückwirkung der Aufwäi tsbowegung der Deviseniurse herrschte am Produktenmarkt eine feste Stimmung. Weizen war seitens der Mühlen sehr begehrt und stellte sich bei knappem Angebot höher. Für Roggen machte sich vielfach Kauflust geltend, teils für die ReichZgetreidestelle, teils für Hamburg. Auch die zum 1. Dezember bevorstehende Steigerung der Frachtsätze bildete die Veranlassung zu Käufen in naher Ware. Gerste war gleichfalls fest. Hafer war wiederum knapp und besonders in falb greifbarer Ware gesucht. Mais wurde bei ruhigem Verkehr teurer bezahlt. Mehl war noch aus zweiter Hand angeboten. Weizen, märkischen 11 900—12 100 Mk. liest), Roggen, märkischen 10 600—10 800 Mk. (fest), Sommergerste 11000 bis 1t 300 Ml. (behauptet), Hafer, märkischen 12 000—12 300 Wk., pommerschrn 11 800-12 100 Mark, Mais, La Plata, loco Berlin 12 400 bis 12 600 Mk. (fest), Weizenmehl (100 Kg.) 32 500 bis 37 500 Mk. (still), Roggenmeh! (100 Kg.) 29 000-32 000 Mk. (still), Weizenkleie 6200 bis 6400 Mk. (behauptet). Roggenkleie 6200—6400 Mark (behauptet), Raps 20 000-20 100 Mk. (fest). Viktoliaerbsen 23 000—24 000 Mk.. kleine Erbsen 20 000—20 100 Mk., Pelusch en 16 000-17 000 Mk., Wicken 19 500—20 500 Mk., Lupinen, blau 15 000 bis 16 500 Mk.. gelb 16 500-18 000 Mk.. Raps- kuchrn 7200—7300 Mk., Trockenschnitzel 5300 bis 5400 Mk.. Kartoffeln,weihe und rote 450—470 Mark, gelbe 550 Mk Rauhfutter: Weizen- und Roggcnstroh, drahtgeb. 5300—5500 Mk.. Hascr- slrvh. drahtgepreht 5300—5500 Mk, Stroh, stroh- feitgcbünbelt 5000—5200 Mk., Wicsrnheu, gut, gesund und trocken, Donnahd 3200—3400 Ml.» Rachmahd 2850- 2930 Mk.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Entrüstete Ablehnung
der Erklärungen Clämenceaus in Amerika.
London, 24. Rov. (WTB.) Aus Washington wird gemeldet: Die (Srflärungen 6 lernen-
ceau«, dah Deutschland einen neue» Krieg vorbereite, riefen einen Protest sturm seitens amerikanischer politischer Führer hervor. Clemenceau wurde von zahlreichen Senatoren, ebenso von Mitgliedern des Repräsentant en Haus es, heftig angegriffen. Sie sagten, das), wenn Deutschland einen neuen Krieg vorbereite, Frankreich die Verantwortung dafür trage. Clemenceaus Reise nach den Vereinigten Staaten sei ein Versuch, die Vereinigten Staaten mit in einen solchen Krieg hineinzuziehen. Senator D o r a h erklärte, kein Mann fei mehr verantwortlich für da- europäische Unglück als Elemenceau. Keiner trage mehr die Schuld für die zerstörenden Bedingungen des Versailler Friedensvertrages als er. Öenatoc Hit- chock erklärte, es sei wahr, dah Deutschland, RuhlandunddieTürkeiallmäh- lich zusammenrückten, aber Frankreich sei die Ursache hierfür. Gr forderte Clemanceau auf, die Reparationsfrage offen darzulegen. Die Anwesenheit von schwarzen Truppen am Rhem sei eine Schmach. Um bie Sympathien der ^Bereinig- ten Staaten zu gewinnen, hätte Frankreich eine geeignetere Persönlichkeit schicken müssen als Els- menccau. Die auswärtige Politik der französischen Regierung müsse abgelehnt werden. Deutschland befinde sich am Rande des Au f st an- des infolge der französischen Reparationspolitik. Es sei vollkommener Unsinn zu erwarten, dah Deutschland den von Frankreich gestellten Bedingungen nachkommen könne. Die französische Politik sei eine Politik des Krieges und nicht deS Friedens.
Differenzen zwischen Frankreich und Amerika in der Floltenfrage.
Pari«, 24. Rov. (WTB.) Die .Chicago Tribüne" meldet aus Washington, dah die De» cinigten Staaten binnen kurzem bei der französischen Regierung vorstellig werden würden wegen der französischen Haltung gegenüber dem W a- shingtonerAbkommen über bie Abrüstung zur See. Hochgestellte Persönlichkeiten in Regierungskreisen hätten ihr Erstaunen gezeigt über die Erklärungen Leygues. dah das Washingtoner Abkommen nur mit sehr weitgehenden Abänderungen von der französischen Kammer ratifiziert werden könne.
Sonnino f.
Rom, 24. Rov. (WTB.) Der ehemalige italienische Ministerpräsident Sonnino ist gestorben.
Die Dienstzeit in Frankreich.
Paris, 23. Rov. (WTB.) Der Heeres- ausschuh des Senats hat sich mit 16 gegen zwei Stimmen bei zwei Enthaltungen grundsätzlich für die 1 8m onatige Dienstzeit ausgesprochen ES handelt sich um den neuen französischen Militärgesetzentwurf, den bie Kammer in der ersten Hälfte dieses Jahres beraten und in seinen grundlegenden Bestimmungen angenommen hat.
Kopfschmerz
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