inö ©uuuerung ich mich auch Amt u n p a c-
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und
alle
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22. Fortsetzung.
(Rachdruck verboten.)
wisserchaft zu erfüllen. Ich bin mir Wohl bewußt, Latz meine eigene Kraft und die Kraft der vom Vertrauen der Volksvertretung getragenen Regierungen des Reichs und der deutschen Länder allein
mitzuarbeiten an der Gesundung und Erneuerung Deutschlands. Wie bisher will
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 25. Oktober 1922.
Fahrplanänderringen im oberhessischen Zugverkehr.
(WTD.) Vom 30. Oktober ab treten folgende Fahrplanänderungen ein:
Auf der Strecke Gießen—Fulda: Der P.-Z. 562 wird bis Gießen durchgefuhrt. Von Gießen bis Fulda wird, wie von uns schon berichtet, ein Personenzugpaar neu eingelegt. Die Züge verkehren wie folgt: P.-Z. 562 Fulda ab 1,26, Gießen an 4,27 nachm., P.-Z. 557, Gießen ab 3,45, Fulda an 6,30 nachm.: sie führen 2. bis 4. Klasse und halten auf allen Bahnhöfen. Der P.-Z. 555 verkehrt zwischen Wallenrod und Fulda zwei QHinuten später, Wallenrod ab 2,28, Fulda an 3,18 nachm.
Der P.-Z. 556 wird zwischen Dad Salzschlirf und Lauterbach (H.)-Rord früher
Die Herweghs
Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.
Generals, die sich eben fertig machten, lauschten kopfschüttelnd. Sollte man wirklich hinunter- aehen? Dort unten ging etwas vor. . . Der Einzugstag fiel ihnen plötzlich ein.
»Es werden doch nicht wieder zweitausend Mark aus dem Schreibtisch gestohlen sein?" sagte Onkel Anton, dem es ein unbehaglicher Gedanke war, vielleicht noch heut abend zur Polizei laufen zu müssen.
3m zweiten Stock wartete Fräulein Schmidt leit einer Stunde darauf, daß man sie zur Bescherung rief, sie stand mit ihren weißverpackten Geschenken tm Arm in der kalten Stube und hörte mit Herzklopfen dem Stimmengewirr zu, das aus der Tiefe zu ihr heraufklang. Sicher hatte der Lümmel wieder etwas angestellt.
’ Frau von Herwegh sah totenblaß auf dem Sofa. Sie zitterte an allen Gliedern. „Ich habe es ia geahnt, daß mit Ernst etwas Schreckliches passiert ist."
, 4 -Mit mir M nichts Saniert, ich verbitte mir das, Mama, fuhr Ernst erregt auf, aber der Ohrring ist verschwunden, das läßt "sich nicht wealeugnen, und es läßt sich auch nicht bestreiten daß Grete den Schmuck selbst aus der Kassette genommen und ihn vor dem Spiegel angelegt hat Ich verlange von ihr, daß sie mir wenigstens ihr Anrecht gesteht. Ja, das verlange ich," sch^h er aufgebracht, „mag er hingekommen sein, wohin er will, beschafft muß er werden."
Verschiedenheiten der Interessen und Weltanschauung hinaus die großen und wertvollen Kräfte unseres Volkstums zusammenzufassen und zusammenzuschliehen in der uns allen gemeinsamen Treue zu Volk und Vaterland. Was uns auch sonst trennen mag, im klaren Bewußtsein unserer Pflichten gegen die Ration müssen wir alle uns in .Einigkeit da zusammenfinden, wo es sich handelt um die Grundfragen des Lebens und der Zukunft unseres Volkes und unseres Vaterlandes. Aeber das, was für das Ganze notwendig ist, wird es stets verschiedene Meinungen geben. Es wird sich nicht vermeiden lassen, daß die Gegensätze der Interessen und Ideen aufeinanderstoßen. Aber wir müssen diesen Kampf so führen, daß er nicht in einen Zusammenprall der Leidenschaften und nicht m blinde Selbstzerfleischung ausartet, und es muß unser gemeinsames Bestreben sein, daß alle in diesem Geiste wirken und ihn verbreiten mögen, ist die Ditte, die ich an Sie, meine Hercen, an den Reichstag und an alle deutschen grauen und Männer, die guten Willens sind, in dieser Stunde richte.
ferner Hinbemühen, mein teilichzu führen, Gerechtigkeitgeg jedermann zu üben und meine Pflichten
Präsident ^voebe stellt "fest, daß die Annahme des Antrages mit der für die Verfassungsänderung notwendigen Vs°Mehrheit erfolgt ist. Durch diesen Beschluß wird das bisherige Provisorium beendet und der gegenwärtige Präsident Ebert ersucht, sein Amt als Reichspräsident bis zum 30. Juni 1925 weiterzuführen.
Ein deutschnationaler Antrag, der die Verkündigung dieses Beschlusses um zwei Monate hinausschieben will, um inzwischen einen Volksentscheid herbeizuführen, wird in namentlicher Abstimmung mit 310 gegen 77 Stimmen, bei 10 Stimmenthaltungen, abgelehnt.
Präsident Loebe: Der Antrag hat nicht das für solche Fälle vorgeschriebene Drittel der Stimmen erhalten, der erste Beschluß tritt damit sofort in Wirksamkeit. Das Präsidium des Reichs- > tages wird sich unmittelbar nach Schluß der Sitzung zu dem Reichspräsidenten begeben, um ihn zu fragen, ob er diesem Ersuchen stattgeben will.
Vor der Schlußabstimmung über die Ge - Ireideumlage beantragen die Abgeordneten Ko en en (K.) und Ledebvur (USP.) nochmals Wiederaufnahme der Debatte, da eine Regierungskrise eingetreten sei.
Der Antrag wird in der GeschäftsorLnungs- debatte abgelehnt Und die Getreideumlage nach den Beschlüssen de rz weiten Lesung mit 2 36 gegen 160 Stimmen an» genommen.
Abg. Ledebvur (USP.) beantragt zur Geschäftsordnung die Sitzung eine Stunde auszusetzen und den Reichskanzler zu ersuchen, in der neuen Sitzung Auskunft darüber zu geben, auf welche Parteien er sich in Zukunft zu stützen gedenkt. Rach dem Ausfall der Abstimmung stehe der Reichskanzler vor der Unmöglichkeit, feine bisherige Politik weiterzuführen. Er müsse daher den Reichstag auflosen und an die Wähler appellieren.
Der Antrag wird abgelehnt.
Sodann wird das Gesetz, das die Gehalts- psändungsgrenze auf 120 000 Mk. sestsetzt, in dritter Lesung angenommen.
Das Haus vertagt sich darauf bis zum 7. Ro- vember nachmittags 3 Uhr. Die Festsetzung der Tagesordnung bleibt dem Präsidenten überlassen.
nicht ausreicht, um die schweren Aufgaben der Gegenwart und der Zukunft zu lösen, die wird nur dann sich durchsetzen, wenn sie sich bereinigt mit den lebendigen, schaffenden und wirkenden Kräften des ganzen Volkes und wenn sie gestützt wird von dem staatlichen, wirtschaftlichen geistigen Leben unserer Ration. Es wird mein stetes Bemühen sein, über
„Von was denn?" fragte der Lümmel, der die Ringgeschichte von der geschäftlichen Seite auffahte.
Grete lachte nervös auf. „Ein Ring, dex dreißigtausend Rubel gekostet hatte!"
„Dreizehntausend Rubel," verbesserte Ernst. „Es ist immer noch genug."
„Wieviel ist denn ein Rubel?" fragte die verstörte Frau von Herwegh.
„Weih es denn die Alte schon?" fragte Lutz.
„Das ist es ja!" rief Grete. „Sie hat schon dreimal geschickt! Als Ernst dem Kammerdiener die Kassette übergeben wollte, fand sich, daß die Inhaltsangabe nicht stimmte. Der Ohrring sehlle."
„Daß sie den aber auch gerade Weihnachten an sich hängen muh," sand Lutz, dem das gestörte Weihnachtsessen am Herzen lag.
Draußen schellte es nun dreimal energisch. Es waren Generals und Fräulein Schmidt, die sich entschlossen hatten, hei unterzukommen, um zu sehen, was es gegeben habe.
„Was ist denn passiert, meine arme gute grau Major?" rief Tante Betty in der Tür. ©ie erfuhren von Lutz die Geschachte des verschwundenen Smaragden, und Grete beteuerte schluchzend von neuem, den Ring nicht genommen SU haben. Der Kanarienvogel schrillte verzweifelt dazwischen, bis Lutz ihm die Decke überflülpte. Da war er still. Die Bescherung hatte man vergessen, der Daum wurde nicht mehr angezündet an dem Abend, niemand war in der Stimmung, Weihnachtslieder zu hören. Endlich begann Trina mit Entschiedenheit den Karpfen aufzutragen Man ging zu Tisch. Als die mit Aepfeln. Zwetschgen und Korinthen gefüllte Gans erschien, wurde beschlossen, bei einer Strafe von drei Mark nicht mehr von den Smaragden zu sprechen.
Eine Aussprache mit dem Reichspräsidenten.
Berlin. 24. Oft. (WTD.) Nachdem das die Frage der Präsidentenwahl neu regelnde verfassungsändernde Gesetz heute in dritter Lesung mit großer Mehrheit angenommen worden war, begaben sich der Präsident des Reichstages Gebe sowie die Vizepräsidenten Dietrich, Dr. Dell, Ditt- mann und Dr. Riesser zum Reichspräsidenten, um ihn sofort und in feierlicher Form von diesem Beschlüsse, in Kenntnis zu setzen. Löbe richtete an 'ben Reichspräsidenten, der die Herren des Reichs- : Präsidiums tm Beisein des Reichskanzlers und des Reichsrnintsters Köster empfing, folgende Ansprache:
„Herr Reichspräsident! Der Deutsche Reichstag hat in seiner heutigen Sitzung mit 314 von 391 abgegebenen Stimmen, also mit ganz überwiegender Mehrheit, welche die in der Verfassung vorgesehenen zwei Drittel weit übertrifft, dem Anträge zugestimmt. Der von der Rationalversammlung gewählte Reichspräsident führt sein Amt bis zum 30. Huni 1925. Die gesetzgebende Körperschaft 'bat somit dem Provisorium ein Ende gemacht und Sie, Herr Reichspräsident gebeten. Amt und Wurde beS ersten Präsidenten der Deut- Men Republik bis zum 30. Juni 1925 zu übernehmen. In der schwersten Zeit unseres Vater- hindes, nach dem furchtbaren Zusammenbruch, inmitten immer neuer politischer und wirtschaftlicher Erschütterungen, vom schärfsten Druck der Siegesmächte bedroht, haben Sie im Jahre 1919 ein Amt auf sich genommen, in dem nach unserer aller ^Bewußtsein keinerlei Anerkennung, geschweige denn Dank erwartet werden konnte. Sie folgten wie Sie damals sagten, dem Rufe der Pflicht WeNn Ihnen heute die deutsche Volksvertretung mit großer Mchrheit die Fortführung des hohen Amtes anträgt, so bekundet sie damit ihren Dank für die bisherige Führung Ihres Amtes, für Ihren klugen Rat in schwierigen Situationen, für Ihre erfolgreiche Vermittelung in inneren Krisen, den Dank dafür, daß Sie sich jederzeit an die Spitze gestellt haben, wenn es galt, organisatorisch^ Werke zur Linderung der Rot unserer Zeit tatkräftig zu fördern. Sie bekundet damit ein Vertrauen, das über den Kreis der Zustimmenden chinausreicht bis in jene Reihe, wo man aus politischen Gründen, n«ht aus Gründen persönlicher Gegnerschaft, eine andere Entscheidung vorge- tzvaen hätte: ein Vertrauen, daß es Ihnen vor faßen anderen gelingen werde, auch in Zukunft mit Weisheit und Energie an der Lösung der .schweren Fragen mitzuwirken, vor denen unser Land und unser Volk gerade jetzt wieder stehen.
Indem ich Sie, Herr Reichspräsident, zu der
Entscheidung des Reichstages im Rainen dcs Präsidiums beglückwünsche, bitte ich Sie. feinem Wunsche zu entsprechen und Ihr Amt als erster Präsident des Reich's weiterzuführen. Ich gebe dabei der Hoffnung Ausdruck, baß cs während i er' nun beginnenden zweiten Hälfte Ihrer Amtsperiode gelingen möge, die tiefe Rot und Bedrängnis unseres Landes zu überwinden. Als Hüter der Verfassung, als Wahrer der Rechte und Freiheiten des Voltes in der Deutschen Republik, mögen Sie weiter Ihres hohen Amtes walten!"
Hierauf
erwiderte der Reichspräsident wie folgt:
„Herr Präsident! Ich danke Ihnen für Ihre Mitteilung des Reichstagsbeschlus'es, der in Aen- beiung dec bisherigen Verfasfungsbestimmung das mir auf Grund des Gesetzes über die vorläufige Reichsgewalt übertragene Amt des Reichsprchi- benten auf der rechtlichen Grundlage der Reichs- Verfassung erneuert und in feiner Dauer verfassungsgemäß festgelegt hat. Haben Sie auch aufrichtigen Dank für die freundlichen Worte, die Sie in Verbindung damit an mich gerichtet haben. In der Zeit des schwersten Schicksals Deutschlands 'habe ich das Amt des Reichspräsidenten übernommen. Ich tat es nur in dem Bewußtsein, meine Pflicht tun zu müssen gegenüber den Volksgenossen, die mir in harten Tagen ihr Vertrauen entgegenbrachten. Im gleichen Gedanken erkläre ich mich auch heute bereit, mein Amt weiter zu führen. Entscheidend für diesen, im Widerstreit verschiedener Erwägungen nicht leichten Entschluß war für mich das mir durch die übergroße Mehrheit der gewählten Vertreter des deutschen Volles erneut bekundete Vertrauen. Getreu meinem vor der Rationalversammlung in W.imar abgelegten Gelöbnis, meine Kraft dem deutschen Volke zu widmen, die Verfassung und die Gesetze des Reiches zu wahren, wird es mein alleiniges Bestreben fein, in dem Drang und Rot dieser Zeit der Republik zu dienen und nach bestem Können
gelegt und wie folgt befördert: von Salzschlirf ab 5,33, Angersbach ab 5,39, Lauterbach (H.)-Rord an 5,45 nachm. Der P.-Z. 551 wird früher gelegt und erhält folgenden Fahrplan: Lauterbach (H.)- Rord ab 7,31, Angersbach 7,38, Bad Salzschlirf ab 7,45, Großenlüder 7,58, Oberbimbach ab 8,03, Fulda an 8,22 Dorrn.
Bei dem Zuge 8904 (W) Alsfeld ab 1,32 nachm.. Grünberg an 5,14 nachm., wird auf dieser Strecke die Personenbeförderung ausgehoben. Bei den Zügen 8905 (W), Alsfeld ab 5.38, Lauterbach (H.)-Rord an 5,46 nachm.. und 8,03 (W), Lauterbach (H.)-Rord ab 2,35, Alsfeld an 3,45 nachm. fällt die Personenbeförderung weg.
Der Zug 8909 (W) bisher Gießen ab 2,54 wird früher gelegt. Gießen ab 2,47, Rodgenab 3,07, Großen-Busech 3.22. Reiskirchen 3,39, Saasen an 3,48 nachm.; auf dieser Strecke bleibt die Personenbeforderung bestehen, während auf der Strecke von Saasen bis Alsseld die Personenbeförderung auf gehoben wird.
Auf der Strecke Bad-Salzschlirf — Schlitz — Riederaula wird der P.-Z 2513 wie folgt geändert: Bad Salzschlirf ab 6,03, Rie- deraula an 7,19 nachm.
Auf der Strecke Mücke — Hungen — Friedberg (H.) verkehren die Züge 4271 (W), Hungen ab 3,04, Mücke an 4,24 nachm., 4272 (S), Mücke ab 4.33, Hungen an 5,26 nachm.; 4260 (S) Hungen ab 5,36, Friedberg (H.) an 6,28 nachm.
Auf der Strecke Gedern — Lauterbach (H.)-Rord werden die Züge 4133 und 4138 wie folgt geändert: P.-Z. 4133 verkehrt ab Bermuthshain 6,17, Crainfeld h.22, Grebenhain—Crainfeld ab 6,27, Rösbcrts 6,33. Ilbeshausen 6,42, Herbstein 6,52, Rixfeld 7,00, Eisenbach 7,07, Frisch- born 7,12, Dlitzenrod 7,15, Lauterbach-Süd 7,21, Lauterbach-Rord 7,25 vorm. P.-Z. 4138 wird von Lauterbach-Rord bis Herbstein in folgendem Fahrplan befördert: Lauterbach-Rord ab 6,37, Lauterbach-Süd ab 6,41, Blitzenrod ab 6,47, Frischborn 6,50, Eisenbach ab 6'54, Rixfeld 7,04, Herbstein ab 7,15 und weiter wie bisher.
** Rochmalige Verlängerung der Herbst ferien. Das Landesamt für das Bildungswesen hat in einer neuen Verfügung an die Ortsschulvorstände, die Kreisschulämter und die Direktionen der höheren Lehranstalten bestimmt, daß überall, wo es die Verhältnisse erfordern, eine weitere Verlängerung der Herbstferien bis zu acht Tagen eintreten kann unter der Bedingung, daß die Weihnachts- und Osterferien entsprechend gekürzt werden. Gleichzeitig gibt das Lande samt für das Dildungswesea die Ermächtigung, auf Anfordern und im Einvernehmen mit den Eltern auch Einzelurlaub zu landwirtschaftlichen Arbeiten zu erteilen.
** Volkshochschule. Im Anzeigenteil der heutigen Rümmer findet sich eine Uebersicht über die Veranstaltungen des 8. Semesters. Es beginnt am 30. Oktober und umfaßt 1 5 Arbeitswochen, dauert also mit Einschluß einer Weihnachtspause bis zum 4. März 1923. Die Gebühr beträgt 150 Mk. für den Kurs, für den zweiten und jeben weiteren 100 Mk. Alles Weitere ist ausführlich im Arbeitsplan für das 8. Semester enthalten, der auf der Geschäftsstelle (Löber- straße 26 II), in den Buchhandlungen ufa>. kostenlos zu haben ist.
** Anlagenmusik findet am Donnerstag, den 26. d. Mts., mittags 12 Ahr, am Liebig-Denkmal statt. (Rur bei günstiger Witterung.) Musikfolge:. 1. Marsch über Altniederländische Volkslieder, Th. Grawert. 2. Mv- zartiana, Konzertfantasie über Mozartsche Themen, H. Kling. 3. Preislied aus der Oper: „Die Meistersinger von Nürnberg", R. Wagner. 4. Ouvertüre zur komischen Oper: „Dan- ditenstreiche", Frz. v. Suppe. 5. Dorfschwalben aus Oesterreich, Walzer, Ioh. Strauß.
*’ Die Vortragsreihe von Dr. Hans Berg in der Stadtkirche führte die sehr zahlreichen Zühörec am Mo tagab _nd in den engst en Kreis der Interessensphären eines jeden M.m- scheu: Die Familie und die Ehe. Mit tiefem sittlichen Ernst deckle der Redner die schweren Schäden unseres Volkslebens auf, wobei tie Wah.Hnt des Bibelwortes mit erschütternder Deutlichkeit zum Bewußtsein eines jeden nach^enkenden Hörers gebracht wurde, daß die „Sünde der Leute Verderben ist". Andererseits aber verstand Redner es, das hohe Lied eines in Gottes Gesetz und Wort verankerten glücklichen Familien- und EhelebrnS in solch herrlichen Farben und so anmutig zu schildern, daß sicherlich niemand zurückstehen möchte, dieses höchsten irdischen Glückes teilhaftig zu werden und dadurch zum Wiederaufbau der Menschheit im höchsten Sinne beizutragen. Aus dem Kreis menschlich-irdischer B.lange heraus führte, Dr. Berg seine Zuhörer gestern abend in die unendlichen Weiten des Uni- versums, um ihnen die „Rätsel der Weltregierung" in klarer, bilderreicher Sprache
Aber eine harmlose Fröhlichkeit wollte nicht aufkommen.
Ernst weigerte sich, etwas vorzuspielen, und Liane wollte nicht beflamieren.
Als das junge Paar nach Mitternacht das Haus verließ, hatte es leicht geschneit, die Mainzer Straße sah leer und verwandelt aus, wie üie ganze Wxlt.
Sie gingen stumm nebeneinander her, nicht wie sonst Arm in Arm, und Ernst drängte einen unbestimmten schrecklichen Verdacht vergeblich nieder, während Grete trotzig schwieg und den Kops sehr hoch trug.
Zu Hause angekommen, begannen beide die Wohnung von neuem zu durchsuchen. Ernst leuchtete allq Ecken und Winkel der Geldschränle mit der Taschenlampe ab. Grete bürstete eigenhändig die Kokosteppiche in Ernsts Geldschrank- zimmer. Man kehrte die Aktenstücke um und um. Aber der Smaragd fand sich nicht. Die oberen Räume waren seit dem Unfall mit der Kassette schon so oft von Dienstbotenhänden aufgeräumt und gefegt worden, daß sich der Stein längst gefunden haben müßte.
Es kamen nur drei Personen in Betracht, welche von der Kassette etwas wußten, Ernst, der Buchhalter und Grete, und Vor dem Buchhalter durfte noch nicht einmal etwas davon laut werden, daß Grete die Kassette gesehen hatte.
Ob, wie Ernst es jetzt verwünschte, daß er den Schmuck nicht, wie sonst, sofort in den eisernen Schrank verschlossen hatte. Dort ruhten noch ganz andere Werte Hatte ihn denn der Satan dazu verführt, die Steine Grete zu zeigen!
Aber was halfen diese Selbstvorwürfe.
verständlich zu machen. Von dem Beweis der
Unhaltbarkeit der Gvtteslcugnung, wie er sich schon dem Gewissen der Naturvölker bezeugt, ausgehend, zeigte Redner an gewaltigen Beispielen der Welt- und Menschheitsgeschichte (Mesina, Titanic, Weltkriegserleben u. a.), wie in Zeiten und Stunden solchen Erlebens auch dem innerlich gottfernen Menschen vernunftmätzig und unwidersprechlich klar wird, daß der ewige Gotteswille auch in rätselhaftem Weltgeschehen höchste erzieherische Weisheit und Heilsgedanken zum Ausdruck bringt. Deshalb findet, so folgert Redner weiter, des Menschen Herz in bezug auf die tiefsten und schwierigsten Fragen nach Zufall oder ewigem Gotteswillen keine Ruhe, bis es, mit dem alten Kirchenvater Augustin zu sprechen, seine Ruhe und feste Verankerung gefunden hat in dem lebendigen Gott.
** Ihren 9 3. Geburtstag beging gestern in geiftiger Frische die älteste Cinwoh- nerrn unserer Stadt, Frau Beate M a r z o g, Wetzlarer Weg 11.
Vornotizen.
— Tageskale nderfürMittwoch. Stadttheater, 7 Wr: „Verliebte Leute". — Stadtkirche, 8 Ahr: Oeffentlicher Vorttag über „Leben die Toten?" — Kaufmännisches Vereinshaus, 8Vi Ahr: Vortrag über „Die Volkshochschule, ihr Wesen und ihr Ziel". — Astoria-Lichtfpiele: „Das Geld auf der Straße", „Meine Frau kanns nicht lassen", und „Haß!" — Lichtspielhaus, Bahnhofstr., ab heute: „Der Graf von Monte Christo", 3. Teil.
Wettervoraussage
für Donnerstag:
Vorwiegend heiter, trocken, Rachtfrost, schwache nördliche Winde.
Lieber Deutschland liegt ein Teilhoch. — Heute morgen wurden folgende Temperaturen sestgestellt' Gießen — 3 ®cab, Lauterbach — 7 Grad, Darmstadt — 2 Grad.
Landkreis Gießen.
ri. Li ch, 24. Okt. Die Gemeinden Lich, Rieder> bessingen, Dors-Güll und Holzheim luden gestern auf dem hiesigen Bahnhof unter Leitung von Pfarrer Walde ck-Wohnbach einen Eisenbahnwagen mit Liebesgaben für das Diako- nissenhaus Elisabethen stift in Darmstadt. Hiesige Konfirmandinnen waren dabei die eifrigen Helferinnen.
Kreis Alsseld.
* Alsfeld, 24. Okt. Die Iubi- laums-Gewerbeausstellung hat mit einem Lieberschuß von etwas über 3 0 0 0 0 Mark abgeschlossen. Beim Iubiläums- Hauptausschuß soll folgender Vorschlag für die Verteilung gemacht werden: 10 000 Mk. dem Kriegerdenkmalfonds, 10 000 Mk. dem Ortsgewerbeverein zur Unterhaltung seines Schulgebäudes, und 5000 Mk. dem Kaufmännischen Verein und dem Detaillisten-Ver- ein, die an der Ausstellung beteiligt waren.
Hessen-Nassau.
* Frankfurt a. M, 23. Oft. Die Ge- hälter der kaufmännischen Angestellten im Oktober stellen sich nach einer am Montag abend gefällten Entscheidung des Schlichtungsausschusses wie folgt: Lehrlinge 2000, 3000 und 4000 Mk.: für die Gehilfenjahre 10250, 11 800, 13300 Mk.: Klasse A: 17 000, 20 600, 26 000 Mk.: Klasse B: 18 750, 22 600, 27 500 Mk.: Klasse C: 20 400, 24 600, 29 200, 31 200 Mk.; Klasse D: 23 000, 27 500, 32 000, 34 400 Mk.: Klasse E: 26 300, 29 750, 35 400, 37 600 Mk. Die soziale Zulage für die Frau beträgt 1000 Mk., die für die Kinder 600 Mk. Am 15. Rovember wird ein Vorschuß bezahlt in Höhe von 3000 Mk. für die Gehilfenjahre, 5000 Mk. bis zu 26 Jahren, 8000 Mark über 26 Zähre. Erklärung über den Schiedsspruch hat bis zum Samstag, 12 Uhr, zu erfolgen.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 24. Okt. Das neue Semester am Predigerseminar hat begonnen: 26 Kandidaten sind neu eingetreten, dazu kommen die 13 „Oberkandidaten“ aus dem vorigen Semester, so daß nunmehr 39 Hörer hier anwesend sind; im nächsten Semester soll sich die Zahl voraussichtlich auf über 50 erhöhen. Diese starke Frequenz wird jedoch voraussichtlich nur eine vorübergehende sein und ist noch als eine Rachwirkung des Feldzugs zu betrachten, da viele Feldzugsteilnehmer nunmehr erst zum Abschluß ihres Studiums kommen. Auch das Polytechnikum hat wieder seine Psvrten geöffnet, die Zahl der Studierenden beträgt nahezu 500. In einer stark besuchten Studentenversammlung
Heutiger Stand des Dollars
10 Uhr vormittags:
Berlin 4475, Frankfurt a. M. 4400.
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Der Schmuck muhte beschafft werden, und dazu gehörte Geld.
«Aber das muh dir doch nicht schwer werden, bei deinen Einnahmen," sagte Grete. „Du hast doch alle Geldschranke voll."
„Das Geld gehört anderen, nicht mir, ich habe nur die Verwaltung," verwies er sie. Die Sache eilte, die Fürstin war bereits mißtrauisch geworden und telephonierte ihn am ersten Feiertag an, ob sich der Ohrring immer noch nicht gesunden habe?
Ernst ging nicht selbst ans Telephon, er lieh sich verleugnen. Der Ohrring war verschwunden und blieb es. Geld! Geld!
Er hatte alles flüssige Kapital in diese Back- steinfabrik gesteckt, die immerfort nur Geld ver- schlang. Die Aktien waren wieder zehn Prozent gesunken. Goldenberg bot ihm die seinen an. Es waren nur zwölf Stück, er wollte sie zu jedem Kurs abstoßen. Der Verkauf einer einzigen Aktie kann oft das Sinken der anderen Aktien bewirken und damit ein ganzes Unternehmen ins Schwanken bringen. Es ist oft der erste Schritt zum Zusammenbruch. Gerade jetzt durfte man keine Eppenhausener Ziegeleiaktien auf den Markt Werfen. Er hatte Goldenberg schließlich seine Aktien abgenommen, weil dieser sonst mit Kündigung der Hypothek drohte. Run kam auch der Schwager Winterichs an, ein dicker, reicher Tierarzt. der auch „Lunte witterte", mit seiner Mappe voll Ziegeleiaktien. „Geben Sie mir her. ich bin froh, die Attien zu haben, es hat mich ein Freund darum gebeten,“ sagte Ernst.
-So?" meinte der mißtrauische Tierarzt. _Ra ich bin srob, sie los zu fein.“
(Fortsetzung folgt.)


