Ausgabe 
24.1.1922
 
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An­

letzten Jahres wurden lebend Geborenen, 41 41 Todesfällen; dazu in der Gießener Klinik

Fürth

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fragen.

Schluß 3/t6 älhr.

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gemeinde Nürnberg-Fürth lehnte die Vereinigung mit 21694 gegen Stimmen ab.

amtsregister des abgeschlossen mit 86 Eheschließungen und kommen 6 Todesfälle und 2 Totgeburten.

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| aus früheren Beitragszahlungen erworbenen Rechte gehen verloren, wenn nicht 120 Deitrags- monate (einschließlich Kriegsdienstzeit) zuruck- gelegt sind.

** Rentenempfänger der Inva­liden- und Angestelltenversicherung, die auf Grund des Reichsgesetzes vom 7. Dezember 1921 Antrag auf Unterstützung stellen wollen, werden aufgefordert, diesen Antrag mündlich bis zum 31. Januar 1922 im Stadthaus an der Süd- Anlage, Gartenstrahe 2, Obergeschoß, Zimmer Rr. 11. anzuüringen. Näheres ist aus der Bekannt­machung im heutigen Anzeigenteile zu ersehen und kann an dec angegebenen Stelle befragt werden.

** Die Männer- und Frauenver­einigung der Matthäusgemernde hatte für Sonntagabend zu einem Familien- a b e n d in die Stadtkirche emgeladen.Pfr. Mahr betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der "Ie- meindebewegung für die Kirche, die Rotwendtg- keit einer Mission am eignen Boll. Das sei der große Dienst der Heidenmission, daß sie uns machtvoll in der Gewißheit stärke, daß gegen­über dem modernen Heidentum in unserem Volk unser Doll nichts nötiger brauche als das alte Evangelium. Zn farbenprächtigen Lichtbildern von außergewöhnlicher G te, künstlerisch vom Prä-, sidenten der Ehinamisston ausgenommen, führte Missionsprediger Spaich Land und Leute in China, die Kulturarbeit der Basler Mission in Schule, ärztlicher Mission, in Predigt und Seel­sorge vor. Die Hörerschaft, die die Kirche bis auf den letzten Platz füllte, folgte aufmerksam den fessellrden Ausführungen des Vortragenden. Missionsprediger Spaich legte zum Schluß die deutsche Mission der evangelischen Gemeinde ans Herz nicht nur als deutsche Sache, sondern als

von den Damen des Vereins gestiftetes Danner, das von ihnen überreicht wurde.

tt. T r e i s a. d.Lda., 22.3an. Der Gesang­vereinEintracht" hielt am Samstag- abend in Mills Saal seine diesjährige Abend- unterhaltund ab. Rach einer eindrucks­vollen, die vaterländischen und volksbildnecischen Ausgaben der deutschen Eeangvereiue hervor­hebenden Begrüßungsansprache durch den Diri­genten, Lehrer Eberle, wurden in schöner Ab­wechslung mehrere trefflich eingeübte Chore und Solis von Schubert, Jüngst, Cberle u. a. vorgetra- gen sowie 2 kleinere Theaterstücke auf geführt, die allgemeinen Beifall der Anwesenden fanden. Der Verein gehört dem vor einigen Hahren gegrün­deten Lumdatal-Sängerdund an, der dieser Tage dahier eine Verbandssitzung abhielt, auf dec die Gesangvereine von Staufenberg, Vordeck und Climbach dem Verbände beitraten.

x QSiefed, 23. Ian. Die Standes-

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Daraus wird die Weiterberatung auf morgen Mittag 1 älhr vertagt. Außerdem kleine

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Die Beratungen über das Steuerkompromiß.

Berlin, 24. Jan. Die gestrigen De- fprechungeri über die Steuerfrage rn der Reichskanzlei, an denen der Reichskanz­ler, der Reichsfinanzminister Dr. Hermes Dr. Rathenau, Vertreter des Zentrums, der Sozialdemokraten, der Deutschen Volkspartei und der Demokraten teilnahmen, wurden ein­geleitet durch Darlegungen des Reichsfinanz- ministers über die Gestalt, die die Steuer- Vorlagen der Regierung durch die bisherigen Defchlüfse der Reichstagsausschüsse gefunden haben. An das Referat schloß sich eine leb­hafte Aussprache, bei der die Frage der Zwangsanleihe eine große Rolle spielte. Die Besprechungen, die länger als drei Stun­den dauerten, haben eine Lösung des Steuer- Problems noch nicht gebracht. Rach Schluß der interfraktionellen Desprechung trat die Sozialdemokratische Partei zusammen, um auf Grund der Berichte ihrer Vertreter zu be­stimmten Vorschlägen Stellung zu nehmen. Die Fraktion wird heute nochmals zusammen- tieten. Auch die interfraktionellen "Besprechun­gen sollen heute mittag 12 Llhr unter Hinzu­ziehung der Bayerischen Vollspartei fortge­setzt werden.

Aus dem Reiche.

Die Beratungen des Auswärtigen Ausfch usseS.

Berlin, 23. Jan. (WTB.) 3m Aus­wärtigen Ausschuß des Reichstags be­richtete der Reichskanzler eingehend über die wirtschaftlichen und politischen Beziehun­gen Deutschlands zu R u ß l a n d. Deutschland wünsche kein deutsches Wirtschaftsmonopol, sondern die deutsche Regierung sei bereit, mit anderen Interessenten gemeinsam zu ope­rieren im Einvernehmen mit der Zustimmung derjenigen Gebiete, für die derartige Syndi­kate errichtet werden sollen. 3n dem hierauf folgenden vertraulichen Gedankenaustausch kam trotz der natürlicherweise verschiedenen Stellung der einzelnen Parteien zu dem russi­schen Problem der Wunsch zum Ausdruck, daß der Weiteraufbau der wirtschaftlichen Be­ziehungen zu Rußland aufs dringendste an­zustreben sei.

Aus Stadl und Land.

Gießen, den 24. Jan. 1922.

Amtliche Personalnachrichten. Rechnungsdirektor Georg D i n g e l d e i n beim Landesfinanzamt Darmstadt wurde zum ©teuer» amtmann ernannt. Ernannt wurde am 17. Han. bei Bürogehilfe Wilhelm Hammel aus God­delau zum Kanzleiassiste^ten bei der Landes-Heil- und Pslegeanstall »Phllippshospistü' bei Godde­lau mit Wirkung vom 1. Januar 1922 an. Dem Zollassistenten Fritzges zu Mainz wurde die Stelle eines Zollassistenten bei dem Hauptzollamt Mainz mit dem Standort Mainz übertragen.

Der Ankauf von Gold durch die Reichsbant und Post erfolgt in der Woche vom 23. bis 29. Januar zum Preise von 780 Mart für ein Zwanzigmarkstück, 390 Mark für ein Zehnmarkstück. Für die ausländischen Gold- murren werden entsprechende Preise gezahlt.

* D iebstahst Gestern wurde in h eftgcr ©tobt ein Nerzpelzkragen von runder Zorm mit 8 Schwänzen gestohlen, der mit brauner ©eibe gefüttert und am Halse mit einer Rüsche beseht ist. ,

Deutscher Reichstag.

157. Sitzung, nachmittags 1 Ahr.

Berlin, 23. Zan.

Eingegangen ist die Benachrichtigung von der Einladung Deutschlands zu der Konferenz in Genua.

Ter Gesetzentwurf über den Verkehr mit aus­ländischen Zahlungsmitteln wird ohne Aus­sprache in zweiter und dritter "Beratung ange­nommen.

Cs folgt die erste Lesung des Reichsschut- gesehentwucfs.

©taatrfetretär Schultz: Ter Entwurf ist in weiten Kreisen auf grobe Schwierigkeiten geflohen. Es wäre bedenklich gewesen, hätte er irgend­wo vorbehaltloses Eir verstäub. is ge unten. 3n zahllosen Versammlungen ist die Z irückziehung tes Entwurf verlangt worden. Die Verabschie­dung drängt außerordei t ich. um wieder Ord­nung zu schaffen. Schulstreiks, bald von rechts, bald von links, lösen einander ab. Die Entschei­dung über das Gesetz, die schon 1919 kommen sollte, muh möglichst bald fallen. Das Gesetz will nur das Weimarer ©chulkompromiß aas- führen. Der Entwurf wi l EraftLotle Chraktere in der Zugend h rarziehen.

Abg. Heil mann (©.): Das Beste an dem Gesetz ist, daß eL der we.tlich.n Schule eine ge­setzliche Grundlage gibt Zm bemotratifdjen Staat kann es nur die weltliche Schule geben. Zch beantrage ileberfceilung an einen besonderen Ausschuß.

2Ibg. Rheinländer (Ztr.): Für uns ist in dem ©chulstomprvmiß das Wesenllichste der gemeinsame Bildungsgedanke, der die deutsche Jugend zu charakterfesten Menschen erzieht Durch das ©chullompromiß ist es gelungen, a ich die Konfessionsschule auf gesetzliche Grundlage zu stellen. Das Elternrecht auf Erziehung der Kinder muß auch in diesem Gesetz ausdrücklich betont werden. Wir verlangen, taf> kurch R ich g s tz bestimmt wird, daß die Zahl der Religionsstun­den nur im Einverständnis mit den kirchlichen Be­hörden feflgelegt wird. älr. erträglich ist es. bah die Bekenntnisschule im Entwurf gerades i als minderwertig hingestellt wird. Auch wir sind für Ausschiußberat rügen. Wir wollen Gleich­berechtigung dec Delenrtaisschule.

Abg. Mumm lT sch tl.): Wir werden brr Ausschu .berat ing zustim aen. Wie in W imar, stehen die Deutschnatiora:en fest zur ch istlichen ©chule. Wir fordern, bah die Kinder in der Schule nicht religiös ausgehungert werden.

Abg. Dr. Runkel <D. Vp.): Der Gesetz­entwurf ist insofern verfassungswidrig, als er die ©imultanschule abbauen will. Ebenso ist b'e neue Gemeinschaftsschule vollkommen gegen die Verfassung. Kompromißschulen sollen nach der Verfassung die christlichen Gemeinschaftsschulen sein Tie weltliche ©chule einzuführen, wäre eine Katastrophe für den Volksgeist, wenn sie auch vier Stunden Religionsunterricht vorsieht Die Schule ist die Tochter der Kirche. Beide müssen nebeneinander bestehen.

Feiertagswunsche der Sozialdemokratie. I

LautDeutscher Allgemeiner Zeitung" beantragte die sozialdemokratische Reichstags­fraktion, die Reichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag sogleich den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, wonach der 1. Mai und 9. No­vember zu gesetzlichen Feiertagen des deutschen Volles erllärt werden.

Die Wahlen in Braunschweig.

Braunschweig, 23. Jan. (WTB.)Die Braunschweigische Landeszeitung" meldet: Nach den nun vorliegenden nichtamtlichen Ergebnissen sind die Landtagswahlen in Braunschweig wie folgt ausgefallen: Landeswahlverband 100 718, Demokraten 28 373, MehrheitSsvzialisten 52 406, Unab­hängige 74 499 und Kommunisten 10 230 Stim­men. Dem Blatte zufolge erhalten: Der Lan­deswahlverband 23, die Demokraten 6, die Mehrheitssozialisten 12, die Unabhängigen 17 und die Kommunisten 2 Sitze, so daß sich eine sozialistische Mehrheit von 2 Sitzen ergibt.

Keine EiaheitsgemernLe Nürnberg-Fürth.

Nürnberg, 21. Jan. (WTD.) Bei der gestrigen Volksabstimmung über die Einheits-

Kreis Schotten.

r1 Gonterskirchen, 23. Zan. 3n un­seren Waldungen, besonders zwilchen hier und dem Zägerhaus, zeigen sich in letzter Zeit wieder öfter Wildsauen. Es ist in diesem Winter jedoch. noch nicht möglich gewesen, den schlauen Schwarzkitteln beizulommen. Dagegen geben sie öfter Gelegenheit zu Klagen wegen des Wild­schadens. Tie Hirsche in unserer ©emacTang sind dagegen recht selten geworden. Noch vor 20 Zähren konnte man den Bestand an Hoch­wild in den gräflichen Waldungen auf gegen 150 Stück berechnen. Heute erreicht der Gesamt­bestand kaum noch. 2025 Stück. Ueberhaipt ist der W i l b st a n b sehr zurückgegangen. Eine Treibjagd, die früher eine Srrecke von 3040 Hasen brachte, bringt heute kaum noch 810 Stück. Dies ist zweifellos verursacht durch bas Wildern, das In den letzten Zähren leider wieder zugenommen hat.

Fl Lauba <ch 22. Jan. Helle wurde hier die Letzte ihrer Familie, Frau Sch ^ly geb. v. V i g n y, Witwe eines schle ischen Guts­besitzers, beigesetzt. Die Verstorbene entstammte der alten französischen ® afenfamilte, die ihren Ursprung auf Schloß Vitry in der Cham­pagne zu rück führt. Ein AbÜnrmli'g dieser Fa­milie war s. Zt. in die Dienste Friedrichs des Großen getreten, too er sich auszeichnete. 3m Jahre 1788 erkannte Friedrich Wilhelm 11., Könrg von Preußen, diesen Adel an, und gestattete der gamtHe, die neunzackige G:a e kröne zu führen. Diese Familie bildete eine ©e.tcnnnte des fran­zösischen Grafenhau dem der bekannte Dichter Alfred Victor Marquis be Vignh (17991863) angehvrte. Die heute hier bestat­tete Dame sand ihre Ruhestätte an der Seite ihres Bruders, des Majors Louis von V i g n y, der als Letzter seines Stanrmes vor zwei Jahren (25. Oarruar 1920) verstorben ist. Dessen Witwe (eine geborene Laubachectn) lebt noch in unserer ©ladt.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Offen bach, 23. Zan. Eine Ein» b r e e r b a n b e. 3n der Nacht von Freitag auf Samstag warben hier, derOffenb. Ztg/ zufolge, anscheinend von ein und denselben Ta- tem, an drei verschiedenen Stellen Einbruchs­diebstähle verübt, 3n der Frankfurter Straße drangen die Diebe in das Bureau einer Ma­schinenfabrik, in der Waldstraße in ein Kranken- kassenbureau mb in der ©prendlinger ©trabe in ein Bauburear ein. Sie erbrachen sämtliche Behältnisse, die sie nach> Gelb durchsuchten, wäh-- renb sie alle anderen Sachen unberührt ließen. Nur in einem Falle fiel ihnen ein Barbetrag von kaum 100 Mart in die Hände. Die Art der Aus­führung der Diebstähle läßt daraus schließen, daß als Täter junge Burschen in Frage kommen.

Mainz, 21. Januar. Der findige Polizeihund. Zn einÄn benachbarten Rheinstädtchen wurden aus der Ladenkasse eines Metzgermeisters auf rätselhafte WeisE 21 000 Mark entwendet. Ein zur Stelle ge­schaffter Polizechund nahm die Spur auf und verbellte die Frau des Metzgermeisters, die den Verdacht entschieden von sich abwies. Es wurde daher der Versuch wiederholt, wahrend sich die Frau in einen anderen Wohnraum be­gab. Das Ergebnis war aber das gleiche. Nur gestand die Metzgersfrau nach eindringliches Zureden ein, das Geld fortgeholt zu haben und zwar deshalb, wellchr Mann es ja doch sonst versaufen würde und ihre armen Kinde? nichts von ihm zu erhoffen hätten".

Kreis Wetzlar.

fpd. Wetzlar, 23. Jan. Auf dem Neu­bau der Firma BuderuS-Röchling stürzte bei der Anlage von Stromleitungen der Clek- trvtechnller Baumann aus erheblicher Höhe ab und fand dabei den Tod.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt <l M., 23. Zan. 'Beim Umsätzen von gefüllten Säcken fiel in den Frankfurter Asbestwerken vvrm. Louis Wert­heim in Niederrad ein großer Stoß um und begrub zwei Arbeiter unter sich. Der Arbeller Friedrich Koch war sofort tot, der Arbeiter Johann Blankenberg aus Schwanheim mußte mit schweren inneren Ver­letzungen dem Krankenhause zugeführt wer­den. Zm Rangierbahnhof der Hafenbahn- Ost geriet der Rangierer Alwin Degenhard zwischen die Puffer zweier Güter­wagen. Er erlitt lebensgefährliche innere Verletzungen.

(BericbtsfaaL

sie sich vornehmlich in den von Franzosen besetzten Gebietsteilen leider immer wieder ergeben müssen. Die Besatzungsbehörden haben die moralische Legitimation verwirkt, von Deutschland die Erziehung im Geiste der Dollerversöhnung zu verlangen. (Lebhafte Zustim­mung.) Nach einer Veröffentlichung Tardieus hat Clemenceau auf der Pariser Friedenskonferenz be­hauptet^ daß 150 000 im Saargebiet lebende Fran­zosenfreunde in einer Eingabe an Poincare den Anschluß an Frankreich bnlingt t>_.b n. Dem­gegenüber muß mit aller Bestimmtheit festgestellt werden, daß es im Saargebiet mit seiner kern­deutschen 'Bevölkerung auch einen irgendwie ins Gewicht fallenden Bruchteil jener angeblichen 15003 Franzosenfreunde weder damals gegeben hat, noch heute gibt. (Lebhafte Zustimmung.) Der Ministerpräsident geht dann im einzelnen auf das Verhallen der Regierungskommission im Saar­gebiet ein. Die Verordnung der Regierungskom- misflon, daß Deamtengehälter und die Postwerte in Franken gezahll werden, ist eine glatte Ver­letzung des Versailler Friedensvertrages. Der gegen die deutsche Schule gerichtete Vorstoß der Reaierungskommi s on Hut nicht nur im Saarlands, sondern im ganzen Deutschland die größte Er­regung ausgelöst. Tatsächlich hat bei einigen Stel­len der Regierungskommission die Absicht be­standen, den französischen Unterricht zwangsweise einzuführen. (Rufe: älnerhörtl) Voll und Regie­rung in Preußen sehnen die Stunde der Wiedervereinigung herbei.

Abg. Metzinger (Z.) begrünbete dann die große Anfrage des Zentrums, die sich gegen die zwangsweise Einführung der Fcankenlöhnung im Saargebiet wendet.

Abg. Backern (Dntl.) begründet die großen Anfragen seiner Freunde. Die eine wendet sich gegen die schon vom Ministerpräsidenten zurück- gewiesene Fälschung der Qtbreffe an den Präsi­denten der französischen Republik. Die zweite Anfrage verlangt Maßnahmen der Regierung dagegen, daß die beutfdfe Bevölkerung des Saar- gebietes bis zur Abstimmung militärisch politisch und kulturell in ihrem Deutschtum unterdrückt und wirtschaftlich überfremdet wird.

Abg. Hue (©oz.): Die Sozialdemo­kratie wird ebenso wie die älnabhängigen im Saargebiet dem von der französischen Schwer­industrie subventionierten Annexionismus mit aller Kraft entgegenwirken. Das urbcutfdje Saar- gebiet muß wieder ju Deutschland kommen. Das sei sogar die Meinung der meisten Kommunisten des Saargebiets, die von der französischen An- nerionsprvpaganda des kommunistischen Partei­sekretärs Waltz nichts wissen wolltem

Abg. E i ch h o f f (D. Vpt.) verweist auf die Ausführungen eines englischen Parlamentariers, der offen zugebe, daß die Franzosen im ©aar- gebiet den Friedensvertrag verletzten, besonders durch die, zwangsweise Durchsetzung der Franken- Währung.) Die Frankenwährung führe tatsächlich zu den schwersten wirtschaftlichen lAchadigungen weiter Vollskreise im Saargebiet. Frankreich wolle offenbar auf diese Weise größere Schichten der Bevölkerung zur äleberfiedlung nach dem unbe­setzten Deutschland nötigen und Id die Französisie- rung des Saargebietes erleichtern.

Abg. Jansen (Dem) stimmt den in den Anträgen und Grotzanträgen enthaltenen Forde­rungen zu.

Abg. Otter (11) hält die Kapitalisten für .mitschuldig an dem Eindringen der Franken­währung mit ihren schädlichen Wirkungen. Er l wendet sich im übrigen scharf gegen die Re­gierungskommission.

y Es folgt die gemeinsame Beratung von neun Anträgen und Großanfragen, die sich mit den durch die Besetzung des Rheinlandes verursachten Schä­den befassen.

3nnemninifter ©evering berichtet über die Maßnahmen, die die preußische Regierung ge- metnfam mit der Reichsregierung unternommen habe, um die Lasten der Besatzung möglichst zu mildem.

Kultusminister Dr. Böliez beantwortet dann mehrere große Anfragen, die sich gegen ' Maßnahmen der Rheinlands ko mmision wenden. 1 Sie Clöetterberatung wurde auf morgen mittag 12 Ahr vertagt. .

* Allendvrf a. d. Lahn, 23. Zan. 3m vergangenen Jahre wurden hier geboren 20 Kinder (1920 : 23), gestorben sind 14 Per- fönen (10), getraut wurden 24 Paare (9).

Q © r ü n b e r g, 23. Jan. Am Sonntag sand imTaunus" eine gutbesuchte Versammlung des Ortsgewerbevereins statt, in der Ober- Steuerinspektor Lehr- Gießen über die Umsatz­steuer sprach. Der Vortragende erläuterte in klaren Ausführungen eingehend die Destimmun- jjen des Gesetzes und gab auf mancherlei Fragen, über die Ungewißheit herrschte, bereitwillig Qhid- kunft. Besonders wies er auf die Wichtigkeit der schriftlichen Aufzeichnungen der Steuerpflichtigen hin.

O Grünberg, 23. Jan. Am Samstag hielt der hiesige Zweigverein des Vo­gelsberger Höhen-Clubs eine wohl­gelungene Famllienfeier imRappen" ab. Ein reichhaltiges Programm füllte den Abend aus. Besonders gefielen eine humoristische, in Ver­sen vorgettagene Betrachtung des Wander- fahreS 1921 und das gut gespielte Theater­stück,Die Brieftasche". Eine große Anzahl Mitglieder konnte mit WanderauSzeichnungen dekoriert werden. Allgemein überraschte ein!

TodeSurteü im Heidelberger Mvrdprozeß

Heidelberg, 23. Jan. (WTB.) 3m Heidelberger Bürgermeister-Mordprozeß fäll­ten heute die Geschworenen ihren Wahrspruch. Er lautete auf schuldig mit Meineid in der Fahrraddiebstahls-- fache, auf nichtschuldig des Raub- mordversuchs und auf schuldig des Raubmordes an Busse und Werner. Nach dem Antrag des Staatsanwaltes, der auf zweimal zum Tode und ein Zahr Zuchthaus lautete, nahm liefert selbst noch einmal das Wort, um zu erklären, daß er I sich diesem Spruch füge. Aber, so fuhr er

eine Pflicht der Liebe und Verantwortung, die aus dem Glauben kommt.

Der Provinzialverbanb Ober- hessischer Kaninchenzüchter hielt im Hotel Hopfeld eine gut besuchte Hauptversamm­lung ab. Nach dem Jahresbericht des Vorsihen- dea S ch m a l 1 - Gießen hat sich der Verband gut weiterentwickelt, obwohl die Futtemot der Ausdehnung der Zucht sehr hinderlich war. Neue Vereine sind dem Verband beigetreten aus Heu­chelheim, Lang-Göns, Holzheim und Garnbach. Laut Kassenbericht re.-fügt der Ter» banb über 600 Mk. Die Der andsausstellung für 1922 wurde dem Verein Schotten übertragen. Die Verbandsausstellunq 1921 fand in Büdingen statt, sie war ftarf beschickt und erfreute sich eines zahlreichen Besuchs. Zu Beisitzern wurden neu gewählt: L. Gerhardt-Kirch-Göns, Stoll- Bad-Nauheim und Neidel- Heuchelheim. Zu Vertretern für die Landesriersammlung, die am 5. Februar in Darmstadt stattfindet, wurden gewählt: Schmalst Keist Kreiling, F. Schmidt- Heuchelheim, Dem- Gambach, Me­lius- Gießen, Gerhardt - Kirch-Göns und Vonderheid -Büdingen. Für die Landesver­sammlung wurde der Antrag gestellt, daß die Kosten für die Vertreter künftig der Landesver­band tragen soll. Eine lebhafte Llussprache er­folgte über den Punkt: Einteilung und Auflösung des Provinzialverbands in Kreisverbände. Man erhofft davon eine lebhaftere Werbetätigkeit für die Zucht durch Vorträge und Kreisausstellungen. Schließlich wurde die Vorlage mit großer Stimmenmehrheit angenommen. Die Provinz wird eingeteilt in die Zuchtkreise: 1. Gießen, 2. Friedberg und 3. Nidda-Schotten-Büdingen. Alsfeld b'eibt einst­weilen bei dem Zuchtkceis Gießen. Alljährlich sollen eine oder zwei gemeinsame Besprechungen der Kreisvorstände in Gießen stattfinden. Die Gelder des Provinzialverbandes werden prozen­tual an die Kreise verteilst

Vornotrzen.

Tageskalender für Dienstag: ©tadttheater, 7 stlhr: .Hedda Gabler". Großer Hörsaal dec llniversitat, 81/, Hbr: Vortrag der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Astoria- Lichffviele, bis einschließlich Mittwoch: ^Goliath Armstrong", 4. Teil:Den Fluten prieisgegeben", undMenschen".

Der Evangelische Arbeiterver­ein plant in nächster Zeit eine Reihe von Ver­anstaltungen auf dem Gebiete der Volks­bildung. Am Sonntag den 5. Februar d. Zs. findet in der Turnhalle ein Volkslieder- abend statt, der sowohl durch die Reichhaltig­keit des Programms, wie auch durch die Art der Aufmachung der einzelnen Darbietungen beson­deres Interesse finden dürste. Als Solisten wirken mit Frau Rose Diehl (Sopran), Herr Ernst © ch u ch a r d t (Tenor), ebenso hat sich für diesen Abend das 1. Gießener Doppelquartett in den Dienst dieser Volksbildungsbestrebungen gestellt. Ein weiterer Teil des Programms wird von der Gesangsabteilung des Vereins ausgefülll. Die musikalische Leitung der Veranstaltung Legt in den Händen von Musiklehrer Gernhardt. Der für den 29. Januar vorgesehene Kammermusik­abend muß infolge Erkrankung eines Mitwirken­den verschoben werden.

Das von uns irrtümlich im Tages­kalender _ der Samstagnummer angezeigte Wohltätigkeitskonzert des Wart­burg-Vereins findet erst am kommenden Sonntag, 29. d. Mts., und zwar im großen Saale des Hotels Einhorn statt. (Näheres siehe Anzeige.)

Landkreis Gießen.

Befreiung von der Angestell- tenversicherung durch Lebensver« s ich e r u n g. Da in weiten Kreisen noch UnFIar- beit über die Deitragsleistung im Falle der Be- freiung herrschst sei darauf hingewiesen, daß nach § 392 des Gesetzes im Falle der Befreiung auf Grund eines Leberisversicherungsverttags der Ar­beitgeber nach wie vor verpflichtet ist, die Bei­trage für den Versicherten zu entrichten Demnach befreit das Angestelltenversicherungsgesetz nur den Angestellten, nicht den Arbeitgeber von der Der- sicherungspflichst Die Stellung deL Antrags auf Befreiung entbindet zunächst nicht von der Foct- -ahlund der vollen Beiträge; diese müssen biel- I mehr bis zur endgültigen Entscheidung des Reichs- 1 de^l ccherungsamreS weiter entrichtet werden. Die