20.“*
Dienstag, 24. Januar 1922
1Z2. Jahrgang
17-80
Ll.
a - l8; » '
----- 0 J»
0.16
r.
Ium Tode des Papstes
die
ge-
öneo Ttl01,
un9
2,60
1,37
2.57
0.15 9.10
<175 2L6) 22.15 33.50 0.75
515.- L75 0.15
2,60
1.38
2.57
Ä!
6.13
-.50
8.70
42.10 . 21.72
rr.45
. 40.40
0.725
514.50
1.75
0.1?
12. Das Landwirtschaftskammer-Gebäude ist ein stolzes Wahrzeichen für die Tätigkeit der hessischen Landwirtschaftskammer, und alle Landwirte werden denjenigen, die es gebaut haben, noch dankbar sein dafür, daß es gebaut wurde. Jeder kluge Finanzmann wird anerkennen, dah die Landwirt- schaftsbammer hier etwas Besonderes zu rechter Zeit geleistet hat. Die Verzinsung und die Amortisation des schonen Gebäudes erfordern nicht so-
Artikelschreibers haben soll, notwendig wären. ^Hirtenbrief erlassen, in welchem es u. a. Deshalb sehen Viele mit Reid aus dieses zu rechter | heisst: Ties ergriffen vernimmt in^ allen ©rl> Zeit errichtete „Haus der Landwirre'.
teilen die gesamte Welt die Trauerbotschaft. Die Weltgeschichte wird den für immer Heimgegangenen unter die grollten Wohltäter der in tiefster Rot und Bedrängnis seufzenden Menschheit ein- zureihen haben. Seine den Geist Christi atmende«. Arbeiten und Anstrengungen um einen Völler- rieben der Versöhnung und Gerechtigkeit, seine auf immer neue Wege sinnende und erfinderische Liebe zu den beklagenswertesten Opfern des Krieges, zu den verlassenen Gefangenen und Vermißten, zu den weinenden Witwen und Waisen, seine in unablässiger Vatersorge fortgesehteälntcr- stützung der Kriegsbeschädigten, vor allem der hungernden und notleidenden Kinder, lassen den Papst in buchstäblichem Sinne als Segenbringer
13. Wenn der Artikelschreiber der Landwirt- schaftskammer Expansionsgelüste vorwirft, danri erwidern wir darauf, daß die Landwirtschaftskammer die gesetzliche Berufsvertretung der Landwirtschaft in Hessen ist. und daß sie hiernach die
nehm fei.
Der „Temps" über die Wiederherftcttnngsfrage.
Die Hessische Landwirtschafts- Kammer und ihre Schulden.
(Fortsetzung.)
1. Es ist unrichtig, dah die Landwirtschaftslehrer unzureichende Vergütungen für die Vorträge von der Landwirtschaftskammer bekamen, sondern die vom Artikelschreiber für die Provinzialvereine als vorbildlich geschilderte unentgeltliche Tätigkeit bis auf geringe Tagegelder und Reisekosten-Ent- schädigung war auch späterhin bei der Ländwirt- schastskammer bei Abhaltung von Vorträgen üblich. Solange die Prvvinzialvereine bestanden erhielten die Landwirtschaftslehrer wie alle Vortragenden für die Wanderdorträge draußen im Lande das übliche Tagegeld und die Entschädigung der Reisekosten. Sv wurde es auch bei der Landwirtschaftskammer gehalten bis der Wunsch in den Kreisen der Landwirtschaftslehrer nach dem Kriege auf eine Aenderung laut wurde, die jetzt erfolgt ist.
8. Ein Rückgang Landwirtschaftlicher Der- suchsvereine hat nie bestanden. Aber das landwirtschaftliche Dersuchswesen, d. h. die Ausführung von Demonstrationsdüngungsversuchen, die der Landwirtschaftliche Verein für Oberhessen, in den anderen beiden Provinzen war dies nicht der Fall, vorübergehend betätigte, wurde als unbedingt erforderlich in einheitlicher Weise für das Land geregelt. Die Ausführung der Versuche liegt im wesentlichen heute noch in denselben Händen wie früher. Zur Zeit wird die Dersuchstätigkeit auf dem Gebiete des Acker- und Pflanzenbaues, des Obst-, Wein-, Gemüse- und Gartenbaues unter Mitarbeit anerkannter Autoritäten auf dem Gebiete des Dersuchswesens in erfolgreicher und außerdem umfangreicher Weise, wie seither, von der Landwictschastskammer zur Durch'uhrung gebracht. Die Landwirtschaftskämme' le sicne hierbei auch, ebenso wie andere Lanöwirtschaftskammern. wissenschaftliche Arbeit. Dies ist wohl nicht nach jedermanns Sinn, besonders bei denen, die glauben, allein die Wissenschaft vertreten zu dürfen und die Beamten der Kammer und der Ausschüsse
erscheinen.
Ter „Germania" zufolge wird Kardmai Bertram sich von Breslau am Dienstag nach Rom zur Papstwahl begeben. Sn München w.rd er mit Kardinal von Faulhab er und voraussichtlich auch mit Kardinal Schulte von Köln zusammei treffen, mit denen er geireinfa-n die Reise fortsetzen wird. An der Papstwahl werden sich sechsdeutschsPrechendeKar- b i n ä I e beteiligen, und zwar außer den drei Obengenannten der Erzbischof von Wien Kar- dinal Piffl und die beiden Kurienkardinäle Frühwirth und van R 0 s s u m.
59.20
88.80
Die Klagen des Saarlandes im Preußischen Landtag. (Preußischer Landtag.)
ungen.
25.40
Interessen der Landwirtschaft in erster Linie wahrzunehmen hat. Sie wird auch in Zukunft so handeln müssen, will sie nicht die Interessen der hessischen Landwirte verletzen und die Stellung der Land- wirtschaftstammer als gesetzliche Berufsvertretung preisgeben. So wie seither, wird sie auch in Zukunft die anderen Kräfte, die ebenfalls zur Förderung der Landwirtschaft von anderen Stellen aus berufen sind, zur Mitarbeit auf dieser Grundlage bitten.
14. Der Artikelschreiber behauptet, daß in zahlreichen Protestversammlungen der Landwirtschaftskammer vorgeworfen worden sei, sie wäre nie mehr als eine reine Einrichtung der Bureau- fratie gewesen.
Das behauptet man von einer Einrichtung, an deren Spitze nur erfahrene Männer der landwirtschaftlichen Praxis, die in ihrer Mehrheit früher schon lange Jahre in den landwirtschaftlichen Vereinen mitgewirkt haben, und denen zur Seite anerkannte, wissenschaftlich und praktisch erfahrene, leitende Beamten zur Seite stehen, die in ihrer Mehrheit ebenfalls bereits zur Zeit der Landwirtschaftlichen Vereine bei diesen und beim Hessischen Landwirtschaftsrat tätig waren.
15. Es wird dem Artikelschreiber nicht gelingen, einen Gegensatz zwischen dem Vorstand und seinen leitenden Beamten hervorzurufen, denn das Zusammenarbeiten zwischen diesen beiden Stellen und seinen Beamten ist ein solches, daß selbst derjenige, der Zwietracht säen will, dies nicht erreichen wird. Rur Zwietracht, Mißgunst und Reid können so sprechen, denn die besten Köpfe haben auch im eigenen Lager immer die größte Gegnerschaft.
Die Zahl der Dorstandssitzungen und die der hierbei erledigten Gegenständ gibt den besten Anhaltspunkt für die Mitarbeit des Vorstandes, die während der Landwirtschaftlichen Provinzialoer- eine auch nicht annähernd in diesem Maße der Fall war. Erst der Landwirtschaftstammer war es Vorbehalten. die praktischen Landwirte zur umfangreichen Mitarbeit an der Landwirtschaftskammer heranzuziehen.
16. Bei der Errichtung der Landwirtschafts- kammer war es von vornherein selbstverständlich, daß der Staat ebenso, wie er auch sonst für die Interessen der Allgemeinheit Mittel bereitstellt, er auch für bestimmte Förderungsmaßnahmen wie früher dem Landwirtschaftlichen Verein, Zuschüsse an die Landwirtschaftskammer leisten sollte. D.ese Zuschüsse haben mit der Ausdehnung der Aufgaben und insbesondere wegen der gestiegenen Kosten infolge der Geldentwertung eine Steigerung erfahren, aber nicht annähernd in dem Maße, wie sie der Geldentwertung entsprechen müßte.
Es ist unrichtig, dah die Beiträge der Landwirtschaftskammer langsam aber sicher gestiegen seien. Die Landwirtschaftskammer-Deiträge haben bis zum Jahre 1919 keinerlei Aenderung erfahren, das ist während einer Zeit von 13 Jahren.
Ein erhöhter Beitrag wurde zuerst für das Jahr 1919 erhoben. Für das Jahr 1921 sind Verträge wohl festgesetzt, aber noch nicht erhoben, wegen äleberlastung der Finanzämter.
Wenn es Landwirte gibt, wie der Artikel- schreiber behauptet, die von der Landwirtschafts, kammer außer dem Beittagszettel nichts gesehen und gehört haben, dann stellt er diesen Landwirten ein trauriges Zeugnis aus. Wer die gebotenen Einrichtungen der Landwirtschaftskammer nicht benutzen wollte und nicht benutzen will, htt auch kein Recht dieselben zu kritisieren. Hab der ist wohl der rückständigste Landwirt, der behauptet, von der Landwirtschaftskammer nichts weiter gehört oder gesehen zu haben als den Deitragszettel.
(Schluß folgt.)
Berichte, die das Heilige Kollegium interessieren können. Seit dem Tode Benedikts XV. haben die Kanzlei und das Sekretariat der Breve zu amtieren aufgehört. Bei einer Zusammenkunft der Kardinäle wurden die Siegel der kirchlichen Beamten zerbrochen, zum Zeichen, daß die alte Kirchenregierung ihr Ende gefunden hat.
Rom, 23. Ian. (Wolff.) Heute vormittag um 9 älhr wurde die Leiche Benedikts XV. nach der St. Peters!irche übergeführt, wo sie öffentlich ausgestellt wird.
R 0 m, 23. Ian. (TS>rS.) Das „Giomale b’3ta- lia" meldet, dah das Konklave am 2. Februar beginnen soll. Tie Eröffnung der Kammer,
Er. 20
Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche Yezugrpreise: Mir. 9.50 einschl. Träger, lohn, durch die Post Mk. 10.- einschl. Bestell- gelb, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Nerlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Stehen.
postscheittonto:
Frankfurt a. M. 11686.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 'Pf., auswärts 90 pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 300 Vf- Bei Platz. Vorschrift20J „Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in (Biegen.
Vt. r.
Paris, 23. Jan. (WTB.) Der „Temps schreibt in seinem Leitartikel nach einer älebersicht über dir Einwirkung der M a r k b a i s s e auf die deutsche Finanzlage, man müsse dahin kommen, dah die Mark nicht mehr sinke. Zu diesem Gedanken kommen wir heute, ohne auch nur ein Wort von den Reparationen erwähnt zu haben und ohne uns auch nur einen Augenblick daran erinnert zu haben, daß unser Land der Haupt' gläubiger Deutschlands ist. Aber ob man Gläubiger Deutschlands ist oder nicht, die Reparationsfrage tritt auf, sobald man ein Mittel sucht, die deutschen Finanzen zu stärken. Heute ist sw an dem Punkt: Wenn wir Deutschland die Barzahlungen erlassen und dafür seine Sachliefe- rungen entwickeln, werden wir da^tt bereits allti getan haben, was zur Stabilisierung der Mark erforderlich ist? Darauf kann man ohne Zögern antworten: Rein! Selbst wenn man die Barzahlungen völlig unterdrück^ selbst toenn man die Sachlieferungen aus 1 Milliarde Mark jährlich reduzierte, hätte man das Rotige noch nickt getan. Das Wesentliche würde immer noch
Dom, 23. Ian. (WTB.) Heute hat zweite Zusammenkunft der Kardinäle stattgesunden. Diese Zusammenkünfte werden jeden Tag stattfinden, um den Kardinälen zu ermöglichen, verschiedene Formalitäten zu erfüllen insbesondere den Eid der Treue auf die apostolische Konstitution zu leisten, die jede Deein- fluffung der Kirchenregierung durch die weltliche Macht verbietet, und um über folgende Punkte zu beraten und zu beschließen: Vorbereitung des Konllave, Prüfung der Teilnehmer am Konklave, Festsetzung des Budgets beS Konllave, Bekanntgabe der Briefe der Staatsoberhäupter und der Runtien, sowie Bekanntgabe aller
Paris, 23. Ian. (WTB.) Havas. Die italienische Regierung lieh heute bei der französischen Regierung anfragen, ob sie der Ernennung des Grafen Sforza zum italienischen Botschafter in Paris ihre Zustimmung gebe. Poincare antwortete, dah die Ernennung der ftanzösischen Regierung
Asch.
6 IN ihrem bünnhrh- ? Selten des täÄ Anekdoten, Z?
1 sie sich, ihtS.
füTjX ■ .n<N aud) nur ein 1« W&n tu ,
? jederzeit be- ’ E/munl jede Duck ™ entgegen, ebrch y. Perusaslrahe 5.
Alage wiederholt.) tede PomcariS. lDTG.) Der Pariser Manchester Guar- : Pvineares gebe keine xmfbau Europas, soweit, io. Die Bezugnahme auf daß Frankreich Senf wolle. Die Aede Poin- rr auöfallen können, ing der sranMchr» ingen.
. (M.) Die ,M< :t aas Washington, tx-, her Seite werde bau:1 rika in Genu jta i seiner Forderung da iedensvertrages nichi 1 Es sei noch nicht ent« *■ gten Staaten in 3cm A getreten sein werden, w möglich angesehe« | anznhören, welche bit in Washington bereit-
duzenten bezahlen. Der „TempS" sieht die Lösung der Frage nur in der Möglichkeit einer auswärtigen Anleihe für Deutschland, sei es auch nur, um die Sachlieferungen äu finanzieren. Dazu aber seien internationale Kreditopelationen nötig. Auf diesem Wege kommt der „Temps" wieder zu seiner Forderung, Amerika möge helfend eingreifen. Er ist der Ansicht, daß diese Frage die Konferenz von Genua beherrschen werde, wie man sich auch dazu stellen möge.
* • *
Die Haltung Amerikas.
Paris, 23. Ian. (Wolfs.) Senator Mac C 0 r m i ck sandte an die „Chicago Tribüne" ein Telegramm, um den Einwendungen ent^egenju» treten, die infolge der einstimmig im amerikanischen Senat angenommenen Resolution gegen ihn vorgebracht werden. Der Senator erklärte darin, daß zwischen den Pyrenäen und der Wolga mehr als zwölf Regierungen beständen, von denen viele Schuldner der Vereinigten Staaten seien. Seit dem Waffenstillstände habe Amerika Europa etwa 1 Milliarden Dollar vorgeschossen.
8^-
Aus Sowjet-Rußland.
Kopenhagen, 23. Ian. (WTB) Der Derlingske Tidende" wird aus H.llingiors telegraphiert- Die Hoffnungen der Sowie egierung, BrotausSibirienzu erhalten, sind infolge des Zerfalls des russischen Verkehrswesens und des Mangels an Heizmaterial gescheitert. Die einzige große Eisenbahnwerk statte Rußlands, die sich in Omsk befindet, ist nt<£ dergebrannt, was zur Folge haben wird, daß lange Zeit hindurch Ausbesserungen an den fibi- xjschen Eisenbahnwagen und Lokomotiven nicht vorgenommen werden können.
K 0 p e n b a g e n, 23. Jan. (WTB.) Das hiesige lellischePressebureau meldet: D^e Regierungen Lettlands, Finnlands und E st l a n d s haben am 18. Januar der russischen Räteregierung eine Rote überreicht, in welcher gegen die Mißhandlungen an Untertanen dieser Länder in Sowjetrußland Protest eingelegt wird.
Englands Einschränkung der Seerüftung.
L v n d 0 n, 24. Ian. (WTB.) Mit Rück- sicht auf die in Washington getroffenen Vereinbarungen über die Einschränkung der Seerüstungen hat das Arsenal von Rosyth Weisungen erhalten, die nach dem alten Marinebauprogramm porgesehenen Arbeiten allmählich herabzusetzen. Jede Woche sollen 200 Arbeiter entlassen werden, so daß nach 3—4 Monaten noch 2600 Arbeiter auf dem Arsenal verbleiben. Dies ermögliche eine jährliche Ersparnis Don 100 000 Pfund Sterling. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß dte entlassenen Arbeiter, falls sie keine andere Beschäftigung finden, Anspruch auf die Ar» beitslosenentschädigung haben würden.
ausschließlich der Dureaukraten herabdrücken zu können, ihnen die M^lichkeit zu nehmen, mit der landwirtschaftlichen Bevölkerung in Berührung zu kommen und ihre Sachkenntnisse und Erfahrungen für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.
9. Rie war die tierzüchterische Arbeit größer wie seit Bestehen der Landwirtschaftskammer. Hier waren es sowohl diejenigen Beamten der Landwirtschaftskammer, die früher beim Landwirtschaftlichen Provinzialverein tätig waren, später zur Landwirtschastskammer übergetreten, wie auch andere Beamten der Landwirtschastskammer, die im Kriege gefallen oder an dessen Folgen gestorben find, die anerkennenswerte Arbeit geleistet haben.
Daß heute diese Aufgaben mit denselben Mitteln wie früher nicht mehr durchgeführt werden tonnen, ist fo selbstverständlich, wie man auch heute nicht mehr <|in Paar Stiefel für denselben Preis kauft, wie in Friedenszeiten.
10. Es ist unrichtig, daß für dieselben Maßnahmen und Aufgaben, welche die Landwirtschaftskammer früher ourchführte, heute eine größere Zahl von Beamten tätig ist.
Reue Beamten wurden bei Errichtung der Landwirtschaftskammer nur angestellt für Arbeitsgebiete, die neu aufgenommen werden mußten, wie z. D. den Bauberatungsdienst und die Duchführungsstelle. Die Rechtsauskunftsstelle hat schon lange Jahre vor Errichtung der Landwirtschaftskammer beim Hessischen Landwirtschafts rat bestanden.
Dah durch Beibehaltung älterer Einrichtungen und durch die Schaffung neuer Einrichtungen, die heute in weiten Kreisen der Landwirte lobend anerkannt und außerordentlich zahlreich benutzt werden, von einer „im Interesse der Geschlossenheit und seiner Wirtschafllichkeit im ganzen", also der Landwirtschastsförderung und der Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen, „zu vermeidenden lleberorganifatien" der Landwirtschaftskammer gesprochen wird, Kann eben nur entweder einem rückständigen Fachgenossen oder jemand Vorbehalten bleiben, dem eben ohne Rücksicht auf ihre Leistungen die Landwirtschaftskammer mit ihren gesamten Einrichtungen em Dom im Auge ist.
Die Förderung der Interessen des Privat- waldes, die von dem Artikelschreiber ebenfalls als lleberorganifation bezeichnet, und von der behauptet wurde, daß sie große Mittel verschlänge, ist nach dem Gesetz Aufgabe der Landwirtschaftskammer, die wahrgenommen werden muh, ohne dah hierfür der Privatwald besondere Beiträge leistet. Weil eben diese Tätigkeit ohne besondere Leistung von Mitteln des Privatwaldes in dem Umfange nicht mehr aufrechterhalten werden konnte, deswegen ist schon vor einer langen Reihe von Jahren der bescndere Forstdienst aufgehoben werden.
11. Don einer Zentralisierung der Tätigkeit kann, wie bereits ausgeführt, nicht gesprochen werden. Es kann nur geredet werden von einer zweckmäßigen Arbeitseinteilung, die dazu führen muhte, dah einzelne Aufgaben aus den bereits erwähnten Gründen in einheitlicher Weise von einer Stelle aus veranlasst werden.
läufig nicht die Rede.
Poincar^s Kriegsschuld.
London, 23. Ian. (WTB.) Die Wochenzeitschrift „Ration" schreibt, P 0 i n - cares Rame sei bereits ein Programm. Der russische diplomatische Schriftwechsel enthülle ihn als Intimus des Botschafters Iswolski in den Vorkriegstagen. ES würde kaum übertrieben sein, diese beiden als die zivilen Pole einer Kriegspartei zu bezeichnen, die mit dem zaristischen Generalstab zusammen arbeiteten. Poincare sei der Mann, der mit dem Zaren vereinbart hatte, dah die Rheinlande von Deutschland abge- ttennt und zu einem neutralen Staate unter französischem Protektorate gemacht werden sollten.
Paris, 24. Ian. (WTB.) Wie das „Echo de Paris" mitteilt, wird Ministerpräsident Poincare ein Gelbbuch veröffentlichen, das Dokumente über den Bal - kankrieg und den Arsprung des großen Krieges enthält.
Graf Sforza italienischer Botschafter in Paris.
in OberMsien.
M einer ityen Wattä foff bti hlossen haben, die bt>V richtigen, den bi ft"' .eiien mitten, M td)tbeabsichtige, ck». stchrs und unbewegM auszudehnen. Hierzu u tfche Mgation nach wu ritt, dah weder der Lei' roch die Genfer SnlMc- ziquidationsrecht inObtP naifle Ausnahme M dir Ser der M-uMM :r gemischten «ommfB ^echlerMngdesD» twrndig sei.
Kabel.
1. Prastdtum der LÄS SSF
,n.
S Dach än? hat 3.40 heile A.y,
Dlätter-
|(ÖL daV J Llst' Pew
Den U
Seiten
Poinccrr^ und Lloyd George.
Paris, 24. Ian. (WTB.) Havas meldet aus London, dah die Rote P 0 i n c a r e s, die | sich auf die Konferenzen von Cannes und Genua bezieht, Lloyd George heute zugestelll wird. Es sei nicht wahrscheinlich, dah vor der Konferenz von Genua eine Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Poincare stattfinden werde. Dagegen würden möglicherweise Poincare und Lord Curzon zusammentressen.
Paris, 24. Jan. (WTB.) Die Havas- agentur veröffentlicht folgende Rote: Der Minister für auswärtige Angelegenheiten hat gestern dem französischenDotschafter in London Instruktionen zugehen lassen, damit er den Standpunkt der französischen Regierung hinsichtlich der zwischen den beiden ^Regierungen in der Schwebe gebliebener Fragen, namentlich was den französisch-britischen Schutzvertrag anbetrifft, auseinandersehe. Die Verhandlungen werden sobald wie möglich aufgenommen werden, um auch zu einer Regelung des Problems von Tanger zu gelangen. Von der Konferenz von Genua sei jedoch hierbei vor-
uiuuuh v«? ।«.«uuu« die am gleichen Tage stattfinden sollle, soll aus
viel, wie heute die Ermietung bescheidenster! diesem Anlah um eini^ Tage verschoben werden. Räume die selbst für ein „kleines" Bureau, wie es KoIn, 23^Ian. (WTB.) Kardinal Schulte die Landwirtschaftskammer nach Auffassung des I hat anläßlich des Hmschetdens des Papstes einen
GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vnick lind Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.
91. Sitzung.)
Ber l in, 23. Januar 1922 Zur Beratung kommen die Anfragen, die sich auf Beschwerden der Bewohner des Saargebi^s beziehen. Ministerpräsident Braun lecket die Beratung durch eine längere Rede ein, in der er ausführt- Die frembe Militärbesahung im itnß- rheinischen Gebiet wird für die betroffne Wvolle- Das Wesentliche wuroe immer noch 1 rung fast uElräglich. wenn die n 1 ÄÄÄS’« SÄIÄÄ -Glichen « füirt.
Die europäischen Regierungen, tells amerllaniiche Waffengenossen, teils Amerikas Feinde während des Krieges, und die Reutralen hätten ungeheure Summen vergeudet nicht nur für den außerordentlichen Wiederaufbau, so.idern auch für große militärische Einrichtungen, für ein ungeheures Zivil- beamtenheer und für die Zahlung ihrer inneren Schuld. Die Tatsache der fortgesetzt wachsenden Verwendung von Zivilbeamten und der Unterhalt großer Heere erweckren nicht nur Zweifel | im Geiste des amerllanischen Staatsbürgers in- bezug auf den Frieden Europas und dessen wirtschaftliche Zukunft, sondern stellten wich die Frage an ihn, welche Rolle er (der amerikanische Siaccks- bürger) beider Aufrechterhaltung der europäischen Heere spiele. Von seiner eigenen Regierung habe er unerbittlich die Einschränkung der öffentlichen Ausgaben verlangt, und zwar mit Erfolg. In Amerika gebe es viele Leute, die zu verstehen suchten, bis zu welchem Grade die Polckik der fremden Staaten und das chronische Defizit der europäischen Regierungen dazu bei trügen, die wirtschaftliche ünor&nung in der Welt, die Arbeitslosigkeit der amerikanischen Arbeiter und das Sinken der amerikanischen landwirtschaft- licken Produktion herbeizusühreu. In Amerika denke man, dah es Pflicht sei, wenn man den Ursachen nachgehe, dah es aber auch Pflicht sei, durch privaten Beistand oder durch öffentliche Hllfe an dem Wiederaufbau der französischen Dörfer tell- zunehmen ünd durch Rahrungsmittel die ungarischen, deutschen, polnischen und tschechoslowakischen Kinder zu unterstützen, sowie den Hungernden Rußlands zu Hilfe zu kommen. Wenn das Defizit der Regierungen aufrechterhalten werde, wenn die weitere Ausgabe von Papiergeld fort- gesetzt werde, welcher Zukunft gehe dann der euio- , päische Kredit und der europäische Warenaus- , tausch entgegen?


