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in Dieb..ich gekauft), zu dem heutigen Pflanzen- lekf/jum den Grundstock legten. Der kleine ©arten wurde durch Hinzukauf von angre.rzenden Län­dereien und Gärten nach und nach vergrößert. Zur damaligen Zeit lag dec Palmengarten noch nicht so eingeengt in Straßen und Häuser, und heute ist ec zu einem Terrain von 23 Hektar an» gewachsen, das etwa 90 Beamte, Angestellte und Arbeiter beschäftigt. Don ganz besonderer Be­deutung ist dec dem PalmrnHarten angegliederte Botanische Versuchsgarten (tnt Aeugarten des Palm.engartens), dec mit seinen Züchtungen und Veredlungen von Pslanzenkulturen sehr gute Re­sultate zu verzeichnen yat. Interessant ist die Schau Der Kolonialpflanzen aus den einstmals deutschen Ueberfeebesitzungen, die ein fast lücken­loses Bild der Flora unserer Kolonien gestattete, dazu die seltenen Exemplare der insektenfressen­den Pslanzen, und ckis bemerkenswerte botanische Seltenheit ist zu verzeichnen, daß unter den alten Palmenbeständen einzelne Mutterpflanzen neue Blütenstände bilden konnten, die hier zur Reife gelangten.

In den Sommermonaten, bevor der kata­strophale Markst urz eintrat, besserte sich die schlechte smanzielle Lage des Palmengartens durch den Fremdenbesuch, der sich bei günstiger Witte­rung auf 20002500 Personen bezifferte. Die Einnahmen beliefen sich täglich auf 35 000 bis 40 000 Mark, bei einem Eintrittspreis von 25 Mark für Reich ^deutsche und Deutsch-Österreicher und 100 Mark für Ausländer, aber was bedeuten diese Einnahmen, die ja mit Eintritt der schlechten

Hus dem Reiche.

D«re Unruhen in Braunschweig.

Braunschweig, 22. Rov. (WTD.) Heute kam esinBraunschweig wieder zu Unruhen. In den späten Rachmittagsstunden zogen wieder größere Trupps durch die Stadt, ohne daß eS ulnächst zu Ausschreitungen gekommen wäre. Um öie sechste Abendstunde kam es aus dem Steinweg zuc Plünderung dec Schau'enster und Aus­lagen eines Geschäfts. Bedrohlich wurde auch die Sage auf dem HaHenmarkt. Wie die'Braun- schveiglsche Landeszettung" meldet, muhte auch an diesem Tage eine Schuhabteilung teilweise wieder mit blanker Waffe gegen die Menge vor­gehen. Ein Beamter der Schuhabteilung und mehrere Zivilisten erlitten Decletzungen.

Aus Hessen.

Dom Landtag.

rm. Darmstadt, 22. Rov. Der Hes­sische Landtag wird voraussichtlich zu einer einwöchigen Tagung am Dienstag, dem 12. Dezember, zusammentreten. Die Tages­ordnung ist noch nicht genau festgesetzt.

Der GesehgebungSauSschuhistzu einer Beratung auf Mittwoch, den 29. Novem­ber, eingeladen.

Der Finanzausschuß tritt am Diens­tag, dem 5. Dezember, zusammen und wird am folgenden Tag gemeinsam mit dem Gesetz- gebungSauSschuh des Landtags einen Besuch zur Besichtigung der Zellenftrafanstalt B u tz- bach vornehmen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 23. Rovembec 1922.

Rückgang der Eheschließungen in Hessen.

Die fortwährende Verschlechterung der Wirt­schaftslage hat auch zu einem erheblichen Rückgang dec Eheschließungen geführt. 3m Jahre 1920 wurden in Hessen noch 19 315 Eheschließungen verzeichnet, im Jahre 1921 da­gegen nur noch 15 761. Die meisten Männer, die bn Jahre 1921 die Ehe schlossen, standen im Alter von 25 bis 29 Jahren. Aber auch in den Alters­klassen unter 20 Jahren fanden sich im Berichts­jahre schon 83 heiratslustige Männer und 856 Frauen. Im Alter von über 60 Jahren wagten noch 121 Männer, sich eine neue Lebensgefährtin zu sichern, und unter den Auserkorenen befcuiden sich rwch 8 Frauen über 60 Jahren. Parallel mit dem Rückgang der Eheschließungen zeigt sich auch ein solcher dec G e b u r t s z i f f e r. 3m Jahre 1920 wurden in Hessen 32 549 Geburten verzeichnet, 1921 nur noch 31 050. Erfreulicher­weise ist aber auch die Säuglingssterblich­keit zurückgegangen, und zwar von 10,1 auf 9,2 Prozent. ,

** Die amtliche Feststellung des Ergebnisses der Stadtverordneten­wahl wird im Dekanntmachungsteile unserer heutigen Anzeigenspatten zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Unsere Mitteilungen über den Wahl- ausfals, die wir am Montag brachten, werden durch die amtliche Verlautbarung bestätigt.

Die Dehan dlun g der Kartoffeln. Der Reichsausschub dec deutschen Landwirtschaft teilteeine Reihe von beachtenswerten Ratschlägen für chie Behandlung dec Kartoffeln diesjähriger Senfe mit Ec schreibt: Die etwas geringere Haltbarkeit der Kartoffeln infolge der nassen Witterung dieses Jahres birgt Derlastgefahren in sich, die bei achtsamer Behandlung durchaus vermieden werden können. Man lagere die Kar­toffeln trocken und kühl und nur unter matter Belichtung. Man vermeide möglichst direktes Tageslicht Rässe sowie warme uid dumpfe Luft iufert Fäulnis hervor: deshalb achte man darauf, oah die Temperatur im Lagerungsraum nicht 10 Grad Celsius übersteigt: also vor allem Bor­sicht bei Zentralheizung. An frostfreien Tagen sorge man für gute Lüftung. Die Lagerung muh lose und luftdurchlässig fein; nicht höher als 50 Zentimeter aufschütten: keine geschlossenen Kisten oder Säcke Die Kartoffeln lagern am besten auf Lattenrosten, also möglichst nicht un­mittelbar auf dem Fußboden, auch nicht zu dicht an der Wand. Verletzte und kranke Knollen suche man vor der Lagerung heraus zu sofortigem Verbrauch, bann ist Fäulnisgesahr bei Befolgung der Ratschläge nicht zu befurchten. Solange die Kartoffeln sich gesund zeigen, lasse man sie in Ruhe. Unnötige Störung schadet nur. Zeigen sich kranke Knollen, müssen sie sorgfälttg mit der Hand ausgelesen werden, wobei unnötiges Wersen und Stoßen der Kartoffeln zu vemeiden ist.

* D ie Gedenkfeier für die Gefal­lenen findet, wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, am Totensonntag, norm. 111/2 Uhr Pünktlich, auf dem Reuen FriZhofe statt. An den

Eingängen der Friedhöfe werden Spenden für den VoUsbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesam­melt werden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Hinterbliebenen von Gefallenen bei Aufrecht­erhaltung dec Verbindung mit dem Grabe behilf­lich zu sein. Seine Tätigkeit ist durch die Rot der Zeit in Frage gestellt, wenn nicht geholfen wird. Es wird deshalb auf diese Sammlung ganz be­sonders hingewiesen.

** D i e Pflegegeldsähe in der Lan­des-Heil- und Pflegeanstalt und dec Heilstätte für Rervenkranke sind neu festgesetzt worden. Sie betragen vom 1. Rov. bzw. vom 1. Dez. ab täglich: I. In der ersten Klasse: 1. für Hessen 240 Mk. (360 Mk.), 2. für Richtheisen 400 Mark (600 Mk.). II. In der zweiten Klasse: 1. für Hessen 160 Mk. (240 Mk ), 2 für Richthessen 300 Mk. (450 Mk.). III In der 3. Klasse: 1. für felbst- zah'en^-e Hessen 100 Mk. (153 Mk.). 2 für selb.p.ahl. Richthessen 200 Mk. (300 Mk.), 3. für hessische Fücsorgeverbände, Krankenkassen und die Lan- desversichrrungsanstalt Hessen 120 Mk. (180 M.), 4. für nichthHsische Fürsorgevecbände, Kranken­kassen und sonstige Landesversicheiungsanstalten 170 Mk. (255 Mk ), 5. für Miliiärrentenempfänger, 40 Mk. (60), für ledige Militärrentenempfänger, denen eine Derforgungspflicht für Familienange­hörige nicht obliegt 4050 Mk. (6075 Mk.). In der Heilstätte für Rervenkranke in Gießen werden die Kranken nur in erster und zweiter Klasse verpflegt. Es zahlen in der 1. Klasse: Hessen 350 Mk. und mehr (500 Mk. und mehr), Richthessen 500 Mk. ujb mehr (750 Mk. und mehr), in der 2. Klasse: Hessen 300 Mk. und mehr (450 Mk. und mehr), Richthessen 400 Mk. und mehr (600 Mk. und mehr). Für Fürsvroe- verband?. Krankenkassen und Minderbemittelte: Hessen 200 Mk. und mehr (300 Mk. und mehr), Richthessen 250 Mk. und mehr (375 Mk. u. mehr).

* Die städtische Festsetzung des Mietzuschlages von 614 Prozent zur Grundmiete ist am Montag den Parteien (Ha.us- besitzerverein und Mietervecein), sowie dem Kreis­amt von der Stadtverwaltung zugestellt worden. Gegen diese Festsetzung ist ein Einspruch innerhalb 14 Tagen möglich.

"Eine reueErhöhungder Kohle n- preise tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. Räheres teilt die amtliche Bekanntmachung im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes mit.

** Bei der Bieb ertalbahn treten ab 1. Dezember weitere Tariferhöhungen ein. (Siehe Anzeige.)

** D ie Sperrzeit für Tauben dauert vom 24. Rovember bis 10. Dezember. (Siehe Be­kanntmachung.)

** Dec Kleinkinderbewahranstalt konnten von dem Erlös der von der Mädchen­abteilung des Wartdurg-Vereins veranitalteten Lichtbilderadende im Marku-saal, wobei Gartenrnspekwr R e h n e l t einen Vortrag üoer Ceylon hielt, 2400 M k. überwies en werden.

** Volksspiele des Malers Walter Dlachetta. Echte deutsche Volkskunst wurde in den beiden Stücken geboten. Die Darsteller leisteten ohne Ausnahme ihr Bestes. Heber ein ganz hervorragendes Stimmenmaterial verfügt die Darstellerin der Mutter in dem SpieleDes Kindes Tod". Ebenso künstlerisch durchzearbeitet wie der Gesang war ihr Spiel. Ihr ebenbürtig zur Seite stand dec Darsteller des Todes. Feine Ratürlichkeit und wundervolle Geschlossenheit gingen von allen Mitwivkenden aus. Rach dem Erfolg des gestrigen Abends dürften auch die fol­genden Spiele ihre Anziehungskraft in noch ge­steigertem Maße auf die Gießener Bürgerschaft ausüben.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners- t ä g. Kath. Veceinshaus, 8 Ubr: Volksfpiele Dlachetta. Reue Aula, 8 Uhr: Märchen-Abend der Vortragsvereinigung. Großer Hörsaal des Physikal. Instituts, 8V4 Uhr: Vorträg des Oberh. Geschichtsvereins. Astocia-Lichtspiele, ab heute: Seepiraten", 4. Teil, undFatty im wilden Westen". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Wild-Afrika". Palast-Lichtspiele, ab heute: Durch Kerker und Paläste", 3. Teil,: »Stürzende Mächte".

*

Wettervoraussage

für Freitag:

Leichte Bewölkung, wechselnde Winde, ziem­lich milde Witterung.

Der Hochdruckrücken liegt noch immer von Frankreich über Deutschland nach Rußland, und es werden wechselnde Winde mit milder Witterung anhalten.

Wahlnachklänge.

v Darmstadt, 22. Rov. Rach dem end­gültigen amtlichen Resultat der Darm­städter Stadtvecocdnetenwahl sind einige Berichtigungen des gemeldeten Ergebnisses vorzunehmen. Die Deutsche Vollspartei hat nicht 21, sondern 22 Sitze erhalten, die Deutschnationale Volkspartei zählt nicht 5, sondern nur 4 Mandate. Hiernach entfallen von den insgesamt 60 Man­

Der Frankfurter Palmengarten in Not.

AuS Frankfurt a. M. wird uns ge­schrieben:

Wer Frankfurt kennt, kennt auch seinen Pal- mengarten, und wem von ihnen allen, die jemals oen prächtigen Garten besuchten, bleibt nicht der geradezu überwältigende Eindruck des großen Palmenhauses, der blühenden/Pstanzenhäuser mit ihrem Reichtum an anheimischen und exotischen Pflanzen und Blumen, dec wundervollen Blüten- galerie oder der unerreichten malerischen Partien und lauschigen Plätze des Gartens, dec Rosen- Hügel in vollem Schmuck, das Schweizerhäuschen mit dem großen Weiher, als einer der sehens­würdigsten Schätze Frankfurts in Erinnerung? Zu jeder Jahreszeit bietet der Palmengarten dem Besucher des Schonen übergenug, und diesePerke unter allen europäischen Gärten", der Stolz der alten Kaiserstadt am Main, der Lieblingsaufent­halt der Frankfurter, sieht sich vor die Rot- wendigkeit der Schließung gestellt, weil man das Geld für die Heizung der Palmen- und Pflanzenhäuser nicht mehr aufbringen kann. Die Ausgabe des Palmengartens, der in rastloser fünfzigjähriger Arbeit sich einen Weltruf erwarb, bedeutet für Frankfurt einen unersetzlichen Verlust

Der Palmengarten wurde vor fünfzig -Jahren geschaffen, und -war waren es die berühmten Wintergärten des Herzogs Adolf von Nassau, die (von Frankfurter Bürgern um 60 000 Gulden bei der Auflösung dec Herzoglichen Hofhallung

baten auf die Demokraten 5, die Deutschnationalen 4, die Deutsche Dolkspartei 22, die Handwerkec- t>etcintgung 3, die Vereinigte Sozialdemokratische Partei 20, die Kommunisten 3 und das Zentcam 3 Sitze.

* Mainz, 22. Rov. Durch das nun sest- geftellte amtliche Wahlergebnis der Stadtverordneten wähl erfährt das ge­meldete Resultat.eine Korrektur. Dte Stimmen verteilen sich wie folgt: Demokraten 3196, Zen­trum 10 697, Deutsche Volkspartei 3684, Deutsch- nationale Volkspactei 2462, Wirtschaftliche Ver­einigung 1035. Ver. Sozialdemokratische Partei 14 431. Kommunistische Partei 1462. Hiernach erhielten Sitze: Demokraten 5, Zentrum 18, Deut­sche Volkspartei 6, Deutschnativnale Volkspartei 4, Wictschattliche Vereinigung 1, Vereinigte So­zialdemokratische Partei 24, Kommunistische Par­tei 2. Gewählt ist also noch vom Zentrum Herr Peter Eisenhauer, Schreiner.

* Hungen, 22. Rov. Zur Gemeinde­ratswahl stimmten von 1061 Wahlberechtigten 742 ab. 18 Stimmen waren ungültig. Von den 724 gültigen Stimmen erhielten: Sozialdemokra­tische Partei 251 (4 Sitze), Unparteiischer ver­einigter Mittelstand 215 (4 Sitze), Unparteiischer Wahlvorschlag 258 (4 Sitze).

*

Landkreis Gietzen.

tt. Treis a. d. Lda.» 22. Rov. Zwei lehr- und genußreiche Abende verschaffte uns gestern und heute die Liga für deutsche Kultur durch Vorführungen von Lichtbildern, die Herr Echternach -Gießen mit den nötigen Erklä­rungen versah. Am ersten Abend wurden Rothen­burg ob der Tauber, das Leben im Wassertropfen und die Porzellanfabrikption gezeigt, am zwriten wurden wir zunächst in die Kohlenbergwerke und Eisenhütten Oberschlesiens geführt und der bärtige Betrieb eingehend erläutert. Sodann sahen wir uns eine ausführliche Darstellung der verderb­lichen Folgen des Lügenvertrags von Versailles, dec hauptsächlich an unserer gegenwärtigen Rot und Teuerung schuld ist. Besonders wurde auf die Bemühungen Frankreichs hingewiesen, das besetzte Gebiet mit einem Reh von wirtschaftlichen und militärischen Organisationen zu überziehen, um es wirtschaftlich, militärisch und politisch von Frankreich abhängig zu machen. Zuletzt wurde die ungerechte, dein Vertrag von Versailles ins Ge­sicht schlagende Teilung Oberschlesiens behandelt und gezeigt, welche ungeheuren Rachteile dem deutschen Wirtschaftsleben daraus erwachsen.

Kreis Friedberg.

* Dad-Rauheim, 22. Rov. Die Kraft- wagenpost Dad-RauhennUsingenRod a. d. Werl hat gestern wegen Unrentabilität den Be­trieb eingestellt.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 22. Rov. Dor einigen Tagen wurde aus dem Betriebshaupt­lager der Eisenbahn eine K a s s e t t e mit mehr als einer halben Million Mark ae - stohlen. Als Diebe ermittelte die Polizei den bereits seit 25 Jahren in dem Lager täti­gen Vorarbeiter Wilh. Zingler, geb. am 25. Marz 1868 in Mainz, und dessen 26jah- rigen Sohn Johann Zingler, beide wohn­haft in Griesheim a. M., sowie den bekannten Lvffelf chlucker Heinrich Gockel aus Kel­sterbach. Das Trio hatte nächtlicherweile die Kassette aus der Wand gebrochen und mit­genommen, nachdem es vorher auf dem Tisch zwei Zettel mit der Aufschrift:Besten Dank!" zurückgelassen hatte. Diese Zettel wurden zum Verräter, da die Polizei an der Hand von Schriftvergleichen mühelos die Drei als Diebe ermitteln konnte. Die Kassette fand man auf dem Griesheimer Kleingartengelände in einem Wasserfaß versenkt vor, ihren Inhalt in einem ausgemauerten Versteck unter der Kellertreppe des Zinglerschen Hauses in Griesheim. Aus dem Versteck holte man ferner ein ganzes La­ger anderer gestohlener Sachen heraus, u. a. auch einen scharf geladenen Revolver mit etwa 100 Patronen. Der Anstifter zu dem Einbruch war der alte Zingler. Der Löffelschlucker Göckel war erst vor wenigen Wochen aus der Irrenanstalt Eichberg entwichen und hatte sich' seitdem verborgen gehalten.

fpd. Frankfurt a. M., 21. Rov. Rachdem erst vor einigem Tagen zwischen Frankfurt-West und Eschersheim, (größere Mengen Lei­tungsdraht gestohlen worden waren, kamen dieser Tage auf der Hf Inger Strecke bei Haufen umfangreiche Diebstähle vor. In diesem Falle gelang es, den Dieb zu erwischen. Es han­delt sich um einen jungen Mann aus Haufen, dec einen schwer gefüllten Sack mit Draht nach Frank­furt bringen wollte, aber bereits auf dem Hom­burger Bahnhof von der Polizei in Empfang ge­nommen wurde. <

fpd. Frankfurt a. M, 22. Rov. Das hiesige Finanzamt verurteilte zwei hiesige Witterung und Abflauen des Fremdenverkehrs fühlbar zurückgingen, gegenüber den von Tag zu Tag fteigenbcn Ausgaben? Für die Heizung der Gewächshäuser, die in Friedenszeiten eine Summe von 35 00040 003 Mark erforderte, find allein 10 Millionen amgefeht, die bei dem neuerlichen Anziehen dec Kohlenpveise kaum rei­chen werden.

Die letzte Generalversammlung brachte die wenig erfreulich: Tatsache, daß die Abfchluhrech- nung ein Defizit von 235 000 Mark aufwies, so daß über die Hälfte des Attienkapitals zur Deckung verwendet werden mußte. In Erkenntnis der großen Rotlage hat die Stadt ihren bis­herigen Zuschuß von 80 000 auf 150 000 Mark erhöht, ebenso hat das Landwirtschaftsministerium dem Palmengarten eine Zuwendung gemacht, aber es langt nicht, seitdem dec Dollar um 7000 steht. Die paar Hunderttausende sind wie ein Tropfen auf den heißen Stein; und wenn Hilfe gebracht werden soll, müssen es Millionen fein. Wenn nicht über Rächt ein Wunder geschieht, wird das drohende Unheil schwer abzuwenden fein.

* * *

Der Prerrßenkaplan.*)

In einem Buch, das vor vielen Jahren die Anteilnahme weitester Kreise fand, das heute noch seine Geltung hat es trägt den Titel

Roman von Karl Reurctth, Verlag von Grethlein & Co. in Leipzig.

Geschäftsinhaber wegen unrichtiger 'Füht- rungderGeschäftSbücherzu den höchsten, bisher erkannten Geldstrafen, nämlich auf 1 250000 bzw. vier Millionen Mar 5 Ferner geht es jetzt gegen die illegitimen Buchmacher des hiesigen Rennplatzes mit größter Schärfe vor, indem es sie mit dem fünfzigfachrn Betrage der jeweils hinterzogenen Wettsteuer bestraft.

wd. Wiesbaden, 22. Rov. Ein deutsch amerikanisches Ehepaar aus Boston, das gegenwärtig hier weilt, hat zur Unterstützung des notleidenden Mittelstandes und der Kleinrentner, sowie für Kindererholungsfürsorge 1 100 000 Mark zur Verfügung gestellt.

Kirche und Schule.

** Erledigte Schul stellen. Erledigt sind sechs Schulstellen für evangelische Lehrer unb zwei Lehrerinnenstellen für evangelische Lehre­rinnen an der Volksschule inGiehen. Familien- Wohnungen sind schwer zu beschaffen.

Gießener Strafkammer.

Gießen, den 21. Rov.

Der wegen Eigentumsvergehens vorbestrafte Handlungsgehilfe F. W. von hier hat sich als Angestellter einer hiesigen gärma durch eine Reihe von Betrugs-- und Unterschlagunasfällen, verbunden mit tilrkundemälschungen Geldbeträge von nicht erheblicher Höhe verschafft. Das Gericht berücksichtigte zu seinen Gunsten, daß er sich in bedrängter Lage befand, 3U feinem Rächtet die Vocbestrafungen und die große Zahl der Fälle. Er erhielt eine Gefängnisstrafe von einem I a H r.

Ein hiesiger Arbeiter wurde von der An­klage, einem Kollegen einen Koffer unterschlagen: zu haben, mangels ausreichender Beweise s r ei- gesprochen.

Dem Anträge der Staatsanwallschaft ent­sprechend aufgehoben wurde ein Urteil des Schöffengerichts, durch das ein hiesiger A>rmer wegen Preistreiberei zu einer Geldstrafe von 1000 Mark und Einziehung des übermäßigen Gewinns von 1450 Mark verurteilt worden axir. Er hatte vorübergehend eine Tabakfabrik be­trieben und einen Ballen Tabak, den er im Frühjahr 1921 für 4500 Mk. gekauft hatte, ein Jahr später für 10 500 Mk. weiterverkauft. Ein als Sachverständiger vernommener Tabakfabrikant von hier bekundete, daß der Preis zwar hoch schttne, aber sehr niedrig sei, wenn man die in­zwischen eingetretene Geldentwertung und den wahren Wert des Tabaks berücksich­tige. In Wirklichkeit sei die Ware dreimal mehr wert gewesen. Unter diesen Umständen konnte sich das Gericht von dem Vorliegen einer Preis­treiberei nicht überzeugen und sprach den An- gefiagten frei

Zwei Berufungen gegen Schöffengerichts- «tteile wurden verworfen, da die Angeklagten, die sie eingelegt hatten, unentschuldigt aas- geblieben waren.

Eine Anzcchl falscher Geldscheine wurde ein« gezogen.

Büchertisch.

Thekla von Gumpert: Töchter­album, 68. Dd. (1922.) Herausgeg. von Jose­phine Siebe. Mit zahlr. Abbild (Verlag von C. Flemming und C. T. Wiskott, A. G B.-rlin.) Das befarmte vielseitige MädchmunkerHaltungs­buch zählt zu seinen Mitarbeitern u. a. Marie Diers, Dr. Agnes Gosche, Josephine Siebe, Friedr. Lienhard, Dr. Ludw. Finckh, Else ßetoin und viele mehr.

Felix Salten:Künstlerfrauen . Verlag Rudolf Mosse, Berlin SW. 68. Wie die Entwicklung des Künstlers von dec Wahl seiner Lebensgefährtin bestimmend beeinflußt werden kann, zeigen diese kleinen Romane, die ganz ver­schiedenartige Gestalten aus dem Leben höchst lebendig schildern.

Schlichtungsansschntz -er Provinz Obcrheffen.

Verhandlung am 21. Rovember.

Ein Angestellter des Daubureaus Als» seid dec Rheinischen Elektrizitäts- A.-G. rief im Einspcu chsverfahren nach §§ 84 ff. des Detriebsrätegeseyes gegen Kündigung den Angestelltencat des Hauptbetriebes in Alannheim an und versäumte dadurch die rechtzeitige An­rufung des zuständigen Angestelltenrates in Als­feld. Der Schlichtungsausschuß wies feinen (Sin- spcnlch daher als unzulässig wegen $riftuerfäuir.- nis ab.

Ein Angestellter des Gießener städti» schen Gaswerkes hatte selbst gekündigt, wollle die Kündigung aber wieder zarücknehmen.

Heutiger Stand des Dollare

10 Uhr vormittags:

Berlin 6225, Frankfurt a. W. 6300.

Rembrandt als Erzieher" heißt es einmal: Die eigentliche Bedeutung der deutschen und aller Kunst überhaupt liegt im Typischrn, im Persön­lichen und Rationalen." Karl Reuraths RomanDer Preußenkaplan" ist typisch, persönlich und national. Das Buch behandelt un­beschadet feiner Verinnerlichung Grundfragen deutscher Entwicklung und Kultur. Der Dichter schaut auf historisch Gewesenes zurück, aber sein Weck ist weit mehr Ausblick auf siegreiches Rin­gen und Streben deutscher Kraft. Durch die wcitgesponnene Handlung hin gibt der Dichter Poesie, ohne die Ebene der Wicklich^it zu ver­lassen. Wo er bei Einzelheiten verweilt, immer sind die Elemente, die Glieder des Ganzen zu spüren. Der Roman ist im besten Sinn unter­haltsam und spannend. Die komplizierte, in ihrem Kern rein ideale Ratur des Helden hat der Dichter in eine Fülle von Licht gestellt. Fest, frei und stark steht Wolfgang Hochgefandt auf dem Boden des Rherngaus, dem sein Herz, seine Liebe gehören. Wir verstehen ihn im Affekt seines Handelns, daS ihn vom Kaplan zum Beruf des opferbereiten Arztes führt. Ueoerall gewinnt der Dichter über Parteien und Parteisucht hinaus die Hohe reiner Anschauung. Die Menschen den­ken ihre eignen Gedanken, bie Geschehnisse wachsen aus gegebenen Verhältnissen heraus. Der Re­flexion wird gebührender Platz eingeräumt. Alles in allem ein Hochzefang vom Rhein, der heute mehr denn je in unseren Herzen Widerhall findet.

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Suslin

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Infolge trtjö Frachtsätze für Kc oember 1922fo©i Unkosten, werd« Jrfchluhderftädt vom 20. fJlooeml Vorschriften der

bestimnmngen der Kohlenwirtfä

mit Wirkung 001 folgt festgesetzt: tzütstnäkohlen. Ftttnvhkohlen . FUlkohlin, melie l^nufjhofjltn . . Änt^azit.... Stemkohlenbriket Jrannkohlendrik Zechenkoks, grob Zechenkoks, nutz

Die Preise di wagen in Fuhre Käufers ober fn Händlers für bi Warenuinfatzsteuei

Zuschläge bür1 den Zentner.

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2. Für bas Hintr stoffes von bei

Mer. . .

3. Sei Lieferung Körben bis zi vonlLZentnen wagen in den .

4 Sei Abholung 1 vlah des kohl D höchstmtngei ö-vei Lieferung bls vor bas ho Koks und Bnk Dn Lieferung würden bis ju oon 15 Zentneri dttkohienhänd für Koh Snketts . .

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