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Donnerstag, 2s. November 1922

Cunos Gefchäftskabinett. I Hessen, der die äußerste Rechte des Kabinetts

Der Reichspräsident an die scheidenden Minister.

Paris, 22. Rov. (WTB) Rach demTernps" wird die Reparationskommission nun­mehr nach der Bildung des Ministeriums Cuno die Frage erörtern, obderneueReichskanzler die Vorschläge seines Vorgängers aufrechterhalten wird. In diesem Falle werde die Reparations­kommission unverzüglich die begonnenen Derhand-- - « lungen über die der deutschen Regierung zu er»

der Deutscyen teilende Antwort auf ihre beiden Roten wieder :"e " aufnehmen.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 8 Mk, auswärts 10 Mk. - für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 32 Mk. Bei Platz. Vorschrift 20 "/Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Die Konferenz in Lausanne.

Lausanne, 22. Rov. (WTB.) Die Frie- denskonferenz hat heute mittag folgen» des am tllche Communigue herausgegeben: 2*^ sür die territorialen und rnili-

ta-tschm »ragen hielt heute morgen 10i/2 älhr leine erste Sitzung ab. Er begann mit der Prü­fung Der europäischen Gren-e der Türkei. Is- me t P a scha forderte im Aamen der türkischen Abordnung für die Surfet die Grenze von 1913, uiDenx er die Gründe für diese Forderung angab. Er verlangte eine Volksabstimmung in West- rtzrazien. Auf Sinladung des Präsidenten erklärte Ismet Pascha, daß er später die notwendigen genauen Angaben über die Grenzen Westthra» zierrs machen werde. Veniselvs legte dar, warum die griechschr Abordnung nur die Dr.-nze vvn 1915 annehmen könne. Darum sei sie der Ansicht, daß die westchrazische Frage auf der

Die sozialdemokratische Inter­pellation im bayrischen Landtag.

München, 22. Rov. Landtag. 3n der Debatte über die sozialdemokratische Inter­pellation tetr, die Rationalsozialist en führte Drosius (Mittelpartei) u. a. aus: Die Versammlungen rechtsstehender Verbände und Parteien wurden zu Dutzenden vvn sozialistischem Seite gesprengt. Himmelhoch über der Revolution von 1918 steht die französische Revolution, die bei allen Scheußlichkeiten Dtxfj. noch einen natro- nalen Schwung fatte. Das fehlte im Rovemtex 1918. Darum hat der Sozialismus ausgespielr.

Abg. Link (Dem.) sagte, Minister Schwäher habe als reiner Parteiminister gesprochen und geradezu eine Verteidigung der Rationalsvzia- Usten versucht. Engelsberger (Bauernbund) erklärte: Es ist die Pflicht der Regierung, die bis zur Explosion gesteigerte Spannung zum Ab­bau zu bringen. Es besteht der Verdacht, daß Die Nationalist ischr Bewegung Freunde und Förderer bis weit in die Kreise der Regierung hinein hat. Das Treiben der RationalsoKialisten must letzten Endes zum Bürg eist liege führen. Aenderl (Kom.) meinte, die Rativnalsozialisten lebten von den Millionen der Schwerindustrie und teispiels- loser Iudenhehe. Arnold widersprach der Mei­nung Klinglers (Soz.), Daß in Koburg grohe Er­bitterung gegen Bayern herrsche.

Staatsminister Sch weher erklärte, Mg Aenderl habe in feiner Rede ein System ver­herrlicht, *a8 nichts anderes sei als die Erhebung des Terrors zum staatlichen Grundsatz. Er habe Angriffe gegen die katholische Kirche ge­richtet, die nicht unwidersprochen bleiben dürften. Auer habe vielfach Material vorgebracht, es aber abgelehnt, seine Gewährsmänner zu nennen Die Angaben Auers ü er die Bedrohung des Betriebs gebäudes derMünchener Post" sei nicht zu­treffend. Er habe, nachdem die sozialdemokratische Abordnung bei ihm gewesen sei und ihm mit­geteilt habe, daß das Gewerkschaftshaus gestürmt werden solle, Hitler selber kommen lassen und ihm Vorhaltungen gemacht Hitler habe ihm ehrenwörtlich ver­sichert, dast ihm etwas derartiges nie in den Sinn kommen würde. Ihm, dem Minister, fable es nicht ein, die Hitlerleute zu verteidigen. Zu einem Verbot der nationalsozialistischen Versammlung in Regensburg habe kein Anlah bestanden weil Vorsorge getroffen wurde, dast die Teilnehmer unbewaffnet abreisten. Eine bedenkliche Tatsache ater sei es, dast die Betriebsräte mit Sabo- t a g e und S treif gedroht und erklärt hätten, dast der Zug auf keinen Fall nach Regensburg kommen würde, da sie Rachrichten hätten, daß die Schienen bei Regensburg aufgerisfen wären einem Blutbad kommen könnte. Die Regierung weise den Vorwurf zurück, dast sie ihre Pflicht versäumt habe oder dast die Polizei ter schweren Aufgabe nicht gewachsen gewesen sei. Auer wandte sich hierauf in einer per­sönlichen Bemerkung gegen die Auffassung des Ministers, dast er es abgelehnt habe, der PolizÄ seine Gewährsmänner zu nennen

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Konferenz nicht gestellt werten dürfe. Ismet Pascha behielt sich die Antwort auf diese Bemerkungen vor. R i n t s ch i t s ch (serbisch-kroa- tisch-slowenisches Königreich) appellierte an den der Abordnungen und sprach den Wunsch aus, dast die Grenze an der Marttza- ^nre festgesetzt werten möge entsprechend Der □tote ter alliierten Mächte vom 23. September, wobei eine auf beiden Seiten dieser Grenze zu bestimmende Zone vom Schwarzen bis zum Aegaischen Meer entmilitarisierst werten müsste. Plan Der Volksabstimmung

i1 ihrazien oder jede andere Veränderung

Etraaes von Reuilly. Duca (Rumänien) fch.ost sich den Erklärungen Ritschitschs an. Die k Delegation wird heute nachmittag

5 älhr über die Frage des wirtschaftlichen Zu­gangs Bulgariens -um Aegäischen Meer ver­nommen werten.

La ufa n ne, 22. Rov. (WTD.) Heute abend gab die Konferenz folgende amtliche Mitteilung

Der Ausschuß für territoriale und mili» tarische fragen setzte um 4 älhr nachmittags die m Der Morgensitzung begonnene Debatte fort. ®ie bulgarische Delegation legte ihre Auf­fassung über den wirtschaftlicher Zugang Bul­gariens zum Aegäischm Meer Dar. Lord Curzon Tarrcre und Marquis Garoni setzten die Ansicht ihrer Regierungen über die in ten Morg-en- und Rachmtttagssitzungen aufgeworfenen Fragen aus» einander.

In Ergänzung zu dieser Mitteilung erfährt m<P2- die Debatte heute nachmittag zum größten Teil um die Frage ter Volksabstim­mung in West »Thrazien drehte. Die Ver­treter der alliierten Mächte sprachen sich datei gegen eine Volksabstimmung aus, da sie ten Frieden gefährden könne und man im übrigen bis her mitVolksabstimmungenkeine g u n st ig en Erfahrungen gemacht habe

London, 21 Rov. (Wolfs.) In einer alnterreDung mit Dem Lausanner Berichterstatter ter Limes ' trat M u s s o l i n i f ü r D ie $ ei l- navme Der Vertreter Sowjetrust- I a n D s an ten Zusammenkünften ter Konferenz unD Der Ausschüsse ein. Er sagte, es bestehe keinerlei unmittelbare Aussicht auf einen Sturz der gegenwärtigen Regierung Rußlands. Es liege auch im allgemeinen Interesse Wesllu o"as, Ruß- lands Vorschläge nicht zurückzuweisen, Da ein allzuweit ausgedehnter Antagonismus cegenüber ter Sowsetrsgierung die Wirkung haben könne. Daß Die Bolschewisten in die Arme Deutschlands getneten würden.

Berlin, 22. Rov. (WTB.) Dem aus dem Amte scheidenden Reichsschatzminister und .Stellvertreter des Reichskanzlers, Bauer, dankte der Reichspräsident in folgen­dem Briefe:

Lieber Freund! Auf Dein Gesuch um Ent­hebung vom Amte des Reichsschatzminifters über­sende ich Dir anbei ten vor mir vollzogenen Ab­schied. Mit aufrichtigem Bebauern sehe ich Dich auch diesmal aus dem Reichsdienste scheiden. In Deiner Tätigkeit als Stellvertreter des Reichs­kanzlers und als Reichsschatzminister hast Du in rastloser Arbeit an der Leitung der Regierungs» geschäste regen Anteil genommen. Dein sach­licher Rat, Deine reiche wirtschaftliche Erfahrung und Dein politisches Verständnis sind mir und ter Reichsregierung immer von besonderem Wert gewesen. Es ist mir ein BÄmrfnis, Dir für Deine Mitarbeit meinen tief empfundenen Dank zu sagen; ich verbinde Damit ten aufrichtigen Wunsch, daß Du auch in Zukunft mit Rat unD Tat weiter erfolgreich mitwirken mögest an ter Neugestaltung und Besserung unserer politischen und wirtschastlichen Veihältnisse. Mit herzlichen Grüßen in alter Freundschaft Dein dankbarer Ebert.

Auch Den übrigen, anläßlich der Llm- gestaltung der Reichsregierung zurückgetrete- nen Reichsministern sprach der Reichspräsi­dent in persönlichen Schreiben seinen Dank für die dem Reiche geleisteten Dienste aus.

Warum werte Deutschland von ten Olmert fanern nicht als militaristisch behandelt? Er komme nicht, um Deutschland Tlebles nachzasagen, er wolle Frankreich verteidigen. Schon am Was fenstillstandstag habe er empfunden, dast Eng l an D nickt mehr mit ten Franzosen zusammen gehen wolle, unD Die Amerikaner hätten sie auch verlassen. Sie hätten Die wirtschaftliche Soli Darität gebrochen, well sie glaubten, in Deutsch lanD und RuhlanD Absatzmärkte zu finden, wäh­rend Frankreich durch seine Zerstörungen gc hemmt gewesen sei. Clemenceau führte weiter aus, Frankreich fei außerstande, seine Schulden zu verleugnen, es verlange aber, dast man es nickst an einer Rückzahlung Hintere. Wissen Sie, daß die Deutschen Kanonen zu Hunderten bauen? Haben Sie vergessen, was Die Preußen n a cf> Jena getan haben? Es ist uns eine gute Grenze garantiert worden; man hat sich Dazu vei pflichtet, man hat sie uns versprochen. Wir haben sie nicht bekommen. Ich habe Lloyd George eines Tages direkt gesagt: Ich möchte den Rhein haben, und ich gab ihm eine schriftliche Darlegung meiner Grünte. Zwei Tage später sagte er mir: Wenn S ie auf den Bhein verzichten wollen, so werde ich Ihnen andere Garantien schaffen Ich verspreche Ihnen, daß ich. bei Wilson mein Bestes tun will, um dies auch von ihm zu er­reichen. Wilson sagte sehr verständig, er wolle dem seine Zustimmung geben, aber Die Angelegen heit unterliege natürlich ter Genehmigung durch den Kongreß. Indessen bedeutet die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten der Ansicht Wilsons sich nicht angeschlossen haben, nicht, daß das Ver­sprechen nicht hätte gehalten zu werden brauchen. Glauben Sie, daß wir, weil unsere Alliierten ihr Versprechen nicht gehalten haben, wirklich Weg­gehen und unsere Grenzen offen lassen? Rem! Rem! Die Hauptfrage ist für jetzt, ob Amerika es m irgendeiner Weise übernehmen könnte, Die Aussprache mit England und Frankreich zu er­neuern.

Bei Der Veröffentlichung ter Rete ©lernen* ceaus verweilen Die Blätter besonders bei ter Anspielung Clemenceaus auf ten angeblichen türkisch-deutsch-russischen. Vertrag und bei seinen Befürchtungen, daß die deutschen Militaristen Die deutsche Demokratie vernichten konnten.Reuyork World" überschreibt ihren Be­richt:Clemenceau zankt Amerika für Frankreichs Fehler aus."

Wenn ich Ihrem Wunsche mit dem teigefügten Erlasse entspreche, so tue ich es im Gefühl auf­richtigen Bedauerns über Ihr Scheiten und in dankbarer Anerkennung Ihrer Verdienste um das Reich. 0ie. haben, in parlamentarischer Tättgkeit und als Finanzminister unseres gemein­samen Heimatlandes bewahrt, in schwerer Zeit als Reichsminister ter Finanzen und dann als Reichs­kanzler dem Vaterlante große Dienste geleistet und an ter Spitze ter Regierung in schwerer Zeit ziel- bewußt und tatkräftig Die innere und äußere Politik des Reiches geleitet. Ernste Stunden, die an Ihre Entschlossenheit unD Amsicht Die höchsten Anforderungen stellten, blieben Ihnen nicht erspart. Das teutsche Volk wird Ihnen für das, was Sie ihm in diesen Jahren mühsamen und eMsagensreichen Wiederaufbaues gewesen, Dank wissen. Ich drücke die zuversichtlicte Hoff» nung aus, daß Ihre Arbeitsfreudigkeit und poli­tischen Gaben auch weiterhin ein reiches Feld der Betätigung finden mögen, und bin mit ter Ver­sicherung ausgezeichnetster Hochachtung Ihr sehr ergebener Ebert.

Lausanne, 23 Rov. (WTB.) Musso- lini ist gestern nach Rom abgereist. Lord Eurzon und Barrere sowie Die italienische xolonie von Lausanne waren am Bahnhof er» f^icnen. OSor ter Abreise wies ter italienische JliiniiterDrafitent rn einem Gespräch mit alli­ierten Pressevertretern auf die Brüsseler reiL$ 16in- aus ter Italien eine tot (y 11 g e Rolle spielen werde. Dabei er» Harte er auch daß Deutschland bezah­len könne und auch müsse

Lausanne, 22. Rov. (Wolff.) Der russische Scwgetvertreter in Rom, Worowski, ist geftera Vier eingetroffen. Gleichizettig kamen verschi >dcne Sowietbeamte aus Berlin hier an. Als Führer der russischen Delegation nennt man in Konferenz- kn-lsen Tschitscherin und Karakhan.

@in Znsanimeiischlttft der vier Balkanftanten.

L a u s a n n e, 23. Rov. (WTB.) Die Führer ter Delegationen Der vier Balkan» staa ten, Jugoslawien, Serbien, Rumänien und Griechenland, hielten unter Dem Vorsitz des jugo­slawischen Miri sl er p raidenten eine Konferenz ab, um die Möglichkeit eines gemeinsamen Vorgehens' unter anderem in Der thrazischen Frage' SU Prüfen. In ter heutigen Sitzung wird zu­nächst die Frage eines bulgarischen Ausganges zum Aegäischen Meere behandelt In der Heu» ttgen Sitzung soll die Frage des Regimes in Ostthrazien geprüft werten. Der Versuch des Zusammenschlusses dervierBal» fanftaaten erregte hier beträcht­liches Aufsehen.

Eine nette Vorbesprechung in der R'Parationsfrage?

Paris, 22. Rov. (WTB.) Rach dem In- tranfigeant sei es wahrscheinlich, daß in Den ersten Tagen tes Monats Dezember eine Unter- r e D u n g zwischen Donar La w, Poin- carö, Mussolini und Theunis in Der Reparationsfrage stattfinten werde.

Frankreich fetzt sich in Nordsyrien fest.

L o n d o n, 22. Rov. (Wolff.) Einer Dlät- termeldung aus Kairo zufolge wird dort offi­ziös mitgeteilt, daß Frankreich beschlos­sen habe, Rordshrien zu behalten und es den Kemalisten nicht abzutreten. Aus Aleppo wird die Errichtung von BerteiDigungsanla- gen gemeldet. Dieser Beschluß Frankreichs ist, wie verlautet, das Ergebnis der letzten Llnter- redungen zwischen Princare und Lord Curzon.

Berlin. 22. Rov. (WTB.) Heute nachmit­tag fand in ter Reichskanzlei -eine gemeinsame Sitzung Dss alten unD des neuen Reichskab inetts statt, in ter Dr. Wirth die Geschäfte Dem neuen Reichskanzler Dr. Cuno übergab. 3m Anschluß am Die gemeinsame Sitzung tagte Das neue Kabinett.

Der neue Minister des Auswärtigen.

Berlin, 22. Rov. (WTB.) Zum Reichs­minister Des Auswärtigen ist Der bis» frerige Gesandte in Kopenhagen v. Rosen­berg ernannt worden.

Der neue Reichsminister des Innern.

Berlin, 22. Rov. (WTB.) Der Landes» Hauptmann der Provinz Sachsen, Mitglied tes Preußischen Landtags, Oes er, ist zum Reichs­minister des Innern ernannt worden.

n, V-nJ2 (WTB.) Der Chef der Reichskanzlei, Staatssekretär Dr. Hemmer und ter Ctef .der Presseabteilung der Reicksregie­rung, Ministerialdirektor Oskar Müller haben Dem Reichskanzler Dr. Cuno bei dessen Am^antrltt ihr Amt zur Verfügung gestellt. Der Reichskanzler hat nach einer Aussprache unter Anerkennung ter dargelegten Gründe die Ge­suche am Enthebung von Den Aemtem an­genommen. Zum Chef ter Reichskanzlei wurde ter frühere bayerische Handelsminister unD Reichstagsabgeordnete Dr. Hamm in Aussicht genommen. -Meter Die Besetzung des Postens des Chefs ter Pressoabteilung ist eine Entscheidung noch nicht getroffen worden.

Berliner Prcsseftimmen.

Lieber den neuen Reichskanzler schreibt ter BerlinerLok.-An z": Ein Richt- parlarnentarier, geschult in Der Laufbahn des deutschen Beamten, zugleich ein Mann, Dem staatsmännische Eigenschaften nachgerühmt wer­ten, und der vvn ter deutschen Wirtschaft als einer ter Ihrigen begrüßt wird. Von der ihm er­teilten Freiheit bei ter Kabinettsbildung hat er, tote feine Ministerliste zeigt, einen Gebrauch ge» mae^t, Der sich immerhin sehen lassen kann. Db- sonDers begrüßt das Blatt Die Eimennung des fruyeren hessischen Finanz Ministers Dr. Decker- rV n Reichswirtschaftsminister. Dr. Bek- kers Eigenschaft als hervorragender Fachmann auf Dem Gebiete Der Finanzen und Wirtschaft sei nicht zu bestreiten.

DasTageblatt" sieht in ter Ernennmg o te r s ^urn Reichsminister des Innern einen großen Vorteil für das Kabinett Cuno. Das Reichskabinett des Innern verlange einen Wann, ter tee zahlreichen gerate jetzt geknüpften Fäden , «I^^Oebungs- und Verwaltungsmahnahmen zum Schutze ter Republik fortsetze, der insbeson- dere Dafür sorge, daß Die im Interesse ter Deut- Kten Einheit notwendige Harmonie mit ten Län-

tu teren Regierungen Die Sozialdemokratie 'itzt, aufrecht er Hal ten bleite. Oeser sei eine aus­geprägte Persönlichkeit, Die sich auch innerhalb der Gesamtpolitik des Kabinetts (Mtung ter- far fen werte, und er bedeute endlich als hervor­ragender Wirtschaftskenner ein Gegengewicht gi^-l ten neuen Wirtschojisminifter Decker-

Clemenceaus Propaganda in Amerika.

Paris, 22. Rov. In feiner Rede, die er gestern in Äeuyork in ter Metropolitan Opera hielt, sagte Clemenceau nach einem Havas- bericht u. a, er sei ohne Mission gekommen. Die Amerikaner behaupteten, Frankreich sei mili­taristisch und imperialistisch, dabei fei es seit Menschen gedenken zweimal überfallen Worten.

Erstes Blatt <72. Jahrgang

GletzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Omrf vnd Verlag- vrühl'sche llnwersttS.5-8«ch- und Steindruck-r-i N. rang- in Sietzen. Schriftieitnng und SeschSs.sftelle: Schuistratze 7.

Dem Generaldirektor der Hapag ist die c Auch terVorwärts" nennt Oeser einen Kabinettsbildung erst beim vierten Anlauf ge- ehrlichen Republikaner. Das Blatt schreibt dann hingen. Die ersten drei Versuche ( aroße .P1 2lufchluh an längere Ausführungen an Die von Koalition"Kabinett der Persönlichkeiten" S Einstellung des

beide mit Einschluß der SozialdemottZe^. und Kn aRÄTÄ«? scheiterten Wirtschaftspolitik zu befürchten. Wir warnen

schetterten, und so mußte er sich zum Schluß davor. Die unerträgliche Teuerung hat Die Geduld mit dem bescheideneren Geschästsmini- ter Massen auf die schwerste Probe gestellt Den st e r i u m begnügen. Diesen Ausdruck hat Preisen Halt zu gebieten und alle Mittel in Be- Herr Cuno selbst geprägt. In der Tat kann es toegung zu sehen, um wieder zu stabilen Verhält- sich nach Lage Der Dinge nur um ein Kabinett m Ju Atomen, muh Aufgabe jeder verant- handeln, das zunächst einen liebergang!ciL°£?rclic- toicb an

schasst, bis sich die parteipolitischen Verhalt.

ift Saz? OTZiniftpriiim oininprm n11n I tagssitzung zur Entgegennahme ter Regie»

^ 31!fammen^8Tr6rbiran^|etÄnU6e; au, Freitag 2 plhr anzuberaumen.

Arbeitsgemeinschaft der Mitte, Zentrum, Die Politik

Deutsche Volkspartei und Demokraten, darin Reparationsansschnsses.

ziemlich gleichmäßig vertreten sind und vor allem der Reichskanzler selbst als überpartei­lich gelten kann. Daß er jede Einseitigkeit nach rechts oder links vermeiden will, ist sinnfällig dadurch zum Ausdruck gebracht, daß feine bei­denSekundanten" aus den verschiedenen La­gern stammen. Denn Vizekanzler und Sprech­minister ist Dr. Heinze, L._ 7___

Volkspartei angehörend, zu deren linken Flü­gel er zählt, ein Mann des Ausgleichs, der unbedingt auf dem Boden der Verfassung steht, während der Demokrat Hamm, der frühere HandelSminister im Kabinett Kahr, i n,.rIin 99 - . /(TO

Staatssekretär der Reichskanzlei und somit der \ p ? c; ^Äst) Der

AdlatuS Cunos ist, der ja als homo novus auf r Sn-r*S. L1 ? E nf/ ^,an,, parlamentarischem Gebiet einen Teil dieser bessen Ausscheiden aus dem

Arbeit au, die Herren Heinze und Hamm ?Äfan5lelanü Schreiben ge-

abzuschieben genötigt ist. ricyrei. w , , ,

Wenn sich auch alle Parteien freie Hand Ae.chzkanzleri

ÄäMSä&S «

der Demokraten sowie der Deutschen und der Bayerischen Volkspartei sicher, die über 195 Stimmen im Reichstag verfügen. Das ist frei­lich nur eine Minderheit, und so wird es dar­auf ankommen, wie sich die Sozialdemokra» ten mit ihren 173, beziehungsweise die Deutschnationalen mit ihren 67 Stimmen ver­halten.