Entfernung des etwa 20 Meter langen, armS» dicken Wur^elgeflechteL lauft die Quelle wieder in alter Starke, so daß von der geplanten Erweiterung des Wasserwerkes, die über eine Million Mark gekostet hatte, glücklicherweise abgesehen werden kann. — Für die Ge- meinderatswahl sind bis jetzt zwei Wahlvorschläge aufgestellt worden, einer von dem hiesigen Bauernverein und ein sozialdemokratischer.
Kreis Lauterbach.
* Lauterbach, 23. Okt. (Drahtbericht des ©referier Anzeigers.) Bei der gestrigen Bürge r m e i st e r ü> a h l wu cde Stadt : au meister Hermann Walz von Vilbel zum Bürger- meiner gewählt. Don 2800 Stimmberech.igten übten 2165 ihr Wahlrecht aus. Baumeister W a l z erhielt 1155, Iustizinsp.kto. Kanngieher von hier 98-1 und Dürgermeifter Jahreis -- Sonneberg 18 S.immen. 8 Zettel waren ungültig. (Baumeister Walz wurde von Der Verein igten Sozialdemokratischen Parte.i zur Wahl vorgeschlagen Er wurde am 16. April 1887 in L i chgeboren und war seit dem 15. April 1912 als Sladtbaumeister in Vilbel tätig. Dort hat er die Kanalisation gebaut und die Strahenpflasterung und die elektrische Lichtanlage durchgesührt, daneben noch die städtischen Betriebsanlagen verwaltet. Walz soll erst nach der Revolution zur Sozialdemokratischen Partei übergetreten sein. D. Red.)
Kreis Büdingen.
* Ridda, 21. Okt. Rachdem Verhandlungen der politischen Parteien zur Herbeiführung eher Einheitsliste für die Gemeinderatswahl erfolglos geblieben waren, ist jetzt aus der Bürgerschaft heraus ein Wahlvorschlag entstanden der allenthalben im Bürgertum Zustimmung gefunden hat. Die politischen Parteien, mit Aus> nähme der Sozialdemokratie, sind zugunsten diese, Liste zurückgetreten.
Kreis Friedberg.
4 Bad-Rauh eim, 22. Oft Für die Stadtverordnetenwahl sind nicht weni- ?er als neun Wahlvorschläge mit zusammen etwa 20 Kandidaten eingereicht worden. Von den politischen Parteien haben Zentrum, Deutsch- nationale Vollspartei, Deutsche Vollspartei, Sozialdemokraten und Kommunisten je eine Liste aufgestellt. Die Demokraten gehen nicht selbständig in den Wahlkampf, haben aber mehrere ihrer Mitglieder auf den mehr wirtschaftlich orientierten „parteilosen" Listen untergebracht Mit eigenen Listen treten die Privatangestellten (Reformbund und Bankbeamte) und die Handwerker auf.
* Dad-Rauheim, 20. Oft Der Deutsche Musiker-Derband, Ortsgruppe Dad-Rauheim, gibt bekannt, dah er die Kaffeehausmusik ein« gestellt hat Als Grund nennt er die Richt- bew-illigung der von ihm geforderten Gehaltssätze — Die 50Pfennig--Scheine der Stadt Rauheim sind bis zum 14. Rovember zur E i n° löfung bei der Stadtkasse vorzulegen Spätere Anträge auf Einlösung werden nicht berücksichtigt.
Hessen-Nassau.
Frankfurt a. M., 21. Oft. (Wolff.) Rach- dem in letzter Zeit bei der Wucher stelle des hiesigen Polizeipräsidiums zahlreiche Anzeigen darüber eingegangen waren, baß die Landwirte in Riederursel nicht genügend Milch ablieferten, sondern sie zu hohen Preisen an Schleichhändler abgeben, veranstaltete die Wucherstelle gestern abend unb heute früh mit einem Aufgebot von 15 Beamten eine Kontrolle. Schon gestern zeigte die Einwohnerschaft Rieder- ursels dabei eine sehr erregte Stimmung und nahm eine drohende Haltung gegen die Beamten ein. Als die Beamten heute morgen ihre Kon- irolltätigfeit fortsehen wollten, sahen sie sich plötzlich einer größeren Menschenmenge gegenüber. Mit Hilfe eines bald- darauf eint', effenden Aufgebots der Schutzpolizei und eines weiteren Kommandos der Kriminalpolizei wurden etwa 10 Führer der Menge, größtenteils selbständige Landwirte, fest genommen und in das hiesige Poli- zeigefängnis eingeliefert. — llnfer fpd.-Dericht- erftatter meldet zu diesem Vorfall noch folgendes: Wie die Ortsbauernschaf tRiederursel mitteilt, haben die Dauern einen Teil ihrer erzeugten Milch an Frankfurter Einwohner zu einem erheblich billigeren Preise abgegeben, als es das städtische Lebensmittelamt tut. Der Preisunterschied soll 17 Mark betragen. Außerdem 'haben die Dauern nach ihrer Darstellung auch den bei ihnen während der Kartoffelernte beschäftigten Hilfsfräften Milch abgeben müssen, wenn sie überhaupt Arbeitspersonal haben wollten. Gegen die verhafteten Dauern wird nach den Mitteilungen der Polizei eine strafrechtliche Verfolgung eingeleitet.
spd. Frankfurt a. M., 21. Oft Rach Mitteilungen der städtischen Rachrichtenstelle ist für Ende Oktober mit einer Verdopplung des augenblicklichen Brotpreises zu rechnen. Die Ursache dieser Verteuerung ist in der durch die Erhöhung der Getreideumlage bedingten Mehlpreiserhöhung zu suchen. Außerdem muh die Reichsgetreidestelle beim Ankauf von Auslandgetreide sehr erhebliche Mehraufwendungen machen, die in allen ihren Rückwirkungen wiederum den Verbraucher treffen
Kirche und Schule.
X Der Ober hessische Verein fü» Dasler Mission hielt im Matthäussaal zu Gießen seine Jahresversammlung, die, gut besucht auch von auswärts, der Vorsitzende Dekan Guh- mann- Kirchberg mit Gebet und Schriftlesung eröffnete. Sein Jahresbericht zeigte ein Wachstum auf 88 Gemeinden. Geplant ist ein Missionsinstruk- rionskursus in Friedberg für 1923, durch den der Verein besonders auch die Kandidaten des Predigerseminars anregen will. Die von Pfarrer Vogel- D uchenbrücken torgetagene Rechnung wurde gutbefunden. Der Iah.-eebeitrag soll künftig mindestens 5 Mk. fein. Der Missionsinspektor der Basler Mission, D. Würz, hielt den Hauptvortrag: „(Sin Blick in die Weltmission". Dankbar begrüßt wurde eine Zugabe des Vortragenden .über seine Eindrücke auf der letzten Reise der deutschen Missionsvertreter nach England, die ihnen Gelegenheit bot, auch ihre patriotische Pflicht in der Dortigen Oeffentlldjteit zu erfüllen.
leien cküs Erhöhung her monatlichen Entschädi- äung dec Reichstagsabgeordneten auf 33 000 Mk., dazu kommt noch der prozentuale Teuerungszu- Schlag wie bei den Deamtengehältern. Die 2. Beratung der Rovelle zum Dersicherungsgeseh der Angestellten eröffnet Reichsarbeilsminister Drauns, indem er die Rotwendigkeit einer Ausdehnung der Dersicherungsgrenze durch die allgemeine Geldentwertung und die zählungsmäßige Steigerung der Gehälter begründet. Der Reichstag wolle aber entgegen den Ausschuhbeschlüssen bie in der Vorlage vorgesehene Gehaltsgrenze wieder einführen, denn der Versicherungszwang sei nur für diejenigen nötig, die nicht selbst in der Lage wären, für die Zukunft ihrer Familien zu sorgen. Außerdem bittet der Minister den Reichstag, die lebenslängliche Anstellung der Di- veftorialmilglieder der Versicherung wieder einzuführen, im übrigen stimmt er den Ausschußbeschlüssen zu.
Abg. Giebel (Soz.) beantragt, daß die Arbeitgeber 2/s. die Angestellten 1Z3 der Beträge zahlen sollen, und empfiehlt Verschmelzung aller Dersicherungsgruppen sowie Beseitigung der Hilfsgrenzen.
Aba Lambach (Dntl.) stimmt namens eines Teiles seiner Freunde dec Mrfhebung der Ge° Haltsgrenze zu, will aber die Anaestelltenver- sicherung aufrecht erhalten wissen. — Abg. Thiel (D. Vpt.) stimmt gleichfalls gegen die Verschmelzung der Versicherungen und wendet sich gegen alle Dir-ellierungsbestrebungen der Sozialdemokraten.
Frau Abg. Teusch (Zentr.) schließt sich dem an und tritt für die Aufrechterhaltung der Gehaltsgrenze ein. 3m übrigen stellt sie den Antrag, die Gehaltsgrenze der Geldentwertung entsprechend festzusetzen.
Abg. Erkelenz (Dem.) lehnt den Ver- ichmelzungsgedanken ab, ebenso die Aufrechterhaltung der Gehaltsgrenze.
Die Beratung wird sodann abgebrochen.
(Singegangen ist eine Interpellation der Koa- lftionspartcien, welche Einspruch erhebt gegen den Eingriff in die deutsche Rechtspflege durch die Rheinlandskommifsion im Falle Smeets.
Montag nachmittag 2 Ahr Weiterberatung. — Schluß 61/3 Mr.
Aus dem besetzten Gebiet.
Die Recht swillkür.
Berlin, 21. Oft. (Wolff.) Die Rhein- landkommission erlieft Ende Mai cineVcr« vr dnung, durch die sie sich die Befugnis beilegt. unter gewissen Voraussetzungen die Durchführung von Gerichtsbeschlüssen auf ®rmtb des Paragraphen 15 der deutschen Strafprozeftord- nung zu untersagen. Paragraph 15 bestimmt, daß im Falle einer Verhinderung der an sich zuständigen Gerichte das nächst höhere Gericht die Ülntersuchung und Entscheidung dem Gericht Qes anderen Bezirks zu übertragen hat. Gegen diese Verordnung lieft die deutsche Regierung durch den Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz protestieren mit der Begründung, daß bereits gegen bie als Voraussetzung für ihre Anwendbarkeit angeführten Verordnungen der Rheinlandkommission deutscherseits Einspruch eingelegt worden sei, weil die Rheinlandkommission durch Erlaß dieser Verordnungen den Rahmen ihrer im Rheinlandabkommen festumschriebenen Befugnisse überschritten habe. Die neue Verordnung bilde ehren besonders schweres Eingriff in die deutsche Rechtspflege. Die Rheinlandkommission hat jetzt den Einspruch des Reichskvmmissars mit folgender, auf das Wesen j^er Sache selbst nicht eingehender Erwiderung a b- gelehnt: Der Wortlaut ihrer Verordnung sei erst nach eingehender Prüfung der Materie erlassen worden und zwar in Ausübung der Vollmachten, die sie auf Grund des Rheinlandabkom- mend besitze. Keiner der in d^m Schreiben des Reichskommissars ausgedrückten Gründe sei dazu angetan, die Rhei nlarchkommission zu einer Revision ihrer Entscheidung zu veranlassen.
.Berlin, 21. Oft (WTB.) Die Kvali- tiönsparteien brachten eine 3nterpellation über die Eingriffe der interalliierten Rheinland- kommission in die deutsche Rechtspflege im Falle des Separatisten Smeets ein.
Die amerikanischen Desatztmgslruppen.
Paris, 22. Oft. (WTB.) Rach einer Meldung aas Washington, die der „Matin" weiter- gibt, erklärte der Kriegssekretär Weeks, die amerikanischen Desatzungstruppen am Rhein würden wahrscheinlich erst zu Beginn beä Winters zurückgezogen werden.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 23. Oktober 1922.
Unserer Anzeigenkundschaft zur gefl. Beachtung.
Infolge der schwierigen Verhältnisse im Zeitungsgewerbe muß der Annahmeschluß für Anzeigen pünktlich eingehalten werden. Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Anfnahmetag statt; Anzeigen für die Samstagsuummer müssen spätestens bis Freitag mittag aufgegeben sein.
Geschäftszeit
von 8—12V2 Ahr und von 2—5l/2 Ahr.
Verlag des Gießener Anzeigers.
•
Wiedereinführung der Znckerkarte.
Anschließend an die Neuregelung der Zuckerwirtschaft wird die Zuckerkarte vom 1. Dezember an wieder eingeführt. Die Zuleitung des Zuckers geschieht von den zwangskartellierten Fabriken an die organisierten Großhändler, von diesen an den Einzelhandel, soweit er der „Zedeka“, der Zentrale deutscher kaufmännischer Genossenschaften mit den ihr angeschlosse- nen Genossenschaften und dem ReichSver- band deutscher Kolonialwaren- uni) Lebensmittelhändler angehört; außerdem an die genossenschaftlich organisierte Verbraucherschaft. ES wird eine Kontrolle der Lie- feiungen mit vorgeschriebenen Lieferungsanzeigen durchgeführt. Dem Kleinhandel ist ver- boten, die Abgabe von Zucker von dem Zukauf anderer Waren abhängig zu machen. Wegen Ausgabe von Einmachzucker, sowie von
Sonderzuweisungen für werdende und stillende Mütter und Säuglinge ergehen besondere Verfügungen. An Apocheken, Anstalten, Gastwirtschaften und Pensionen darf der Großhändler gegen Empfangsbescheinigung Zucker abgeben, ab 1. Dezember jedoch nur gegen Ablieferung eines von der Kontrollstelle ausgestellten Bezugsscheins.
Hierzu wird uns von amllicher Stelle in Gießen mltgetcllt: Irgendwelche Verfügungen über die Zuckerverteilung sind bis heute nicht ergangen, so daß auch jede Maßnahme, wie Eintragung in Kundenlisten usw., völlig verftüht ist, da nicht feststeht, ob die Verteilung durch Kundenlisten ober, wie sie seither gehandhabt wurde, auf Marken vorgenommen wird. Es ist daher zwecklos, in dieser Richtung irgend etwas zu unternehmen. Man warte ruhig ab, bis eine amtliche Bekanntmachung über die Zuckerverteilung erfolgt.
Keine Zulassung weiterer Viehhändler zunr Viehhandcl.
Das Presseamt beim Staatspräsidenten teilt mit:
Zur Vermeidung jeder unnötigen Verteuerung des Fleisches und der Fleischaxiren muß. so- jxit irgend möglich, erreicht werden, daß das Schlachtvieh auf dem Wege von dem Erzeuger zum Metzger nicht durch etne mehr ober weniger große Kette von Zlvischenbändlern gebt, von denen jeder den größtmöglichsten Gewinn beim Wiederverkauf zu erzielen sucht, was beute bei dem Mißverhältnis zwischen Angebot und Rachfrage im allgemeinen nicht schwer fällt In dieser Beziehung triefen besonders schädlich bie sogenannten „wilden" Händler, d. h. Leute, welche die nach dem Gesetz erforderliche Erlaubnis zum Diehhanbel nicht besitzen und sich über alle den Dichhanbel betreffenden gesetzlichen Bestimmungen hinwegsehen. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, führt deswegen die Bestimmungen des Gesetzes über die Aeischversorgung vom 18. April 1922, welches den Verkehr mit Vieh und Fleisch regelt, in der schärfsten Weise durch, und Ic'rynt unter anderem jeden nicht ganz besonders begründeten neuen Antrag auf Zulassung zum Diehfendel ab. aus der Erwägung heraus, daß bei dem derzeitigen Umfang dÄ Geschäftes im Diehhandel ein Bedürfnis zur Zulassung neuer Viehhändler in keiner Welse besteht. Es empfiehlt sich daher lediglich nur in besonders gelagerten Fällen mit Reo- anträgen auf Zulassung zum Viehhanbel an die In Frage kommenden Behörden heranzutreten.
Höhere Brennftoffpreise für den Landkreis Gießen.
Infolge Erhöhung der Zechenpreise, der Frachten und der allgemeinen ÜnEoften sind mit Wirkung vom 12. Oktober ab für den Landkreis Gieften folgende höhere Drennstoffpreise festgesetzt worden:
FettstücSohlen.........Mk. 522.-
Fettnuhkohlen......... „ 531.50
Fettkohlen (meliert)....... „ 460.70
Eßnuhkohlen....... . „ 573 50
Anthrazit........... 629.70
SteinkvhlenbrikettS....... „ 594.50
Braunkohlenbriketts (rheinische) . . „ 278.60
Zechenkoks (grob)..... „ 595.—
Zechenkoks (fein)........ „ 666 —
per Zentner.
*• Amt li che Personalnachrichten. Ernannt wurden am 14. Oktober: der außerplanmäßige außerordentliche Professor Dr. Paul C e r- mak zu Gießen mit Wirkung vorn 1. April 1922 ab zum außerplanmäßigen außerordentliche Professor in der philosophischen Fakultät der Lanbrs- universität ®iefen; — der Studienassessor Ludwig Stoppler aus Darmstadt zum Studienrat an der Realschule in Gernsheim mit Wirkung vom 16. Oktober 1922 ab; — der Rektor der Städtischen Haushaltungsschule zu Darmstadt Heinrich Schäfer mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum Rektor der Mädchenfortbildungsschule zu Darmstadt; — der Fachlehrer an der Gewerbeschule zu Alsfeld August Pabst vom Tage seines Dienstantritts ab zum Fachlehrer an der Fortbildungsschule zu Alsfeld; am 16. Oktober: der Diplom» Ingenieur Karl Rothert zu Hamburg mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 ab zum Regierungsbau» rat bei der mechanisch-technischen Materialprüfungsanstalt an der Technischen Hochschule zu Darmstadt; — der Lehrer an der Donlfatiusschule zu Erbach 1.0. Emil Lamper t h zum Lehrer an der Volksschule daselbst; am 17. Oktober: der Studienrat an der Staatlichen Daugewerkschule in Kassel Professor Max Hummel zu Kassel mit Wirkung vorn 1. Oktober 1922 ab zum planmäßigen ordentlichen Professor der Baukunst an der Technischen Hochschule zu Darmstadt. — Entlassen wurden am 17. Oktooer 1922: der Polizeiwachtmeister Otto Ehrenfeld in Darmstadt auf fern Rachsuchcn aus dem Staatsdienst mit Wirkung vom 1. Rovember 1922 an; — der Lehrer an der Volksschule zu Dieber (Kreis Offenbach) Karl Scharf auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 an aus dem Schuldienst ; — die Lehrerin an der Volksschule zu Bieber (Kreis Offenbach) Agnes Hirschmann auf ihr Rachfuchen mit Wirkung vorn 1. Rovember 1922 an aus dem Schuldienst.
** Reue Züge auf der Strecke Gießen — Fulda. Rach Mitteilung der Reichsbahndirektton Frankfurt a. M. ist in Aussicht genommen, die in der Fahrplankonferenz In Lauterbach vom 29. September festgelegten Züge auf der Strecke Gießen—Fulda ab 25. d. Mts. verkehren zu lassen. Der neue Zug der Richtung Fulda—Gießen würde ungefähr um 1/z2 Ahr nachmittags in Fulda abfahren und kurz nach 4 Ahr in Gießen ankommen; der neue Zug der Richtung Gießen— Fulda ungefähr um 3.40 nachmittags in Gießen abfahren und kurz nach 6 Ahr in Fulda ankommen. Damit soll für das weggefallene Eilzugspaar 227/228 der von der Eisenbahn- Verwaltung zugesagte Ersatz geschaffen werden.
** 1 0 000 Mark für ein Zwanzigmark stück. Der Ankauf von Gold für das Reich erfolgt in der Woche vom 23. bis 29. d. Mts. zum Preise von 10 000 Mark für ein Zwatuigmarkstück, 5000 Mark für ein Zehnmarkstück; für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt.
* * Der Ankauf von Reichssilbermünzen erfolgt bis auf weiteres zum 250fachen Bettage des Rennwertes.
** Das Gesamtpersonal des Stadttheaters hat in der Versammlung der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, Ortsverband Gießen, am 16. d. Mts. einstimmig beschlossen. Ende Rovember oder Anfang Dezember unter Verzicht auf eine Tagesgage der ledigen Mitglieder, 3/< der Tagesgage der Verheirateten ohne Kinder und l/2-^agesgage der Verheirateten mit Kindern eine Vorstellung im Stadttheater zum Besten des Baufonds der Stadt Gießen zu veranstalten. Die Mitglieder des Theaters wollen damit beweisen, daß sie mittragen helfen wollen an den der Stadt durch die Wohnungsnot entstandenen Lasten.
** D i e Vortragsreihe von Rechtsanwalt Dr. (Berg aus Reustrelltz über trennende Fragen der Weltanschauung wurde gestern nachmittag im (Safe Leib durch das Thema: ,,Christentum und Sozialismus" eröffnet. Richt als Parteimenn sondern als Mensch und als Thrift setzte sich Redner in tiefgründiger, geistvoller Weise mit den beiden mächtigen Geistesbewegungen autteinanber. Vom Gemeinsamen beider zum Trennenden übergehend, führte er die gespannt lauschende, zahlreiche Zuhörerschaft auf hohe Warte, indem er in scharf umriffenen Linien bet dem bibelglaubigen Christen in Aussicht stehenden, wahren Zukunftsstaat zelchne'e. in welchem Gerechtigkeit u.nb Friedö die Herrschaft haben werden. — Am Abend sprach Dr. B e r g in der dicht besetzten, fast überfüllten Stabtkirchc über das aktuelle Thema .Die fommenbe Weltkatastrophe". Den überaus interessanten, von tiefem Ernst getragenen Ausführungen folgten bie Zuhörer mit großer Spannung, zumal sich wie Redner ausführte, heute kein denkender Mensch der Gewißheit verschliefen kann, daß wir einer Web tentoznbe unentrinnbar entgegen treiben. Aber das Endergebnis der tommenfen Katastrophe ist fern Redner nicht das Chaos, fonbern das. was als Ziel der innersten Sehnsucht in jedes Menschen Herz lebt. Dem aufmerksamen, wahrheitssuchenden Zuhörer hat sich bt diesem Vortrag eine Perspektive eröffnet, welche ihn mit großer Spannung die Weiterentwicklung des vv.n Dr. Dxrg an» gekündigten Programms erwarten laßt.
** Der Alice-Frauen-Dereln „Bienenkorb" bittet uns, auf die Handarbeits-Ausstellungen in den Schaufenstern der Firmen Julias Dach und Fritz Rowack aufmerksam zu machen. Der Dach sieht man eine reiche Auswahl von feinen Spitzenstrickarbeiten, Deckchen in Schmelzmalerei und Teewärmer in verschiedenen Techniken. Die Ausstellung bei Rowack zeigt die heute so sehr beliebten Woll- und ©eiben» strickerelen, Jumpers in verschiedensten Ausführungen, Kleiber usw., außerdem Kinderkleidchen und Knabenanzüge. Die Ausftellungesn ergeben ein anschaulich^ Bild der Entwicklung des „Dienenkorb" unb legen Zeugnis ab für bie Tätigkeit der emsigen „Dienlein". Sämlliche Gegenstände ftnb Unverkäuflich ba sie für einen Dasar in Holland bestimmt sind. Die deutsche Kolonie Rotterdam beabsichtigt, dadurch ähnliche Vereine in Deutschland in banEendroerter Weise zu unterstützen.
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag. Stadtkirche^ 8 Ahr: Oeffentticher Vortrag über ^Glückliches Cheleben". — Astoria-Ltcht- spiele, ab heute: „Das Geld auf der ©träfe“ und „Haß“. — Lichtspielhaus,. Dahnhofftr., ab heute: „In Wahn und Wirren“ und „Der Schatten der Vergangenheit“. — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Anser gemeinschaftlicher Freund, 2. Teil, „Charly Chaplin“ und „Ren4 Olfen“.
— Dorn Konzertverein wird uns ge» schrieben: Die bieswinterliche Konzertäison wirb Sonntag, ben 29 Oktober, mit einem Klavierakenb eröffnet, für welchen ber ausgezeichnete Pianist Eb. Erbmann gewonnen ist, welcher in btefem Jahre auf bem Tvnkünstlerfeft zu Düsseldorf unb fern Regerfest in Breslau sehr gefeiert wurde. Das Programm bringt eine intcreffante Zusammenstellung aus ber vorklass.schen Zeit (Kan- zonen von Ioh. Kaspar Kerll, einem Orgel» unb Klavierkomponisten bes 17. Jahrhunderts), ber Zeit ber Romantiker (Felix Menbelssohn-Dar- tholby, Fran, Schubert) sow'.e zwei H ine mobeme Stücke (Glazcunow, ©criÄbine), ein in -eher Hinsicht interessantes Programm. Eintrittskar en finb bei Ernst Challier zu .haben, bie Abonnements finb bis zum 27. Oktober abzuholen.
Wettervoraussage
für Dienstag.
Borwiegenb heiter, trocken, schwache nörb- liche Winde, Rachtfröste.
Ein schmaler Ho chbrudrücken erstreckt sich von Island quer durch Deutschland nach Orten Das trockene Wetter hält an. Durch schwache Bewölkung finb Rachtfröste bebingt
*
Landkreis Gießen.
X W i e s e ck, 23. Okt. Bürgermeister S ch 0 m- ber unb seine Ehefrau Katharine geb. Weller feiern morgen ihre Silberne Hochzeit.
* Saubringen, 21. Okt. Dem hiesigen Kleintierzucht verein ist vom Ministerium deS Innern die Erlaubnis erteilt worben, zur Hebu n g ber Kleintierzucht eine Verlosung von Gegen stäuben zu veranstalten. Es dürfen bis zu 5000 Lose ausgegeben werben. Als Ziehungstermin ist ber 2 6. Rov. bestimmt worben.
i. Ettingshausen, 18. Okt. Ein von Westfalen hierher verzogener Industrieller beabsichtigt, eine Schmirgel- und Wehst e i it f a b r i f in unserem Dorfe zu errichten. Die Verhandlungen mit der Gemeinde über den Kauf des Bauplatzes find im Gange. Da in der nächsten Amgegend Bauxitwäschereien, Bauxitgruben und Steinbrüche betrieben werden, können eine größere Anzahl Ortö- einwohner am Platze Arbeit finden.
tt. T r e i S a. d. Lda., 20. Okt. Die Frage der Erweiterung unserer Wasserleitung hat eine überraschende Erledigung dadurch gefunden, daß sich bei eingehender Untersuchung der Quellenfassung durch den h'.esigen Wasserwäiter und Feldschützen Decker herauSstellte, daß die Leitung vorher durch Wurzelwerk von Wasserpflanzen fast zugewachfen war. Rack
Heutiger Stand des Dollars
10 Ahr vormittags:
Berlin 4300, Frankfurt a. M. 4300.
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M Welt in der W teeibcn. um spruch des, lä-bsrälegef lUEÜdWifti1 war. c Sinbigtmg.
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