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VHNÄtusg-aEchuh Der Provinz Lberhcficn.

Terbonbümg vom 19. Oktober

Di- Molkerei ..Oberhessische Milchzentrole" In Rreder-Wöllstadt soll vom 16. Ok­tober an chren Arbeitern in der Spitze 75 Tu. ^Stundenlohn zahlen (ftatt bisher, seit dem 1. Ok­tober 1922 . 65 TU.) und die übrigen Lohne in demselben Verhältnis erhöhen. Die Sachbezüge (Milch) sollen tote bisher bestehen bleiben Der Borsitzende verhängte 100 TU. Geldstrafe gegen tie Molkerei wegen unentschuldigten Ausbleibens.

Wit den Bauritgetoinnungsuntemehmungen Mühleise u. Eo.. Oberhesfisch- Grubengesellschast und Gewerkschaft Rabenau vereinbarte der Rerband der Bergarbeiter eine Lohnerhöhung auf der Grundlage des Schiedsspruches vom 10 Oktober 1922 in seiner Lohnstreitsache mit dec Vereinigung hessisch-^ Vauxitgruben und den Unternehmungen, die der Bauxit AG. ange­hören. Auch in der Antragsache des Scntral- i^rbandes ter Lkngestellten gegen die Verlags­buchhandlung Emil Roth in G leben wegen nilohnung der Angestellten nach dem Daris des Gutzener Grobhandels teilten die Beteiligten Der- sländigung mit

Der Holzgrotzhandlung I. Hrmmelsbach in Freiburg gab der Schlichtungsausschub die Ent­lohnung eines Aussehers ihrem Sägewerk in Ä i dda nach dem oberhessischen Werlmeister- tacif auf. Dieselbe Firma hat einem kausmänni- sck/m Angestellten in Aidda gekünl^gt, weil er tn der irrigen Meinung, unter Taris entlohnt zu werden, um ein höheres Gehalt bat. Den Ein­spruch des Angestellten ^rach §§ 54 ff. des Ve- tri bsläregesehcS muhte der Schlichtungsausschutz zurückwcisen, weil er einen Tag zu spät eingelegt war. Er empfahl aber die Zurücknahme der Kündigung.

Gerichtssaal.

fpd. Wetzlar. 22. OZt Die groben Aus­schreitungen, die während des vielwöchent- lichm Streiks im Frühjahr 1921 hier verübt wurden, bildeten den Gegenstand einer mehrtägigen Verhandlung vor dem Limburger Schvurgericht. Die Anklage richtete sich gegen etwa 10 Personen, die sich bei der Anwesenheit der Technischen Rothilfe der Körperverletz­ung und der Freiheitsberaubung schul­dig gemacht haben sollten. Die Geschworenen oer- ncinten sämtliche Schuldfvgcn, so dah das Ge­richt zu einem Freispruch aller Ange­klagten kommen muhte. Dieser Ausgang des umfwrgreichm und autzervrdentlich kostspieligen Prozesses kam vollkommen überraschend, selbst den Verteidigern, die zum gröhten Teil noch kurz vor dem Spruch der Geschworenen mit der Verurteilung gerechnet hatten.

Kunst und Wissenschaft.

Dine epochemachende Erfindung.

Berlin, 22. Oft. (WTB.) Ingenieur Hein­rich Schiefer st ein, allen Wannern seines Jaches wohlbekannt durch seine Tätigkeit aus dem Gebiete der Funkentelegraphie, hielt im groben Ausstellungssaal der Huth-Funkengesell- schast in Berlin einen Vortrag vor geladenen Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden, aus­wärtigen diplomatischen Vertretungen und Ver­tretern der tn« und ausländischen Presse, in dem er der Öffentlichkeit zum ersten Wale Mit­teilung von einer bahnbrechenden Entdeckung machte, die ihm dadurch gelungen ist, dah er die Gesetze, die m der Funkentelegraphie herrschen, aus die Welt der mechanischen Bewegun­gen anwandte. Sein Thema lautete. »Erkenntnisse aus dec Funkentelegraphie als Bahnbrecher für die Entwicklung der Maschinen- und Apparate- technll". Es handelt sich um nichts geringeres, als um dre Ausmerzung der durch die Tiaffen» befchlcunigung bei hin und hergehenden Ma­schinenteilen entstehenden ganz bedeutenden Encrgieverluste. Das Mittel dazu sand Schwerstem durch die Umwandlung der zwangsläufig hin« und hergehenden Bewegung von Maschinenmas en (z. D. Kolben, Gestängen usw.). in schwingende Bewegung. Das Anwendungsgebiet der Entdeckung ist in seinem ganzen Umfange noch nicht zu übersehen. Zunächst wurde der neue Gedanke auf alle Arten

(Siebener Stadttheater.

Q3e:I ebte ßeute.

Operette in drei Akten von Haller und Rideamus. Musik von Eduard Künneke.

Giehen, 23. Ott. 1922.

Verliebt find sie allerdings sämtlich, bis auf wenige Ausnahmen, diese Leutchen, deren Lebens­zeit Haller und Rideamus, weil es aus mancherlei Gründen ganz gut patzte, in das erste Drittel des vorigen Jahrhunderts datierten. Abgesehen von der ausführlichen Erörterung der verschiedenen Herzenszustände geschieht in dem anspruchslosen Werkchen nichts Weltbewegendes, und vielleicht findet mancher diese Liebesange- legenheiten nicht einmal so absonderlich und auf­sehenerregend. Doch auf die Handlung kommt es ja auch hier gar nicht in erster Linie an Das Libretto einer modernen Operette muh eben die traditionellen Ingredienzien besitzen, vor allem einige humoristische Episoden auftoeitat; und wenn dann dazu eine recht flüssige Musik geschrieben ist, ferner mehrere hübsche Tänze eingelegt sind, so lätzt sich dem Werke mit unfehlbarer Sicherheit eine stattliche Zahl von Aufführungen bei gut besetzten Häusern voraussagen. Bei der Operette »Verliebte Leute" sind alle diese Vorbedin- gungen erfüllt Eduard Künneke hat sich euch hier wieder alS ein Tondichter von bestem Geschmack erwiesen. In wohltuendem Gegensatz >u manchem Opus dec gleichen Art lehnt er es ab, sich in seinen Schöpfungen an erprobte Vor­bilder zu halten, sondern bietet Eigenes und auch diesmal ein ße recht gefällige Me odien, die sich leicht dem Ohre einprägen und rasch gröbere Ver­breitung finden werden. Dies wird um so eher geschehen, wenn sie immer so vortrefflich vor­getragen werden, tmc man es gestern bei der Wiedergabe deS Orchesters unter Karl Knä­bels Leitung feftfteHen konnte.

Die Darstellung, die gesangllchen Leistungen einbegriffen, hie t sich ebenfalls auf anerkennens-

Schlag- und Stampkwerkzeuge Rähmaschinen. Sägegatter, Webstühle, angewandt bei denen sehr erhebliche Snergieerspamisse gemessen wurden. In bei Elektrotechnik bedeutet das neue Prinzip die Erfindung eines oszillierenden Motors, der u. a. das Gebiet der elektrisch betriebenen Ventilatoren und Ex Haustoren auf eine neue Grundlage stellt. In der lllhrentechnit ermöglicht die Schieferstein- sche Entdeckung die Herstellung einer ankerlosen geräuschlos gehenden -1Hr; auch in Massenfabri­kation angeferiigte Uhren erreichen durch sie chivnometrische Genauigkeit des Ganges. Das Droben m;t hochtourigen Kraftmaschinen dürfte durch das Schieferstemsche Prinzip gelöst sein. Eine aus deutschen und amerikanischen Mitgliedern bestehende Studiengesellschast, die LSzi lator-Prto.'i-^oo'vrafion" in DeUin-Char- lottenburg, Kaiser-Friedrich-Strube 1, will die Erfindungen S.hiesersteins unter weitgehender Heranziehung der deutschen Industrie in die Praxis umsehen.

Vermischtes.

Diebstahl in der Reichsdruckerei.

Von einem Lagerboden der Reichsdruckerei jxrr vor einiger Zeit für etwa eine Viertel- Million Mark Bindfaden gestohlen wor­den. Als Täter wurde jetzt ein früherer Post­au Shelfer ermittelt. Ein Hehler, dec den Bind­faden für 100 000 TU. getauft bäte, wurde gleich­falls verhaftet.

Die vergifteten Pralinees.

Berlin, 21. OIL (Wolff.) Wie die »Reue Berliner Zeitung aus Leipzig erfährt, waren in einzelnen PralrnKes die an die Angeklagten Günther und Warnecke gesandt wurden, eine solche Menge Arsen enthalten, datz sie den Tod aller derer hätte herbeiführen können, die davon genossen haben. Auf die Ermittlung bzw. Ergreifung des Absenders der vergifteten Prali» nöes wurde von der Oberstaatsanwaltschaft in Leipzig eine Belohnung von 500 000 Mark aus­gesetzt.

Berlin, 21. Oft. Die Erhöhung des Berliner Stratzenbahntarifs von 10 auf 20 Mark führte eine so starke Ver­minderung der Benutzung dieses Verkehrs­mittels herbei, dah beabsichtigt wird, u m f a n reiche Verkehrseinschränkungen r ar» zunehmen. Auf mehreren Linien sollen die An­hängewagen fortfallen, auf anderen die Wagen- fvlge vermindert werden. Es wird'die Ent­lassung eines nicht unbeträchtlichen Teiles der Stratzenbahnangestellten unvermeidlich sein. Reue Gleisemeuerungsarbeiten sollen nicht mehr vor­genommen werden.

Berlin. 21. Ott. (WTB) Aus dem Keller des Psarrgrundstückes der katholischen Herz-Jesu- gemeinde wurde eine IVt Zentner schwere Kirchenglvcke gestohlen Autzerdem wur­den auf dem Gemeindefriedhof in Lankwitz von sieben Erbbegräbnissen 15 Dronzeketten int Werte von 100 000 TU. entwendet. In Ber­lin und Umgebung fällt der erste Schnee bei r, h kalter Witterung.

Berlin, 22. Ott. Einem amerikanischen Antiquitäten- und Bilderhändler, der kostbare Antiquitäten, Bilder, Schmuckfachen usw. in Deutschland aufgekausl chatte, wurden gestern aus seinem Hotelzimmer in Berlin, das er für lurze Zeit verlassen hatte, 12 der wertvollsten Bilder, meist Werke von Meistern aus dem 16. und 17. Jahrhundert, gestohlen. Die Bilder waren I zum Teil aus dem Rahmen herausgeschnitten, zum Teil mit Rahmen gestohlen. Die entwendeten Bilder haben einen Wert von über 3 0 Mil­lionen Mark.

Berlin, 21. Oft. In der Rächt zum Sonn­tag kam es in der Prenzlauer Stratze in Berlin zu einer schweren Messerstecherei. Die alar­mierte Polizei fand bei ihrem Eintreffen zwei Personen mit lebensgefährlichen Verletzungen vor.

Hamburg, 22. Oft. (WTB.) Gestern nach­mittag brachen aus dem hiesigen Zuchthaus acht Schwerverbrecher aus. Vier davon entkamen, die anderen, von denen einer durch einen Schutz leicht verletzt wurde, konnte wieder festgenvmmen werden. Es war den Gefangenen gelungen, sich in den Besitz von Dienstmänteln, Mühen und Revolvern aus dem Polizeidienst­zimmer zu sehen. Sie überrumpelten und enttoaff»

werter Höhe. Rudolf Goll hatte als Spiel­leiter für flottes Tempo und gute Bühnenbilder gesorgt. Der Geh. Regierungsrat v. Ablfeld, der nie wutzte,tote er sich drehen und wenden sollte", wurde von ihm mit köstlichem Humor gegeben. Luise Rammel z igle als Adelaide alle unangenehmen Eigenschaften eines wahren Hauikreuzes. Als beider Tochter Steffi war Lu Wander, die wieder eine Probe ihrer reichen stimmlichen Begabung ab­legte. ein frisches junges Mädel, dem der Schalk im Racken sitzt, das aber auch einen kleinen Troh- kopf aufsehen kann. Ilse Wissendorff (Gräfin Ilse von Trachau) und Kurt Richter (Heinz von Reuhoff) waren vorzüglich bei Stimme und ihren Rollen völlig gewachsen. Auch Richard Hellborn (Leopold v. Möbius) und Karl B o l ck (General Suwatscheff) verdienen volle Anerkennung. Um den Kreis der Mit- spielenden zu schließen, so seien noch als Vertreter der übrigen Rebenpersonen CläreTürk (Jung­fer Minna), Heinz Bechstein (Diener Anton) und Hermann Stichel (Baumann) lobend erwähnL Die Tänze tourben von Lina Oldini aufs beste einstudiert.

Erfreulicherweise gesellte sich gestern Abend au dem künstlerischen ein finanzieller Erfolg. Ein dicht besetztes Haus spendete reichsten Beifall, der sich von Akt zu Akt steigerte und verschiedene Da­capos hervvmckef. Leider sollte mfceffen die Freude Über den guten Besuch nicht ungetrübt bleiben. Eine schon vielfach gerügte, unangenehme Er­scheinung trat auch gestern toieber äuherft störend zu Tage. Man ist sich bei einem Teil bes Publi­kums anscheinend immer noch nicht im Haren darüber, datz Ouvertüren und Zwischenaktsmusik einen, nicht unwesentlichen. Bestandteil der ge­samten Darbietung bilden, der nicht als Auf­forderung zu zwangloser Unterhaltung zu be­trachten ist. Sollte es nicht endlich möglich sein, datz derartige grobe Taktlosigkeiten in Zukunft unterbleiben? tr.

ncten Den Poltzetl>ften, woraus fte über die Ge- fängnismauer das Freie erreichten. Ans die Wiederergreifung ist eine hohe Belohnung aus» gefetjt.

Wien, 22. Ott. (WTB.) Wie die Blätter aus Klaasenburg melden, st i e tz e n zwei hinter- einanderfährende Züge mit Teilnehmern der ru­mänischen Krönungsfeier zusammen. Rach den bisherigen Feststellungen wurden 30 Personen getötet und etwa 50 schwer verletzt

Turnen, Sport und Spiel.

London, 21. Oft. (WTB.) Bei einem Segelflug-Wettbewerb in Ilford Hill stellte O l I e h um den Preis derDaily Mail" aus einem Focker-DoppÄdecker durch eine Flug­dauer von 45 Minuten einen Rekord für einen Flug mit Passagier auf.

London, 22. Oft. (WTB.) Reuter. Den Preis von 1000 Pfund, den dieDaily Mail" für den längsten Gleitflug ausgesetzt hatte, gewann der Franzose Monehrolle mit einer Flugzeit von 3 Stunden 21 TI muten. Mit dieser ist der deutsche Rekord um 15 Minuten überboten.

Büchcrtisch.

Die Legende vom Ting am Fin­ger Unserer Lieben Frau. Von Ferd. Künzelmann. Verlag Kirchheim & Eo., G. m. b. H.. Mainz 1922. Dieses Buch, in Beuron entstanden, schildert bi der Darstellung eines Achtzigjährigen ein reiches und bunte» Bürger- leben des achtzehnten Jahrhunderts, ein Leben, über das ein Wunder fein ganz besonderes Licht gieht

Sandel.

Hamburg, 22. Ott. 'WTB.» Am 21 Ok­tober fand in den Räumen der Darmstädter und Rationalbank in Hamburg die Gründung der Gebrüder Ma s ch l e r - E r w i n Koppel A-G., Breslau-Hamburg, mit einem Aktienkapital von 10 Millionen Mark statt. In dieser Gesell­schaft haben sich untci Mitwirkung der Diel- schowslh-Weigert-Wel.'e ui Breslau die Getreide- firmen Gebrüder Mähler, Breslau, mit den Zweigniederlassungen d.-r Firma Erwin Koppel in Reu stabt a H., Frankfurt a M. und Wien vereinigt.

Berlin, 21. Oft. Börsen st immungs- bilb. Entsprechend dem anhaltenden Rückgang bes Markkurses im Auslande und besonders in Reuyorl schnellten hier die Devisenpreise axiter in die Höhe, wobei als besonders bemerkenswert wieder hervorzuheben ist, datz bei ständig steigen­den Rachfrage keine ober nur belanglose Abgaben gegenüberstehen. Die Devisenbesitzer wollen sich angesichts der katastrophalen Entwicklung der Dinge von ihrem Besitz selbst bei hohen Kursen nicht trennen, da sie befürchten müssen, im Be­darfsfälle ihn nicht wieder oder nur zu noch höheren Kursen zurückkausen zu können Die Aus­zahlung Reuyorl zog in raschm Sprüngen heute Dchmittag bis aus 4300 an und wurde amtlich in der Mitte mit 4430 notiert In den Börsensälen waren die Maller zur Entgegennahme von Auf­trägen und zur Abstimmung ihrer Bücher usw. zahlreich versammelt. Auch die Händler und son­stigen Interessenten waren in grober Zahl an­wesend, und man hörte für alle Wertpapiere, besonders für Ausländerrenten und andere Valutapapiere, höhere Kurse nennen, die zum Teil ganz wesentlich über den gestrigen Schlutz- kursen lagen.

Frankfurt a. TL, 21. Oft. Börsen- stimmungsbild. Am heutigen börsen­freien Samstag stellte sich der Dollar im Früh­verkehr auf 4050 und stieg dann auf 4200, 4400 bis 4500. Im offiziellen Börsenverkehr stellte sich die Rotiz auf 4360. Devisen setzten bei starker Rachfrage ihre Aufwärtsbetvegung fort. Aus dem Effektenmarkt bestand bei er­höhten Preise starke Rachfrage. Lebhaft ge­fragt >' - Montan-, chemische, Auto- und son­st ge Spez alpapiere. Ausländische Werte setz­ten cveniallS ihre Aufwärtsbewegung fort. Del den Banken sind von feiten des Publikums große Kaufaufträge eingegangen.

Frankfurter Dedifemnarft.

(Telegraphische Auszahlung.)

Amtliche TDtierungen.

Datum: 20. Oktober 21. Oktober

Geld 'Trief Geld 'Brief SlntnM'Brüficl . 24575,40 24624(10 30619,30 30680,70 Holland 139360, 140110,175*24,- 17(5176,- Vonbon 16008,90 16041.10 20079,90 2-12110

Paris 2(5673,30 26726,70 33016,90 33083,10

Schweiz 656 54,30 65765,70 81698,30 81780,70

Spanien 55544,40 55*555,60 68231,70 68368,30

Italien 153M60 15365,40 1859L40 18618,60

Lissabon-Oporto.

Dänemark .... 72637,30 72772,70 88111-50 88288,20

Norwecien . . . 64635,30 64764,70 76123,80 76276,20

Schweden .... 96903,- 97097,114385,50114614,50 Helfingfors. . .

Nennork 3271,30 3678,70 4370,60 4379.40

Teutsch-Ocsterr. 5.04 5,16 6,23 6,37

Budapest 147.35 148.15 17:3-52 174.18

Praa 12057,90 12062,10 144(0,5'1 14514^0

Sofia,,.

Märkte.

Berliner Produttenmarkt.

Berlin. 21. Ott Die anhaltende sprung­hafte Steigerung der Devisenpreise lieh auch die Haussebewegung am Produktenmarkt im gestrigen Tempo erneut vorwärts gehen. Ton einem regelmätzigen Geschärt war feine Rede, und die gegen gestern stark erhöhten Preissorde- rungen gingen erheblich auseinander Angebot vorn Inland zeigte sich nur ganz wenig, und wenn solches vorliegt, werden Preise verlangt, die selbst der heutigen Marktlage vvraneilen. Bei diesen Verhältnissen hält sich die Unterneh­mungslust in sehr engen Greichen, zumal auch viele Händler das Rililo bei den täglich sich überstürzenden Preiserhöhungen nicht mehr zu übernehmen wagen

(In einem Teil der Auslage wiederholt.)

Die französische Denkschrift an die Repa- rat'tonskommiffion.

Pa r is. 21. Ott. (WTB.) Barth ou über­reichte gestern nachmittag der Reparation s°

ko m Mission namens der französischen Dele­gation etne De n ks chrif t, die tm Lause des Abends veröffentlicht werden sollte. Im Gegen­satz zu der Anregung B r a d b u r y s ist die französische Delegation nicht der Meinung, dah man dem Moratoriumsantrag Deutschlairds für 1923 und 1924 zuvorkommen und einen solchen Antrag veranlassen müsse. Die frarrzösifche De­legation schlägt eine strenge Kontrolle deS Haushalts des Reiches und der einzelnen Län­der vor. Dieses Aussicht-recht mühte aud) bas Recht umfassen, gewisse Ausgaben zu beschiänken. zu streichen oder aufzuschieben und eine Erhöhung Der Einnahmen durchzuführen Dieses Programm müsse ausführlich festgestellt werben Die franzö­sische Delegation schlägt daher nor: 1. Der Garan- tieauSschutz müsse von der deutschen Regierung gewisse Matznahmen fordern oder verbieten.

2. Der Ausschutz wird nachBerlin ver­legt, und es sind sofort Vorkehrungen zu treffen datz seine Tätigkeit wirksam wird. 3. Die Matz­nahmen für die Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben und zur Unterdrückung der Kapitals- siuchl werden unverzüglich angewandt 4. Der Kontrollorganismus wird die Verpslickttung und das Recht haben, dauernd alleCinzelheite» der Finanzgebarung des Reiches und der einzelnen Länder zu kennen. Er wird alle Wittel nach Rachsorschungen an wenden, um das Mindestmatz der zu erzielenden Einnahmen und den Höchstbetrag der erlaubten Ausgaben festsehen zu können, und wird daS Recht haben, unangebrachte Ausgaben zu ver­bieten. Wenn die betttsche Regierung sich nicht den Weisungen des Kontrollorganismus fügen sollte, wird dieser Derstotz sofort den Mächten mitgeteift. 5 Die Anleihen des Reiches und der Länder müssen von dem Kontrollorganismus be­willigt und direkt beim Publikum untergcbrüd>t werden. Die Unterbringung von Schahanwei­sungen bei der Reichsbank wird ftreng verboten. Die französische Delegation ist der Ansicht, datz man der Reparationskommission nicht das Recht strittig machen könne, diese Reihe von Matz­nahmen mit der deutschen Regierung zu be­sprechen, sie festzusehen und sie durchzufüyren.

Die französische Delegation schlägt weiter bor; 1. Sofort die Ftoanzverwaltuirg Deutschlands unter den vor st eh »nd genannten Bedingungen unter die Kontrolle der Gläubiger Deutschlands zu stellen. 2. Alle erforderlichen Matznahinen zu treffen, um den Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen und das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, wobei progresiiv in die Ausgaben der Teil de. Reparationen eingefügt wurde, deren Zahlung nicht durch andere Mittel oder Anleihen zul Anmillierung des Kapitals aufgebracht werden kann. 3. Dem Schatzamt zu verbieten, Schahwechsel irgendwelcher Art bei ber Reichs bank zu dis ton treten, sowie jede Ausgabe von Schiuldverschrci- bungen auf kürzere oder längere Dauer der in ter alliierten Kontrolle zu unterstellen. 4. D i c Reichsbank unter d i e intcraUicrt- Kontrolle au stellen, die damit beauftiagi ist, alle von Den Alliierten geforderten Matz nahmen, die ihren Anteil erfordern, zu über wachen. 5. Die als geeignet erscheinenden Matz­nahmen zur Vermeidung der Kapitalflucht und Anhäufung von ausländischen Devisen im Innern durch interalliierte Kontrolle zu verschärfen 6. Sobald die älmstände es erlauben, soll mit der Ausgabe von Goldschahanweisungen be­gonnen werden, deren Unterbringung d.uch fis ftrlische Vorteile erleichtert werden könnte. Das Ergebnis diefer Schahwechselausgabe würde, so- wert dies notig ist, zur Derstärtoug des Metall­bestandes der Reichsbank dienen und den Erfolg der Währungsreform zu sichern. Der Rest würde dazu dienen, den Teil der Reparationen^ die nicht in dem Haushalt aufgeführt sind, zu zahlen. 7. Die deutsche Regierung soll auch weiter in Gold oder ausländischen Devisen 'Be­träge von mindestens 25 Proz. des Wertes der Ausfuhr erheben. DaS Ergebnis dieser Summe, die Erträge der Zölle und ber- Einfuhr und das Erträgnis der AuSsvi <abgabe soll auf ein beson­deres Konto über wiesen werden, das bei der Reichsbank namens des Garantieausschusses er­öffnet und von ihm besonders kontrolliert wird. Die deutsche Regierung wird das Verfügungsrecht über dieses Konto haben, solange die Repara- tionskommission der Ansicht ist, dah sie ihren Verpflichtungen nachkommt. Wenn die Kommision der Ansicht ist, datz dies nicht geschiel t, wird der Garantteausschutz von den ihm verfügbaren Sum­men und dem Ergebnis der späteren Abgaben Besih ergreifen.

Amerikanische Diplomatenkonferenz.

Berlin, 20. Oft. (Wolff.) Laut der ,B. Z." hat heute vormittag die vom amerikanische.r Boi schafter einberufene amerikanische Diplo­matenkonferenz, der auch der G-Ixf des Staatsdepartements für die westeuropäische i An­gelegenheiten in Washington, Castloe, beiwohnte, begonnen. In der Konferenz sollen die amerikani­schen Diplomaten Mittel- und Wrsteuropas die schwebenden Mitteleuropafragen behandeln, um dann gemeinsam darüber an das amerikanifche Staatsdepartement zu berichten. Einzelye ameri­kanische Gesandte verlassen bereits heule abend wieder Berlin, während Castloe noch einige Tage hierbleibt.

AttentatSpläne auf den Reichskanzler?

Berlin, 21. Oft. In Ergänzung zu den Mitteilungen in der gestrigen Reichstagssihung über Attentatsplane gegen den Reichskanzler teilt eine sozialistische Korrespondenz mit: Durch Zu­fall ist die Polizeibchörde auf Die Spur mehrerer Attentatsanschläge gegen Den Reichskanzler ge­kommen. Eine jugendliche Person axrr von Kreisen, die dem älrheber Les Anschlages gegen Rathenau nahestehen, zu hohem Solde ge­dungen worden, den Reichskanzler zu ermorden. Gewissensbisse haben den jungen Menschen veranlaht, von der Ausführung des Planes Ab­stand zu nehmen und über die Vorbereitung der Polrzei Mitteilung zu machen. Er wurde daraufhin in Haft genommen und machte Aus­künfte, die die Polizei auf neue Fährten lenkte. Rach einer Mitteilung des »Te.l. Tagebl." ist die Verhaftung im Rheinlande erfolgt. Der Verhaftete soll nach Berlin übergeführt werden. Eine zweite - von der Polizei verfolgte Spür soll nach Berlin weisen. Wre dasC&erl. Tagebl." hört, besteht die Absicht, künftig jeden Besucher des Reichstags beim Betreten des Gebäudes auf Waffen zu untersuchen.

DEGEA-SDAPGLUHKOPPER

VERBORGEN LAUT WISSENSCHAFT

LICMED FESTSTELLUNG EINE

GASERSPARNIS vqn2526