Ausgabe 
23.6.1922
 
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operiert werde. Die Tartf«chvhungen überträfen besonders bei Wegfall von Ausnahmetartfen die Preiserhöhungen der beförderten Güter bei weitem. So feien Daumwollfrachten bis auf das LVfache, Eisenfrachten bis auf das 227fache der Vorkriegszeit gestiegen, währrnid die Preise von Baumwolle und Eisen etwa das 80lOOfache der Vorkriegszeit ausmachten. Das Schreiben des Reichsverbandes an"ben Reichsverkeyrsminister schließt mit dem Hinweis, bah gerade die letzte Leit eine Reihe von Anzeichen dafür erkennen lasse, dah die deutsche Wirtschaft einer kritischen Lage entgegentreibe. Zur Ueberwindung der zu erwartenden Krisis bedürfe es der Anspannung aller Kräfte. Verringerung der Selbstkosten und Erzielung der größtmöglichen Wirtschaftlichkeit werde die Losung sein. Die Industrie wie die .gesamte am Verkehr beteiligte Privatwirtschaft erwarte, daß sich die Reichsbahn, als der größte Staatsbetrieb und das wichtigste Verkehrsmittel, dieser Forderung der Stunde nicht verschließen werde.

Schöffengericht.

Gießen, 20. Juni.

3m April d. 3- warf ein vielfach vor- bestrafter Schlosser geselle aus Cs s en abends ggegen IO1/® Hfjr in dem Augenblick, in dem die Wagen 6er elektrischen Straßenbahn die Weichen am Marktplatz fuhren, mit einem Stein ein.e Scheibe des Schaufensters eines Kürschnermeisters in der Warktstraße da­hier ein. Dann ging er, seine Zigarette rauchend, ruhig seines Weges weiter, als ob nichts ge­schehen sei. Gr war aber von einem jungen Kauf­mann beobachtet worden, der ihm nacheilte, ihn mit Hilfe eines Soldaten festnahm und zur Poli­zeiwache mitnahm. Dort erklärte er, er sei mittel­los und habe deshalb die Scheibe eingeworfen, um ein Obdach zu bekommen. Heute dagegen be­hauptete er, ein Herr in Köln habe ihn ver­anlaßt, gegen Zahlung von 5 0 0 Mark die Scheibe einzuwerfen, und sei zu diesem Zweck mit ihm hierhergefahren. 300 Mk. habe er ihm schon in Köln gegeben, den Rest hätte er nach vollbrachter Tat erhallen sollen. Das Ge­richt glaubte diesen Märchen nicht, war vielmehr der Lleberzeugung, daß der Angellagte die Scheibe nur zu dem Zweck eingeworfen habe, um s p ä t e r in der Rächt die in dem Erker hängenden wertvol len Pelze stehlen zu fönnen. Auf den Antrag des Staatsanwalts, ihn zu einem Hahr Zuchthaus und zu 5 Jahren Ehrverlust zu verurteilen, erllärte Angeklagter, er sei damit ein­verstanden. Als dann das Urteil auf I Jahr 6Monate Zuchthaus. 5 Jahre Ehrver­lust und Stellung unter Polizeiauf­sicht verkündet wurde, rief er dem Vorsitzenden drohend:Sie sind ein milder Richter, ichhatte gedacht, ich bekämemehr, auf Wiedersehen, denn wir sehen uns doch noch einmaL

Wegen Fahnenflucht wurde ein Reichs­wehr soldat von hier zu einer Gefängnis­strafe von 9 Monaten verurteilt. Gleich» zeillg wurde auf Dien st entlass u n g erkannt. Da es ihm bei der Reichswehr nicht mehr gefiel, fuhr er nach Koblenz und stellte sich dann nach einiger Zeit wieder in der Hoffnung, bestraft zu werden und auf diese Weise von der Reichswehr hrszukvmmen.

Ein Elektromonteur cruS Forbach unb^eme Ehefrau haben hier eine Reihe von Diebstählen z. 11. ihrer Vermieterin und Peines hiesigen Hotelbesitzers, bei dem die Ehefrau als Wäscherin tätig war, begangen. Sie stahlen zum Teil mittels Einbruchs in der Haupt­sache Wäschestü cke im Wert von mehre­ren tausend Mark, die sie an eine hiesige Althändlerin verkauften. Letztere, die wegen Hehlerei angeklagt war, mußte mangels genügenden Beweises freigesprochen wer­den, während der Elektromonteur zu 1 Jahr und seine Ehefrau zu acht Monaten Gefäng­nis verurteill wurden. 3m Besitze des ersteren wurden ein großer Bund mit teils gefeilten, teils geänderten Schlüsseln und Dietrichen uni) ein Gummistempel mit dem Rainen einer Schotten er Firma, den sich der Angeklagte wenige Tage vor feiner Festnahme halle anfertigen lassen, vorge­funden.

Eine Frau von hier lernte im Gefängnis dahier ein Dienstmädchen aus Dillenburg kennen, das sie nach feiner Entlassung zu ihrem Manne schickte, damit es diesem den Haushall führen könnte. Während seiner Anwesenheit daselbst ent­wendete es ein Hemd und einem Arbeiter einen Damenmantel. Des Diebstahls mehrerer Hand­tücher und eines Fünfmarkscheins konnte es nicht ausreichend überführt werden. Die rückfällige Diebin wurde zu sechs Monaten Ge­fängnis verurteilt.

Eine Reihe anderer Sachen ist ohne Inter­esse für die Oeffenllichkell.

Schlichtungsansschutz der Provinz Oberheffen.

Verhandlung am 22. Juni 192 2.

Dem Derband der Böttcher, den Weinhandlungen Inderthal Gebr. Schwan, Wal­lenfels & Sohn, Küchel, I. Kann und A. Austerlitz und der Essigfabrik Silbereisen in Gießen wurden folgende Wochenlöhne durch Schiedsspruch vorgeschlagen: Gelernte Küfer über 25 Jahren (bisher 620 Mk.) ab 19. Juni 850 Mk und ab 1. Juli bis mindestens 31. Juli 900 Mk.: Hilfs­arbeiter über 25 Jahren (600 Mk.) 800 Mk. und 850 Mk., Arbeiterinnen über 21 Jahren 375 Mk. und 400 Mk. Vorarbeiter und Meister jollen 50 Mk. mehr erhallen.

Die Rheinische Elektrizitäts-A.-G. soll in ihrem Daugebiet Alsfeld und Lau t e r- bach die Mailöhne ab 1. Juni um 20. v. H. er­höhen. Die Elellrornonteure über 24 Jahren er­halten hiernach 20,05 Mk. Stundenlohn, die Hllfsmonteure 18,72 Mk. und die Hilfsarbeller 16.80 Mk. Die geforderte Erhöhung der Aus­löhnung von bisher 28 Mk. für den Kalendertag für die Ledigen und 30 Mk. für die Verheirateten wurde abgelehnt. Darüber, daß die Lohnregelung noch ab l.Iuni für den Monat Juni e^olgen sollte, waren die Parteien einig.

Die Parteien erhielten in beiden Sachen eine Woche Erklärungsfrist. Fünf Arbeiter der Ober» f 6 r ft e r e i Oberrosbach wurden mit ihrem etwaigen Anspruch auf Lohnzulagen für rück- liegende Zeit auf. den Rechtsweg verwiesen.

Landwirtschaft.

Die Dullenhaltung im Kreise Gieße».

Von sachkundiger Seite wird uns geschrieben: Der Rähr- und Gesundheitszustand der Dullen ist in den meisten Orten des Kreises

Gießen ein guter, trotz des herrschenden. Futter­mangels. 3n den Gemeinden, in denen die Hal­tung der Bullen nicht befriedigt, kommt als Ursache meist eine schlechte, durchaus nicht zeit­gemäße Entschädigung der Halter in Frage. Diese können bei der heutigen Teuerung ihren Pfleg­lingen noch nicht einmal das Erhaltungsfutter reichen, geschweige denn die Futtermenge, welche nötig ist, um die.Tiere vererbungsfähig zu er­hallen. Daraus folgt die Richttgkeit der gesetz­lichen Bestimmung, daß die Vergebung der Fasel­tiere an Faselhalter als Ausnahme, die Haltung in eigner Verwaltung der Gemeinde als Regel zu gelten habe. Falsche Sparsamkeit, rächt sich stets.

Man mutz zugeben, daß heutzutage eine Um­stellung der Faselhaltung mit bedeutenden Kosten verknüpft ist, aber wo ein Wllie vorhan­den ist, findet sich immer ein Weg. So,hat sich z. B. eine Gemeinde für den Verzicht auf ein Ueberwandlungsrecht einen Faselstall erbauen lassen. Zum mindesten muß soviel Verständnis für die Tierzucht vorhanden fein, daß unter allen Umständen eine ausreichende Fütterung der Dullen sichergestellt wird. Scheut eine Gemeinde die Ausgabe großer Summen minderwertigen Papiergeldes, so mag sie wie dies bereits vielfach mit gutem Erfolg durchgeführt ist allen Viehbesitzern aufgeben, für jedes Muttertier soviel Körnerfuller (Hafer) an den Halter abzu­liefern, daß eine ausreichende Kraftfütterung der Bullen gewährleistet ist. Das nötige Heu kann auf gleiche Weise oder von Gemeindewiesen beschafft werden. Datürlich muh dann gegebenenfalls die Fütterung überwacht werden, damit nichtsan den Hecken hängen bleibt. Diese Ueberwachung ist Sache des Ortsvorstandes, insbesondere des Bürgermeisters, und es muh leider gesagt werden, daß gerade in dieser Hinsicht in manchen Ge­meinden in unverantwortlicher Art und Weise gefrevell wird. Wem die Kuh ist, der greif ihr an den Schwanz, sagt der Oberhesse. Demgemäh hat vpr allem die Gemeindevertretung nach dem Rechten zu sehen. Allerdings hat sie dabei nur dann ein gutes Gewissen, wenn sie auf der anderen Seite für eine ausreichende Entschädigung der Faselhaller sorgt. Wer sich waschen will, muh sich nah machen. Das war immer so. Und auch die Uebergescheiten unter den Gemeinderäten, die gewöhnlich keineswegs bescheiden sind, wenn s i e etwas zu fordern haben, sollten bedenken, dah man nicht mit einer Handvoll Guano einen Morgen düngen kann.

Oft wird schon beim Ankauf der Dullen ge­sündigt. Richt der Zuchttoert, sondern der Karf- Mitglieder der Ankaufskommission angehören, deren Urteil durch Sachkenntnis nicht beeinflußt ist, und die lediglich möglichst billig Einkäufen preis gibt den Ausschlag, well mitunter solche wollen. Mit dem Ankauf sind nur wirtlich sach­verständige Tierzüchter zu betrauen; entgegen­gesetzten Falles bekommt die betreffende Ge­meinde den schönsten .Lade.ch.tter" aufgehängt und Schaden und Spott bleiben nicht aus. Gute Zuchtware kostet immer Geld.

Was die Vergebung der Faseltt^re anlangt, so erfolgt sie leider oft an den Mindestnehmen­den, und man hört bei Beanstandung der jähr­lichen Entschädigung die Antwort:Ci, e hott jao nit mih belangt! Dieser Standpunkt ist grund­falsch. Richt derjenige ist der beste und billigste Halter, der am wenigsten fordert,' sondern der, welcher erwiesenermahen Guft und Liebe zur Sache hat, sich redlich Mühe gibt, seine Pflicht gu tun und dabei auf dem richtigen Standpunkt steht, dah gute Arbeit entsprechend bezahlt werden soll. In der Tierzucht und Tierhaltung sind Pfuscher nicht zu gebrauchen. Dr. St.

Turnen, Sport und Spiel.

SportTurnenSpieI. Die ge­samte Sportliteratur ist auf der Deutschen Spvrt- ausstellung (.inhett'.ich vertreten. Aus diesem An­laß ist ein fast erschöpfender Katalog der Litera­tur erschienen. Der Katalog ist zu beziehen von der Sportbuchhandlung August Reger Berlin RW. 7 Dorotheenstr. 23, gegen Einsendung der Dersandkosten von 3 Mart.

Tennis-Kampfspiele Das Haupt­interesse der im Rahmen der Deutschen Kampf- Grunewald rüstete sich auch am Mit woch aif spiele stattfindenden Tenniskämpfe auf den pracht­vollen Plätzen des Lawntennis-Turnier-Club im die Begegnungen tm Herren-Einzelspiel. Beson­ders interessant war der Kamps zwischen H. Kleinschroth und Windeis, den der Münchener erst nach drei Sätzen 2:6, 6:1, 6:0 gewinnen konnte. Auch 'das Spiel vrn Karl Lange gegen den Deutschschweizer Holzboer 6:3, 6:2 entbehrte nicht interessanter Momente. Einen Doppelerfolg hatte Graf Mattischka verzeichnen, der Ötibbe 6:1, 6:1 und Wronka 6:0, 6:0 schlug, v. Ders­dorfs erlitt eine unerwartete Riederlage durch Gast mit 1:6, 3:6. Don den Doppelspielen ist der Erfolg von FroitzheimKreuzer über die beiden Grafen Salm 6:4, 8:6 und über RaheUhl 6:4 nadjäutragen.

Leipziger Sport- Club Sieger im Kampfspiel Hockehturnier. Im Deutschen Stadion wurde am Mittwochnachmittag die Entscheidung im Kampfspiel-Hockehturnier zwischen dem Leipziger Sport-Club und dem Club zur Vahr-Bremen gespielt. Beide Mann­schaften lieferten sich einen technisch und taktisch vollendeten Kampf. Die Leipziger konnten durch denen die Bremer bis zur Pause mit Hilfe ihr schnelles Stürmerspiel drei Tore vorlegen, ihrer fitnfen Läuferreihe den Ausgleich entgegen­setzten. 3m wetteren Verlaus des Spieles war der gute Leipziger Torwart ausschlaggebend, der jedem Ansturm der Bremer gewachsen war. Zwei weitere Tore für Leipzig stellten den Sieg der Mannschaft mit 5:3 sicher.

Fuhballkampf Heer gegen Ma­rine 2:2 (2:0). Im Rahmen der Fuhball- kampfspielwoche wurde am Mittwoch im Deut­schen Stadion ein Fuhballkampf zwischen zwei Auswahlmannschaften des Heeres und der Ma­rine zur Entscheidung gebracht. Dem Ereignis wohnte eine zahlreiche Zuschauermenge bei. Als Vertreter des Reichswehrministers war Generäl v. Seeckt, der Chef der Heeresleitung erschienen, während für den Admivalstabsches Admiral Mommsen dem Kampfe beiwohnte. Beide Mann­schaften lieferten sich gutes und schnelles Spiel, das jedoch bei dem Heere das Zusammenspiel vermissen lieh, verursach durch die starken und langen Stöhe, über die diese Mannschaft ver­fügt In der ersten Hälfte spielle die Marine gegen die Sonne. Dadurch konnte das Heer etwas drücken und ging in der 20. Minute in Führung, um 20 Minuten später den Vorsprung auf zwei

Tore zu erhöhen. Halbzeit 2:0. Rach der Pause kamen die Matrosen auf und hatten das Heft in der Hand. Gleich nach dem Anpfiff konnte der Linksaußen eine schöne Flanke bon rechts zum ersten Tore durch Kopsball verwandeln, dem in der 17. Minute der Ausgleich folgte. So blieb es bis zum Schluß. Auf beiden Sellen war die Verteidigung besser als der Sturm. Dej den Matrosen find besonders die Außenläufer zu erwähnen. Allgemein fiel auf, daß auf beiden Seiten unverhaltnismähig viel mit Kopsbällen gearbeitet wurde. General v. Seeckt sprach den Mannschaften nach Schluß des Spieles seinen Dank für den schönen Kamps aus.

Kirchlich? Nachrichten.

Israel. Religivnsgemeinde. Gottes­dienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 24. Juni 1922. Dovabd. 7.45. Morg. 8.30. Predigt. Abds 9.00 und 9.40 Uhr.

Israel. Religions - Gesellschaft. Sabbatfeier den 24. Juni 1922. Freitag abd. 7.40. Samstag norm. 8.00. Predigt. Rachm. 4.30. Sabbatausgang 9.40. Wochengottesdienst: morg. 6.00. abds 7 30 Uhr.

Sandel.

* Einfuhrzölle in ^Bulgarien und Lettland. Das Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr, Kiel, besitzt den vollständigen Wortlaut der neuen bulgarischen und lettländi- schen Zolltarife. Es ist bereit, Interessenten über die für deren Waren in Betracht konnnenden Zollsätze Auskunft gegen Kostenerstattung zu er­teilen Anfragen, die möglichst genau umschrieben fein müssen, sind zu richten an die Rachrichten- abteilung deS Instituts, Kiel.

Berlin, 22. Juni. (Wolff.) Börsen- stimmungsbild. Heute vormittag setzte sich die Aufwärtsbewegung der Devisenkurse bei fast völlig fehlendem Angebot fort Der Dollar er­reichte 331. Mit Beginn der offiziellen Börse trat ein Tendenzumschwung ein auf englische und französische Meldungen, wonach beide Länder ein baldiges Zustandekommen der internationalen An­leihe für Deutschland anstreben. Der Dollar senkte sich auf 322. Der Effektenmarkt zeigte bei Beginn eine unsichere Haltung bei lustlosem Geschäft. Die ersten amtlichen Kurse zeigten große Unregel­mäßigkeit bei lustlosem Geschäft, namentlich für Maschinenfabrilaktien. Im späteren Deila fe trat ein leichtes Abbröckeln dec Kurse ein. SHuckertaktien waren vorwiegend fester. Taat- akllen kaum verändert. Ausländische Renten waren fast durchweg etwas abgeschwächt. Deutsche Anleihen waren ruhig und nicht ganz einheitlich Der Dollar zog im Verlaufe wieder etwas an. Im Einklang mit der Erholung der Devisenkurse schloß bei- Effektenmarkt leicht be­festigt, aber nur ungarische Gold ente und türkische Zollanleihe wurden etwas lebhafter gehandell.

Frankfurt a. M., 22. Ö-int Börsen- stimmungsbild. Die Börse stand auch heute wieder unter dem Einfluß großer Geschäftsstille. Die Devisenbewegung blieb ohne Einfluß, 51- mal sich auch hier kein regeres Treiben bemerk­bar machte. Der Dollar wurde ansängllch 323 bis 331 und später 327 bis 322 genannt. In amtlich nicht notierten Werten war die Tendenz bei ruhigem Geschäft gut behauptet. Es fanden keine größeren Kursveränderungen statt. Benz 450, Deutsche Petroleum 1975. Der plötzliche Rück­gang des Dollars verstimmte und gab Anlaß zu größerer Zurückhaltung. Der Marti der Mon­tanaktien war bei Schwankungen Nicht einheitlich. Interesse zeigte sich für Mannesmann, auch Phö­nix waren gcjrxig'cr und höhrr. Gebessert gin­gen Zuckersabrikuktien hervor. Chemische Werte unterlagen Schwankungen. Anilinwerte gaben mäßig nach. Heimische Anleihen erniedrigten ihr Kursniveau. Bankaktien erfühlen teilweise Ab­schwächungen. Der Kassamartt zeigte eine un­regelmäßige Haltung. Die Börse schloß ftUL Privatdiskont 4x/3 Prozent.

Sranlfurt a. M, 23. Juni.

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin Schluß- Sch'uh- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs

Datum: 21.6. 22.6 21.6. 22.6.

5°/, Dtsch. KrtegsänL 77 50 77,50 77,50 77,50 4°/oDtsch. Äeichsanl. 108,50 109, HO 109,-

3°^Dtsch. Reichsanl. 148 - 148,- 148,- 148,

4°/0 Preuh. KonsolS 80,50 83,» 82,- 82,50

Hamburg-Pakets.. . ^86, 393 3a2, - 388,

Norddeutscher Lloyd 291, 290,25 286,50 287,50

Comm.u.Privatbank 298, 297,- 297, 296,-

Darmstädter Bank . 286,- 286, 288, 288,-

Deutsche Bank . . . 550, 530, 550, 550,

Disconto-Gesellschaft 417, 4)8, 417, 416,

Dresdner Bank . 308, 309, 315, 316,

Mitteld. Creditbank. 248,- 248,- 248,50 248,75

Äationalbank f. D.. 288, 286.- 288,- 288,

Boch.Gußstahlwerke 997,-üll,- 1020,-

Bud.-Eisenw.-Akt.. 660,- 615,-

D.-Luxemb. Bergw.. 960, 955, 957, 959,

Gelsenkirch. Bergw.. 1000, 1005, 990, 990,

Harpener Bergbau. 1785,- 1792, 1792,-

Oberschl. Eisenb.-B. 770,- 795,- 775,- 775,-

Oberschles. Gisenind. 586,- 592 - 582,- 582,-

Phönir-Bergb.-Akt. H30,- 1175,- 1140,- 1146,-

Bad.Anilin-u. Soda 719, 710, 711, 711,

Höchster Farbwerke. 621,- 620, 620, 816,

Allg. Glektr.-Ges. . 640,- 631,- 626,- 633,-

FeltenL Guilleaume 745,- 740,- 756,-

Schuckert-Werke. . . 607,50 625,- 625,- 631,-

Adlertoerke 430,- 425,- 434,- 430,-

Daimler 406,- 397,- 4 5,- 404.-

40 ° Hess. Staatsanl. 79,- 79,50 79,10 79,20

Electron Griesheim 727,50 725, 727, 730,

Dtsche. Vereinsbanj 194, ~ 190#*,

Berliner Devisenmarkt.

Brief

Datum: 1

6413,20

5426,80

6172,75

6968,70 8350,45

700,90 1597,- 1444,jO

325,66

6941,30 8329,55 699,10

1593,- 1438,20 324,«4

Brüssel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelstngforS. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-OesterL Prag Budapest.... Buenos AireS . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro

2683,85

5456,85

620,20

38,86

115,97

216,70

156,25

4469,-

6961,25 8369,50

711,10 15:43,- 1453,15

328,08 282^,95 6242,t5 5108,60

2,08 622^20

33,05 116,97 217,20 157,-

4469, -

6978,75 8300.50

712,90 1597,- 1456,35

328,92 2836,05 6257,85 5121,40

2,12 623,80

33.15 117,27 21730 158,-

<48!,-

5086,35

2,29 629,80

33,95 116,27 217,30 157,25

4481,-

2826,45 283 ,55

6157.25 ------

5073,65

2,25

Geld Brief Geld

21. Juni. 22. Juni.

Amstd.-Rotterd. 12484,35 12515,6512484,35 12515,65 ------ 2676,65 2683,35 2676,65 -----

5413,20 5426 80 5+43,15

Marknonerungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Parts. . . .

1.7.14.

Fr. 125.40

Fl. 59.20

Kr. 88.80

Kr. 88.80

Kr. 117.80

Kr. 117.80

Sh. 97.80

r 23.80

Fr. 125.40

21.6. 22.6.

1,60 1,60

-.79 -.79

1.46 1,47

1,22 1,20

16*32 15*92

1,45 1,45

-,30 -,30

3,55 3,52

Züricher Devisenmarkt.

22. 6. 23. L

Wechsel auf

Holland 100

Deutschland 100

Wien 100

Prag 100

Parts ... 100

London 1

Italien 100

Brüssel 100

Budapest ...... 100

Reuyork. ...... 100

Agram 100

Warschau 100

Schweizer Franken Fl. 203.50 203J3U Mk. => 1.62 1.61

Kr. 0.03 0.035

Kr. = 10.075 10.175

Fr. = 44.45, 45.20

£ = 23.34 23.31

L. = 25.625 25.35

Fr. = 43.10 42.90

Kr. = 0.54 0.53

r = 527.25 527.- Kr. = 1.75 1.7»

Kr. - 0,12 0,117

Markte.

Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt.

Frankfurt a.M, 22. Juni. Marttver- lauf: Gedrückter Handel. Ochweine hinterließen fletnen Ueberstand. 3m einzelnen ist zu bemer­ken: Aufgetrieben waren 251 Kälber, 149 Schafe und 261 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht für Kälber beste Qua­litäten 29003400 Mk., mittlerer Qualitäten 2400 bis 2800 Mk., geringe Qualitäten 20002300 Mk., für Schafe 9002300 Mk., für Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 44004800 Mk., von 80 bis 100 Kg. Lebendgewicht 48005100 Mk., von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 48005200 Mk., von 120 bis 150 Kg. Lebendgewicht 48005100 Mart, für Fettschwerns über 150 Kg. 48005100 Mart Außerdem wurden 38 Rinder ohne amt­liche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Sie Frage einerunabhängigen Aktion"

Frankreichs.

London, 22. Juni. (WTB.) Der fron* zbsische Berichterstatter desDaily Tele­graph" schreibt aus Paris, gestern abend sei dort bekannt geworden, daß. P 0 i n c a r 6 vor seiner Abreise nach London in der letzten Woche der britischen Regierung eine Rote über die Frage der unab^ä g gen Aktion übermittelt habe, Frankreich steheauf demStandpuntr, daß es berechtigt sei, zu einer sol­chen Aktion zu schreiten, falls ein de 11- scher Verzug von der Reparativnsrommission entsprechend den §§ 17 und 18, Anhang 2. Teil 8 des Versailler Vertrages ordnungsmäßig fest­gestellt werde. In der übermittelten Rote legte Poincarä dar. daß entgegen den von bri­tischer ö ite ausgestellten Drhauptimgen Mil­le rand vor April 1920 niemals auf das Recht Frankreichs auf eine eventuell« unabhängige Aktion Verzicht ge­leistet h.'vbe.

Das Ergebnis der Londoner Zusammenkunft.

London, 22. Juni. (WTB) Der ksiplv- matische Berichterstatter derDaily R e ws" schreibt zu dem in der Pariser Presse gekenn­zeichneten, saft einstimmigen Begeisterung über die Unterredung zwischen Poin- cartz und Lloyd George in der Downing- Street, sin Interesse der Tatsache müsie fe^lge­fielt wertes daß die Unterredung zwi­schen den beiden Premierministern nicht eine einzige Frage gefördert habe. Alle wichtigen Fragen seien bis zur neuen Zusammen­kunft. die für Ende Juli geplant sei, verschoben worden. Der borg shlagme englisch-fran- zösischePakt fei von beiden Premierministern nicht erörtert worden. Der Pakt fei auch nicht zur Sprache grtormnen und werde in die­sigen amtlichen Kreisen als augenblicklich nicht innerhalb des Erörterungs­feldes liegend angesehen. Diese Frage sei bis nach der Juli-Zusammenkunft verschoben worden.

Die Möglichkeit einer Verlängerung bet De» satzurrgSfristen für das linke Rhenmfer.

P a r i s, 22. Juni. (WTD.) DasI 0 u r» naI berichtet über die gestrige Sitzung des Senatsausschusses für Auswärtige Angele- genhetten bezüglich der bereits in dem HavaS- bericht erwähnten Frage der eventuel­len Verlängerung der Desat- zungSfristen für das linke DHein­ufer, Poincar6 habe dem Vorsitzenden des Ausschusses, Doumergue, die Mittei­lung gemacht, dah der Ober sie Datkeine Entscheidung dahin getroffen habe, die Fristen für die Besetzung des lin­ken DheinuferS könnten hinausgeschoben wer­den, falls Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfülle. Driand habe vor dem Aus­schüsse erklärt, Spuren dieses Abkommens mühten vorhanden sein. P 0 i n c a r 6 aber habe festgestellt, daß nur ein französisch- englischer Sachver st ändigen-Be­rich t vom Juli 1921 vorhanden sei, in dem die Sanktionen, von denenBriand gesprochen habe, als möglich bezeichnet werden. Eine Schrift des Obersten Dates liege nicht vor.

Verantwortlich für den politischen Teil: 3. 03.: Karl Walther.

BAD-NAUHEIM

Samstag, 24. Juni, In

HuptelteKiiiM-KasIno

Tanzabend 34630

Anita Berber

vom NELSON-THEATER, BERLIN, und das übrige Künstlerprogramm.

Eintritt 20 Mark. Dauerkarten 10 Mark.