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Nr. 144

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poftschecttonlo:

ÄtOTtfurt o. m. 11686.

Donnerstag, 22. Juni 1922

112. Jahrgang

SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

druck htiö Verlag. vrühl'sche Univ. Buch- und Steinöruderei R. Lange. Zchriftlettung, GeschSftrstelle und Druderet: Zchulstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die läge-nummer d>« zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen o. 34 mm Breit« örtlich 150 Pf. auswärt» 180 Pf.; für Wehlame» Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20"Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil. Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deik, sämtlich in Gießen.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Getreide­umlage.

Zu der Frage der Getreideurnlagc wird bon sachverständiger Seite geschrieben.

Das Grundproblem in den gegen­wärtigen Beratungen über die Ge­treidewirtschaft ist nicht mehr und nicht weniger als eine Produltionsfrage. Der deutschen Oesfentlichteit ist nicht mit Streitigkeiten überWucher der Agrarier", Ausnutzung des Volles" auf der einen,Son- dersteuer der Landwirtschaft" usw. aus der an­deren Seite gedient. Landwirte wie Verbrau­cher können sich durchaus aus einen Stand­punkt einigen, wenn in sachlicher Weise die Frage so gestellt wird: Wie kann die Land­wirtschaft in die Lage versetzt werden, durch ausreichende Produktion dieVer- braucherschaft dauernd zu versor­gen ? Ausreichende Produktion garantiert auch erträgliche Preise. Bon sozialdemokra­tischer Seite wurde im Reichstag behauptet, die Landwirtschaft sähe es teilweise für vor­teilhaft an, die Produktion einzuschränken. An sich ist nicht zu bestreiten, daß ein Ueber- gang zur extensiven Wirtschaft durchaus höhere Reinerträge bringen kann. Aber die deutsche Landwirtschaft ist nicht so verantwor­tungslos, einen solchen Weg zu beschreiten, ohne dazu gezwungen zu werden. Zwangs­läufig aber bewirkt jede Zwangs­wirtschaft die Lähmung der Pro­duktion. Die Beweise sind so oft statistisch erbracht, daß wir auf sie an dieser Stelle ver­zichten können. Es sei nur erwähnt, dah der frühere Reichsernährungsminister Hermes, wie auch sein Borgänger, der Sozial­demokrat Robert Schmidt, auch der frühere preußische Landwirtschaftsminister, der Sozialdemokrat Otto Braun, und jetzt neuerdings der nunmehrige Reichs- «-rnährungSminister Fehr, mit aller Deut­lichkeit diese Tatsache anerkannt haben. Des­halb hat sich auch Dr. Hermes im vorigen Jahre grundsätzlich für die freie Wirtschaft in dem jetzt beginnenden Wirtschaftsjahre aus­gesprochen. Jetzt erscheint der Regierung das Wagnis zu groß. Es sei aber festgestellt, daß die Schwierigkeiten mit jedem Jahre wachsen werden. Wenn jetzt die Umlage wiederkehrt, weih kein Mensch, wann wir überhaupt zur freien Wirtschaft kommen werden. Wie wer­den nach einem Jahre die Preise auf dem Weltmarkt sein? Wird die deutsche Produk­tion unter dem Druck der neuen Zwangswirt­schaft nicht wieder beängstigend zurückgehen? Es steht zu erwarten, daß die Landwirtschaft den Getreideanbau bei weiterem Zwang ein- schränken wird, vielleicht wird die Preispoli­tik der Regierung sie sogar dazu zwingen. Denn die behördlichen Preise sind bisher immer hinter der allgemeinen Verteuerung zurückgeblieben Rach aller BorauSsicht wer­den Düngemittel, Kohlen, Maschinen usw. wei­ter dauernd verteuert werden, während nur zwei Preisfestsetzungen für Umlage» getreide von der Regierung während des gan­zen ZahreS vorgesehen sind.

Der Demagoge beschränkt sich bei Er­örterung dieser Fragen natürlich auf das müßige Geschwätz vom Geldüberfluh der Landwirtschaft. ES ist richtig, daß die länd­lichen Hypotheken abgetragen sind, aber auch jeder Städter, sei er Arbeiter oder kleiner Be­amter, hat bei der Geldentwertung Friedens­schulden verhältnismäßig leicht abschütteln können. Der Landwirt, der heute Geld ham­stert, tut dies auf Kosten seiner Betriebs­leistungen. Die Kreditwünsche der wirllich in­tensiv wirtschaftenden Landwirte können schon heute von den Genossenschaften kaum noch be­friedigt werden.

Bor lauter Rechnerei mit Indexziffern und häufig demagogisch aufgemachten Sta­tistiken hat ein großer Teil unseres Bolles leider das wirtschaftliche Denken ver­lernt. Daher fällt es den Agitatoren der Lin­ken verhältnismäßig leicht, die Preisfrage in ihrer Bedeutung zu übertreiben. Heute grault die sozialdemokratische Presse ihre Leser mit der Ankündigung eines BrvtpreiseS von 40 bis 45 Mark. Dabei wird aber verschwiegen, wel­chen Einfluß eine gänzlich freie oder gänzlich gebundene Wirtschaft auf solche Preise haben kann. Der Preisunterschied zwischen marken­freiem und Markenbrot klärt über diese Zu­sammenhänge die praktisch rechnende Haus- frau weit besser auf. Ueberaus wesentlich ist bei allen solchen Berechnungen die Frage: welchen Anteil erhalt die Landwirtschaft am BrvtpreiS. So allein kann die Wirkung der freien Wirtschaft abgeschätzt werden. Im Frieden hielten sich Brot- und Ge- treidepreise ziemlich die Wage. Heute find im BrvtpreiS andere Bestandteile erheblich höher vertreten, wie z. B. Löhne.

Frachten, Steuern, und nicht zu vergessen die Reichsgetreidestelle. Deren Kosten ebenso wie die Der Kommunalverbände bei freier Wirt­schaft gespart würden. Die kürzlich in Berlin erfolgte Verteuerung des Brotes um eine Mari war ausschließlich auf neue Lohnforde­rungen Der Bäckergesellen zurückzuführen. Wir wollen es uns versagen. Die Kosten des Brotes im kvmmenDen Erntejahr zu berechnen, Da unzählige Faktoren überhaupt nicht abzu­schätzen sinD. Daß der Unterschied Dee Preises bei freier ober Zw angS- wirtschaft, in Prozenten auSgeDrückt, v er» hältnismäßig gering fein muß, wirk) jeder anerkennen. Der bedenkt. Daß nur etwa Die Hälfte Des notwenDigen GetreiDeS Durch Die Umlage erfaßt werDen kann unD Dah für dieses Der Reichswirtschaftsrat, in Dem Der VerbraucherstanDpunkt gesiegt hat, Dreiviertel Des Marktpreises vorgeschlagen hat. An sich würDe Die Landwirtschaft nach ihren Erklärun­gen mit einem solchen Preise wahrscheinlich einverstanden sein und sich unter solchen Be­dingungen begütigen lassen. Aber es liegt keine Gewähr dafür vor, daß bet einer er­heblichen Verteuerung Der PrvDuktionsrnittel Der Staat Den beränDerten Verhältnissen Rechnung tragen würDe. Die Erfahrungen Der Zwangswirtschaft haben ständig das Gegen­teil gelehrt. Aus das Nachdrücklichste muh na­türlich jeder anständig gesinnte Landwirt wie Städter verlangen, dah der Notlage Der so arg beDrängtcn, versinkenDen Schicht unserer Kapital- und Sozialrentner,Wit­wen unD Waisen bei Der sprunghaften Verteuerung Der Lebenshaltung geholfen wird. Dazu sinD aber andere Mittel notwen­dig, als eine Getreideumlage. Würde Doch auch trotz ihrer Beibehaltung Der Brotpreis auf mindestens das Doppelte steigen.

Das Grundübel, auf Das Die ganze Le- benSmifere zurückzuführen ist, ist und bleibt Der Versailler Friedensvertrag. Er bewirkt Die Verelendung unseres Bolles, Die aufzuhalten irgendein StaatSfozialismuS nicht beanspruchen kann. Ihr entgegenwirken kann bis zu einem gewissen Grade nur Die Anspannung aller produktiven Kräfte. Wer die Getreideumlage befürwor­tet, handelt diesem Grundsatz entgegen. Bon den Sozialisten wird man allerdings kaum erwarten können, daß sie Den Standpunkt Der ProDuktionSsteigerung als Den auSschlag- gebenDen anerkennen, nachdem sie erst kürz­lich Die süDDeutschen Metallarbeiter wegen ein» bis zweistündiger wöchentlicher Mehrarbeit wochenlang hoben streiken lassen.

Die Umlage vor dem Ausschuß.

(Sine Entschließung der Rechten.

Berlin, 21 3unt (WTB.) Der Reichs- tagsausschuh für Volkswirtschaft Hal heute das Gesetz über die Regelung des Ver­kehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 behandelt. Abg. Rösicke (D.-Natl) wandte sich gegen die Vorlage unD überreichte eine Ent- schlichung Hepp (D. Vpt.) und ficke (D.- Ratl.), in welcher die Reichsregierung u. a er- lucht wird, ungesäumt mit Den landwirtschaft­lichen und Handelsvertretungen zwecks Lieferung je 4 5 0 000 Tonnen Brotgetreide b iS 15. 1 0. u n d 1 5. 1 2. 1 922 und von weiteren 900 000 Tonnen bi s 1 5. 2. 1 923 an das Reich zu dem aus den Berliner Notierungen der vorhergehenden zwei Monate ermittelten Durch- schnittspreife einzutreten und die zum Anlauf dieser Mengen erforderlichen Mittel bereitzu- sl eilen, sowie die Reichsgetreidestelle in die Lage »u sehen, während der Zeit vom 31. 10. 1922 brs 15. 8. 1923 die weiteren zur Versorgung Der De- völkmiing erfordert Mengen Brotgetreide im Auslande anzukaufen, aus Mitteln des Reiches 20 Milliarden Mark zur Ver­fügung zu stellen zwecks Verbilligung des aus den durch das Reich erworbenen Getreidemengen her- gestellten Brotes, Maßnahmen zur Verhinderung des spekulativen Handels mit inländischem Ge­treide und der Derfütterung von inländischem Roggen und Weizen zu treffen, sowie endlich die Ausfuhr von inländischem Getreide durch wirk­same Maßnahmen zu verhindern.

Der drohende Marksturz und die Abwehrmahnahmen.

Berlin, 22. Iuni. Der Reichskanzler hatte gestern nachmtttag mit dem Reichs bank- präsidenten Haven st ein eine Besprechung. Es wurden dabei, derDeutschen Allgem. Ztg." zu­folge, die allgemeinen Fragen finanzielller Natur und etwaiger gegen die wettere Verschlechterung des Markkurses zu ergreifenden Maßnahmen be­sprochen. Der gestrigen Besprechung sollen in den nächsten Tagen weitere folgen.

Die Verhandlungen mit dem Garantickomitee.

Berlin, 22. Zuni. Bei Den Verhandlungen mit dem Garantiekomitee, Die gestern nach­mittag begonnen haben, wurden [aut .B. T." vier Ausschüsse gebildet, und zwar ein Aus­schuß für Einnahmen und Ausgaben, ein zweiter für die Frage der Kapitalflucht, ein dritter für das Problem Der schwebenden Schuld und ein vierter für Die Statistik..

Die Konferenz im Haag.

Haag, 21 Juni. 'Wolff.) Die heutige Sit­zung der nichtrussischen Kommission hat van KarnebeekS Ernennung zum Ebren- rorsihcnden bestätigt. Der holländische Delegierte P a t i j n wurde zum Vorsitzenden, Der Belgier Gattie r zum stellvertretenden Vorsitzenden Der nichttussifchen Kommission gewählt Greame-Eng- land, Alphand-Frankreich und Avezzano-Italien wurden zu Vorsttenden der Untcrkommissioncn für das private Eigentum, Schulden und Kredite ernannt. Der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende der nichtrussischen Kmnmission wer­den zusammen mit den Vorsitzenden der Unter« Kommissionen ein Turcau der Vorsitzenden bilden, das aber die Befugnisse Der nichtrussischen Kom­mission keineswegs beeinträchtigen darf. Pitijn wird sich mit dem Vorsitzenden der russischen Kom- misiion zu dem Zweck in Verbindung sehen, die Arbeitsmethoden der beiden Kommissionen ein* hritlich zu regeln. Die Sowjetregierung teilte bisher noch nicht offiziell die Namen ihrer Dele­gierten m£. nur wurde telegraphisch aus Mos­kau um Paßerleichtcrungen für Litwinow, Ra­kowski Krassin. Krestinski und Svkolnikow gebeten. Die rlnterkommission beginnt morgen mit den VvrbcreitungSarbeiten.

Haag, 21. Juni. (WB.) In der heutigen Pressekonferenz erklärte Der französische Delegierte für die Hanger Konferenz, A l p h a n D, es sei nicht richtig, anzunehmen, daß es zwei Gruppen von Delegierten gebe, von Denen Die eine um jcDcn Preis sich mit Rußland verständigen wolle, währeird die andere um jeden Preis eine Verständigung verhindern wolle. Die engli­schen Delegierten wollten sich mit Ruß­land verständigen, aber nicht um jeden Preis. Die Moralität des Völkerrechts solle er­schwert werden, allo werden Die Interessenten Frankreichs getroffen, die ar« Die Unterschrift einer Großmacht geglaubt Haden und durch ihre Industrie zum Wohle dieses Landes bei getragen Haden. In Genua habe man ein politisches Experiment gemacht. ES sei ein Fehlschlag gewesen Zeht mache man

ein technisches Experiment, das möglicherweise Erfolg haben könne Wenn es Erfolg habe, so sei das gewiß Der ruhigen und friedlichen Atmosphäre im Haag zu verdanken

London. 21. Zuni. (WB.) ReuterS Sonderberichter st atter meldet aus dem Haag, es sei wahrscheinlich, daß bet einer Der ersten Unter* rebungen mit den Russen Der Vorschlag gemacht werden würde, daß diese Vertreter für die Unter kommissioncn ernennen sollen in der Art Der nichtrussischen Untertom= Millionen, um dadurch Die Verhandlun­gen zu beiden Seiten zu erleichtern. Der all­gemeine Eindruck scheine zu fein, daß es ratsam sein werde, zu allererst die Fragen zu erörtern, in denen keine Meinungsverschiedenheiten mit Rußland bestehen und zu gleicher Zett von den Russen soviel Informationen wie möglich zu erhalten, die als Wegweiser bei den Arbeiten der Kommissionen dienen konnten. Man hoffe, dah auf diese Weise eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen werde.

Reftinski auf dem Wege nach dem Haag.

Spandau. 22. Zuni. (WTD.) Gestern abend landete hier im Flugzeug von Moskau kommend der russische diplomatische Vertreter für Deutschland Krestinski mit drei Kurieren und 250 Kg. Kurierpost. Krestinski befindet sich auf der Reise nach dem Haag, um an Der Konferenz teilzunehmen.

PoinearS über seinen Londoner Besuch.

Paris, 21. 3unt (Havas.) Der Vorsitzende des Senatsausschusses für auswärtige Angelegen­heiten Daumergue berichtete feinen Kollegen über Die 11 n t e r r e D u n g. Die er heute vormittag mit Pvincare gehabt hat. P o i n c a r £ gab seiner Befriedigung MiSdruck über Den Empfang, der ihm in London bereitet wurde und der einen tiefen Eindruck aus ihn machte. Es scheine, dah die englische öffentliche Meinung auf ©tunD Der Ereignisse von Genua und ihrer Fol­gen heute mehr als früher die Haltung Frank­reichs gegenüber den Sowjets und Den Wert Der Grundsätze verstehe, die Frankreich auch weiterhin verteidigen werde. Die Zusammenkunft der bei­den Ministerdräsidenten sei von Anbeginn an schon vor dem Meinungsaustausch sehr herz- lich gewesen. Pvincare habe Lloyd Ge­orge davon verständigt, dah Die französische Regierung Den Entschluh gefaßt habe, sich bei Den Konferenzen im Haag vertreten zu lassen. Diese Erklärung sei mit großer Genugtuung ent» gegengenununen worden. Die beiden Minister­präsidenten hätten sodann Die Tagesfragen er­wogen In Der Angelegenheit der Reparatio­nen sei die englische Regierung entschlossen, keine Derminderung der deutschen Schuld

in Erwägung zu ziehen. Sie sei dafür, die Aus­führung jeder Kontrolle zu fordern. Falls Deullch- land schlechten Willen zeige, würden die Alli­ierten sich verständigen, um es zu veranlassen, sich zu fügen. Bezüglich des Orients scheinen die französischen und englischen Ansichten sich nicht geändert zu haben. Die beiden Regierungen seien jedoch zu jedem Metturngsaustausch unD Entgegenkommen bereit In Der Frage von Tan­ger würde sich zweifellos bei gegensett'gem guten Willen ein ilcbercintommcn errieten lasten. Es fei vereinbart worden, daß diese Frage den Gegen­

stand tzemnachsiiger Besprechungen bilden solle, zu Denen entweder Pvincare nach London oder Lloyd George nach Frankreich kommen werde, je nad)öcm Die ^Notwendigkeiten des parlamentarischen Lebens der beiden Länder cs erlaubten Unter Bezugnahme auf die fran­zösisch-englischen Besprechungen vom Jahre 1921 war gemeldet worden, daß Briand dem Ausschuß gesagt tzabe, er habe sich mit der britischen Re­gierung Darüber verständigt, dah Die BesetzungS- zett des linken RheinuferS noch nicht zu lausen begonnen habe. Pvincare habe erklärt, er habe Darüber nichts erfahren können. Nach Prü­fung der Angelegenheit fci_ festgestellt worden, daß ein Bericht Der Sachverständigen vorn Januar 1921 existiert, in dem die Vertagung des Termins des Beginns Der Besetzung-dauer als eine der möglichen Sanktionen vorgesehen ist Der Oberste Rat habe in diesem Punkte jedoch keine Ent­scheidung getroffen.

Pari«, 21. Iuni. (Havas.) Der Kam« merausschuh für auswärtige Ange­legenheiten nahm die Erklärungen deS Fi« nanzministers und des Ministers für die befreiten Gebiete über Den Gesehentwu rf betref­fend Die Sachlieferungen entgegen Der Ausschuß will in den nächsten Tagen über die Konklusionen seines Berichterstatters 'Beschluß fas­sen Der Berichterstatter glaubt, feinen Bericht in der nächsten Woche der Kammer unterbreiten zu können.

Das deutsche Vermögen in Frankreich.

Pa ris, 22. Juni. (WTD.) Der Abgeordnete B e r t l) o l e t brachte in Der Kammer eine Inter­pellation ein, um Auskunft zu erhalten über die Liqu ida ti o n deS beschlagnahmten deutschen Vermögens durch Iwangsver- waltung.

(Silbe der spanischen Marokkoaktio».

Madrid. 22. Zuni (WTD.)El Sol" bertd^ei. daß die militärische Aktion in Marokko endgültig beendet ist. Eine Schiffahrtsgesellschaft hat von der Regierung den Auftrag erhallen, 20 Schiffe bereitzuhallen, um Die Expeditionstruppen nach Spanien zurudzu- holen

Die Zerreißung Oberschlesreus.

Berlin, 21. Iuni. (WTB.) AuS Ober­schlesien wird gemeldet: Die Einführung der gemischten Kommission und deS Schiedsgerichts ist für heute vorgesehen. Calonder als Präsident der gemischten Kom- mistion wird heute vormtttag in Kattowih und Äädenbed als Präsident des Schiedsgerichts heute nachmtttag in Beuthen eingeführt. Der polnische Generalkonsul wird Den polnischen Ver­tretet und Staatssekretär a. D. Lewald die deuffchen Vertreter beider Körperschaften ein­führen.

Heute vormittag zog eine Hundertschaft wchupo, von Reihe kommend, in Leobschütz ein. Die polnische Polizei rückte in Königshütte ein. Dori ist alles ruhig. Für morgen ist der Abzug Der Italiener (200 Mann) aus dem Kreise Leobschütz vorgesehen.

Heute wird in Oppeln voraussichtlich bet Amnestievertrag zwischen dem deutschen Vertreter, Dem Gesandten Eckhardt und dem pol­nischen Minister Seyda unterzeichnet

Aus dem Reiche.

Die Frage der Reichspräsidentenwahl.

Berlin, 22. Zum. Wie die Blätter melden, wurde in der gestrigen Sitzung des Reichs- kabinetts auch die Frage Der Wahl des Reichspräsidenten angeschnitten. Der Reichs­kanzler erklärte, dah er nut Den Führern bet Koalitionsparteien voraussichtlich in Den näch­sten Tagen, auf jeden Fall jedoch noch vor Ein­tritt Der Parlamentsserien, über Die Frage in Fühlung treten werde.

Die neuen Erhöhungen der Deanttengehälter.

Berlin, 22. Zuni. Das Reichs ka bi­nett billigte gestern in einer KabniettssitzUng Die neue Beamtendes old r ngsvorla ge. Die eine 4 0- prozentige Erhöhung Der verhältnis­mäßigen Teuerungszuschläge vorsieht. Ferner wurde laut ,B. T." für Die Beamten Der Reichs­ministerien eine besondere Ministerial- z u. läge bewilligt Aus diese Weise wird man Die besten Beamten in die Ministerien bringen unD Den Andrang zu Den Ministerien vergrößern. Die Ministerialzulagen sollen bei den 2llnts- gehilsen 3000 Mk., bei den obersten Stufen, von den Ministerialräten an, 12 000 Mk. betragen. Weiter soft Die Kinderzulage Der Beamten um 40 Prozent erhöht werden.

11. Deutscher Gewerkschaftskongreß.

Leipzig, 21. 3unt

Der 11. deutsche Gewerkschaftskon­greß wurde am Montag vormittag im Saale des Zoc logischen Gartens durch Den Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Gewerftchaftsbundes Lei­va r t in Anwesenheit von etwa 700 Abgeord­neten und einer großen Anzahl Ehrengäste er­öffnet. Die Reichsregierung war durch Den Reichswirtschcftsminister Schmidt, Den Reichs« arbeitsminifier Dr. Brauns und Den Staats­sekretär Dr. Geib vertreten, Die preußische Re­gierung durch Hank elsminister Sie ring und Geheimrat A b i ch t, die sächsische Landesregierung durch Arbeitsminister 2 ist a u und Wirtschaft^» I Minister Fellisch-

Im Namen Der ReichSregierung begrüßte, jMin.iper BrsunS den o W6*