Einzelbild herunterladen

Mederaufbau der Dolkswirischaft zu Menen. Hai) I der Taufrede wurde das Schiff den Nuten über=' geben.

Anfchließend daran fand ein Festakt statt, bei dein Stinnes eine Rede hielt, in der c: u. a. sagte: Beim Stapellauf des DampfersKarl ßegien" huldigen wir dem Gedanken der Arbeite gemeinschaft der deutschen werktätigen Bevölie^ rung, das Heißt dem Gedanken, daß in Zeiten der Rot und Gefahr die häuslichen Meinungen Verschiedenheiten zurückzutreten haben vor der Rotwendigkeit, erst einmal den Dau des S t a a ts- Hauses vom Fundament bis zum Dach zu sichern. Im Herbst 1918, als der Krieg einen un glücklichen Ausgang nahm, das staatliche Ge­bäude bis in die Grundfesten erzitterte, und Deutschland in ein Chaos zu stürzen drohte, wurde Karl Legien einer der Lebensretter Deutschlands. Er gab den Ausschlag, dah eine Zentralarbeits- ?emernschoft paritätisch durchgeführt werden onnte. und erklärte, daß die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer die Demobilmachung selbst in die Hand nehmen würden, wenn nicht wenigstens die schlimmsten partikularistifchen Hindernisse vor der gemeinsamen Lebensgefahr zurückträten. Das war eine Großtat weiser Selbstbeschränkung im Dienste des Vaterlandes. Damals drohte die Ge­fahr eines völligen Chaos, die Gefahr, dah das dichtbevölkerte Deutschland in dieselben bolsche­wistischen Zustärche geriet wie Rußland. Zustände, die einen noch ungleich entsetzlicheren Ausgang hätten nehmen müssen, als im Agrarland Ruß­land. Legien verdanken wir mit an erster Stelle, daß wir heute zwar ein verstümmeltes, nieder- geworfenes, aber doch noch in feinen Hauptteilen zusammenhängendes Reich und Volk bilden. Wir stehen heute wieder vor einer schweren Zeit. Möge diese Zeit wieder Männer wie Legien finden, denen der Wille zur Tat nicht fehlt und denen bei ihren Handlungen das Wohl des ganzen Volkes ausschlaggebend ist. Ich bitte, dem An­denken Legiens das erste Glas zu weihen!

Reichspräsident Ebert ant wo r - tete u. a.: Ich habe den Entschluß, dieses Schiff Karl Öegien zu taufen lebhaft begrüßt. Legien war einer der bedeutendsten deutschen Arbeiter- frchrer. Dabei hat er niemals den Zusammenhang der Arbeiterbewegung mit dem Leben der ge­samt e n Ration aus den Augen verloren. An tßfndjrttreue gegen das Vaterland hat er sich von niemanden übertreffen lassen. Mit Zähigkeit war er stets bemüht, in der Arbeiterschaft den Gedanken zu vertiefen, daß die Gewerkschaften neben ihren sozialen Aufgaben auch kulturelle, Wirtschafts- und staatspolitische Pflichten zu er­füllen haben. Allerdings galt ihm die Anerken­nung und Gleichberechtigung der Arbeiter inb ihrer Organisationen dabei als erstes Prinzip. In der O^rtretung der Arbeiterinteressen auf dem Verhandlungsweg zwischen Arbeiter» und Arbeitgeberorganisationen sah er dabei den ersten Schritt zu diesem Ziel. Deshalb war er ein eif­riger Verfechter der Tarifgemeinschaften. Von dieser führte ihn die Entwicklung geradezu zur Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen und dafür hat er in schwerster Zeit seine ganze Kraft eingesetzt. Die Erhaltung unseres Wirtschaftslebens war ihm dabei die wichtigste Aufgabe. In den Or> ' gonifot tonen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sah er die Träger unserer Volkswirtschaft. Die Nlsammensasfung dieser Organisationen zur Ret- l tunq unseres Wirtschaftslebens war für ihn un­erläßlich llnb wenn 1918 diese Arbettsgemein- F schäft vom Rat der Volks beauftragten in amtlicher Form publiziert werden konnte, so gebührt Legien » das Hauptverdienst daran. Der Wiederaufbau unseres Vaterlandes ist in der Hauptsache wirt­schaftlicher Ratur. Schon deshalb muhte den schaffenden Kräften größerer Einfluß auf unser staatliches Leben eingeräumt werden. Mit Recht wurde in der ReickSverfassung zum Ausdruck ge­bracht, daß Arbeiter and Unternehmer gleich- berechtigt in Gemeinschaft berufen sind, an unserer gesamten wirtschaftlichen Entwicklung mitzuarbei­ten, ein Grundgedanke, der in der Schaffung des Reichswirtfchaftsrats seine Auswirkung gefunden hat. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sich die Arbeitsgemeiufchast der Organisationen der lln- ternehmer und Arbeiter in unserem wirtschaft­lichen und staatlichen Leben bewährte. Diese Ar­beitsgemeinschaft zu pftegen und zu festigen, muh unsere gemeinsame (Aufgabe sein. Sv begrüße ich namens des ReichesKarl Legien". das jüngste Schift unserer wiedererstehenden Handelsflotte. Möge es seinen Ramen tragen als Symbol der Zusammenfassung aller schaffenden Kräfte unseres Wirtschaftslebens zum Wiederaufbau unseres Va­terlandes, als Symbol unerschütterlicher Pflicht­treue und Schaffensfteude im Dienste der DoW- gemeinschaft.

Für die Zentralarbeitsgemeinschaft sprach Reichstagsabgevrdneter Wiener, der ebenfalls das Lebenswerk Legiens würdigte und für Zu-

Trauer liegt oft auf ihnen, aber es ist eine Tiefe darin, dah man im innersten Herzen bewegt wird. Jemand in Marburg sagte einmal vor dem wunderschönen Giehener Bilde:wenn ich das Bild ansehe, muh ich weinen." Unverändert ist Ubbelohdes Malerei in den langen Jahren seines Schäftens nicht geblieben. Er hat immer an sich gearbeitet und er ist immer fortgeschritten. Es ist ungemein interessant und lehrreich, die Entwick­lung an einer Reihe seiner Bilder zu beobachten. Oft hat er schweren Herzens und mit Bitterkeit die für ihn nicht verständliche neuere Malerei betrachtet und dabei doch mit einer Gerechtigkeit und Unparteilichkeit, die bewundernswert war, bei jedem neuen Bild der Art. das ihm zu Gesicht kam. versucht, eS zu verstehen, es ohne Voreingenommenheit zu betrachten und zu wür­digen. Es gab Momente, wo er unsicher war. ob sein Weg der richtige sei. ob feine Kunst nicht überlebt fei und, wie er wohl herbe äußerte, zum allen Eisen geworfen werden müsse. Wev seine Bilder genau betrachtet, wird finden, dah er auch von den neuen Anschauungen nicht ganz und gar unbeeinflußt geblieben ist, aber Gottlob ist er sich doch immer treu geblieben und hat sich nicht auf Pfade verirrt, die doch nur als Irrwege angesehen toerben können. Deutsch und ehrlich ist seine Kunst immer geblieben. Und das zeigt sich nach viel mehr in seinem Schaffen als Künstler der Feder und Radiernadel. Wenn es ihm auch schmerzlich war, dah er in weiten Kreisen als Graphiker einen viel größeren Rus und Freundeskreis hatte, als als eigentlicher Maler, so ist das ja ganz natürlich: die wenigsten fannten feine Gemälde, die Hunderte von feinen Radierunaen und Zeichnungen, Exlibris und Post­karten aber flogen über das Land und konnten Hoch und Riedrig, Gelehrt und Ungelehri in aleicber Wells sckreuen und erbauen und ausrich-

unseres Volkes! Wenn man die drei Bände durchblättert, erlebt man auf Schritt und Tritt heimatliche Ueberraschungen. Die Landschaften muten vertraut an, da erhebt sich plötzlich die alte Veste Spangenberg, dort meint man einen Anklang an bekannte Marburger Oertlichkeiten zu entdecken. Jeder Hesse hat die Empfindung, dah gerade seine engste Heimat dargestellt sein müsse. Und die Staffage, die so eng mit der Landschaft verwachsen ist, dah man sie nicht herauslösen kann. Die Märchenfrau, die auf dem Titelblatt hessischen Bauernkindern erzählt, hat die selt­same Haube lHemmschuhmütze) der Biedenkopfer Gegend auf, das brave Mädchen bei der Frau Holle, das der Tracht nach ebenfalls aus dem Hinterland stammt, schüttelt das Bett so fleißig, dah die Federn auf die winterliche Landschaft fliegen: Berg und Dörfer kommen uns bekannt vor, es ist der Rimberg mit Caldern und Sterz­hausen. Der Däumling reitet auf dem Taler von einem romanischen Pallas in die Lande, der wie die weithin ragende Burg Münzenberg an- mutet, das Haupt derFalada, die du hangest" hängt im Gewölbe des Kalbstores, unter dem man über dem schlanken Dachreiter der Kugel­kirche in der Ferne den Frauenberg sieht, die kluge G-etel ist ein stämmiges Schwälmermädchen, wie auch Schneeweißchen und Rosenrot deren engere Landsleute sind. Allerleirauh auf ihrer Flucht wendet sich noch einmal nach den heimat­lichen Dächern in der Ferne um, wir erkennen in der Silhouette das uns wohlvertraute Mar­burger Schloß. Im Hintergründe des Galgens im MärchenDie beiden Wanderer" erhebt sich die malerisch aufgetürmte Gruppe der Büdinger Burg, und das Dreiteilige barocke Grabmal in dendrei Brüdern" ist das der Familie Lyncker auf dem Darfüher Friedhöfe in Marburg. So Sann man auf jeder Seite Anklänge finden, und

doch ist kein Bild von der Ratur einfach ab- geschrieben, man empfindet nur immer und über­all das völlige Aufgehen des Künstlers im Leben und Fühlen feines Landes und Volkes. Text und Bilder der Märchen find em antrennliches Ganzes geworden. Auch hier ist's so, unsere lieben alten Märchen stehen uns nur noch mit der Seele und dem Herzen Ubbelohdes vor Augen Eine feiner letzten Gaben sind seine Bilder zu der Reuausgabe des dem Kurhessen vertrauteren und von jedem alten Marburger Studenten ein ft immer und immer wieder gelesenen Prinz Rosa Stramin von Ernst Koch, die in ähnlicher Weise wie bei den Grimmschen Märchen kongenial die übermütig* sentimentalen Gefchichtchen und Stimmungen aus de - Zeit kurhessischer Irrungen und Wirrungen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in uns wieder lebendig werden lassen.

Dieser Mann wellt nun nicht mehr unter uns. Seine letzte Ruhestätte hat er oben am Berge auf dem Friedhöfe seines Dörfchens Goß­felden gesunden. In den holperigen Straßen Marburgs wird man nicht mehr seiner schnell dahinschreitenden hohen charakteristischen Gestalt mit den Kniehosen begegnen. Otto Ubbelohde mit Den leuchtenden Augen, den man sich nicht krank denken konnte, ist, unfaßbar für uns. die wir ihm nabeftanben. plötzlich niedergestreckt. Aber tot ist er darum für Gins nicht. Wie er Tausende im deutschen Lande erquickt und gelautert und erhoben hat, so wird seine Kunst noch späten Ge­schlechtern Helsen und sie aufrichten und ihr Herz erfreuen. In tiefster Trauer, aber auch in höchster Dankbarkeit, stehen wir an feiner Bahre. Hessen hat einen treuen Sohn verloren, einen großen gottbegnadeten Künstler. Wir werden ihn nicht vergessen. C. K.

fammenarbeit der Arbeitnehmer und Arbeitgeber eintrat.

Der Reichspräsident verließ nachmittags Wil- helmshafen und "begab fich nach Oldenburg za einer Besprechung mit der dortigen Regierung. Abends kehrt der Reichspräsident wieder nach Berlin zurück.

Kirche und Schule.

* Freie Lehrerstellen. Erledigt sind zwei Schulstellen an der Volksschule zu Reu- Isenburg, Kreis Offenbach, wovon eine mit einem katholischen und eine mit einem freireligiösen Lehrer zu besetzen ist, und zwei Schulstellen an der Volksschule zu Hausen, Kreis Offenbach, wovon eine mit einem katho­lischen Lehrer und eine mit einer katholischen Lehrerin zu besetzen ist. Erledigt sind die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Eichenrvd, Kreis Lauter­bach, eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Altenschlirf, Kreis Lauterbach, und eine mit einem katho­lischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Planig, Kreis Alzey.

Kirchliche Die n st na ch ri ch t. Am 17. Mai lfd. Hs. wurde dem Pfarrer Otw Vogel zu Reichelsheim i. d. W. die evan­gelische Pfarrstelle zu Bruchenbrücken über­tragen.

is. Steinbach b. Gießen, 20. Mai. Hnfer Ortsgeistlicher, Pfarrer Otto Köhler, wurde heute zur letzten Ruhe gebracht. Ein überaus zahlreiches Trauergefolge, Schulklassen. Kriegerverein. Gesangverein. Amtskollegen und Freunde aus der näheren und weiteren Um­gegend sowie fast sämtliche zur Pfarrei Steinbach und Albach gehörige Gemeindeglieder gaben ihm das letzte Geleit. Die Trauerfeier wurde in der hiesigen Kirche abgehallen. Die- Gedächtnisrede hielt Pfarrer Groth von Rödgen, der auch die Einsegnung am Grabe vornahm. Außer ben üb­lichen Ehrungen der beiden Vereine wurden noch von verschiedenen Setten Kränze niedergelegt, so von den beiden Schulklassen, den Gemeinden Stein­bach und Albach, dem Kirchenvorstand, dem De­kanat Gießen, dem Frauenverein, dem Kirchen- vorfland, der Pfarrei Rohrbach (Kreis Büdingen) und den hiesigen Kameraden. Pfarrer Köh­ler wurde von der Pfarrei Rohrbach im Jahre 1909 nach hier versetzt, und wirtte hier 12 Jahre in vorbildlicher Gewissenhaftigkeit.

* Dauernheim b. Aidda, 20. Mai. Richard 'Jordans Meisterbilder-An- dacht fand hier vor einer überaus zahl­reich erschienenen Gemeinde statt. Die von Künstlern gemalten Bllder aus dem Leben Jesu, in ihrer Reihenfolge von Liedern und Bibelworten verbunden, machten den tiefsten Eindruck.

Landwirtschaft.

bs. Aus der mittleren Wetterau. 21. Mai. Jetzt läßt sich ein Ueberbfict tun über die Sommers aa t. Dank der überaus gün* fügen Witterung ist der Stand sehr gut Der zeitig gesäte Hafer duscht bereits kräftig. Gerste hat fetten Wuchs, und wenn das Wetter weiter gut bleibt, wird es viel Lagerfrucht geben, da infolge der Trockenhett der Vorjahre manche Düngstosfe nicht angeschlagen sind. Das Korn treibt eben die Aehren. Rur Wetzen steht schlecht, die Weizenernte wird hier än der Wetterau knapp ausfallen. Endlich gibt es auch Grünfutter; es war höchste Zeit. Heustall and Dickwurzkeller zeigten öde Leere. Bereits holt man Wagen voll Luzerne und Grasgärten und Baumstücke Haden die erste Schur hinter sich. Die O b st b ä u m e haben ausgeblüht. Den ge­ringsten Dlütenbehang zeigen die Apfel­bäume. Gewöhnlich pflegte man nach trockenen Jahren ein gutes Obstjahr zu erwarten, feier ist es ober gerade umgekehrt. Infolge der zu großen Trockenheit hatten die Bäume nicht die nötigen Stoffe zum Knvspenanfatz. Am üppigsten blühten die Birnbäume. Hier xft es wieder das Wirtschastsobst, das, svwett es sich über­sehen läßt, gut angesetzt hat. Steinobst hat gut geblüht. Doch sagt das Sprichwort, daß Donner und Regen den Blüten schade. Durch Rachtfröste ist bis jetzt kein Schaden emgetreten und die drei Eisheiligen sind gnädig vorüber­gegangen. In den Gärten wird sehr geklagt über das starke Auftreten der Erdflöhe, die die langen Gemüsepflanzen kahl fressen.

BücherLisch.

Adam. Eine Liegende von Erich Scheur° mann. Felsen-Verlag, Budenbach-Baden. Auch mit diesem Buche hat der Verfasser des an dieser Stelle eingehend gewürdigten WerkesDer Papalagi" wieder ein köstliches Zeugnis feines Könnens abgelegt. Man liest das Buch in einem Zuge durch, hat einen Gewinn davon und greift gern wieder danach.

DieWirtschaftskurve. Verlag der Frank­furter Societäts-Druckerei, Frankfurt am Main. Die vierteljährlich erscheinenden Hefte haben stch zum Ziel gesetzt, den jeweiligen Stand der Witt- schaff widerzuspiegeln. Das Januarheft beleuchtet die wirtschaftliche Lage zu 'Beginn des Jahres 1922.

Vom gesunden und kranken Herzen von Univ.-Prof. Dr. Kerschensteiner, München. 122 Seiten. 18 Abbildungen. Max Hesses Verlag, Berlin W 15. Rach einer kurzen anatomischen Einleitung bespricht der bekannte Münchener Herzspezialist die einzelnen Formen der Herzkrankheiten (Klappen- fehler, Entzündungen, nervöse Störungen), verbreitet sich über die Gefäßerkrankungen, unter denen die Arterienverkalkung zu den zum Teil mit Unrecht gefürchtesten gehört, bespricht die Folgezustände und Beschwerden der Herzkrankheiten (Atemnot, Herzbe- Hemmung, Pulsunregelmäßigkeiten usw.) und behan­delt erschöpfend die Ursachen der Herzstörungen.

SanbeL

* Friedri ch-W ilhelm-Lebensver- sicherungs-A-G. in Berlin. In der Sitzung des Aufsichtsrates vom 16. Mai ds. Is. wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1921 bekanntgegeben. Der Ueberschuh beträgt Mark 21 703 362,38 (L V. 14 538 382,09 Mark). Davon werden vorbehalllich der Genehmigung der Gene­ralversammlung 20 539 035,67 Mk. (im Vorjahre 13 183 091,37 Mk.) den Versicherten überwiesen. Die Aktionäre erhalten 540 360 Mk. gleich 135 Mk. auf jede Aktien (wie im Vorjahre); zugunsten der Angestellten werden 105 741 Mk. verwendet, dem Ausgleichsfvnds 220 000 Mk. und der Re­serve für eventuelle Verluste und Dedürfnisfe der Rest von 1856,35 Mk. zugewiefen. Der Dermö- gensbestand bezifferte sich Ende 1921 auf Mark 657 411 443, das sind 118 840 092 Mk. mehr als am Ende des Vorjahres. Die ordentliche General­versammlung ist auf den 14. Juni 1922 festgesetzt.

Frankfurt a. M., 22. Mai.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Dries

Datum: 19. Mai. 20. Mai.

Amstd.-Rotterd. Brüstel-Antw. . Ehristtania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helstngfors. . . Italien London Reuyork. . . ; . Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro

11535,55 11564 45 11685,35 11714,65 2461,90 2468 10 2526,80 2533,30 5523,05 5536.95 5553,05 5556,95 6337,05 63,2,95 6411,95 642 ,05 7620,45 7639,55 7750,30 7769,70 617,20 618,80 621,20 622,80 1523,05 1526,95 1557,05 1560,95 132-;,8C 1326,23 1314,30 1317,70 2-6,12 296,-.8 30 ,12 303,88 2691,60 2698,40 2752,55 2759,45 5682,85 5697,15 5792,75 5807,25 467^,10 4698,90 4798,95 4811,05 3,03 3,07 3,- 8,04

572,25 573,75 573,75 575,25 37, 37,10 36.45 36,55

107,97 108,27 109,72 110,02 224,45 245,05 225,95 226,55 140,17 141,17

4081,50 4303,50

Züricher Devisenmarkt.

20. 5. 22. 5»

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 203.40 204.-

Deutschland 100 Mk. -- 1.755 1.70

Wien 100 Kr. --- 0.05 0.05

Prag 100 Kr. 9.975 12.57

Paris 100 Fr. 47.55 47.55

London 1 £ --- 21.33 23.35

Italien 100 L. = 26.75 26.95

Brüssel 100 Fr. -- 43.50 43.55

Budapest 100 Kr. = 0.65 0.63

Reuyork 100 $ 524.25 524-75

Agram 100 Kr. 1.85 1.86

Warschau 100 Är. -- 0,13 0,13

Marknotiernngen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 19.5. 20.5.

Zürich Fr. 125.40 1.75 1,73

Amsterdam Fl. 59.20 0,87 0,85

Kopenhagen Kr. 88.80 1,51 1,60

Stockholm Kr. 88.80 1,32 1,30

Wien Kr. 117.80 Prag Kr. 117.80 17,40

London Sh. 97.80 1,32 1,33

Reuyork $ 23.80 -.,33 -,33

Paris St. 125.40 3,69 3,67

Mainzer Produktenbörse.

Mainz, 19. Mai. Die heutige Börse verlief bei mittlerer Nachfrage ruhig aber fest.

Die Forderungen für Getreide stno etwas höher. In Braugerste war das Angebot ver­hältnismäßig gering und die Stimmung etwas belebter. Das Saatengeschäft ist wenig nennenswert, da die Saison als beendet an­gesehen werden kann. In Hülsenfrüchten war die Nachfrage eine etwas bessere. Cs no­tierten per 100 Kilo loco Mainz: Weizen 1525, Roggen 1175, Hafer 1325, Braugerste 1400, Futtergerste 1250, ml. Weizenmehl 00 2300, ml. Weizenmehl Spez. 0 2100, Wei­zenmehl mit Auslandsmehl gern. 2200, amerif. Weizenmehl 2300, Roggenmehl 70p rvz. 1550, Weizenkleie ohne Sack 885, Roggenkleie ohne Sack 885, Mats 1250, Maisschrot 1275. Futtermehl 975, ital. Luzerne 7800, provenc. Luzerne 8000, ital. Rotklee 8000, inl. Rot­klee 6000, Deutsche Linsen 2600, weiße Boh­nen 1475, LViktvria-Erbsen, gesch^_1850, Vik- toria-Erbsen, ungesch., 1550, Burma-Reis II 2000, Auslandszucker 3100, Haferflocken 2150, Graupen 2150, Wiesenheu lose 750, Kleeheu lose 740, Haferstroh 365, Roggenstroh 360.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Rede Rathenaus.

Paris, 20. Mai. (WB.) DerPetit Part* sien" schreibt: Minister Dr. Rat he naa habe gestern in Genna erklärt, daß, um Europa wieder aafzurichten, das Vertrauen wieder bergen stellt werden müffe. Unglücklicherwnje habe aber diese schöne Maxime nur dann Wert, toznn sie sich in Handlungen tunbgebe. Deutschland liefe aber in dieser Beziehung viel zu wünschen übrig. Um das gegenseitige Vertrauen herzustellen, fei es nötig, dah man das Gefühl habe, daß Deutsch­land aufrichtig die Klauseln des Frte- densvertrages ausführe.. Glaube Dr. Rathenau wirklich, dah es ein gutes Mittel sei, auf einer internationalen Konferenz, zu der man durch ein außerordentliches Wohlwollen erngela­den worden sei, einen Vertrag wie den deutsch- russischen unter Bedingungen zu unterzeichnen, die befürchten ließen, er bewirke eine Bedrohung für die Unabhängigkeit Polens und den Frieden Europas? Vor wie nach Genua müsse man in Frankreich Vedauerlicherweise feststellen, dah das Ministerium Wirth-Rathenau nur schöne Reden halten könne, daß es aber in der Praxis sich genau so benehme wie alle Regierungen, die in Deutschland seit dem Waffen;ttUftand aut= einander gefolgt seien.

Tschitscherin beschwert sich Lber Lloyd George.

L o n b o < 20. Mai. (WTB.) In einer Unter­redung mit dem Sonderberichterstatter derDaily Rews' in Genua gab Tschitscherin seinem UnwillenAusdrucküberLlohdGeor- ges nicht herausgeforderte Angriffe auf die Sowjetregierung. Er sagte, die Russen hätten gehofft, daß man sich ohne Rücksicht auf die bestehenden Meinungsverschiedenheiten in Gutem trennen würde, und er selbst habe sorg­fältig alles vermieden, was zu einer polemischen Debatte hätte führen können. Er müsse offen ge­stehen, daß das Geschehene den Russen große De- sorgnis wegen der Zukunft einflöße. Man müsse befürchten, daß die französische Regierung erneut daraus bestehe, im geeigneten Moment die Ele­mente des Problems herauszustellen, die zu Mei­nungsverschiedenheiten führen, statt zu versuchen, die Schwierigkeiten zu vermindern. Es wäre sehr leicht gewesen, daß die Worte, der Trennung in Genua Worte der Versöhnung und nicht des Streites gewesen wären. Trotz- alledem sehe er noch große Hoffnung auf die Konferenz im Haag. Für die kommen­den Verhandlungen sei Uebereinstimmung not­wendig, zu deren Herbeiführung die Russen es nicht an gutem Willen fehlen lassen würden. Aber sie hätten es nicht nötig zu drän­gen, sondern sie könnten es sich leisten zu warten. Lloyd Georges großer Fehler sei gewesen, dah er geglaubt habe, seine Beschlüsse diktieren zu können, weil die Russen in einer verzweifelten Lage seien.

Abreise der Engländer.

Genua, 19. Mai. (WLB.) Die bri­tische Delegation unter Führung von Lloyd George ist heute nachmittag V20 Ahr nach London a b g e r e i st.

Ein neuer französischer Botschafter m Berlin.

Paris, 20. Mai. (WTB.) DasJournal" berichtet aus Berlin. Botschafter Laurent werde heute nach Paris abreifen, um den Tag fest- zufehen, an dem er seinen Berliner Posten ver­lasse. Der Berichterstatter will in diplomatischen Kreisen erfahren haben, die Wahl Poincares werde auf Maurice Her bette, den Direktor im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, fallen, der feinen Posten im Monat Juli antreten werde.

ten. Ob es nun die langhingestreckten Hügel seiner nächsten Umgebung mit ein paar mächtigen alten Eichen waren oder ein Abhang mit den ihm sehr liegenden Kiefern, oder die alle Steinbrücke in Goßfelden mit dem mächtigen Sichenstamm als Eisbrecher, der dann einer ausrangierten allen Eisenbahnschiene hat weichen müssen, oder die Melnau oder der Frauenberg mit feinen groß­artigen Dasaltsäulen, oder die wie eine Insel die weite Ohmebene überragende Amöneburg oder fein geliebtes Marburg mit dem Landgrafen- schloß und dem Forsthof und der Elisabethkirche und den lauschigen Ecken und Winkeln, oder die beiden Bruderburgen des Gleiberg und Vetzberg, oder der Christenberg, die uralte heilige Stätte Oberhessens, überall brachte er die Heimat, und damit flutete ein Strom von Liebe und Glück zu dielen Herzen. Wer kann die vielen Einzel­bilder aufzählen, die er unermüdlich schuf, keins seelenlos, keins ohne Geist. Weit verbreitet sind die Mappen und HefteAus All-Marburg", Rings um Marburg",Burgen und Städte an der Lahn",Alt-Kafsel",Der Rhein" ufw. Die fast unzähligen Kcnften von fast ganz Oberheffen, von Lich anb Arnsburg, von Lauterbach und Gisenbach, von Schlitz und Alsfeld, von Fried­berg und Büdingen haben feinen Ramen weit in die Lande getragen. Ein wahrer Schah ist uns Hessen in den von Ubbelohde illustrierten Jahr­gängen des von Christtan Rauch in Gießen 1906 ins Leben gerufenen und bis heute trotz der Ungunst der Zeiten fortgeführten Kalenders Heffenkunst geschenkt. Beim Durchblättern emp­findet man immer wieder von neuem das Glück, daß gerade unser Land einen solchen Künstler hervorgebracht hat. Und bann seine Märchen­illustrationen. Hätten das die Gebrüder Grimm erlebt, dies völlige Sichversenken eines begnade­ten hessischen Künstlers in die uralten Märchen