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den unb die Aeparativnsfragedisku- tteren. Da es sich um ein Problem handelt, das die ganze Welt angeht, ist es notwendig, daß andere Nationen au her den unmittelbar interessierten ihren Anteil an der Verantwortung für den endgültigen Abschluß auf sich nehmen. Außerdem können, wenn man will, dah die Re> Parationszahlungen in bar erfolgen sollen, die Betrage augenblicklich nur auf Grund einer internationalen Anleihe aufgebracht werden. Schließlich ist es wesentÜch, dah die Lö­sung nicht verzögert wird, denn alle Sach­verständigen sind sich darin einig, dah jetzt die Minuten gezählt sind, wenn man Europa vor­dem finanziellen Zusammenbruch retten will.

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Die Levantefrage.

Paris, 20. Sept. (WTB.) Wie die Morgenblätter aus Genf melden, haben die Vertreter von Großbritannien, Frankreich und Italien sich in formellster Weise dem wider­setzt, daß die Levante frage auf die Ta­gesordnung der Dölkerbuno-Versarnrnlung gesetzt wird.

Belgische Uebergriffe.

Berlin, 19. Sept. (Wolff.) Wegen Er­mordung des belgischen Offiziers Graff sind gestern morgen in Hamborn der Oberstwachtmeister Christen und sieben an­dere Personen, darunter Angehörige der Schutzpolizei, verhaftet worden. Der Oberbürgermeister von Hamborn ist, wie den Zeitungen mitgeteilt wird, sofort vorstellig ge­worden, dah er eine Verantwortung für die Sicherheit der Stadt nicht übernehmen könne, wenn ihm maßgebende Persönlichkeiten aus der Polizei weggenommen würden. Der Ein­spruch blieb bisher ohne Erfolg.

Der Flugdienst LondonBerlin.

Berlin, 20. Sept. Gestern nachmittag gegen 3 Ahr ist das erste Verkehrs­flugzeug LondonBerlin auf dem Flugplatz Staaken gelandet.

Der Bürgerkrieg in Irland.

Dublin, 20. Sept. (WTD.) Der Bür­gerkrieg in Irland dauert in unvermin­derter Heftigkeit an. Das Zentrum der Ope­rationen befindet sich jetzt im gebirgigen Teil von West-Irland.

Der sozialdemokratische Parteitag.

Augsburg, 19. Sept. (WTD.) Der sozialdemokratischeParteitag hat den Antrag Löbe auf Einsetzung eines Ausschusses für die Neugliederung des Reiches ange­nommen, desgleichen einen Antrag zur energischen Bekämpfung des Wuchers. Nach dem angenom­menen Antrag Wegscheider wird die Reichstags- sraktivn verpflichtet, dem Reichsschulgesetz nach Art. 146 der Reichsverfassung nur im Sinne der ehrlichen Durchführung der Reichsverfassung nach Entstehung und Wortlaut des Artikels zuzu­stimmen, aber auch die schleunige Verabschiedung eines solchen Gesetzes oder Notgesehes für die Schaffung weltlicher Schulen mit allen Kräften zu fördern. Die Reichstagssraktion uird di: Land­tagsfraktionen, besonders die preußische, werden wfrter verpflichtet, mit allen Mitteln für die Durchführung der in der Reichsverfassung ge­forderten Neuordnung der Lehrerbildung zu ro-teten.

Der sozialdemokratische Partei­tag hat einen Antrag angenommen, der das Verhalten solcher Genossen bedauert, die gegen den Achtstundentag sprechen oder schreien, ferner einen Antrag zum Fall L e n s ch, wonach die Mitarbeit an reaktionären Zeitungen mit der Parteimitgliedschaft unvereinbar ist. Die Anträge auf Anschluß von Kriegervereinzmitgtiedern wur­den abgelehnt. Angenommen wurde noch ein An­trag des Parteivorstandes, der von den Parla­menten der Einzelländer sowie von der Reichstag­fraktion fordert, jedes parlamentarisch: Mittel zu benutzen, um die Schutzpolizei zu einem zuverläss gen Instrument der verfassungsmäßigen republikanischen Regierung zu machen. In der Dachmittagssitzung erstattete Abg. Vogel- Nürnberg den Bericht der Reichstagssraktion, woran sich eine lebhafte Aussprache schloß.

Aus dem Reiche.

Die Not der Presse.

Halle, 19. Sept. (Wvlff.) Die außer­ordentliche Mitgliederversammlung des Ver­eins deutscher Zeitungsverleger, Kreis Mitteldeutschland, erörterte die Maß­nahmen gegen den völligen Untergang der Presse, nämlich die Zusammenlegung der Zeitungen zu Notgemeinschaften, weitere Einschränkungen im Teft, Umfang und in der Erscheinungsweise die zeitgemäße Fest­setzung der Bezugs- und Inseratenpreise, Ar­beitgeberfragen sowie innere Angelegenheiten des Vereins. Eine einstimmig angenommene Entschließung ersucht um ballrigste wirksame Maßnahmen zur Rettung des Zeitungswesens vor.dem völligen Untergang und fordert die Bereitstellung billigen Papierholzes. Die Ge­schäftsstelle des Vereins wird am 1. Oktober von Erfurt nach Halle verlegt.

DieTägliche Rundschau" geht ein.

Berlin, 17. Sept. Die beiden leitenden Redakteure derTäglichen Rundschau", Hus- song und Dr. Schultze-Pfälzer, sind beim Ver­lag August Scherl eingetteten. DieTägliche Rundschau" wird ihr Erscheinen ein­stellen.

Der Staatsgerichtshof.

Leipzig, 19. Sept. (Wolff.) Der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik ist heute vormittag zur ersten öffent­lichen Sitzung zu arnmengetreten. Der Vor­sitzende, SenatSpräftüent Dr. Hagen, eröff­nete die Sitzung, indem er die Hoffnung aus- sprach, daß die Arbeit des Staatsgerichts­hofes dem deutschen Dolle und dem ganzen Vaterland zum Segen gereichen und daß der StaatSgerichtshvf sich das Derttauen des deut­schen Volkes erwerben werde. Was an den

Mitgliedern liege, um dieses Ziel zu erreichen, solle geschehen. Hierauf erfolgte die Vereidi­gung der Mitglieder des Staatsgerichtshofes. Damit war die öffentliche Sitzung beendet, und es wurden sodann in geheimer Sitzung Ver­waltungssachen beraten. Der Zeitpunkt der nächsten öffentlichen Sitzung ist noch nicht fest­gesetzt.

Zum Rathenau-Prozctz.

Berlin, 19. Sept. Zum Rathenau- Prozeß melden die Blätter aus Leipzig, daß die der Begünstigung zum Mord ange­klagten Garagenbesitzer Schütt und Diester gegen eine Kaution von 1 000 000 bzw. 1 300 000 Mark vom Staatsgerichtshof aus der Haft entlassen worden seien.

Deutscher Naturforscher- und Aerztctag.

Leipzig, 18. Sept. (WTB.) Die Hun­dertjahrfeier der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte in Leipzig wurde heute vormittag eröffnet. Nach Be­grüßungsansprachen des Vorsitzenden Geheimrat v. Strüppel-Leipzig und Vertretern der Behör­den überbrachte für die schwedische Akademie der Wissenschaften Dr. Sven Hedin - Stock­holm, von stürmischem Beifall begrüßt, herzliche Glückwünsche. Er führte aus, daß es erhebend sei, in Deutschland nach der Zeit des Krieges, des sogenannten Friedens, eine solche riesige Kraft des Geistes zu sehen. Mit Bestimmtheit sei zu hoffen, daß Deutschlands Forschung und Wissenschaft auch zukünftig immer mit an der Spitze stehen werde. Wenn in den letzten Jahren die Deutschen von den internationalen wissen­schaftlichen Gesellschaften und Akademien immer noch ausgeschlossen worden seien, so habe die deutsche Wissenschaft doch bewiesen, daß sie auch aus eigenen Füßen stehen könne. Die anderen würden lernen müssen, daß ohne die Resultate der deutschen Forschung ein Fortschritt in der Wissenschaft nicht möglich ist. Professor ©Dante Arrhenius brachte ebenfalls unter stürmi­schem Beifall eine Adresse der skandinavischen Natui-forscher zur Verlesung.

Nach einer Reihe weiterer Ansprachen und der Verlesung von Glückwünschen hielt der er?? Vorsitzende der Gesellschaft, Geheunrat Dr. Planck-Berlin eine Rede. Er gab in großen Zügen einen Ueberblick über die Geschichte der Gesellschaft seit ihrer Gründung durch den Jenen­ser Professor Lorenz Oken und führte todter aus, daß der Betrieb der reinen Wissenschaft für ein Kulturvolk, wie das deutsche, genau so au den Lebensnotwendigleiten gehöre, wie die Arbeit in den Fabriken und Bergwerken. (Lebhafter Beifall.) Ersreulicherwelle habe das Reich einen anerkennenswerten Anfang durch die Unter­stützung der Notgemeinschaft der deutschen Wilsen- schäft gemacht. Es bleibe noch sehr viel zu tun übrig. Die Wissenschaft sei ihrem Wesen nach international. Daran könne kein Krieg, fern Völ­kerhaß etwas ändern. In ehrlich entgegen gestreckte Hönde würden die deutschen Gelehrten einschlagen. Sie dächten nicht daran, an solchen Stellen um Zulassung zu werben, wo man besser ohne sie auszukommen vermeine.

Hierauf fand die erste allgemeine Sitzung mit dem Thema der Relativi­tätstheorie statt. Prof. Dr. v. L a u e - Berlin sprach über die Relativitätstheorie in der Physik. Prof. Schlick-Kiel über die Relativi­tätstheorie in der Philosophie.

Aus s<avt und Land.

Gießen, den 20. September 1922.

Pässe zum Verkehr mit dem besetzten Gebiet.

Wie vor einiger Zeit schon mitgeteilt wurde, werden an Stelle der seitherigen gelben Per­sonalausweise zum Verkehr mit dem be­setzten Gebiet tn Zukunft weiße Aus­weise ausgestellt, deren Gültigkeitsdauer nicht mehr befristet ist.

Diejenigen gelben Personalausweise, deren Gültigkeitsdauer noch nicht abgelaufen ist, wer­den vom Kreisamt kostenlos in weihe Aus­weise umgetauscht.

Anträge auf Ausstellung von Pässen oder Ausweisen sind im Regierungsgebäude dahier, Zimmer Nr. 9, Werktags vminittags in der Zeit zwischen 812 Uhr vorzubringen. Die An­trag stell er müssen persönlich zum Voll­züge der Unterschrift erscheinen. Mitzubringen ist entweder der noch gültige gelbe Personalaus­weis. oder der von der Bürgermeisterei des Wohnorts auf vorgeschriebenem Formular aus­gefertigte Paßbericht, sowie in jedem Falle ein nicht aufgezogenes Lichtbild (Brustbild in Visll- format, Aufnahme aus neuester Zeit ohne Hut). Soweit die Unterlagen bis 1.0 Uhr vormittags vvrgelegt sind, kann die Abholung des Aus­weises am gleichen Tage um 12 Uhr mittags erfolgen, bei späterer Vorlage erst am vormittag des folgenden Tages.

Auslosung der «Geschworenen.

Für die am 25. September, vormittags 91/? Uhr, beginnende 3. Sitzungsperiode des Schwurgerichts der Provinz Ober­hessen wurden als Hauptgeschworene folgende Personen ausgelost:

1. Faber, Heinrich Karl, ßanbtoirt in Dorheim, 2. Wehell. Karl Julius, Rentner in Nieder-

Erlenbach,

3. Bernhardt, Karl, Schreiner in Friedberg, 4. Mvscherosch, Rudolf, Landwirt in Durg- Gräfenrvde,

5. Kessel, Gustav, Landwirt in Nidda,

6. Neutzel, Johannes Heinrich, Landwirt in Rin­derbügen,

7. Schilling, Julius, Kaufmann in Schlitz.

8. Leinberger, Franz Josef, Fabrikant in Herb­stein,

9. Hinterländer, Johannes, Landwirt in Gar­benteich,

10. Möller, Karl, Kontrolleur in Grün berg, 11. Damm. Karl. Maurer in Großen-Buseck, 12. Ullrich, Karl, Kaufmann in Friedberg, 13. Svmmerlad, Daniel Ludwig, Landwirt in

Beuern.

14. Wittich. Heinr., Sägewerksbesitzer in Merlau, 15. Lepper, Wilhelm VI., WeißbirÄer in Alten-

Buseck,

16. Decker, Heinrich, Landwirt In Wieseck, 17. Hilbert, Karl, Bergmann tn Steinheim, 18. Schmidt, Heinrich III., Fabrikant in Grünberg, 19. Delling, Heinrich II., Landwirt in Odenhausen, 20. Vorbach, Hermann, Landwirt in Dauernheim,

21. Michel, Johann Heinrich, Bürgermeister in Illnhausen,

22. Strauch, Heinrich I., Arbeiter in Homberg, 23. Wingcfeld, Karl, Schmied in Wetterfeld.

24. Zimmer, Ferdinand. Kaufmann in Lich,

25. Schmidt, Heinrich, Schlossermeister in Heuchel­heim,

26. Gorr, Jakob, Arbeiter in Gelnhaar,

27. Feick, Konrad, Fabrikant in Lauterbach, 28. Betz, Anton, Messerschmied in Gießen, 29. Mickel, Martin, Landwirt in Ober-Mockstadt, 30. Wiesenbach Fr. Wilhelm IV., Bürgermeister in Büdesheim.

Die '2361^2 nutungen finden unter dem Vor­sitz des Laiidgerichtsrats Dr. H a n s u l t statt und "werden, da 68 Fälle zum Spruch stehen, etwa 710 Tage dauern.

** D i e Regierung und die Re­gime n l s v e r e i n e. Der Verband Hessischer AegimentSvereine hat auf seine verschiedenen Beschwerden und Vorstellungen wegen des Verbotes der Regimentsfeiern von der hessi- schen Regierung folgende Antwort erhalten: Die Verordnung des Reichspräsidenten vom 26. Zuni 1922 über das Verbot bestimmter Versammlungen ist durch das Gesetz zum Schutze der Republik nicht aufgehoben wor­den. Wir haben demgemäß unsere Verfügung, mit der wir auf Grund der erwähnten Ver­ordnung des Reichspräsidenten bis auf wei­teres Regimentsfeiern und andere Versamm­lungen von Angehörigen ehemaliger Truppen­telle verboten haben, grundsätzlich aufrechter­halten, aber am 11. August durch Verfügung an die Kreisämter folgende Erleichterungen zugelassen: Versammlungen und sonstige Ver­anstaltungen von Angehörigen ehemaliger Truppenteile, die in geschlossenen Räumen stattfinden, sind künftig wieder gestattet. Ver­anstaltungen unter freiem Himmel oder an öffentlichen Orten dürfen nur dann stattfinden, wenn sie geselliger Art sind und das zustän­dige Kreisamt in jedem Falle die Genehmi­gung dazu erteilt hat. Regimentsfeiern sind nach wie vor verboten."

Zur Herbstmesse in Gießen gibt das Kreisamt bekannt, daß am Sonntag. 24. Sep- t'mb.r, der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufs- sllUcn imb die Beschäftigung von (Schilfen, Ge­sellen und Lehrlingen gestattet ist.

** Das Wohnungsamt der Gieße­ner Studentenschaft weist hiermit ange­sichts der immer großer werdenden Wohnungs­not unter den Studierenden nochmals auf einen Aufru f imGießener Anzeiger" vom 21. August bin und bittet dringend, Zimmer gegen einen angemessenen Preis zur Verfügung zu stellen. Zur Anmeldung genügt es, einen Zettel mit ent­sprechenden Angaben in den Briefkasten des Amtes im Universitätsgebäude einzuwerfen.

** Die Hersteller von Wein, Obst- undBeerenwein seien hiermit auf die heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters betr. die Erhebung von Verbrauchsabgaben aufmerksam gemacht.

** Errichtung einer Mechaniker- Zwangsinnung Gießen - Stadt und -Land. Die Liste der Handwerker, die an der Abstimmung über die Errichtung einer Zwangs­innung für das Mechcmikerhanvwerk für Fahr­räder, Näh- und Schreibmaschinen, Motorfahr­zeuge und Sprechmaschinen im Bezirk der Stadt und der Landgemeinden des Kreises Gießen teil» genommen haben, liegt während zweier Wochen auf der Registratur des Kreisamts Gießen in den üblichen Dienst stunden zur Einsicht und Er­hebung etwaiger Einsprüche der (Beteiligten offen. Aach Ablauf der Frist angebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt.

** Abfindung bet Wiederver­heiratung nur seit 1920. Der Rechts­anspruch der versorgungsberechtigten Witwen auf Abfindung im Falle der Wiederverheira­tung in Hohe des dreifachen Iahresbetrages der zuletzt bezogenen Rente ist erst durch das Reichsversorgungsgesetz allgemein anerkannt worden. Da dieser Rechtsanspruch neu ge­schaffen worden ist, so muß nach einer Ent­scheidung des ReichsverforgungSgerichts die Wiederverheiratung nach dem Inkrafttreten des Gesetzes, also dem 1. April 1920, erfolgt sein. Eine weitere rückwirkende Kraft legt sich das Gesetz selbst nicht bei. Die Witwe muß grundsätzlich Witwenrente nach dem Reichs- versorguitgsgesetz gehabt haben, sei es, daß sie die Rente nach Maßgabe dieses Gesetzes tat­sächlich bezogen, sei es, daß ihre nach altem Recht festgesetzte Versorgung umanzuerken­nen war.

* ,.Der Fluß von der Quelle bis zur Mündung." Ein Lehrfilm über dieses wertvolle Thema wird in der nächsten Zeit in den Schulen von Gießen und älmgegend durch das Hessische Lehrfilmarchiv vorgeführt werden. Der Film bietet nach dem Urteil des Kreisschul­amtes wertvolle unterrichtliche Möglichkeiten. Das ßanbeßamt für das Dildungswesen hat gestattet, daß die Vorführung unb bie damit verbundenen Dortrage in die Unterrichtszeit fallen.

** Die Aufforderung zur Abliefe­rung von älmlagegetreide kann, wie das Kreisamt bekanntgibt, an die. Erzeuger erst nach dem 15. d. Mts. ergehen, da Sag Ministerium für Arbeit und Wirtschaft dem Kom- munalverband bisher bie abzuliefernde Menge nicht bekanntgeben konnte.

** Erhöhung der Bettkarten- p reise. Mil Gültigkeit vom 1. Oktober werden bie Vettlartenpreise einschl. Vormerkungsgebühr für bie Reichsbahn- und Mitropaschlaswagen wie folgt festgesetzt: Für die 1. Klasse auf 880 Ml., für bie 2. Klasse auf 440 Mk. und für die 3. Klasse auf 264 Mk.

* Eine totale Sonnenverfinste» rung, die jedoch in Europa nicht beobachtet werden kann, findet am 21. September statt. Die Totalitätszone beginnt in Ostafrika (Somali- land) und läuft durch den Indischen Ozean um nach Durchquerung Australiens in Neuseeland zu enden. Die Höchstdauer der Totalität beläuft sich auf 5 Minuten 59 Sekunden und fällt auf einen DeobachtungSpunkt im Südwesten Javas. Dort­hin haben sich die Expeditionen begeben, die das hochbedeutsame Ereignis verfolgen werden. Dor allem sollen wichtige, im Mlltelpunkt der wissenschafllichen Erörterungen stehende Fragen an Hand der m erwartenden Deobachtungs-

ergcbnisse geprüft werden, so diejenigen über das Problem der Sonnenkorona, ferner über bie burch bie Einsteinsche Relativitätstheorie verlangte Ab­lenkung der Lichtstrahlen der Fixsterne im Schwerefeld der Sonne usw. Auch deutsche For­scher werden an der Beobachtung beteiligt sein: sie haben sich der holländischen Expedition an­geschlossen, die ihnen durch freundschaftliches Ent­gegenkommen die bei den deutschen Valutaver­hältnissen kostspielige Reise erleichtert hat.

""WasauSländische Zeitungen kosten. Wie billig das Abonnement der deut­schen Zeitungen ist, sieht man aus den Zah­len, bie die amtliche Zeitungspreisliste für das kommende Vierteljahr nennt. Für das vierte Vierteljahr 1922 kosten derBerner Bund" 3408 Mk., und dieNeue Zürcher Zeitung" 3834 Mark. Erheblich teurer noch sind die hol­ländischen Zeitungen; so kostet dasAllgemeen Handelsblad" Amsterdam 5547 Mk. Von den Zeitungen in der Tschecho-Slowakei kosten das Prager Tageblatt" 2598 Mk. und die deut­sche ZeitungBohemia" 2118 Mk. Ansehn­lich? Beträge erfordert auch ein Vierteljahrs- abvnnement auf englische Zeitungen. Der Daily Herald" kostet vierteftährlich 7929 Mk.. derManchester Guardian" 9099 Mk. Noch erheblich teurer sind Fachblätter, insbeson­dere Handelszeitungen.

** Zu unserem Schöffengerichts- bericht vom 2. September wird uns von Herrn Ioh. Jochem, Palast-Lichtspiele, mitge­teilt, daß auch er mit der Gerichtsverhandlung in der berichteten Filmangelegenheit nichts zu tun hat.

Wettervoraussage

für Do nnerstag:

Langsam ausheiternd, kühl, kräftige Nord- Westwinde.

Die Depression ist mit sehr großer Geschwin­digkeit ostwärts vorgedrungen und liegt heute über Skandinavien. Wir werden morgen aus ihrem Wirkungsbereich kommen und haben mit besserem Wetter zu rechnen.

Borttvttzcn.

Ta geskalender für Mittwoch. Astoria--Lichtspiele, heute:Der Eid des Stephan Hüller": ab morgen:Gelbe Männer".

Die Deutsche Demokratische Par- t e i hält morgen, abends S1/» Ahr, imAquarium" eine Mitgliederversammlung ab. Näheres im An­zeigenteil.

Oefsentliche Versammlung bet Deutschen Demokratischen Partei. Die Gießener Ortsgruppe der Demokratischen Partei schreibt uns: Anläßlich des Landespartei­tages der Deutschen Demokratischen Partei, bet am 23. und 24. ds. Mts. in Gießen flattfi.Tbet. veranstaltet bie Ortsgruppe am Samstag, dem 23. ds. Mts., abends 8 Ahr, eine öss entliche Versammlung in der Turnhalle am Os waldsgarten. Als Redner sind vorgesehen der hessische Vertreter der Deutschen Demokratischen Partei im Reichstag, der als Redner und Polr tiker aufs beste bekannte Pfarrer K o r e l l, der überDie sozialen und nationalen Aufgaben der Demokratie" spricht, und Frau Gräfin Marie Dohna, bereu ThemaDemokratische Welt­anschauung" lautet. Die Deutsche Demokratische Partei hat mit Pfarrer K'o rell und Gräfin D o h n a zwei Redner gefunden, deren Persönlich­keit nicht weniger als die von ihnen gewählten Vortragschemen in allen Kreisen der Bevölke­rung auf das lebhafteste Interesse rechnen darf. Es empstehlt sich deshalb, sich alsbald mit Ein­trittskarten zu versehen. (Siehe Anzeige.)

Eine Konferenz der Naturheil- vereine der Mittelrheinischen Gruppe des Deutschen Bundes der Veveine für naturgemäße Lebens- und Heilweise findet hier am Sonntag, dem 24. ds. Mts., im Kath. Vereinshause statt. Im Mittelpunkt dieser Tagung stehen zwei Dor- träge, die sich mit den wichtigsten fragen der Dollsemährung beschäftigen. Die Vorträge sind öffentlich. Jedermann ist dazu eingeladen. Za>ei Männer aus dem öffentlichen Leben (ein Lehrer und ein Arzt) sprechen bei dieser Tagung. Näheres im heutigen Anzeigenteil.

Kreis Alsfeld.

M. Flensungen, 17. Sept. Heute ver­anstaltete der hiesige Volksbildungs­verein ein Heimatfest auf Kurhaus Wal­desruh. Der Vorsitzende des Vereins, Lehrer Dach, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die hohe Bedeutung der Heimat hin. Kreisschulrat Huff-Alsfeld verglich unser Daterland mit einem Ackerfeld, auf welchem eben der Pflug Gottes hinginge. Liese Furchen müsse der Pflug reihen, wenn eine gute Ernte reifen solle. Auch unserem Doll sei gewiß eine bessere Zukunft beschießen. Ein anderer Redner, Lehrer Schm o l b Elpenrod, richtete sehr ernste Worte an die Eltern. Mit unserer Jugend, über deren Verrohung so sehr in unserer Zeit geklagt würde, könne es nur besser werden, wenn die Eltern es wieder wagen würden, ein ernstes Wort mit ihr zu reden. Vurgerm.ister B r ä u n i n g dankte ia se ner Schlußansprache allen, die zum guten Gelingen des Festes beigetragen hatten und ermahnte, treu zur Heimat, zu Elternhaus, Schulhaus und Gottes­haus zu stehen. Das HeimatsestspielHeimkehr", von Pfarrer Löscher, ging sowohl mittags, als auch abends über die Bühne und machte einen statten Eindruck auf bi? Zuhörer. Die Pausen wurden durch Orchestervorträge, Einzel- und Chor­gesänge ausgefühtt.

Kreis Schotten.

eb. Eschenrod, 2E Sept. Angesichts der Tatsache, daß ein großer Teil der Fruchternte seit 14 Tagen im Reg em Wetter liegt und stark gelitten hat, beschloß der Gemeinderat ein­stimmig, das für nächsten Sonntag anberaumte Kirchweihfest nicht abzuhalten

n Aus dem südlichen Vogelsberg, 18. Sept. In der unliebsamsten Weise hat sich hier seit 2 Jahren ein Insekt eingebürgert und sich sehr gemehrt, das man hier früher nur dem Namen nach kannte d i e Schnake. Man nimmt ay. dah es durch Packstroh aus südlicher Gegend, wohl vorn Rhein, eingeschleppt wurde. Der Einzelne ist dieser Plage gegenüber völlig hilflos. Hier mühten allgemeine Mah­regeln zur Vertilgung (Schnaken-Kommission!) ge­troffen werden. In neuerer Zeit macht sich die Zigeunerplage wieder mehr und mehr fühlbar. In Trupps von 1520 Mann ziehen die braunen Gesellen von Dorf zu Dorf ober lagern, oft wochenlang, vor den Ottschaften ober in ben Feldern und Triften. Kein Huhn ist vor ihnen sicher! Das beste Abwehrmittel der un»