Ausgabe 
20.5.1922
 
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Arbeitsmarkt unb ErwerbSlosenfursorge. Ver­gnügungssteuer. Pslegckosten für die Pfleglinge bi der Provinzialpflegeanstalt. Errichtung einer Mechaniker-Zwangsinnung. Deknrnpfung der Schnalenplage. Viehhandelserlaubnlskarlen. Viehseuchen. Dienstnachrichten. Gefunden, verloren.

Die Verteilung der Ferien an den Volks- und höheren Schulen sand fol­gende Regelung: Pfingstferien: I Woche vom Pfingstsonntag an. - Somme rferien: 29 Lage, beginnend mit einem Samstag, für ge­wöhnlich dem ersten Samstag im Juli und endend mit einem Samstag. Herbstferien: 2 Wochen, beginnend mit einem Sonntag, etwa Ende September. Weihnachtsferien 2 Wochen, und zwar wenn der 25. Dezember auf Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag fällt, von dem diesen Tagen vorhergehenden Sonn­tag an. Fällt jedoch der 25. Dezember aus Freitag, Samstag oder Sonntag, so beginnen die Ferien mit dem diesen Tagen vorhergehenden Donnerstag Osterferien: 3 Wochen, beginnend mit einem Sonntag, der alljährlich, je nach der Lage des Ostertermins, von uns, und zwar so festgelegt wird, daß die Dauer der einzelnen Schuljahre trotz der verschiedenen Lage des Osterfestes möglichst gleich ist. Zu Ostern 1923 ist Sonntag. 25. März 1923, der erste Ferien tag. Das neue Schuljahr be­ginnt Montag, den 16. April 1923, mit der Auf­nahmeprüfung und aiü Dienstag, den 17. Avril 1923, mit dem vollen lchrplanmähigen Unter icht Der letzte Schultag vor den Ferien ist an allen Schulen ohne jegliche Kürzung des Unterrichts zu halten, jedoch können auswärtige Schüler nach der dritten Stunde entlassen werden, wenn der erste Ferientag ein Sonntag ist und wenn sie ohne diese Vergünstigung nicht mehr an demselben Tage ihre Heimat erreichen können. Für die Verteilung der Sommer- und Herbst ferien können von den ein­zelnen Schulen die seither üblichen Zeiten und die etwa besonders genehmigten Ausnahmen auch weiterhin beibehalten werden.

Waisenbüchfengelder. 3n den Ge­meinden des Kreises Gießen sind in der Zeit vom 1. Februar 1921 bis dahin 1922 dir nachverzeich­neten Beträge für die Landeswaisenkasse ein- gegangen: Aibach 14,20 ML, Allendorf a. d. Lahn 152 Mk., Allendorf g. d. Lda. 4,27 Mk., Allerts­hausen 28,60 Mk, Alten-Buseck 13 Mk., Annerod 30,15 Mk.. Bellersheim 25 Mk., Beltershain 23 Mark. Bersrod 92 60 Mk., Dettenhausen 52 Mk.. Beuern 66.90 Mk , Birklar 4 Mk., Burkhardsfelden 26.25 Mk. Climbach 25 Mk., Daubringen 3,20 Mk., Dorf-Güll 10 Mk. Gberstadt mit Arnsburg 34,55 Mark, Ettingshausen 18 20 Mk . Garbentei.h 2 Mk., Geilshausen 20 Mk.. Gießen 2337,52 Mk.. Göbeln­rod 62,80 Mk., Grohen-Buseck 80,25 Mk., Grotzen- Linden 77 Mk.. Grünberg 204,10 Mk.. Grüningen 64,50 Mk.. Girbach 35 Mk., Hattenrod 19 Mk.. Hausen 1,55 Mk., Heuchelheim 174,20 Mk., Holz­heim 6,60 Mk., Hungen 324 62 Mk.. Inheiden 39,05 Mark, Kesfelbach 87,15 Mk., Klein-Linden 92.76 Mark, Langd 70 Mk., Langsdorf 60 Mk., Leih­gestern 65,10 Mk., Lich mit Hof Albach, Cvln- hausen und Mühlsachsen 97,70 Mk., Lollar 5,70 Mark, Londorf 0,57 Mk., Mainzlar 10,15 Mk.. Münster 7,50 Mk., Muschenheim mit Hof-Güll 71,25 Mk., Rieder-Bessingen 5 Mk., Ronnenroth 21 Mk , Ober-D^ingen 5 Mk., Ober-Hörgern 47,50 Mark, Oppenrod 20 Mk., Queckborn 10 Mk., Ra­bertshausen mit Ringelshaufen 21 Mk., Rein­hards Hain 25,50 Mk., Reiskirchen 22 Mk., Rod­heim mit Hof Graß 17,35 Mk., .Rödgen 73,90 Mk., Rüddingsh-rufen 5 Mk., Ruttershausen mit Kirch­berg 14,20 Mk, Saasen mit Dollnbach. Veitsberg und Wirberg 31,60 Mk.» Staufenberg mit Fiedel- Hausen H.,95 Mk., Steinbach 39,65 Mk., Steinheim 87,70 Mk., Trais-Horloff 138,70 Mk., Treis a. d. Lda. 22,72 Mk , Trohe 12 Mk., Utphe 103,25 Mk., Villingen 3,75 Mk., Watzenborn mit Steinberg 119,95 Mk., Weickartshain 64 Mk., Weitershain 37,90 Mk., Wiefeck 10,30 Mk. Zusammen 5 614,91 " Mark.

Errichtung einer Mechaniker- Zwangsinnung. Don Handwerkern, die das Mechanikergewerbe für Fahrräder, Rah- und Schreibmaschinen und Motorfahrzeuge betreiben, ist Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung für den Bezirk der Stadt und des Kreises Gteben gestellt worden. Um festzustellen, ob die Mehr­heit der beteiligten Handwerker in der Stadt Gießen und tn den Landgemeinden des Kreises Gießen dem Antrag zustimmt, wird zur Herbei­führung einer Abstimmung Referendar Dr. Loh als Kommissar bestellt.

Dien st nachrichten des Kreisamts. Da die Maul - und Klauenseuche bis jetzt auf den Händlerstall des Michael Jakob zu Lauterbach (im Steinweg) beschränkt geblieben ist und nachdem die erkrankten und gefährdeten Rinder abgeschlachtet worden sind, wurde der Sperrbezirk auf den Steinweg von der Ecke der KanalstrabeWörth bis zur Ecke des alten Stein­weg beschränkt. Die übrigen Teile der Stadt Lauterbach werden aus dem Sperrbezirk entlassen und zum Deobachtungsgebiet erklärt. Die Ge­meinden Angersbach, Maar, Heblos, Sickendorf und Rimlos wurden aus dem Deobachtungsgebiet entlassen. Die Gemeinde D l i h e n r o d bleibt vorläufig noch Deobach- -tungsgebiet. In Wernges (Kreis Lauter­bach) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebro­chen. Die Ortsgemarkung Wernges wurde zum Sperrbezirk erklärt. Die Gemarkungen Wil­lofs, Maar mit der Jungviehweide und Lauterbach wurden zum Deobachtungsgebiet erklärt. Das gefährdete Gebiet umfaht eine Zone von 15 Kilometer im Umkreis von Werngeö. In den Gemeinden L i n d h e i m und H a i n ch e n (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen. Die erforderlichen Sperrmahnah- men sind angeordnet. In der Gemeinde Grei­fenstein (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen. Die Sperrmabnahmen sind angeordnet. Die Maul- und Klauenseuche in Elnhausen (Kreis Marburg) ist erloschen. Die angeordneten Schrchmastregeln sind aufge­hoben.

Gefunden und verloren. In der Zeit vom 1.15. Mai 1922 wurden in Gieben gefunden: 1 Regenschirm, 1 Rucksack, eine Schere 1 Korbdeckchen. 2 Portemonnaies mit In­halt. 1 Brosche. 1 Damen Handtasche. 1 Griff von einem Fahrrad, 1 Weibes Hemd und */.- Pfund Margarine. 1 Rickelbrille. mehrere G^dscheine: verloren: 1 braunes Herrenportemonnaie mir etwa 200 ML, 1 Portemonnaie mit 105 Mk. 1 Füllfederhalter, 1 Zentner Kartoffeln. 1 gol­denes Kettenarmband. 1 schwarzes Portemonnaie mit 30 ML, 1 Portemonnaie mit etwa 30 Mk Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 1112 Uhr vormittags und 45 Uhr nachunittags bei dem Polizeiamt Gießen, Zimmer Ar. 1, erfolgen.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 16. Mai.

Zwei Gießener, Karl Sch. und Hermann El., hatten gemeinschaftlich mit dem Julius I. von Großen-Buseck, der der Geldgeber war, von einem gewissen Str. in Wetzlar 1 Kilo Salvarsan für den Betrag von 19 000 Mk. gekauft. Wegen Vergehens gegen die Schleichhan- delsverOrdnung waren deshalb Sch. und El. zu Geldstrafen von je 6000 Mk., I. zu 3000 Akt. vom Schöffengericht verurteilt, Str., der Verkäufer des Heilmittels, mangels Beweises f> eigesprochen worden. Sch. und El. legten gegen die Höhe der Strafe Berufung ein, hatten aber mit ihrem Rechtsmittel keinen Erfolg. Die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung gegen die 'Freisprechung des Str. wurde ebenfalls zurück- gewiesen, da dieser, ein schwer vorbestrafter Aben­teurer und Heiratsschwindler, wegen Salvarsan- schmuggels bereits vom Amtsgericht Emmerich zu 4 Monaten Gefängnis und 3000 Mk. Geld­strafe verurteilt worden ist. I. hatte seine De-l- rufung rechtzeitig zurückgenommen.

Der Getreidehändler Siegfried R. in Fried­berg hatte ein Gemenge aus Gerste, Hafer und Wicken an den Karl F, in Frankfurt a. M. und den Georg F. in Offenbach verkauft und auf den Frachtbriefen die Ware lediglich a l s Wicken deklariert. Er war dieserhalb In 1. Instanz freigefprochen worden, wurde aber von der Berufungsinstanz zu 40 Mk. Geldstrafe und den Kosten bei Oer InstarHLn verurteilt. Er hätte die Pflicht gehabt, anzugeben, daß die Wicken auch mit Hafer und Gerste durchmischt waren.

Wegen Jagdvergehens hatte das Schöffengericht den Schlosser Hermann L. von Langsdorf zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer erhöhte die Strafe auf 300 Mark, gleichzeitig wurde auf Einziehung des benutzten Gewehrs erkannt. Das Jagdvergehen wurde u. a. darin erblickt, daß L. sich am Rand des fremden Jagdgebiets aufgestellt hatte, um Wild schießen zu können, das aus dem Wald auf das Feld Auf­treten würde, auf dem zu jagen L. Berechtigung hatte.

Zurückgewiesen wurde die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein Erlenntuis des Schöffengerichts Schotten, das den Alfred W. und Iohs. M. daselbst von der Anklage des Jagd­vergehens freigesprochen hatte. Die Be- rufungsinstaüz ergab nicht den geringsten An­haltspunkt für die Annahme, daß die Angeklagten unbefugt in fremdes Jagd recht eingegriffen hatten.

In der Privatklagesache des Studien­rats Dr. L. dahier gegen den Redakteur V. der O. V in Gießen, in der wir seinerzeit über die Schössenger^cht.verhand u g bericht ü haben, wurde kürzlich vor der StraMmmer über die Beru­fung des Privatklägers verhandelt. In der genannten Zeitung war im Oktober 1921 ein Ar­tikel erschienen, in der über angebliche anti­semitische Hetze am Gießener Bahnhof durch Verbreitung von Flugblättern berichtet und der deutschvölkische Schutz- und Trutzbund in Ham­burg als Verbreiter sowie der Inhalt der Flug­blätter in schärfster Weise angegriffen und mit einer Reihe schwerer formeller Beleidigungen be­dacht wurden. In dem Artikel war erwähnt, daß der Bund auch in Gießen eine Ortsgruppe habe, deren Vorsitzender, wenn man nicht irre, der Privatkläger fei. Der Angeklagte behauptete, die Beleidigungen hätten sich nicht gegen den Privat­kläger richten sollen, dessen Rame und Stellung in dem Bund ohne Zusammenhang mit den Vor­würfen nur bei dieser Gelegenheit als Aotiz zur Unterrichtung der Leser gebracht worden sei. Das Schöffengericht sprach von diesem Standpunkt aus frei. Die Strafkammer stellte fest, daß die Be­leidigungen sich zweifellos auch gegen die Person des Privatklägers richten sollten und richteten, entnahm aus der Form der Aaußerungen trotz Wahrnehmung berechtigter Interessen die Absicht der Beleidigung und verurteilte den angeklagten RÄmkieur zu einer Geld st rase von ein­tausend Ma rL unter Zubilligung der P u - blikationsbesugnis in der O. D. an den Beleidigten. -----------

(SendttsfaaL

Fahrlässige Kindestötung.

Rieder-Olm, 19. Mai. Ein Landwirt aus Zornheim hatte im März seine Pfuhlgrube ent­leert und den Deckel zur Grube nicht vorschrifts­mäßig wieder aufgelegt, wodurch das einzige 6jährige Kind einer Kriegerwitwe hineinfiel und erstickte. Er wurde wegen fahrlässiger Kindes­tötung zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt.

Kirche unb Schule.

Freie Lehrer st eilen. Erledigt sind zwei mit katholischen Lehrern zu besetzende Schul­stellen an der Volksschule zu Klein-Stein- heim im Kreise Offenbach

* Kirchlich eDien st nachrichten. Durch Entschließung des Erweiterten Oberkvnsistoriums vom 5. Mai 1922 wurde Seine Exzellenz der Oberkonsistorialpräsident Wirklicher Geheimrat D. Ludwig Rebel auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und aus­gezeichneten Dienste mit Wirkung vom 1. August 1922 in den Ruhestand versetzt. Die Stelle eines weltlichen Mitglieds im Oberkonsi- st v r i u m ist zu besetzen. Dorb ö> ng De , h g> ng zum Höheren Justiz- over 'Verwaltungsdienst. Meldungen sind an das Oberkonsistorrum zu richten.

Kunst und Wissenschaft.

* Darmstadt, 20. Mai. Heute findet die Eröffnung der Ausstellung Deutsche K u n st D a r m st a d t 1922 im städtischen AussteNungSgebäude auf der Mathildenhöhe statt. Don Künstlern aller Richtungen aus ganz Deutschland her­vorragend beschickt, zeigt diese erlesene Aus­stellung von Bildern, Graphiken und Pla­stiken ein Bild größter ORannigfaltigkeit und gibt einen fesselnden Ein- und Äeberblick über das Kunstschaffen der Gegenwart.

Spietptan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 21. Mai: nachm. 3 älhr: Mignon: abends 7 Llhr: Boccaccio. Mon­tag, 22.: Fidelio. Dienstag, 22.: Herzog Blau­barts Burg. Hierauf: Der holzgeschnihte Prinz. Mittwoch, 24.: Doris Godunow. Donnerstag, 25.: Tannhäuser. Freitag, 26.: Dastien und Bastienne Hierauf: Don Pasquale. Samstag, 27.: Mörder, Hoffnung der Frauen. Hierauf: Sancta Qufanna. Zum Schluß: Das Rusch-Rufchi. Sonntag, 28.: Margarethe. Montag, 29.: Die Meistersinger von

Rürnberg. Dtenstag, 30.: Die Fledermaus. Mitt­woch 31.: Pelleas und Melisande.

Schauspielhaus. Sonntag, 21. Mai: Die luftigen Vagabunden. Montag, 22.: Ein Svmmer- nachtstraum. Dienstag, 23.: Der Schlachtenlenker. Hierauf: Die Erziehung zur Ehe. Mittwoch 24.: Vatermord. Donnerstag, 25.: Penthesilea. Frei­tag, 26.: Ein Sommernachtstraum. Samstag, 27.: Der Schlachtenlenker. Hierauf: Die Erziehung zur Ehe. Sonntag, 28.: Peer Gynt. Montag, 29.: Schneider Wibbel. Dienstag, 30.: Alt-Heidelberg. Mittwoch 31.: Rach Damaskus (1. Teil).

Handel.

Gew erbe bank zu Gießen e.G.m.b.H Eine außerordentliche Generalversammlung ge­nehmigte einstimmig die vom Vorstand beantrag­ten Statutenänderungen. Der Rame der Firma wird inHandels- und Gewerbebank e.G.m.b.H." abgeändert und die Ausdehnung des Geschäftskreises auch auf Richtmitglieder be­schlossen. Ferner können in Zukunft 5 Geschäfts­anteile zu je 1000 Mk. von einem Mitglied er­worben werden. Die übrigen Aenderungen waren nur redaktioneller Art bzw. von untergeordneter Bedeutung.

Berlin, 19. Mai. Börsenstim­mungsbild. Die zur Zeit an der Börse herrschende Zurückhaltung und Lustlosigkeit er­fuhr heute, soweit noch möglich, eine Verstär­kung, weil die Darlegungen des Reichsarbeits­ministers Dr. Braun über die nach seiner Mei­nung in naher Zukunft bevorstehende Ver­schlechterung des deutschen Wirtschaftslebens, verbunden mit starker Arbeitslosigkeit, die Börse doch recht nachdenklich stimmte. Dem­gegenüber blieb die Steigerung der Devisen­preise, die den Dvllarkurs wieder über 300 brachte, auf die Kursbildung ziemlich ein* druckslvS. Die Umsätze hielten sich auf allen Gebieten des Aktienmarktes im Groß- und Kassaverkehr in recht-engen Grenzen, ünb dem­entsprechend waren die Kursveränderungen nach oben und unten nicht bedeutend, wobei immerhin Ermäßigungen bis 20 Prozent und teilweise darüber überwogen. In wirksamem Gegensatz zu dem während der ganzen Börse sich träge hinschleppertden Geschäftsgang stand die lebhafte spekulative Beteiligung am AuS- landsrentenmarkl, wo neben türkischen Papie­ren Lombarden und Prioritäten, vor allem un­garische Rentenwerte, mit Gvldrente und Kro­nenrente an der Spitze, ihre steigende Bewe­gung kräftig fvrtsetzen. Bei ungarischer Gold- rente betrug der Kursgewinn zeitweilig über 60. Oeslerreichische Renten waren hingegen vernachlässigt. Auch in deutschen, festverzins­lichen Werten waren keine bemerkenswerten Veränderungen zu verzeichnen.

Frankfurt a. M., 19. Mai. Börsen- ft i m m u n g 8 b 11 b. Bet wsHellenen älmsährn bewahrte der heutige Börsenverkehr eine behaup­tete Tendenz. 3m Vordergrund des Interesses standen 4 proz. älngarische Goldrenten. Der Dol­lar war leichten Schwankungen unterworfen. Er wurde mit 296 bis 298 genannt. Sehr bescheiden waren die LImsähe in Deutsche Petroleum 2175 bis 2160. Sonst tmn'oen Im freien Verkehr u. a. noch folgende Kurse genannt: Mansfelder Kuxe 20 75021 000, Benz 490, Gummi-Stöckicht 440. Der Montanaktienmarkt zeigte im allgemeinen behauptete Kurse. Fester lagen Zuckerfabrikak.ien, die zu ca. 10 Prozent höheren Kursen genannt wurden. Daimler und Kieper gaben mäßig nach. Die Kurse unterlagen späterhin verschiedentlich Abschwächungen. Das Geschäft blieb sehr still. Eine Aufnahme machten österreichisch-ungarische Renten. Auf dem Einheitsmarkt blieb der Vertehr lustlos. Die Börse schließt uneinheitlich. Privat­diskont 4i/2 Prozent.

Sr anffurt a. M., 20. Mai.

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs

Datum: 18. 5. 19.5. 18.5. 19.5.

5°/, Dtfch. Kriegsanl. 77,60 77,50 77,50 77,00

4°tt Disch. Reichsanl. 95,- 95 50 95,90 95 40

37« Dtfch. Reichsanl. 109,- 108,- 109,50 110,75 470 Preuh. Konfoks 83,50 83, - 83, -

Hamburg-Pakctf.. . 406. 405, 400,5h 400, Norddeutscher Lloyd 824,- 324,75 323,- 320,25

Comm.u.Privatbank 300,- 300,- 301,- 301,-

Darmstädter Dank . ^97, 297, 293,60 299,-

Deutsche Bank . . . 602, 600, 606, 605,

Disconto-Gesellschaft 433,50 433,50 436, 436, Dresdner Bank. . . 316,25 320,* 322, 324, Mitleid.Ereditbank. 262,- 262,- 262,- 262,- Rationalbank f. D. . 298, - 300, 300, - 300, - Doch. Gußstahlwerke~1090,- 1110, Bud.-Cisenw.-Akt.. 830,- 837,- 835,- 820,- D.-Lustemb. Bergw. 995, 1000, 1006, 999,84 Gelsenkirch. Dergw.. 1035, 1041, 1030, 1035, Harpener Bergbau. 1830, 1840, 1820, 1820, Oberschl. Eisenb.-B. 830,- 820,- 824,76 810,- Oberschles. Eisenind. 675 - 648, 655, - 650, Phönir-Bergb.-Akt. 1190,- 1165,- 1185,- 1169,- Bad.Anilin-u. Soda 758, 754,- 751,- 751, Höchster Farbwerke. 695,50 697,60 695, 685, Allg. Elektr.-Ges. . . 679,- 680,- 678,- 679,- FeltenL Guilleaume 848, 820,-

Schuckert-Werke. . . 625, 620, 610, 605, -

Adlerwerke 527, 515, 515, .CC6,-

Daimler 449,- 444,- 432, 444,-

4° 0 Hess. StaatSanl. 78,- 79,- 79,- 77,- Clectron Griesheim 780, 766,50 765, 776» Disch«. Vereinsbank 224. 224,,

Berliner Devisenmarkt.

Datum: Amstd.-Rotterd. Brüssel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfors. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr» Prag Budapest.... Buenos AireS . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro

Geld Dri 18. Mai.

11485,60 11514 40

2431,95 2438,05

5498,10 5606,90

6307,10 6322,90 7565,50' 7584/0

613,20 614,80 1533,05 1536,95 1315,85 1319,15

293,'33 281,37 2671,65 2678,35 5622,95 6637,05 4604,20 4615,80

3,56 3,9o

567,25 568,76

37,25 37,35

108,22 108,22

223,70 224,30

138, * 139,-

4044.- 4056,-

f Geld Brief "19. Mai.

1535,5511564 46 2461,90 2468 10 5623,06 5536.95 6337,05 63 )2,95 7620,45 7639,55

617,20 618,80 1523,05 1520,96 1324,80 1326,20

296,12 296, 8

2691,60 2698,40 5682-85 6697,15 467;',1Ü 4698,90

3,03 3,07

572,25 673,75

37, - 37,10 107,97 108,27 224.45 245,05 140,17 141,17

4081,50 4093,60

Marknotierungen.

Datum: 1.7.14. 18.5. 19.5.

Zürich Fr. 125.40 1,77 1,73

Amsterdam Fl. 59.20 0,87 0.87

Kopenhagen Kr. 88.80 1,66 1.51

Stockholm Kr. 88.80 1,34 1,32

Wien Kr. 117.80 3282 50

Prag Kr. 117.80 17 75 17,40

London Sh. 97.80 1.31 1,32

Reuyork $ 23.80 -.34 -,33

Paris Fr. 125.40 3,09 3,69

Züricher Devisenmarkt. 19. 5. 20. 5.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 31 = 202.26 203.40 Deutschland 100 Mk. -- 1.77 1.755

Wien 100 Kr. = 0.05 0.05

Prag 100 Kr. -- 9.97 ' 9.97L

Puris 100 Fr. 47.37 47.55 London 1 jg 26.22 21.33 Italien 100 ß. = 26.80 26.75

Brüssel 100 Fr. == 43.20 43.60

Budapest 100 Kr. 0.66 0.65

Reuyork 100 $ 621.76 524.25

Agram 100 Kr. 1.87 1.85

Warschau 100 Är. = 0,13 0,13

Märkte.

Frankfurter Obst- und Gennisemartt.

me. Frankfurt a. M., 19. Mai. De* heutige Martt war allgemein von Erz-eugern aus dem Frankfurter Gebiet und von auswärts recht gut besucht. Beim Großhandel kostete der Zenter Kartoffeln 270300 Mk.; Zwiebeln (aus­ländische) 13001400 Mk.: Rliabarber 160180 Mark: Spinat 450500 Mk.: Lattich per Pfund 710 Mk.: Kohlrabi per Stück 3.504.50 ML: Rettich per Stück 3.003.50 Mk. und Spargel 811 Mk. Bei Erzeugern wurde bezahlt für Spinat der Zenter 500600 ML: für Spar­gel 913 Mk.: für Rhabarber 180-2 20 ML: für Kräuter zu Saucen 78 Mk. das Pfund: für Kohlrabi das Stück 56 Mk.; für Lattich (Mist­beet) 10-12 Mk.: do. (Freiland) 67 Mk. das Pfund; für Kopfsalat die Staude 46 ML: do. aus Freiland 2.002.50 Mk.: für Rettich das Stück 45 Mk. und für Radieschen das Bündelchen 0.501.20 Mk. Orangen in Kisten von 360 Stück kosteten 1700 Mk.: Zitronen tn Kisten von 300 Stück 530 Mk. Auf dem Fisch- mar ktt kosteten Seefische das Pfund 8.5012.00 Mark: Margarine 33, 35 bis 35.50 Ml. für das Pfund. Eier wurden mit 4.204.30 ML per Stück bezahlt.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die DeparaLionsverhandlungen in Paris.

London, 19. Mai. (WTB.) .Daily Leie» graph" berichtet aus Paris, daß die Bcrhand- hingen, die augenblicklich mit dem deutschen Fi­nanzminister Dr. Hermes stattfinden in 'der Hoffnung, eine Vereinbarung über die Repara­tionen vor dein 31. Mai zu finden, heikler Art seien, und wenn sie einem befriedigenden Abschluß zugeführt werden sollten, >0 |ei e3 vielleicht besser, wenn augenblicklich möglichst we­nig darüber gesagt werde. Dr. Herrn sei seit seiner Ankunft in Paris mit den Mitgliedern der Reparationskommission in Fühlung get e en, de­nen er seine Ansichten auuscinanderfetztr. R l ch t s von der Art eines schriftlichen Vor­schlages fei bisher von Dr. Hermes unter- L breitet worden. Die Mitglieder der verfchirdenen Delegationen hätten ihre Eindrücke in einer be­ratenden Zusammenkunft ausgetcruscht. Soweit die Reparationskommission jedoch tn ihrer offiziellen Eigenschaft in Betracht komme, sei 'Hermes vor-

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läufig noch nicht über das Vorzimmer hi'nauS- gebrungen. Die tn Paris umlaufeiiden Meldun­gen, daß Finanzminister Dr. Hermes bereits feste Vorschläge gemacht habe, die die Kommission alf unannehmbar ans ehe, und daß daher eine Art Stockung eingetreten, seien irreführend: denn die Angelegenheit müsse sich noch viel weiter ent­wickeln, bevor irgend eine Ansicht darüber ge­äußert werden könnte, ob die Vorschläge Deutsch­lands annehmbar seien ober nicht.

Das internationale Finanzproblem.

London, 19. Mai. (WTB.) Einer von den Blättern veröffentlichten Exchange-Me:.dung aus Reuyork zufolge sind die Bankiers von Wals Street der Ansicht, daß der Mangel an lieber» einfliminung in den An sicht en über die Schwierig­keiten der Genueser Z^onferenz die Bant von England beranlaljt habe. Sic Robert H 0 r n e s Vorschlag einer Konferenz der Leiter der Emis­sionsbanken drr Welt aulzunehmen.

Deutsche Industriepolitik in Oesterreich.

Wien, 19. Mai. (WTB./ Wie die .Volks­zeitung" erfährt, hat der Mintsterrat gestern einem Angebot der Berlinrr Allgemeinen Elek- trizitätsgesellschaft auf Hebernahme der W ö l - lersdorfer Industriewerle in Pacht für 50 Jahre ferne Zustimmung erteilt.

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