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Vockeratungen für bk Ausstellung in Nürnberg (22. bis 27. Juni 1922), die auf eine Sem Umfang nach beschränkte Tierausstellung, adrr auf eine reiche Beschickung mit Erzeugnissen und Maschinen rechnen labt Für die Ausstellung 1923 in Hamburg sind die vorbereitenden Arbeiten bereits im Gange, für 1924 liegt eine Einladung Schlesiens nach Breslau vor, und für 1925 ist Dortmund in Aussicht genommen. Durch Beschluß der Hauptversammlung wurde die Herbsttagung 1922 nach Hildesheim verlegt. Der anschlie­ßende Bortrag v. L o ch o w s jun. löste eine un­gemein angeregte Aussprache aus, die sich g e g e n jede Bevormundung der Produkt ion wandte, im übrigen alle Maßnahmen befür­wortete, die eine Erhöhung des Kartoffelertrages versprechen.

Errichtung einer Baugerverk- schulefürdieProvinzOberhessen?

Bon der Bereinigung der Aufsichtsräte hessi­scher Gewerbeschulen wird uns geschrieben:

Aach den Berichten der Tageszeitungen ist dem hessischen Landtag der Antrag unterbreitet worden, für die Provinz Oberhessen die Errichtung einer Daugewerkschule der vierten in Hessen ins Auge zu fassen.

Dieser Antrag widerspricht einer im Sommer vergangenen Jahres von maßgebender Regie- rungsstelle abgegebenen Erklärung, daß es auf die Dauer nicht erforderlich sei, im Freistaat Hessen drei Daugewerkschulen zu unterhalten, während Baden und Württemberg je nur eine be­säßen. Mit drei Daugewerkschulen, denen neben Ler Hochbauabteilung eine Tiefbauabteilung an- .gegliedert: sei, vier Maschinenbauschulen und zwei Kunstgewerbeschulen überflügele Hessen die andern ^Staaten, wohingegen es mit den Lehrlings- und Meisterschulen als Grundschulen des gewerblichen r Erziehungswesens gegen jene im Rückstand sei. Die gleiche Ansicht wurde in dem Ausschuß des Landesgewerbevereins im Herbst vorigen Jahres zum Ausdruck gebracht. Die Errichtung einer vierten Daugewerkschule muß als ein Luxus, den sich Hessen nicht erlauben kann, bezeichnet werden, sie würde die vorangeführten Gegensätze hinsicht­lich der Förderung von Technikerschulen und der Berkümmerung der gewerblichen Grundschulen immer weiter verschärfen.

Das Ziel der Daugewerkschulen ist vornehm­lich auf die Ausbildung von Technikern für den mittleren Staatsbaudienst gerichtet. In Anbetracht der zur Zeit und auch in der nächsten Zukunft darniederliegenden Dautätigkeit ist eine Bau- aewerkschule mehr als ausreichend, um die Be- oürfniffe des Landes mit mittleren Daubeamten zu befriedigen. Keinesfalls kann es den Forde­rungen der Zeit nach Sparsamkeit auf allen Ge­bieten angemessen fein, wenn der Kreis stellen- lvfer Techniker infolge Massenheranbildung dauernd vergrößert wird, zumal dadurch als nächste zur Zeit schon vorhandene Folge die besten Kräfte vom Handwerk abgelenkt werden.

Es wird in letzter Zeit viel geschrieben und geredet von der Erziehung der gewerblichen Ju­gend zu produktiven Arbeitsleistungen und ihrer Ertüchtigung zu Qualitätsarbeiten, die auch dem Ausland begehrenswert fein sollen. Diese Forde- rung wird nach wie vor sowohl im Handwerk, wie in 5er Industrie von dem Heranziehen des ge­werblichen Aachwuchses durch tüchtige, fachkundige Meister abhängig fein.

Mehr denn je tritt deshalb an Handwerk und Industrie die Forderung der Erstrebung tüchtiger Lehrmeister heran, die neben gründlicher, prakti­scher Erfahrung auch das unentbehrliche theore­tische technische Rüstzeug und Ällssen besitzen, das für den künftigen gewerblichen Beruf Dor- ausfehung ist.

Hierzu bedarf es einer gediegenen gründlichen Schulung, die seither von dem im Lande zerstreut liegenden dreiklassigen Gewerbeschulen vermittelt wurde. Deren Unterrichtsweise ist, abweichend von der der Daugewerkschulen, die alle Schüler nach dem gleichen Schema unterrichten, für die einzelnen Handwerkszweige spezialisiert und findet in handwerklicher Hinsicht eingehendste Ver­tiefung.

Die Gewerbeschulen stehen mit der Praxis und der örtlichen Eigenart des Handwerks in engster Fühlung. Sie erstreben die Heranbildung tüchtiger, Werktätiger Handwerksmeister, Werk­meister, Monteure und Vorarbeiter. Sie erleich­tern und verbilligen den In ihrem Bezirk an­sässigen jungen Handwerkern den Besuch der tech­nischen Fachschulen, der bei entlegenerer Aus­bildungsmöglichkeit angesichts der beträchtlichen finanziellen Opfer dem größeren Teil derselben versagt bliebe. Gegenwärtig befinden sich in Ober­hessen dreiklassige Gewerbeschulen in Gießen, Friedberg, Alsfeld, Aidda und Büdingen. Diese Dänen durch die Errichtung einer Daugewerkschule nicht erseht werden.

Von den für gewerbliches Unterrichtswesen -ur Verfiigung gestellten Staatsmitteln ist seither

Aus dem Reiche.

Die Wirtschaftsbeihilfen.

Berlin, 18. Febr. (Wolff.) Aach Anfragen, die an das Reichsfinanzministerium gerichtet wer­den, wird die fiirzlich veröffentlichte Pressenotiz über die bevorstehende Gewährung von Wirt­schaftsbeihilfen an die Beamten und An­gestellte zum Teil irrtümlich ausgelegt. Zur Klar­stellung wird von zuständiger Stelle darauf hin­gewiesen, daß die Bemessung der Wirtschafts- beihilsen in Anlehnung an die den Arbeitern ge­währten Ueberteuerungszuschüsse derart gedacht ist, daß für je 10 Pfennige Ueberteuerungszuschuß eine jährliche Wirtschaftsbeihilfe von 250 Mark W gegeben werden soll. Beispielsweise würde somit die Wirtschaftsbeihilfe an einem Orte, wo die Arbeiter einen Uebert euerungszuschuh von einer Mark pro Stunde erhalten, auf 10 mal 250 Mk., also auf 2500 Wk. bemessen werden.

Die Bewegung der Visenbahner.

München, 18. Febr. (Wolff.) Die Ver­bandsleitung des Bayerischen Eisen­bahnerverbandes beschloß, den zuständigen Regierungsstellen Berlins eine Kundgebung zu unterbreiten, mit dem eindringlichen Ersuchen, umgehend den Beamten und Arbeitern der Reichsbahn durch eine allgemeine durchgreifende Erhöhung der Gehälter und Löhne, die nicht hinter der Lohnsteigerung für Berg­arbeiter zurückbleibe, ;u Hilfe zu kommen. Aur auf diese Weise und mit ausgiebigen Mitteln könne eine Beruhigung des Eisenbahnpersonals eintreten und eine von neuem geschürte Streik- neigung wirksam bekämpft toerben.

den Daugewerkschulen als Technikerschulen der Löwenanteil zugeflossen, während für bie eigent­lichen Handwerkerschulen der weitaus kleinere Teil verblieb.

Um letztere mit denen 'bet anderen Staaten auf die gleiche Höhe zu bringen, bedarf es, ohne erhöhte Anforderungen an den Staatssäckel zu stellen, entschieden einer Verringerung der Dau­gewerkschulen auf eine dem Lande angepaßte Zahl.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 20. Febr. 1922.

** Zollpersonalien. Durch Ver­fügung des Reichsfinanzministeriums sind fol­gende Oberbeamten der Reichszollverwaltung zu Oberzollinspektoren befördert worden: P. Lohnes zu Gießen und K. Frank zu Friedberg, Vorstände der Zoll­ämter 1. Kl. Gießen-Bahnhof und Friedberg; ferner Fernges und Rvhmann zu Fried­berg, und Schröckert zu Aidda, Vorstände der Bezirks-Zollinspektionen Friedberg I und II, und Aidda. Am Landesfinanzamt zu Darmstadt haben unter Ernennung zu Zoll- praktikanten die 1. Prüfung für Ober­beamten der Zollverwaltung bestanden: L. Berndt, H. Bollmann, O. Köhler und W. Lepper, sämtlich zu Gießen. An dem Mitte Januar d. I. beendeten Kur­sus an der Hauptlehranstalt für Zollbeamte zu Frankfurt a. M. haben unter Ablegung der Schlußprüfung teilgenommen: Zollprakttkant W. Stock und Zollsupernumerar Franz Volkmann am Hauptzollamt zu Gießen. Eingetreten in die Zollverwaltung sind als Zollsupernumerar die Abiturienten Th. Rühl zu Gießen und R. von Daßhuisen ßu Dad-Aauheim.

** Zulassung zum Vorbereitungs­dienst für bie Oberjustizsekretär- Prüfung. Aach einer Bekanntmachung des Mi­nisteriums der Justiz kann Anfang Mai b. Js., eine beschränkte Zahl von Justizanwärtern zum Vorbereitungsdienst für bie Oberjustizsekretär­prüfung zugelassen werben. Gesuche nebst Ab­gangszeugnis einer Realschule mit siebenjährigem Kursus oder dem Aachweis der Reife für bie Unterprima eines Gymnasiums, Realgymnasiums ober einer Realschule sowie Leumundszeugnis und Aachweis des Besitzes der Reichsangehörig­keit sind bis zum 24. April d. Js. bei dem Mini­sterium der Justiz einzureichen, jedoch nicht eher, als die bezeichneten Zeugnisse und Aachweise beigefügt werden können. Die einstweilige Ein­reichung von Gesuchen ohne diese Zeugnisse und Aachweise ist zwecklos, da für die Auswahl der demnächst in den Vorbereitungsdienst einzube­rufenden Justizanwärter der Zeitpunkt des Ein­gangs der Gesuche bedeutungslos ist. Gesuche, denen die Zeugnisse und Aachweise nicht bei­gefügt sind, werden ohne weiteres zurückgewiesen werden.

* Willi Braun war gestern aus München gekommen, um einen lustigen Abend zu geben. Der rührigen Vortragsvereinigung ist es zu danken, daß der vielgesuchte Humorist hier er­schien. Der Künstler selbst konnte seinerseits mit dem gefüllten Saal und dem willigen Publikum zufrieden fein. Man war beiderseits sehr bald in Stimmung. Humor, der aus pumorbegeifter­lern Herzen sprudelt, reiht aber auch aus jeder Stimmung heraus. Willi Braun muhte sogar sich selbst über einen grvhen Aerger Hinweghelfen; denn als Kriegsbeschädigter trägt er eine Pro­these, die gerade gestern zweimal brach; so muhte er auf dem Podium herumhinken, aber man fah nur sein lachendes Gesicht und konnte vor allem von dem ungeheuer beweglichen Mund nicht wegblicken. Der sprach fast noch lauter als das laute Wort. Jas Publikum verstand ihn auch so gut, dah Braun beim Beginn des zweiten Teils schon eigentlich auf Du mit ihm stand. Sehr anzuerkennen ist, dah er die Gefahr des Zweitklassigen", der der lustige Detter Humor ausgesetzt ist, so glücklich umging, was allerdings zu erwarten war bei der starken musikalischen Anlage seiner Kunst, die besonders feine Lieder am Flügel auszeichnete. f

** Der Evang. Arbeiterverein hielt am Samstag im Veceinslvkal feine diesjährige Hauptversammlung ab. Aus dem vom Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht geht hervor, dah der Verein sich auch int abgelaufenen Jahre günstig entwickelt hat. Das Vermögen des Vereins hat sich mit Rücksicht auf die ständig steigenden Ausgaben gegen das Jahr 1920 verringert. Um einer weiteren Minderung des Vermögens vorzu­beugen, wurde, gleichzeitig auch mit Rücksicht auf die in nächster Zeit zu erfüllenden größeren Aus­gaben, beschlossen, den Mitgliedsbeitrag ab 1. Ja­nuar d. I. lauf 4 Mk. vierteljährlich zu erhöhen. Bei den vorgenommenen Wahlen wurde der seit­herige 1. Vorsitzende durch Zuruf wiedergewählt, ebenso die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Arnold, Graulich, Loh, Müller,Weller und Z s ch u n k e. Aeu in den Vorstand gewählt wurden die Herren B r o d m ü 11 e r und Kolbe. Bezüglich der Sterbekasse,wurde beschlossen, die Aufnahme nur bis zum 50. Lebensjahre zuzu- lassen; auch soll der Vorstand die Staffelung der 'Beiträge nach dem Deitrittsalter in Erwägung ziehen. Zwecks Vorbereitung des 30. Stiftungs­festes sott demnächst eine besondere Versammlung stattfinden. Die Vereinbarung mit dem Oberhessi- scheu Samenhaus hier, zwecks günstigen Einkaufs von Samen und Düngemitteln durch die Mit­glieder wird gutgeheihen. lieber die gemeinschaft­liche Beschaffung von Wirtschaftserzeugnissen soll der Vorstand mit der Einkaufsgenossenschaft Braunfels weitere Verhandlungen führen. Es ist dem Verein gelungen, zu dem am Sonntag im JohannessaU stattfindenden Sammer- musikabend eins der besten Gießener Quar­tette zu gewinnen, so dah ein genußreicher Abend bevorsteht. Zur Darbietung gelangen Werke von Haydn, Schubert, Tschafkowskh und Beethoven. Die Veranstaltung ist auch Aichtmitgliedem zu­gänglich.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag: Stadttheater, 8 Uhr: Musikalische Tänze von Erika Hornesser. Astoria-Lichtspiele, ab heute:Der müde Tod" undEwiger Strom". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße, ab heute:Hintertreppe" undDer Schrecken der weihen Holle".

Ter Gießener Konzertverein veranstaltet am kommenden Sonntag sein 8. Kon­zert, das von Professor 53a Uzielli (Klavier) und Em. Feuermann (Cello) bestritten wird. Auf dem

I Programm stehen Sonaten von Beethoven, Reger 1 und Brahms.

Konzerte finden auf Veranlassung des Wartburg-Vereins am Donnerstag den 23. und Freitag den 24. Februar, abends 8 Uhr, im Johannessaal (Südanlage) zugunsten der hie­sigen Kleinkinderbewahranstalt und der Elisa- bethen-Kleinkinderschule statt. Ein aus Damen und Herren unserer Stadt bestehendes größeres Zupf- orchester (Mandolinen, Mandolen, Gitarren), das unter der Leitung von Hans Sonntag-Gießen bereits in kleinen Zirkeln mit großem Erfolg gespielt hat, hat sich in den Dienst der Sache gestellt. Für jeden Abend ist ein besonderes Pro­gramm vorgesehen. Für den ersten Abend hat Fmu Mendelssohn-Mrrtholdy (Rezitationen) ihre Mitwirkung zugesagt, am zweiten Abend wird Herr Wigger-Gießen (Harfe) imit einigen Solls das Programm bereichern. (S. Anzeige.)

Gefährdete Jugend". Aus die Vortragsreihe, die morgen abend 8 Uhr im Ka­tholischen Vereinshause beginnt, seien nochmals Eltern und Erzieher hingewie.sen.

Landkreis Gießen.

kb. "Beuern, 18. Febr. Bei der Ver­steigerung des Bauholzes wurde der vor zwei Jahren höchste Preis für das Festmeter dies­mal noch um 200 Mk. überboten. Auch dieses Jahr erhalten die Haushaltungen vier Raummeter Hartholz, Duchenschett- und Stockholz, zu einem recht billigen Preis zugewiesen.

= Hungen, 20. Febr. Bei einer von aus­wärts stammenden, hier wohnhaften Frau wurde Ende vergangener Woche ein Hamsternest entdeckt. Da sie von den 3 Zimmern und Küche, die sie mit ihrem einen Kinde be­wohnt, ein Zimmer nicht freiwillig iräumte, wurde dieses in ihrer Abwesenheit durchs den Gerichts­vollzieher gewaltsam geöffnet. Tabei wurde em ganzes Warenlager zutage gefördet, u. a. etwa 6 Zentner MelU, 3 Zentner Ackert 1 Kiste Kaffee, Reis, Oel, Konservenbüchsen usw., nahezu 1000 Gläser Gelee und eingemachte Früchte, sowie eine Menge anderer Artikel. Bei den eingemachten Früchten befanden sich Gläser vom Jahre 1914. Don den so aufgespeicherten Waren hätte eine mehrkopfige Familie mehrere Jahre leben können.

kb. Londorf, 18. Febr. Die Holzverstei- gerung am Donnerstag auf derRabenau" hatte eine sehr große Zahl Kauflustiger zusammen­gebracht. Wahrend sonst die Preise billig waren, war der Preis dieses Mal recht hoch. Das Raum­meter Buchenscheit kam auf 500 Mk.; Buchenstvck erzielte bis 250 Mk. für das Meter.

Kreis AlSfeld.

2$. Groß-Felda, 18. Febr. Der hiesige Turnverein, der im abgelaufenen Jahre sein 15jähriges Bestehen feiern konnte, hielt dieser Tage unter dem Dorsih von Schreinermeister Fr. Schüfe r seine von allen Mitgliedern be­suchte Jahresversammlung ab. Der Jah­resbericht des Tumwarts Fr. Müller legte Zeugnis ab von der sehr regen Tätigkeit des Vereins. Beim Bezirksturnfest in Schlitz, beim Gauturnen in Marburg und beim Dereinswett- tumen in Aieder-Ohmen wurden schöne turnerische Erfolge erzielt. Die Mitgliederzahl ist beständig im Steigen begriffen und beträgt jetzt 63 aktive und 14 passive Mitglieder. Die finanziellen Der--, hältnisse sind vorzüglich, so daß man daran denken kann, einen Teil des Dereinsvermogens als Turnhallenbaufonds anzulegen. Be­schlossen wurde, für die im Weltkrieg gefallenen Turner eine © ebenf täfel im Vereinslokal anzubringen. Aach Rücksprache mit Eltern und Lehrern soll, wie in den meisten Vereinen des Gaues Hessen, eine Schülerabteilung gegründet werden. 3m Anschluß an den geschäftlichen Teil hielt Postverwalter U f i ng er einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag überWert und Aotwendigkeit der Tumerei". Einen weiteren« Vortrag überEntstehung und Werdegang der Deutschen Turnerschaft" hat der Redner für die nächste Zeit in Aussicht gestellt.

Kreis Lauterbach.

fpd. Lauterbach, 19. Febr. Die Aerzte des Kreises Lauterbach haben die Kran­kenkassenpraxis für die Mitglieder der Kranken­kasse des Kxeises niedergelegt und behandeln diese nur noch als Privatpersonen. Der Grund dürfte in Streitigkeiten um die Honorarsätze zu suchen sein. Als Gegenmaßnahme empfiehlt die Leitung der Krankenkasse ihren Mitgliedern, die Aerzte nur in Fällen dringendster Rot auf» zufuchen.

-4 Schlitz, 18. Febr. Für die ehemalige Herrschaft Schlitz war der 15. Februar ein Tag dankbar en Gedenkens. Man feierte im stillen den 10 0. Geburtstag des Grafen Carl von Schlitz, genannt von Görtz, der durch seine Taten und Werke in der Er­innerung stets weiterleben wird. Auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge 'bat er großes geleistet. Die Spuren dieser «Tätigkeit werden heute noch angenehm empfunden. Sein Wirken erstreckte sich aber über die Grenzen des Schützer Landes, Graf Earl war längere Zeit hessischer Gesandter in Berlin, von 1868 ab ferner Kommendator des Johanniterordens. Im Kriege 1870/71 übte er eine aufopfernde Tätigkeit als General-Etappen-Dele» giertet in der freiwilligen Krankenpflege aus. 1874 wurde der Graf Präsident der Ersten Kam­mer der Stände. Er ist auch schriftstellerisch tätig gewesen. Sem Hauptwerk, in dem er seine Reise um die Welt 184447 anschaulich und fesselnd beschreibt, erlebte zwei Auflagen und wird noch heute gern gelesen.

Kreis Schotten.

a. Ober-Lais, 18. Febr. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen- Clubs unternahm mter Führung von V. H. C.° Bruder Schmidtberger bet starker Betei­ligung feine zweite Wanderung nach D ltkhards. 5er Weg führte zunächst über Glashütten und das Riddern", wo V. H. C.°Bruder Dinges- Glas­hütten ein sehr interessantes Stück Urwald geigte (das Alter der Bäume wird auf 300400 Jahre geschäht), nach dem großen See bei Gedern. Von hier ging es über den vollständig zugefrorenen See dem Wanderziel entgegen. Herrlich war der Blick, der sich auf der Anhöhe kurz vor Burkhards auf das im Sonntagsfrieden liegende Dorf und auf die Herchenhainer Hohe dem Auge bot. "Bei V. H. C.-Bruder Gastwirt S ch m i b t erwartelen bereits einige Mitglieder des Zweigvereins Herchenhain die Wanderlustigen. 3n Verhin­derung des Vorsitzenden dieses Vereins, des Lehrers Bernhard - Sichenhausen, begrüßte D.H.C.-Bruder Lehrer Ludwig-Burkhards den Aachbarverein. Bei weiteren Ansprachen von Lehrer Dauer und Pfarrer Weidner -Ober- Lais, die in ehrenden Worten des m Kürze aas dem Vogelsberg scheidenden Lehrers Ludwig gedachten, der nach 42jähriger Lehrtätigkeit tm

Vogelsberg, darunter 20 Jahre in Ober*Lais, in den wohlverdienten Ruhestand tritt, wurde man­ches heimatliche Dollslied gefangen, so daß der Äachmittag in schönster Weise verlief. Gegen 8 Uhr wurde der Heimmarschi angetreten, der bei hellstem Mondschein über den Weiler Streithain ging. Obwohl fast 6 Stunden marschiert wor­den war darunter oft über vereiste Wege kamen alle Teilnehmer der Wanderung wohl­gemut zu Hause an. Lluch diese Wanderung, durch die viele ein Stück unserer engeren Umgebung näher kennen lernten, hat die U^mderlust und Heimatliebe aufs neue geweckt.

Kreis Friedberg-

2). Friedberg, 19. Febr. Während in den meisten Städten zur Zeit größte Brennstoff not herrscht, konnte unsere Orts kohlen st eile die Bevölkerung durch eine Bekanntmachung ange­nehm überraschen, nach der jeder Familie zwei Zentner Brennholz zugeteilt werden und zwar zu dem Preise von 16,75 Mark pro Zentner. 5er Kommunalverband Friedberg hat ^ib 20. Fe­bruar folgende Brotpreise festgesetzt für den Laib Brot zu 1900 Gramm 12,10 Mark, für den 850-Gramm-Laib 6,05 Mark.

2$ Dad-Aauheim, 18. Febr. Bei der Holzversteigerung im Stadtwalde wurden sehr hohe Preise erzielt. Für hundert Eichen­wellen (Astholz) wurden bei Beginn der Derstei- gerung 700 Mk., zuletzt aber 1000 und 1200 Mk. bezahlt. Die besseren Wellen, die etwa 23 Meter Stammholz enthalten, kamen bis zu 1400 Mark. Zwei Raummeter Eichenscheiter und Eichenknüppel standen sich 1200 bis 1400 Mk. Es wurden durch­weg die drei- bis vierfachen Preise des vorjährigen Holzverkaufes im Stadtwalde erzielt. Zur Der- fteigerung waren nur Ortsansässige zugelassen. Die Holzversteigerungen in den staatlichen Wäldern am Johannisberg und Winterstein finden erst später statt. Soweit in den Taunusgemeinden schon Versteigerungen abgehalten worden sind, zeich­neten sie sich durch starke Kauflust der zahlreich anwesenden Steigerer und ungeahnt hohe Preise aus.

Dortelweil, 18. Febr. Der Gesang­vereinLiederzwei g, wohl der älteste der ländlichen Vereine der Wetterau, feierte fein 60jähriges Bestehen durch einen wohl- gelungenen Festabend.

2$. Steinfurth, 18. Febr. Der hiesige Volksbildungsverein, der sich unter rüh­riger Leitung um gute Unterhaltung für die länd­liche Bevölkerung bemüht, veranstaltete einen Rezitation s- und Liederabend, für den Herr Hellborn vom Gießener Stadttheater ge­wonnen war. 5>ie Vorträge des Künstlers fanden großen Anklang und dankbare Aufnahme. 5>em hiesigen Turnverein wurde die Abhaltung des diesjährigen Dezirkstumfestes im 5. Bezirk des Gaues Hessen übertragen.

2$. Aus der We11erau, 18. Febr. Die reichenAiederschläge der zweiten Winter- hälste haben dem Boden endlich die Winter­feuchtigkeit gebracht, die Grundbedingung für eine gute Ernte ist. Schon vor dem letzten Frost formte bei Grdarbeiten festgestellt werden, daß das Wasser bis zu 1,60 Meter in die Tiefe eingedrun- gen war. Die gegenwärtige Schneeschmelze wird dem Boden noch weitere Wassermassen zuführen. Der Landwirt hat nun berechtigte Hoffnung, mit einer guten Futterernte zu rechnen. Das zeigt sich schon darin, daß er sein Vieh jetzt wieder mehr zurückhält und bis zum ersten Grünfutter durch- zubringen sucht. Händlern und Metzgern fällt es schon wieder schwerer, Rindvieh zum Schlachten aufzukaufen. Mancher Landwirt muß jetzt zu seiner Betrübnis feststeNen, daß die Winter­saat den harten Frost nicht in allen Fluren gut überstanden hat. Es liegt daran, daß viele Aecker, von denen der Schnee weggeweht worden ist, während der kalten Tage nur eine geringe Schutz­decke hatten. Die zugrunde gegangenen Pflänzchen lassen sich leicht erkennen. Beim Anfasfen losen sie sich vom Wurzelhals glatt ab. Die sehr früh gesäte und schon stark entwickelte Frucht, dann aber auch die ganz spät gesäte Frucht (hier und da wurden noch um Weihnachten Weizenäcker ausgestellt), die sich jetzt erst im Stadium des Keimens befindet, haben am wenigsten unter dem Frost gelitten. Auf ihrer Heimreise nach dem Aorden zeigen sich, von Süden kommend, seit diesen Tagen dem aufmerksamen Beobachter die ersten Schnee- gans-Züge. 5>er Bevölkerung ist das ein Zei­chen dafür, daß die Macht des Winters gebrochen und der Frühling im Anzug ist.

Starkenburg und Nheinhessen.

Worms, 19. Febr. Eine Viertel- millivn Oltarf für 2 Rennpferde erhielt der Besitzer des hier in den letzten Tagen gastie­renden Zirkus Holzmüller geboten. Der glück­liche Inhaber verlangte jedoch noch mehr.

Kreis Wetzlar.

fr. Krofdorf, 19. Febr. Die Aeu- Verpachtung bet verhältnismäßig klemm Launsbacher Gemeindejagd bracht' 14 000 Mark. Meistbietender blieb Fabrikant Rinn aus Heuchelheim. Mit ben Vorarbeiten des von dem hiesigen Turnverein beschlossenen Baues seiner Turnhalle wird, sobald es die Witterungsverhaltnisse zulassen, begonnen werden. Ter Platz ist bereits gesichert, und mit verschie­denen hiesigen Handwerksmeistern sind Verhand­lungen zur Uebernahme der notwendigen Arbeiten eingeleitet.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 18. Febr. Der Schmuckwarenhändler Bernhard D i s s i n g e r aus Pforzheim ist wegen Betrugs in Höhe von 6 Millionen Mark fest- genvmmen worden. Er hat 1921 als Vertre­ter von mehreren Pforzheimer Bijouterie- waren-Fabrikanten Wäre im Werte von 10 Millionen Mark bezogen und die ganze Ware für ein Drittel des Wertes an den ebenfalls festgenommenen polnischen Staatsangehöri­gen, Juwelenhändler PH. Ehrlich hier, ver­äußert. Dissinger leistete ab und zu Teilzah­lungen an seine Lieferanten und erhielt immer größere Posten Waren geliefert. Dabei gab er an, die noch nicht bezahlten Waren seien noch in Kommission, obgleich er sie schon an Ehrlich hier als Altmetall verkauft hatte. Der Schaden beläuft sich auf 6 Millionen Mark.

fpd. Kassel, 19. Febr. Bei der Rückkehr von der Entemagd rutschte bei Veckerhagen ein Jäger aus. Die Flinte entlud sich, wobei die ganze Schrotladung einem Forstreferendar in den .rechten Unterschenkel drang- Der Schwerverletzte | wurde dem hiesigen Krankenhause zugeführt.

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