unter auch mit dem Gesetz Wer die Zwangs- Anleihe.
Die GrnShrungSpolitik.
Berlin. 18. Dez. (WTB.) DieErnäh- rungS - und LandwittschaftSmini- fterderLänder sind heute im Gebäude des vorläufigen RelchSwirtschaftSrateS zu einer Konferenz zusammengetreten. Der Bors tzende. Reichsminister Dr. Luther, führte in seiner Begrüßungsansprache aus. er habe die Amtsführung in der Weise begonnen, daß er sich sofort mit den Organen der Erzeuger und Der- draucher sowie mit den politischen Parteien in Verbindung setzte. Gr begrüße es besonders, jetzt auch gleich mit den Ressortministern der Lander eine eingehende Aussprache über die dringendsten Fragen der Gegenwart und der kommenden Entwicklung zu haben, die er angesichts der allgemeinen Rot als besonders wichtig ansehe. 3n ausgedehnter sachlicher Aussprache wurde dann die Frage der B r o t - und Milchversorgung behandelt, eingeleitet durch ein eingehendes Referat des Geheimrats Professor Dr. Hansen-Berlin. Sehr ausführlich wurde alsdann die Frage der Zuckerversorgung besprochen. Die MöglichkeiteneinerProduktionö- förderung sollen auf einer in Kürze einzuberufenden Konferenz in Merseburg behandelt werden.---
Aus dem besetzten Gebiet.
Worms. 18. Dez. (WTB.) 3n ein-'r stark besuchten Versammlung derDrutschenDolks- partei, in der Reichstag .abgeordneter yfarter Dr. Lutherdie Hauptrede hielt, kam es zu ei. er großen Kundgebung für das Deutschtum Rheinhessens und zu einem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zum deutschen Vaterland. Der zweite Vorsitzende des Kreisverbandes Worms der D. V. P.» Frhr. Ludw. Heyl zu Herrnsheim, erinnerte in einem geschichtlichen Rückblick an die früheren Beweise standhaften Festhaltens am Deutschen Reich, die Worms und die rheinhessischen Lande in vorbildlicher Art bei jeder Gelegenheit gegeben haben, und gelobte unter begeisterter Zustimmung der Versammlung, daß Rheinhessen deutsch sein und bleiben will heu e und immerdar. Mit jubelnd aufgenommenen Hochrufen schloß die eindrucksvolle Kundgebung.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 19. Dezember 1922.
Erne Stadtverordneten-Titznust firÄet am nächsten Donnerstag, 21. Dezember, nachmittags fünf Ahr im Stadtverordne.err- Sitzungssaale statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Vorlagen:
Erhebung einer Müllabfuhrgebühr. — Erhebung einer Straßenreinigungsgebühr. — Erhöhur^ der Hunde st euer. — Deitragsleistun^: a) an den Deutschen Städte- tag, b) an den Heilstätten verein in Hessen, c) an den Verein für Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik, d) an den Verband Hess. Derkehrsver- eine, Sitz Auerbach i. H., e) an die Vereinigung Deutscher Wohnungsämter, f) an die Vereinigung Hess. Wohnungsämter, g) an den Deutschen Verein für werttätige Erziehung, h) an den Deichsverband Deutscher Einigungsämter. — Herstellung einer Telephonanlage im Amtszimmer des Stadtschulrats; hier: KreditbÄvilligung. — Beschaffung von Werkzeug für den Werkunterricht: Mer: Kreditbewilliguna. — Schulgeld der höheren und erweiterten Mädchenschule im Sctmljahr 1922 l5. S chu lgeldrate). — Erhöhung der Löhne für die städtischen Arbeiter; hier: Kreditbewilligung. — Teilweise Einstellung des Strahenbahnbetriebs. — Daugesuche: a) Errichung eines Deamtenwohnhauses an der Withelmstraßr durch den Hessischen Staat; hier: Befreiung von Bauvorschriften, b) Reu bau eines Physiologischen Institutes; hier: Befreiung von Bauvorschriften, c) Baugesuch des Otto Göbel für Sonnenstraße 3; hier: Befreiung von Bauvorschriften. d) Einfriedigung des VorgeländeS an der Rvdheimer Straße vor dem Hause Schützen- firaße 2. — Vergrößerung des städtischen Pflanz» garteirs auf dem Grundstück Flur XIX Rr. 8 an der Marburger Straß?. — Erhöhung derW i e g e- ^ebühren. — Verbesserung der Schallwirdmg im Sitzungssaal der Etadtverordneten-Verfamm- luna — Reuregelung dec Straßenkosten- beiträge. — Kreditbewilligungen: a) für die Instandhaltung der Gebäude auf der Liebigshvhe. b) für die Beschaffung von Dienst kleide rn bzw.
Die Herweghs.
Eine rechtsrheinische Geschichte von L i e s V e t Dill.
65. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Der Schreiber wies sie in ein Zimmer, in dem ein jÄnger Schreiber die Aktenr^ale durchstöberte, was ihr em unbehagliches Gefühl verursachte. Das dritte Zimmer war leer.
„Gehen Sie nur hinein," sagte der Schreiber, der sehr beschäftigt schien, „der Herr Doktor wird gleich kommen, er ist mal fortgegangen, das Haus hat nämlich zwei Ausgänge.
So sieht es auch aus, dachte sie, und sie faß sich um. In diesem Alkoven schlief er jetzt, in diesem dunklen Loch. Auf dem gedeckten Tisch lag ein Kragen, an dem noch eine blaue Krawatte hing, daneben ein Stapel Broschüren. „Die verbrecherische Anlage", „Lieber die Formen der krankhaft moralische Abartung", „Behandlung der Paralyse".
Gott steh' mir bei, daß ich ihm alles sagen kann, wie es für ihn und feine arme Mutter am besten ist, dachte Fräulein Schmidt, der die Knie zitterten. Hinter dem Büfett standen unausgepackte Bilder, und an Sesseln und Sofas hingen noch die Preiszettel. Die Möbel schienen alle von dem Packer so abgestellt zu sein, und die Fenster machte wahrscheinlich frier Den ganzen Tag feiner auf, denn alles war blau von Rauch
An der sonst kahlen Wand hing ein gerahmter Spruch.
„Lind werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird Euch frei machen."
Es war sein Konficmationsspruch. Er hatte ihn sich aus den Trümmern seines Hauses gereitet. Nebenan war die Ausstellung. Sie klinkte leise die Tür auf. Vom hellem Sonnenschein, der diesen Raum erfüllte, geblendet, erblickte sie den trunkenen Silen, die belgischen Pferde und die
Stoffen der Gießener Freiw. Feuerwehr, cf) für die Beschaffung von Leder zur Anfertigung von Kanalstiefeln, d) Beschaffung von Ersatzteilen und Gummi für die Kraftwagen. — Benennung von Straßen. — Gewährung von zinslosen Pflicht- dai lehen: a) für das Beamtenmiethaus des Hessischen Staates in der Senckenbergstraße, b) für die Einfamilienhäuser der Baugenossenschaft 1894, c) für die Häuser in der Gnauthstraße. — Bewilligung eines städtischen Zuschusses au den vom Reich und Land zur Verfügung gestellten Mitteln für die Klein centnerfürforge. — Ge° suche um Erlaubnis zum Betriebe einer Schank- Wirtschaft: a) des Viktor Fritz für Lindengasse 2 (Frankfurter Hof), b) des Friedrich Greilich für Klinikstraße 21, c) der Frau Minna Soldan für Reustadt 78, d) des Karl Rösinger für Textors Terrasse, e) des Theodor Lehrmund für den Verkauf von alkoholfreien Getränken im Wasserhäuschen am Reuenwegertor. — Erhöhung der Ge -- bührenimSchlachthof. — Die Verhältnisse des Stadttheaters; hier: Aebernahme des Fehlbetrages aus den Geschäftsjahren 1913 bis 1920 usw. — Mitteilungen.
Das Notgeld der Provinz Oberhessen.
Das KreisamtGießen bittet uns um den Abdruck folgender Aufklärung:
Nach uns gewordenen Mitteilungen wird seit einigen Tagen die Annahme des Rot- geldes der Provinz Oberhessen sowohl von feiten der Bevölkerung, wie sogar von dienstlichen Kassestellen abgelehnt, anscheinend deshalb, weil auf den Rotgeldscheinen die Gültigkeitsdauer bis zum 30. November angegeben war. Es ist bereits in den Amtöverlündigungsblättern darauf hingewie- sen, daß die Amlaufzeit des Notgeldes verlängert worden ist und daß das Ende der Umlaufzeit später bekanntgegeben wird. Wenn gleichwohl jetzt Schwierigkeiten bei der Anbringung des Notgeldes bestehen, so dürften sie darauf zurückzuführen sein, daß die Bekanntmachungen in den Amtsverkündigungs-- blättern nicht genügend durchgedrungen sind. ES sei deshalb auch an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß das Notgeld der Provinz noch so langeGül- t i a k e i t besitzt, bis die B e e n v i g u n g d e r Gültigkeitsdauer ausdrücklich bekanntgegeben wird.
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** Amtliche Personal nachrichten. Ernannt wurden am 7. Dezember der ©traf« anstaltsober Wachtmeister an der Ze lenstrafanstalt Butzbach Franz Wolf zum Strasanstaltsoler- Wachtmeister an dem Landeszu hthaus Marien- schloh, und der Etrafansta t o erara f-tm i te: an dem Landeszu ht;auZ Mariensch oh Ern t Jo"; an W o r r e t zu n Strafanfia.t.o^erwachtmei.le ■ an der Zeltenstrafcmstait Buh ach, beide mit QBir ung lvom 1. Januar 1923 an; am 11. Dezember der Mi- nifterialamhnann im Minister u n deZ Innern Re- gierungsvat Dr. Walter Heinemann mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 an zum ständigen Hilfsarbeiter bei dem Staatspräsidenten mit der Amtsbezeichnung Legationsrat; am 12. Dezember der Legationsrat Robert Freiherr Löw von und zu Steinfurth in Darmstadt zum Regierungsrat bei dem Ministerium des Innern mst Wirkung vom 1. Oktober 1922 an. — Am 11. Dezember 1922 wurde der Forstwart der Kvmmu- nalforstwartei Stammheim (Oberförsterei Srieb» berg) Wilhelm Karl Schneeberger u Stamm- Heim unter der Amtsbezeichnung „Former" vom 1. Juli 1922 ab In den Staatsdienst übernommen. — Die Stelle eines geschästsleilenden Iusti^- inspektors bei dem Amtsgericht Schlitz ist mit Wirkung vom 1. Januar 1923 ab zu besetzen. Meldungen sind bis Ende Dezember 1922 frei tcm Justizministerium einzureichm — In drn Ruhestand versetzt wurde am 12. Dezember der O''er- justizinspektor bei dem Amtsgericht Sch itz Johann Georg Gölz auf Rachsuchen vom 1. Januar 1923 an unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste.
** D i e hessische zweite Verwal- tungsprüfuna bestand Stadt-Oberfekretär R o t h a m e l hierielbft.
"Die Löhne der Bauxitgrubenarbeiter. Vor dem Staatskommissar für die toi tschaftliche Demrbilmachung lvurde am Freitag über Lohnfragen der Bauxitgrubenarbei er, die zwischen dem Verband der B^rgarbei er Gictzrn einerseits und der Bereinigung Hessischer Dauxit- gruben, Bauxittoerke A-G, Gewerlshaft Rabenau und Oberhessische Grubengesellschaft, anderseits erörtert wurden, verhandelt. Es kam folgende rechtsverbindliche Derelnba-
Rymphe. Du lieber Gott, weniger konnte man wirklich nicht an haben, und dazu im Freien.
„Verkauft", ftand darunter. Ra ja.
Aber wer sollte diesen abgezehrten heiligen Hieronymus mit den abstehenden Ohren, der an den unnatürlich roten Baum gebunden war, wohl kaufen?
Eine Tür klackte.
„Fräulein Schmidt! Wie kommen Sie denn hierher?" rief eine fröhliche, Helle Stimme. Sie fühlte sich umfaßt und herum gewirbelt, daß ihr fast der Sonnenschirm zerbrach.
»Ernst! Sind Sies wirüich?"
„Ja, ich bin's." Blond und groß mit blitzenden blauen Augen stand Herwegh vor ihr. Die Sonne leuchtete auf seinem Haar, und über seiner ganzen Erscheinung lag etwas Strahlendes. Eine Veränderung war mit dem ganzen Menschen vorgegangen. Das Scheue, Gedrückte war verschwunden, er war wieder der Jungs aus der Mainzer Straße mit der roten Priinanermühe. Er lieh sie gar nicht zu Worte kommen.
„So, jetzt fetzen Sie sich erst mal," er drückte sie auf- Sofa. „Wir trinken zusammen Kaffee und Sie müssen erzählen. Ich habe Sie ja solange nicht gesehen. Wie freu' ich mich, wie freu' ich mich," fang er und schwang eine Klingel. Ein kleiner Schreiber erschien.
„Also, Paul, fliegen Sie man rasch herüber zum „Venusberg" und bringest Sie Kaffee, viel, schvarz und heiß, und dann Mohrenköpse, Schillerlocken und Speckkuchm, einen ganzen Turm!"
Der Schreiber flog.
Er nahm der alten Dame den Hut vom Kopf, daß die Radeln herausflogen.
„Sehen Sie, wenn ich früher jemand zu Gast haben wollte, es war eine Liebhaberei von mir, wie der Mensch ja meist aus schlechten Angewohnheiten besteht, mußte ich erst fragen, ob es der Gnädigen paßte und die Köchin guter Laune war. And wenn er dann kam, dann paßte er nicht, weil er einen Bart hatte, oder man hatte
ru n g zustande: „In Erledigt!irg des Schieds- spruches des Sch'.ichtungsausschusses Gießen vom 1. Dezember 1922 toerben die Löhne für Monat Dezember ab 1. Dezember 1922 um 50 Prozent auf die bestehenden Rovemberlöhne erhöht. Ferner wird ein (einmaliges) Weihnachtsgeld bis spätestens 20. Ifb. Mts. in Höhe von 2750 Mark für Verheiratete und für Ledige 2200 Mark, gestaffelt, für Jugendliche bis 100j Mark gexaljlt. Die dreimalige Lohnzahlung wird vorläufig zurückgestellt Dagegen soll ein größerer Vorsc^th zur selben Zell tote seither gezahlt werden."
** Anlagemusik findet morgen, Mittwoch bei günstiger Witterung mittags 12 Ahr durch die Kapelle des 1. (Hessischen) Grenadier- Bataillons, 15. Infanterie-Regiments, am Lle- bigdenkmal statt. Die Musllfolge wird sein: 1. Wachtparade am Weühnachtstag von A. Kö- del, 2. König Heinrichs Aufruf und Gebet aus der Oper „Lohengrin" von Rich. Wagner, 3. An der Weser! Lied von E. Pressel, 4. Walzer nach Motiven aus bet Operette „Frühlingslüft" von O. Strauß, 5. Von Dvnnop! Marsch von 21. Rust.
** Diebstahl. In der Rächt zum 16. Dezember wurde aus einem Garten in der Ederstraße, nahe des Bahndamms, ein Hand- leiterwagen entwendet. Der Wagen war früher blau gestrichen. Die Farbe ist verwettert ^nd nicht mehr ersichtlich. Die Leitern sind etwa 1,20 Meter lang. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Krimi- nalabteilung entgegen.
** Se ft genommen wurden ein Lumpen- und Eisensammler und ein Gelegenheitsarbeiter von hier, die der Bahnverwaltung für mehrere tausend Mark Eisenmaterial entwendet hatten.
** Der Kr leger verein Gießen hofft, wie er uns mitteitt, mit Anterstützung seiner Mitglieder den notleibenben Kameraden und den Krieger Hinterbliebenen eine Weihnachtsfr ude bereiten zu können. Er will dafür, un) auch im Hinblick aus die traurigen Zellverhältn.sse und die Slot weiter Volkäkreise, von der Abhaltung einer Weihnachtsfeier absehen.
** Anfall,Anfallverhütung und Anfallentschädigung. Der 5. Vortrag beschäftigte sich mit verschiedenen, in gewerblichen Betrieben entstandenen Verrenkungen des Ellenbogen-, Schulter-, Knie- und Hüftgelenkes und mit den dabei erforderlichen Hilfeleistungen. Dann wurden durch Maschinengewalt und Transmissionen erzeugte Verstümmelungen einzelner Finger und ganzer Gliedmaßen an Lichtbildern gezeigt. — Aebergehend auf Anfallbeschädigungen des Auges demonstrierte der Vortragende zunächst den Dau desselben an einem Präparat, zeigte am Lebenden, wie man unter die Lider gelangte Fremdkörper entfernt, und erklärte am Lichtbild die Aufsuchung von Cisensplitiern und die Beseitigung derselben mittels des Augenmagneten.
•• Zugverkehr Lollar —Wetzlar. Vom 2. Januar 1923 an wird der Personenzug 3106 Lollar—Wetzlar durchweg drei Minuten früher gelegt, d. t Lollar ab 12.50 n., Wetzlar an 1.38 r.
** Wartburg-Verein. Eine ausgezeichnet angelegte und vortrefflich gelungene Weihnachtsfeier vereinigte am Sonntagabend die Mitglieder und Freunde des Wartburg-Vereins in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Dank der hingebenden Bemühungen der diesmal ganz auf sich allein gestellten Wartburgjugend konnte man dort einige recht genußreiche Stunden verleben. Das Programm bot eine reiche Fülle von abwechslungsreichen Vorträgen; neben musikalischen Darbietungen der Hauskapelle standen gute, beherzigenswerte Ansprachen, Deklamationen, gemeinschaftliche Gesänge von Weihnachtsliedelm, die Aufführungen eines Weihnachtsmärchens, eines Dolksspiels und eines Reigens und turnerische Vorführungen. Es würde zu weit führen, hier auf Einzelhmten des Gebotenen einzugehen, nut die Tatsache sei öftenllich festgestellt, daß alle Mllwirkenden ihre Aufgabe glänzend erfüllten und sich um die vorbildliche Feier sehr verdient gemacht haben. Mit besonderer Aner^nnung sei noch der außerprogvammähigen, in vollendeter Meisterschaft zu Gehör gebrachten Ktavier- barbietung des Pianisten Hahn gedacht. Der in den Schwesternberuf übertretenden Vereinskameradin Frb Richter überreichte die Mädchen- abteilung des Vereins ein finniges Gedenkzeichen an die gemeinsam verlebte schöne VereinszAt. Pfarrer Decker hatte nach dem ausgezeichneten Verlauf des Abends wirllich guten Grund, diese Veranstaltung als einen hohen Gewinn für die Sache des Wrrtburgvereins anzusprechen.
ein Monokel erwartet und es kam einfc Brille. Jetzt pfeif' ich meinem Schreiber und schon ist das Gewünschte da. Sehen Sie!"
Da stand schon das Tablett mit dem Kaffee, der kalten Sahne und einem Kuckenderg, von dem ein ganzes Whistkranzchm gespeist werden konnte.
„And nun erzählen Sie, Fräulein Schmrdt, was macht die Mainzer Straße, was macht das Whistkränzchrn, was machen die Sonntage, und was macht Mama T
Er legte ihr Kuchen vor und goß ihr den Kaffee ein, obwohl fte immer wehrte. „Richt so viel und nicht so voll, Herr Ernst." Ach, da lief er schon in die Antertasse. Er freute sich zu sehr, der gute Junge.
„Die Mainzer Straße ist jetzt eine Sackgasse geworden, seitdem wir den neuen Bahnhof haben, ick komme nicht mehr dort vorbei," sagte Ernst. Ich bin jetzt viel unterwegs, nächste Woche fahre ich nach Ostende, habe dort eine Grbschaitsaus- einandersetzung. Aber erst will ich die Aufführung der „Walpurgisnacht" abwarten, die Mül- ler-Güth singt mit. Früher könnt' ich Mendelssohn nicht leiden, er war mir zu flach, zu süß! TKan urteilt ja meist über Dinge, die man nur halb kennt. Wieviel Weisheit haben wir damals zusammengeredet an den Sonntagnackmittagen, wissen Sie noch? Fasan mit Ananas und belgische Dergarbeiterlvhne, Puter mit Trüffeln und Anarchismus von Herrn Kollin, uttb beim Sekt: Es lebe der Kaiser, Hurra. And dann fangen wir: Zieh' nicht an den Rhein, mein Sohn ... na, Prost."
Sie stießen mit den Tassen an. Dann sah er plötzlich vor sich hin und war still.
Eine Tafchrnuhr, die irgendwo frerumtag, tickte fein und bell, und ebenso rasch fühlte Fräulein Schmidt ihr Herz gehen.
„Ja, Ernst," sagte sie, „eS ist vieles anders gekommen, und wir sind grau darüber geworden. Sie und ich. Bei mir ist das kein Wunder, aber für Sie ist es noch früh."
Boruotizen.
— Tageskalender für DienstaA Stadttheater, 7 Ahr: .Wallensteins Tod". — Lichtspielhaus, Dahnhossttaße: „Der Gang durch dir Hölle" und „Haben Sie etwas dagegen?"
— Aus de in Stadttheaterbureau. Bei der Erstaufführung des Schwankes „Dis Hamburger Filiale" am morgigen Mittwoch wird der Verfasser, der bekannte Schwank- dichter Kraatz, selbst zugegen sein.
Wettervoraussage
Bei westlichen Winden hält das milde, regnerische Wetter an. — Der starke Tiefdruckwirfiel liegt noch immer an derselben Stelle. Der Transport warmer ozeanischer Luft weit über das Festland Hin hält an.
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 18. Dez. Im Anschbrß <m bte gestrige Wahl zum Landeskirchentag, an ter sich ztvei Drittel der Wahlberechtigten beteiligten, sand durch Zuruf die Wahl der Vertreter zum Dekanatstag statt. Ansere Gem?.inde ist im Dekanat die einzige Landgemeinde, die zwei Vertreter zu wählen hat. Gewählt wurden Wilhelm Schäfer II. und Heinrich Weller XU., zu Stellvertretern Kaufmann Ludwig Kirchner und Postsekretär i. R. Heinrich Langohr.
* Garbenteich, 18. Dez. Am Sonntag veranstaltete die Liga zum Schutze der deutschen Kultur in Verbindung mit dem hiesigen Vollsbildungsverein einen Märchen abend für groß und klein Die Rezitationen des Herm Bergmann nach dem Grimmschen Originaltext wurden sehr wirkungsvoll ergänzt durch tadellos zur Vorführung gebrachte LichL- und Schattenbilder nach Originalzeichnungen deut» scher Künstler. Auch trugen Liedervorträge hiesiger Schulklassen sehr zur Verschönerung deS Abends bei.
gbg. & r ü n b e r g, 18. ®ej. Das Kreisamt hat das von der örtlichen Wahlprüfungskonv' Mission fest gestellte Ergebnis der Gemeinderatswahl beanstandet. Rach seiner Ansicht hatten die bereinigten Listen I (Vereinigter Volkswille) und II (Gerechtigkeit) nur fünf statt sechs Sitze erhalten dürfen, während der Liste III (Dürgerverein) ein vierter Sitz zufallen müßte. Hebet die Beanstandung wird demnächst der Krllsausschuß in öffentlicher Sitzung zu entscheiden haben. Die Kommission hatte der Vorschrift zuwider die verbundenen Listen I und II nicht als einen Wahlvotschlaa betrachtet. Eine Anfechtung der Wahl aus der Wählerschaft war ttotz Vorliegens von Anfechtungsgründen nicht erfolgt. Man ist hier der Ansicht, daß auch bei der Behausung von Liste I und II als eines Wahlvorschlags trotzdem sechs Sitze auf diese beiden Listen entfallen werden. — Dem von dem Grün- berget Mieterverein eingelegten Einspruch gegen die Regelung der gesetzlichen Miete hat das Kreisamt stattgegeben und den Gemeinderatsbeschluh als den Vorschriften des Reichsmietengesetzes zuwiderlaufend auf» gehoben.
i. Ettingshausen, 17. Dez. Heute fanden für das Kirchspiel Ettingshausen urtb Hattenrod die kirchli che n Wahlen statt. Die Kandidaten für den Landeskirchentag, Lehrer Herbe r in Saasen und Pfarrer Georgi in Ermenrod, erhielten je 46 Stimmen Bei der Landesliste wurden abgegeben für Vorschlag 5 eine, für Vorschlag 2 zwei und für Vorschlag 8 43 Stimmen. Zum Abgeordneten für den Dekanatskirchentag wurde Bürgermeister Reed in Hattenrod, zum Stellvertreter Philipp Sommer VI. in Ettingshausen gewählt.
Kreis Büdingen.
• Büdingen, 18. Dez. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden zwe. neue Stiftungen aus Amerika bekanntgegeben. Herr Georg Albert in Amerika, ein geborener Düdinger, überwies 1 Million Mark für eine Ka^arrnen-Karolnren-Stistung zum Andenken an seine verstorbene Mutter und Schwester, mit der Bestimmung, daß die Zinsen Armen, Kriegerhinterblielenen, Witwen und Waisen zu-- glte kommen. In Anbetracht seiner mehrfachen penhen für die Armen hat der Gemeinderat den Stifter zum Ehrenbürger ernannt Dr. Carl Mäusert in Amerika, der das Cbülänger Gymnasium besucht yat, hat 100 070 Mark gestiftet, deren Zinsen zur Anterstützung würdiger Düdinger Schüler des Düdinger Gymnasiums verwendet werken sollen.
Heutiger Stand des Dollars
10 Ahr vormittags:
Berlin 7100, Frankfurt a. M. 7100 — 7150.
Er fuhr sich mechanisch durch das volle Haar, das sich an den Schläfen entfärbt hatte.
„Zunächst stecken Sie einmal die Ahr dort zu sich; es ist doch Ihre goldene Konfirmationsuhr vom General, und nachher ist sie weg. Man soll niemand in Versuchung führen. And dann wollen wir einmal miteinander reden wie zwei alte Bekannte."
Er schob die Tasse weit fort, als ob er damit etwas von sich schieben wollte. „Sie gestatten mir doch eine Zigarre."
„Gewiß," sagte Fräulein Schmidt. „Warum nicht? Man fa.in es auch bei einer Zigarre besprechen."
Sie sah ihm zu, wie er das Zimmer nach Streichhölzern durchstöberte, erst auf dem Büfett, dann auf den Stühlen, zuletzt forderte er die Schachtel aus seinem Beinkleid. Als die Zigarre brannte, ergriff sie seine Hand und sagte ihm alles, was sich während der letzten Jahre an Sorge und Kummer, an Mißtrauen, Angst and Mutterliebe in ihrem einsam«! alten Herzen auf- gespeichert hatte.
Er horte ihr nachdenklich zu und spielte mit der Zuckerzange. Als sie von feiner Mutter sprach zuckte es um seinen Mund, und er schloß rasch die Augen, wie um Gefühlen die Tür zu verriegeln.
„And wenn Sie das alles nicht mehr rührt, Ernst, wenn Sie kein Gefühk dafür haben, was es heißt, in diesem Haus zu leben, Ihrem hellen, sauberen Haus von einst gegenüber, und jeden Tag das Schild dort zu lesen, mit „feinem“ Namen — —" Sie mußte Luft schöpfen. Dieses Schild Ehrlick^ erregte sie zu sehr, „so können Sie nicht wissen, was sich alles hier vorbereitet.“
„Wie soll ich das wissen," sagte Ernst, „ich bin ja kaum vier Wochen zurück."
„Lutz ist verheiratet und Liane hat sich Derlobt?
„Liane hat sich verlobt? Sieb 6a.e
(Fortsetzung folgt)
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ss» «mgen (in die »SÄ’ RÄ Milch beantrag' abzulchnen. den i die Derk ffc die ämm 3 L ibg Joly (' tintfl der ZwnM billigung dec M'lch durch Erhöhung de Sie dazu no W^ könne lie M A Mg. Sudel 6o> ftrdern 6k Ichaftung in dem v HelmvU taiari Neumann st' müßten ton der A und ihre Deckung d verbesteuern le.M <W.i: Ss sei eine tunfl, dai! die Tauei tetoittWung fein solle dach die trab« immer verschweigen milcherMgenden @ besten Milchviehs i der Kriegswirtschaft, rächten sich seht. ■ sondern Hebung der fein, dem Regierung, wirtschaft in gem (Bravo! rechts.) - ' die Landwirtschaft j Entente mache es nö land im Stiege g< Ob deutscher oder ft rade oder krumm Einzelnen Leuten, b\ holten, solle man fii ($. 2tyJ: Die erste rt, dir
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* Früher habe i uberM gehabt. Da Jfletn an den toirtfa i ^wirtschaft Mi. wftanbeä ganz auhei sugung gestellt werd wimer aus die Dert« N^rschaftzamte Mchnat m dem jehb dm dem starken Ai LL Rechte Eerpreishz^mr S^le. 2usnuhung yw lemand verbi fe die M Jtttmtteuing einges. 'Wihonieimna L
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