Einzelbild herunterladen

Indessen zu rÄsstn, W bte fvanzösischeRegte- rang, toenn sie auch entschlossen sei, mit Nach­druck die Wahl von London als Konferenzort abzulehnen, die Wahl von Paris nicht zur un­erläßlichen Vorbedingung für ihre Zustimmung zur Abhaltung der Konferenz machen werde. DaSJournal des Debats" fügt hinzu, auf alle Fälle würden die Descklüsse der Vorkonferenz die Regierungen nicht binden und nur als Empfeh­lungen betrachtet werden, über die die Regie­rungen in aller Freiheit sich auszusprechen hätten.

Die Entschlüsse des Sultans.

Konstantinopel, 19. Oft. (WTB.) Der vberste Rat des kaiserlichen Hauses ist gestern nachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten, die unter dem Vor­sitz des Sultans flattfand. Heber das Er­gebnis der Beratungen ist noch nichts bekannt.

Die Türkei und Rußland.

Angora, 19. Oft (WTB) Demnächst wer­den hier Verhandlungen wegen des Abschlusses eines Handelsvertrages zwischen der Türkei und Rußland ausgenommen werden.

Ein deutsches Linienschiff im Stockholmer Hafen.

Stockholm, 18. Oft. (WTB.) Heute vor­mittag traf das deutsche Linienschiff Hannover" hier ein. DieHannover" grüßte dw schwedische Flagge durch Salut, der von der Batterie Kastellholmen erwidert wurde. Nachdem das Schiff bei ©frommen vor Anker ge­gangen war, überbrachte der Vertreter des schwe­dischen Festungskommandanten die Grüße des Kommandanten. Mit einem Teil der deutschen Gesandtschaft an Bord erfolgte dann bei herr­lichem Wetter die Einfahrt in den Stockholmer Hafen. Die Offiziere waren heute bei dem deut­schen Gesandten Radolny zum Frühstück geladen. Die Stockholmer Presse widmet dem Besuch herz­liche Begrühungsartikel.

Aus dem Reiche.

Die Vertagung der Reichsprasidentenwahl.

Berlin, 18. Oft (WTB.) Wie wir er­fahren, haben in der Frage der Wahl des Reichs­präsidenten die Reichstagsfraktionen der Regierungsparteien mit Zu­stimmung der Deutschen Volkspartei und der Bayrischen Volkspartei be­schlossen, int Reichstag einen gemeinschaft­lichen Antrag einzubringen, durch den Ar­tikel 180 der Verfassung dahin geändert werden soll, daß der von der Nationalversammlung ge­wählte Reichspräsident sein Amt bis zum 30. 6. 1925 weiterführt. Der Antrag ist heute abend, unterzeichnet von den Fraktionsvorsihenden ,ber genannten Parteien, dem Reichstag zugegangen.

Revision des Einkommensteuergesetzes.

Dem Reichstag ist eine Novelle zum Einkommensteuergesetz in der Form eines Initiativantrages der sozialdemvkra-- tischen Fraktion zugegangen. Danach soll für die ersten 300 000 Mark an steuerbarem Ein­kommen die Steuer 10 Prozent vom Hundert für weitere 200 000 Mark 15 vom Hundert, für weitere 250 000 Mark 25 vom Hundert, und weiter gestaffelt für jede 500 000 Mark 30, 40, |45 usw., bis auf 60 vom Hundert betragen. Auch die Abzüge werden entsprechend geän--

* Schwierige Lage der Krankenkassen.

Nach einer Mitteilung derDoss. Ztg." sind die Krankenkassen nicht in der Lage, das am 15. Oktober fällig gewordene Honorar den Aerzten auszuzah­len. Es handelt sich um das Entgell für die von Juli bis Oktober geleistete Behandlung, das über 100 Millionen Mark beträgt. Durch die Zahlungsunfähigkeit der Krankenkassen wird die Notlage der deutschen Aerzte weiter gesteigert.

Das Hausgehilfengesetz.

Berlin, 18. Oft. (Wolff.) Der vorläufige Reichswirtschaftsrat beschäftigte sich mit der drit­ten Beratung des Hausgehilfengeseh­en t w u r f e s. In der Abstimmung tourben die Beschlüsse der zweiten Lesung in der Hauptsache aufrechterhalten. § 12. der die Arbeitszeit regelt, erhall entsprechend dem Antrag Mühsam den Zusatz, daß die Arbeitsbereitschaft täglich höch­stens 13 Stunden betragen darf. Darauf wurde dem Gesetzentwurf auch in der Gesamtabstimmung zugestimmt.

Der Berfafsungstag.

Das preußische Staatsministerium wird, den Blattern zufolge, im Reichsrat für die Einsetzung des 11. August als National­feiertag eintreten und sich dafür einsetzen, daß an diesem Tage allgemein in den Reichs­farben geflaggt werde.

Die Anzeigensteuer.

Don deutschnationaler Seite ist im Reichstag ein Antrag eingebracht worden, durch eine Novelle zum Hmsatzsteuergesetz die Anzeigensteuer für Zeitungen und Zeitschrif­ten aufzuheben.

beantworten.

Die Vorlage über Aenderung des Besol­dung s tz e s e tz e s für den Nachtrags­etat für 1 922 geht an den Haushalts- ausschuß

Deutscher Reichstag.

258. Sitzung, 2 Uhr.

Berlin, 18. Oft

Minister Koster erklärte die Bereitwilligkeit Negierung, die Interpellation über die Krawalle am Zirkus Busch und die Not der deutschen Wissenschaft inner­halb der gesetzmäßigen Frist zu ' 3ur Beratung gelangt sodäi

<jur Beratung gelangt sodann der Gesetzen t- wurf, welcher bei Notpfändungen das M Jahreseinkommen

a u fl,0 0 0 0 0 Mark erhöhen will.

2wg Ma lhahn (Komm.) fordert die Er­höhung der Grenze auf 240 000 Mark

Nachdem Reichsjustiztninister R a d b r u ch eine Vorlage über eine Erhöhung der Pfändungs- grenze für Beamte noch für diese Tagung in Aus­sicht gestellt hat wird der Gesetzentwurf dem Rechtsausschuh überwiesen.

Da der Ernährangsmintster noch nicht an­wesend ist, fann das Haus den Gesetzentwurf über die Erhöhung des Getreideumlagepreises noch nicht in Angriff nehmen. Es tritt krnher um 3 älhr eine Pause ein.

Rach Wiedereröffnung der Sitzung begründet Reichsernährungsminister Dr. Fehr die Vorlage, welche den älmlagepreis für das erste Drittel etwa vervierfacht. Diese Erhöhung sei die notwendige Folge der katastrophalen Markentwertung. Ernte und Aus­drusch seien in diesem 3abr ganz außerordentlich verteuert, so daß die Erhöhung auch durch die Steigerung der Produktionskosten geboten sei. Der Minister bedauert, daß der Widersprach der Verbraucher die sofortige Auszahlung der vom Ausschuß erhöhten Preise an die Land­wirte verhindert und dadurch Unzufrie­denheit bei den Landwirten hervorgerufen habe. Mit Zwangsmitteln lasse. sich aber eine bessere Ablieferung des Getreides nicht erreichen. Es komme nur auf den guten Willen der Land­wirtschaft an. Dieser gute Wille sei zweifellos vorhanden. Möge die Liebe zur Arbeit, die die Landwirtschaft beweise, Gemeingut des deutschen Volkes werden. Dann hätten wir den ersten Schritt für eine bessere Zukunft getan.

Abg. Hertz (S.) protestiert gegen die Vor­lage und gegen den vorangegangenen Versuch des Ministers, die erhöhten Preise ohne Befragung des Reichstags durchzusehen. Die Erhöhung sei nicht nötig und werde auch den gewünschten Zweck nicht erreichen: denn die Landwirtschaft werde das Getreide weiter zurückhalten, um Riesengewinne einzustecken, während Millionen deutscher Staatsangehöriger hungern müßten.

Abg. Schiele (Dntl.) sieht in der Rede des Abg. Hertz eine eigenartige Beleuchtung der Re- gierungsfoalition. Wenn man dazu berücksichtige, daß die Sozialdemokratie in den meisten ent­scheidenden Abstimmungen gegen die übrigen Koalitionsparteien gestimmt hat, so erweise sich die llnfähigkeit der Koalitionspolitik. Die Land­wirtschaft wolle keineswegs die ®etreibeumligc sabotieren, aber diese Umlage sei einfach un­erfüllbar. Die fürchterliche Not der Bevölkere . - sei die Folge der maßlosen Erfüllungspolitik. Redner weist dann unter lebhaftem Widerspruch sozialdemokratischer Abgeordneter die Angrifte des Dbg. Hertz gegen die Regierungsvorlage zu­rück. Die Kosten der Brotverbilligung dürften nicht der Landwirtschaft allein aufgebürdet werden.

Die Beratung wird hierauf abgebrochen, die Vorlage aber auf Antrag Schuly-Dromberg (Dntl.) schon jetzt einem Ausschuß überwiesen.

Nach 6 ülhr vertagt sich das Haus auf Don­nerstag 2 älhr. Fortsetzung der Umlagevorlage und Aenderung der Einkommensteuergrenze.

Aus Hessen.

Darmstadt, 18. Oktober. Der Gesetz - g e bu.ng sa u s s chu ß des Landtags beriet heute zunächst die Regierungsvorlage betr. Nieder­schlagung des vorbereitenden Veffahrens gegen den kommunistischen Abgeordneten Ebner- Neu- Isenburg. Da nach Art. 37 der Reichsverfassung fein Mitglied ohne Zustimmung des Hauses, dem er angehört, wegen evtl. «Straftaten verfolgt wer­den kann, wird dem seither üblichen Gebrauch entsprechend das Verfahren gegen den Abg. Ebner, der bei den bekrönten Holzversteigerungen sich des Landfriedensbrachs schuldig gemacht haben soll, einzustellen beschlossen, bzw. die Genehmigung rar Strafverfolgung versagt. Zu dem Antrag des Abg. Kindt und Gen. betreffend die Aus­hebung des Verbots der Regimentsfeiern und die Zusammenkünfte ehemaliger Regiments­angehöriger, von dem Antragsteller eingehend begründet, erklärt die Regierung, daß das vom Reick erlassene Verbot derart gemildert worden sei, daß Versammlungen in geschlossenen Räumen jederzeit und Zusammenkünfte unter freiemHimmel mit besonderer Genehmigung für jeden einzelnen Fall stattfinden können. Die Zulassung der Regi- mentsfeiera im früheren Rahmen sei im Interesse des Schutzes der Republik nicht angängig. Der Ausschuß schloß sich dreser Auffassung an und erklärte den Antrag für erledigt. Zu dem An­trag der Abgg. Rink-Ebner betr. den Aus­tritt aus der Kirche gibt die Regierung die Erklärung ab, daß sie bereit ist, mit Beginn des nächsten Jahres einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Heber die Regierungsvorlage betr. den Entwurf eines Gesetzes über die Errichtung öffentlicher Denkmäler entsteht eine leb­hafte Aussprache, in der sich die Mehrhell der Mitglieder gegen die hierdurch vorgesehene weitere Bevormundung der Gemeinden ausspcicht. Der Entwurf wird dann zurückgestellt, da die Regie­rung zusagt, einen Abänderungsantrag vorzu­legen. Auch die Regierungsvorlage betreffend die Abänderung der Gebührenordnung der Notare wird zuruckgestellt, da die Regie­rung erklärt, daß sie eine der heutigen Geldent­wertung entsprechende Vorlage demnächst dem Hause zugehen läßt.

Aus Stadt und Land«

G i e ß e n, den 19. Oktober 1922.

Unserer Anzeigenkundschast zur gefl. Beachtung.

Infolge der schwierigen Verhältnisse im ZeitungSgewerbe muß der Armahmeschllrß für Anzeigen pünktlich eingehakten werden. Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Aufnahmelag statt; An­zeigen für die Samstagsmrmmer müssen spä­testens bis Freitag mittag aufgegeben sein.

Geschäftszeit

von 812Vr Uhr und von 2S1/2 Uhr.

Verlag des Gießener Anzeigers.

Kostenlose Erholungskuren für Kinder.

Durch Spenden amerikanischer Frauen und Männer deutscher Abstammung in der Stadt Newark war es der Landesversiche- rungSanstalt möglich, im laufenden Jahre schwächlichen Kindern einen kosten- losen Erholungsaufenthalt in dem Kinderheim Newark Einsiedel zu Lindenfels zu vermitteln.

Diese Kuren sollen auch künfttg weiter- geführt werden. ES kommen nut erho­lungsbedürftige Kinder im Alter von

614 Zähren Knaben nicht über 13 Zähre in Betracht. Ausgesprochen kranke oder pflegebedürftige Kinder können nicht auf- aenommen werden. Weiter ist unreinen Kin­dern sowie Kindern, die an ansteckenden Krankheiten leiden, die Aufnahme versagt.

In erster Linie kommen vermögenslose Waise oder Halbwaise und Kinder kinder­reicher Familien, hauptsächlich des Mittelstan­des, in Betracht, die die Kosten einer drin­gend nötigen Erholungskur ihrer Kinder aus dem Einkommen oder Vermögen nicht aufbringen können.

Die Beurlaubung der Kinder vom Schul­besuch ist durch deren Eltern zu erwirken.

Anträge, denen ein ärztliches Zeugnis vorerst nicht beizufügen ist, können bei dem Kreisamt oder den Kreisfürsorgerinnen in Gießen, Schwester Amalie Schmölze, Kirch­straße 5, und Schwester Lotte Eichmeyer, Friedrichstraße 17, gestellt werden.

Gewährung von Stnmpfftrümpfen an Kriegsbeschädigte.

Zu den außergewöhnlichen Bekleidungsstücken, die Beschädigten auf Grund der Verordnung zur Durchführung des § 7 des Reichsversorgungs-Ge- setzes gewährt werden können, rechnen auch Stumpf st rümpfe für Amputierte.

Es können amputierte Kriegsbeschädigte auf Antrag jährlich bis zu 4, Doppelamputierte bis zu acht Slumpfstrümpfe auf Reichskvsten erhalten. Darüber hinaus kann eine Gewährung nur gegen Vorlage der ersatzbedürftigen Stumpfstrümpfe er­folgen, wenn der Facharzt die Notwendigkeit des Ersatzes anerkennt.

Zur Vermeidung von Zeitverlust und unnöti­ger Arbeit ist von einer Vorladung der Be­schädigten durch die orthopädischen Dersorgungs- st eilen bei der Anforderung von Stumpf st rümp­fen nach Moglichkell abzusehen. Der Antrag ist schriftlich oder mündlich bei der für die ortho­pädische Versorgung zuständigen Dienststelle zu stellen.

** Die staatliche Abgangsprüfung bestanden an der hiesigen Vlaschinenbau- schule die diesjährigen Absolventen O. Jakob und B. Schmidt, z. Zeit in Gießen, R. Stuhl und E. Stvckmeher, z. Zeit in Marburg mit der NoteGut", L. Raifler, zur Zeit in Gießen und E. Thörner in Langsdorf mit der NoteGe­nügend".

'* GemeindeabendderMatthäus- Gemeinde Am Sonntag abrnd veranstaltete in der Stadtkirche die Männer- und Frauen Vereinigung der Matthäus-Ge­meinde einen Gemeindeabärd. Heinrich Nau­mann aus Nanzenhausen bei Lohra sprach über »Der große Gewinn in armen Tagen. Naumann ist well über die Grenzen der hessischen Heimat hinaus bekannt als der Eulenlochmann" der Sohnreh'scheu Dorfzeitung. Zahlreiche Sonn­tagsblätter bringen seine Skizzen und Erzählun­gen, die alle die hessische Heimat zum Hinter­grund haben Alles ganz in die Farbe des Christlichen und Dörflichen getaucht, von seltner Wärme und Gemütstiefe, von der prachtvollen Bildhaftigkeit, in der der rechte Bauer noch heute spricht. So gab Naumann in feinem Vor­trag die Wirklichkeit des Lebens, geschaut von einem Dichter, erfüllt von der Lebenserfahrung und Lebensweisheit eines Altgewordenen, die Lebenserfahrung eines hessischen Bauersmannes, der mit hellen und frommen Augen ins Leben schaut und au8 dem Leben feine Lehre zieht. Dis zum letzten Wort lauschte die zahlreiche Zuhörerschaft gespannt dem trefflichen, packenden Redner. Zum Gelingen des Abends tragen bei Frl. Stammler, die mit warmer Tongebung zwei Arien aus Händels Oratorien fang, Frl. Zunke r und Frl. Borger, die Gedichte von Preiswerk und Spitta vvrtrugen, nicht minder der Organist der Stadtkirche, Herr Otto Gör- I a ch. Den Abend eröffnete und beschloß Pfarrer Mahr, der auf die Gemeindearbell der Mat­thäus-Gemeinde hinwies und zur lebendigen Mtt- arbell ausforderte.

** Gepäck-Höchstgrenze in der vierten Klasse. In die Wagen vierter Klasse darf der Reisende Gegenstände (z.B. Säcke, Körbe) mitnehmen, welche das Gewicht von 50 Kilogramm nicht übersteigen. Gegen­stände, die mehr wiegen, werden auch dann nicht zugelassen, wenn mehrere Fahrkarten vorgezeigt werden. Für zu umfangreiche oder zu schwere Sendungen wird Fracht nacherho­ben. Ilm Weiterungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, Lebensmittel als Stückgut aufzugeben. Für Kartoffeln und Obst bestehen bekanntlich ermäßigte Ausnahmetarife.

** D i e städtischen ©an «gruben wer­den vom 1. November ab geschlossen bleiben. Nach diesem Tage kann Sand nur nach vorheriger Anmeldung auf dem Stadtbauamt abgegeben wer­den. Man beachte die heutige amtliche Bekannt­machung.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners­tag. Stadttheater, 7 älhr: Gastspiel des Mos­kauer Balletts. Kath. Vereins Haus, 8 älhr: Hausbesitzerversammlung. Astoria-Lichtspiele, ab heute:Der maskierte Retter", 5. und letzter Teil, undFatty als Liftboy" undSchnuckis Erbtante". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Graf von Monte Christo", 2. Teil:Der Schatz von .Monte Christo". Palast-Lichtspiele, ab heute:Hafer gemeinschaftlicher Freund" und Das doppelte Knoppchen".

Aus dem Stadttheaterbureau. Eduard Künneke, der als einer der bedeutend­sten modernen Operettenkomponisten gelten darf, und von dem unsere Bühne schon wiederholl er­folgreiche Werke zur Aufführung gebracht hat es sei anWenn Liebe erwacht^ erinnert, kommt am nächsten Sonntag mit seiner neuesten SchöpfungVerliebte Leute" zu Worte. Das Werk ist nach dem bekannten LustspielKom­tesse Guckeri" gearbeitet und bietet unseren ersten Operettenkräften (Frl. Wissendorf und Frl. Wander sowie den Herren Goll, Richter und Hellborn) dankbare Aufgaben. Die Spiel­leitung liegt in den Händen des Herrn Goll, die Tanzarrangements sind von Frau Oldini einstudiert.

Der Turnverein Gießen von 1 8 4 6 hält am nächsten Sonntag hn der Turn­halle (Steinstrahe) ein Herb st schauturnen ab. Näheres ist aus dem Anzeigenteil ersichllich.

Die Astvria-Lichtspiele bitten un6 mitzutellen, daß der für heute ungeteilte Film Maciste und die Tochter des Silber­königs erst von morgen ab zur Vorführung kommt: anstelle dessen steht der 5. und letzte Teil des FilmsDer maskierte Reiter" auf dem Spielplan. Näheres siehe Anzeige.

Wettervoraussage

für Freitag:

Wolkig, trocken, kalt, Ostwind.

Die Luftdruckgegensätze haben sich feit gestern noch verstärkt. Die starke östliche Luftströmung hält an.

Landkreis Gießen.

Grünberg, 18. Oft Der diesjährige ® a (Tma r 11 war sehr schwach besucht Er war wohl der geringste Markt seit langen Jahr­zehnten. Außer den teuren Zeitverhältnissen mag ber Umstand, daß die ßanöleute noch mit der Kartoffelernte sehr im Rückstand-sind, ungünstig eingewirkt haben. Der Schweinemarkt am Morgen war schwach befahren,' es waren nur 400 Stück aufgetrieben. Im Nu waren sie ver­kauft Ein Paar Ferkel von 8 Wochen kosteten 1214 000 Mk., von 10 Wochen das Paar 20 bis 22 000 Mk. Auch der Zu? platz war sehr schwach besucht' nur eine kleine Menagerie war da, sowie ein kleiner Zirkus, der schon um 4 älhr abboach Nur das Ketten-Karassel machte gute Geschäfte. Die Kaufstände waren auch sehr gering an Zahl. Die Kauflust war sehr vermindert gegen frühere Zeiten.

Kreis Schotten.

D. S ch 0 t t e n, 17. Oft. Die durch die un­günstige Witterung verursachte Verzögerung der Getreide- und Grummeternte gibt dem Kreisdirektor Veranlassung, sich in einem Ausruf an die Bevölkerung des Krei­ses Schotten zu wenden mtt der dringenden Bitte an alle Verbraucher, durch persön­liche Arbeit zu dem Gelingen der Kar­toffelernte beizutragen. Den Behörden und Zndustriebettieben wird eine Beurlau­bung chrer Angestellten und Arbeiter zu Erntezwecken empfohlen, soweit sich diese mtt dem Geschäftsbetrieb in Einklang bringen, läßt. Don den Landwirten wird erwartet, daß sie die freiwilligen Arbeitskräfte willkommen heißen und wenn möglich deren Entlohnung in einem Anteil an den geernteten Materialien vornehmen. Der Aufruf sieht in der möglichst schnellen Bergung der Ernte das sicher st e Mittel, um allen mit der aus­gezeichneten Kartoffelernte nicht vereinbaren Preistreibereien zu begegnen.

Kreis Büdingen.

)( Stockheim, 17. Ott. Hier und in den umliegenden Gemeinden läßt das Elisa- bethenstift in Darmstadt durch mehrere Schwestern Kartoffeln, Obst, Mehl und andere Lebensrnittel für den großen Haushalt des Mutterhauses einsammeln. Die Gebefreudigfeit der meisten Bewohner für diese christliche Anstalt ist erfreulicherweise groß, so daß bereits ein Waggon verladen werden konnte. Auch in den Gemeinden Gedern, Wenings, Ober­seemen, Lißberg, älsenborn, Ortenberg, Selters, Wippenbach und Wallernhausen soll in den nächsten Tagen gesammelt und 12 Waggons verladen werden.

Kreis Wetzlar.

* Albshausen, 17. Oft. Die oft ge­rügte Ansitte der Kinder, sich an Wagen und Lastautos anzuhängen, hat hier einem Zungen das Leben gekostet. Mit mehreren Kindern hing sich der 8jährige Sohn des Ehepaares Luh an den Lastkraft­wagenzug einer Wetzlarer Firma. Beim Ab­springen kam der Kleine so unglücklich zu Fall, daß die Räder des Anhängers über ihn gin­gen. Er ist gleich darauf seinen Verletzungen erlegen. Der beklagenswerte Vorfall möge allen Eltern Anlaß bieten, ihre Kindern auf das Gefährliche dieses Treibens hinzuweisen.

Hessen-Nassau.

Ein sozialistischer Bürgermeister in Höchst am Main.

fpd. Höchst a. M 18. Oft. In der heutigen Stadtverordneiensihung wurde an Stelle des vor drei Zähren von der Interalliierten Kommission ausgewiesenen Oberbürgermeisters Dr. Zanke der hiesige sozialistische Beigeordnete Bruno A f ch mit 26 sozialistischen Stiyunen gegen b i e 18 bürgerlichen Stimmen des Stadtvervrdnettnko leg ums zum Bürger­meister von Höchst gewählt. Die Neu­wahl eines Beigeordneten für Asch findet einem Magistratsbeschluh gemäß nicht statt.

][ Marburg, 19. Oft. Wie in der gestri­gen Stadtverordnetensihung mitgeteilt wurde, gehen die Armenlasten der Stadt für 1922 um rund 300 000 Mk. über den Voranschlag hinaus. Die fehlende Summe soll durch Zuschläge zu den Grand- und Gebäudesteuern, sowie den Gewerbe- und Detriebssteuern gedeckt werden Die Vorlage wurde einstweilen dem Haushalls- ausschuß zugewiesen. Das gleiche Schicksal hatte eine Vorlage, die dahin ging, den Kleinrent­nern auf Gas und Elektrizität einen Rabatt von 10 Proz. zu gewähren und ein Antrag, die Wohnungsbauabgabe von 50 auf 65 Proz. zu erhöhen. Der Betrag von 15 Prvz. soll rar Dlldung eines Ausgleichfonds auf Grand des Reichsmietengesehes Verwendung finden.

fpd. Frankfurt a. M, 18. Oft Auf der Rückfahrt von Hanau versagte an einem Kraft­wagen der Firma Hartmann & Braun die Steue­rung. Das Auto rannte gegen einen Baum und zerschellte vollständig. Die beiden Insassen, zwei Oberingenieure, wurden schwer verletzt und mußten dem hiesigen Krankenhaus zugeführt werden. Nach zwei­jähriger Bauzeit wurde im Postamt Süd das vierte Frankfurter Fernsprechamt fertiggestellt. Es erhält den NamenSpessart" und wird am 22. Oktober dem Betrieb übergeben. Es bekommt zunächst 3000 Anschluhnummern von den AemternHansa" undRomer" zugeteill.

Heutiger Stand des Dollars

10 Uhr vormittags:

Berlin 3175, Frankfurt 31503200.