Ausgabe 
19.6.1922
 
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dürfte.

hervor. Die Draridschnben dürfen'auch nicht durch was bis jetzt bekannt geworden ist, scheint ---- i r

(Nachdruck verboten.)

14. Fortsetzung.

die

ich hie Damen zi

,Hnb ^lOibzn

(Fortsetzung folgt)

Munde.

...Frau ©teiltet?'

.Borne, zw.i Treppen!'

trag des Nennwertes.

a. Sin schweres Llnwetter wütete am SamStag über unserer Gegend. Nach dem,

Deutscher Reichstag.

228. Sitzung, mittags 12 illjr.

Berlin, 12. Juni 1922.

An Stelle des verstorbenen Schriftführers Nacken (Ztr.) wird der Nbg. Schwarz (Ztr.) zum Schrift sichrer gewählt.

Der Entwurf für eine angemessene Ent­schädigung für die Schössen, Geschwo­renen und Bertra ^enspersonen wird in zweiter und dritter Lesung angenommen.

Das Wiesbadener Abkommen und das Demelmann-Abkommen gehen de- bottelos an die Ausschüsse.

Die Zwangsan leih e, die Aenderung des Einkommen st euergesetzes wnd de Anträge der Rechtsparteien auf A e n d c r i n g des Erbschafts st euergesetzes kommen gemeinsam zur ersten Berat ing.

Abg. Höll ein (Komm.) protestiert gegen die Steuerpolitik der Regier.tng und wirft d.r Sozialdemolratie vor. daß sie ihren Parteigenos­sen, Neichswirtschaftsminister Schmidt, bei der Erfassung der Sachwerte im Stiche gelassen habe.

Da sich niemand weiter zum Worte meldet, werden die, genannten Vorlagen und Anträge dem Steuercrusschuß überwiesen.

Es folgt nun die Weiterberat ung der Sch lich tu ngs o rdiiung

Abg. M a l z a h n (Komm.) bezeichnet die Einbringung der Borlage kurz vor dem Gewerk- fchaftskongref) als eine Provokation der Arbeiter­schaft

Die Borlage wird hierauf dem soziapolitischen Ausschutz überwiesen.

ihn 3Vt Hfcr vertagt sich daraus das Haus auf Montag mittag 3 dlhr (Getreide^mlage).

mir leer begegnet.

.Dersflingrrstva^e 9; rufe ich denr Kutscher zu, .aber im Galopp, und wenn Ihre alte Krugge der Deuaet holt, ich bezahl' es!

Klir ist, als dürfe ich keine Sekunde verlieren.

3r. zwanzig 'THi Uten hält der Wagen vor dem Hause, ich werfe dem Kätscher zwei Taler in den abgezogenen Hut and reiße an ter Bor- ticrsschelle, daß mir der Griff fast in dar Hand bleibt.

.Gnädige Frau, ich bebaire den Tod IhreS Neffen so tief wie Sie, ober nur. weil er mich eines Gegners beraubte, mit dem ich die Waffen zu einem ernsteren Gange z 1 kreuzen gedachte, als zu dem um die verletzte Würde meines Korpst'

Lind nun, nachdem Sie ihn gemordet möch­ten Sie die Hand nach feiner Braut ausstreckeu??

.Gnädige Frau, ich wäll mit Ihnen uw Worte nicht markten. Abermorden" dürfte wohl kaum der richtige Ausdruck dafür fein,_l> ich mit Ihrem Neffen eine gewöhnliche Ochlager- mensur'ausfocht, and er hinterher infolge eigener Unvorsichtigkeit oder weil der behandelnde Arzt einen Kur. st fehler begangen hatte, sich verblutete?

Die alte Dame lätzt sich auf einen Stuhl finten und es entsteht eine wohl fünf Minuten währende Pause. Ich sehe, daß meine Anwesen­heit sie peinigt, aber ich beiße die Zähne zu­sammen, um fest zr bleiben, und rühre mich nicht vom Flecke. _

...Was wünschen Sie denn noch?' kommt es schließlich tonlos von ihren Lippen.

.©nötige Frau, es tut mir leid, wenn tch Ihnen Schmerz bereite, abu: ich kann nicht aehe.i, C.13 bis ich Fräulein Helene gesprochen habe!'

Die alte Dame wendet sich ganz entsetzt zu mir am. . , . 3

Sie glauben doch nicht etwa? . . . 'Ah, das wäre'ja wider alles göttliche und menschliche Recht! Was sollte die Weit dazu sagen?!'

Ich will antworten, daß mir das höchst gleichgültig wäre, wenn nur Helene so dächte wie iS da öffnet sich die Tür, ein Aufschrei, und im nächsten Augenblick schmiegt sich ein zitterndw Leib C7i mich, schlingen sich zwei weiche Arms um meinen Hals.

sei Dank, Geliebter, daß du gekom- men trst!'

3d) greife zu und halte fest, rnd tote an .rauch?.«.n kommt cs aus meiner Brust: .Gnädige ; Freu, das ist unsre Antwort!'

...Helene!'

Die alte Dame ist jäh aufgespruwgeu. brr Name r'mmt scharf wie ein Mester aus ihrem

arbeiten sind seit einiger Zeit hn Gange.

Kreis Friedberg.

s.f. Friedberg, 17. Juni. Unter der 2o* sungDie Jugend für das Alter" veran­stalteten die vereinigten hiesigen Turn- und Sportvereine heute eine gemeinsame tur^ ncrisch-sportlichc Vorführung, deren Gesamterlös für die hiesige Altershilfe bestimmt ist. ilm 2 Llhr bewegte sich der stattliche Fesrzug, bestehend aus sämtlichen hiesigen "Schulen und den Mitgliedern der in Betracht formnenben Der- cinc, nach dem Festplatze, der städtischen Seewiese, woselbst sich bald ein reges, sportliches Leben ent­wickelte. Den Beginn machten gemeinsame Frei­übungen von etwa 500 Teilnehmern, dann folgte Geräteturnen der einzelnen Schulen und Vereine, wie der Augustinerschule, des Lehrerseminars, der Turngemeirbe usw. Auch unsere Jüngsten wollten nicht zurückstehen, und so führten die Zöglinge des Kindergartens einen allerliebsten Neigen auf. Es schlossen sich weiter noch an Staffettenlaufen, Keulenschwingen, athletische Hebungen: besonders Interesse beanspruchte ein Handballspiel zwischen Lehrerseminar und Augustinerschule, welches vor» ersterem 7:0 gewonnen wurde. Da das Wetter günstig unb der Besuch lebhaft war, so wird wohl auch der iliUgende Erfolg ein guter fein. Demnächst, findet für denselben Zweck eine große Keulenschwingen, athletische Hebungen: besonderes Massenchöre sämtlicher hiesigen Gesangvereine zr Gehör gebracht werden: ein Komitee, das sich zv diesem Zwecke gebildet Hat, wird überhaupt ein» großzügige Aktion zu Gunsten der Altershllfe entwickeln.

spd. Dad-Nauheim, 18. 3nnL Die vor einiger Zeit aus dem Kurpark-Kasino gestoh­lene Geige im Werte von 60000 Mcück wurde von der Frankfurter Kriminal­polizei ermittelt und ihrer Besitzerin wieder zugestellt. Das Instrument hatte in­zwischen viermal den Besitzer gewechselt.

Starkenburg und Rheinhessen.

wd. Darmstadt, 18. Juni. Ein wun­derbarer Baum steht im Besitz Trcuena 1 an der Nieder-Ramstädter Straße. An einer hohen Buche besuchet sich in etwa 5 Meter Stammhöhe ein gewachsener großer formvollendeter Henkel wie an einer Kanne. Der Henkel hat gleich dem Stamme pulsierendes Geben, denn er zeigt einige neue Triebe Für Forstleute, "Naturwissenschaft - ler und Naturfreunde hat dieses Naturwunder das größte Interesse, da ein künstlicher Eingriff nicht stattgesunden hat. Die Buchen sind seiner zeit aus der Oberförsterei Beffungen bezogen worden. Bei Entastung der Bäume wurde der

Aus Stabt und Land.

Dietzen, den 19. Juni 1922.

Tagung des Reichsvereins Deutscher Feuerwehringenieure in Gießen.

(Fortsetzung deS Berichts.)

3m weiteren Verlauf der Tagung hält Ober- brandingenieur Hildebrandt- Köln einen Dortrag über die Lehren, die sich aus dem Brande deS Theater« in Dessau er­geben haben. Danach ist es notwendig, die gel­tende Polizeivorschrift für Theater einer Revision zu unterziehen. Besonders tntereffant an dem Verlauf des Brandes sind die Druckwirkungen infolge Ausdehnung der Luft bei der plötzlichen Erwärmung, die die theoretischen Untersuchungen bei der Berliner Feuerwehr vollständig bestätigt haben und den Beweis für die Notwendigkeit der Anbringung vonSicherheitsventilen" an Bühnenhäusern gebracht haben.

Am zweiten Derhandlungstage wurden von den Vertretern der Industrie Vvrträgeüber

Mein Vetter Jolus.

Dvmon von RichardSkowrvnnek.

die Verkehrswege tote Treppen und Aufzuge i durchbrochen werden. Dies läßt sich dadurch er- ] reichen, daß entweder die Treppen und Aufzüge ; an den Brandscheiben abgesetzt werden, ins Freie , verlegt toerben, oder im Freien liegende Zugänge über Balkons usw. erhalten. ,

Dranbingenieur Stube- Breslau stellt kri­tische Betrachtungen über bie Wasserver-

0 rgung a u f Dranb stellen an unb bringt ür bie Konstruktion der Feuerlöschgeräte berartig cinschneibende neue Gesichtspunkte vor, baß die Versammlung eine Aussprache über das Gehörte , bis zur nächstjährigen Mitgliederversammlung , verschiebt.

Magistratsbaurat , Dipl.-Ing. Schäfer- Berlin berichtet über die Möglichkeit der D e r - Wendung d r ah t lo serT ele g ra p h ie bei . der Feuerwehr. Aus dem Bericht geht hervor, 1 daß die Fortschritte der drahtlosen Nachrichten- Übermittlung soweit gediehen sind, daß sie im ; gewissen Umfange bei der Feu erweh r An Wendung finben tonnen. Befvnbers wichtig ist die Ein- ührung für die Nachrichlenübermittlung von der < Brandstelle aus zu den Feuerwachen bei so großen LöschbezirkLN wie der Bezirk Groß-Berlin unb 1 bei tteberlandlöschhilfc.

Einen sehr breiten Raum ber Dcrhanblungen nahmen bie Aussprachen über bas Gerät für Wieberbelebung Scheinto t e r ein, nach­dem in letzter Zett schwere Dorwürfe gegen btc Konstruktionen der jetzt gebräuchlichen Apparate erhoben wurden, so daß auch das Reichsgesund- heitsamt sich mit der Angelegenheit befassen mußte.

Die Aussprache führte zu dem Ergebnis, daß ein Grund zu ernsthafter Beunruhigung nicht vorhanden ist.

Die Verhcuiblungen des 'ReichsVereins Deut­scher Feuerwehringenieure haben dem Außen­stehenden gezeigt, in wie aufopsemder Weise die Fcuerw eh ringen ieurc der Fortent wicklung des Feuerwehrwesens zum Schuhe des Lebens chrer Mitmenschen und zur Erhaltung des nationalen Vermögens widmen. Die Tätigkett des Reichs- Vereins verdient bas weitgehendste Interesse. Es haben sich auch daher bereits eine größere An­zahl industrieller Unternehmungen dem Verein ongeschlvffen, um seine Arbeiten zu unterstützen und auch wieder daraus einen Nutzen für sich zu ziehen. Es wäre wünschenswert, daß noch aus weiteren Kreisen der Industrie den Feuerwehr­ingenieuren, die ja alle Beamte sind, die Mittel zur ^rrtführung ihrer Arbeit sichergestellt werden.

Zu den Anregungen verschiedenster Art, welche die Tagung gebracht hat, müsien als ganz besonders wichtig unb gelungen bie erfolgreichen Vorführungen der Total-Gesellschast, Zweigniederlassung Frankfurt a. M., _ genannt ttrtten. Nachdem am 13. die Werke Dänn in - g e r und Gail und am 14. d'e Gummisabrik Poppe u. Co. eingehende Versuche _ dem cvttomatt'chen Kehkmiäurctrvcken-F uerlöscher To­tal angcflcHt hatten, wurde der Total^ Apparat durch den Letter der Frankfurter Zweitzniederlas- sung auf der Tagung des R. D. F. erläutert und erklärt unb auf dem Oswaldsgarten an großen Brandobjetten praktisch vorgeführt. Zu dieser Vor­führung waren außer zahlreichen Branddirektoren eine größere Anzahl Vertreter von Behörden unb Indust riewerken der Stadt erschienen. An einem mit Teer und Benzol getränktem Holzobj^t sowie an einem Teerfeld, das reichlich mit Benzol über­gossen wurde, wurde die verblüffende Löschwir­kung des Apparates gezeigt.

Wettervoraussage

für Dienstag:

Heiter, trocken, wärmer, West- bis Südwest­winde.

Der hohe Druck hat sich von Osten her wieber über ganz Mitteleuropa ausgedehnt. Bei Harem Wetter werden die Temperaturen durch Einstrah- lungen ansteigen.

** Müller'sche Badeanstalt. Wasser­wärme der Lahn am 19. Juni: 18 Grad R.

** Der Ankauf von Gold für das N e i ch durch die Deichsbaiu und Post erfolgt in der Woche vom 19. bis 25. d. M. zum Preise von 1250 Mark für em Zwanzigmarkstück, 625 Mark für em Zehnmarkstück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preffe ge­zahlt. Der Ankauf von ÄeichSsllbermünzen durch die Neichsbank und Post erfolgt vg»rn 19. d. M. bis auf weiteres zum 25fachen Be-

technische Neuerungen gehalten und Neukonftruktivnen von Feuerlöschgeraten, Nctbeleuchtungsanlagen usw. vorgesührt.

Am brüten Derhandlungstage spricht Baurat Dr Ing. Silvmvn-Bremen über Drand- abschnitte und AuSgangsverhält- nisse bei Hochhäusern. Er hebt die Wich­tigkeit ber Schaffung von Branbabschnitten in vertikaler unb horizontaler Richtung durch Dranb- mauern unb feuernd) ere DeckenBrandscheiben"

höhe zu vergeben.

** Fahrs cheinheftchenfür die Straßen­bahn können mit Wirkung vom 21. Juni durch bie beia unten Dorvertaufsstellen bezogen werden. Näheres ist aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteile ersichtlich.

' Die Bereinigun g des ehemali­gen Lanbwehr-Infanterie-Regi- men ts Nr. 116 hielt bei Mitglied R 4 fr 1 imWürttemberger Hof" eine gut beuchte Ver­sammlung ab, wobei bie Kapelle Daubertshäuser tonzertierte. Es würbe b-schlosirn, am 9. Juli In berDeutschen Eiche" za Klein-Li ndep eine Famllienzusammenk anft in Form eines Sommerfestes abzuhalten. Die Regimentskamerad ben der ümgegenb werben daran teiln-ehmen. Im 2Iachsommer ist ein Ausslug nach Lich beab­sichtigt.

T'-IrnoLizen.

Tageskalenber sür Montag: Astoria-Lichlspiele, ab heute.Der Eisenbahn- könig" unbDas Mädel mft der Maske". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute:.Die Schiffbrüchigen".

Landkreis Gießen.

/^Weickartshain b. ©rünberg, 16. 3unt. Das Ohmtalsängerbunbesfest wird am 9. Juli hier abgehalten, 30 Gesangvereine sind angemeldet. Der hi fge Gesangverein verbindet damit dos Fest der Fahnenweihe. Das mtt dem Feste verbundene Wertung-singen der Dandes- Dereine wird Musikdirektor Müller aus Fried­berg bewerten.

Kreis Lauterbach.

A Lauterbach, 16. Juli. FüufAlt- Veteranen aus Deutschlands großer Zeit hat der hiesige Kriegerverem in kurzer Zeit durch den Tod verloren: Feldschütz Andreas Weinberger, 84 Jahre alt, ge­dient 18601863 im Infanterie-Regiment 115; Bürgermeister S t ö p l e r / gedient im Infan­terie-Regiment 116; Oberbriefträger i. R. Friedrich Hartmann, 72 Jahre alt, ge­dient 18691871 im Infanterie-Regim. 116; Rechnungsrat i. R. Johannes Frieß, 72 Jahre alt, gedient 18691876 als Oberfeuer- werker im Hessischen Arttlleriekvrps, er war lange Jahre Vorsitzender des Hassiabezirks Lauterbach-Schlitz, und Ludwig Weiß, 80 Jahre alt, gedient 18631867 iin Infanterie- Regiment 118.

Kreis Schotten.

ed. Eich elf Achsen. 18. Juni. Hier ver­starb im Alter von 37 Jahren der Förster Lang Obgleich er erst seit November v. I. hier tätig hatte sich ber pflichteifrige Beamte bereits bie Ächtung ber gesamten Bevölkerung erworben. Die sterbliche Hülle wurde nach seiner Heimat Storndorf überfuhrt.

cd. ilnter»©eibertenrob, 18. Iunr Da bie Wassermenge unsere. Wasserleitung für unser Dorf nicht genügte, taufte die Gemeinde denAbfluß" der Wasserleitung des Nnchbur- dorfes Stumpertenrod. Du bt.fer voraus­sichtlich gering sein wird, wurde in unmittelbarer Nähe der Stumpertenröder Quellsassung eine quellreiche Wiese gelaust, deren Wasser durch die Leitung Stumpertenrods unserer Wasser­leitung zugefWrt werden soll. Die Ouellfasi ungs-

nichts herunterbringen. Ich zahlte und trieb mich eine Stunde lang planlos in den Straßen umher. So lächerlich es sein mag, ich hatte ba'0-21 fort­während dcrS Gefühl, als müßte mir Helene br« gegnen. Ich starrte allen mir Begegnenden ins Gesichi und bei jeder Wendung um eine Straßen­ecke glaubte ich, jetzt müßte sie leibhaftig auf mich zekommen ich glaubte, ich bin damals nicht ganz zurechnungsfähig gew.srn.

Schließlich merkte ich, daß, ich mich verlausen hatte. Ich mußte mir einen Wagen nehmen, im zu meinem Hotel z-urückzugelangen.

Am andern Morgen um acht tlhr war ich auf dem Meldeamt. So früh ich gekommen, stand doch schon eine stattliche Zahl von Borderleuten vor mir.

Endlich tarn ich an die Reihe.

Ich möchte die Adresse von Fräulein Helene Dähne wiffen.,,

Zehn qualvolle Minuten des Wartens, wäh­rend der Beamte in Oerf ü.i -denen alphabeti ch geordneten Kästchen Herumsucht. Endlich kommt er mit einem Bogen Paplec zurück und liest. Helene Margarete Dähne, gemeldet am 10. Mai Derfflingerstr. 9 bei Fcau Iustizrättn Stellter.'

. Ich bitte, mir die Adresie oulfzuschreiben, du ich Mrcht habe, sie zu vergessen, bezahle die Ge­bühr,' unb die Hände zittern mir vor A iftez ung, so daß ich Taunr den Zettel festhulten kann, auf dem die Ädresse steht.

Unten auf der Straße in die erste Droschke,

der Schaden wdes gering $a fern. Dagegen brachten die Gewitter den für das Pflanzen der Hackfrüchte nötigen Regen. In manchen Gemarkungen war der Regen nahezu wolken­bruchartig, so in W i e s e ck. an der Baden- burg und am Hange! st ein. Das Wasser drang bis in die Keller. Mitunter wurde der Boden samt den Pflanzen von der Aeckern weggerissen und die Kornäcker lagen wie ge­walzt da. Im Lahntal stand das Wasser auf Aeckern und Wiesen. In der Gegend von Grünberg und Laubach hatte es bereits am Freitag kräftig geregnet. Die Landwirte sagen:Jetzt ist die Kartoffelernte geraten."

** Aenderung der auszuzahlen­den Unfallentschädigungen. Nach ben geänderten Vorschriften der Reichsversicherungs- ordnung ftnb vom 1. Juli 1922 ab bie Unfall- renten, bie für bas Jahr 600 Mark unb weniger betragen, in vierteljährlichen B trägen im voraus zahlbar, soweit sie nicht voraussichtlich vor Ablauf Les Vierteljahres wegfal.en. Gleichzeitig werden alle auszuzahlenben Beträge, auch die monat­lichen, auf volle Mark aufgerundet.

** Tennisplätze find, wie aus einer Be­kanntmachung im Anzeigenteile ersichtlich ist, an einigen Vor- und Nachmittagen auf der Liebigs-

Henkel entdeckt und freigelegt

rm. Pfungstadt. 18. Juni. 3n der Groß­bierbrauerei von I. Hildebrandt dahier tft am Samstag früh ein Großfeuer ausge­brochen, das einen großen Teil der Gebäulich­keiten und Einrichtungen in Asche legte unb das mir unter größter Anstrengung der Wehren im ßaufc bcS Tages gelöscht und damit aus seinen Herd beschränk werden konnte Der Schaden ist sehr bedeutend. , . , ,

wd. D e n s h e i m, 18. 3uni. Der verheiratete Druchmeifter Georg Essinger aus Reichenbach wurde am Donnerstag vormittag im Steinbruch der Firma Dassel von einem schweren Un- glückssallbetr offen. Durch einen vorzeitig entzündeten Sprenqschuß wurde er im Gesicht er- heblich verbrannt unb erlitt außerbem einen Stirn- bruch. Der Verletzte wurde sofort in das Bens­heimer Hospital überführt.

wd. Mainz, 17. 3uni. Der Streik bet Mühlenarbeiter von Mainz-Wie badet» ist beendet. Gestern morgen haben sämtliche strei­kenden Mühlenarbetter die Arbett wieder aus- ccncmmcn. Der Wochcnlol-n wurde für die Seü vom 15. Juni bis 15. 3"!' aus 1125 Mark fest, cefeht Mehl wttd pro Woche 4 bzw. 5 Pfd an jeden Arbeiter ohne Bezahlung abgegeben.

Hessen-Nassau.

Schwere Wolkenbrüche

mc Frankfurt a. M.. 18. 3mn. SamS­tag abend zwischen 5 und 6 -W gingen über Has ganze. Maintal bis wett hinter Mainz schwere

Aus dem Reiche.

Gründung eines allgemeinen Beamtenbundes.

Leipzig, 18. Juni. (WTD.) 3n Gegen­wart von 62 Delegierten, die 13 Beamtcnverbärtdc vertraten, fand heute in Leipzig die G r ü n b u n g desAllgemeinenbeutschenDeamten- bundes statt. Do es sich im wesentlichen um Verbände des Deutschen Beamtenbundes handelt, die in ausgesprochenem Gegensatz zu der Beamten- Politik dieser Spitzenorganisation stehen, so ist damtt auch gleichzeitig die Spaltung des bisherigen Deutschen Beamtenbun- des vollzogen.

DaS Präsidium deS Waldeckschen Landtages.

Arolsen, 17.3tml (Wolff.) Gestern nach­mittag fand durch ben Landesdirektor Dr. Schmie­ding die Eröffnung der neugewählten Waldeck- schen Landesvertretung statt. Die Wahl des Präsidiums ergab: Präsident Abg. Wald- Ichmidt-Eorbach (D.-N.), Vizepräsident Abg. Kramer (Soz.), Schriftführer Abg. Herwig (D. Dpt.).

lg. Gedern, 17. Juni. Gestern mittag ging über unsere Fluren einäußer st hef­tiger Gewitterregen nieder, der ihnen das gewünschte Naß brachte. Der Regen war teilweise von Hagel begleitet, der, wenn auch nicht besonders stark, an den Körnerfrüchten immerhin einigen Schaden verursacht haben

Ich verkroch mich in meinem Hotelzimmer, nur um feinen Menschen zu sehen, warf mich auf mein Bett, verfluchte die Stunde, die mich geboten hatte, und fragte mich immer, was ich berat getan hatte, baß tch so schwer hrimgesucht wurdet Ich war stets ein leidlich guter Kerl gewesen, weshal bmußtr gerade mein Leben eine so hundsfötttsche Wendung nehmen? ilnb wenn cS da oben, wie man mich gelehrt unb woran ich zu glauben mich gewöh'-ü hatte, ein allmächtiges Wesen gab, das unsre Geschicke lenkte was hatte es mit mir vor, daß es mtr so Schweres auferlegte?

Während ich so mit Gott, den Menschen und meinem Schicksal haderte, überkam mich aft- Scrch ein dumpfer Trotz und danach eine feste

jchlossenhett. Jetzt wollte ich auch mein ßthat mnrichten, wie es mir gutbüntte, nach der Welt unb ihren Anschau utgen über Sitte unb Schick­lichkeit nicht fragen, sondern mein Liebst es an mich reißen, wo ich eS fände.

Awörderst ober galt es suchen.

Ich stand auf unb klingelte deut Kellner. Wann geht der nächste Zug nach Berlin?" Der Kellner sah nach der Uhr. .Wenn 3i> setzt "gleich nach dem Bahnhof fahren, können Sie ihn noch erreichen.'

Drei Stunden später stand ich in Beritn auf dem Perron deS Anhalter Buhnhoses. ><ch fuhr nach dem ersten besten Hotel in der König größer Straße und, gleich unten in der Vorhalt ließ ich mit ein Adreßbuch geben.

Der Name Dähne war nicht darin zu ' inden.

2IIfD dann morgen auf dem Polizeipräsi­dium l

Ich ging in ein Restaurant _jnb ließ mir etiras Essen geben. S:it dem frühen Morgen hatte ich nichts #>u mir genommen. 2113 nbc das Essen vor mfr stand, quollen mir die Bitte im Mundss ich konnte vor innerer A/reg tna

,Na, warum sollten Sie fe nich zt Hause treffen, es ist ja noch nicht mal neun Uhr,' knarrt ber Portier und läßt »fern Schubfenster herunter.

3d) sturme bie Treppen herauf, immer bret Stufen auf einmal, bas Dienstmädchen, das mir öffnet, erklärt, bie Frau Iustizrättn sei jetzt noch nicht zu sprechen. Mit Hilfe eines blanken Talers gelingt es mir, sie von ber Dringlichkeit meines Besuches zu überzeugen, ich werbe emgelaffen.

In dem kleinen Salon, in ben ich geführt werde, stehe ich wohl eine Viertelstunde, nha< baß. sich jemand um mich kümmert. Die ganze Wohnung scheint wie ausgestorben, ich höre kein Geräusch, nur mein Herz klopft, daß ich es bis in ben Hals hinein spüre.

Jetzt öffnet sich eine Tür, eine alte Dame mit weißen, von ci em dunklen l>iub^ca be­deckten Hcraren steht auf der wchwelle.

.Mein Herr, Sir wünschen?'

Ich will sprechen, doch meine Kieser schlagen wie im Fieber gegeneinander, ich tarnt vor Auf­regung nicht ein Wort tcransbrtngen.

Die alte Dame sieht mich ängstlich an und macht eine Wendung, wie int sich z irüctz iziehrn.

Das gibt mit die Sprache wieder.

Verzeihen Sie. gnädigste Frau, daß ich Frieden Ihres Hauses störe, aber an den nächsten Minuten längt mein ganzes Schicksal - mein Name ist Josua Laumlehner. unb -

Sie alte Dame schreckt zusammen, als wäre ein giftiges Reptil an sie gesprungen, sie greift nach der Lehne des nächsten Sessels, um sich auf- recht zu Helten.

(SineKeile stechen tri, uns schw.igend g.g."i- übet Dann iagt sie mühsam unb ohn mich alizusetz-.!.: .Sie werden l-greifen, Herr Daam- ic;:iiT, baß Sie in tiefem Haufe nichts zu suchen haben . . .'

,.,Trck, gnädige Frau," erwider e ich hart nötfi und oi, ne mich von ber Stelle ;,i rüh 21. ich i'mr, i-tcr mein Glück aub hoffe es ?) N.:l

.. Her-- Saumlrßier' - das Ausspcechs» tr.i- ncsNawums tostet sic -ffenbat ein2 starte ileh-i» toinluirg - .Georg Reinei war mein RV. meiner leiblichen Schweißer Kind?