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Montag, 19. Juni 1922
172. Jahrgang
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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letzten Zeil fo häufigen Mermrngsverschiritenheiten i antetfs stellen werde, als dem Gesetzentwurf, yi- zwischen England und Frantreich beitragen werde. | nio[ man ihr im Punkte Des Dreises entgegen-, --- ,4 tonme. ----------
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1 t as wäre ein Esperiment und durch eine fcera tige Matz nähme würde der Preis outzerordem. ich getrieben werden, zeitweise vielleicht sogar über den Weltmarktpreis. Das Auslandsgetreide liegt
Das wesentlichste in der BroNtersorzu.ig sn nicht die Bllligkeck, fonbem di e Sicherung der Versorgung. Di? Eintreibung der Umlage werde sich in diesem Jahre bedeutend schwieriger gestalten als int Vorjahre. Die Regierung denkt, daß die Landwirtschaft sich dem Gesetz gegenüber
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Poincare setzte dann noch hinzu, daß die Bewohner der unterstützten Gemeinden ihre unermüdlichen Anstrengungen mit der edelmütigen Hilfe vereinen, die ihnen von außen geleistet wird und mit unermüdlichem Eifer an der B.'arbet- tung der von Granaten aufgewühlten Felder arbeiten, die aufs (Heue gute Ernten bringen. Es widerstrebe entschieden der Vernunft und der Gerechtigkeit, sagte Poincare, datz Frankreich bis- jetzt gezwungen war, selbst die Lasten der enormen Ausgaben, die durch den Angriff und den deutschen Einmarsch verursacht wurden, zu tragen, aber da im gegenwärtigen Augenblick diese Ungerechtigkeit noch nicht ihr Ende gefunden hat, so sind wir umso dankbarer für jedes Zeichen der Sympathie, das Sie uns als Zeichen der britischen Freundschaft geben. Wie die Verbindung beider Länder eine der sichersten Vorbedingungen für den Weltfrieden ist, so sind Sie. meine Damen, diebeften Boten der S n t e n t e, öic sichersten Abgesandten des Friedens.
London, 18. Juni. (Wolff.) Reuter erfährt: Montag ijadjmittag wird zwilchen Lloyd George und Poincare eine Besprechung nach dem Frühstück stattfinden, das Lloyd George gibt und an dem Poincare mit feiner Gattin und mehrere britische Minister leilnehmen. Es ist anzuneh-
werk< in polit.scheu Streifen gehofft, katz die Erörterung die Möglichkeit der Lösung der Fragen des Rahen Öftere und der o.ellung der Türkei umfassen werde. Auch die Haager Konferenz und die Reparationen feien dringende Fragen. Man hält es für möglich, datz die Unterredung zwischen Lloyd George und Poincare zur Beseitigung de: in der
Keine Amnestie der verurteilten Qberschlesier.
Berlin, 19. Juni. 3n dem deatsch-polm- fchen Vertrag betreffend die Uebergang-b^stim- mungen für beide Delle Oberschlesiens wird einer Breslauer Meldung des „Lokalunz." zufolge festgesetzt, datz sich beide Regierungen verpflichtet haben, alle Entscheidungen mb Urteile, die von den durch die interalliierte Äommif'ion eingesetzten Gerichten erfolgt sind, wie die von einer deutschen oder polnischen Strafkammer crgange-
denen ausländische Rohstoffe in solchem Matze verwendet werden, dah sie nur gegen Barvergütung der ausländischen Rohstoffe geliefert werden formen.
Kritische Lage in Berlin.
Ncichstagsauflösung und Neuwahlent
Berlin, 18. Juni. (Wolff.) Die 'Blätter betrachten die durch den Gesetzentwurf über die Getreideumlage geschaffene politische Lage als außerordentlich kritisch, da eine Mehrheit im Reichstage für die Umlage sehr zweifelhaft ist und die Sozialdemokratie tategorisch erklärte, daß sie bei Ablehnung des Gesetzentwurfes aus dem Kabinett ausscheiden und in die entschiedene Opposition übergehen würde. Für den Fall der Ablehnung der Umlage rechnen die Sozialdemokraten mit der Reichstags- auflöfung und Neuwahlen, die, wie sie durchblicken lassen, ihnen aus parteltak- tischen Gründen gar nicht so unangenehm sein würden, weil cs eine bessere Wahlparole als gegen den Drvtwucher für sie kaum geben würde.
Zur Frage, wie sich die einzelnen Parteien bei der Abstimmung verhalten werden, erklären die Blätter, dah gegen die Umlage auf der einen Seite die Deutsch nativ- nalcn und dieDeutsche VolksPartei, auf der anderen Seite aber auch die U n a b » hängigen und die K o m m u n i st e n stimmen werden, da diesen beiden Parteien die Vorlage wahrscheinlich nicht weit genug gehen werde. Die bürgerlichen Koalitlvusparteien, Zentrum und Demokraten, werden wahrscheinlich keine einheitliche Spaltung einnchmen, sondern sich bei der Abstimmung spalten. Die ..Germania" warnt vor einer Krise wegen der Umlage und ermahnt die Parteien zur Einigung. Das Blatt ist der Ueberzeugung, daß die Regierung alles tun werde, was in ihren Kräften steht, nm'einc Einigung zu erzielen. Die „Vossifche Zeitung" richtet, eine Warnung an die der Umlage ungünstig gesinnten Parteien und weift darauf hin, daß bei eventuellen Neuwahlen die Deutschnatio •
natürlich übet dem Preise des Inlandsgetreides. Da wir aber teine Zuschüsse für den A i6gleia> bcc Preise auf Befehl ter Entente in dreiem C^ahie bekommen können, müffen wir den ganzen Eingang an Getreide vom Inland unb A Island zusammen werfen. Darrn liegt preis mätzig di 2 Härte für bfc Landwirtschaft, die nach Möglich- feit ausgeglichen werden soll. Das Opfer aber mutz von der Landwirtschaft im 3ntereffe des Vaterlandes ged acht w^rdm 3m Lauf: des Jahres soll der Preis nachgeprüft werden, so datz eine so grobe Differenz zwischen ten Umlago und ten freien Preisen nicht wieder entsteht wie im Vorjrhic. Eine weitgehende Mitwirkung der Landuirtsch-ast bei den VerteilurgsmatznahmLn ist vorgesehen. Brotkarten sollen an solche nicht mehr ausg g .ben werden, iie durch etn erhebliches Einkommen u >rd Vermögen nicht voraus angetoiefe-i sind. Eine endgültige Entschlief.ung darüber liegt noch nicht vor, doch würde dadurch auf alle Fälle eine wesentliche Minderung des einzu führ enden Arslaods- grnrcides he brigesühri. Eine wesentlrche Erhöhung des Verkauf;preise- dcr Reichsgetrewe- stelle mutz eintreten, so datz sich der B r o l p r e r K a u t e t to a da s-D oppelle erhöhen dürfte.
einen sehr begrenzten Um fang haben. Es wird angenommen, dah einer der Hauptgegen- ständc der Besprechung die Frage des nahen Ostens sein wirt. Sicherlich wird auch dic Haager Konferenz und die Frage der deutschen Reparationen. wie sie sich nach der Entscheidung des Banlierausschuffes barftcllt, besprochen.
London, 19. Juni. (WTB.) Der politische Berichterstatter des .Daily Ehronicle" schreibt, daß terit Frühstück, das Lloyd George heute za Ehren P o i n c a r e 0 in der Dvwning-Sireet gibt, mit grotzem 3ntereffe ent- gegenfef^m wrrdc. Es rc.Uut?, datz nach 2>:m Fmrhstück, an dem alle Mckwirder des Kabinetts sowie Lord Derby und Lord d ' Ab e r n d n teilnehmen, sich die beiden Ministerpräsidenten zu einer privaten Unterredung zurück- ziehen würden. Von französischer Seite tetto mit- geteilt, datz Poincare den Wunsch habe, aal die Frage des englisch-französischen Paktes zurückzukommen. Wenn dieser Pakt er- örtert werden sollte, so mühten die politischen Fragen, in denen Frankreich und England nicht übereinstimmten, erörtert werden. Aus jeden Fall
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nen Entscheidungen and Urteile zu behandeln. Die Wiederaufnahme eines Verfahrens kann nir mit Zustimm ing der drei alliierten in der interalliierten Regierungskommission für Oberfchl:sten vertretenen Mächte ringelettet werden. Keine Gnadenmatz nähme, keine Veränderung, Aufhebung odcr Kürzung der Strafe darf z t Gunsten von Personen, die wegen Straftaten gegen d i e Alliierten verurteilt worden sind, ohne Einverständnis der drei alliierten Mächte erfolgen. Wenn der Gefangene eine Strafe in einem alliierten Militärgefängnis des Rheim lande» verbützt, hat der Ausschuß für das Rheinland das für die Gnadenmatznahme bezügliche Verfahren einzuleiten.
nalc Bottspari ei und die Deutsche BolkSpartei ihre gesamte städtische Wählerschaft verlier ren würden.
Berlin, 17. Zuni iPriv.-Tel.) Seite vormittag hatte der Reichskanzler mit den Führern der K o altztzion spa r 1 e te n eine längere Aussprache über die pa r la men ta r Ische Lage, insbesondere über die Frage der Z w a n g s a n leihe, der Erbschaftssteuer- Novelle unb über die Getreide tntlage Die .Vossilche 3eitung“ teilt mit, datz der Reichskanzler auch die Frage der Reichspräsidentenwahl anschnitt. Man unterhielt sich informatorisch darüber und beschloß, die Besprechan- gen fortzusehen. Laak dem „‘B. T." wird damit gerechnet, datz die Regierungswrilärang des Kanzlers übei die Repara. ionsverhandlungen und die damit zusammenhängenden Fragen am Mittwoch erfolgt.
Der Gesetzentwurf über die ®etrcibeumlage.
Berlin, 17. Zuni. (Wolff.) Der Geseh- entwurs über die Getreide am läge ging item Reichstag zu. Daza wird von zuständiger Seite erklärt.
Das Znlandsgetreide deckt unseren Bedarf nicht, und Aislandsgetreide kommt durch den freien Handel nicht in genügeijbcr Menge herein. Durch Angebot und Nachfrage ist der "Bebarf nicht zu regeln. Die Landwirtschaft glaubt, auf freiem Wege zu den notwendigen Me gen an Znlandsgetreide kommen zu können, die Regiering glaubt dies aber nicht. Die Landwirtschaft wollte 2 Millionen Tonnen zum freien Marktpreis der Rezicrung z rr Verfügung stellen. D. zu müßte die Landwir.fchast ernr neue Organifation schaf en;
men. datz irgendeine Zusammenkunft der beiden Premierminister vor Montag stattfinden wird wegen der vielen anderweitigen Verpflichtungen Poincares. Für die Besprechung ist noch kein end-- \ gültiges Programm festgesetzt. Wegen der wahrscheinlichen Rückkehr Poincares am Montag abend wird die Unterredung notwendigerweise
Erfolg daran arbeite, die Entente zwischen England und Frankreich enger zu gestalten, die auf dem Boden der ehemaligen Schlacht- etter sichtbare und unauslöschliche Spuren der ewigen Gemeinsamkeit hinterlassen habe, die von nun an die Geschicke der beiden Nationen untrenn-
Der Garantieausschutz in Berlin.
Berlin, 19. Juni. Wie der „Lokalanzeiger" meldet, ist der Daran bi eausschuß gestern abend aus Paris in Berlin ein- getrvffen. Das Blatt nimmt an, dah die Besprechungen mit den Berliner Instanzen schon heute beginnen werden.
Paris, 17. Juni .(Wolff.) Heute verlassen die Mitglieder des von der Repara- tionskommisfion zur Finanzkontrolle des Deutschen Reiches geschaffenen Garantie-Ausschusses Paris, um sich nach Berlin zu begeben. Ein Finanzsachverständiger gab dem „Excelster" Erklärungen über die gegenwärtige Mission und die Zusammensetzung sowie die Machtbefugnisse des Garantieausschusses. Der Garantieausschuß ist aus zwei Mgeordneten jeder Macht bei der Reparattonskvmmission und hohen Finanzbeamten zusammengesetzt, die verschiedenen Dienststellen dieser Kommission angehören. Außer diesem von dem französischen Abgeordneten beim Garantieausscbuß. M a u c l e r c. geleiteten Bureau, der bald in Berlin, bald in Paris wohnt, gibt es ferner noch ungefähr Inspektoren, die gewöhnlich in Deutschland wohnen und in ständiger Beziehung mit der deutschen Regierung stehen. Das am 5. Mar eingerichtete Komitee arbeitet schon seit jenem Zeitpunkt. Es ist gegenwärtig von der Reparattvnskommission damit beauftragt, mit dem Deutschen Reich sämtliche Ausführungsmöglichkeiten zu regeln in Bezug auf die Vorbereitung der Budgets- und der Steuergesetze, sowie die schwebenden Staatsschulden zu überwachen.
Das Bemelmaiis-Abkommen.
Paris, 17. Juni. (WTB.) Der Wieder- gutmachungsausschuß reröffc Nicht heute den Wortlaut des Abkommens, das zwischen der deutschen Regierung und Bemel- m a n s getroffen wurde, um die Regelung eines Teils der Sachlieserungen zu erleichtern. Bekanntlich wird das Abkommen mit Demelmans nicht auf Frankreich anwendbar sein, für das nur das Wiesbadener Abkommen abgeschlossen wird, um die Zahlungen der Reparationen zu erleichtern und sich auf wirtschaftliche Erwägungen gründen, denen der normale Handel unterworfen ist. Der zwecke Absatz sagt, daß das in dein Abkommen eingeschlagene Verfahren durch die Reparationstemmistion den einzelnen Regierungen vorgelegt wird, die es annehmen oder ablchncn können, durch die Annahme aber mindestens 6 Monate gebunden find, mit der Möglichkeit, es .auf einen Monat zu kündigen. Das Abkommen bleibt in Kraft zwischen dem Ausschuß und dem Reich bis zum 31. Dezember 1922 und wird von Jahr zu Hahr automatisch verlängert, wenn es nicht von einer der beteiligten Parteien bis zum 30. November cefünbigt wird. Wenn nach der Periode von 6 Monaten das Reich auf feiten eines Alliierten, der das Verfahren angenommen hat, Verfehlungen feststellt, so kann es mit einmonatlicher Kündigung bei dem Ausschuß beantragen, das genannte Abkommen mit dem betreffenden Lllliierten als beendet zu erklären.
Artikel 8 bestimmt, daß die Verträge, einen Mindestwert von 1500 Gottmark haben müssen und nach den Handelsgebräuchen bireft zwischen deutschen und alliierten .Untertanen abgeschlossen werden. Die so gelieferten Waren müssen ausschließlich in dem Gebiet des beteiligten alliierten Staates verwendet oder verarbeitet werden. Die alliierten Regierungen, welche das Abkommen annehmen, müssen sich
Poincar6 in London.
London, 18. Zuni. (Wolff.) Das Ban- kett zu Ehren Poincares war der Anlaß einer c indrucksvollen französischen Kundgebung. Mehr als 500 britische, französische und alliierte Staatsangehörige, Gesandte unb bevollmächtigte Minister nahmen daran teil. 'Beim Dessert begrüßte Lord Derby die französischen Gäste und erinnerte an die von Poincare der gemeinsamen Sache geleisteten Dienste^ Viscount Burnham brachte einen beredten Trinkspruch aus. „Wir grüßen den Heldenmut der Nation," agte er. Vurnham rühmt die Frauen Frankreichs, die ihre Pflicht in glänzender Weise taten. Ca - van. der Ehcf des Generalstabs erklärt, die Schlacht von Verdun werde ein großartiges Bei- picl der Widerstandskraft der franzöfifchen Truppen bleiben. Kein Lob übertreffe ihren hartnäckigen Widerstand gegenüber einer immer wachenden Zahl.
London, 17r 3uni. (Wolff.) 2n seiner Rede bei einem Bankett der britischen Gesellschaft für die befreiten Gebiete sprach Poincare feinen her-zlichen Dank für die Nächstenliebe aus, die das britische Volt trotz der wirtschaftlichen Krise bewiesen habe. Er sagte, er freue sich, daß er bei seiner Rückkehr nach London die Freundschaft, die die französische mit der englischen Nation verbindet, ebenso lebendig und stark wieder gefunden habe. „Ihre Politik," sagte er, „ist die beste von Allen. Es ist d i e P o l i t i k d e s H e r z e n s. Sw genügt, um die Mißverständnisse verschwinden zu lassen unb dic Annäherung der Geister zu bewirten. Die Staatsmänner brauchen nur Ihrem Beispiel zu folgen.“ Der Ministerpräsident wies nachdrücklich auf die großartigen Wirlungen der Freigebigkeit der britischen Gesellschaft für die unglücklichen, schwer geprüften Bevötterungen hin Er lobte besonders Lord Derby, der mit solchem
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Die Räumung Oberschlesiens.
DaS vberschlesische 'RaumungSabtommen zwilchen Deutschland, Polen und der interalliierten Kommission, ist am 15. ds. Mts., spät in der Nacht, noch unterzeichnet worden. Die interalliierte Kommission hat int Anschluß an die Unterzeichnung die neue Grenzlinie den beteiligten Machten, d h. Deutschland und Polen, notifiziert. Damit ist das Signal zur endgültigen Räumung deS Abstimmungsgebietes gegeben, die Wiederkehr Westoberschlesiens zum Mutterlande, aber auch der <hoffentlich nur .vorläufige") Verlust der östlichen Kreise der Provinz definitiv eingeleitet.
Zum Verständnis der Räumung und ihres vermutlichen Verlaufes, geben wir nachstehende Einzelheiten aus den Bestimmungen des Oppelner Abkommens wieder! Nach diesem Abkommen wird also die Räumung schrittweise und zu den Zecken und in den Abschnitten vor sich gehen, wie sie nach dem Räunmngsplan der interalliierten Kommission festgesetzt werden. Sobald die ilefccrgabc in einem jeden der Abschnitte erfolgt ist, ist in dein betreffenden Kreis die Re- gierungSgewalt der interalliierten Kommillion zu Ende. Wichtig ist die Bestimmung, wonach zunächst in jedem Kreise die Abstimmungspolizei aufgelöst werden wird, bevor die deutsche, bzw. polnische Polizei einrückt und die interalliierten Dr uppen abmarschieren, und zwar spielt sich die Räumung in jeder Zone so ab, daß am c^ten Räumungstage die Auflösung der Abstimmungspolizei vorgenommen und am zweiten Räumungstage die deutsche und bzw. polnische Polizei in die betreffende Zone geführt wird, am dritten JTagc werden die interalliierten Druppen abrücken und am vierten -Tage der Einmarsch der deutschen bzw der polnischen ."ruppen vor sich gehen. Die deutsche bzw. polnische Polizei, steht bis zu dem Zeitpunkt, in dem der interalliierte Kreisten- frcUeur den zu räumenden Abschnitt verläßt, unter dessen Oberbefehl. Sobald in den einzelnen Kreisen das liebergabehntofoll unterzeichnet ist, werkten die alliierten Fahnen entfernt und die deutschen bzw. Polnischen Fairnen unter den üb» lichen Ehrenbezeugungen gehißt. Der Zvlldienst an der neuen deutsch- polnischeu Grenze tritt drei nette Sage nach der Notifizierung in der im Genfer Mkvmmen vorgezeichneten Form in Kraft, cbensc der Post-, Fernsprech- und Eisenbachndienst, letzterer jedoch mit der Einschränkung, datz die interalliierte Kommission bis zum Äbtransport ihres Personals und der fetzten alliierten Truppen die Oberaufsicht über die Eisenbahnen behält. Dic rfsizielle ®cfamtübcrgabc de. Regierungsgecvalt erfolgt jeweils am Sitze des letzten an Deutschland oder Polen zu über gebeulten Kreises; für den deutschbleibenden Seil in Oppeln. Nach der Gesamtübergabe verläßt die interalliierte Kommission sofort das Llbstimmungsgebiet.
Die Dauer der Räumung wird, wie schon bereits angchlnbigt, 24 Sage betragen und hat am Samstag, dem 17. ds. Mts. begonnen. Entsprechend dem Abkommen und dem Räumungsplan der interattiierten Kommission wurde daher am Samstag nur die Abstinnnungspolizei in den Kreisen Kreuzburg und Oberqlcgau, sowie in Kattcwih-Stadt und -Land aufgelöst.
Am Sonntag kam die polnische und deutsche Polizei in die betreffenden Gebiete und zwar von Steutfdttanb je eine Hundertschaft in den Kreis Kreuzburg und den Kreis Obcrglogau. Am Montag rücken aus den betreffenden Kreisen die interalliierten Truppen ab, am Dienstag die deutschen bzw. die polnischen Truppen ein.
An der Wiederbesetzung des deutsch bleibenden Teiles von x)bcrffIcficn nehmen folgende deutsche Tnippenverbände teil: Das halbe 1. Bataillen des Infanterieregiments 7 in "Brieg, das 1. Bataillon des Inf -Rgts. 5 in Stettin, das 2. Bataillon des Inf.-Rgts. 12 in Quedlinburg, das Reiterregiment 7 in Breslau-Ohlau, das Reiterregiment 11 in Lüben und Neustadt O. S., die 1. Batterie des Art.-Rgts. 2 in Stettin, die 1. Batterie des Art.-Rgts. 4 in Halberstadt. Die Leitung dieser Verbände liegt in den Händen des Kommando st abes Oberschlesien, de'sen Kommandant Generalmajor Freiherr v. Lede- bour, Kommandant von Breslau, fein wird. Bon den angeführten Truppenteilen verbleiben ständig in Oberschiesten: das halbe 1. Bataillon des Inf. Rgts aus Brieg nut dem Standort Oppeln, die 4. Eskadron des Reiterregiments 7 aus Ohläu mit dem Standort im Restkreise 5hiblinitz. Blutiger Zusammenstoft mit Franzosen.
Hindenburg, 18 Juni. (WTB.) In BiSkupiy iift es heute zwischen einem Apo- Tommanbo, das die Gemeindewache abgelöst hatte, unb einer Heineren französischen A b- teilun g zu einem blutigen Zusamme n- stoß gekommen. Eine größere Anzahl von Zivilisten ergriff die Partei der Apobeamten. worauf es zu einem Feuergefecht kam, in besten Verlauf drei Zivilisten getötet wurden. Ein vierter wurde sc schwer verletzt, daß er kurz darauf oerflar.
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bemühen, die Wiederausfuhr der Waren zu verhindern. Die Verträge müffen sofort nach ihrem Abschluß von dem Wiedergutmachungsausschuh genehmigt werden, der sie der deutschen Regierung zur Kenntnis bringt Diese vorläufige Genehmigung wird endgültig 14 Tage nach der Benachrichtigung, falls eine der beteiligten Regierungen nicht unter Darlegung der Gründe die Zurückziehuna der torläu igen Genehmigung beantragt, erteilt Die endgültige Genehmigung verpflichtet das Reich, sofort die Ausfuhrerlaubnis zu erteilen. Der deutschen Regierung wird durch den Wiedergutmachungs- ausfchuß zu Lasten der intcrcfficrten alliierten Regierung der Gegenwert in Goldmark der von ihr vorgelegten Summen gutge- schrieben.
Eine Anlage A gibt eine Liste (die monatlich neu festgelegt werden soll) derjenigen Artikel, deren Ausfuhr gegenwärtig verboten ist. Eine Anlage B gibt eine Aufstellung der Waren, bei


