(Sin Zwischenfall in Gletwttz.
Gleiw itz, 18. April. (WTD.) Nachmittags 4 Hfcr wurde der als Polenführer bekannte pral- lische Arzt Dr. Styczynski in seinem Sprechzimmer in der Ricvlaistrahe erschossen. Die interalliierte Kommission verhängte über die Stadt und den Kreis Gleiw ih sowie über den Kreis Hindenburg den Belagerungszustand. Sämtliche Lokale müssen um 8 illjr abends schlleßen. Der Straßenverkehr ist ad 9 Ahr verboten.
Der Sachverständigenausschutz der Reparcrtskommission.
Paris, 18. April. (Havas ) Die Je- parationskommissivn veröffentlicht folgendes C-ommuniquö:
Die Aepavationskommission hat bereits ihre! Entschl e .ung bkn tg ge en, einen S a ch v e r -| standigenausschuß zu bilden, der eine Prüfung vornehmen und ihr einen Bericht oorlegen soll über die Bedingungen, unter welchen die deutsche Regierung in der Lage wäre, ihren Der- pfllchtungen, so wie sie durch den Bertrag von Versailles und durch den Zahlungsplan vom 15. Mai 1921 festgesetzt sind, nachzukommen und im Auslande Anleihen aufzu e'tmen, deren (SrgebtiS für den teilw-isen Rückk^s des Kapitals der Reva> ationsschuck) verwend.t werden soll. Der Ausschuh ist nunmehr geblldet worden und besteht aus folgenden Herren: D e l a- c r o r x, Vorsitzender, d'Ameglro, Bisse rtiig, Sir Robert Kimbersley, Sergent und Bergmann. Da die Kommission außerdem wünschte, dah sich der Ausschuß arf die Erfahrungen und die Ansicht der Finanz- kreise der Bereinigten Staaten stützen könne, hat sie Pierpont Morgan ersucht, Mitglied des Ausschusses zu werden. Die erste Zusammenkunft wird wahrscheinlich in den ersten Tagen des Mai in Paris stattfinden.
Der Abbau derKontroMnstanzen.
Berlin. 18. April. (Wolff.) 3m Laufe des zweiten Osterfeiertages ist im Auswärtigen Amt eine Bote der D o t s cha f t er k o n f e - renz eingegangen, die sich mit der künftigen Du.chmhrung der militärischen Bestimmungen des Friedensvertrages beschäftigt.
3m ersten Teil bestätigt die Dole, dah die Lustfahrt-Kontrollkommission mit dem 5. Mai iht.e Tätigkeit einstellen wird. Sie teilt mit, dah die alliierten Mächte nunmehr die Degrisssbestimmunten zur U le sch idung der zivilen und der verbotenen militärischen Luftfahrt, zu deren Anerkennung Deutschland sich durch die Annahme d s Londoner Al ima ums verpflichtete, festgesetzt haben. Die Definitionen werden in der Anlage zu der Bote mitgeteill. Die Botschafter- konferenz benachrichtigt die deutsche Regierung endlich davon, dah die Üleberwachung und Einhaltung jener Begriffsbestimmungen, der sich Deutschland ebenfalls durch die Annahme hes älltimatums fügte, durch ein alliiertes © a = ran tiekomitee mit dem Sitze in Berlin ausgeübt werden soll. Der Fortfall auch dieses Komitees ist für Anfang 1925 (Ablauf der eisten Okkupationsperiode), in Aussicht genommen worden. Die Einzellteiten über seine Zusammensetzung. Funktionen und Befugnisse sind ebenfalls in der Anlage enthalten. Die Kosten tragen die alli- lierten Mächte.
3n dem zweiten Teile wirft die Rote die ^Frage der künftigen Kontrolle des Land- . Heeres und der Marine auf. Sie schlägt vor, dah 'nach Erledigung der dringendsten schrotenden Aufgaben der Mllitär-KontrvlÜommission an deren Stelle ein Militärgarantiekomitee von geringem Umfange und mit beschränkten Befugnissen nach dem Muster des Luft- fahrt-Garanliekvmitces treten solle Das Rähere über die Organisation dieses Komitees sowie die Angaben über die noch tu erledigenden schwebenden Ausgaben der Kontrollkommission sind in zwei weiteren Anlagen niedergelegt Bei der Marine ist ein ähnliche Komitee nicht in Aussicht genommen. Es wird mitgeteilt, dah die Tätigkeit der jetzigen Marine-Kontrollkommission voraussichtlich üi nicht ferner Zeit abgeschlossen sein wird.
Die Tagung des internationalen Gewerkschasts- bundes.
Berlin, 19. April. Wie der „Vorwärts" meldet, tourbe die Tagung des internationalen GewerkschaftsbundeS gestern beendet. Gs wurde eine umfangreiche Resolution angenommen, die zur D. handln g der gegentoärt gen eurcp ischen W rtschaftslri e eine internationale Zusammenarbeit aller Bölter fordert und es für notwendig halt, dah Auß - land ohne Vorbehalt auf der Grundlage der Gleichberechtigung feine Stellung unter den europäischen Rationen wieder einnimmt. Die Resolution forbert weiter die Annullierung aller Kriegsschulden und schlägt die Gewährung von Krediten auf Grund einer internationalen Anleihe vor, deren Ertrag unter Kon-
Feuilleton.
Der Palazzo di Sau Giorgio iu Genua — die Statte der Konferenz.
Roch feine der vielen Konferenzen, Ke in den letzten Zähren stattgefunden haben, hat an einer geschichtlich so derstwürdigen und künstle- risch so großartigen Stätte getagt wie die von Genua. 3n dieser allen Stadt der Paläste hat man den schönsten und ältesten ausgesucht, ». a« mit in ihm über die Geschicke der Mell beraten werde. Der Palazzo di San Giorgio ist Oer einzige blutende Palast aus gotischer Zell, den Genua besitzt. Diesen großartigen Dau, mit dem der stolzeste Seil der genuesischen Geschichte aufs innigste verknüpft ist, wurde in echter Pietät allen Reuerungsgelüsten späterer Geschlechter zum Trotz in seinem ursprünglichen Zustand erhallen Und hat auch die letzten Restaurierungsarbellen vor etwa 15 Zähren glücklich überstanden. Es war um das Jahr 1270, dah der damaligeBürger- meifter, der Capitanv del Pvpolo Guglie'.mo Bocoanegra dem namhaftesten Baumeister, Den Genua im 13. Jahrhundert besessen, dem Frate Oliviero, den Auftrag erteilte, ein Stadthaus zu errichten. Es sollen bei dem Dau Trümmer der venezianischen Kirche des Hellandes in Konstantinopel Verwendung gefunden haben. Telle eines Gotteshauses, das die Genuesen bei ihrem kühnen Zug gegen die Hauptstadt des byzantt- nischen Reiches aus Rache für die Erstürmung von Acri zerstört hatten. Zwei Lötvenköpfe an
trolle deS Völkerbundes dazu verwenoet werden soll, den verarmten Staaten die Mittel zur Wiederaufnahme der normalen industriellen und kommerziellen Tätigkeit zu verschaffen. Weller wird das Verlangen auf Revis to n der Friedensverträge nachdrücklich erneuert. Die Ent- schlretzung verlangt schließlich eine internationale Kontrolle für Die Verteilung der für 3nbu)trie und Landwirtschaft wichtigen Rohstoffe. (Sine in- umgängliche Vorbedingung für den Wiederaufbau Europas fei die Abrüstung.
Dringende Mahnungen eines amerikanischen Finanzmannes-
Reu York, 18. April. Internationale Bankiers sind hier der Meinung, dah die volle Frage der Reparationen zur Diskussion und Erledigung in Genua vorgebracht werden sollte. Man fühlt in den diesbezüglichen amerikanischen Kreisen, dah die kürzlichen Forderungen an Deutschland in einer nationalen Dankerotterklärung Deutschlands resultieren werden, wenn nicht einige Aende- rungen gemacht werden, die Ls Deutschland erlauben, finanziell wieder festem Fuß zu fassen. Mr. Malcolm Sumner, eine der führenden Autoritäten der Internationalen Finanz erklärt, daß wenn diese Forderungen der Alliierten Deutschland gegenüber nicht mit gesundem Menschenverstände (cvmmon sense) in Genua revidiert werden, Deutschland einer nationalen BankerotterklLrung ins Gesicht schauen muh; die ganze Welt mühte dann die Konsequenzen davon tragen. Mr. Summer malt die Möglichkeiten eines solchen deutschen Bankerotts in sehr dunkeln Farben. „Solch eine Katastrophe wird in sich tragen die allerschwerwiegendsten Konsequenzen nicht mir für Europa, sondern auch für die Cßere i igte i Staaten. Solange wie die Zahl- krast bei Deutschen und Russen nicht auf dem Markte vertreten ist, wird der leidige Effekt davon auftjedenamerikanischenFar- mer.KaufmannundArbeiter zurückfallen. — Der Finanzsachverständige führt weiterhin aus, dah, wenn man Deutschland in finanzieller Hinsicht nicht wieder auf die Füße helfen würde, so daß ics seine Reparationen an Frankreich und England bezahlen fkann, die Bereinigten Staaten sehr geringe Aussicht hätten, irgendwelche Beträge von den riesigen Summen einziehen zu können, die die Alliierten an Amerika zu zahlen haben. Mr. Sumner deutet schließlich auf das immerwährend sich vergrößernde Des zit im deutschen Budget und die daraus resultierenden Ausgabe von Millionen von weiteren Papiermarks hin, bis die Zahlkraft der Währung Deutschlands so minimal ist, daß sie keinen Kaufwert im Ausland überhaupt mehr habe. Etwas müßte unbedingt getan teert en, e.E ärt tie er erste Finanzsachverständige, um einem Ruin der Zentralmachte vorzubeugen, oder aber der Rest der Welt wird diesen nicht lange überleben.
Kapp und Iagow.
Berlin, 18. April. Wie der „Bor- värts" meldet, ist Kapp, der an einer Augenkrankhell leidet, der Leipziger Uni» Lersitätsklinik zugeführt teorden, too seine Haftfähigkeit geprüft werden soll. Wie die Blätter mitteUen, macht v. Iagow von seinem Gvllnower Festungsgefängnis aus den Versuch, auf dem Wege einer ausführlichen Lrllik des gegen ihn ergangenen reichsgericht- k.chen Arteils die Rotwendigkeit einer Wiederaufnahme deS BerfahrenS darzutun. Ec behauptet in der Schrift, bei der Llebernahme des Ministeriums des Innern in gutem Glauben gehandelt zu haben, da er sich nur für den Fall eines KoalitionSministeriumS zur Aeber- nahme des Ministerpostens bereit erklärt habe. Das Reichsgericht wird zu entscheiden haben, ob eine neue Tatsache im Sinne der Sttaf- prozeßordnung gegeben ist, die geeignet ist, zugunsten des Angeklagten den Arteilsspruch zu beeinflussen.
Kapp verhaftet.
Stettin, 18. April. (Wolff.) Gestern ist Kapp, der, von Schweden kommend, in Saßnitz eingetroffen war, beim B-erlassen des Fährschiffes verhaftet worden. Er wurde mit dem V-Zug über Sttalsund-Berlin nach Leipzig gebracht.
Aus dem Reiche«
Augestelltellstreik in Hamburg.
H a m b u.r g, 18. April. (WLB.) In einer abends abgehaltenen öffentlichen Versamm- lung der Bersicherungsange stellten
der Fassade,' dessen einer das Datum 1250 trägt, stammen vielleicht von dieser Kirche und erinnern an diese Tat der Genuesen. 1451 tourbe der Palast zum Sitz der Dank von San Giorgio, die Hochburg jenes Geldwesens, mit dessen Einführung in die moderne Kultur die Genuesen bahnbrechend gewesen sind. Waren sie es doch, die Beim ‘Beginn des kapitalistischen Zeitalters das Dank- und Dörsenwesen zuerst ausbildeten. 3r» Palast von San Giorgio sahen nun die tüchtigen und vaterlandsliebenden Männer, die de, damals bereits drohenden politischen Rie- detzgang der Republik Genua noch eine Zeitlang aufäielten. Die Dank war lange Zeit daö eigentliche Rückgrat des genuesischen Staates; in ihrem Desih unb in ihrer Verwaltung oefanLen sich die groben Eroberungen am Schwarzen Meer, in der griechischen Inselwelt, in Kleinasien und Ligurien, die dem Staate Genua untertan waren. So umschließt der wundervolle Dau den eigentlichen Kern der genuesischen Geschichte, und er ist ein prächtiger Rahmen dieser großen Ber» gantzenhell mit seinen auf Säulen ruhenden 2Ir» labtn, über denen ein Spitzbogenfries hinlauft, mit den beiden wuchtigen Geschossen, deren unteres von vierteiligen, deren oberes von dreiteiligen gotischen Fenstern belebt wird, mit dem feinen Krantzgesims des Daches, über das die mächtigen Zinnen so wehrhaft und stolz auf- ragqn. Das unterste Geschoß besteht aus Steinquadern, während die beiden oberen ein Dack- steilchau in der natürlichen Ziegelfarbe sind. An
Hamburgs wurde mit allen gegen eine Stimme beschlossen, morgen in den Streik zu tteten.
Gin politischer UeberfaU im D-Zug.
Berlin, 18. April. Das „B. L." meldet: Gestern früh wurde der Leutnant Herbst ein Angehöriger des Freistaates Danzig, im O-Zuge von Berlin nach München, kurz vor Passau, mit Chloroform betäubt und sämtlicher Papiere beraubt. .Geld und Wertsachen blieben unberührt. Herbst, der früher dem Freikorps Lützow 'angehörte, ist seit einem Jahr Kurier der Abteilung des Oberleutnants Hejas, der an der Spitze des Vereins der erwachenden Ungarn steht. Er sollte im Aufttage des russischen Generals Hörschelmann, der kürzlich wegen monarchistischer Umtriebe aus Warschau ausgewiesen worden war und sich nach Danzig begab, zwei Briefe politischen Inhalts von Danzig zu Hejas bringen. ES wird angenommen, dah der Lleberfall von bolschewistischer Seite auSge- führt wurde.
Ermordung rweier Türken in Berlin.
(Berlin, 18. Avril. (WTD.) Heute nacht kurz nach 12 Ahr wurden in ber LIhlanb- strahe Die türkischen (Staatsangehörigen Djemal Asmy Dey unb 2 aha Ed- bin Chakir ermordet. Djemal Asmh Dey war früher Generalgoavernxur von Trapezunt, Daha Cddin Chakir leitendes Mitglied des türkischen Komitees „Union et Progrös". Die Mordtat Dürfte aus politisch: Deweggrunre zurückzuführen sein. Sie ist vermullich von hier lebenden Armeniern verübt worben. Rach Aussagen von Augenzeugen kommen als Täter drei schlanke, mittelgroße, bunfelblonbe Leute im Alter von 25 bis 30 Jahren in Betracht. Diese Drei Leute flüchteten unmittelbar nach ber Tat von Der Ülhlandstraße nach ber Ludwigkirchstraße. Am Tatorte wurde eine amerikanische Mehrlade- pistvle gesunden. Der Poli;eiviäftbent sichert demjenigen eine Belohnung von 20 000 Mk. zu, der zur Ermittelung ber unbekannten Mörder beiträgt
Berlin, 18 April (WTD.) Zur Ermor- bung Djemal Asmy Deys unb Daha Eddin Chakirs wirb noch mitgeteilt: Djemal Asmy Dey wohnte seit drei Jahren mit seiner Frau unb brei Söhnen und Daha Eddin Chak'ir mit Frau unb zwei Kindern in ‘Berlin. Beide Fimilien sowie die Witwe des ermordeten Talett Pascha nahmen gestern abend an einer von dem früheren Gmevalgouverneur Den Deiruth A5mh D-ey t>eran falteten Familienfeier teil. Als die Teilnehmer nachts nach Hause zurückkehrten, traten aus einer Türnische zwei Manner heraus, die zunächst die in ber Mitte gehende Witwe Talaat Paschas zurückrissen und bann Djemal Asmy Dry unb Daha Eddin Cftakir durch Schüsse niederftreckten Dte F auen unb Kinder b-achen vor Schreck zusammen oder verfielen in Ech-eikrämpse Ein Schankwirt, ber einen der davonlaufenden Männer verfolgen wollte, mußte bavon Abstanb nehmen, da dieser zwei Schüsse auf ihn abqab.
Berlin, 18. April. (Priv -Tel.) Die »Voss. Ztg." meldet: Zusammmhmrend mt der Ermordung ber beiden ju g ü kischen Politiker in ber ülhwndstraße wurden heute vorn t ag verschiedene Armenier von der Berliner Äri» wi-alpo i ei verhaftet Die Pe hafte en sind Mi alieber einer armenischen Gehrimoraanisation. Die in Berlin regelmäßige usammenkünfte veranstaltete. Es sollen zahlreiche wei.ere Verhaftungen bevorstehen.
I.- r.KgaaBPgaagwi
Aus und ücmb.
Gießen, Den 19. April 1922.
** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 8. April der Schulamtsanwärter Otto Ludwig aus Alfa zum Lehrer an der Volksschule zu HopfmannSfeld, Kreis Lauterbach. — In den Ruhestand versetzt wurde am 10. April der Rektor an der VollSschule zu Offenbach, Valentin R i c o - lai, unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste vom 16. April 1922 an.
tt Der Oberhessif che Bienenzüchterverein hielt am 3. Feiertage im Hotel Schütz seine diesjährige Ausschußsitzrng ab, die trotz des schlechten Wetters und der teueren Fahrpreise gut besucht war. Von den 25 Zweigvereinen waren 21 durch Abgesandte Oertreten. Rach der Eröffnung und Begrüß ing ber Versammlung durch den Dorsi e iben, Lehrer Buß- Leihgestern, erstattete bi f.r den Jahresbericht Die Mitgliederzahl "beträgt 1886, bi; Rechnung von 1921 schließt mit einem lieber- schuß von 3253,24 Mt ab. auf dem aber eine Schuldenlast von über 5000 Mk. ruht, die der Druck der „Diene" veranlaßt Das Erntejahr in Honig war ziemlich gut, der Preis des Honigs entsprach aber nicht der allgemeinen Wertsteigerung. Für dieses Jahr ist der Preis auf
den Räumen des Innern ist die Zeit natürlich nicht spurlos vorübergegangen, doch befindet sich zu ebener Erde noch der alte gotische Saal mit seinen vorttefstich restaurierten Wandmalereien des 13. Jahrhunderts. Der schönste Schmuck des Ganzen sind die Marmorbilder der Hervorrageno- flen Männer Genuas, die hier angebracht sind Und ein Pantheon ber genuesischen Geschichte bar- stellen. Diese Ehrenstatuen haben die besten Bildhauer der Stadt geschaffen, und man kann die Entwicklung der genuesischen Kultur an diesen berühmten Werken am besten verfolgen, kann auch zugleich erlernten, wie die schlichte Einfachhell und urwüchsige Kraft allmählich dem äußeren Prunk unb der leeren Geste wich, die den Riedergang Genuas verursachten. Die Halle des Palazzo sollte nach seiner Einrichtung als Bank einen Schmuck erhallen, der in ber Verherrlichung der besten Bürger dem stolzen Selbstbewußtsein ber Renaissance so natürlich war. So schuf denn um die Mitte des 15. Jahrhunderts ber Bildhauer Michele d'Aria vier meisterhafte Statuen, und im 16. Jahrhundert folgten ihm mit ebenbürtigen Leistungen Tamagnmi, Pace Gaggini, Giangiaomo, Vasoldo u. a_, die hiermit das Großartigste ber genuesischen Bildhauerkunst geschaffen haben.
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Von den Frankfurter Bühnen.
' Frankfurt a. M., 18. Aprll. Der Aufsichtsrat der städtischen Bühnen hat in An-
30 Mk. für das Pfund von ber Verbands- Vorstandssitzung festgesetzt worben. Die 212d)- nungsablage des Rechners Lehrer Mergott- R i d d a ergab in Einnahme 22 628 Mt, in Ausgabe 19 3Z5 Mt Die Vereinszeitschrift „S12 Diene" erschien seither in dem Umfang von 24 Seiten, sie wird jetzt nur noch 16 Seiten enthalten. Vom 1. März ab ist die Postuder- Weisung der ^.Diene" eingeführt, was eine große Ersparnis für den Verein bedeutet Rach eingehender Besprechung ber Rechnung wlld dem Rechner Entlastung erteilt — Herr Runk- Oberkleen teilt mit, daß bie Ausstellung in Frieböerg mit einem Defizit adschloß. das ber Wetterauer Zweigverein aus feiner Kasse gedeckt hat. Der vom Vorsitzenden vorgetragene Voranschlag (in Einnichme unb Ausgabe mit 40 375 Mk.) wird einstimmig angenommen. Der Druck der versteinerten „‘Biene“ ist mit 26 000 Mark, der Versand derselben mit 7700 Mt vor-^ gesehen. Der Gehall des Rechners., wird auf 7500 Mt festgesetzt Die WanderversamnkkOng des Verbandes findet dieses Jahr in Efchwege statt, bie üblichen Lehrgänge in Hirzenhain werben wieder abgehalten, aber ohne Vereins»Zaschüsft für die Teilnehmer. Der Vorsitzende berichtet über seine Bemühungen um der Zuckerversorgang Eine weitere Lieferung steht in Aussicht Ein Antrag des Zweigvereins Schlitz auf gemein* famen Bezug des Zuckers durch den Harptverein wird dem Vorstand zur näheren Erwägung an* heimgegeben. Zur Bekämpfung der im Vercll s> gebiet stark aufgetretenen Faulbrut bei Den Bienenvölkern schlägt Oberamtsrichter Klietfch- Büdingen vor, auf Vercinskosten die Lösche Lichtbilderserie über Bienenkrankheiten in den Vereinen bekannt zu machen, ein Vorschlag, bei einstimmig angenommen toirb.
Koriin tuen.
— Lageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 7 llhr: „Das Dreimäderlhaus". — Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis von San Francisko" unb „Wiebererwachen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Verschwörung zu Genua".
— Zum Besten ber bedürftiger- Elsaß-Lothringer Gießens findet, wie schon erwähnt morgen abend im Kathol. Vereins- Haus eine Wiederholung des klassischen Lustspiel- Abends der Waldbühne statt, die Goethes „Wette" und Körners „Detter aus Bremen" sowie elsässische Tänze in Rcllivnallostüm bringen wird. Die Tänze, die von vertriebenen Elsah- Lochringem sowie von Mitgliedern unb Gästen ber Waldbühne getanzt werden, sind in Gießen noch nicht gezeigt worden. (Siehe Anzeige.)
Landkreis Ziesten.
L i ch 17. April. Das k i r ch l i ch e Leben an den Feiertagen war äußerst rege. Die Gottesdienste waren stark besucht Kirchenchor und Chorschule verschonten die kirchlichen Feiern durch Lie- d rvorträge. — Der alle Brauch des Eierwerfens auf der „Osterwiese" konnte nur gestern ausgeübt werben. Die schlechte Witterung am zweiten Cftertage lieh bie Iugenb nicht in ben vollen Genuß der Osterfreuden kommen. — Am Karfreitag weilte ber Dau ersche Gesangver- e i n von Gießen nach einer Wanderung als Gast bei der hiesigen „Cacilia". Die befreundeten Vereine verlebten zusammen einige sangesfrohe Stunden, wobei herzliche Worte der Begrüßung gewechselt würben.
/V Röthges, 18. April. Zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen soll aus dem Friedhof ein Denkmal errichtet werben. Es hat sich ein Ausschuß unter ß.iUng DeS Bürgermeisters Metzger gebildet Eine Oitbfommlang ergab etwa 5000 Mt
Kreis Lauterbach.
rr. Schlitz, 18. April. Ein sch wer er Ein» bruchsbieb stahl würbe in ber Rächt in bem Betrieb des hiesigen Ziegeleibesihers Jakob L a ch m a n n ausgeführt wobei die Einbrecher 2 Treibriemen im Werte von fast 15 000 Mk. erbeuteten. Ein von einem Kriminalkommissar aus Fulba auf bie Spur ber Diebe gesetzter Polizeihund führte mll großer Sicherheit nach Bab-Salzschlirf nach bem Bahnhof. Es konnte durch bie Rachforschungen der Polizei festgestelll werden, daß Einbrecher aus Fulda hier ihre Hände im Spiel hatten.
△ Oder-Moos, 18. April. Vollständig leer waren voriges Jahr bie beiden großen Fischteiche bei unterem Dorfe. Infolge ber anhaltenden Ri dersl.I ge Haden sich die oeiden etwa 200 Morgen großen Decken gefüllt Es fehlt aber an den Fischen, die voriges Jahr äj Grande gegangen sind. Die Riede e'.sche Forstbehörde beabsichtigt in Kürze wieder Brut in die Teiche zu setzen.
L. Aas demMooserGrund, 18. April. 3n den Orten des Mörser Gra ides wird letzt lebhaft an ber elektrischen Dele ach - t u n g gearbeitet. Vorerst sind die Hausanschlüsse in Arbeit dann geht es an die Hebertanbleitang and die Errichtung der ülmschallchäuschen.
Starkenburg und Rheinhessen.
* Offenbach 18. April. Ein gefährlicher Fahrraddieb verhaftet Der 22jährige, vielfach vorbestrafte Paul Strecke n- b e r g e r bot vor einigen Tagen einem hiesigen
erkennung der Verdienste um bie künstlerische und wirtschaftliche Leitung der Bühnen Frankfurts, die drei Vorstandsmitglieder Direktor Dr. Ernst Lort zum Intendanten der Oper, Verwaltungsdirekwr Otto Müller- Wieland zum Direktor der städtischen Bühnen, und Direktor Richard Weichert zum Intendanten des Schauspiels ernannt.
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— Ein Hochzeitsglückwunsch Voltaires. Ein ebenso origineller wie geistreicher Glückwunschbrief Voltaires, ber damals bretunb- achtzig Jahre war, aus bem Oktober 1777 wird im „Journal des Döbats" veröffentticht Der Dichter Marmontel hatte damals geheiratet, und Voltaire beglückwünschte ihn durch ein Billett, das jetzt in einer Versteigerung ausgetaucht ist. „3ch mache Ihnen mein Kompliment, mein lieber Kollege," schrieb der Greis von Femey. „Jedenfalls ist mir lieber, daß Sie heiraten als ich. Eie find für das Sakrament ber Ehe gemacht. von dem man sagt, daß es ein sehr schönes sichtbares Zeichen für eine unsichtbare Sache sei. Was mich anbetrifft so bin ich für bas Sakrament ber letzten Oellrng gemacht Aber ich werde nur mit dem Leben die herzliche Gesinnung verlieren, bie ich für Sie hege."


