Ausgabe 
18.1.1922
 
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Nr. (5 Zweites Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Mittwoch, (8. Januar 1922

.'^.>^1...., Jill III1H , II ,, BUHIIIIII1M------, ---

Jugend und Partei".

gehalten werden.

G.

6- Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Steife!1

(Fortsetzung folgt.)

der über

2lm Spätnachmittag hielt der erweiterte Vor stand des '.Reichsve banDes ter Deutschen WinDb

Tie Frau Mutter ist jach hochgesahren, hat abwehrend die Hände zur Zimmerdecke empor» gestreckt. 3n das schörre Gesicht der Steife aber ifi das Blut geschossen. Die Schwestern Haden aufgejubelt, und die Lore, daS Küken, hat als Zugabe in die Hände geklatscht, als ob sie nicht in der Gieieschen Mansarde, vielmehr im Königlichen Schauspielhause wäre und Herr IsflanD splelle.

Ist ja gar nicht daran zu denken," sagt die Mutter endlich.Liede Frau von Dachroeden . die Kosten i Wie sollt' ich das arrangieren, allein schon mir den Toiletten für die Steife? Der Luxus in Wien soll ja unerhört fein."

Die kleine zarte Frau lächelt wieder listig und lustig, beugt sich ein weniges vor:Run, das ist wohl nicht so arg, wie Sie sich das vorstellen Tie liebe Luise wirkt auch ohne große Toiletten, mutz fct). bemerken, ohne sie eitel machen zu wol­len. ülnd zudem hat mir mein Schwager, der an alles denkt, nicht nur an aie Schicksale des Preußischen Staates, eine stattliche Anweisung auf sein Bankhaus Splittgavber geschickt . . , das langt für uns beide."

Ich kann doch kein Geschenk annehmen von dem Herrn Staatsminister."

Aber aber Hebe Frau von Giesel Ich bin's ja, die bittet. Recht herzlich 'bittet, das) Sie mir die Steile mitg.ben, Ja . . und übrigens, da bin ich vorhin unserm verehrten alten Papa Blücher Unter den Linden begegnet. Er blieb stehen und machte sein Späßchen, und ich

men:Aus gute Reisekameradschast, Steife! Und auf Du und Du!"

Die Blüchernichten.

Vornan von HannsvonZobeltitz.

D i e Spiele um die Mittelbe ut- sche Fußball-Meisterschaft treten jetzt wieder in den Bordergrund des Interesses. Arn 12. März treffen sich in Leipzig Rorbwestsach- fen und Elbelreis, In Chemnitz Mittel- und Westfachsen und inDresdender Saalekreis und Ostfachsen. Am 19. März begegnen sich in Mitt­weida Thüringen und Mittelfachfen, in Magdeburg Ostfachsen und der Elbekreis und in Plauen West- und Rorbwestsächsen. Am 26. März spielen in Erfurt Thüringen und Saalekreis, in Leipzig Mittel- und Ävrdwest- sachsen und in Dresden West- und Ostfachsen. Am 2. April stehen sich in Glauchau West- sachsen und Thüringen, in Chemnitz Ost- und Mittclsachsen und in Halle der Saalekreis und der Elbekreis gegenüber. Am 9. April treffen sich der Saalekreis und Westfachsen in Halle, Thü­ringen und Rorbwestsächsen in Jena und der Elbekreis und Mittelfachsen in Magdeburg. Der 16. April vereint Rorbwestsächsen und deu Saalekreis in Leipzig, Thüringen und Ostsach- fen in Erfurt, sowie Westfachsen und den Elbe­kreis in Zwickau. Die letzten Spiele finden am 30. April zwischen Ost- und Äordwestsachfen in Dresden, Eaalekreis und Mittel!achsen in Halle, sowie Elbekreis und Thüringen in Magdeburg statt.

Deutsche Fußballer in Spa» nicn. Der deutsche Fußballmeister 1. F. C.

Acht Tage später hat barm die Extrapost in der Breitenstraße gehalten. Große gelbe Riefenkutsche, tief in den Federn hängend, mit dem preußischen Adler auf den Schlägen. Aus dem hohen Bock der Sch vag.r Postil ton; das runde Horn an der Seite, die lange Peitsche auf den rechten Schenkel gestützt. Bier Gäuler davor Gar zu viel Hafer hatten sie nicht gekriegt, sinte­mal das Sutter nach dem Kriege spottrar ge­wesen. Aber immerhin: sie waren noch passabeb

Trinrven sah die zierliche Frau von Dach­roeden, auf dem Rück ih die Zofe. S e tpar- tekn. Schon wurde der Koffer von Fräullln Steile heruntergeschleppt. Ter Diener in der Dachroe'enschen Li;ree verstaute ihn hinten mit denen feiner Gnä.igsten, schnürte ihn m.t mäch­tigen Stricken fest und mit Hui und Ho.

An allen Fenstern ringsum guckten die neu­gierigen Gesichter. War doch ein Ereignis: von den Gie>s verreist jemand; mit der Extrapost llnb der galonierte Diener! Man denke! War fast, als ob der Fürst von Wahlstatt, Alt-Blüchers durch die Straße r<i:e.

Unb nun kamen die Gwfemädels. D'e Frau Frau Mutter war oben geblieben nach l^fiicm Abschied, dem sogar ein Tränchen nicht fehlte Ader die Schwestern ließen s.ch's nibt nehmen, die Aelteste bis zum Wagen zu geleiten. Also Luise voran, sehr stattlich im Pelzmantel und Pelsbarett, gleich hintendrein der Schwarm, wie die Hummeln. Run war sie drin, nun ' noch ein Handkuß für die schlanke Frau, nun noch

chester schöne, gute Musik zum Dortrag brachte. - Dicker Schnee bedeckt wieder zur Freude aller Wintersportler unsere Fluren. Hoherodükvpf, Obecwald glänzen hn prächtigsten Raureif. Sic Ziehung unserer Schottener Kirchenbau­lotterie wurde auf den 20. Februar 1922 verlegt. 3m Jahr 1921 verstürben In un­serer Stadt 29 Personen, 52 wurden geboren, 26 Heiraten fanden statt.

& Laub2ch, 16. Ian. Die Grippe- beginnt sich jetzt auch in unserer Gegend aus-' zubreiten. Hier find Gymnasium und Volks­schule geschlossen. Auch in den Nachbarorten. Freienseen, Groß-Eichen ustv. nimmt die Deuche zu.

In der cbm'a'ls vertrau'ichen 'Rachmittags­sitzung führte Redakteur (Smit Ritter a s Be- rät terftauer ter Programm ommiffion über d e neuen Richtlinien der deutschen Z e n- k r u m s p a r t c i etwa folgendes aus: Der Reichs- Parteitag von 1920 setzte eine Programmkom- Mission an, die nunmehr ihren Entwurf vvr- Icgt, Allerdings hat der ReichZausschuß daran mehrfach einschneidende A.'noeru gen vorgenom­men. Auch aus dem Lande lagen mehr als 100 Aenderun gsan trage vor, als die Programm- konimissivn im November 1921 zur e neu.en Re- baltion zu ammentrat. Auch \u wurden berück­sichtigt, und so entstand der heutige Entwirf. Der erste Teil enthält die Gimnbsätze der Partei, die Grundrichtung ihrer Politik. Mit dem Aus­druckPartei der Mitte" ist ihr Wesen nicht genügend gekennzeichnet. Die Zentrums­partei ist ü?r allem eine Gesmnun-'sgemeinfchyt auf positiv-christlicher Grundlage. Dazu tritt die Tradition ter Parte», das nationale Bewußt­sein. Endlich ist die innere ©truftur der Partei zu berüdfiä t g:n und hier.lt am meisten ins Gewicht, daß das Zentrum die Partei des Volkes ist ohne jcglid.rn Klassencharakter.

Darum enthält der Einleikungsteh der Richt­linien neben dem Bekenntnis zum christlichen Prinzip die bewußte Zugehörigkeit zur bettchen Volksgemcinscha.t. Wir stehen im Gegen atz zu anderen Parteien, die zwar für das Privat­leben das Christentum gelten lassen, diehohe Politik" aber von den Fesseln derprivaten" Moral befreit wissen wollen. Ralionalisti chen Egoismus, brutale Machtgedanken lehnen wir ab. Ter Staat ist eine gottgewollte Ordnung, wird ftib alsoVe -sassuigspar ei". Ad.w das natür­liche Rechst und das göttliche Gesetz sind die Grenzen der Staatsgewalt. Richt durch Ver­leihung formaler Rechte, sondern durch lebendigen Bürge.sinn wollen wir den Volksstoat schaff.n. Tie Reichsemheit ist feste Zentl-umstraditton. ebenso traditionell ist aber die Ab eh u g der zentralistischen Tendenz, die schonende Rücksicht auf das Eigenleben der Länder.

Stärker noch kommt das christliche Prt"z p bei den sozialwirtschaftlichen Probleme i zur Wir­kung. Wir vcrwer en Ne r rdivitua Ist s_ e Aus­lösung der Gesellschaft, die liberal-kapckalistische Anarchie und die sozialistische Mechanisierung des Erwerbslebens. Wir wollen die bewußte Ge- meinbürgschaft der Schicht n u d S.ände. Tie Kulturpolitik des Zentrums will die geistige und sittliche Dclisgemeinschat wieder Herstellen durch eine christlich-deutsche Vollsten ar.

einen letzten Gruß: Gute Reise! Glückliche Reise, Aoch ein zärtliches Küßchen. Roch ein Winken Mr gnädigsten Frau Mutter hinauf. Der Steter schwingt sich auf den Dock. Der Schtoager-Postil- lion schnalzt mit der Zunge, die Gäuler ziehen an. fallen gleich in Trab. Es poltert über das spitzige Pflaster. 'Aber der Schwager hat schon fein Horn an den Lippen. Durch die staunende Straße klingt's und fchmettert's:Jetzt reifen wir zum Tor hinaus ade!"

Glückliche Reise! Glü?'llche Reise!

War auch eine glückliche Reise . . .

Langsam ging's freilich, drch man hat ja Zeit. Man bettf nicht, man geizt nicht um die Stunde. Sachte geht's bergauf, wenig schneller bergab. Mal ist der Weg gut, mal ist er schlechter, mal ganz miserabel. Dann ruckelt und schuckell und wiegt der. Wagen, als ob er umfallen wollte. Tut nichts: die beiden Freundinnen rücken nur

Der Parteitag des Zentrums.

T.U. Berlin, 16. Ian. Zweiter Tag.

Am Montag fand sich der Parteitag des Zentrums zu einer geschlossenen Sitzung zusam­men. In ifrr sprach Generalsekretär Dr. Katzen- berger über Parteiorganisatton. Im Anschluß an sein Referat wurde eine Kommis­sion von Sacht erslä.ndigen und Mitgliedern der Parteileitung gebildet, Ue einen p attischen Weg linden soll, der P r e s s e durch wirtschaftliche Er­leichterungen die ihr gebührende Förderung za verschaffen.

Der Redner gab dann noch eine älebersicht über den Stand der Gesamtorganisation und machte die Feststellung, daß ter Grund zu einer einheitlichen Parteiorganisation überall fundiert ist. 21uch die soziale und wirtschaftliche Sicher­stellung der Parterbeamten sei ga.a.itiert.

Aus dem Amtsverkilndiaungsblatt.

*F DaS Amts Verkündigung blatt Rr.lv vom I ch Januar en.hart. xx)D9nung^tur= sorge. Gebühren für Schornsteinfeger. Mit­teilung von der bevorstehenden Ausführung von Bohrungen, Schachtungen und Aufgrabungen aller Art an die Geologische' Landesanstall. Aenderung der Ortssatzung über den Wasserbezug aus dem Wasserwerk der Gemeinde Bellersheim.

auch die Divtima-Briefe an Hölderlin, Gedicht­bände von Münchhausen, Stete von Strauß und Agnes Miegel. Dante-Literatur stand wegen des Jubiläums im Vordergrund. Von Romanen be­wahrten die guten älteren Schriftsteller, wie Gustav Freytag, Raabe, Keller, C. F. Meyer, Löns usw. ihre unveränderte Beliebtheit. Sodann werden die unmittelbar vor dem Fest erschienenen Romane der bekanntesten Dichter, wie Frenssen, Gauff, Ompteda, Zahn, Dloem u. a. genannt. Von anderer Seite hört man aber, daßauch die Esch- struth seltsamerweise noch viel gekauft" wird. Gute Memoirenwerke werden vielfach verlangt. Interessant ist, daß betont wird, wie sehr der Drang nach Bildung weitere Schichten ergriffen habe.Kreise, die sonst In den Buchhandlungen kaum zu sehen waren, sind jetzt dort öfters zu Gast."

£

* Die Benutzung der Liege­wagen 3. Klasse ist nach einer Verfügung der Reichsbahnverwaltung nicht nur den Rei­senden 3. Klasse Vorbehalten, vielmehr können die Wagen auch die Reifenden der 2. und 1. Klasse benutzen, wenn sie im Besitze einer Bettkarte 3. Klasse und einer Fahrkarte 2. oder 1. Klaffe find. Bezüglich der Bettkarten 3. Klasse wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, daß für sie die gleichen Be­stimmungen gelten wie für die Bettkarten 1. und 2. Klaffe. Sie sind nicht übertragbar, im Vorverkauf ist für sie eine bestimmte Gebühr (jetzt 4, nach dem 1. Februar 6Mk.) zu zah­len usw. Im Schlafwagenverkehr ist die Ge­bühr für die telegraphische Dorausbestellung von 'Bettplätzen auf 15 Mk. erhöht worden.

** Schleifen ist verboten. Das Polizeiamt weist erneut darauf hin, daß das Schleifen auf öffentlichen Straßen und Plätzen verboten ist. Die Polizeibeamten sind angewiesen, Zuwiderhandelnde unnach- sichtlich zur Anzeige zu bringen.

** Wem gehört das Fahrrad? Am 13. Januar wurde in hiesiger Stadt ein Fahr­rad beschlagnahmt, das zweifellos von einem Diebstahl herrührt. Es ist ein älteres Rad, mit schwarzem Rahmenbau, ebensolchen Fel­gen, Freilauf, nach unten gebogener Lenkstange und Radlaufglocke. Die Marke ist unbekannt, da das Markenschlld entfernt ist. SS trägt die Fabriknummer 32 153 und in dem Sattel die BezeichnungOptima" und die Rr. 248 ein­gepreßt. Der Eigentümer wolle sich bei der Kriminalpolizei melden.

' Das Geschenk der hessischen Regierung an das Pflegepersonal in Gießen, das, wie wir seinerzeit in einer Zuschrift berichteten, den lächerlich geringen Betrag von 5Mk. pro Kopf darstellte, ist nun auch, wie wir aus Darmstadt erfahren, von den Landtagsabgeordneten Ebner und Rink zum Gegenstand einer Anfrage an die Regierung gemacht worden.

Landkreis Gießen.

* Lang-Göns, 16. Jan. Die Hess. Landeswanderbühne brachte am Sonntag im SaaleAnter den Linden" in einer Nachmittag- und Abendvorstellung das MärchenRumpelstUzchen",Die Laune des ->erliebten" undDer zerbrochene Krug" zur Aufführung. Die vorzüglichen Leistungen lösten berechtigten Beifall in dem bis zum letzten Platze besetzten Saale aus.

Kreis Schotten.

b. Schotten, 17. Ian. Die neu gebildete Gesellschaft der Musikfreunde Schot­ten, die sich die dankenswerte Aufgabe gefetzt hat, gute künstlerische Musik der Bevölkerung zu vermitteln, gab in der Stadtkirche ein pracht­volles Kirchenkonzert unter Mitwirkung von Frl. Tilde Walter, einer ausgezeichneten So­pranistin, Frl. Poldi Hehl, Darmstadt, die über eine klangvolle Altstimme verfugt, Kammermusi­ker Jäger, Darmstadt (Violine) und Musik­direktor Müller, Friedberg (Orgel). Die künst­lerisch hochwertigen und ausgezeichnet wieder- gegebenen Vortragsstücke (Bach, Mendelssohn, Handel) sanden ungeteilten Beifall. Weitere Konzerte unter Mitwirkung der Heroine des Hess. Landestheaters, Frau Johanna Hesse, Darm­stadt, des Drummguartetts vom Hessischen Londeslheater u. a. folgen in Kürze, älnsere Stadt wird mit gutem Theater und guter Musst in diesem Winter reichlich bedacht. Am Samstag feierte der V. H. C. fein wohlaetengenes Winter­fest, bei dem das aus einheimischen Kräften (etwa 30 Mann stark) bestehende philharnwnifche Or-

Turnen, Sport und Spiel.

Schneesport im Vogelsberg.

Man schreibt uns.

Die Zahl derer, die glauben, man könne in unserer Gegend nur äußerst selten, geradezu nur ausnahmsweise dem Skisport huldigen, ist nicht gering^ 'Wenn man an trüben Regentagen mit feinentreaen Brettln in der Bahn fitzt, so be­gegnet man häufig erstaunten, mitleidigen oder höhnischen Gesichtern. Die Blicke richten, sich auf den Narren, derohne Schnee" mit seinen Höl­zern losfährt. Selbst Landleute, die doch etwas davon wissen müßten, wie es im Vogelsberg aussieht, glauben einen auslachen zu müssen. Dabei müßte schon ein Blick aus dem Fenster des Zuges überzeugen, daß die hoher gelegenen Derg- züge im Schnee liegen. Aber die Zahl der Men­schen, die am Hellen Tage die Augen nicht zum Sehen gebrauchen können, ist nicht gering. Sellen ist etwas geeigneter, den Blick für Oie Vorgänge und die Herrlichkeiten der Natur zu offnen als der Skisport. Der Skiläufer weiß genau: Wenn hier unten in Gießen rauher Rordwest und Regen herrscht, so kann man bei 4 Grad Celsius über Rull mit Bestimmtheit darauf rechnen, daß oben auf den Höhen des Vogelsberges Frost und Schneetreiben ist. Gibt es etwas Herrlicheres, als dem trüben Schmutzwetter der Stadt zu ent­fliehen hinauf in reine Borgtest und verschneite Wälder?

Der früher so erfolgreiche Gießener Skicteb Wintersport hatte unter Der Xlngunft des Krieges und der letzten schneearmen, trockenen Winter schwer zu leiden. Jetzt beginnt er sich wieder zu regen, und erfreulicherweise hat sich bereits eine Anzahl neuer Mitglieder gemeldet, um die ent­standenen Lücken zu schließen. Am kommenden Donnerstag findet abends um halb neun im Cafe Astorca ein kurzer Vortrag des Vorsitzenden Dr. Erhard statt: daran anschließend General­versammlung. Wenn der Wettergott ein Ein­sehen hat, so soll noch in diesem Winter außer den gewöhnlichen Skitouren auf dem Hvherods- kopf ein Wintersportfest mit Skikonterrenzen ab­

borst-Bunce eine Sitzung ab In ihr referierte der Geschäftsführer des Reichl ve.br ndes Deutschen Wind Horst-Bünde Dr. Vockel

näher aneinander, fassen sich fest um und lachen. Draußen scheint die Soirne über die verschneite Landschaft. Jetzt kommt ein Dorf. Die Leute stehen vor den Gehöften, neugierig ziehen |ie Die Mühe: eine Extrackmise muß etwas besonders Vornehmes sein. Der alle Kirchturm winkt. Die Glocken schlagen an; es ist Mittagsstunde. Die Frau von Dachroeden tesckelt mit Der Zofe. Ein Köfferchen tut 'ich auf. Sichre TeNerchen, Eß­bestecke, Mund'üch'r. ein kaltes Huhn, knusperiges Brot. Auch ein Fläschchen fehlt nicht und kleine Silberbecher. Malaga ift cs, rinnt feurig durch Lic Adern.Auf glückliche Reise. Stoß an,

Die Hessische Landwirtschafts- Kammer und ihre Schulden".

Vorn Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossen­schaften in Darmstadt erhalten wir mit der Bitte um Abdruck die folgende Zuschrift, die sich leider im Ton etwas vergreift, denn wenn der .beanstandete Aufsatz auch scharfe Wen­dungen enthielt, die ebenso entschiedenen Widerspruch herausfvrdern mochten, so war etwasUnflätiges" darin doch nicht enthal­ten. Wir sehen nicht ein, warum die öffent­liche Erörterung wichtiger Fragen, auch wenn scharfe Meinungsunterschiede dabei zutage kommen müssen, nicht in den Dahnen ruhiger und gewissenhafter Beweisführung verlaufen könnte. Die neue Zuschrift lautet:

3n dem von der Schriftleitung alsZu­schrift" gekennzeichneten Aufsatz überDie Hessische Landwirtschaftskammer und ihre Schul­den" in Rr. 5 Ihrer Zeitung vom Z. Januar L I. fallt Der in richtiger Selbsteinschätzung mit seinem Namen Im schcctzenden Dunkel bleibende Verfasser in unflätigster Weise und dazu noch ohne irgendwelchen Anlaß über das landwirt­schaftliche Genossenschaftswesen her. 'Was hat das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen mit Der Landwirtschaststemmer zu tun?! Jedermann weiß, daß sachliche Zusammenhänge zwischen beiden nicht bestehen, aber an beider Anfang stand Wilhelm Haas. Unb das genügt für den Artikelschreiber, ersichtlich aus persönlichenGrün- den, bei seinen Verunglimpfungen des Ramens Haas auch das landwirtschaftliche Genossen­schaftswesen anzuzapfen.

Wir haben keinen Anlaß, zu den die Land­wirtschaftstemmer berührenden Auslassungen irgendwie Stellung zu nehmen. Was aber das Genossenschaftswesen anlangt, sind wir zu der genauesten Nachprüfung der Angaben im­stande. Der Artikelschreiber sprächt von einem Ver­lust in Höhe von einer Milliarde Goldmark, Der anläßlich Der nunmehr länger als acht Jahre zurückliegenden Krisis im landwirtschaftlichen Ge­nossenschaftswesen entstanden sei. Run ist man ja bei allen mit ihrem Namen verschämt im Ver­borgenen bleibenden Zuträgern unerhörte Ueber- fieibungen gewohnt, aber hier ist in dieser Be­ziehung eine Höchstleistung ausgestellt, die zu über- vielen schlechtei Dings nicht mehr möglich ist. Die Verluste im hessischen Genossenschaftswesen waren seinerzeit schmerzlich genug, aber in Der Zuschrift IhresFachmanns" sind sie zu demagogischen Zwecken nicht etwa nur in doppelter oder vielleicht fünffacher Höhe, sondern mit nicht weniger als dem 200fachen (in Wortenzweihunderlfachen") 'Betrage aufgeführt. Das ist denn doch für einen Fachmann etwas gar zu stark! Besonders wenn er hinzuzufügen vergessen hat, daß die Landwirt­schaftliche Genossenschaftsbank in diesen Tagen 3/4 ihres gesamten Verlustes zurück­gezahlt haben wird unb noch weitere Rückzahlungen in Aussicht stehen!

ilnb nun nur noch ein Wort zu der Frage des Fachmannes",was Der Name Haas für Die Landwirtschaft bedeute". Wir wollen nicht etwa die vernichtende Gegenfrage stellen, aber es sei dem Fachmann verraten, daß dem von Haas be­gründeten landwirtschaftlichen Genossenschafts­wesen, der größten landwirtschaftlichen Organi­sation der Welt, in Deutschland 21 932 Genossen­schaften mit mehr al$ 3 Millionen selbständiger Landwirte angehören, die damit ihre wirtschaft­lichen Angelegenheiten in die eigenen Hände ge­nommen haben unb sie Darin behalten wollen. Das bedeutet der Name Haas! Sein Name wird in der Geschichte fortleben, solange es in der Welt ein landwirtschaftttches Genossenschaftswesen gibt. Nach Dem Artikelschreiber kräht aber nach einem " Menschenalter vielleicht kein Hahn mehr!

Aus Stabt und Land.

Gießen, Den 18. Jan. 1922.

Eine Umfrage über den Buchgeschmack.

Wie unsere gegenwärtige wirtschaftliche Lage den Büchermarkt unb ben Buchgeschmack beein­flußt, bas ist eine interessante Frage, für beren Beantwortung wichtige Anhaltspunkte in ber Umfrage geboten werden, Die basBörsenblatt für ben Deutschen Buchhandel" über das Weih­nachtsgeschäft 1921 angestellt hat. Die bisher eingelaufenen Mitteilungen sind sich darüber einig, daß die Ausstattung des Buches gegenwärtig für ben Absatz eine, viel größere Rolle spielt als früher. So faßt z. B. ber Orts- verein ber Bremer Buchhänbler seine Erfah­rungen in dem Sah zusammen:Das Publikum will gutes Papier unb guten Einbanb unb weist alles zurück, was auf Kriegspapier gedruckt und in Pappe gebunden ist, sofern eine beffere Aus­gabe des gleichen Buches existiert." 2tech aus einem Reineren Ort heißt es:Es wurde nicht das billigste Buch gewählt, sondern das beste und vor allem das schön ausgestattete Buch. Wenn ein Buch, das ein schönes Kleid hatte, auch innerlich schönes Papier enthielt, so wurde es dem vielleicht besseren Werke vorgezogen " Das gleiche Höri man aus Hamburg. Der Hamburg-Alwnaer Buchhändler-Verein stellt auch Die erfreuliche Tat­sache fest,bah seichte unb inhaltsleichte Lektüre, die in ber ersten Zeit nach ber Revolution so sehr aufzukommen brohte, wieder ganz in ben Hinter­grund getreten ist, unb wir bet Romanen wie Iugendschriften bas wirklich gute Buch verkaufen formten. Unter ben Büchern, Die am meisten ver­langt würben, stcht alsSchlager" ber britte Band von Bismarcks ..Gebanfen unb Erinnerungen" voran. Mehrfach werben ba- neben als besonbers begehrtes Werk bie nach- gelassenen Schriften Otto Brauns genannt; Dann tem so im Vorüvergehen auf mein Anl egen zu sprecherr. Weiß ja, wie er immer Interesse für Die lieben Gieses gehabt. Meint er, mit Permission zu sagen: ,also, schöne Frau schöne Frau hat Der Schäker gesagt, also, schöne Frau, Sie gehen in eine Schlacht. Hab graD heut' eine hitzige Affäre bei Mama Giele ver'oren. Machen Sie's besser, schöne Frau, unD so S.e's für gut halten, können Sie mir ins Treffen führen. Ich bin für bie Reise. Hab' zwar einen MorDskerl vor Wien, aber für Die Lovife Lovise hat er gesagt wär's gut, so sie einmal rauskärn'/ Was ich hier­mit ausrichte, liebe Frau Majorin . . . HnD nochmals inständigst bitte: geben Sie mir Die Steile mitI"

Zwischen Den beiden hat's noch ein tüch­tiges Parlamenii:ren geg ben. Aber schließlich hat sich Die Mutter Doch Deformen, Daß man's m.t Der Frau Don Dachroeden nicht OirDerben Dur e und mit Der Durchlaucht, Dem Fürsten von Wahl­statt, grab nach Der Affäre von heut' vormittag, erst recht nicht. Hat wohl auch geDacht, wie er gesagt:Immerhin, Der Luise tut's gut, wenn sie Die Rase mal raussteckt!" . . . auch ist sie Die Aelteste. Man kann nie wissen.

Ilnb Dann hat Die Tachroeden gesagt:Aber wir müssen Doch Die Luise selber befragen, ob sie Denn überhaupt teil? Also ... wie jst's?"

Ist Dem schören Mädchen wieder bas Btel ins Gesicht geströmt, Tis schwarzm Au sn lind ausgeflammt.Ach, so ich Dürfte! So es Di? Frau Mama erlaubt! Wie g r e, wie gerne1" Springt auf, küßt Der Mutter Die Hand und oer Frau von Tachrveben auch. Die ab r hat sie an sich gezogen und lacheno bie Antwort voiweggenom»

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Vie Slei Die bereits k «Micher e MiM r W zu nehn bie Haltung belehren zu I durch die m Lissührung Ms inan) lange be rie der Deutstcl feit für die diese so zien der umgeh c sachlich rech ^örperschas nen Augen, «äußerte UeDeM der Desicue (en, als ihr würden. 1 hing der beschlossene

Verlangen Grund ei volksparte Näheres i in schwer« ©emeinöei in dieser 1 d vorlie des Lande latungen floaten, di indes scho den, daß öteuergeh Frage ta durchsetze! unb Dem sich ist, ii Deiches.

Gelegenh Hilfe aus Seite fin. erster Lc Regierun aus diese Gemeinde mit Ernst darüber r Gemeinde!

Völlig ter p-jrtei Zwei Punkt der Deöeui Reform übe ^c, ob die verlangen < dersog.S.

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