Einzelbild herunterladen

schweres Tetn renn» ej» Imperraitsmus, mit dem Eberts dynastischer Vorgänger Deutschland in der Welt lächerlich gemacht habe, habe rich­tig gehandelt, als er das LiedDeutschland über alles" den Rationalisten aus dem Munde nahm und es zum Lied der Republik machte. Thomas Mann betonte dann, daß seine jetzige Stellungnahme nicht im Widerspruch stehe zu seinen antirepublikanischen Betrach­tungen von 1918. Roch heute fühle er sich kon­servativ im Sinne der Wahrung des wertvol­len Alten, nicht in dem der Erhaltung der al­ten Staatsform. Deshalb rede er auch nicht der Restauration Wort, sondern der Freude an der neuen StaatSforrn, die die Gemein­schaftlichkeit der Staatsgenossen gewährleiste und im Dienste der Humanität stehe. Im Ge­gensatz zu dem engstirnigen Gemeinindividu- alismus bedeute Demokratie und Republik die Vervollkommnung des Menschengeschlechts. Rationalismus" solle man den Franzosen überlassen. Thomas Mann schloß seinen Vor­trag mit dem mit Beifall aufgenommenen Ruf: GS Tobe die Republik!

Aus Hessen.

rm. Darmftadt. 16. Oft. Der Dritte (Peti- tions-) Ausschuß des Landtags trat Heute unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Dch'linaer zusammen und beschloß zu dem Antrag des Abg. Brauer: Der Landtag möge die Regierung ersuchen, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß das flache Land bei den Postbestellungen an 6 qnn tagen ebenso behandelt wird, wie die großen Städte. Die Vorstellung des Vorstandes deutscher Architekten- und Ingenieurvereine bett, die D^eittgung der Hoheitszeichen an öffentlichen Gebäuden, wurde durch grundsätzlich zusagende Antwort der Regierung für erledigt erklärt. Eben­so die Vorstellung des Kreisvererns der Land-- betoerber Groß-Gerau im ArbeitsbezirkRi^>". Die Vorstellung des Forstschuhgehilfen A. Diehl tn Budenheim ist ebenfalls durch die Erklärung der Regierung, daß D. sich an dem nächsten Exa­men beteiligen kann, erledigt. Die Punkte 617 betreffen Feldbereinigungen in Ober­hessen und Rheinhessen. Es wurde nach Beratung beschlossen, zunächst durch zwei Mit­glieder des Ausschusses, die Abgg Diehl-Hoch­weisel und Henzel, eine Ortsbesichtigung vorneh­men zu lassen. Bei der nächsten (Sityimg, in der die Angelegenheit beraten werden soll, wird das Justizministerium zugezogen. Die Vorstellung &er Gemeinde Rackenheim bett. Freigabe von Gelände des Universitätsfonds in Mainz, wurde für er­ledigt erklärt. Zu dem Anttag des Abg. Reu­mann bett, die Einrichtung von lokalen Abtei­lungen für Lungentuberkulose, soll die Regierung ersucht werden, in allen Krankenhäusern geeignete Sondereinrichtungen zu treffen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. Oktober 1922.

Die Höchstpreise für Mehl und Brot rm Landkreise Gießen.

Durch Beschluß des KreiscmsschusseS des Kreises Gießen vom 11. Oktober sind die Ver­kaufspreise für Mehl und Brot an die Verbraucher der Landgemeinden des KreiseS ab gestern, 16. Okwber, wie folgt festgesetzt:

v 1. für Mehl:

a) Weizenbrvtmehl 10,80 Mk. das Pfd., b) Roggenmehl 10,50 Mk. das Pfund;

2. für Drot:

a) für den 4-Pfund-Laib 42 Mk.,

b) für den 2-Pfund-Laib 21 Mk.

DaS Verkaufsgewicht des Brotes muß noch 24 Stunden nach seiner Fertigstellung vorhanden sein.

DaS vom Kommunalverband gelieferte Mehl darf nur gegen Brotmarken ab­gegeben werden.

Die Kohlenproduktion in Hessen.

e Die monatliche Statistik der KoHlenprvduftion des Dollsftaates Hessen weist für den Monat September 1922 folgende Zahlen nach: An Roh- braunkoh'len wurden gefördert 51 746 Tonnen, ver­kauft wurden davon 17 394 Tonnen; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur wetteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: 2750 Tonnen Braun­kohlenbriketts, 1720 Tonnen Raßpreßskeine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt 6210 Tonnen Steinpreßkohlen.

Untier Berücksuyngung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß ab­satzfähig: 5527 Tonnen Rohkohlen, 41 Tonnen Bri­ketts, 2741 Tonnen Raßpreßsteine, zusammen 8309 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwert von 13 794 740 Mark.

2 U. Von der Landesuniversität in Gießen. Der außerordenlliche Professor für romanische Philologie und Lektor der franzö­sischen Sprache an unserer Landesuniversität Dr. Arthur Franz hat einen Rus als ordentlicher Professor der romanischen Philologie an die Uni- versität Würzburg erhalten. Der außerordent­lich Professor für Mineralogie und Paläonto­logie Dr. Hans Schneiderhöhn wurde zum ordentlichn Professor ernannt.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Derwaltungspraktikant Franz ©engen- bach zu Darmstadt wurde am 11. Oktober zum Verwaitungsoberfekretär beim Landtag mit Wir­kung vom 23. Mai 1922 an ernannt. Er­nannt wurden am 9. Oktober die Lehrer Georg Friedrich zu Würzburg, Wilhelm Jeck zu Beerfelden zu Lehrern an der Volksschule zu Michelstadt, Kreis Erbach, der provisorisch Leh­rer an der Fortbildungsschule Otto Schmid zu Biblis zum Fachehrer an der Fortbildungs­schule zu Biblis, Kreis Bensheim. Ernanitt wurde am 10. Oktober der Kanzleigehilfe bei dem Amtsgericht Gießen, Ludwig L e d er­mann, zum Kanzlisten bei diesem Gericht. Ernannt wurden am 11. Oktober der Turnlehrer Ernst Söllinger zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum Turn- und Sport­lehrer an der Technischen Hochschule zu Darm­stadt; am 12. Oktober der planmäßige außer­ordentlich Professor an der Landesuniversität Dr. Hans Schneiderhöhn zu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum planmäßigen ordentlichn Professor für Mineralogie und Pe­trographie an der Landesuniversttät.

** Zugunsten des Deutschen 3 ugend- Herbergen-Verbandes wurde am Sams­tag vom Deutsch-Jüdischen Wander­bund Gießen ein Werbeabend veranstaltet, der 1422,50 Mk. erbrachte.

** Verlorene Paket post. Heber den der Dahnpost im Eilgüterzuge KölnHolzmin­denBerlin am 26. September auf dem Bahn­höfe in Burg (Bezirk Magdeburg) zugestohenen Unfall wird noch folgendes mitgeteilt: Bei dem Zusammenstoß der beiben Güterzüge sind die beiden letzten Wagen des Eilgüterzuges, zwei Pvftpäckereiwagen aus Kassel und Köln für Berlin aus den Schienen gehoben, quer über den Bahnsteig geworfen unb vollständig zer­trümmert worden. Vier weitere Postpäckereiwagen des Zuges sind derart beschädigt worden, daß der Inhall umgeladen werden mußte. Die übrigen Wagen des Zuges sind noch in derselben Rächt nach Berlin weiterbefördert worden. , Don den Paketen aus den beiden am Schluß des Zuges laufenden Bahnpostwagen, sämtlich für Berlin und weiter bestimmt, sind etwa 200 Stück, teilweise bis zur Unkenntlichkeit, zertrümmert wor­den. Soweit die zusammengehörigen Delle des Inhalts noch zweifelsfrei zu erkennen waren, sind die beschädigten Pakete von dem Personal des Postamts Burg, das sogleich zur Sicherung und Aufräumung der Postladung herbeigeeilt war, neu verpackt und mit einem Hinweis auf die Ursache der Beschädigung weitergesandt wor­den. Die lose vorgefundenen und nicht unterzu­bringen gewesenen Gegenstände aus den beschä­digten Paketen sind der Postanmeldestelle in Magdeburg zu geführt worden. Die Weiterbeförde­rung der in Burg neuverpackten und umgeladenen Pakete ist tm Lause des 27. September erfolgt.

** Der Wertbriefverkehr mit Ru­mänien ist vom 15. Okwber ab wieder auf ge­nommen. Die Wertangabe ist unbeschränkt. Zu beachten .ist jedoch, daß die Einfuhr von ge­stempelten oder nicht gestempelten österreichischen und ungarischen Kronen, von russischen Rubeln jeder Ausgabe und von deutschen, österreichischen, ungarischen, bulgarischen und türkischen Kriegs­anleihestücken nach Rumänien verboten ist. Wert- kästchen sind noch nicht zugelassen.

fpd. Die Nationalhymne im be­setzten Gebiet. Auf die wiederholten Vor­stellungen deö Reichskommissars, das Singen des von der Deutschen Republik zum Rattvnal- lied erhobenen LiedesDeutschland, Deutsch­land über alles" im besetzten Gebiet zu gestat­ten und ausdrücklich zu bestätigen, daß gegen das Singen dieses Liedes im besetzten Gebiet keine Einwendungen erhoben werden, hat die Interalliierte Rheinlandkommissivn entschie­den, daß sie sich nicht verpflichten könne, keine Einwendungen gegen ein öffentliches Singen dieser Hymne im besetzten Gebiet zu

erheben, wo sie unter Umständen als heraus­fordernd angesehen werden könnte. Damit ist die Hymne also an sich nicht verboten. Ihr öffentliches Singen im besetzten Ge­biet hat aber dann zu unterbleiben, wenn es unter Umständen erfolgt, die von den Besät- zungstruppen als herausfordernd ange­sehen werden können.

** Anlagemusik findet Donnerstag, den 19. Oktober, mittags 12 Uhr, am Liebigdmrknral statt. Mufikfolge: 1. Althessischer Fahnenmarsch. Landgraf Ludwig VIII. 2. Ouvertüre zur Oper Rcbucadnezar", G. Verdi. 3. Paraphrase über Grüße an die Helmat", W. Rehl. 4. Große Fantasie a. d. Oper:Lohengrin", R. Wagner. 5. Schah-Walzer a. d. OperetteDer Zigeuner- baron", 3oh. Strauß.

** Palast-Lichtspiele. In dem Film- singspielHeinrich Heines erste Liebe" sind einige Lieder des Dichters in eine Handlung hineinverwoben, deren kurzgefahter Inhalt schon im Titel enthalten ist. Wilhelm Lindemann hat dazu eine recht gefällige Musik geschrieben, die bei guter Wiedergabe nicht ohne nachhaltigen Eindruck verllingt. Besonders zu erwähnen sind in dem Filmwerk noch verschiedene anmutige und stimmungsvolle Bühnenbilder.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 7 Uhr:Des Esels Schatten." Kath. Vereinshaus, 8 Uhr: Mitgliederversamm­lung des Mietervereins. Gewerbehaus, 81/* Uhr: Mitgliederversammlung der DeutschenVolks- partei. Postkeller, 8V4 Uhr: Mitgliederver­sammlung der Deutschen Demokratischen Partei. Ast oria-Lichtspiele:Reuyorker . Schreckens­nächte". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Untergang des ozeanischen Olhmpic" undDer Hundefänger".

Der Hausbesiherverein häll am Donnerstag abend im Katholischen Dereinshaus eine Protest Versammlung und außer­ordentliche Hauptversammlung ab. (Siehe Anzeige.)

Der Dauersche Gesangverein hält am Dienstag nächster Woche eine außer­ordentliche Generalversammlung ab. Räheres ist aus dem heutigen Anzeigenteil zu ersehen.

Wettervoraussage

für Mittwoch:

Wolkig, aber trocken, niedrige Temperaturen bei nördlichen Winden.

Der hohe Druck bat sich noch Wetter nach Rorden verlagert. Sonst ist die Wetterlage wenig verändert.

Landkreis Gießen.

* Heu chelheim, 16. Oft. Gestern nach­mittag erhängte sich der 12jährigeSohn eines hiesigen Landwirts auf dem Speicher des Hauses. Ueber die Gründe, die den Jungen zu dem Selbstmord veranlaßt haben, ist bis jetzt noch nichts näheres bekannt geworden.

s. Alten-Bufeck, 16. Oft Zu dem be­richteten Diebstahl auf der Mittelsmühle ist noch ergänzend mitzutellen, daß das Fahr­rad eine dreifach auswechselbare Uebersetzung und eine Felgenbremse hat Der Dieb ließ sich am Abend vorher von seiner Dienstherrin 1000 Mark Vorschuß geben, um angeblich einen vorteilhaften Schuheinkauf zu besorgen. Seinem Wit knecht aber stahl er 3000 Mark und einige Kleidungsstücke Der Spitzbube kam vor einigen Wochen hier mittellos und ohne Papiere an. Er gab an, aus Polen zu stam­men und von dort vertrieben worden zu sein.

* Lich, 16. Oft. Vor einigen Tagen wurde das Wasser des der fürstlichen Verwaltung ge­hörigen Albacher Sees abgelaffen und dabei der See ausgefischt Die Ausbeute war be- ttächtlich. Es wurden 35 Zentner Schleie und 15 Zentner Karpfen gefangen, die nach Weinheim verkauft wurden. In den nächsten Tagen will man das Wasser in das See-Gelände toiäer ein­st römen und einen neuen Fischbestand einsehen lassen.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 16. Oft. Für die kommende Ge­meinderatswahl haben sich sämlliche in un­serer Stadt vertretenen und organisierten bür­gerlichen Parteien, nämlich die Deutsche Dolkspartei, die Demokratische Partei und der Bauernbund auf einen gemeinsamen Wahl­vorschlag geeinigt. Die hiesige Ortsgruppe des Hessischen Bauernbundes fjat der Schlitzer Kl cinrentnerneretnigung den ge­wünschten Kartoffelbedarf in Höhe von über 60 Zentner völlig unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die fünf Schlitzerländer evangelischen Pfarreien Hartershausen, Huhdorf, Kreutzersgrund, Queck und Schlitz werden in dieser Woche 34 Waggons mit Liebesgaben

an Kartoffeln, Gemüse, Obst und dergl. an be­dürftige Anstalten der Inneren Mission in unserer engeren hessis chen Hei - mat abgehen lassen.

Kreis Schotten.

* Schotten, 16. Oft. Regierungsbaurat Pli11 von hier, der schon seit einiger 3eÜ an starker nervöser Ueberreizung litt, hat vor einigen Tagen seinem Geben durch Erschießen ein Ende gemacht. Die Ursache zu der Tat ist in seinem krankhaften Rervenzustand zu erblicken. Er hinterläßt Frau und Tochter.

Starkenburg und Rheinhessen.

wd. Mainz, 16. Ott Die Festung-- bereiche der alten Umwallung von Mainz sind jetzt vollständig geschleift Das Altmaterial, besonders Steine usw., sind von der Reichsvermögensverwaltung verwertet worden. Die früher zur Kasernierung der Trup­pen bestimmten Massivbauten werden nach Be­seitigung der Erd- und Betondecken mit Ge­nehmigung der Desatzungsbehörden zu Woh­nungen für d i e Zivilbevölkerung umgebaut.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M, 16. Oft. Zur Deckung weiterer Mehrausgaben von 600 Mill. Mark für Kohlen, Frachten und Materialien stimmte der Magistrat heute einer abermaligen Erhöhung der Gaspreise von 26,50Mk. auf 3 6 Mk. für den Kubikmeter zu. Der Wohl­fahrtsausschuß erhiell von der Gasgesellschaft zur Verbilligung der Gasrechnungen für Minder­bemittelte drei Millionen Mark über­wiesen. Arn letzten Sonntag erst lieh die Sttaßenbahnverwallung eine merkliche Er­höhung der Fahrpreise auf der Straßenbahn eintreten, und heute bereits hat der Magisttat einer neuen Erhöhung zugestimmt, die sofort nach Genehmigung durch die Stadt­verordnetenversammlung am nächsten Donnerstag wahrscheinlich am 22. d Mts. in Kraft treten soll. Die billigste Fahrt zwei Kilometer kostet dann 15 Mark. Der Rachtzuschlag nach 9 Uhr abends soll 5 Mk. betragen. Eine Retz­karte wird sich dann auf 3250 Mark stellen.

fpd. Frankfurt a. M., 16. Ott Die nächtlichen Ueberfälle mehren stch in der Stadt in erschreckender Weise. In der letzten Rächt wurde am Hessen-Denkmal etn in der Ggenolffstrahe wohnhafter Lagerhalter von einer bisher nicht ermittelten Person überfallen, zu Doden geworfen und ferner Barschaft in Höhe von 10000 Mark beraubt. Bei dem Ueberfall standen zwei Burschen dem TäterSchmiere".

fpd. H ö ch ft a. M., 16. Oft. Wie in der heutigen außerordentlichen Generalversammlung der Höch st er Farbwerke mitgeteilt wurde, beabsichtigt die Verwaltung, im nächsten Zähre den Dau von Arbeiterwohnungen im Gesamtbeträge von 600 Millionen Mark.

Gießener Strafkammer.

Sitzung am 13. Oktober.

Der Landwirt H. A. IX. von Burkhardsfelden, der vom Schöffengericht Gießen wegen Mllch- fälschung zu einer höheren Geldstrafe verurteilt worden war, ist auf seine Berufung von der Strafkammer fteigesprochen worden. Zwar hielt die Sttafkammer gleichfalls für einwandfrei er­wiesen, daß die Milch im Hause < des Ange­klagten entrahmt worden ist. Es erschien dem Ge­richt jedoch zweifelhaft, ob der Angeklagte oder ein anderes Mitglied des Hausstandes für die Milchversorgung verantwortlich ist. Er mußte des­halb nach dem Grundsatz,,tn dubio pro rep fteigesprochen werden.

Der frühere Sergeant P. M. aus Aachen hatte, als er tm 3ahr 1920 die Kassengeschäfte einer hiesigen Abwicklungsfl eile führte, Gelder veruntteut. Es ergab sich ein größerer Fehlbetrag bei der Revision seiner Kasse. Dem Angeklagten konnte jedoch eine Schuld nur insofern nachgewiesen werden, als er an eine Reihe von Militär- und Zivilpersonen Gelder ausgeliehen hatte. Das Ge­richt verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von 1 Iahr 11 Monaten Gefängnis, in der 1 Hahr 6 Monate Gefängnis eines Mainzer Urtells mit enthalten sind. Oluf die Gesamtstrafe werden ins­gesamt 13 Monate Untersuchungshaft angerechnet.

Der Korbmacher H. Kl. aus Ilbenstadt wurde wegen eines Rückfalldiebstahls zu 3 Monaten Ge­fängnis verurteill. Er hatte im Jahre 1919 tm (Siebener Stadtwald Bäume abgehauen und ent­wendet. In einem weiteren Fall, in dem er be­schuldigt war, Stiesel entwendet zu haben, wurde er fteigesprochen.

Heutiger Stand des Dollars

10 Uhr vormittags:

Berlin 2875, Frankfurt a. M. 2900.

Die Herweghs.

Sine rechtsrheinische Geschichte von LieSbet Dill.

16. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Emst tat es leid, überhaupt davon gesprochen zu haben. Er schwieg. Dann sagte er:Wir wollen darüber nicht reden, Mama, das macht man unter sich aus."

Frau von Herwegh strich ihm über das locftge Haar.3a, mein 3unge, sagte sie,ich habe nur gemeint, es sei etwas in dir nicht in Ord­nung, und das kommt oft vom Herzen. Dein Vater hatte es auch manchmal, aber er hatte Geldsorgen . . . Solche Sorgen hast du doch nicht?" Und sie forschte ängstlich in seinem Gesicht.

Rein, solche Sorgen habe ich nicht," sagte Emst.

, bas Geschäft . deine Praxis?" ver­besserte fie sich

nehmen^ * muß noch zwei Schreiber

Famos," sagte sie und schaute stolz zu ihrem Sohne auf. Wr sie war nicht ganz beruhigt. Er durchmaß das Zimmer von einem Ende zum "Oberen, tote em unruhiger Tiger im Käfig. ,r W toarm hier, sagte er plötzlich und bftcb fteben und fuhr sich durch das Haar. Aus dem Rebenzimmer flang das Lachen Gretes und Ltanes Stimme, lüe femaitt» nachzuahmen schien. . 1<l' lle so iung ... unb

kann sich noch viel andern mit der Zett Aber frag mich nicht mehr, versprich mtt das Mama. Ich kann nichts daran änbem, denn fie ist zu allem entschlossen, hat sie mir gesagt."

Was heißt das?"

Ernst zuckte die Achseln.Sie hat eS jeden­falls .gesagt . . . Sie will kein Äinb .

MMWffllW.......MIHI

3a, aber du?" sagte feine Mutter.

Ich habe vorläufig anderes zu denken, Mama, ich bitte dich quäl' mich nicht mehr, ich . . . ich kann nicht alles sagen, über so etwas spreche ich nicht gern Was mir Sorgen macht, ist die Eppenhauser Ziegelei."

Ach die," sagte Frau von Herwegh erleichtert. Geschäfte interessierten sie nicht.

e

Es sind neue Zeiten und neue Menschen, Fräulein Schmidt," sagte die Generalin, dieihren Tag" im Parkett des Opernhauses imVer­schwender" absaß, einem alten Stück, mit so vielen Verwandlungen, daß man in den Pausen ganz das vorher Gesehene vergaß. Sie hatte Frau von Herwegh Emsts Geständnis entlockt, und in diesem Punkt waren sich die beiden Damen einig. Diese modernen Frauen wollten feine Sorgen, keine Schmerzen und keine Verantwortung tragen. Unb ich habe ein ganzes Menschenleben dazu gebraucht, um es zu verwinden, daß mir der Himmel keine Kinder geschenkt bat!

Fräulein Schmidt blickte nach der Buhne, aber sie sah nichts von dem, was dort vorging, sie sah die kleinen, schneeweißen, lieben Iäckchen, die in ihren Schubladen lagen, sie hatten rosa Käntchen und hellblaue,für alle Fälle". Run war es damit nichts . . Armer 3unge, dachte sie.

Frau von Herwegh war entzückt von der Schwiegertochter, es war ein ideales Verhältnis.

So eine Tochter hab ich mir immer ge­wünscht," sagte Frau von Herwegh und zog die Vorhänge in Lianes Schlafzimmer auf.Und dann hab' ich dich bekommen . . ."

3a, dafür kann ich nichts, Mama," gähnte Liane. Sie fand es grausam, daß man fie des Morgens aus dem Schlummer riß mtt den Worten:Steh auf, unsere Trina hat Wäsche."

Die ganze Schulzett hatte ihr die Mutter ver­gällt, indem sie ihre Kinder des Morgens aus den Betten trieb:Steht auf, es ist Zeit zur Schule . . . ."

3a, wie sollte man es euch denn anders beibringen T sagte die Mama, und während sie Lianes Sprnnwebwäsche, die auf Stühlen umher- hing, zusammensuchte, begann sie wieder ihr Lieb­lingsthema. ßiane solle doch etwas liebenswür­diger gegen Grete sein.Sie legt es doch so draus an, mit dir und der Tessy zu verkehren. Und du gehst nie hin."

Es war doch gewiß ebenso nützlich, wie sich ins Zimmer zu vergraben, um Reisenovellen aus Kephalonia und Reufundland zu lesen oder Selbstbiographien längst verblichener Größen, wie dieses lasterhaften. Duc de Lauzun oder alter fvcmischer Maler, die kein Mensch kannte.

In Rheinau," bemerkte Liane.

Und eS war Lanz gleichgülttg, ob die erste Favoritin dieses alten Henri quatre Henriette ober Gabriele geheißen, da er ja doch keine von beiden geheiratet hatte, sondern die dicke Marie de Mödicis.

Mama, hör auf," rief Liane,und laß mich mit Familie Kollin in Frieden. Es ist schlimm genug, daß ich Sonntags mtt ihnen zusammen zu Mittag essen muh. Ich wünschte nur, ich hätte zur Zett Gabriele d'Sströes gelebt

So? Run, dann wärst du aber heute tot. und übrigens," setzte die Mama hinzu,würdest du dich gewundert haben, denn du bist sehr emp­findlich und das durften die Damen Henri quatres nicht sein. Steh jetzt auf, es ist zehn Uhr, und ich kann nicht alles allein besorgen, wenn ich auch noch Waffeln für die Tessy backen soll."

An solchen Morgen überlegte sich Liane, während sie sich die Strumpfbänder an den schftrn-

fen Deinen befestigte, ob sie doch nicht bester einst wetten Doktor Rickert geheiratet hätte. So oft sie ihre Freundin zum Tse bei sich sehen wollte, gab es jedesmal vorher mtt Mama eine Szene. Und bjefe Kämpfe, ob Lianes Zimmer geheizt werden konnte, ob'die unbelehrbare Trina die Weiße Servierhaube aufstecken würde und Mama das 3apanservice, das nur zu dem Zweck gekauft zu fein schien, in einer Glasvitrine zu flehen, herausgeben würde, statt dieses entsetz­lichen Zwiebelmuflers, das in der Mainzer Straße chronisch war. Alle diese Widerwärtigkeiten mach­ten Liane das Leben schwer, und sie war immer ftoh, den Fittichen der Mama einmal zu ent­schlüpfen, wenn irgend jemand sie auf ein Land­gut oder zu einer Reise in die Schweiz einluik Aber bis es Sommer war, mußte sie sich in Geduld einhüllen.

Liane hatte sich endlich Herbeigelasten, ihre Schwägerin zum Tee zu besuchen, unter der De° dingung, daß keineGesichter" dazu geladen wur­den. Sie kam allein.

Groß und elegant flieg sie aus dem Wagen. Emma riß die $ür auf wie vor einer Fürstin, und im ersten Stock hoben die Schreiber ihre Rasen von den bestaubten Akten, Liane kannten sie alle von dqr ^urhauspromenade her. Die Atmosphäre des Geheinmisscs umschwebte sie wie ein Parfüm Die Pikanten Gerüchte, die sich die Herren von ihr auf den Kurhausbänken erzählten, hatten keinen sicheren Doden, aber sie witterten sie wie Feinschmecker Hautgout beim Wild.

Ueber Lianes Vergangenheit zerbrachen sich die Männer den Kops, die anderen, die sie kann­ten, schwiegen.

(Fortsetzung Jolgt.)

Md-

Lach bc ft Zeiö-A

*)Da endgültige

Wehen Stift

SvMeti

iS laufe Tonnen.

einM DorM befolg 1,04 A

- 18,44 11,41 v. f die voran von rund grob, ob des Reich allerdings Ernte die gegenübei

Der 1 dem An M-h rungsi Dinier, von Dil schlage 31

Sie -

Auch

Weizen Koggen Dinterspe Sommerge w.

Hiem 71620 §ef von Logg' Ernlesläch Gerste uni Zunahme Hektar odi

Weit fallen die ertrage Gewicht 2 vorläufige 100 Wgt

Auch

Deizen Loggen Dinterspe Sommerge Hafer

14. & J reichlich feln scho faulen. E Preise n; Die lrvcke anhält, h günfiigt jedoch ha Nie M

3au: burgerTa HotelSt Nmbtn viertes »um Teil scheine, 2 von 10 Die Ärm Lenvmnm

Dii lftrich Wrsal setzten ( einem X1 nagte erl tm Wentel