Ausgabe 
16.12.1922
 
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gegeben unb bn übrigen auch vollkommen unnütz, Dvrm eS iudre sehr schlecht, einen Monat im voraus, Deutschland, den Schuldner, über die Absichten seiner alliierten Gläubiger zu unter­richten. Gr Wunsche sogar, dah kein Wort aus­gesprochen werde, weder von der Regierungsbank, noch von der Kammertribüne herab, das die friedliche Aktion der sranzösischen Regierung bindern könne. Wenn die "Kammer glaube, dah die augenblickliche Regierung weniger geeignet sei als eine andere, möge sie eS sagen. (Ruse: Rein, nein.)

Die Besprechung.

Hieraus ergreift der royalistische Abgeordnete Daudet das Wort. AlS einziges Mittel bleibe die Ruhrbesehung. Don Deutschland habe man viel eher ein (Srnborfteigen des Imperialist vms als eine Revolution zu befürchten. Daudet sprach auch gegen die von Clemenceau seht ge- auHerten Bedenken gegen die Ruhrbesehung.

Als Daudet den Aamen D r i a n d s nennt, erhebt sich dieser und er Härt, als er die Regie­rung niedergelegt habe, habe Deutschland alle Derpflichtungen deS Londoner Ultimatums erfüllt. Seitdem habe sich Deutschland zahlungsunfähig ge­macht, und er beurteile seine Lage genau so wie Poincarö. Er glaube, dah der Ministerpräsident die Solidarität der Derbündeten aufrechterhaUen wolle. Er leihe ihm feine Unterstützung.

Nachdem sodann der Abg. Daudet seine Rede beendet hatte, beantragt der Abg. 2 a f a r g u e, die Diskussion über sämtliche Interpellationen bL8 tair Beendigung über die Reparationsfrage zu ver­legen. Der Abg. Tardieu erklärt, er würde die Vertagung angenommen haben, wenn Daudet nicht die ehemalige Regierung Glemenceau interpelliert hätte. Auherdem habe er Driand gegenüber Er­klärungen abzugeben. Die Kammer beschlieht mit 258 gegen 236 Stimmen, in der InterpellationS- uebatte fortzufahren. Als erster Redner inter- pelliert der Aba Levy über den Achtstunden­tag bei der Handelsmarine und den Eisenbahnen.

Die Sitzung dauert an.

Aach dem Abg. Levy ergreift Tardieu das Wort, um sich eingehend über die Lage zu äuf'mt. wie sie sich ihm nach der Konferenz von Londo nbarffeltt. Dann geht Tardieu auf Innet- olitischa Fragen über, worauf die Sitzung bis 10 Uhr abends vertagt wird.

Die Zlnuahin' deck Bertrauens- votiinis.

Paris, 16. Dez (WTB.) Die Kammer hat um l1/» Uhr nachts die Diskussion über die auStrartlge Politik der Regierung beendet und dem Ministerium mit 512 gegen 76 Stimmen daS Dertrauen 'ausge­sprochen.

Die Hoffnung auf Amerika.

London, 15. Dez. (WTB.) Reuter: meldet auy Wassh ngtvn: Infolge der Erklä­rungen Donar Laws im Unterhaus ist in Re- g'erungskreisen von neuem die Frage einer internationalen Anleihe an Deutschland besprochen worden. Einige AegierungSmitglieder waren der Ansicht, dah eine derartige Anleihe Deutschland aus der gegenwärtigen Krise retten könne. ES wird ge­meldet, dah 1'/- Milliarden Dollar als notwendig für diesen Schritt bezeichnet wür­den. Es werde aber klar ausgedrückt, dah die Regierung nicht an der Finanzierung dieser Anke he teilnehmen könne, obgleich einige Per- fönjfd)feiten erklärten, dah der Gedanke im Prinzip gesund sei. Bezüglich der Frage der inSe ralliierten Schulden werde Still­schweigen bewahrt, da, wie nachdrücklich erklärt werde, diese Frage von den Reparationen un­abhängig sei.

London, 15. Dez. (WTB.) Reuter mel­det aus Reuyork: Es wird angenommen, dah der Botschafter Harvey mit dem Präsiden­ten Härdlng, dem Staatssekretär Hughes und anderen Persönlichkeiten besonders über die Fragen beraten werde, die mit den Beziehun­gen der Bereinigten Staaten zu Großbri­tannien und Europa im Zusammenhang stehen. BorauSsichtlich kehrt Harvey Anfang Januar nach Europa zurück. Falls die Washingtoner Regierung in der gegenwärti­gen Lage irgend etwas in der Art eines Aus­weges aus den ReparationSschwierigkeiten entdecken würde, werde Harvey wahrscheinlich angewiesen, die europäisck)en Auffassungen zu sondieren, bevor irgendein formeller Vorschlag erfolgt. In manchen Kreisen glaube man, dah Harveys Besuch vielleicht einen bedeutsa­men E i n f l u h auf das Ergebnis der Repa- lationsbesprechungen haben werde.

Eine (Oabr für die KIntcrcrnöhrten in Deutschland und Oesterreich?

Reuyork. 15. Dez (Wollt.) Durch Funk­spruch. Wie aus Washington gemeLbct wird, brachte das Mitglied deS Kongresses Rewton eine Entschliehung ein, nach der die Summe von 70 Millionen Dollars dazu Deruxn- bet werden soll, der Unterernährung in Deutschland unb Oesterreich a bau­reifen. Für diesen Betrag sollen in den Ber­einigten Staaten Lebensmittel etngefauft axrben, di.' von dem amerikanischen Roten Kreuz mit Hilfe der Organisationen des deutschen und des österreichischen Roten Streune# verteilt werden feilen. Rewton wies darauf hin, dah der Frie- densvertvag von Deutschland die Hergabe von Milchkühen unb anderen für die Ernährung wich­tigen Dingen gefordert habe und dah eine große Menge Kohlen von Frankreich und Belgien weg- genommen worden fei und sagte sodann: .Wir »ind eine christliche Ration. Ich bin dessen sicher, dah Amerika nicht zusechen toUl. trdc hilslose Frauen und Kinder durch Kälte und Hunger zugrunde gehen."

Die Debatte im englischen Unterhaus.

London. 15. Dez. (Wolfs ) Unterhaus. Garl os Percy erflärte, bevor man eine Regie­rung in Deutschland habe, die bereit sei, sich zur Zahlung angemessener Reparationsbeträge und zu einer Zohlungsmethode zu verpflichten, würde man in dieser Frage nicht um einen Schritt vor­wärts kommen.

Sii Robert Hutfvn richtete an die Re­gierung die 2lufforberung, ihr AeuHerstes zu tun.

um He endgültige RepavationSsumme festzufetzen. Er widersetze sich entschieden der französischen Politik, die darauf ge­richtet sei, Deutschland zu zerstückeln. Er fordere die Regierung aus, eine unabhängige Aktion zu unternehmen; die englische Regierung solle bis zur höchsten Grenze der englischen Finanzen gehen, um Deutschland Stabilität zu geben.

Morel erklärte, das R h e l n l a n d sei be­handelt worden wie eine eroberte Provinz, und die französische Politik gehe daraus auS, es von Deutschland zu trennen.

Lord Robert Eecil trat dafür ein, das) die Frage, wieviel Deutschland zahlen müsse, an den Völkerbund verwiesen werde. Seiner Ansicht nach werden gesonderte Zwangsaktionen Frankreichs in Deutschland oder anderswo, um die Einhaltung der Vertragsverpslichtun^ zu er­zwingen, einen ernsten Schlag für die Grundlage der Entente bedeuten. Er stimme vollkommen mit allem überein, waS der Premierminister zu diesem Punkte gesagt habe. Die Frage müsse rasch geregelt werden.

Lloyd George erllärle sich von der Rede Bonar Laws befriedigt. Er sprach seine freudige Uebereinftimmung mit der Politik aus, die der Premierminister dem Hause bargelegt habe.

Sir A. Steel-Maitland bemerkte: Die Dringlichkeit der Reparationsfrage schliehe ihre Verweisung an den Völkerbund aus. Es bestehe kein Zweifel, dah ein wirklicher Zusam­menbruch in Deutschland immer näher heranrücke. Die deutsche Entschädi­gung müsse auf 2 Milliarden bis 2,2 Milliarden Pfund ermäßigt werden. Diese Summe und die gesamten Betrage, die England von Frankreich, Italien und anderen kontinentalen Landern zu fordern habe, mühten zusammengenommen tocröen. Dann mühte festgestellt werden, ob es nicht mög­lich sei, fte aus einen Betrag zu ermäßigen, der der englischen Schuld an Amerika gleichkomme. Die gesamten übrigen Schulden mühten erlassen werden.

Tiits dem Neicde.

DaS Urteil im Harden-Prozeh.

Der l i n, 16 Dez Die sozialdemokra­tische Reichstagsfraktion macht das Urteil im Harden-Prozeh zum Gegenstand einer Interpellation, in der gefragt wird: W'e beurteilt die Regie.'ung die innen- unb austen- politische Wirkung des Mrteil#, und welche Mah- nahrnen gedenkt sie zur Wiederherstellung der Rechtssichecheit in Deutschland gegenüber organi­sierten Mördern zu ergreifen.

Hessischer Landtag.

38. Sitzung.

Darmstadt, 15. Dez.

Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9,45 Ahr. Den Antrag der Aog. Werner und Gern, das Derufsbeamtentum betr., toirb gemäh Antrag deS Ausschusses durch die Regie- rungsantwort für erledigt erklärt, in der die Re- glerung es als ihre selbst verständliche Pflicht be* zeichnet, allen gegen das Derufsbeamtentum ge­richteten Bestrebungen entgegenzukreten und für die wohlerworbenen Rechte der 'Beamten jederzeit emzutreten.

Die Regierungsvorlage. C'mtttrirf eines Ge­setzes die Aenderung des Gesetzes, bl,- Besteue­rung des Dewerbebel riebes im il in- herziehen vom 22. Dezember 1922 bett., wird in zwei Gelungen gegen die zwei kommunistischen Stimmen angenommen. Ebenso die Reglernrgs- vorlage, Gesetzeckwurf dieErhohungdesDe- triebSstockes der Haupt st aatSkasse betr. (einschliehlich der nachträglichen Berdoppe- lung der ursprünglich vorgesehenen Beträge). Des­gleichen die Regie nngsvorlage, Ge'etzen'.wurs bte Abänderung des Hundesteuergesetzes be­treffend, mit den Abänderungen des Ausschusses, wonach die Sätze auf das 50fache erhöht werden. Fermer die Regierungsvorlage. Entwurf eines Ge­setzes zur Aenderung des G emeindeumlage- geseheS oom 8. Iuli 1911 in der Fassung des Gesetzes vom 22. August 1922 betr., und die Re­gierungsvorlage. Gesetz zur weiteren Abänderung deS Brückengeld- und llcberfabrt- gebührengeseheS vom 15. Iuli 1921 betr., nachdem Abg. Ebner (K.) erklärt hat, dah er das Brückengeld grundsätzlich überhaupt ablehne.

Die Regierunqsvor age, Entwurf eineSGcsetzeS über die Erhöhung deS Urkunden stem­pel s betr., beantragt der Au^schuh anzu^ehmen mit folgenden Aende ungen: Laut Art. 6 wird die Beste u lgsgrrnze von der F a b r r a Ö ft e u e r auf ein Einkommen von 50 ) 003 Mk. festgesetzt', nach Art. 9 erhält die Regierung die generelle Ermäch­tigung, auf dem Bevordnungsweze mit Zustim­mung des Finanzausschusses die Gebühren der Geldentwertung entsprechend zu erhöhen. Die damit Derbu-tbenen AnträgeRink und Ebn^r" undLang und Qlnt^ au Au be un i fcer Fahr- radsteurr beantragI der Au .schuh a'zulebnen.

Abg Lux (Hoz.) stellt fest, dah die Regie­rung erklärt habe, sowohl der gemeinnützige tu<< der KleinwohnungSbau seien von Stempelabgaben (baupolizeiliche Genehmigung) befreit Rach wie vor fei die Sozialdemokratie für die völlige Aufhebung der Fahrradsteuer. D>ch habe sie im Interesse der Fahrrad'es her enc Ein­kommensgrenze von 1003 Goldmark für die Be­freiung von Der Steuer in einem Eventualantrag verlangt. Die Abgg. Lang (Soz ) unb Ebner (Komm.) sprachen gegen die Fahrradsteusr. Letz­terer regt an, statt der Fahrräder die Automobile zu besteuern. Min.-Dlr. Schäfer m.rcht Darauf aufmerksam, dah der Kleinwvbnungsbau mir bann von Stempelgebühren befreit werde, wenn Daukostenzuschufse gewährt werden. Die Fahrvadsteuer bringe nach den neuen Sähen rund 50 Millionen ein und da ruf könne der Staat nicht ohne weiteres Der» zichten. Abg Glaser (Bb.) spricht sich gegen die Sabrrabfteuzr auS. Ein Fahrrad sei .heutzutage kein Luxus mehr, fonä>ern werde von denen benutzt, die keine anbere Gelegenheit hätten, rasch zu Ihrer Arbeitsstätte zu kommen. Abg. Di ngeldeh (D. Bp ) warnt davor, den Begriff der G o l d m a r k in die Gesetzgebung hineinzubringen. Das bebeute eine Diskreditie­rung unserer gegenwärtigen Währung, die die unheilvollsten Folge-,' haben könne. Man könne die Fahrradsteuer beseitigen oder die BefveiungS- grenze 'hinaufsehen, aber den Antrag Lux bitte er dringend adzulchnen Abg. jtnoll (Ztr.) fordert erhöhte Besteuerung der lleberf^-eltting der Feierabendstunde. hält die völlige Aushebung der Fahrradsteuer nicht für em^eh'enswert und schließt sich dem Abg. Dingnldet) betreffenb her Goldmarkfestsotzmrg an Die Personalausweise für

den Verkehr nach dem besetzten Gebiet mühten stempelfrei sein. Finanzminister Henrich: Es handele sich ja gar nicht um eine Revision des Gesetzes, sondern nur um eine Angleichung der Sätie. Alle die vorgebrachten Wünsche mühten einstweilen zurückgestellt werden. Die Abänderung des Gesetzes sei bereits in die Wege geleitet.

Der Antrag des Ausschusses, die Anträge Rink, Ebner, Lang und Anthes abzulehnen, wird abgelehnt, batnü spricht sich der Landtag für eine völlige Beseitigung der Fahrrad­steuer aus. Die Regierungsvorlage wird unter Ausschluß des Artikels 6 (Fahrradsteuers in erster Lesung angenommen. Abg. Ebner (Kom.) beantragt, über seine Anträge abzustimmen. Die Anträge auf Aushebung der Fahrradsteuer wer­den Darauf sagen die Stimmen der Mitte (Demo­kraten, Zentrum und Deutsche Vollspariei) an­genommen.

(Schluh folgt.)

Aus Siaöt und Land.

Viehen, Den 16. Dezember 1922.

Die Versorgung mit Frischmilch.

Das Hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft Hal Bestlmmu igen über die Versor­gung mit Frischmilch getroffen, die soeben in Kraft getreten find. Es helht Darin:

I. 3ebe Molkerei des Landes ist verpflichtet, einen bestimmten Tell der von ihr erfaßten Voll-, milch als Frischmilch an die Städte unb Bedarfs­gemeinden zu liefern. Die Oandesversorgungsstelle hat die Höhe dieser Ablieferung festzusetzrn und die Stelle zu bezeichnen, an die die Ablieferung zu erfolgen hat.

II. Die Molkereien find verpflichtet, monatlich der OandeLversorgungsstelle eine ilebersicht über die aitgelieferte Milch unb über deren Derwertung einzusenben.

Hl. Diejenigen Molkereien, die nach Lage ihrer Verhältnisse. insbesondere wegen ungün- fltgec Verlebrsverbindungen, nicht in der Lage sind, 'Frischmilch in solcher Beschaffenheit zu liefern, dah nach Der Beförderung zum Dcrbrauchsort eine Verwendung in einwandfreier Beschaffenheit ge­währleistet werden kann, haben entsprechend Der Aickeilsmenge Die sie nach ihrer Anlieseru ig nach I alS Vollmilch zu liefern hätten, eine Vergütung an die LandeSversorgungsstelle zu zahlen. Die LanbesveZorgungsstelle seht die Höhe dieser Ver­gütung nach Lane der jeweiligen Verwertungs­möglichkeit Der Vollmilch fest. In gleicher Welse haben diejenigen Molkereien diesen Ablösungs­betrag zu zahlen, die ihren Lieserungsverpflich- tuigcn in der von der Landesversorgungsstelle festgesetzten Hohe nicht rnichkommen. Die hier­durch eingehenden Einnahmen sind in den Städten unb Dedarfsgemelnben für die Verbesserung der Mllchversorgung zur Verfügung zu stellen.

IV. Die Landesversorgungsstelle kann fürMol- kerelen, die nach der Bestimmung zu 1 mit einem wesentlichen Teil ihrer Bollmilchanlieferung zur Frischmilchllefeiuig hevangezogen werden, auS Den Liesergemelnden ein Liesergebiet bildm.

V. Zuwiderbandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen unb die auf Grund dieser Bekannt­machung erfolgenden Anorbnungen der Landes­versorgungsstelle werden mit Gefängnis biS zu einem Iahre und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mk. ober mit einer dieser Strafen bestraft. Reben der Strafe kann auf Einziehung der Erzeugnisse er­kannt werben, aus die sich Die strafbare Handlung bezieht, ohne ttnterschleb, ob sie dem Täter ge­hören oder nichr. Die LandeSversorgungsstelle kann Molkereien, deren Unternehmer oder Leiter sich in Befolgung der Pflichten, die ihnen durch die neue A o bnung auferlegt find, unzuverlässig c-toelicn, schliehen, ober durch Dvauftradte führen lassen. Gegen eine solche Verfügung ist Beschwerde zu­lässig, über die der zuständige ProvinzialauSschuh entscheidet. Die Beschwerde hat keine ausschie­bende Wirkung.

Neue Brotpreiserltöhunsi.

'Das Lebensmittelamt gibt im Tlnzeigen- teil unseres heutigen Blattes bekannt, dah ein l900-Gramm-Brot vom Montag, dem 18. Dez., ab 2 70 Mark kostet. Die Mehl­preise sind gleichfalls entsprechend heraufgesetzt worden. Näheres ist aus dec 'Bekanntmachung ersichtlich.

** Der Aufkauf von Butter und Käse ist für das hessische Staatsgebiet mit Wirkung vom 23 Dezember ab von dem Besitz eines Erlaubnisscheines abhängig. Dieser Schein wird von dem zuständigen Kreisamt aus­gestellt. Personen, die Butter und Käse aufsaufen, ohne im Besitz der behördlichen Erlaubnis zu sein, werden schwer bestraft.

DaS Ende der Pfennigrech- nung. Nachdem eine Reihe von Girozentra­len und Sparkassen, sowie auch die Banken dazu übergegangen sind, Pfennigbeträge bei Aeberweisungen und Schecken sowie bei Be­rechnung von Zinsen, Gebühren u. dergl. nicht mehr zu berücksichtigen, gibt auch die Be­zirkssparkasse Gießen im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß sie bei allen ihr er­teilten Aufträgen, bei Einlagen, bei der Zins­berechnung u. dergl. von jetzt ab die Pfennig­beträge undeachtet läßt. Sie bittet ihre Kun­den, ebenfalls hiernach zu verfahren.

** Die Direktion des Stadtthea­ter ü bittet uns mitteilen zu wollen, dah vom 16. bis 31. Dezember die Nachmittagskafsenftrinden aus fallen, so dah die Tageskasse nur an Wochen­tagen von 10 biS 1 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 12V2 Uhr geöffnet ist. Am Sonntag, dem 24. Dezember, bleiben daS Theater and die Kaffe geschloffen.

Oberheffischer Kunstverein. Die Ausstellung ist nur noch morgen, Sonntag, von 11 bis 1 Uhr geöffnet, ein Teil der ausgestellten Werke muh schon am Montag weitergesandt toeeben. Die Ausstellung bleibt von Montag ab wegen vollständigen Wechsels der Gemälde einige Tage geschloffen.

Preu h. -Süddeutsche Klasfen- t ottev le. Anfang Januar findet die Ziehung der 1. Klaffe der neuen Serie der Preuh.- Südd. Klassenlotterie statt. Der Gelben!Werbung entsprechend ist der Markbetrag der Lose zwar ettvas teuerer geworden, aber auf der anderen Seite find die Gewinne unb d'.e Gewinnchancen, namentlich für die mittleren Gewinne, erheblich Derbepert ES gelangen insgesamt Gewinne im Betrage von P/< Milliarde Mark zur Auszah­lung. Im günstigsten Fall kann in her letzten

Klasse auf ein Los ein Gewinn von 12'/, *IDXU Itonen Mark fallen. Es finden auch nicht mehr fünf Ziehungen, wie seither, fonbem nur noch vier Ziehungen statt, In denen die Hauptgewinne 1, 2, 3 unb 5 Millionen betragen. Der LospreiS für ein Los für die ganze Lotterie wird bei art gezahlt, bah in dec 1. Klasse für '/« LoS 75 Mark, in der 2. bis 4. Klaffe je 100 Mark zu entrichten sind, so dah also V» Los für die ganzq Lotterie 375 QBarf, */< Los 750, Vt Los 1500 und l/i Los 3000 Mark kostet.

Konzert zum Best en der siebe­ner Studentenhilfe. DaS am Mittwoch abend in der Reuen Aula der Universität ge­gebene panzert war so stark besucht, dah die Aula bis zum letzten Platz gefüllt war. Man fah hieran von neuem, dah die Siebener Be­völkerung gerade In der großen Rot, die weite Kreise der Studenten heute heimsucht, unzerloenw- lich mit den Angehörigen Ihrer Universität ver­bunden ist. Die Darbietungen stellten die Zuhörer in jeder Hinsicht zufrieden. Alle Schwierigkeiten des glücklich ^ufammengeflellten Programms wur­den ohne Muhe genommen, obwohl hie Darbie­tung hohe Anforderungen an Technik mld aus­drucksvolles Spiel stellten. Die Mitwirkenden waren mit ganzem Herzen bei der Sache und halfen so zum guten Gelingen der wohltätigen Veranstaltung. Angenehm überraschte die So­pranstimme von Frau Hanna Mara-Peter- s e n, der die Schubertschen Lieder insbesondere gut liegen; von ihnen gebührt der anmutigen Darbietung des LledeS .Die 6lerne besondere Anerkennung Starker Deisall und zahlreiche Blumenspenden wurden der Sängerin dargebracht. Auch die Trio-Boriräge der Herren Kandidaten Andieae (Violine), Schliephake (Eello), und Delp lKlavier) verdienen mit höchster An­erkennung genannt zu werden. Es war eine wahre Freude, diese drei jungen Menschen musi­zieren zu hören. Leuchtenden Auges lauschte lebet ihrem Spiel. Man kann ruhig lagen, dah Ihre Darbietungen von hohem künstlerischem Kön­nen getragen waren. Besonders nach E. G. RelsigerS Trio op. 181 in O-Moll dursten sie immer wieder den Belsall des begeisterten Publi­kums entgegennehmen. Der bleibende Eindruck wat äuf)erft günstig, so dah wir wünschen möchten, im Lause des Winters noch öfter von dieser Seite für einige Stunden den düsteren Sorgen deS Alltags enthoben zu werden. ß. St

Bornotizen.

Tageskalender für SamStag. Hotel Schütz, 8 IHyr: Bort rag überGesundheit und Lebenskraft durch galvan. Schwachstrom. Gaf£ Leib, 7 tWyr: Konzert und humoristische Vorträge. Asturia-Lichtspiele:Du sollst nicht begehren. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße brüte und morgen: »Das schwarze Gesicht undDer Zechpreller". Patast-Lichlspie^e, beule und mor­gen:Der böse Deist Lumpaci-Vagabandus' and Die Dollarbraut''.

Lageskalender für Sonntag. Stadttheater, 31/» Uhr:Das tapfere Schneider, lein"; 7 Llhr:Frühlingslust. Darmstädter (HauZ, 2 ilbr; Versammlung der Vereinigten Fuhr- werksbefitzer von (Sieben. Turnhalle (Oswalds- gurten), 8 Ubr: WelbnachtSseier deS Wartburg. Vereins. Astoria-Lichtsviele, ab heute: .DaS Geheimnis der grünen Villa" unb .Dec tugend­hafte Balduin".

Der Verein Kanarta veranstaltet morgen Sonntag, den 17.. feine diesjährige Ka - narien-Ausstellung. Der hiesige Verein, sowie auswärtige Ziichter von Eöln DuiSburo Marburg ufto. warten mit gutem Material auf. (Siehe Anzeige.)

Mcttervoraussage

für Sonntag:

Boi schwachen südwestlichen Winden wird vorübergehend etwas wärmeres Wetter ohne wefenllichc Niederschläge zu erwarten sein.

Eine flache Tiesdruckmulde hat sich im Laufe der oerfloffenen Nacht über Der Nords« ent­wickelt.

KreiS Alsfeld.

Alsfeld, 15. Dez. In der jüngsten Sitzung dcSStadtvorftandeS beschäftigte man sich mit der Festsetzung der Hundert- sätzederMielzuschläge. Eine Einigung zwischen den Hausbesitzern und den Mietern war nicht zu erzielen, deshalb wurde auf Vor­schlag der städtischen Kommission beschlossen: Die Hundertsätze der Mtetzuschläge auf die Grundmiete werden wie folgt festgesetzt: Für die Zeit vom l.Iult bis 1. Oktober d. I- auf 870 Proz.; für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember auf 2090 Proz. Für die Zeit ab 1. Januar 1923 ollen Die Sätze später fest­gesetzt werden. Da die Entwicklung der Ver­hältnisse bezüglich der Kosten baulicher Ar­beiten im nächsten Vierteljahr jetzt schwer vor­auszusehen ist. Man rechnet seitens der Stadt­verwaltung mit einem Einspruch geger diese Festsetzung.

Kreis Friedberg.

«f. Friedberg. 15. Dez. In einem von dem Dclksbildungsveroin, Dem Geschiehts- unb OlIteitunidDerdn unb Der Ma'eumsgesellschaft ge­meinsam veranstalteten Vortrag sprach Archiv. Direktor Pros. Dreher über daS Sterna.3m Kamps umS Dasein. Ausstieg and Hieöergang der Reichsstadt Friedberg." Auf Grund eigener archivalischer Forschungen an Der Hand teilweise noch nicht bekannten Materials gab der Redner ein lebensvolles und packendes Bild des wechseln­den Schicksal- der frichersn freien Reichsstadt Friedberg unb geuxjbrbe Den zahlreich erschienenen Zuhörern ehren in jeder Beziehung interessanten unb genuhreichen Abend.

Hessen-Nassau.

Zwei Mühlenbesttzer als MehlfDscher.

svb. Frankfurt a. M., 14. Dez. Auf Grund eine? Hastb.'sehl? wurden am Mittwoch dir -jxi liier ber bet Oderurset belegenenHerren- mühle", Heinrich Messer unb 3ea n Abt, durch hiesige Beamte der Wucherpolftei f e ft ge­nommen unb Dem Frankfurter Untersuchung-S- gericht zugeführt. Abt unb Weiser hatten in den Letzten zwei Jahren das Ihnen von der ReichSgetreibestellc zugewiesene Getreide unter­schlagen unb daS Mehl verfälscht, inbem sie das Korn zu 65 Prozent ausmahlten, das hier ge*

Heutiger Stand des Dollars

10 älhr vormittags:

Berlin 6500, Frankfurt a. W. 65006550.