des
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Aus Lem besetzten Gebiet.
der
1.
20 Mr.
12
Mk.
10
Mk.
4
Mk.
2.
50
Mk.
20
Mk.
8 Mk.
1 Mr
|te sich von der Dorfkirche aus ein
40
24
Mk.
Mk.
die Fleischbeschauer:
a) für ein Stück Großvieh (Bulle, Ochse, Kuh, Stier, Zungrind).....
b) für ein Schwein.......
c) für ein Stück Kleinvieh (Kalb, Schaf, Ziege)...........
d) für ein Saugferkel oder Sauglamm (Schaaf, Ziege).......
die Tierärzte:
a) für ein Einhufer.......
b) für ein Stück Großvieh (Bulle, Ochse, Kuh, Stier, Zungrind).....
c) für ein Schwein.......
d) für ein Stück Kleinvieh (Kalb, Schaf, Ziege)...........
e) für ein Saugferkel oder Sauglamm (Schaf, Ziege)........
Aus Hessen.
Der hessische Bauernbund gegen die GeLreideumlage.
gewaltiger 3ug unter Glockengeläuts zum Friedhof. in dessen oberen Teile ver Heldenfriedhof angelegt ist. An der Friedenseiche 1870/71 wurde zu Ehren dieser Helden von dem Vorsitzenden des Kriegecvereins, Sattlermeister Vö 1 zing.
verlangt werden, eine Ganggebühr von 6 Mark zu I Rohrzucker ebenfalls verschiedene Sauren, oar- gewayren. unter auck die aiitiae Ornffnuro hi» r»;
Lord Northcliffe f.
London, 14 .Aug. (WTD.) Lord Rorthcliffe ist heute g e st o r b e n.
Lord Rorthcliffe, der englische Zeitungskönig und Deutschenfeind, ist nur 57 Jahre alt geworden. Seinen Peerstitel führte er seit 1905 nach den ersten großen Erfolgen, die er durch die Begründung der „Daily Mail" errungen hatte. Sein ursprünglicher Aame war Alfred Harms Worth. Geboren 1865 und früh in die journalistische Laufbahn gekommen, gründete er 1896 die „Daily Mail" als ein auf Massenvertrieb eingerichtetes, dem Geschmack und den Bedürf» nisfen der Massen angepaßtes, in streng nationalistischem Geiste gehaltenes Halspenny-Blatt. Zehn Jahre später hatte er bereits zahlreiche kleinere Blätter in der Hand und war in der Lage, sich den Hauptanteil an dem Besitz der „Times" zu verschaffen, die er später ganz für sich erwarb. So gewann er die Stellung, die bis dahin in der Presse seines Landes ihresgleichen nicht 'hatte.
gegangenen Konferenzen geweiht, und zwar deshalb, weil man mit demselben verstaubten Aktemnaterial nach London gegangen sei, das seit drei Jahren aus dem grünen Tisch hin- und hergeschvben werde. Wird man. fragt das Blatt, immer und ewig dieses ziellose Spiel fortsetzen, in dem wir keinen Atout besitzen und das bei jeder Partie zu unserem Nachteile ausschlägt, welche Mühe man sich auch geben möge, es ' öffentlichen Meinung zu verheimlichen.
Zn diesen Gebühren ist die Vergütung für die gesamte Beschau, für die Stempelung des Fleisches
Aus Staöt und Land.
Gießen, den 15. Aug. 1922.
Neuregelung der Aleischbefchaugebühren.
Durch Verordnung des Ministeriums des Innern sind die Gebühren für die Fleischbeschau mit Wirkung vom 1. August ab neu geregelt worden. Danach haben zu beanspruchen:
Die Ausweisungen aus Elsasi- Lothringen.
Berlin, 14 .Aug. (WTB.) Zur Ausweisung deutscher Reichsangehöriger aus Glsah-Lvthringen wird der „D. Z.a.M." aus Appenweier gemeldet, daß die Ausweisung diesmal besonders hart gewesen sei. Freitag früh wurden die Opfer dieser unerhörten Repressalien aus der Wohnung sozusagen aus dem Bett her- ^ausgeholtund inSPolizeilokalge- führt. Als lästige Ausländer mußten Män- Fßer und Frauen bis 75 und 80 Jahren, von ;denen ein Teil seit 40 Jahren in Elsah-Loth- 'ringen lebt, und dort die Heimat gefunden hat, das Land binnen 48 Stunden verlassen. Es waren zumeist einfache Leute: Arbeiter, Angestellte, Kellnerinnen, daneben Geschäftsleute; also Menschen, die sich um alles andere als um die hohe Politik kümmern und unmöglich jene notorisch landschädlichen deutschen Elemente sein können, deren Ausweisung nach der Zusage PvincaräS allein in Betracht kommen sollte.
HilssmahnahmensürOesterreich?
Paris, 14 .Aug. (WTB.) HavaS erfährt von seinem Sonderberichterstatter in London, daß Lloyd George die alliierten Minister zu einer Sitzung um 5 Uhr nachmittags ein berufen habe, in der die Hilfsmaßnahmen für Oesterreich besprochen werden sollen.
Der Berichterstatter fügt hinzu, daß im Anschluß an die DvrmittagSsitzung der Konferenz für heute nachmittag ein englischer Kabinettsrat einberufen worden sei.
Paris. 14. Aug. (WTD.) Havas berichtet aus London: Die alliierten Minister haben heute
** Amtliche Personalnachrichten. 2lm 7. August wurde der Bauinspektor im Kreisdienst Heinrich Denker zu Reckar-Steinach zum Bauinspektor bei dem Hessischen Hochbauamt Bensheim mit dem Wohnsitz in Wimpfen vom 1 Oktober d. Z. an ernannt. — Ernannt wurde am 9. August der Dureauvorsteher i. R. Georg Hotz aus Darinstadt zum Derwaltungsobersekre- tär bei der Zentralstelle für die Landesstatistik mit Wirkung vom 1. April 1922 an. — Am 9. Aug. wurde der Forster der Forstwartei Deckenbach, Oberförsterei Homberg. Förster Simon Trupp zu Deckenbach, auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste )vm 1. Oktober d. Z. ab in den Ruhestand ver- eht. — Ernannt wurden am 11. August: der Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Gie- 3 e n Dr. Konrad Alles zum Stadtschulrat bei dein Stadtschulamt Gießen mit Wirkung vom 1. August 4922 ab; der Rektor an der Volksschule zu Gießen Martin Fischer zum Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Gießen mit Wirkung vom 14. August 1922 ab. — Ernannt wurde am 12. August 1922 der KreuS- schulrat bei dem Kreisschulamt Darmstadt Ed. Pfaff zum Stadtschulrat bei dem'Stadtschulamt Darmstadt. — Ernannt wurde am 12. August der Rektor an der Volksschule in Darmstadt Zohs. Losch mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Darmstadt und mit Wirkung vom 15. August 1922 ab zum Stadtschulrat bei dem Stadtschulamt Darmstadt. — Entlassen wurde am 7. August der Lehrer Zosef Schneiderhöhn zu Bürstadt auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. September 1922 ab aus dem Schuldienst.
** Die Ausgabe der neuen Brotmarken findet am Donnerstag und Freitag dieser Woche statt. Man beachte die amtliche Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil, aus der Räheres ersichtlich ist.
** D ie neuen Erwerbslosen- Unterstühungssähe der Stadt Gießen werden in unserem heutigen Anzeigenteil amtlich zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
** Achtung Imker. Man schreibt uns: Wie man von verschiedenen Imkern des Kreises hört, haben.sich diese mit' Rohrzucker zur Winterfütterung ihrer Bienen versehe. Rach den Er-
Für die Ausübung der Beschau in einer Entfernung von mehr als 1 Kilometer außerhalb ihres Wohnortes ist den Fleischbeschauern neben der Beschaugebühr noch eine Ganggebühr von 3 Mk. für jeden auf dem Hin- und Rückweg zurückgelegten Kilometer zu gewähren, wobei angefangene Kilometer voll berechnet werden. Tierärzte erhalten für jeden angefangenen Kilometer 6 Mark.
In Fällen, wo dem Fleischbeschauer eine unrichtige Schlachtzeit angegeben wurde und dieser dadurch zu unnötigen Gängen veranlaßt worden ist, hat der Besitzer des Schlachttieres eine besondere Zusahgebühr zu entrichten. Diese Zusatzgebühr bettägt für Fleischbeschauer innerhalb ihres Wohnortes 12 Mark, für Tierärzte 30 Mark, außerhalb desselben die zu berechnende Ganggebühr, mindestens jedoch 20 Mark für Fleischbeschauer und 50 Mark für Tierärzte.
Tierärzte erhalten in den Beschaubezirken, für die sie nicht selbst als Fleischbeschauer bestellt sind, für die Beschau (Ergänzungsbeschau) einschließlich der Stempelung des Fleisches und der Benachrichtigung der Ortspolizeibehörde von dem Beschauergebnis eine Gebühr von 60 Mark für jedes Schlachttier ohne Rücksicht auf die Gattung. Ein besonderes Tagegeld wird jedoch daneben nicht gewährt,
Die beamteten Tierärzte erhalten für die Ergänzungsbeschau eine Gebühr von 12 Mark für ein Pferd oder ein Stück Grohvieh und von 8 OHL für ein Stück Kleinvieh, bei auswärtigen Geschäften außerdem die verordnungsmäßigen Tagegelder.
Die Kohlenproduktion in Hessen.
Die monatliche Statistik der Kohlenproduttion des Volksstaates Hessen weist für den Monat Zuli 1922 folgende Zahlen nach: An Rohbruln- kohlen wurden gefördert 51 524 Tonnen: verkauft wurden davon 17 007 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelerei- Produkten erzeugt: 2850 Tonnen Braunkohlenbriketts, 218 4Tvnnen Rahpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt 8746 Tonnen Stein- Preßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Ab- ähes und Selbstverbrauchs verblieben am Mo- natsschluß absatzfähig: 5211 Tonnen Rohkohlen und 2299 Tonnen Rahpreßsteine, zusammen 7510 Tonnen Braunkohlen und Dvaunkohlenprodukte im Gesamtwert von 4 158 748 Mark.
| unter auch die giftige Oxalsäure, die bei Menschen und größeren Tieren schon tödlich wirken kann, mithin für die Bienen ebenfalls verderblich sein muß. Um die Verluste an Völkern, die uns dieses Jahr schon gebracht hat, nicht'noch zu vergrößern, hüte man sich davor, diesen Zucker zur Winterfütterung zu verwenden. Auch lasse man sich nicht dadurch verleiten, daß man ihn eben von Haushaltungen billig angeboten bekommt, weil man ihn seines Geruches und Geschmackes wegen nicht zu Speisen verwenden will, meint aber, für Bienen sei er gut genug.
.** Die Brennstoffpreise für den Landkreis Gießen sind mit Wirkung vom 7. Augufl ab erhöht worden. Es kosten in Zukunft je Ztr: Fettstückkohlen 148,90 Mk.. Fettnußkohlen 151,60 Mark, Fettkohlen (meliert) 128,50 Mk., Ehnuhkohlen 164,20 Mk., Anthrazit 181,70 Mk., Steinkohlenbri- fettd 166,50 Mk., Braunkohlenbriketts (rheinische) 81,60 Mk., Torfbriketts 82,30 Mk., Zechenkoks (grob) 175,40 Mk., Zechenkoks (nutz) 196 Mk. Vorstehende Preise verstehen sich ab Eisenbahnwagen in Fuhren bis vor das Haus des Käufers oder frei Lagerplatz dcs Kohlenhändlers für den Zentner ein- schließkich Warenumsatzsteuer. Geschieht eine Verteilung ab Waggon, so daß Abfuhr nicht in Frage kommt, so ist der hierfür eingesetzte Betrag für Kohlen 4 Mk. und für Briketts und Koks 6 Mk.< für den Zentner in Abzug zu bringen. Für die' Lieferung der Kohlen bis in den Keller sowie für' die Lieferung von Säcken usw. kommen noch Zuschläge in Betracht. Aeltere Brennstofsbestände find zu den seitherigen Höchstpreisen abzugeben.
' Anlagenkonzert findet Donnerstae mittag 12 älhr am Liebigdenkmal statt. Musik- folge: 1. „Marsch der Kurbrandenburger" (C. Zimmer). 2. Vorspiel zur Oper „Die Meistersinger von Rürnberg" (R. Wagner). 3. „Moment musi- cal“ (Franz Schubert). 4. „Erste Peer-Ghnt-Sutte" (Ed. Grueg): a) Morgenstimmung, b) Ases Tod, c) Anitras Tanz, d) In den Hallen des Bergkönigs. 5. „Durch Kampf zum Siegt" Marsch (O. Simon.)
nachmittag von fünf bis sechs ilfjr über die Lage Oesterreichs beraten und beschlofien, ihm einen neuen Vorschuß zu gewähren. Die Frage ist zur Prüfung an den Dölkermund verwiesen worden, der den Alltterten ein Programm unterbreiten soll.
Wien, 14. Aug. (WTD.) Die Kosten der Lebenshaltung find vom 15. Zuli bis zum 15. August um 12 4 Prozent gestiegen.
ging flüchtig . - _____ Kriegsgericht
der französischen Rheinarmee in Mainz zu zwei Zähren Gefängnis und 100 Franken Geldstrafe verurteilt. Die Mittäter erhielten je drei Monate Gefängnis und 50 Franken Geldstrafe. Fünf junge Burschen aus Mainz hatten bei dem Vorfall „Haut ihn" gerufen. Das Kriegsgericht verurteilte sie zu je 2000 Mk. Geldstrafe.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 7 Uhr: „Cyprienne".
Landkreis Gießen.
Winnerod, 12. Aug. Als selten«, aber unliebsamer Gast aus der Vogelwelt treibt sich feit einiger Zeit an den Teichen, die auf der Westseite das hiesige Hof gut umgeben, ein stattlicher Fischreiher herum: er plündert in der frechsten Weise die dortigen Fisch, bestände. In diesem Frühjahr gelang eS dem Sohne des hiesigen Gutsbesitzers, Herrn stud. foreft. M. Element, ein schönes Stück dieser Raub- oogelart M erlegen. Während der Fischreiher in unserer Gegend sich hin und wieder blicken läßt (er kommt hierher aus dem Lahntal), ist der Fischadler, der int östlichen Vogelsberg, besonders im Riddertal. als Durchgangs- aast sich fast jedes Zahr einstellt, hier ganz unbekannt. Ebenso ist der Storch, der noch vor zwei Jahrzehnten in unseren Wiesengründen häufig anzutreffen war. jetzt bei uns ganz fremd geworden. Hierzu hat jedenfalls die Verbesserung der Wiesenkulttiren, insbesondere das Trockenlegen zahlreicher Wasserflächen, viel beigetragen.
Kreis Alsfeld.
O Alsfeld, 13. Aug. Sängerfahrt. Der Dauersche Gesangverein aus Gießen hat am vergangenen Samstag eine Sängeftahrt nach Alsfell» unternommen. Abends and eine gesellige Zusammenkunft mtt den hiesigen Drudervereinen im großen Saale des „Deutschen Kaiser-" statt. Der Vorsitzende des Gesangvereins „Liederkranz", Herr D. Duchardt, richtete namens der hiesigen Vereine herzliche Worte der Degrühung an die Gäste. Den ersten Sanaes- gruß brachte der Gesangverein „Harmonie" dar. Rach einigen Dankesworten des Gießener Dirigenten brachte der Dauersche Gesangverein das Lied „Zubllate" zum Vortrag. Die stattliche Sängerschar mit ihrem hervorragenden Stimmenmaterial erntete stürmischen, wohlerworbenen Dekali. Insbesondere fand auch ein Instrumentalquartett der Gießener Gäste für seine prächtigen Leistungen lebhafte Anerkennung. Der hiesige Gesangverein „Liederkranz" trug ebenfalls, im Wechsel mit den anderen beiden Vereinen, einige Cieber vor. Der Abend nahm einen schönen harmonischen Verlauf und feftigte die bestehenden guten Beziehungen zwischen den Rachbarvereinen.
kar. Groß-Felda, 13. Aug. Heute sand hier die Einweihung eines Ehrenfriedhof e s für unsere im Weltkrieg gefallenen Helden statt. Das schlanke Denkmal aus bayerischem Muschelkalk aus der Gegend bei Würzburg, mtt 24 geschmackvollen Steinen für die einzelnen Gefallenen soll uns und künftigen Geschlechtern allezeit der treuen Toten eingedenk sein lassen. Ilm
Französische Presieftimmeu.
Paris, 14. Aug. (WTD.) Der „Ternps" stellt fest, daß man in London noch immer in der Sackgasse steckt. Der Verfalltag vom 15.8. sei heute vormittag von der Reparationskommission aufgeschoben worden. Man werde das deutsche Moratoriumsgesuch sobald wie möglich beantworten. Dieser Beschluß sei einstimmig erklärt worden. Es hätten also für Frankreich ernste Gründe bestanden, ihm beizutreten. Ebenso richtig aber fei es, daß man auf diese Weise, wenn auch nur vorübergehend, gerade diejenige Lage schaffe, die man hätte vermeiden wollen. Ein Zahlungsaufschub ohne irgendwelche Sicherstellung eines produktiven Pfandes. Diese Lage könne nicht a n d a u e r n. Vinnen kurzem würden übrigens die Barzahlungen nicht allein in Detvacht kommen, man müsse auch auf Schwierigkeiten bei den Kohlenlieferungen gefaßt fein. Die deutsch« Regierung bleibe anscheinend hartnäckig dabei, feine polnischen Kohlen aus Oberschlesien kaufen zu wollen, trotz der beträchtlichen Ersparnis, die sie dabei erzielen würde. Die Ruhrbergleute hätten es abgelehnt, regelmäßige Ueber- stunden zu leisten. Die Zahl der (Bergleute selbst würde immer mehr abnehmen, denn die deutsche Industrie blühe dermaßen, daß die Fabrikttions- zweige aller Art sich die Arbeiter streitig machten und sie dem Kohlenabbau entzögen. Schließlich hätten es auch die deutschen Dergwerks- genossenschaften diesmal abgelehnt, für die Aufstellung des Planes der Lieferungen an die Entente Sachverständige zu bezeichnen. Deshalb dürfe man nicht überrascht sein, wenn demnächst eine Verfehlung Deutschlands in der Frage der Kohlenlieferungen eintrete. Die Zeit allein werde nicht regeln.
Das „Journal des Debats" schreibt, die Politik habe in einer gewissen Beziehung Aehnlichkett mit der Strategie. Auf diplomatischem Gebiete wie auf dem Schlachtfelde bestehe eine große Stärke darin, daß man die Initiative zu erfassen trachte. Deshalb sei es auch sehr wünschenswert, daß die französische Regierung nicht warte, bis andere ihr zuvvrkämen und daß sie sich beeile, zu sprechen. Vielleicht rühre ihr Zögern daher, daß sie das Programm, auf das an dieser Stelle angespielt werde, nicht genügend sorgfältig bearbeitet habe. Möge sie in diesem Falle keine Zeit mehr verlieren und sobald wie möglich dazu gelangen, Vorschläge $u machen, die die Voraussetzung der Debatten duzch und durch veränderten. Welchen Abschluß auch die Londoner Konferenz finden möge, sie sei von jetzt ab d e m jämmerlichen Schicksal aller voran-
wd. Mainz, 13. Aug. 13 junge Leute was Weisenau hatten der letzten Reujahrsnacht gelegentlich «per Tanzmusik einen französischen Sol da t e n durch Schlagringe, Biergläser usw. so schwer verletzt, daß er längere Zeit im Militärhospital zubringen muhte. Der Haupttäter, ein Schiffer Friedrich Dorn, ging flüchtig und wurde in contumaciam vom Kriegsgericht
fpd. Der erweiterte Landesvorstand Hessischen Bauernbundes hielt in Frankfurt eine Sitzung ab, die sich mit der Frage der Getreideumlage beschäftigte. Die Versammlung kam nach längerer Aussprache zu dem Ergebnis, daß die auf Hessen entfallende Umlage* menge in Anbetracht des diesjährigen Ernteausfalles viel zu hoch ist und derart herabgesetzt werden muh, daß eine Erfüllung überhaupt im gereich der Möglichkeit liegt. In einer Entschließung wird ausgeführt, daß der Vorstand nicht in der Lage ist, seine Mitglieder aufzufordern, ilmtagegetreibe früher abzuliesern, als bis die Frage der von Hessen abzuliefernden -Umlagern enge und des Umlagepreises, der zu niedrig ist, einigermaßen den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend geregelt ist. Der Vorstand wird zu der Getreideumlage erst dann endgültigeDeschluß-- fassung herbeiführen, wenn seine Verhandlungen mit den Regierungsstellen abgeschlossen sind.
fahrungen, die man mit Rohrübenzucker gemacht
- . . r ------------ hat, ist davon entschieden abzuraten. Die da-
und die Zeitversaumnis einbegriffen. Jedoch ist den mit gefütterten Völker gingen meistens an der Fleischbeschauern für besondere Gänge, die von ihnen Ruhr ein. Die Ursache davon sind die Säuren. bei der Erledigung der Ergänzungsfleischbeschau I welche er enthält. Run finden wir in dem
M MMen m Mos.
Roman von Ernst Scheitel.
34. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Als Ismais fertig war und die Zeremonie beginnen konnte, richtete er noch einmal das Wort an Eduard: „Meinen Körper sollt Ihr mit Ratron bestreichen und mit sieben Binden umwickeln. Dann legt ihn hinunter in die Felsen. Habu Dank, denn Ihr seid ein guter Mensch gr- toefenl Ihr habt einmal Euer Leben für mich gewagt „als mich das Zarotier verschlingen wollte unb so gehört mein Leben Euch. Aber mein Körper gehört der Erde, die ihn geboren hot. Lebt wohl und kehrt nicht zurück, ehe die Sonne hinter den westlichen Bergen in das himmlische Meer gesunken ist!" Dana winkte er Eduard noch einmal zu, ihn mn zu verlassen, warf einige der trockenen Pflanzen in die Raucherpfanne, legte die Hände in seinen Schoß übereinander, daß, sich die Spitzen der Daumen berührten, richtete seine Augen starr auf das Mädchen und rührte kein Glied mehr.
Eduard folgte der Weisung des Knaben. Von den seltsamsten Empfindungen durchschüttelt, schlug er den Weg nach dem Tale zu ein. Bevor er die Wüste hinter sich ließ, wandte er sich noch einmal um, gewahrte aber nur in weiter Ferne die beiden versteinerten Körper, zwischen denen eine dünne, weißliche Rauchsäule emporstttg
Planlos schleppte er sich am Riluser hin. Gr überdachte seine 3ufjnft. Er würde nm wohl nach Deutschland zurückkehren und dort das Dasein eines gebrochenen Menschen führen, er, dem alle Möglichkeiten zu Glück und Erfolg beschieden
gewesen. Die Ereignisse der vergangenen Wochen hatten ihn furchtbar gereift. Mtt der Welt- verachtung und Resignation eines alten, v)m Schicksal zertretenen Mannes blickte er tn die Welt, deren glühendster Landstrich seinen Körper gebrochen und seine Seele versengt hatte.
Er nahm nichts um sich herum wahr. Gänzlich nach innen gewandt war sein Blick, und die Dinge, die ihn sonst bewegt und fern Intere'se woch- gerufen hätten, lagen jetzt fremd und belanglos um ihn herum. Er merkte es nicht, wie der Himmel sich rötete, um mit seinem Purpur die Sonne zu umhüllen, und wie die Erde sich zum abendlichen Schlaf bereitete.
Zwei Männer erschienen in der Ferne und wanderten mit eiligen Schritten auf ihn z i. Aber erst als sie ihn anfbrachen, wurde er ihrer gewahr und erkannte Perzelius uiU> den Duron.
„®er Herr Baron ist mit einem Extrazug gekommen, ohne genau gewußt zu haben, wo toir uns befänden," erklärte der Doktor.
Baron Hallams Gesucht war noch härter und seine Gestalt noch stählerner als sonst. In seinen Augen war nichts zu lesen als die leidvolle Stumnuheit eines Menschen, der überwunden hat. Er drückte schweigend Eduard die Hand und sagte nur: „Ich danke Ihnen! Sie haben mir die sterb- lichen Reste meines Lö bsten gerettet! Es folt Ihnen unvergessen bleiben."
Dam, schritten die bret wortlos nebenetn- ander.
„Ich habe es dem Dottor schon erzählt," begann nach einer langen Zeit der Baron wrede'r. „Miß Mason ist nicht mehr. Sie hat Morphium genommen.“
»Wieso das?" fragte Eduard.
„Sie hat sich von Anfang an große Dor- Würfe gemacht, daß sie meine Tochter nur einen Augenblick allein gelassen hatte. Was natürlich sinnlos war. Aber sie ließ es sich nicht ausrÄ>rn. Ohne mich zu fragen, rannte sie zur Polizei und diese ließ sofort einen Haftbefehl gegen den jüdischen Kaschemmenbesiher Samuel Chujim ergehen, der schon länger verdächtig gewesen fein soll. Aber der bekam Wind davon, und als man ihn sestnehmen wollte, war er fort. Und er scheint feine Genossen gewarnt zu Habern Als dann Ihr Telegramm cintuaf mit der Rachricht, daß durch jenen Verrat alles in Frage gestellt sei, nahm sie eben Morphium. — Ich hoffte ja bis zuletzt, weil ich die Fähigkeiten von Dottor Perzelius zu würdigen weiß. Ich glaube auch sicher, daß er ohne jeden Zwischenfall ans Ziel gekommen wäre."
Perzelius schien kaum auf die Worte des Borons zu achten, Eduard jedoch berührten sie ftart. Sv war also das alte Fräulein ein Opfer lh er wohlg m l tet Vor iligknit geworden.
„Ich möchte meine Tochter heute noch mit mir nehmen," fuhr der Baron weiter, „um sie von Kairo aus gleich nach Deutschland überführen z i lassen. Sie soll in der Familiengruft neben ihrer Mutter ruhen."
Kein Zittern klang dabei in seiner Stimme und niemand hätte ihm den Schmerz angesehen, daß er nun völlig einsam war.
„Der Welt werden jene Leute jedenfalls keinen Schoden mehr tun," sagte Perzelius nach einer langen Pause.
„Za," erwiderte der Baron, „Sie erwähnten I schon kurz, daß alle ertrunken seien. Wie taml das?" 1
„Ich habe die Schleusen geöffnet," erklärte der Doktor und fuhr mit der Hand nach dem Munde, wie um ferne Worte wieder zu verwischen.
Eduard erinnerte sich habet an den riesigen Hebel, den ihm Pei^elius gezeigt hatte, als er noch gefesselt lag.
„Die meisten dieser unteridrischen Paläste haben einen Zugang zum Ril," begann der Doktor wieder, „um tm Falle eines Eindringens von Feinden das Ganze unter Wasser sehen zu können. Run sind sie an ihrer eigenen Vorsicht $i- grunbe gegangen.“
Wieder schritt man wortlos nebeneinander her.
In der Ferne erschien bereits die Triumner- stätte von Ombos in einen roten Dunstschleier gehüllt.
Schweren Herzens machten sich die bret Männer daran, die Höhe der Wüstenhochfiüchr äu erklimmen, wo Silly lag.
Der Abend brodelte unter der Wölbung des Himmels und die Glut der tm Westen sich auflösenden Sonne sickerte tn den feinen Sand und ließ ihn gleich flammenden Lavafeldern aufleuchten. Immer endloser breitete sich die Einsamkeit der Wüste, deren böses Schweigen durch keinen Laut unterbrochen wurde.
Eduard führte seine beiden Degletter, und es war nicht leicht für ihn, die Richtung wieder z u finden, in welcher er mittags weggeschritten war. Denn Düne reihte sich an Dürre in grenzenloser Gleichförmigkeit.
(Fortsetzung folgt)


