Ausgabe 
14.9.1922
 
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Donnerstag, tf. September 1922

172. Jahrgang

Nr. 2^6

Erscheint täglich, autzer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Monatliche vrzugrprrise: MK.75.- und MK.5.- Trägerlohn,durch diePost Mb. 75., auch bei Nicht­erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift­leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siehe«.

postscheätonto:

Krailkftltt <L M. 11686.

der Feststellung der Regierung im (Zähre 1923 aus 10 Milliarden 148 Millionen Franks belaufen. Eine Deckung dafür ist noch nicht gefunden.

Streik in der französischen Handels marine.

Die belgische Aufforderung an Deutschland.

Berlin, 13. Sept. (WTB.) Die bel­gische Regierung hat dem deutschen Geschäftsträger in Brüssel heute nach­mittag eine von dem belgischen Minister des Aeußern Iaspar unterzeichnete Rote folgen­den Inhalts übermittelt:

Rach den Bestimmungen der Entscheidung der Reparationskommission vom 31. August sollte die deutsche Regierung zur Abdeckung der Fälligkeiten vom 15. August und 15. Sep­tember 1922 der belgischen Regierung deutsche jLchatzbons aushändigen, welche durch zwischen

Die Unterstützung der Türkei durch Frankreich.

London, 13. Sept. (WB.) Reuter erfährt von maßgebender französischer Seite, daß der Zweck des französischen Geschäftsträgers de M o n t i l l e im Foreign Office nicht war, eine formelle Rote zu überreichen, die zweifellos dem Botschafter Lord Hardinge in Paris übergeben werden wird, sondern in mündlichen Mitteilun­gen die französische Haltung gegenüber der tür­kischen Lage genauer zu umschreiben rnd ge­wisse Punkte klarzustellen, die zu Presseeror- terungen geführt haben. D i e b r i t i s ch e R e - gierung wurde informiert, daß Frank­reich in der Frage der Meerengen mit ihr übereinstimme. Ieht, wo dieser Grundsatz ge­regelt ist, müßten Erörterungen bezüglich der Einzelheiten stattfinden, damit die Alliierten eine gemeinsame Front bilden konnten, wenn sie an die Türkei herantreten. Rach französischer An­sicht ist der einzige Weg, um eine Regelung mit der Türkei zu erzielen, ihre rechtmäßigen | Aspirationen anzuerkennen. Damit ist gemeint, daß man nicht abwarten könne, einen Frieden mit der Türkei schließen zu können auf genau derselben Grundlage, als wenn dieses Land von den Griechen besiegt worden wäre und nicht selbst gesiegt hätte. Die neue Tatsache der türkischen Erfolge müsseinRech n u n g gezogen werden Dies ist nach französischer Ansicht vollkommen sicher. Genaue Angaben über die französische Antwort an Grohbrimnn.en, die dem britischen Botschafter in Paris überreicht wird, liegen noch nicht vor. Es kann aber als sicher angenommen werden, daß sie in ihren Hauptpunkten der mündlich abgegebenen Er­klärung entsprechen wird.

Das französische Defizit.

Paris, 14. Sept. (WTB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, sieht der Budgetvor- anschlag fürl923 an ordentlichen und außer­ordentlichen Ausgaben insgesamt 23 Milliarden 180 Millionen Franks vor, denen Einnahmen von 19 Milliarden 280 Millionen Franks gegen­überstehen. Das Defizit beläuft sich demnach auf 3 Mllliarden 900 Millionen Franks. Sie Fmanz- kommissivn ist zu der Ansicht gekommen, daß man durch Abstriche etwa 300 Millionen Franks er- I sparen kann, so daß noch ein Defizit v o n ZWilliarden 600 Millionen Franks z u d e cf e n fei. Zu diesem Zweck hat die Finanz­kommission der Regierung wiederholl Vorschläge gemacht über eine Revision der Steuerverwallung. Die Regierung ist augenblicklich mit der Prüfung dieser Vorschläge beschäftigt. Das Spezlalbudgri I der wiedereintreibbaren Ausgaben wird sich nach

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 27 mm Breite örtlich 300 Pf., auswärts 400 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mm Breitel200Pf. Bei Platz v orf christ 20 °/0 Aufs chlag Hauptfchriftleiter: Aug. Boetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil. Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Die deutschen Ausgleichszahlungen.

Berlin, 13. Sept. (WTB.) Von dem am Freitag fällig werdenden Betrag von 40 Mil­lionen Goldmark für die Ausgleichszahlungen hat die deutsche Regierung bereits einDier- tel bezahlt. Die übermorgen fällig werdenden 30 Millionen werden, wie dieD. Z. a. M." er­fährt, infolge inzwischen getroffener anderer Maßnahmen rechtzeitig aufgebracht werden können.

Berlin, 13. Sept. (WTB.) Wie wir er- ahren, ließ die deutsche Regierung der britischen und französischen Regierung mitteilen, daß am | 18. September eine weitere Zahlung von 500 000 Pfund auf die Clearingrate vom 15. August erfolgen wird. Die Bereitstellung dieses Betrages ist durch das Entgegenkommen der Reichsbant ermöglicht und geschah mit Rück- icht auf das von der deutschen Regierung den Alliierten früher gemachte Angebot, einen der­artigen Betrag für den Clearing monatlich ver- ügbar zu machen. Der verbleiben!« Restbetrag der Clearingrate vom 15. August wird den Alli­ierten übermittelt, sobald es die Verhältnisse zulassen.

Die Pläne Lloyd Georges.

Sens, 13. Sept. (Wolfs.) Lieber die Pläne Lloyd Georges werden die'verschiedensten Hypo­thesen laut. Während man auf der einen Selle an seinen Wunsche glaubt, das Prestige des Völker- bundes zu erhöhen, vermutet man andererseits, daß es Hier eine Fortsetzung der.Debatte der Genueser Konferenz beabsichtigt. Als sehr wahrscheinlich gilt es in vielen Kreisen, daß Lloyd George das Terrain in den orientalischen An­gelegenheiten sondieren will. .

Die Hiesigen über französische Angelegenheiten meist sehr gut unterrichteten Blätter zeigen sich nicht s e h r b e g e i st e r t über den Besuch Lloyd Georges DemJournal de Geneve" wird u. a. aus Paris telefoniert, es wäre außerordentlich bedauerlichl, wenn man im Völkerbund die Metho­den einführen würde, die die Sitzungen des Ober­sten Rats ruiniert und äu dem allgemeinen Durch­einander beigetragen Haben. Wenn die Volker- bundsversammlungen den Boden für Pol i t ische Manöver abgeben sollten, so wäre das sehr bedauerlich. .

Im übrigen meldet der Pariser Dericht- erftatter des Blattes noch, daß man in Paris allgemein daran erinnert, daß Lloyd George durch den Schiedsspruch des Völkerbundes in der ober- schlesischen Frage stark verstimmt gewesen sei. Seine Reise könne von durchaus versöhnlichen politischen Absichten diktiert fein, aber es wäre nicht überraschend, wenn er, sowohl in der Repa­rationsfrage als auch in der Abrüstungsfrage irgendeinen großen Coup beabsichtige, der irgendeinen i'hm unsympathischen Staatsmann zum Ausscheiden bringen soll.

London, 14. Sept. (WTB.) Reuter meldet, daß voraussichtlich Ende dieser Woche unter dem Vorsitz von Lloyd George ein Kabinetts- r a t abgehalten wird. Die Blättermeldungen, wo­nach Lloyd George, falls er nach der Schweiz reist, eine Zusammenkunft mit ftanzösischen Staatsmännern haben werde, wird von Reuter als unrichtig bezeichnet.

Der Sieg der Türken.

Paris, 14. Sept. (WTB.) Rach einer Havasmeldung aus Tabu! toatbe dort an­läßlich des Sieges der Türken ein Fest-

gottesdienst veranstaltet. Der Emll von Afghanistan erklärte den Tag zu einem offi­ziellen Feiertag und richtete an Musiapha Kemal Pascha ein Glückwunschtelegramm.

Konstantinopel, 14. Sept. (WTB.) Die Stadt Konstantinopel hat an Mu­stapha Kemal Pascha ein Telegramm ge­richtet, in dem sie ihrer Befriedigung über den Sieg des kemalistischen Heeres Ausdruck ver-

Ein kritischer Tag.

Der Morgige Freitag ist für die deutsche Außenpolitik ein kritischer Zeitpunkt erster Ord­nung. Einmal find die sogenannten Aus­gleichszahlungen fällig, d. h. die Sum­men, die sich aus der gegenseitigen Verrech­nung der Vorkriegsschulden ergeben. Es han­delt sich um 30 Millionen Goldmark, nachdem die deutsche Regierung schon 10 Millionen be­glichen hat. Diese 40 Millionen sind jene zwei Millionen Pfund Sterling, von denen Deutsch­land in seiner Wahrungsnot dringend wünschte, daß sie auf 5Ö0 000 Pfund herabgesetzt werden. Die Entente hat uns die Liebe nicht getan, son­dern in einer gemeinsamen Rote der Alliierten vom 17. August erhielt das Kabinett Wirth den Bescheid, daß die Augustfälligkeit im Betrage von 2 Millionen Pfund unbedingt und jeden­falls am 15. September zu erledigen fei Lind das deutsche Erfüllungskabinett zahlt! Es hat die Rest schulden von 30 Millionen Goldmark tatsächlich aufgebracht. Man frage nur nicht wie! Wie stark das Zusammenkratzen dieser 30 Mil­lionen an den vernichtenden Markstürzen der letzten Wochen mitschuldig ist, darüber schweigt man. Die vielen amtlichen Pressestellen, die der vielgeprüfte Steuerzahler in dem Glauben unter­stützt, daß er auch einmal etwas über die Staats­geschäfte erfährt, scheinen ihre Existenzberech­tigung genau wie in der vorrepublikanifchen Zeit darin zu suchen, daß sie ihre Wissenschaft ver­bergen. ,

Dank der Geheimnistuerei der Offiziösen weih man auch nicht, welche für das deutsche Volk schicksalsschweren Erklärungen die Delegation Fischer-Bergmann morgen vor der Repa- rationskommission in Paris abgeben wird. Fällig ist am morgigen 15. September neben den genann­ten 30 Millionen Ausgleichsschulden nur noch die Kleinigkeit von 100 Millionen Goldmark für Reparation. Diese Lage ist geschaffen durch den überraschenden Beschluß der belgischen Re­gierung, die sich scheinbar korrekt an die Richt­linien der Reparationskommission hält, in Wahr­hell hoffnungslos vom französischen Drahte ge­zogen wird. Diese 100 Millionen, nämlich die beiden Raten vom 15. August und 15. September zusammen; brauchen zwar nur in Schatzscheinen gezahlt zu werden. Aber gleichzerttg wird Gold­deckung durch Hirllerlegung eines Teiles des Reichsbanlfchatzes verlangt. Dabei tun die uner­bittlichen Gläubiger so, als gewährten sie eine Er­leichterung. Hätte die deutsche Regierung Gold für Wechsel hinterlegen können und wollen, so hätte sie bei jeder Bank das nötige Geld für die näch­sten Ratenzahlungen geliehen erhalten und hätte nicht kniefällig um ein Moratorium bitten müssen. Wir sind also soweit wie zuvor, mit allen An­trägen und Vorschlägen zurückgewiesen. Was kann die deutsche Delegation in Paris noch ausrichten? Als die belgischen Llnterhändler in Berlin dem deutschen Sommunique zu stimmten, das besagte, in wesentlichen Punkten sei eine Einigung erzielt, drückten sie damit aus, daß sie auf eine Lieber- sührung von Gold aus der Reichsbank verzichten. Run aber doch das Golddepot verlangt toirb kann die deutsche Regierung nur erklären, daß die autonome Reichsbank das Gold nicht hergibt, weder ins alliierte Ausland noch ins neutrale, noch endlich in irgendein Dank-Safe auf deutschem Boden etwa unter Ententekontrolle. Denn in jedem Falle wäre es ein verhängnis­voller Verlust an unserer letzten schwachen Gold­deckung. Er würde Deutschland unwiderruflich in den Wiener oder Moskauer Bankerottsumpf hinabstohen. Wollen das die Gläubiger? Will das insbesondere Frankreich?

In Paris ist man nach den letzten Mel­dungen entschlossen, wieder die Forderung nach produktiven Pfändern zu erheben und sofort Deutschland die Bedingungen zu diktieren. Ein wenig wird man sich in diesem Eifer ja noch ge­dulden müssen. Vorerst hat noch die Repa-

den beiden Regierungen zu vereinbarende Ga­rantien sichergestellt werden sollten. Mangels einer Einigung sollten die Dons durch ein Gvlddepot sichergestellt werden, das in einer der belgischen Regierung genehmen Dank zu stellen war. Die Besprechungen, die in Berlin zwischen den Derttetern der deutschen Regie­rung und den Delegierten der belgischen Re- gierung über die von der deutschen Regierung ereits zu stellenden Garantien erfolgten, führ­ten zu keinem Ergebnis. Die belgische Regie­rung bittet die deutsche Regierung daher, ihr unverzüglich zwei deutsche Schatzbvns, zahl­bar in Gold im Dettage von je 50 Millionen Goldmark für die Fälligkeiten vom 15. Juni und 15. September zukvmmen zu lassen und in der belgischen Rativnalbank 100 Millionen Goldmark als Sicherheit für diese beiden Dons niederzulegen.

Berlin, 14. Sept. DemB. T." zufolge wird die Reichsregierung voraussichtlich heute zu einer Kabinettssihung zusammentreten, um zu der belgischen Rote Stellung zu nehmen. Die deutschen Staatssekretäre in Paris.

Paris, 13. Sept. (WTB.) Wie der Temps" meldet, haben die Staatssekretäre Fischer und Bergmann private Be­sprechungen mit Dradburh, Raggi, Delacroix, Bemelmans und Mauclere, welch letzterer Du­bois, der sich einige Tage ausruht, verttitt, gehabt.

Eingreifen britischer und holländischer Banken?

London, 12. Sept. (WTD.) Der Pariser Derichterstatter derTimes" meldet, in Paris gehe das hartnäckige Gerücht um, daß Vertreter britischer und holländischer Danken sich nach Paris begeben würden, um mit der Re - parativnskominission zu beraten, um einen Weg zur Llrnwandlung der deutschen Schuld an Belgien in eine mehr kommerzielle Verpflichtung zu finden.

P a r i S, 13. Sept. (WTB.) Wie dieLi­berte" aus Le Havre meldet, haben die S e e - leute von Le Havre am Montag abend eine Entschließung angenommen, in der sie sich gegen die Abänderung des Achtstundentages in der Handelsmarine wenden und erllären, daß sie zu dem vom Seeleuteverband ange- - kündigten 23stündigen Streik bereit seien. Infolge dieses Beschlusses haben heute vor­mittag die Seeleute des DampfersLa France" beschlossen, schon heute in den Streit zu treten. Daher kann die Abfahrt des Ueber- see-DampfersLa France", der morgen mit

Aus dem Reiche.

Die Lösung der Wohnungsfrage

Berlin, 13. Sept. (WTB.) Der Lleber- wachungsausschuß des Reichstages hat ein­stimmig zur Fertigstellung begonnener Wo 0- nungsbauten nach den Reichsratsbefchlus- sen 3 M i l l i a r d e n M a r k b e w i l l i g t, die durch die Landesregierungen den Trägern des Wohnungsbaues (den Wohnungsfürsorgc- gesellschaften der Gemeinden und Siedelungs- gesellschaften) übermittelt werden sollen.

Auf eine Anfrage von deutschnattonaler Seite teilte ein Vertreter des Reichsfinanz­ministeriums mit, daß die Rotlage der I n ­validen von 1870/71 gebessert werden soll und entsprechende Maßnahmen bereits in An­griff genommen wurden.

Die neuen Posttarife.

Berlin 13. Sept. (WB.) Im Reichs- tagsausschuß für $^oJta ng|H eg en - Helten sind heute dw erhöhten Tarife für Postkarten und Briefe nach den Beschlüssen des Reichsrates angenommen worden. Die F e r n- sprechgebühren wurden aegen bte Stimmen der Deutschnationalen und 5er Volksparteiln nach dem Regierungsvorschlag angenommen und erhöhen sich also um 340 Prozent gegenüber den jetzigen Beträgen. Angenommen wurde ferner eine vom Zentrum eingebrachte Entschließung, der zufolge für den Bezug von Tageszei­tungen durch die Post Die vierteljährliche durch monatliche Bestellung und die Einziehung des Bezugspreises erseht werden soll, sowie eine von der Bayerischen Dollspartei eingebrachte Ent­schließung, nach welcher die Verpackung der Zei­tungen für den Post versand Sache des Ver­legers sein soll. Auf Anttag der Verleger soll die Post Verwaltung die Verpackung jedoch zu einem, zwischen beiden Parteien zu vereinbaren­den und die Selbstkosten der Post deckenden Be­trag ausführen.

Aus eine Anfrage von deutschnationaler Selle I erwiderte Rrichspostminister Giesberts, baf)_ die Reichspostverwaltung im Begriff ist, allmäh sich 1516 000 Beamte in andere Reichsverwaltungen überzuführen, womll die Relchsfinanzverwaltung einverstan­den sei.

rationskommifsion das Wort. Sie Hat nach § 17 des Anhanges II zum Teil 8 des Frie- densverttages zu entscheiden, ob Deutschland mit der Erfüllung seiner Verpflichtung im Rückstand geblieben ist. Sie Hat dasVersäumnis" jeder beteiligten Macht mllzuteilen und die dagegen zu ergreifenden Maßnahmen vorzuschlagen. Roch, ist also Zell zur Besinnung. Die französische Regie­rung steht zur Zeit in den denkbar schwierigsten Llntervevhandlungen mit Engl a n d über die Orientfrage. Sie kann nicht plötzlich mll neuen Sanktionen gegen Deutschland dazwischenfahren. .Außerdem wäre ja die Brüsseler Finanzkonferenz in Frage gestellt (worauf sogar der ,,L,emps bin» weist). Roch glimmt also das Fünkchen der Hoff­nung und die öffentliche Meinung m Deutschland stände geschlossen Anter der schwer ringenden Re- aierunq wenn sich die amtlichen Stellen nur ein ganz klein wenig auf das Klavier der Presse verstanden.

Heutiger Staub des Dollars

10 Llhr vormittags:

Berlin 1590, Frankfurt a. W. 1600.

leiht. ,

London, 13. Sept. (Europapreß.) Rach Meldungen aus Athen sind zwei Drittel der griechischen Truppen In Kleinasien eingeschifft worden. 40000 Mann wurden in Smyrna, 33 000 in Mudania und 30 000 in Schesme eingeschifft. Es verbleiben noch 60 000 Mann zur Einschiffung an Land.

London, 13. Sept. (WTD.) Reuter meldet aus Athen, daß beunruhigende Ge­rüchte von allen Seiten Llnbehagen erzeugen, w __________

welche durch die von amtlicher Seite gezeigteoefäftr 1350 Passagieren nach Amerika ab- WV r. M sollt-, nWttMen.

Trift e Ä.M x Ausschreitungen.

sehen. Auf der anderen Seite hätten Zusammen- Dochum, 13. Sept. (WTD.) Don der Po- stöße zwischen bulgarischen Komitavschis * ^ird mitgeteilt: Gestern vormittag wurden und griechischen Abteilungen bei Rerekup Plünderungen auf dem Mvltkemarkt stattgefunden haben. Es werde mitgeteilt, daß Eingreifen von Schupobeamten ver-

die Komitadschis nach Skutari zurückgetrieben hinbert; ein Verkaufsstand wurde umgeworfen,

wurden. Die Flüchtlinge, die aus Smyrna in $-e Vorfälle wurden von radikalen Elementen

Athen angetommen sind, berichten, daß die Türken £, benutzt, die Mittagsschicht auf der Zeche

in verschiedenen Stadtvierteln plünderten und Präsident" zum Feiern aufzufordern, die dann Flüchtlinge, die aus dem Innern eintrafen, an-ud nid)t Einfuhr. Lim 5 Llhr nachmittags ver­griffen. Die türkischen Einwohner Smyrnas hatten famme[ten sich vier- bis fünftausend

Mordtaten begangen. Menschen gu fdem Moltkernattt. Dort wurde

Reuter meldet ferner, daß die volle Große etn dienstfreier, zufällig vorbeikommender Schupo-

der militärischen Katastrophe in Anatolien in 6oamtec ecft belästigt und dann tätlich ange-

Athen anscheinend noch nicht erkannt werde. griffen. Da auch Gerüchte über beabsichtigte

Die Bemühungen um einen Plünderungen umliefen, räumte eine Abteilung

von Schupobeamten den Moltkrmarkt, wobei sie Cilfl Ufia* ... Steinen Obst und Feuerwerkskorpern be-

Ro m, 13. Sept. (WTD.) Stefam teilt mit. vtem«^ abenb5

Die französische Regierung schloß sich grunb= ,^en verschiedene Menschenansamm langen statt, sätzlich^ dem italienischen Vorschläge am eine AA bald verliefen. Zu weiteren Zu-

n: &igW S.c b"ruif T awg "* Mftnd-rung-n ist °s nicht gc-

der Feindseligkeiten Stotzen Griechenland unb ruh en gekommen wobei die Wenge den D i - der Türkei und zu dem Abschluß eines dauernden jenm . u überfiel und

Friedens im Orient ju gelangen. Sie toiffe lck erhebliche Körperverletzungen beibrachte. Die Vorschlag der italienischen Regierung, Die Kc> - Aufforderung der hiesigen und der aus Schwien- serenz in anderer Gestaltung und mit einem tocf)fDtr);h rin getroffenen Polizei, sich zu zer- anderen Prooranim als lur die facher gep^nte beantwortete die Menge mit einem lieber=

und dann verworfene Konferenz veabsichttgt war, Pvll-,elrnannsclmsten. Einige Poll-

stattfinden zu lassen wohl^mzuschatze^. Dieeng- «fi auf Das zu? Ver-

lisch- Xegterung Staube -uv-sl-n. dah-mg-ftchts S-rkung angetcmmenc Militär muhte uon bei der gegenwärtigen ^Leberhihung auf türkischer «= (ft u f f c Gebrauch machen und stellte Seite angebracht setz die ErergnMe m Ana ollen S ch u B toa f H^e D ra u q. ^sonen find tot, sich bis zum Abschluß des zwei weitere erlagen ihren Verletzungen, zwei

und bis zur Festigung der uiilltarischen Lage schwer verletzt. Von der Polizei wurden

Ä* W wL und ,-chs -eicht »erle6t.

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General-Anzeiger für Oberhessen

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