entlaßet hatte. Den Weinbergbeslhem sei an- gesicht- ihrer groben Ernten in den lehten Jahren am ehesten die Beteiligung an der Aufbringung des Umlagefoll» zu;umuten. Die Regierung konnte nicht ander« handeln.
Abg. Widmann (voz.) führt Beschwerde über zu geringe Holzsällungen in den standesherr- lichen Mkilbuitgcn.
Finanzminuter Henrich verliest eine längere Roglerungsantwort, die er ter Annahme der Interpellation entgegenhält und eine Liebersicht über die Fällungen gibt. Die Preise, die für das Holz gefordert wurden, seien keineswegs über- madig hoch gewesen.
Postbeftellung der Landorte.
Die Abbg. Brauer und Gen. beantragen, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, bet der Reichspostverwaltung darauf hinzuwtl ken, das) die am 12. März 1922 eingestellte Postbestellung der Landorte an Sonntagen sowie der Betrieb der eingestellten Fahrposten nach Landorten wieder ausgenommen wird. Wir erblicken in dem Vorgehen der Reichspostverwaltung eine Benachteiligung des platten Landes und sind der Meinung, das) die Landbevölkerung als RelchSangehörige und Steuerzahler gleichen Anspruch aus Berücksichtigung ihrer Belange hat.
Der Ausschnf) beantragt, da« Postministerium zu ersuchen, die Landorte gleich zu behandeln wie Die Städte. — Das HauS stimmt zu.
Zu den bekannten zehn Forderungen deS Allgemeinen Deutschen Gewerk- schastSbundes liegt ein kommunistischer Antrag vor: Der Landtag wolle beschliesten: Die Regierung wird beauftragt, die notwendigen Schlitte zu unternehmen und alle Vorbereitungen zu treffen, uck die zehn Forderungen deS ADGB. für Hessen zu verwirklichen.
Der Abg. Widmann erstattet kurz den Ausscsius!bericht, beantragt Trledigterklärung aus Grund der RegicvuugSantwvr't und beine ft auf A -usteiungen des Abg. ®3ner, die Arbeiterschaft stehe nicht hinter den 10 Punkte i des A. D. G. B. und er lehne eS ab, auf die Reklamerede deS Abg. Ebner ^inzuge'hm. Die lehten Vorgänge in LudwigS'hisen haben b-Mnl' c i, wie junge Leute mit den Arbeitereristenzen spielten. (Zwischenrufe links: Schr gut! Gau 3buben I)
Abg. Ebner (Komm ): Wir Haben unseren Wählern gesagt, daß wir die Schiebe-eien hinter den Kulissen nicht mitmach?n. (Zuruse: Beben Sie doch brausten! Hoizschieber! ufw.) Heir Widmann habe ihm eben zugeiu,e t: „Holzschieber!" Wenn Herr Widmann nicht sage, was er damit m^ine, erkläre ec ihn für einen ganz gemeinen Ehrabschneider, für einen ganz g e m e t n en Schurken! (Llnru'he.)
Präsident Soherr ruft den Abg. Ebner für diese Schimpfwortc zur Ordnung. — Abg. Ebner: Das können Sie ja gar nick'! — Rufe link«: Der ge'hört noch aus die Schulbank! — Präsident Soherr: Ich vn-bitte mir vom Abg. Ebner, durch derart! i" Zwischen u'e die Autorität deS Dr f d um S zu unter irabi n. (B i all)
Abg. Delp stc>o.).) bestätigt die Aussüh^un- gen deS Abg. Widmann über die AuSschuß- vechandlungen.
Abg. Widmann: Ick lehne eS ab, weiter mit einem Herrn zu polemisieren, dem schon zweimal testiert wurde, daß er absichtlich die Lln- wahrheit über Parlamentskollegen verbreite. ES sei dem Abg. Ebner, offensichtlich in der Presse dec Vorwurf gemacht worden, er sei Holzfchieber. Dem habe Ebner nicht widersprochen.
Abg. Ebner erklärt das damit, daß er den Verleumder nicht habe fassen können. Er polemi- ficrtlbann weiter gegen die Abgg. Widmann, Ctoi* u. a.
Piäsident Adelung ruft den Abg. Ebner tocgai seines Zurufes gegen den Präsidenten So- Herr zum zweiten Male zur Ordnung und erklärt, wenn der Abg. Ebner alle Ermahnungen, sich In den Rahmen der Geschäftsordnung zu halten, unbeachtet liebe, werde man ernstlich Mittel und Wege fud)en, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. — Der Antrag des Ausschusses wird angenommen gegen die Stimme des Abg. Ebner, seine Kollegin stimmt mit der Mehrheit. (Grobe Heiterkeit. Zurufe: Eheliä-er Zwist! — Avg. Ebner spricht erregt auf seine kommunistische Kollegin ein.)
lieber den Antrag der Abgg. Herbert und Genossen belr. die beabsichtigte
Auf Hebung der Oberpostdirektion D a r m st a d t
ist bereits mehrfach eingehend in der Presse berichtet worden.
Abg. Herbert (Ztr.) teilt hierzu mit, bab die Stelle deS Präsidenten inzwischen wieder beseht wurde. Man werde ein wachsame- Auge darüber haben müssen, saliS der Plan der Aufhebung wieder austauchen sollte.
DefoldungLfragen.
ES folgt die Beratung der Regierungsvorlage, die ® i c n b b r a ü a <* der Beamten, Lehrer usw-, sowie die Bewilligung einer' laufenden QDirt-
Gietzener Stadttheater.
„FrühNngSluft"
Operette In drei Akte i Musik nach Mctrven von Josef Straub. Zusammengestellt uon Ernst
Reiterer.
Dieben, 12. Dez.
„FrüWngSluft" — auch in der Liebe, m dem ©enteren des Schönen und AbwechslungSvollen, beherischt mit ihrer unwiderste')licheu Zau.ierkrast, die alle Mensch n fc'angen nimmt, ganz natürlich auch die Gestalten in die'er Operette. Sie erlöst auS der (Srflarvung des WinterS — nach der Operette: deS WinlerS in der Liebe —, fie treibt nicht nur das junge Volk, sondern sogar so ein altes Wrack, wie den Knickebein, zu tollen ötrci- ch.n, ireiche die Tertschretver in dieser Operette In reichstem Maste und in buntefte.n Durchnn- ander vor daS Rampenlicht bringen. - ES ist cm mit allem Operettenrassmement auSgestatieteS Werk. daS unS In dieser „FrühlingSlufl" ent- gegentritt. Eme Fülle von anmutigen, leicht- flüUigrn Melrdien, von denen viele zu den beliebtesten Schlagern teS heitersten musikalischen Genres gehören, wirbt In flottem Tempo mit der geschickt geformten Handlung um die Gunst der Zuhörer: beiden, der prickelnden Musik und der mit reich te' Situationskomik bedachten Handlung, gelingt eS fy ule noch wie schon vor Jahren, immer auss neue zum Schlager zu werden, zum m.-t in der Gunst des Publikums und - - er Theaterkasse. Das gut« Alte kann sich auch in der Operetteusabrlkatlon, w'.e h.ute wieder mal bewiesen, durchaus messen mit dem, wa» uns von den Modernen h.mtzutag« dargeboten wird.
Die heutige Aussührung brachte dem Pu-
schaftSbeihilfe (BesastungSzulage) an die Beamten ufw. im besetzten Gebiet betreffend, sowie der Vorlage betressend die Beamten im nichtbesetzten Gebiet.
Abg Reiber (Dem.) erstattet Bericht. ES handelt sich hier nur um eine zustimmende Kenntnisnahme jui den Beschütten deS Reichs. Die Regieruna hat die Ermächtigung, entsprechend zu handeln, bevor der Landtag zuiammentiitt.
Abg Ebner (Komm.): Wir müssen uns mit aH,'r Energie gegen die Vorlagen wenden, wegen der krassen Unterschiede der einzelnen Klassen. Die 12 DesoldungSckafsen müssen auf drei reduziert werden.
Abg. Dr. Werner (Dntl.): Wenn auch der Abg. Reiber derechigterweile sagte, eS handle fick hier nur darum, den hessischen Beamten zu gcDcn, was die ReichZbeamten haben, so sollte man doch über die grundlegenden Fragen der Befoldungsoldnung sprech n. Wir haben wiederholt einmütig die Gruppenciuteilung und daS Oitsklassenwesen belärnpst. Die Spannung liegt nicht mir in den unteren, sondern auch in den oberen Klassen vor. Wir sind natürlich gegen jede Gleichmacherei, entscheidend soll die fiel- stungSsähigllit sein. Der Retner möchte aber den Abg. Ebner doch daraus aufmerksam machen, daß tiefes Klassensystem eine Grrungenschast des neuen Staates ist Dringend notwendig sei die schleunigste Auszahlung der bewilligten Zuschläge. Es ist unerhört, dab heute noch Zuschläge für August und September nicht auSgezahlt sind.
Qlbg. Storck (Soz.): Da die Fmge nun einmal hier aufgeworfen, müssen auch wir, al8 die stärkste Partei, Stellung dazu nehmen. Wir verlangen selbstredend für die Unterbeamten ein auskömmliches Existenzminimum. Wenn Herr Dr. Werner hier das Leistungsprinzip in den Vorder- avuub stellt, so stellt er sich in einen Gegensatz zu seiner Reichüta^fraktion, die für soziale Zulagen eingetreten sei. Mit dem Au zahlungssystcm haben wir uns ebenfalls bereits befahl wie unsere Anträge und positiven Vorschläge beweisen. DaS Besoldung-Problem selbst kann heute nicht gelöst werden.
Abg. H o s s ma nn - Alzey (Ztr.): Meine Partei hat sih «ebenfalls seit jeher mit diesem Problem befahl Zur Zeit ist die dringendste Jor- detunadie beschleunigte Rachzahlung der Zulagen usw. Man sollte da bet den Bedürftigsten anfangen. Die Regierung möge sich energisch dafür einsehen, das) endlich da- Reichsschiedsgericht eingerichtet wird.
Abg. Dr. Osann (D. Dpt.) rügt, dab bei der Behandlung einer so wichtigen Frage kein verantwortlicher Regierungsvertreter anwesend ist. Das mub die Beamtenschaft doch merkwürdig berühren. Man kann sich doch nicht einfach auf daS Sperrgesetz berufen. WaS der Vorredner auigefübrt hat, mub unterstrichen werden. Wir sind in einigen Punkten wettergezangen w e die Regierung, aber mir warten immer noch vergeblich auf die Entscheidung deS Reichöschieds- gerichts.
Präsident Adelung teilt mit, dab zur Zelt eine unaufschiebbare Sitzung im Justizministerium stattsindet, darum fei kein Regierungsvertreter anwesend.
Abg. Ebner (Komm.), polemisiert gegen den Abg. Werner. Der cheulife Staat unterscheide sich in nichts gegen den früheren. (Heiterkeit. Oho!) Rur die Personen Huben oewechselt. Er kündet dann einen Antrag auf sofortige Auszahlung eines Vorschusses an.
Abg. Reiber (Dem.) rügt ebenfalls die Abwesenheit der Reiterung. Gr polemisiert bann gleichfalls geg<>. den Abg. W-erner. VS sei daS Verdienst des Abg. Erzlvrger gewesen, die vier Du lend GcchaltSNassen auf 13 zu reduzieren. Der Reichsbund höherer Team e fei schuld, wenn die soziale Linie der DesvtduugSordn'ung de Grz- berger beschritten, '(eite wieder verlassen werde.
Daraus wird die Sitzung abgebroch n.
Abg Frau Rath- (Komm.) erklärt, dab fie versch'.mtlich GC(,en den Antrag bezüglich der fto-bl-rungen des A. D. G D. gestimmt hal e, fie habe selbstverständlich dafür stimmen wollen.
Abg. Dr. Werner (Dntl.) bedauert l?e.r Schluß der Sil-ung, wstl er dem Abg. Reiber nicht mtgcgentte.e.i könne.
Rächste Sitzung: Mittwoch, 9Vs Llhr. — Schluß 1 •U'frr.
Aus dem besetzten Gebiet,
Franzos sHr» KrlrgSgericht-arteil.
fpd. Mainz, 12. Dez. Der Dezernent für Besatzungsangelegenheiteu bei der Regierung in Wiesbaden, RecknungSa^ssor Dr. Prang, wurde vor mehreren Wochen von den Franzosen verhafte,. dann aber gegen Erlegung einer hohen Bürgschaftes nnme wieder freigelassen. Am letzten SamStag wurde er bei Gelegenheit der Überreichung der Anklageschrift abermals festgenommen und nunmehr in der gestrigen Verhandlung vor dem
bllkum einen bullen Gerüst, und neben der Theaterkasse auch bem Künst.erpsrfonal aller Grade und DetätigungSarten eh e i unbestrittenen Erfolg. Dieses Resultat ist in befonterem Maste der trefflichen Spielleitung Rudolf G v l l S zuzuschviben, der für gro i*n Schwang in der Darstellung sorgte und dabei von allen Mit- wiikmdea ausgezeichnet unterstützt wurde. Kurt Richter meisterte seine Rolle als Rechtsanwalt Landtmann In bester Weile, ba^eien blieb Ilse Wissendorfs alS Emilie VA iter dem sonst ge- wv-nten hohen Stand ihrer fünftlerifde x Leistungen heute etwas /u.ück. Rudolf Golt als Vinzenz Knickebein schuf elre ganz köstliche Figur, sie gestörte mit zu dem Beilen der Aufführung. Auch Luise Ra m m e l als Apollonia war vortrefflich. Martin Jacob alS Felix wirkte verschiedentlich ein f ein wenig zu „süßlich". Cläre Türks Richte Berta befriedigte. Eine ganz famose Leistung bot Oskar F e i g e I als Baron von Croisö, sehr charmant und rassig gab Luise S chu b e r t - I ü n g l i n g die Rolle seiner Frau. R i cha rd Hellborn als Hilde- f'vanbt und Lu Wander alS Hanni wurden ihi^n Avfuaben in glänzender W«:fe geix-chl, Lu Wander sicherte sich schon im ersten Akt duvch ihr urwüchsig S Spiel eine gute Position in der Gunst d<-SPubiums Georg He di na. Paul Mchnert, H in^ Dechstein, HanS 5 r o in - mann und Karl H o l i als Schi. iver, sowie Karl B o l ck alS Dan->hauser und Wolf L e u t h e i s e r als Kellner Rast gefielen vorzüglich Die übrigen kleineren und die kleinsten Partien waren zufriedenstellend («fehl. Mehrmals war leider der Einklang zwischen bem Orchester und den Ghören nicht ganz gegeben: hier wird Kapellmeister
franAösiscyen Kriegsgericht der Rheinarmee zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Hierzu erfährt eine Korrespondenz, daß die Anklage der Spionage vermutlich auf Schriftstücke sich stützt, die in den Amtsräumen Dr. Pranges gefunden wurden, als sein Schreibtisch erbrochen und Schriftstücke über alliierte Truppenbewegungen entwendet wurden. Zu diesen Berichten! sei Dr. Prange jedoch amtlich verpflichtet gewesen, da es seine Aufgabe gewesen sei, Mnterlunft für die Truppen zu schaffen. Er muhte daher seiner Behörde auch Nachricht über Truppenverschiebungen geben.
Aus Stabt und Land.
Dieben, den 13. Dezember 1922.
Die Wärmcwirtfchnft im Haushalt.
Im großen Hörsaal des Physikalischen Instituts hielt Frau Dr. Frey st auf Veranlassung des Gießener HauSfrauenvereinS einen sehr lehrreichen Vortrag über die Wärmewirtschaft im Haushalt. Aus zw:i Punkten beruhe sehr ost die mangefbafte Verwertung deS Brennmaterials: 1. auf der fehlerhafte i Heizivn-ich,- tuug, 2. aus beten ungeeigne er Benutzung
Zu beachten ist folgendes: DaS B.ean- material soll in kleinen el» oder nußgroßen Stücken cingcworfen herben. Schon Braunkohlenbriketts sind zu gro',/. Der Rost muß gleichmäßig dünn mit dem Brennmaterial beschützet werden. Rormakherde mit zu langem Rost sind unpraktisch Gin Rost, der größer als 25 bis 30 Zentimeter Ist, ist.zu verkleinern. Gin weiterer FeAer ist die zu grobe Gntsernung des Rostes von der Herdplatte. Der Rost soll 10 bis 12, höchstens 15 Zentimeter un er der Herdplatte sitzen. Vor Anzünden des Ofens und des Herdes ist eine gründliche Reinigung notwendig, insbesondere ist die Asche zu entfernen. Ruß und Asche bilden eine starke Isolierschicht. Sind die Züge am Herd nicht sauber, so kann die Wärme nicht durchdringen. Der Hn'd bedars alle 8 bis 14 Tage, längstens 3 Wochen, dr.ee gründlichen Reinigung, Oes en etwa al e 3 bis 4 Dochrn: auch für Kachelöfen genügt nicht die einmalige Reinigung im Ia'hr, fie müssen ebenfalls ös'erS gereinigt werden. Durch eine beschädigte Klappe im Keller, durch eine schidh'ch e W-.ischlessellüre, tu .rb eine ofsenstehende Tür kann störende Rcbenlust In die Kamine und Oesen dringe x. Dellhalb müssen Schäden. RI se und Löcher au i;;e"eifert werden. Vor allen Dingen muß die Hm Zsrau feftfteUcn. wie ihr Ofen zieht. Dies f.elchieht dadurch, daß sie eine brennende Kerze vor die Ofentür hält. Schlägt die Flamme a-agrecht hinein, bann ist der Zug gut, brennt sie aufrecht weiter, dann hat der Ofen keine Luft, löscht sie au?, so ist de; Zug zu stark. Starkem Zug kann abgvholsen werde t durch CBc; engung des Roh e). Teim Änzünden find die Klappen, die zum Rohr führen, offen zu Hal e i, jedoch nach 5 bis 10 Minuten zu fchlleyen. Alsbald nach dem Anzündea muß auch die Ofentü e geschloffen werden. Meist genügt zum An- brennen Oeffnen der kleinen Drebsckeibe. Ist die Klappe dauernd geöffnet, so wird Die Feuerung durch den Ofen In den Schornstein s.« rieben und heizt nicht. Sowie die Kohlen hellglühend sind, muß. der Ofen geschlossen werden. Große Sorgfalt Ist beim Ausfüllen der Oefen umd Herde anzuwenden.
Der Hausfrauenverdn leabsichtigt, eine HelzberatungSstelle Im Alten RatchauS am Marktplatz einzurichten.
*
•’ Ausländer im (Siebener Studentenheim. Von zuständiger Stelle wird uns gefch Lb?n: In weiten 5treifen beste')t eine du'.ckmS unrichtige Anschauung über die Zulassung von Ausländern zu ter Stukeitenspeisnng im Siu:d.ntenh<tm. GS fet deshalb kurz al3 Sachverhalt festgestellt: In erster Zeit wurde drr Bll i b deS Heim- nur durch große LebenSmit el- ft> nben der Quäker und der Europäischen Stu- bgntcnt.Kft', welch? mit ausländischen Mitteln ar- beiten und auch noch in neuester Zelt sehr namhafte Beträge arspendet haben, ermöglicht Gin AuSsch'uß von AuZländem konnte taf.er nicht In F age kommen AlS In letzter Zelt die Speudm auS dem Inlande wuchen, dir nur für deutsche Studenten bestimmt sind, wurde von dem Au8- fch.ch der Studentenhi'fe l>efchlosfen. von dem im Heime essenden Ausländem einen PidS zu for- b.cn, durch welchen die Gestehungskosten vvll- stäntig gedeckt werden, fo baß die inländischen Spenden nur den deutschen Studenten zugute kommen. Demgemäß bezahlen die Ausländer zur Zrit tm Heim 100 Prozent mehr. ÖS findet an Hand der Bücher deS HelmS eine genaue Kon- tiotlr statt, und auf ®ruit> derselbe:, wird eine alSdaltige Erhöhung de? AuSIänc:ei.-pr:i eS ftatt- flnicn, wenn dieser die Gestehungs.oiien nicht mehr deckt. Erwähnenswert ist noch daß für die
Knübel, dem man im übrigen samt seinem Oi.cchster volle Aner'e inung schuldig ist und der b -ute mit Recht gefeiert wurde, vor den folgenden Aussüd ungen noch etuxid feile x müffen. Die glaziöfe Dielfeiiigkeit der Tän,e verriet, baß Die Battettmelstenn Lina 0 ldtnl In a cr- kennenSwerter Weife viel Sorgfalt auf diese Aufgabe Miicanbt Ult. Gin besonderes Wort der Besricdtgung ist noch der glänzende., Herrlchsuag der Szenei'ie zu widme,,.
DaS nah.zu gän stich ausverkaufte HauS war durch die Uor.-üglldje Gesamtleistung mit Rech« sehr befriedigt. Es danlte mit starkem Beifall uud gab damit der Ope.elle die beste Empfehlung für ihre weitere Reife über unsere Bühne. Bn.
* . *
Dl« Trägst der Olobelpreife.
Stockholm, 11. Dez. Gestern hat die feierliche Verteilung der Robelpreisc durch den König von Schweden stattgefunden. Gs erhielten Den PhyslkerpretS für 1921 Professor Einstein, den PhysikerpieiS für 1922 der Engländer Sodd, den LhemiepreiS für 1922 der Engländer A st o n. den LiteraturpreiS der spanische Dichter Jacinto Benaventc. Für den abwesenden Professor Einstein nahm der deutsche Gesandte Radolny den Preis in Empfang. Bei dem nachfolgenden Bankett führte der Gesandte aus, daß die Erteilung deS Preises auch In der Schweiz Anerkennung finden werde, da die Schweiz dem Gelehrten jahrelang Heimat und ArbeitSmöalichkeit gewährt habe und somit Deutschland und die Schweiz sich in den Ruhm bei Gelehrten zu teilen hätten.
Betucher deS HeimS über 800 Heimkarten an» ficgcben sind Darunter besinden sich 26 Aus- änter, von welch.n ein Teil Bulgaren und Ungar n stmd Von diesen 26 ißt aber wohl die Mehrzahl nicht mehr im Heim wegen der erhöhten Preise.
** Mehl-, Brot- und Kohlen- preis im Landkreise Gießen. Die Höchstpreise für Mehl und Brot Im Landkreise Gießen sind piit Wirkung vom 16. Dezember ab wie folgt festgesetzt worden: 1. für Mehl: a) Weizenbrotmehl Mk. 80.— das Pfund, b) Roggenmehl Mk. 76.— das Pfund; 2. für Brot: a) für den 4-Pfund-Lalb Brot Mk. 261.—, b) für den 2-Pfund-Laib Brot Mk. 130.50. Der Höchstpreis für Kohlen ist ab 7. Dezember wie folgt: Fettstückkohlen per Zentner 2380.— Mk., Fettnußkohlen p. Z. 2424.— Mk., Fettkohlen (meliert) p. Z. 2092.— Mark, Eßnußkohlen p. Z. 2623.— Mk., 2ln- thrazit p. Z. 2888.— Mk., ElformbrikettS p. Z. 3170.— Mk., BraunkohlenbrckettS p. Z. 1260.— Mk., Zechenkoks (grob) p. Z. S742-— Mark, Zechenkoks (fein) p. Z. 3085.— Mark.
** Fe st genommen wurde ein junger Mensch, der etwa 5 Meter Dachrinne aus Zink in Stücken zum Verkaufe angeboten hatte. Die Dachrinne ist von einem Gebäude, daS wahrscheinlich im Alten-Feld, Rahrungsberg oder Schiffenbergertal liegt, gestohlen. Der Eiaentümer wolle sich baldigst auf der Kriminalabteilung melden.
** 30 Kilo Blei, die einem Spengler- melflec In Grünberg mittels, Einbruchs gestohlen und von einem hiesigen Althändlei: in der Mühl- gasse aufgekauft worden waren, loimten dem De- stohleneii von drr hiesigen Polizei wieder zu- gestelli werden.
**ErsolgreichePrüfung. Die Prüfung der Sekretäre bei den staatlichen Polizeiämtern hat Herr Oskar Kraus vom hiefigen Poiize,amt mit Erfolg abgelegt.
Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 1 Uhr: „Wallensteins Lager" und „Die Piccvlominv. — Aula der Universität, 8 Uhr: Konzert zum Besten der (Siebener Siu- bcntenbilfe. — Lichtspielhaus, Dahnhossir.: „DaS Kind der Straße", 2. Teil, und „Joe will Mensck werden". — Palast-Lichtspiele: „Wildnis" und „Verrat auf Schloß Treuenfels".
— Aus dem 0 t a b 11 6 e a t e r b u r ca u Zum morgigen Gastspielabend deS Kammersängers Hans Rüdiger dürfte nvch eine auswärtige Stimme in letzter Ze'.t (Breslau) intcidficren: „Die befchlldene und fo überaus sympai'hischr Persönlick-keit des Sängers, die irainu vollendet künsllecifch reüstdete Duf>-otenor- stimme und die beglei e ide, diskret dosierte Fein- lomil in Geste und Mienenspiel eroberten sich gleich mit dem Antrittsll'ede al e Herzen."
— Studentenhilfe Wir verweisea auch an dieser Stelle noch einmal aus das heute abend in der Rcuen Aula zum Besten der StudentenhUfe stattfindende Konzert. Bei dieser DelegenheiL wird Fvau Professor Petersen zum erstenmal vor einer breiteren Oeffentlichkeit Gießens fingen. An aroßen Bühnen Deu scklands und Amerika- hat sie sich einen ausgezeichneten Rus erworben. Das Programm des Abends ist au3 den besten Werken unserer Romantiker ausgewahlt und enthält z. T. selten gehörte Kompositionen. (Siehe Anzeige vvm Samstag und heule.)
♦ ftDrttcrvoransslige für Donnerstag:
Bedeckt und dunstig, bei westlichen Winden leichte Riederschläge, mild.
Die westlichen :uu|t|iromungen, die durch einen starken, über Island liegenden Tiefdruclwirbel bedingt sind, bringen mildes Wetter und Riederschläge. Rur in Süddcutschland, das von hohem Druck bedeckt ist, treten noch leichte Fröste auf.
♦
Kreis Büdingen.
• Ridda, 10. Dez. Von zuständiger Seite wird uns mitgeteilt, daß in der Zeitungsnotiz vom 2. Dezember 1922 (Rr. 285 des „(Siebener Anzeigers") die Angaben über die Höhe der Kosten der Feldberetntgung (Selb- Rldda unrichtig sind. Die gesamten Ausgaben d<S nahezu beendeten Feldbereinigungsverfahrens betragen bl8 jetzt 1,3 Milliarden Mark; veranschlagt und vorgesehen sind noch Meliorationsarbeiten in Höhe von 3 Millionen Mark. Ob und welche weiteren Melioratiönsarbeiten auS den Einnahmen von rund 40 Millionen Mark durch den lüizlich vollzogenen Verkauf tee Masse- grundstücke noch in Aussicht genommen werden, ist noch unbestimmt. Die Angabe, dab nur ein üleberschub von etwa 5 Millionen Mark verbleibe, beruht hiernach auf einem wesentlichen Irrtum. — (Die Angaben unseres Berichts in Rr 285 waren dem „Riddaer Anzeiger" entnommen, dem wir die Verantwortung für die zuerst von ihm mitgeteilten Ziffern überlassen müssen. D. Schrlf tlig.)
Starkcnvurq nnd Nhcinßcsien.
fpd. Offenbach, 12. Dez. Au3 einer hiefigen Gerberei stahlen drei ju ige Leute Häute im Werte von mehr als 7 0 0 0 0 0 M a r t öle wurden dabei erwischt und verhaftet.
Hesscn-Nanau.
fpd. H ö ch st a. an., 12. Dez. Ein jetzt bei Stadlve ordne e i-De<ammlun,i bor^elegter RachtragSetat für das laufende Rechnungsjahr sieht In Einnahmen rund 196 Mill. Mark. In Ausgaben hingegen 284 Mill. Mk. vor, so bas) ein F c h l b e t r a g von 8 8 M i l l. Mark vorhanden ist. ber burch wesenlliche Erhöhung ber Steuern gedeckt werden soll. Auch die einzelnen Gebühren sollen merklich gesteigert werden.
(Bert d)tsf aal.
Weitere Arteile wegen des Darmstadter Aufruhr-.
tm. Darmstadt. 12 Dez. Die vorläufig letzte Schwur gerichtsverhandlung. die den Dar inst ä di er Aufruhr am 21. Juni betrifft, sand gestern und heute statt. Es ergab sich das übliche
Heutiger Stand des Dollars
10 Uhr vormittag-:
Berlin 8287, Frankfurt a. M. 8200—83(h
fjiw1
ßchör-l
Derh'
Sie Die' len feit bem ö* denlohn- Dcr Sihöhungab von ben (autele auf v ab 4.12.22.
In ber 2 fninbed W für Hanbi rcgelu.ig wr fchuh zunöch ' die Streilieilk
SL Sändf $ 6d)«‘ne! S
naN«i *
Bekan
In unser Ha beute eingetragl Liehen, Gesellst in Viehen. @eg, ist bet Srtoerb Detfen, ber An. material jeher 1 und ber Xertrii Öleininbuflrie ui A)Mrn Untern tavilal bttxäy» führet sind: 1 2. Obetingenieu ßteger, alle in Lcharss in Bieh TclellschasiSvet! enichiel. Die® Deschältsführer lam bie ®<feüf. und zlvat berat! 2la>nensuntetlchi kutist bestellt, fof einen Geschästsf kuristen ei folgen dn vesesellschast 2ieichsanzeiger.
Dirden, den 1 Heisischr
Veite SS ^'"und-rnSr Muyij, ab & !0enb!
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»ureigen. _ besten, fien ^Nierung^
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