Ausgabe 
13.4.1922
 
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eine Bekanntmachung des Vorstandes der Wit- ; dem neuen Verpflegekostentarif Les städtischen ÄiedschQ t ©ie ei Öe3 Zmttralr e bandes der 1 Krankenhauses, der trotz Lieser Erhöhung noch Ä,2li,:D einen Zuschuß von 472000 2KL erfordert, zu-

zergcnteil, in oer an gefordert wird, mit Ruck- AAr+- 1;, 1 forYrm aao nnn or?f JnMit

sicht Cdj die Bestimmungen W-r die Ärbeitsruche gchrmmt. JnSg-.-mt sollen 662000 ®!. erneut gu Sonn- und Sei erlagen die Feiertaaskuchen ünd zur Linderung 0er Rvtlage__i

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an Sonn- und Feiertagen die Feiertagsknchen am Samstag backen zu lassen.

** Das Fest ihrer Silbernen Hoch­zeit begehen am 17. April (2. Ostertag) die Ehe­leute Ludwig Hormann und Frau Hermine geb. Roth, Sternstrahe 37.

stimmte der Erhebung einer Abgabe gut For­derung deS Wohnungsbaues Zu, die einen Aufschlag von 70 Pf. für 100 Mk. des Brandvers.cherungswertes für die Stadt Worms vorf eht. Dadurch wird ein Betrag von 5600 000 Mk. erz elt, der zur Verzinsung und Arnort'.sation der von der Stadt verausgab- i. unrentierlichen Beträge für den Wvh-

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Karfreitag.

Von Johannes Heinrich D r a a ch - Duisburg.

Baterlarrd, du bist wie Golgatha, Das heißt Schädelstätte.

Aus Gemäuern deiner Städte, aus der Dörfer Räume, ragt ein Kreuz empor zu Gottes Thron. Aller Erden Bäume dienten zu den Balken, breiter sind sie als der größte Strom. And im Dornenkrvnentragen an das Kreuz geschlagen unsres Volkes schmerzzerquälte Schar. Peitschen haben sie geschunden, Speere brachten Wunden, Blut und Finsternis klebt ihr im Haar. Monde, Jahre Stöhnen, Fragen jetzt ein Schrei Verzweifeln, Klagen, Schrei des Volks in Menschenmassen: Lama asabthani warum hast du mich verlassen.

Vaterland, du bist wie Golgatha.

* * «

Die Mendener Karfreitags- Prozession.

In 2 7 0 St und en um die Welt. Der englische Flieger Sir Rotz Smith, der demnächst zu einem Fluge um die Welt a^fbrechen will, tefff die ganze Reise in 270300 Flugstunden zurückzuleaen. Rotz Smith, der 1919 von Eng­land nach" Italien flog, wird von seinem Bruder Keith Smith und Bennet begleitet, die beide schon mit ihm nach Australien geflogen sind. Er wird seinen Flug auf eineramphibischen" Vickers- Maschine mit 450 PS machen und will von dem Londoner Flugplatz Croydon zunächst nach Lyon fliegen. Von dort reist er durch die Luft nach Kalkutta, wobei er denselben Weg wie auf dem australischen Fluge verfolgt, von Kalkutta nach Mandalay an der chinesischen Küste bis nach To­kio, wo eine Ersahmaschme für alle Falle be- rei'tstehen wird. Von Japan aus wird er den Stillen Ozean unter Benutzung der langen Kette der Aleuten-Jnseln bis zum amerikanischen Kom tinent überfliegen, dann Kanada über die groben Seen nach Toronto überqueren, wo wieder eine Ersahmaschine wartet. Don Toronto fliegt er nod) Reuyork und Reufundland und von St. Johns nach London. Die längste ßa.nbretfe ist die über Kanada, die längste Seereise die von St. Johns nach London. Der Weltumflieger führt einen tinematographischen Apparat mit sich, uw Filmaufnahmen au machen.

follei

Sinter den mannigfachen Aufzügen, die sich der Passionszeit als Heber re fte uralter Myste­rien-Aufs ührungen noch erhalten haben, verdient die Karfreitagsprozession besondere Beachtung, die noch jetzt alljährlich unter gewaltiger Be­teiligung in der Stadt Menden in Westfalen

Aus dem beseelen Gebiet

Die Dachfpleer der amerikanischen DesrtzungsLruPpen. Berlin, 13. April. Einer Lokal-Anzefaer- Meldung zufvlae sind gestern, von Srier kom­mend, einige Abteilungen der franzö­sischen Alpenjäger in Koblenz einge­troffen und haben die bisherigen amerrkamschen Quartiere bezogen.

Sin franzof'scher Flugplatz m brr Pfalz.

Der Berliner Lokal-Anzeiger schreibt: Der bisherige Feldflugplatz des 30. französtschen Korps in Reustadt in der Pfalz wird nunmehr zu einem großen französischen Flugplatz ausgebaut. Aus Frankreich traf in den letzten Tagen etne grobe Anzahl französischer Bombenflugzeuge in Reustadt ein. Es soll ein Bombenregiment der Fliegertruppen gebildet werden.

Wasser und Licht. Der Stadtvorstand hat in seiner letzten Sitzung den Wasserpreis für ein Kubikmeter von 50 auf 65 Pfennige, den Preis für elektrisches Licht auf 5.50 Mk. und für Kraft auf 3.50 Mk. für die Kilowattstunde erhöht. Die Kohlenpreise sind um das 70fache gestiegen, die Strompreise nur nm das llfache.

Kreis Friedberg.

ch. M ü n z e n b e r g, 11. April. Heute wurde der Kriegsveteran Landwirt Johann Adam Wagner dahier zu Grabegebrach t. Wäh­rend der Verstorbene den Feldzug von 1866 als aktiver Soldat mitgemacht hat, hatte er durch die ganze Dauer des Krieges von 1870/71 einen militärischen Posten in der Heimat. Obwohl nahezu Öl Jahre alt, erfreute er sich bis zuletzt seltener körperlicher und geistiger Frische. In der Gemeinde bekleidete er lange Jahre das Amt eines Feldgeschworenen, auch war er lange Mit­glied des Gemeinderates. Tis zu seinem Tode gehörte er dem Schulvorstand an. Auster einem zahlreichen Trauergefolge gab ihm der hiesige Militäroerein das letzte Geleite.

Starkenburg und Rircirrhessen.

toi). W vrrns, 12. April. Die gestrige Stadtverordneten-Versammlung

Bürgermeister Wennemar Schmidtmann und fein Aktuarius und Prokonsul Johann Heinrich Wulf trugen auf ihren Schultern ein Kreuz aus der Stadt zu jener Stelle wo der Ban ausgeführt werden sollte." Das scheint die erste Kreuz-Pro­zession in der heutigen Form gewesen zu fein, die sich seitdem in Blüte erhalten hat und an der im letzten Jahr 8000 Menschen teilnahmen.

Tageskalender für Donners­tag. Astoria-Lichtspiele, ab beute:Am Mar­te Pfahl" undDas Panzergeschoß". Licht- svielhaus, Bahnhofstraße, ab heute:Treulose Frauen" undDer Wahn des Philipp Mvrrfs".

Aus dem Stadttheaterbureau. Am morgigen Karfreitag bleiben Kasse unb Bu­reau des Sradtthea.e.s geschlossen.

Lanvircis Gießen.

* L i ch, 12. April. Hier kommt auf dem schönen Kirchenplatz ein Kriegerdenkmal zur Aufstellung. Der Entwurf zeigt ein Stein- mal von altarähnlichem Aufbau: die bildliche Darstellung zeigt in wirkungsvollem Relief den Erzengel Michael im Kampfe mit dem Satan der erste Kampf von Gut und Bose. Als Symbol für unsere Kämpfer im Weltkriege springt vom Mittelbild aus nach links und rechts (auf dem Ausstellungsort nach Ost und West) je ein Löwe (das hessische Wappentier). Der Strahlenkranz, der den Erzengel umgibt, schließt das kampf­bereite Löwenpaar mit ein, wodurch eine bild­liche Einheit erzielt wird. Auch die Widmungs- schrift, die mit Dem Wappen der Stadt gleichsam wie mit einem Siegel abschließt, fügt sich der bild­lichen Plastik sehr harmonisch an. Der Entwurf stammt von dem Bildhauer Karl Huber, Stu­dienrat an den technischen Lehranstalten in Offen­bach a. M. Mit der Ausführung soll baldigst begonnen werden. Auch die Beschaffung der für das Denkmal erforderlichen Geldmittel macht gute Fortschritte. Die in und um Reuyork wohnenden Licher haben unter der Führung der Eheleute Wilhelm Bolz und Elisabeth geb. Dietz llirzlich wieder 20 000 Mark der Bürgermeisterei über­wiesen. Ein neuer schöner Beweis treuer An­hänglichkeit an die alte Heimat.

fpd. Grünberg, 12. April. Ein Grün- berget Lehrling, der auf einem geschäftlichen Gang von Stockhausen zurückkehrte, wurde von zwei Spitzbuben Überfallen. Sie.entkleideten ihn und nahmen Mr, Ruck­sack, Arbeitsanzug, Schuhe und Strümpfe mit sich fort, so daß der Aeberfallene barfuß, in Hemd und Llnterhvse nach Hause laufen muhte.

Kreis Lauterbach.

Schlitz, 11. April. Alles wird teuer, so auch zwei dringend nötige Dinge:

DaS preuß'sche SchutzpoltzeibeamLengeseh.

Berlin, 12. April. (WTD.) Der amtliche preußische fresse bien st schreibt: Das preußische Schuhpolizeibeamtengesetz, das im ©ntteurf jetzt dem Staatsrat vorliegt, regelt die gesamten Rechts- und Versorgung ^Verhältnisse der Schutzpolizeibeamten. Sie werden m das für alle Staatsbeamten geltende Recht eingegliedert: Der junge zwanzigjährige Anwärter wird mit seiner Verpflichtung zu einer zwölfjährigen Dienstzeit zum unmittelbaren Staatsbeamten. Gegen etwaige Willkür bei den Kündigungen soll ein geregeltes Ei :sp uchsvewahren schütz n. Jedem <3 .,u.jpoli,ei= beamten steht der Auf ciej in alle Polizew,fizier- stellen offen. Rach Ablauf einer zwölfjährigen Dienstzeit scheiden die Polizeiwachtmeister in der Regel aus der Schutzpolizei aus. Die Möglichkeit einer späteren lebenslänglichen Verwendung, auch im Vollzugsdienst der Schutzpolizei, ist gegeben. Die Dienststrafen sind die gleichen wie bei den übrigen Beamten. Die Regierung3- unb Polizei-' Präsidenten als die Träger der Dienststraf­gewalt sollen die Strafbefugnisse in dem vom Minister zu bestimmenden Umfange auf die Füh­rer von Polizeikörpern übertragen. Die Versor­gung der, Schutzpolizeibeamten ist im wesent­lichen den für die Wehrmacht gattenden Vor­schriften nachgebildet, die für die verschiedensten Fälle des Ausschüdens eine weitgehende, den neuzettlic^n Austastungen entsprechende Versor­gungsregelung vorsehen. Sei ter Berufstätigkeit entsprechend kommt dabei für den Schu p liz.i- beamten in erster Linie die Derwe Dung in lebenslänglichen Po'.i^eidienststell' n einschl. der Landjägerei und der Kommunalpolizei in Be­tracht. Der llebertrttt in einen anderen Beruf wird durch die Gewährung von Versorgungs- scheinen, von ein- bis dreijährigen Llebergangs- gebührnissen nebst Ausc l ichs ufd>Ic$en, Kinder­beihilfen, einmaligen ttebergangsbeihilfen und Llmzugsentschädigungen erleichtert. Im Falle der Ansiedlung wird für den Versorgungrschein eine Kapitalabfindung sowie Berufsausbildung gewährt. Bei achtzehnjähriger Dienstzeit kann Pensionierung wie bei Polizeioffitteren erfolgen. Bei jeder Art von Dienstbeschädigung werden außerdem noch die Vorschriften des Reichsver- sorgungsgesetzes ergänzend in Kraft gesetzt. Die Versorgung der Hinterbliebenen ist nach denselben Grundsätzen auf gebaut

durch Kinder. Wie schon früher, versuchen _______

°ßtoi£\5-u?e bnr toie^r- KiMra, die gerade ten unrentterltchen 'Beträge' für den Wvh- £.SS&$ Achsen, auf rrge Idem-Werse ihre nungLbau verwendet wurden. Weiter wurde erngclauft n Lebensmit el ab^uschwrndeln. Es rst r- «ihrhroifp hör daher ratsam, die Kinder auf diese Gefahr auf» $cr 0 9 ü n g Der S a h r pre |e mert(a>e zu machen und si- zu wnrn-n. fremden Z-rtrifchen jetraßcn5a§n, Cer Erhöhung bei Personen unter keinen älmftänben ihre gekauf-, Wiege- und Lagergebühren im Hafen von ten Waren zu übergeben. < 1880 .auf 2900 Prozent, der Erhöhung der

** A n die Hausfrauen wendet sich Schlachtyof gebühren um 75100 Prozent, und

kiebtheit erfahren, und während man vor eini­gen Jahrzehnten in der Hauptsache nur ge­sottene (Sier kannte, die mit Ztoiebelschalen gelb oder mit anderen Zusätzen rot oder blau gefärbt worden waren, gibt es heutzutage Le-. gIonen von Eiern aus Waffeln, Zucker, Mar­zipan, Schokolade, Glas, Papier, Blech usw., die alle der rätselhafte Osterhase aus Ober- wolkenkuckuksheim für Fritz und Else, Hans und Grete gelegt. Mit frohen Mienen sehen die Ellern dem eifrigen Suchen der Kinder zu und es ist ihnen dabei, als blickten sie durch ein Guckfenster in ihr eigenes, längst ent­schwundenes Jugendland.

*

** Reue bes chleunigte Personen­züge als Ersatz der teueren Schnellzüge stellt die Reichsbahn am 1. Juni in beträchtlichem Um» fange ein, so auf der Strecke FrankfurtBerlin, MünchenBerlin, BreslauBerlin usw. Rach Frankfurt verläßt ein Zug 10.05 na Hm. Berlin, der über Erfurt norm. 10.16 in Frankfurt ein­trifft

** ErfassungvonHeeresgut. Die ErfassunZs-Abteilung Bad-Aauheim des Reichsschatzministeriums ist mit dem 31. März 1922 aufgelöst worden. D.e Bearbeitung der noch anhängigen Sachen und die weitere Er­fassung von Heeresgut ist auf das LandeS- finanzamt Darmstadt übergegangen.

Vorsicht beim Wareneinkauf

! Gießen, den 13. April 1922.

Gründonnnerstag.

Gründonnerstag. Ein wundersamer Tag! Es ist, als ob das Alltagsleben und Treiben in leisem, aber erbittertem Kampfe stünde mit der Festtaasfeier! Oder besser und optimistischer: als ob das Feiertagsweben das AlltagStteiben stlll und goldig verklären zu Wolken schiene.

Als Schreiber dieser Zellen noch ein Kind war, war es Sitte, daß die Jugend am Mor­gen des Gründonnerstag, mit einem Lein­wandsäckchen versehen, von Laden zu Laden wanderte, um unter Absingung des Reimes: Gut'n Morgen, gut'n Morgen zum Gründon­nerstag, gebt mir was in d'n Bettelsack", oder ähnliche Verse, kleine, zumeist eßbare Gaben einzuhamstern. Längst ist diese alte Gewohn­heit wie so manche andere Volksfitte ver­schwunden und die Polizei sieht streng dar­auf, daß derartigerUnfug unterbleibt. Und doch war die alte Sitte eine der wenigen Spu­ren altdeutscher Gemütlichkeit, eigentlich wert, möglichst lange erhalten zu werden. Aber auch die beliebten Hvnigsemmeln zum Gründon­nerstag scheinen seltener geworden zu fein. Dagegen haben die Ostereier immer mehr Be-

der frülrer den schönen alten RarnenBitt­fahrt" trug, am sog.Steine" vorbei zum Ka- pelstnberge zieht Siebenmal machen die Kreuz- träger kurze Rast bei den sog. Fuhfallen, das sind Blldstöcke, die mutmaßlich im 17. Jahrhun­dert von einzelnen Pürgerfarnllien oder den da­mals bestehenden ©itben erbaut worden sind. Oben auf dem Kapellenberge angekommen, wird eine Andacht abgehälten. Seitdem 1856 die ^Sta­tionen dort erbaut worden sind, wird die Kreuz­andacht gebetet. Danach geht die Prozession an der anderen Seite den Berg hinunter über die Kapellen- und Hauptstraße zur Pfarrkirche zurück."

Diese Karfreitags-Prozession ist in Menden und seiner Umgegend so berühmt, daß sich von allen Seiten nicht nur Männer, sondern sogar Frauen und Mädchen dazu drängen, das Kreuz zu tragen. Eine feierliche Prozession genügt nicht, sondern es wird vorn .Gründonnerstag abend bis Karsamstag morgen jede Stunde das Kreuz zum Berge getragen, der im Volksmunde den RamenKÄvarienberg" erhalten hat. Eine andächtige Menge begleitet jedesmal das Kreuz, selbst mitten in der Rächt. Ueber die Entstehung dieses Brauches fehlen genauere geschichtliche An­gaben, da die alten Urkunden bei Bränden zum größten Tell verloren gegangen sind. Die Ur- fache zum Bau der Kapelle aber läßt sich aus dem Archiv der Mendener Pfarrkirche feststellen. Om 17. Jahrhundert war die Stadt von großem Un­glück heimgesucht worden: 1613 wütete hier die Pest, im Dreißigjährigen Krieg war Menden von fremden Kriegshorden arg heimgesucht, und zwischen 1637 und 63 brannte die Stadt dreimal ab. Aus dieser Rot heraus entstand der Wunsch, zu Ehren pes Heisandes eine Kapelle zu bauen und einen alljährlichen Bittgang zu tun. Aus dem Jahre 1685 wird berichtet:Der Richter und

Hochschulnachrichtsn.

mc. Frankfurt xl M., 12. April. Der Frankfurter Verein vom Roten Kreuz bat sich jetzt auch in den Dren st der notleidenden w t uden te n s ch a f i gestellt. Er hat an der hiesigen Unwersttät eine Hauptstelle errichtet, der die Zweigvereine des Regierungsbezirkes Wiesbai7en a ge^lieb' rt sind. Vor allem sucht man mit Hilfe der Landwirt­schaftskammer und des LandbuNdes von den Land­wirten Kartoffeln für die Universitätsküche der Studenten zu erhalten, aber Geld, Kleidung, Rahrungsmittel, Ferienaufenthalt und Arbeit werden für das Hilfswen. gesucht.

Kirche unb Schule«

X Wieseck, 11. April. Auf einem, wie zu erwarten, von den Müttern stärker als von den Vätern besuchten Konfirmandeneltern- abend behandelte der Ortsgeistliche:Die Ge­meinde und ihre Jugend". Ausgehend von einer religiösen Betrachtüna Hesselbachers zeigte er die Gefahren, die derden ersten Flug ins Freie" wagenden Jugend drohen und die Hilfe, die eine lebendige KirHengemeinde ihr im Kampf gegen sie sein könne. Mit Interesse hörte man vom Willen der GießenerWartburger", der hier entstandenen Jugendvereinigung zu weiterer Ent­faltung zu helfen. , ,

2L Friedberg, 12. April. Etwa 300 bis 400 Lehrer aas allen Teilen des Hessenlandes weilten am Montag und Dienstag hier zur Vertreter- und Hauptversammlung des Hessischen Landeslehrervereins. Beide De.Qnstal.ungen fanden im Saalban statt und teure en vom Obmann. Dach (Mainz) mit Umsicht geleitet. Auf Cec Bert tterv^rs-mmlung wurden rach Erstattung der üblichen Berichte die von den Drzirksve.ei ren gefteLten Antrag?, die sich mit Standes- und Berüf°f agen ^.faßten, eingehend besprochen. Die Beratungen, die mit großer Sachlichkeit geführt Wune:, z-it.gten Er­gebnisse, die zum Teil auch über die Schule und den Lehrerstand hi raus dem Voll-ganzen dienen wollen. Die gest ige Hcuptve sammlung wurde von Obmann Bach mit ei .er gedankentiefen Be­grüßung erngelei et. Es schlosstn sich da an zahl­reiche Begru. u gen der e.schie enen ie. Mv- niste-ialoirettor II r sta d t1 übe:b achte die Grüße der hessischen Regierung Kreis i ertöt Gräf sprach im Auftrage des Kreises Fnedberg. Für die Stadt Säebbe :g grüßte Burgermm -er Dr. Seyd, für das Lehrerseminar Pros. Keller, während für alle übrigen Lehranstalten der Stadt Prof. Belte vom P.edigers.minar den Will- kommensgraß entbot. Dm Vertreter des ge- schaftsführewden Ausschusses des Deutschen Lehrer­vereins, Schulz (Berlin), überbrachte die Grüße der deutschen Lehrerschaft. Als Hauptpunkt stand auf der Tagesordnung der Hauptversamml ing ein Vortrag von Lehrer Kaufmann (Atzen­hain) überDie Landschule und ihre Bedeutung für die Kultrr". Die tief­gründigen Ausführungen, die mit lebhaftem Bei­fall auf genommen wurden, schlossen mit An­regungen zur Verbesserung ind Hebung bes Landschulwesens, die ct.ifttmmig dem Vorstand des Landeslehrervereins als Material über­wiesen wurden. Der Friedberger Lehrerverern hatte für gute HnterEunft, außerdem auch für älnlerhaltung Sorge getragen. Am Montag abend fand im Saalbau ein ülnterhaltungsabend statt, bei dem a. a. Frau Müller- Bangert (Gießen) mitwirtte, und gestern früh erfreute Musikdirektor Müller vom Lehrersemi rar mit einem weihe­vollen Orgelkonzert in der wtadttirche. Der hes­sischen Lehrerschaft werden die Tage in der alten Lehrer stad t Friedberg eine aftgenefane Erinnerung bleiben.

St. Mariae der Englischen Fräuleins 60 000 Mark bereitgestellt werden.

Hessen-Nasfau.

fpd. Frankfurt a. M., 12. April. Der S ch l i ch t u n g S a u s s ch u h hat entschieden, daß die von den Versicherungsgesellschaften Vorgenvmmene Aussperrung der Ange­stellten unberechtigt ist und sprach den Angestellten biS zur endgültigen Regelung der Angelegenheit vorschußweise die 40prozentige Zulage zu- Die Frist zur Erklärung für beide Parteien wurde auf Donnerstag mittag fest­gesetzt.

]f Marburg, 11. April. 3n den Stadtsälen sand' auf Einladung der kaufmännischen und ge­werblichen Vereine eine große Demonstra­tionsversammlung gegen die tm Haus­haltsetat vorgeschlagenen 2000 Prozent Ge- teerbefteuer statt. Rach entern Vortrag des Mitgliedes der Frankfurter Handelskammer, Di­rektor B v e s ch e n, und einer regen Aussprache wurde eine Entschließung dahingehend angenom­men, daß nicht über 1000 Prozent gegangen werden darf. Zugleich wurde befchlofsen. heute um 4V2 Ahr alle gewerblichen -Betriebe zu schließen' und sich bei dem Rathause- und zu der Stadtverordnetensitzung einzufinden. Diesem Be­schluß leisteten die Marburger Gewerbetreibenden einmütig Folge, ilm die angesagte Zett schlossen alle Geschäfte, und die Bürger ftrömten inMassen zum Marktplatz und in das Rathaus, das bald polizeilich gesperrt werden mußte, linier noch nie dagewesenem Andrang wurde dann bis in pie Äachtstunden beraten, und gar oft mußte der stellvertretende Vorsteher, Geh. Rat Troeltsch, mit Räumung des Saales drohen. Anstatt 25 vom Tausend Grundstückssteuer wurden dann auch nur 15 und statt 2000 Prozent Gewerbesteuer nur 1000 Prozent angenommen. Damit fehlen anstatt 2 Millionen jetzt über 4V» Millionen an dem Voranschlag, ber mit 21 855 400 Mk. ab­schließt. Der Magistrat behielt sich die Stellung­nahme vor.

][ Aus bent Wohratal. 12. April. In Wohra geriet ein dort zu Besuch weilender 14- jähriger Junge so unglücklich in das Ge­triebe des Glktrizitatswerrs, daß er schwerverletzt in die Marburger Klinik gebracht werden muhte. Dort ist der Junge bald gestorben.

js Biedenkopf, 12. April. Ein Lie- besdrama wird hier viel besprochen. Es handelt sich um ein recht ungleichmäßiges Paar, nämlich um einen 65 Jahre alten Wit­wer und ein 21jähriges Mädchen aus Frank­

furt. Sie trafen am Donnerstag hier ein und begaben sich nach dem Friedhof, wo die Gattin des Mannes begraben liegt. Dort gab der Mann zwei'Schüsse auf das Mädchen ab und ergriff dann die Flucht. Das schwerverletzte Mädchen wurde später aufgefunden und in die chirurgische Klinik nach Marburg gebracht. Wie man hört, soll es schwere Augenver­letzungen davongetragen haben. Die Tat soll auf Schwierigkeiten, die sich der Ehe der bei­den entgegenstellten, zurückzufuhren sein. Das nähere wird die gerichtliche Feststellung er­geben.

* Wirtheim (Kr. Gelnhausen), 12. April. Ein tödlicher ttnglücksfall ereignete sich im Walde beim Holzholen. Die beiden Brüder D. waren damit beschäftigt, Stammholz zu laden. Ein Stamm war an der einen Sette hochgebracht, als er an dem anderen Ende gehoben wurde, rutschte er infolge der Rässe am Vorderwagen avs unb traf den jüngeren Bruder so unglücklich, daß der Tod älsbald eintrat.

stattfindet. In einem Aufsatz derHeimatblätter der Roten Erde" macht D. Sommer genauere Mit­teilungen über diesen eigenartigen Ofterbrauch. Rach, dem feierlichen Gottesdienst findet am Kar­freitag eine große Prozession zu bem nahe­gelegenen Kapellenberge statt, und zwar vollzieht sie sich in folgender Weife:Gegen 10 Uhr vor­mittags setzt sich die Prozession in Bewegung. Rach den SchuLttndern, Frauen unb Jungfrauen folgt ein Pfarrgeistlicher. Er trägt ein kleines silbernes Kreuz mit einem Veilchen des heiligen Kreuzes, das von dem Freiherrn Ferdinand von Fürstenberg-Schnellenberg 1728 geschenkt wor­den ist. Dem Geistlichen folgen die beiden Haupt­personen der ganzen Prozession. Ein Mann ist mit einem bis auf die Füße reichenden, weißen, falti­gen Gewände befieibet Eine Drahtmaske in vor­nehmer, kunstvoller Ausführung macht ihn für die Teilnehmer unkenntlich und gibt ihm anderer­seits im Verein mit der Lockenperücke und der Dornenkrone auf dem Haupte das rechte Ge­präge für den Darsteller des leidenden Heilandes. Ein heiliger Schauer ergreift die andächtigen Gläubigen, wenn dieser Christus-Darsteller mit feiner schweren Kreuzeslast an ihnen vorüber schwankt; das hölzerne Kreuz ist etwa 2,40 Meter lang und 0,30 Meter dick, der Querbalken hat eine Länge von ungefähr 1,20 Meter. Die Schwere des zwar hohlen Kreuzes unb der stellen­weise steile, mühevolle Aufstteg zum Berge er­fordern gan$ selbstverständlich einenSimon von Chrene", der das Kreuz tragen hilft. Der Dar­steller des Simon am Fußende des Kreuzes ist in ein braunes Bußgewand bekleidet unb fein Gesicht durch eine Perücke mit dicht herab- hängenden Haaren verborgen. Eine stattliche Zahl Männer unb Jünglinge beschließt die Pro­zession, die unter abwechselnden Gebeten und Liedern durch die Kirchstraße über den Rordwall,