Ausgabe 
13.4.1922
 
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V?'n»r;tag,

\VL Jahrgang

Die Zollpolitik Amerikas.

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Die Interessen der deutschen Ansiedler in Polen.

Der polnische Vertreter auf lenafp, erklärte dah ci übermitteln

die des Payne-Aldrich-Tarifs. Die Zölle Seidenwaren sind ungefähr die gleichen.

Genf, 12 Avril. (Wolff.) DaS Völkerbunds- fcfretariat teilt Einzelheiten mit zu dem Protest Les Deutschtumbundes für den Schuh der Minderheiten in Polen gegen die Vertreibung deutscher Ansiedler, sowie die polnische Gegenerklärung und die Beschlüsse des Völlerbundsrates in dieser Angelegenheit. Danach wurde den Polen zunächst eine Frist bis zum 1 Mai 1922 vorgeschrieben, vor deren Ablauf eine Vertreibung der deutschen Ansiedler in Polen nidrt gestattet sei. Eine erneute Prüfung der deutscher! Beschwerden führte dazu, daß der Völkerbundrat in seiner letzten Tagung den Polen nochmals eine Hinausschiebung der Frist bis 1.10.1922 vorscht ~ .........

Das Beharren der ReparationsKommWon.

Paris 12. April. (Havas.) 3n der heu­tigen AachrnittagsM'ung der Rc^arations- tommif ion -eini te i sich 1 L> Mitglieder grün - satzlich darüber, demnächst eine neue Rote an die deutsche Regierung abzuschicken. Der Text derselben steht noch nicht endgültig fest und kann noch im Laufe des morgigen Tages fectig- ges.ellt werden. Die Kommis'ivn soll morgen vor­mittag 1-11 ülhr abermals zusammen tret en. Es bestätigt 'sich, dah sie auf ihrer früheren Ent- schridung bestehen bleiben will. Dcutsch- land wird sich daher verpflichtet sehen, an den vvrgcschricbcnen Terminen, nämlich am 16. April und 1. Mai die Zahlungen zu leisten, die von ihm verlangt worden sind. Diese betragen be­kanntlich für den ersten Termin etwas über 18 Millionen und für den zweiten 50 Millionen Gollnnark.

Poris. 13. April. (WTD.) Der Repara- tionsauss chuß ist auch in seiner gestrigen zweiten offziösen Sitzung, die gestern abend um 8 ülhr noch andauerte, zu keiner Entschei-

15. April 1922 Annahmc von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit preis für 1 mm yShe für Anzeigen v 34mm'Breitf örtlich 120'Pf., auswärts 150 pf.; für Neklame Anzeigen von 70 nun Breite 450Pf. Bei Platz Vorschrift 20 "/Aufschlag Hauplschriftleiter: Aug Goetz.Btrantroortlid) für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für der Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen

zu wählen. Die englische und belgische Dele- I Konferenz aufgeworfen und Deutschland ausge- gation schlossen sich diesem Vorschläge an. Cvlrat fordert werde, sich auszusprechen. Daraufhin habe übernahm den Vorsitz und schlug in gleicher Weisr s Darthou, und

Er. 88

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Genua, 12. April. (WTB.) Die Kommission interalliierten Konferenz, die zur Erörterung ... Deikehrsangelegenheiten gebildet wurde, trat heute vormittag 10 Llhr zum ersten Male zusammen. T h e u n i s (Belgien) wurde durch Zuruf zum Vorsitzenden gewählt. Von deut­scher Seite wurden als Delegierte Äathenau und Schmidt, als Stellvertreter die Staatssekretäre Simson und Stieler benannt. An der Sitzung nahm Stieler teil. 3m Verlaufe der Sitzung wurde ein

Internationaler Gewcrkschafts- Kongreft.

Berlin. 13. April. Wie der »Vor­wärts" mitte.lt, wird auf dem Internatio­nalen Gewerkschaftskongreß, der am 20. ds. in Vorn ?usammenlr:ten w'.rd Iouhiux über den Wi de -au bau Europas spr chen. Mer­tens wird über dir internationale Reallion u '.ter besonderer Berücksichtigung des Achtstunde.tta^es referieren.

mus gratis gewährt.

Die Behandlung der russischen Frage.

Genua. 12. April. (WTD.) Heute vor­mittag fand im Cdenhotel eine Sitzung der für die Behandlung der russischen 'Frage us: w hltm Sachverständigenkommis­sion statt An der Si ung n ihm en der Reichs- i a n z l e r und der Reichsmini st er des Auswärtigen teil. Es wurde den Sachver­ständigen eine Denkschrift zur Kenntnis ge­bracht. die gestern in der Sitzung der ersten all­gemeinen Kommission verteilt worden ist. Die Sachverständigen werden vor Beginn der morgi­gen Sitzung der ersten Kommission, in der die Denkschrift zur Erörterung gestellt wird, erneut über die russische Frage beraten.

Die bessere Stimme Frankreichs.

Paris, 12. April. (WTB.) DerPovu- lai r e" schreibt zum Zwischen all Barihou-Tschtt- scherin, Darthou sei es durch sein dreimaliges Eingreifen gelungen, einen Skandal hervor­zurufen Und Frankreich zu isolieren. Er habe dadurch den in Washington begangenen Fehler verschlimmert. Durch sein Ein­greifen, das viel brutaler gewesen fei als das Driands und Sarrauts in Amerika, habe er von dieser Tribüne herab, von der alles noch stärkeren Widerhall finde als in Washington, in den Gemütern aller Volker tiefer als je die Tleberzeugung verankert, daß das Frankreich des nationalen Blocks sich systematisch jeder Deschrän- kung der Landrüstungen in Europa widersetzen werde. Darüber hinaus habe er Trohky aus­gezeichnete Gründe geliefert, seine Rote Armee zu behalten.

Der Sonderberichterstatter des ..Oeuvre" in ®'nua schreibt: Um drei Jahre nach Versailles end ulkig b:n 5rieben aufzurichten, brauche man etwas anderes als Schilder mit der Aufschrift Verboten!" Frankreich könne ruhig Schranken nach allen Seiten hin aufbauen, die Deutschen würden es eines Tages zwingen, an die wesent- li.^en grundlegenden Fragen heranzugehen, ohne deren Regelung in Europa nichts von Destand gebaut werden könne. Man müsse befürchten, daß an diesem Tage, ivenn Frankreich nochmals erkläre. Deutschland müs e wi derherstcllen Europa ihm antworten werde: Die Reparationen werden alle Abkommen zugrunde richten, die wir in Genua so mühsam geschaffen haben. Don den Reparationen bät e in Genua gesprochen werden müssen, das habt Ihr nicht gewollt! Dann würde Frankreich endgültig isoliert und ohnmächtig da­stehen.

Die Rüftungspanse dementiert.

Paris, 12. April. (WTD.) Rach einer HavaSmel-ung aus Genua hat der eng'llcheLchah- kanzler Sir Robert Home heute offiziell die von der Pariser Presse Lloyd George zu­geschriebenen Pläne einer Rüstungspause von zehn Jahren dementiert.

Washington, 12. April. (Durch Funk- spruch.) Rach der Schätzung der Sachverständigen des Finanzausschusses des Senats weist der dem Senat heule zugegan cne Zolltarifentwurs, der im Ausschuß Aenderungen erfuhr, durch- schnittlich etwas höhere Sähe auf als der Ayne-Aldrich-Tarif. 3m Vergleich mit dem Tarifentwurf des Repräsentant chru'es sind die spezifizierten Zölle im allgemeinen höher, aber Wertzölle im allgemeinen niedriger, da die Sähe des Entwurfes des Repräsentantenhauses n.id> amerikanischem Geldwerte berechnet waren. Rach der neuen Bestimmung über Farb­stoffe kann der Präsident der Vereinigten St.i.i ten die gegenwärtige mit dem Konzessionierungs svstem verbundene Einfuhrsperre für Farbwaren über die ursprünglich vorgesehene Frist von einem Jahre vom Tage der Anterzcichnung an noch für ein weiteres Jahr in Kraft sehen. Die F' !* stofs-3nteressenten hatten eine fünfjährige Eni fuhrsperre zum Schuhe gegen den deutschen Wett - bewerb verlangt. Die SenatSbill setzte den Zoll für halbfertige Farbstoffe auf 50 Prozent ad balorem und für die fertigen Farbstoffe im Werte von 7 Cents pro Pfund auf 63 Prozent fest. Für Puppen und Svielwaren zu 7 Cents beträgt der Zoll 70, für Bücher 25, Musikinstrumente 40,. optische Gläser 55, Steingutgeschirr 25 bis 28, Porzellan 70, Taschenmesser zu 2 Cents 60 und für Lafelinesser und andere Messer von 3 bis 20 Cents 55 Proz. Einige Zölle, wie die Daumwoll- und Wollerzeugnisse sind höher

ISvonfen fordert 1------ ,

Barthou, und zwar, wie der Berichterstatter hinzufügt, mit Recht, feine Bemerkung zurück'

wie für die erste und zweite Kommission, auch eine älnterkvmmission für Wirtschafts- und Der- kchrsfragen der österreichischen Rachfolgestaaten vor. Der tschechoslowakische Vertreter widersprach diesem Antrag, ebenso Polen, welches Llnteriom- miffionen nach Materien vorschlug. Der Vor­sitzende legte Polen nahe, diesen Antrag zuruck- zuziehen. Die Ernennung von weiteren Unter« kommissionen nach Materien könne Vorbehalten bleiben, bis die jetzt zu errichtende älnterkommis- sion die Tagesordnung und Verhandlungsgegen« flänbe festgestellt habe. Auf eine von Holland eingebrachte und von Rorwegen und schließlich auch von England unterstützte Anregung, den klei­nen Staaten in dieser Kommission mehr als vier Vertreter zu geben, wurde beschlossen, dah die Keinen Staaten fünf Vertreter haben sollen. Rach Unterbrechung der Sitzung wurden als Vertreter der kleinen Staaten fünf Angehörige der Staaten Rorwegen, Schweiz, Holland, Iugoslavien und Lettland ernannt. Die ilnterfommiHion wird am Samstag vormittag IO1/, Llhr zu ihrer ersten Sitzung zusammen treten.

Dcr Ausschuß für Verkchrsangelegenheiten.

Arbeitsausschuß eingesetzt, der einen Ge­schäftsplan für die Kommission ausarbeiten soll. Diesem Ausschuß gehören je ein Vertreter der fünf einladenden Mächte, ferner je ein Vertreter Rußlands und Deutschlands, sowie auf Grund der Wahlen ein Vertreter Oesterreichs, Estlands, Por­tugals, Polens und der Schweiz an. 3ns Auge gefaßt ist die Bildung mehrerer äinteraus- schösse, insbesondere für Eiseabahnfragen und für Binnen- und Seeschi fahrt. Auch in diese Aus­schüsse werden die fünf einladenden Länder, ferner Rußland und Deutschland, sowie fünf der übrigen Länder je einen Vertreter entsenden. Der Ar­beitsausschuß wird Freitag, den 14. April, vor­mittags 10 Mr, zusammenweten.

(Cinc Zttsamin nkunft des Cbrrften Aatcs in Genua?

London, 12. April. (Havas.) Nachrich­ten aus Genua, die heute abend in London veröffentlicht werden, melden, es sei möglich, dah der Oberste Rat vor Ende des Mo­nats in Genua zusammentrete.Seine Einberufung soll durch die Frage der deutschen Reparationen und durch die Ablehnung der Bedingungen, der Reparationskommission durch d e deutsche Regierung veranlaßt sein. D e Telegramme besagen weiter, Barthou habe gestern vormittag von Poincare ein sehr wichtiges, chiffriertes Telegramm erhalten, über das eine Besprechung zwischen dem Führer der französischen Delegation und Lloyd George stattgefunden habe. Diese Informationen sollen von Paris nach Eingang der deutschen Antwortnote abgesandt worden sein.

Die privaten Pläne.

L o n d o n, 12. Aprll. (Wrlsf.)Daily Cchro- niclc" schreibt in einem Leitartikel, man müsse sich die 'Tatsache vor Augen halten, daß der Friede niemals gewah-t werden könne, wenn die Rationen nicht bereit feien, die Rüstungen herab- zusetzen. Die Reparationsfrape. sowie die F age der alliierten Schulden sei wahrscheinlich kluger Weise nicht in das Programm der Genueser Kon­ferenz ausgenommen worden, aber der feste Ent­schluß, die Genueser Zusammenkunft zu einem Erfolg zu gestalten, sehe auf Seiten der Alliierten den Willen voraus, diese privaten Pro- Icm e die so eng mit den übrigen verknüpft seien, in Angriff zu nehmen. Die Abordnungen in Genua müßten sich auch stets vor Augen halten, wie sehr dies zukünftig von der Mitwir­kung der Bereinigten Staaten abhänge. Es sei wünschenswert, dah die unmittelbaren Pro­bleme Europas in einer Weise geregelt werden, d'ce die künftige Mitwirkung der Vereinigten Staaten erleichtere.

Eine Unterredung zwischen Lloyd George uud Darthou.

Paris, 13. April. (WTD.) Der Sonden berichterstatter desPetit Parisien" in Genua glaubt zu wissen, daß der französische erste Dele­gierte Darthou auf Grund einer Anweisung Poincar^s eine Unterredung mit Lloyd George über die deutsche Antwortnote an die Reparationskommission gehabt hahe. Dar­thou habe erklärt, es erscheine ihm schwierig, angesichts der deutschen Weigerung Deutschland den gleichen Platz wie den anderen Mächten in den Ausschüssen und älnterausfchüssen der Kon- ferenz einzuräumen. Lloyd George habe erklärt, da die Reparationsfrage von der Tagesordnung abgesetzt sei, könne man aus der deutschen Ant° worwote keine Argumente ziehen, wenn es s.ch nur um die Reparationen handele. Er habe jedoch hinzugesügt, er würde sich vielleicht den Argu­menten Barthous anschliehen, aber nur unter der Bedingung, daß die Reparationsfrage vor der

gezogen.

DerTempo" über Lloyd George und die Bolschewisten.

Paris, 12. April. (WTD.) DerS c m p s" schreibt: Als Lloyd George die Dolsche- w i st e n nach Genua brachte, habe er sich ge­schmeichelt, aus ihnen harmlose Leute zu machen. Die Bolschewisten qber seien die ersten, die dar­aus Ruhen zögen, daß sie ihre Teilnahme an der Konferenz als Gleiche unter Gleichen erlangten. Allein der Umstand, dah sie in den K o m m i s - f i o n e n und ^Interkom Missionen säßen, gebe ihnen Gelegenheit, jene finanzielle Unter- stühung zu erbitten und zu erkaufen, um deren Zustandekommen sie in großer Verlegenheit wä­ren. Aber werde Tschitscherin Lloyd George be­hilflich sein, zahlungsfähige Kunden für die eng­lische 3ndustrie zu finden, den Dürgerlrieg in 3rland zu ersticken oder Europas Frieden zu befestigen? Die Bolschewisten seien gezwungen, ihren Anhängern Gewißheit mitzubringen, daß die Spannung in Europa und mit ihr die Aus­sichten auf eine soziale Devolution wüchsen. Roch einmal, sagt derTemps", Ityifen wir das gemein­same 3nterefse Frankreichs unb Englands und die Aufmerksamkeit unserer englischen Freunde auf die Vorteile, die Lloyd George dem Bolschewis-

d u n g gelangt, in welcher Weise die deutsche 2lnt- wortnvte behandelt werden soll. Der'Petit Pa­risien" glaubt jedoch, daß die Reparationskom Mission der deutschen Regierung antworten ipcvtk-, daß sie den neuen deutschen Standpunkt nicht annehme und auf ihrer letzten Entscheidung be­harre. Wenn am 31. Mai Deutschland nicht oder nur ungenügend die empfohlenen Maß­nahmen ausgeführt habe, dann werde der Re­parationsausschuh die Angelegenheit den al­liierten Regierungen übermitteln.

Geheime Untersuchung der Gleiwitzer Explosiorrskatastrophc.

Berlin, 13. April. Wie der Lokbl-An- zeiger aus Breslau berichtet, wird die Unter­suchung über die Gleiwiher Katastrophe von der 3ntcralliierten Kommission streng geheim gefüht l, so daß es der deutschen Behörde nicht möglich ist, von sich aus die Ursache der Katastrophe sestzustellen.

Aus dem Reiche.

Die Frage der Umgestaltung der Reichsbahn.

Berlin. 12. April. (Wolff.) EinBerliner Morgenblatt bringt die Mitteilung, dah im Reichsverkehrsminsterium über die vom Reiche- verband der deutschen 3nduftrie hinsichtlich d:c Umgestaltung derReichsbahn erftarct? Gu lachten Beratungen ftattgeiunben haben und öau> man im Reichsverkehrsministerium dazu neige, die Reichsbahn einem privatwirtsch-'t- lichen Betriebe auszugestalten. Die Rachncht ist von Anfang bis Ende erfunden. Die Reichs» bahnverwaltung hält nach wie vor an ihrem Standpunkt fest, unter Beibehaltung des Staats- lcsitzes die Sanierung des Unternehmens fort- zu'etzen und 'die nötige Bewegungsfreiheit des» selben zu erzielen.

Dergarbeiterfuhrer Huä schwer erkrankt.

Wie das ,D. T." aus Elfen meldet, ist dec Reichstagsabgevrdnete Hue schwer erkramt. Da Hue MitgliZ der deutschen Kon erenzdelegation ! in Genua ist, wird wahrscheinlich durch ferne Erkrankung die Ernennung emes anderen Der- I treters bd der deutschen Delegatwn notig feuu

deutsche Herren cntronb*. to:rben:

Erster Ausschuß (für Ru^'a d): Vorsitzender von Maltzan. Sachver ä .digr: Dal rusch, Bernhard, Dächer. Cunow, Hilffecding. M.lchlor, vom Raumer und Wisfell.

Zweiter Au.schuh (^i a-^ragen): Vorsitzen- ber Schröder. Sachverstand ige: Bergmann, Bernhard, Erkelenz, von Havc.iste.n, Hilff-rdmg, Ha.^en, Melchior, von Mendelsohn. Reserentcn: Dorn. Rorden u ib Rordhoff

Dritter Au schuß «Wirtscha tssragen): Vor­sitzender: Hirsch. Stellvertretender Vorsitzender: Weigert. Sachverständige: Baltrusch, Bücher. Er» kelenz. Hagen. Hus. Roste.tberg. Cramer. Äraiter, Lübsen, v. Mendelsohn, von Raumer unb Wilsel. .Referenten: Berger unb Löwe.

Vierter Au schuß (Berk hrsfragen): Vor- sitzenber Stieler. Sachverständige: Bücher, Cu- mow, Hu4, Lübsen unb Crämer.

Der Ausschuft für Wirtschaftsfrageu.

Genua, 12. April. (WTB.) Heute vor­mittag 10 Uf>r hat die erste Sitzung der Kommis­sion für Dirtschaftsfragen stattgefunden, für die als Delegierte Rathenau und Reichswirt- scha'tsminifler Schmidt, als stellvertretende Dele­gierte die Staatssekretäre von Simson und Hirsch benannt sind. Die Sitzung wurde in Vertretung des italienischen Handelsminiskers von dem italie­nischen Delegierten Olivetti eröffnet, der auf die Rotwendigkeit der Zusammenarbeit aller Ra­tionen, das freie Spiel der Kräfte und die beste Ausnutzung der natürlichen Reichtümer hinwies. Olivetti schlug vor. als Vorsitzenden den Fran­zosen Colrat, und als dessen Vertreter Seydou^

Die Wirkung der Rede Wirths.

Die Rede des Reichskanzlers in k3>enua war verhaltnismähig matt und farblos. Man hätte mehr erwarten müssen. Sie störte, wie gesagt wird, auch durch ihre überflüssige Länge. Vielleicht hat Lloyd George in sei­nem eigenen Interesse gefordert, Dr. Wirth möge einen solchen unscheinbaren Vortrag hal­len. Aber etwas eigene Kunst muh doch eigentlich ein deutscher Staatsmann durchzu- .'setzen wissen. Die deutsche Eröffnungsrede 'brauchte keine schmetternde Anklage zu sein, es nmhle aber in ihr etwas von verhaltener L- eidenschaft zum Ausdruck kommen, wie sie .der heutigen Gemütsstimmung des gepeinig­ten, deutschen Volkes entspricht. Man brauchte mit der Empfindlichkeit der Franzosen nicht ein gar so empfindsames Spiel zu treiben; Lloyd George selber nimmt sich ja seine stichelnden Anspielungen auch nicht übel. Wirths Rede konnte trotzdem korrekt im Rah­men des Programms bleiben, wenn sie auch nicht wie die ängstliche Vorsicht eines Kanz­leibeamten sich gewunden haben würde.

DaS muh man feststellen, da das amt­liche Wolff-Bureau dieBefriedigung" eini­ger italienischer Blätter heraushebt. Die deutsche Presse kann nicht in den Geruch jener knurrenden Meute kommen, von der Lloyd Ge­orge sprach, wenn sie feststellt, dah die kräuhelnd bewegte Oberfläche der Genueser Reden dem deutschen Volke noch nicht zu einer Genugtuung gereichen.

Genua. 12. April. (Wolsf.) Eine größere Anzahl von italienischen Blättern hebt mit Befriedigung hervor, dah die Rede des Reichskanzlers Dr. Wirth den großen Vorzug gehabt habe, jeden Anstoh zu vermeiden und Barthou keinen Anlaß zum Einhaken zu ge­ben. Das Auftreten Barthous wird dagegen vielfach kritisiert. So schreibe dieStampa": ..Frankreich ist von der Gerechtigkeit seiner Sache durchaus überzeugt. Sein Auftreten ist auch juristisch gerechtfertigt, aber weder menschlich noch sympathisch."Eittadino" bemerkt: Barthous Rede fand nur bei den Franzosen Beifall.Citta di Popolo" sagt: Die Franzosen haben sich vollständig isoliert. Auch die Kleine Entente ist ihnen nicht bei­gesprungen. Barthou ist Tschitscherin ins Retz gegangen.

DerPaese" spricht von der Bismarck- scheu Gewaltpolitik Frankreichs.Corriere d'Italia" bedauert die Rervosität Barthous. DerCorriere della Sera" bemerkt in seiner Besprechung der Eröffnungc s tzung: Alles ge­genwärtige älebel komme nicht vom Kriege, sondern von der Idee, dah die rohe Gewalt die Welt regieren könne.

(5'ine deutsche Denkschrift.

Berlin, 12. April. (Priv.-Tel.) Rah einer Meldung ber »Boss. Ztg." aus Genua Übergaben die bcu lschen Delegierten ti br Cr ff» nung-s.hu g de Wirtschaftstorn Million eine große deutsche Denkschrift. Wie verlautet, enthält die Denksch ist nach einer Dar­legung der Wi tschaftslage Deutschlands ben Vor­schlag, eite internationale Anleihe na­mens Deutschlands mit Genehmigung der En­tentemächte aujzulcgen.

Die Bilduuq der Attsschüsse.

Genua, 12. April. (Spezialbericht bes Ver­treters bes Wölfischen Bureaus in Genua.) 3n die einzelnen Ausschüsse find folgende

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag; Vrlihl'sche Univ.-Vuch- und Steinörudcrci R. Lange. Zchriftleitnng, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.

dieser Tagung, A s k e.. - , ......

bisse Anregung seiner Regierung UDermmein werde unb daß diese wahrscheinlich im Rahmen des Möglichen versuchen werde, ihr Folge zu