■Z>te deutsche 2tegtenmg da- Grundprvdlem lösen will. von dem die Gesundung nicht nur Deutschlands. sondern Europas ab- bangt, nämlich LasReparativnsproblem. so Muh sie die gesamten wirlschafl- lichen Kredite Deutschlands zusammenfassen. Die Steigerung der Produktion ist dabei die wichtigste Aufgabe. Diese kann nicht erfüllt werden. wenn unentbehrliche wirtschaftliche Aus- rüstungsgegenstände der Industrie zerstört und durch ihre Vernichtung über die konkreten Fälle hinaus älnsich?rheit in die gesamte wirtschaftliche Produktion hincingetragen wird, so handelt es sich bei dem unter dem Titel ^-Umstellung der Fabriken" jetzt noch strittigen Punktes um Dinge, die sowohl für die industrielle als auch mittelbar für die landwirtschaftliche Produktion unentbehrlich sind. Sie mühten daher im Falle einer Zerstörung unverzüglich neu hergestellt werden. Die Folge davon wäre, dah die Industrie, statt sich rein produktiven Aufgaben widmen zu können, sich zunächst der Wiederherstellung der für die eigentliche Produktion notwendigen Hilfsmittel zu- wenden mühte. Di; deutsche Regierung hat selbst an der Regelung dieser Fragen das größte Interesse, um endlich von der unproduktiven TätigkeitderZerstörungzu der positiven Arb il des Wiederauchaues der Wirtschaft übergehen zu konnrn. Soweit hiernach bei den fünf Punkten wirtschaftlich? Interessen in Betracht kommen. hat si? dir deutsch? Regierung unter Bezugnahme auf dir einzelnen Punkte in der Anlage I behandelt. Hinsichtlich der militärischen Fragen stecht die deutsche Regierung, wie früher m ch.fach ausresührt, auf dem Standpunkt, dah sie in Erfüllung der militärische B--stimmanc.en des Vertrages von Versailles erheblich darüber chinausgegangen ist über das, was nach dem Wortlaut dieses Vertrages von ihr geordert w.-rden konnte. Sie ist alec auch in diesen Fragen zu einem weitgehenden Entgegenkomme n b e r e i t, da sie selbst das Bestreben hat, die Tätigkeit der -Interalliierten Kontrollkommission -um Abschluß äj bringen. Die deutsche Regierung hat in der Anlage 2 die noch nicht erledigten militärischen Fragen dargestellt und ist dabei auf alle von der Interalliierten Kontrvllkommis- ;ion bishn? zur Sprach? gebrach'^? Tini,elfälle --ingegangen, um die Dotschafteckonferenz von ih.en Gründen zu untemäch en und ihr Gelegen- '« it zu geben, diele Grü.rde auch im einzelnen zu würdigen. Sollten die Ausführungen d'eer Anlage nach Auffassung der alliierten Regie- ->ungen noch Lücken au weisen, so f*it die deutsche Regierung dringenLe i Wunsch h erüber eine 'mfassende u.ü) abfchliehente Aufklärung zu erhalten. Sie ist äver davon überzeagt, dah die alliierten Regierunge?? nach Prüfung des gesamten Materials erkenre i tver-den, dah ole -deutsche Regierung die Bestimmungen des Ver- ailler Vertrages in kei.er Weise zu umgehvn sucht, sondern alles in ihren Kräften stehende getan ß<tt uub tut, um sie loyal ßu epsMsgl
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Beschlüsse des Haushaltsausschusses des Reichstags.
Berlin, 11. Dez. (WTB.) Bei der *Bo raüing des D-ichtragSetatS des ReichSrniniste- riurns des Innern im HcurShaltSauS schuh des Reichstags wurde eine gröhere Anzahl Beamten stellen gestrichen. Angenommen wurde ein Antrag, 400 Millionen Mark' für die R o 1 g e m e i n s ch a f t der deutschen Wissenschaft, und 90 Millionen Mk. für das deutsche Museum in Mün- chenD'zu bewilligen.
-Ferner wurde folgende Entschliehung des Dbg. Mumm (Natl.) mit den Stimmen aller Parteien angenommen: In dem besetzten Gebiet sind durchdieBesatzungöbe- hötden Frankreichs öffentliche Häuser zwangsweise eingerichtet worden. Dor der ganzen gesitteten Welt erheben wir EinspruchgegendieseKul- t u r s ch a n d e, der die Bevölkerung im besetzten Gebiet wehrlos preisgegeben ist, und die gen Himmel schreit.
Die Meinung
der deutschen Jndnstrickreise.
Berlin, 12. Dez. (WTD.) Die „Drutsche Allgemeine Zeitung- erklärte gestern abend, dah sie den nach London gerichteten Vorschlag des Reichskanzlers, über den die Industrie nicht gehört worden sei, für nicht zweckmäßig und wirtschaftlich nicht für ttagbar halte, weil er keine Endlö - jung bringe. Die wirtschaftlichen Kreise, auch die Industtie, würden aber im Falle der Annahme versuchen, Mittel und Wege zu finden, um auf den kommenden Verhandlungen
Die Herweghs.
Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.
59. Fortsetzung. lRachdruck verboten.)
Lutz hatte schon jahrelang die Pferde seiner Kameraden geritten, ohne daß dabei etwas anderes he rausgekommen war wie ein paar silberne Trinkbecher und verstauchte Gelenke. Auf einem entzückenden neuen Pferd, das er dem alten Goldenberg so lange vorgeführt und geritten hatte, bis sich dieser „bad schauderhafte Geld" vom Herzen riß, ritt dec schöne Lutz in die festlich geschmückte Arena ein. Alle Blicke flogen ihm zu und tiefes Schweigen entstand In den Logen, Operngläser und Lorgnetten blitzten auf. Es war ein wundervolles Tier, braunrot mit flachge- schorener Mähne, die in der Sonne wie Gold funkelte, intelligent, nervös, lebhaft, voll Feuer, mit zierlichsten Gelenken, weichen Bewegungen und jener eigenwilligen hübschen Kopsbecoegung, die das Zeichen edelster Rasse ist, von einem Reiter gelenkt, der ihm in seiner unnachahmlichen Haltung mit kaltblütiger Sicherheit und geschmeidiger Eleganz scheinbar alle Freiheiten ließ, ohne sich auch nur aus dem Sattel zu heben. Sie schienen miteinander verschmolzen, aus einem Guß, Reiter und Pferd füreinander geschaffen au sem. Beide standen im Mittelpunkt des Schauspiels, Lutz von Her weg h und Dolinka. .
Die blasierte Elsbeth Erler, die aus ihrer Loge durch die Lorgnette dem gewandten und gefahrvollen Spiele Dort unten zulah, hatte den eleganten Reiter nicht aus den Augen gelassen.
Vas unerläßlich notwendige Defi- nitivum herauszuarbeiten. Dafür würde die Mitwirkung auch der Industrie zweifellos zur Verfügung stehen.
Hierzu erfahren wir von zuständiger Seite: Die deutsche Industrie hat bekanntlich wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß sie die endgültige Regelung des ReparationSpro- blemS für den einzig möglichen Ausweg aus der jetzigen unerträglichen Lage ansieht. ES verdient hervorgehoben zu werden, daß die Industrie trotz des prinzipiellen Festhaltens an ihrem Standpunkt ausdrücklich ihre Bereit- wllligkeit feststellt, für den Fall der Annahme des in London zur Erörterung gestellten deutschen Vorschlages auch bei seiner Durchführung und Ausgestaltung mitzuwirken.
Ermahnungen des Papstes.
Rom, 12. Dez^ (WTB.) Rach einer Stefans- Meldung hielt der Papst em geheimes Kon- s i st o r i u m ab. Dabei 'hielt ereireAnspra ch?, ni der er zunächst die Verdienste Benedikts XV. rühmte, hinsichtlich Palästinas an die Aussprüche Benedikts XV. im Konsistorium vom 13. Juni 1921 erinnerte und erflarle, er mach? sich dessen Protest und Vorschlag zu eigen, damit bei her bevorstehenden Lösung der das Heilige Land betreffenden Fragen die Rechte der Katholiken und aller Christen gewahrt würden. Don dec beklagenswerten Lage anderer Länder des Ostens sprechend, wie der Papst auf die Unter- stützung 'hin, die der Heilige Stuhl ihnen zukommen ließ. Er betonte weiter, sein Herz werde nich weniger durch bei Gedanken an das unglückliche russische Volk erschüttert, und sagte, er werde nich.s unterlassen, um das Werk seines Vorgängers zu fördern und zu erweitern. Ferner gedachte der Papst an die Ermahnungen. die er an die Delegationen der damals in Genua versammelten Mächte gerichtet und in denen er sie auf gefordert habe, der traurigen Lage zu gedenken, in der sich die Völker befänden. und auf Abhilfe zu sinnen. Der Papst richtete die gleichen Ermahnungen an die demnächst zur Brüsseler Konferenz zusammen tretenden Delegierten, indem er hmzufügte.s i emöchten die Gründe der Gerechtigkeit durch diejenigen der Caritas mildern. Zum Schluß erklärte er, er werde das Werk feiner beiden Vorgänger fortsehen und ihre Devisei n folgendem Dahlspruch zusammenfassen: Pax Christi in regno Christi. Daraus ernannte der Papst acht neue Kar - dinäle: Chrle, Locatelli, Borcano, Reicasa- nova (?), Charost, Tosi, Touchet, Mori, sowie eine Anzahl italienischer und ausländischer Bischöfe.
Aus Hessen.
Demhessischen Landtag sind eine Reihe Regierungsvorlagen zugegangen, darunter: die Bewilligung einer laufenden Wirtschaftsbeihilfe an die Beamten im besetzten Geb:et, die Erweiterung des physikalischen Instituts an der Technischen Hochschule in Darmstadt, bauliche Herstellungen auf dem Mönchhof, Herstellungen am AmtSgerichtSge- bäude in Groß-Gerau, Staatszuschuß zur Lupusheilstätte in Gießen, Gebührenordnung für die hessischen Notare, Verlegung deS Polizeiamtes in Mainz in den Dal- bergerhof (Kosten Mk. 9 450 000), Straßenbau Hirschhorn—Rothenberg, Erhöhung des allg. UrkundenstempelS, ferner eine Reihe von Anträgen, Anfragen usw.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 12. Dezember 1922.
Gesten die Preistreiberei im Butter und Käscaufkanf.
Aus verschiedenen Teilen des Reiches wurden Klagen laut, daß durch das Gebühren gewisser Händler, die in eigener Person Butter ober Käse beim Erzeuger, bei Molkereien und anderen Milchverarbeitungsbetrieben zum Wiederverkauf aufkaufen, die Butter - und Käfc- p' eise in die Höhe getrieben werden und die Frischmilchversorgung der Städte beeinträchtigt wird. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat daraufhin eine Verordnung erlassen, wonach die Landesregierungen bestimmen können, daß diese Aufkäufer einer besonderen Erlaubnis bedürfen.
** Amtliche Persvnalnachrich- ten. Ernannt wurden: am 1. Dezember der Iustizpraktikant Wilhelm Elbe zu Laubach zum Oberjustizsekretär bei einem noch zu be-
In der Pause bat sie ihren Bruder, sie mit ihm bekannt zu machen.
Tänzelnd, mit den feinen weißen Füßen den Sand auswerfend, kam dec schöne Gaul, Schaum- flocken auf dem schlanken, zitternden Leib, an die Barriere geritten, über die sich eine schlanke Mädchengestalt neigte mit glänzenden dunklen Augen. Sie nahm die Rosen von ihrem Gürtel und steckte sie dem Sieger an feinte Uniform, und in dem Augenblick, als sich der ritterliche Lutz im Sattel über die seine Mädchrnhamd beugte, hatte er das kühle Mädchmherz im Sturm erobert. Er ritt an diesem Tag nur Siege. Bei feinem letzten großen Sieg, als alle ihm zujubelten, wurde er mit Blumen überschüttet. Elsbeth Stier stand in ihrer Loge an der Brüstung und llatschte Beifall, und Lutz senkte lächelnd die Reitpeitsch? in der Feme. W:iß Gott, an diese vielumwot bme Dame hatte selbst er nicht gedacht. Run war ihm der „Große Pr is von Rheinau" zugefallen, ohne daß er sich darum bemüht halte.
Man glaubte es erst nicht. Ein Erker gab feine Toch'ec doch keinem Herwegh, b-effcn Ramen durch den Prozeß einen solchen Beigeschmack bekommen hatte. Aber Elsbeth Erler wußte, was sie wollte. Sie war selbständig erzogen, früh gereist und vorurteilslos. Außerdem war sie mündig und besaß von der frühverstorbenen Mutter ihr eigenes Vermögen, sie hatte ihre eigene Dienerschaft, ihr llei res schneeweißes Auto, Wagcn und Reitpferde, ihr lleines Dampfboot, ihr Landhaus in Baden-Baden, und das Schloß am Rhein gehörte ihr. Sie hatte sich einsach in Lutz verliebt. Diese Verlobung wirbelte so viel
zeichnenden Gericht; am 4. Dezember der Leh- rer Heinrich Baumann zu Habitzheim zum Lehrer an der Volksschule zu Sickendorf, Kreis Lauterbach. — Erledigt ist die Forstwartei M a u l b a ch in der Oberförsterei Kirtorf. Bewerbungen sind bis Ende ds. Mts. einzureichen.
•* Roch mehr Preiserhöhungen im Eisenbahnverkehr. Seit dem 1. Dezember ist die Aufbcwahrungsgebühr für Handgepäck auf 24 Mk. pro Tag und Stück, die für Kraftfahrräber auf 60 Mk. erhöht worden. Für die Aufbewahrung von Fahrrädern für Inhaber von Zeitkarten werden künftig monatlich 140 Mk. und wöchentlich 35 Mark erhoben. Fahrradkarten kosten nu.rmehr 30 Mark, Rachlösekarten und Rauchbußekarten 63 Mk. Für die telegraphisch? Vorausbesteilu g von Fahrkarten und Gepäckscheinen toerbea künftig 60 Mk. berechnt, die telegraphische Bestellung von ganzen Abteilen ober einzelnen Plätzen (in v-Zügen) kostet 100 Mk. Die Gebühr für die telegraphisch? Bestellung von Bettkarten ist auf 140 Mk. erhöht worden.
¥* Oberhessischer Kunst verein. Die teilweise erneuerte Ausstellung wurde am Sonntag schon von einigen hundert Personen besucht. Von den neu ausgestellten Merken fand insbesondere die Kollektion Aquarelle von Prof. R o l tz e - Weimar eine gute Aufnahme. Morgen, Mittwoch, ist die Ausstellung außer von 11—1 Ahr auch am Rachmittag von 2x/2—4Vg Ahr geöffnet. — Bei dieser Gelegenheit sei eine Berichtigung zu unserer Besprechung der Ausstellung (Gieß. Anz. Rr. 290 vom 9. OS. Mts.) angefügt. Das von Heck-- roth-Gießen ausgestellte Bild heißt nicht „Jägerinnen", sondern „Tänzerinnen", weiter hat nicht ein Herr G. Walther, sondern Herr H. H. Walther ausgestellt.
** Oberhessischer Geschichtsver- e t n. Wie vor Hunde ist Jahren, so erwacht auch in unseren Tagen nationalen Anglücks aufs neue di? Teilnahme für das deutsch? Altertum. Besonders eindringlich spricht daher auch das R i« belungenlied gerade heute zu Herz und Gemüt des Deutschm, vor allem natürlich des Hessen. Wer di? gewaltige Heldensage, in deren Versen, von mancher Gottheit des Volksglaubens b.feclt, mächtige geschichtliche Persönlichkeiten leben und kämpfen, zum einheitlichen Kunstwerke gestaltet hat, war bisher noch völlig zweifelhaft; und nur wenige im Lied auftretende Personen wußte man mit der sonstigen üeberliefemng xu bereinigen. Wenn jetzt einbringenbe archivalische Forschungen hierüber neue ErkLN.rtnisse gebracht haben, so wird dadurch der Zauber der Sage nicht berührt: im Gegenteil, das Epos wird uns nur vertrauter werden, wenn wir vom Direktor des Staatsarchivs zu Darmstadt, Dr. Dieterich, am Donnerstag, 14 ds. Mts., abends 8H4 Ahr. in der Aula des Landgraf-Ludwig-Ghm msiu.ns (Eingang Bismarckscraß.) boven, wie nah? schon durch die Persönllchkeit seines Dichters bas Nibelungenlied uns Hessen steht. (Siehe Anzeige in dec heutigen Rümmer.)
-Anlagenkonzert findet morgen Mittwoch, mittags 12 Ahr, am Liebig-Denkmal durch die Kapelle des 1. (Hessischen) Bataillons, 15. Infanterie- Regiments bei günstiger Witterung statt. Musik- folge: 1. Friedensmarich aus der Oper: „Rienzi" R. Wagner. 2. Les Preludes, symphonische Dichtung, Frz. v. Liszt. 3. Paraphrase über „O schöne Zeit", A. Götze. 4. Große Fantasie a. d. Oper „Der Tribut von Zamora", Chr. Gounod. 5. O Deutschland hoch in Ebren! Marsch, A. Reckling.
*e Deutsche Zeltmission: Man berichtet uns: Im Anschluß an die im Mai auf dem Oswaldsgarten stattgefundene Arbeit der „Deutschen Zeltmission" fanden Freitag, Samstag und Sonntag vier weitere apologetisch-evangelistische Vorträge des befann'xn und le'lebten Volksreo- ners R. B. Volkmann -Berlin statt. Die Vorträge konnten, entgece? den bisherigen Erfahrungen in anderen Städten, h.e. leider nicht in einer Kirche abgeTal ci werden: sie sanden in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt, waren aber erfreulicherweise gut besucht. Redner schilderte die diesjährige erfolgreich? Arbeit der Zeltmission in den verschiedene r größeren Rheinstädten, wie Köln, Müll)-im, Düsseldorf, Solingen usw., wo Tausende und Abertausende die längst der Kirch? und dem Christentum abgesagt hatten, w'etzer zurückgesührt wurden zum Icb.nbigen Gott. Dies kurze Leben sei die DvrbereitungsKeit für ein besseres „ewige? Leben", das war der Grundgedanke feiner Ausführunce l. Der letzte Dortrag am Sonntag abend stand unter dem General- fh.-ma: „Kann der mobeme Mersch noch beten?" Ausgehend von den größten Führern und Eeisteshelden der Mitte dds vorigen Jahrhunderts, ivies der Redner mich daß zu allen Zeiten die größten Denker, Raturfvrscher, Philosophen, Astronomen usw. und sogar ein Gottesleugner Rietzsche gebe'et haben. Duvch zahlreiche Zitate und Lürssprüche der größten Sterne der Wissen-
Staub auf, daß man den Prozeß darüber vergessen hatte.
Der alte Goldenberg machte sich auf seinen kurzen .Beinen so rasch wie möglich über den Rhein, um als erster seinem Schihling feine Glückwünsche zu Füßen zu legen. Er hatte „so was Aehnlich?s" immer geahnt. „Ja, ja, Goldenberg," sagte dec strahlende Lutz, „es sah ja zwar auch manchmal anders aus, aber mich freut's auch für Sie, daß Sie nicht auf einer Riete fitzengeblieben find."
Am meisten freute es ihn aber für feine Mutter, denn nun sollte sie es gut haben.
Sie konnte in der Mainzer Straße wohnen bleiben, ihr Theaterabonmement behalten, ihren Salon und ihre Trina.
Cs gibt Menschnm, die man beneidet, ohne daß man ihnen ihr Glück mißgönnt Zu denen gehörten die Herweghs.
Rur eine traf diese Verlobung schwer.
Grete empfing die Rachricht von der guten Großmama, die damit aus dem Kurhaus angesegelt kam. Sie zuckte nicht, sie weinte nicht, aber es war ihr, als sei erst jetzt ihr Schicksal besiegelt. Sie hatte^ die Hofftrung auf Lutz nie ganz in sich töten können Vor einer Erler senkte sie Die Waffen, denn diese war nicht nur reich, sondern auch schön.
Grete hatte ihre Wohrnrng in der Koch- brumwngaffe aufgeräumt und ihre Möbel beim Spediteur untergestellt, sie wohnte bei der Großmama in dm Räumen der ehemaligen Konser« vatoristin.
Die hatte ihre Sch?idung durchgeführt, ohne sich darum zu kümmern, was die Menschen sagten.
schäft, z. D. 5topemikuS, Kepler, Rewtrm, E. M. Arndt, Bismarck, von Liebig, Pasteur, Goethe,' Schiller usw. bis zur Reuzsit, Fechner usw., zeigte der Redner in außeroroentlich interessanter W.ise, daß diese wahrhaft geoilbeten Männer es sehr wohl mit ihrem logischen Denlen vereinbaren formten, zu beten, und wirklich? Bildung (nicht bü eines Halbgebildeten) sogar zur Christus- und Gotteserkenntnis führen muß.
Vornotizen.
— Konzert zugunsten der Gießener Studentenhilfe. Auf das irn heutigen Anzeigenteil angelünbigte Konzert am morgigen Mittwoch, 13. lf. Mts., sei hier nochmals besonders h ngewiesen. Angesichts der für unsere Aniversität und deren Studentenschaft so wichtigen Aufgaben des Vereins, zu deren Erfüllung in der gegenwärtigen Zeit außerordentlich große Mittel erforderlich sind, ist ein reger Besuch des Konzerts aus allen Kreisen aufs dringendste zu wüi.schen, damit der ertrag zum Besten deö edlen Werkes möglichst groß ausfällt. ~
— Der Wartburg-Verein veranstaltet für seine gesamten Abteilungen am kommenden Sonntag, den 17. Dez., in der Turnhalle am Oswaldsgarten seine Weihnachtsfeier. Näheres im Inferaienteil.
Wettervoraussage
fürMi 1 tw 0 ch:
Neblig, ttocken, kalt, in südlichen Tellen unseres Bezirkes Fröste, schwache Winde.
Ein Hochdruckgebiet, das lange Zeit im Westen lag, liegt heute mit seinem Kern über Süddeutschland.
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 11. Dez. Die kirchenmusika- lische Feier des Konzertorganisten von der Au, Mainz, in unser.r bichlbesetzten Kirche hinterließ einen tiefen Eindruck. Mit kurzen Erläuterungen führte sie von der „Ratur'-Musik der Alten Meister über die „Absolute" Musik der Klassischen zur „Programm"-Musik der Modernen. Lied-Einlagen, bei denen der Vortragende sich selbst begleitete, fügten sich gut ein; auch mit eigenem (das „unbekannte Heldengrab") sicherte der Künstler sich den Dank der Zuhörer.
i. Ettingshausen. 10. Dez. Heute sand auf dem hiesigen Rathause eine Sitzung der Bü rger- m ei ft er von Rieder- und Ober-Bessingen, Münster, Ettingshausen und Queckborn statt. Man besprach die Eisenbahnwünsche der Gemeinden. Als Mitglied des Aufsichtsrats für die Butzbach' Licher Eisenbahngesellscha't wurde Pfarrer Ries- Ettingshausen in Vorschlag gebracht, der an die Stelle des verstorbenen Altbürgermeisters Schmidt- Queckborn treten soll. Als zweites Mttglied bestimmte man Bürgermeister Gontrum-Münster. Auf der letzten Generalversammlung der Aktiengesellschaft wurde den Gemeinden ein zweites Auf- sichtsratsmitg ied zugestanden.
tt. Treis a. b. Lba.. 9. D^. Das Fest der silbernen Hochzeit begingen Polizeibiener Rabenau und Frau Margarete geb Römer dahier. — Die Arbeiten In dem hiesigen Braunkohlenbergwerk, bas gute Braunkohlen zutage forderte, sind zum Lerdwesen unserer Bevölkerung seit einiger Zeit wieder eingestellt wordm, angeblich weil die ausbeutende Firma Roll-Frankfurt a. M. iricht bas nötige Entgegenkommen seitens der maßgebenden behördlichen Stellen gefunden habe.
Kreis Alsfeld.
M. Flensungen, 10. Dez. Der jungst». Heimatabend brachte ein übervolles Gotteshaus. Die Veranstaltung war auf den Grundton gestimmt: „Die irdische und die himmlische Heimat." Als erster Redner sprach Kreisschulrat Huff-Als- felb übet Schule uub Elternhaus. In der Jugenderziehung mützten Schule und Elternhaus Hand in Hand gehen. Das Elternhaus könne die Schule nicht entbehren; denn hier sei der Ort, wo durch planmäßigen Anterricht die Schüler,vor allen Dingen an Fleiß, Ordnung und Pünktlichkeit gewöhnt würden. Pfarrer Sie deck-Merlau sprach über Kirche und Heimat. An einer ganzen Reihe von Bildern, besonders aus dem Weltkriege, zeigte der Vortragende, wie durch den Anblick der Gotteshäuser, durch Glockenklänge und kirchliche Feste die Sehnsucht nach der Heimat bei unseren Feldgrauen immer wieder geweckt worden sei. In seiner Schluhansprache dankte Bürgermeister Bräuning allen, die zum guten Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten. Amrahmt wurden die Ansprachen durch Gemeindegesang, Gedicht- und Ge- sangesvorträge des DottsbildungsverLins und der Schulkinder.
Heutiger Stand des Dollars
10 U(;r vormittags:
Berlin 8450, Frankfurt a. M. 8400—8450.
Mit einem Mann, der im Gefängnis gesessen hatte, wollte sie nichts mehr zu tun haben, was auch bei dec zweiten Verhaibdlung heraus kV in men würde. Wahcschünlich kam nichts dabei hei-aus, denn der Aufenthalt Herweghs in der Irrenanstalt hatte ihn in den Augen feiner Klienten zum Märtyrer gemacht.
Aber die Mättyc'er waren nicht Gretes Geschmack, sie liebte die Sieger. Ach. überhaupt . . . das eingeengte Leben jetzt unter den Augen eines strengen Vaters, das ewige Oenorgel der Groß, mama, die als Katholikin die Scheidung als eint Sünde ansah. und der Anblick des Herweghschen Hauses, das sie jeden Tag von ihrem Fensterplatz aus vor sich sah . . .
Wenn sie doch hinüberlaufen fornite zu „ihrer Mama", sie fehlten ihr so, die Herweghs, das gemütlich? Durch?inander, die interessante Liane, selbst nach Herbert hatte sie oft Verlangen. Er war die wandelnde Litfaßsäule und wußte den Anfang aller Vergnügungen, man konnte seine kleinen Gefälligkeiten so schlecht entbehren, die Klingel ging schon wieder nicht, drei Schlosser hatten sie schon daran gehabt, ohire daß es etwas half, Herbert hätte es in fünf Minuten gemacht Die Schmidt stolzierte so stolz an ihr vorbei, sie war natürlich auf feiten von Ernst, man sah ihr ordentlich im Rücken die Bosheiten an, die sie über die Kollins im Kränzch n verspritzte.
Fomilicnsehden waren sehr unbequem, wenn man in derselben Straß? wohnte. Grete hatte so lange zu der Herweghschen Wohnung hinüber- geschaut, bis sie eines Nachmittags plötzlich ihren Pelz umnahm und hinüberging.
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