Ausgabe 
12.10.1922
 
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Stuttgart. 11. Oft. (WTD.) Heute nach

mittag sind hier die Staatspräsidenten, Zustiz- unb Innenminister von Württemberg, Baden und

F

unb ließ Trina allein mit ihren vielen Strümpfen. And die Haustüre ließ er. da man ihm den Schlüssel entzogen hatte, hinter sich weit offen

Zähe, ______________

stammten seiner Zucht, die er im Hofe, zu Fräu­lein Schmidts Kummer, unterhielt, und schließlich hatte er Mamas Granatschmuck, der in einer vergessenen Kassette ein nutzloses Dasein führte, verkauft. Dun wollte er auch etwas von seinem Samstagabend haben.

Aus Stabt und Land.

Gießen. den 12. Oktober 1922.

Hessen zu einer Besprechung über die Bildung eines süddeutschen Senates beim

linfcrer Anzeigenkundschaft zur gefl. Beachtung.

Infolge der schwierigen Verhältnisse im Zeitungsgewerbe mutz der Annahmeschluß für Anzeigen pünktlich eingehalten werden. Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Aufnahmelag statt; An­zeigen für die Samstagsnummer müssen spä­testen- bis Freitag mittag aufgegeben sein.

Geschäftszeit

von 812V2 Uhr und von 25V2 Ahr.

Verlag deS Gietzener Anzeigers.

Heutiger Stand des Dollars

10 Ahr vormittags:

Berlin 25002600, Frankfurt 25502575

Schiffolar alsum, Trina! Das heißt: Wohl 1 ckomm's." Er drück:? den Hui 0 * den Kopf

Elberfeld. 11. Olt. (WTB) Elberfelder st reifende Bauarbeiter versammelten sich gegen Wittag vor dem Berlagshause derBer­gisch-Märkischen Zeitung" wegen der Deröfsent- sichung einer den Streikenden mißfälligen Notiz in diesem Blatte und verlangten das Erscheinen des .für die Doti^ verantwortlichen Lokalredak- teurs. Dieser erklärte sich bereit, mit einer Ab-

abschieden, sagen wir nicht adjes, sondern Frieden über dir."

Das wird was Schönes sein. Wo liegt es denn?" fragte Trina.

In der Rue Woiwoda. Die gibt es nicht? Ihr habt ja alle keine Ahnung vom Leben, und Sie täten auch gescheiter, statt Strümpfe zu stopfen, in die Rheinanlagen zu gehen und dort wertvolle Bekanntschaften anzuknüpfen." Aber daran hatte Trina nun malkeinen Spaß". Don den Rheinanlagen hatte sie die Rase doll, denn dort hatte sie ja jenen Herrenschneider kennen gelernt, mit dem sie so hereingefallen war. Der mutzte auch immer in diesen miserablen Cafös herumfiyen, dasfalsche Luder".

Dun, dann kann ich Ihnm auch nicht helfen," sagte der Lümmel. Er hatte einen tatenreichen Tag hinter sich, hatte Tante Betty, die alles von Berlin kommen ließ, ihre Kiste in der Mainzer- Straße ausgetragen, was er sich gut bezahlen ließ, hatte Lutz einen DriesNixe Hauptpost-- lagernd" abgeholt und der Kolli«,ErnstsSchwie­gerpanther". den Kleiderschrank mit dem Dietrich kunstvoll geöffnet, denn die Rheinauer Schlosser zeichneten sich dadurch aus, daß sie nie kamen, wenn man sie rief. Dann hatte er zwei Kaninchen­felle in der Goldgasfe bei seinem Freund Levy zähe, aber mit Gewinn verhandelt. Sie ent-

ordnung der Streikenden zu verhandeln und even­tuell eine von ihnen gewünschte Darstellung des Falles zu bringen. Damit nicht xufrieöeen, drang eine große Menge Streikender tn das Verlags- tzaus ein und mtßhandelte die Mitglie­der der Redaktion und des Derlags, die sich ihnen entgegenzustellen suchten und zur Der- nunft mahnten. Der Lokalredakteur Fischer wurde unter Mißhandlungen aus dem Hause geschleppt. Der Polizei gelang es erst nach einiger Zeit, die Demonstranten zum Auseinandergehen zu veran­lassen.

Die Besteuerung der Ausländer.

Berlin, 11. Oft. (Priv.-Teg.) Dach einer Meldung desLok.-Anz- aus Halle hat die thüringische Regierung die Erhebung von b e t r ä ch tlichen Steuern für Aus­länder, die sich in Thüringen auf halten, be­schlossen. Ein Aufenthalt von mehr als drei Tagen kostet einen Amerikaner 24 Dollar, bis einen Monat 410 Dollar, bis 6 Monaten 20 bis 30 Dollar, über 6 Monate 3060 Dollar. Angehörige anderer Länder, deren Daluta un­günstiger ist. zahlen entsprechend niedrigere Ge­bühren.

Der süddeutsche Senat beim Staatsgerichtshof.

Das Notgeld als vollgültiges Zahlungsmittel.

Der Neichsfinanzministerhatlaut Dvss. Ztg." zur Milderung der Zahlungs­mittelnot verfugt, daß die Regierungs­haupt k a s s e n und deren Sonoerkassen auch das von den Städten und größeren Werken ausgegebene Notgeld als voll-

zwischen den Buden auf und ab und bewarf sich mit Konfetti, das Weihnachtsfest brachte festliche Dorbereitungen und Familiendiners. Fastnacht Bälle und Maskeraden, und dem Ofterf-'ft folgte der rheinische Sommer mit seinen warmen, milden. Hellen Dächten, den Ausflügen in den Taunus' und Kollin spendierte Wagenfahrten. Es roar immer etwaslos".

Dur Liane blieb lieber lesend auf dem Diwan liegen Man kann den Menschen ja nicht zum Vergnügen zwingen.

An den Opernabenden, sobald sich die Haus­türe hinter ihrer Mutter geschlossen hatte, ver- schivand auch Liane: sie nahm einen Wagen am Dahnhof und ließ sich durch die Kurhausallee zu ihrer Freundin fahren, und der Lümmel benutzte die Gelegenheit, das Cafe Alcazar zu besuchen in dessen türkischen Gemächern Dauchtänzerinnen ihre Künste Preisgaben. Er hatte den Manager aus der Diersteiner Kirmeß kennen gelernt. Er betrieb die Beschleunigung des Abendessens, be­gab sich in Hut und Mantel selbst in die Speise­kammer und holte einen Laib Brot, eine Wurst und die Butterdose.Dringen Sie wat Bier Trina, ich habe Eile, wichtige Geschäfte rufen mich."

.Ach ja, würden Sie lieber Ihre Aufgaben machen." sagte Trina, die bei der einsamen Lampe im Badezimmer sah und Sttümpfe stopfte.Was haben Sie denn davon?"

Davon verstehen Sie nichts. Trina. Ich sehe dort dieschwitzende Säule",das kalte Fenster" und andere Dinge, derentwegen der alte Erker erst nach dem Orient gondeln h' -<-r. .

Tüt in aus dem Tfchibuk, r.n

** Amtliche Personalnachrich- t c n. Ernannt wurden am 3. Oktober: der Architekt Christian Le ich um, der Architekt Ernst Schuchardt, der Ingenieur Georg Schuchmann, der Kunstgewerbler Willy Woelke zu Gießen zu Fachlehrern an der Fortbildungsschule zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 ab.

** Die Einreichung der Wahlvor­schläge für die Stadtverordneten­wahlen betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeist ers in unserem heutigen Anzei­genteil. Wir machen hiermll auf die Veröffent­lichung besonders aufmerksam.

** Die Gebühren der Dauschäher in BrandversicherungSangelegen- heiten. Das Ministerium des Innern hat be­stimmt, daß mit Wirkung vom 1. September 1922 an bis auf weiteres den Bezügen der Dau- schäher in Drandversicherungsangelegenhellen eine erhöhte Taggebühr einschließlich Teuerungszu­schlag von 500 Wk. bei mindestens achtstündiger Arbeit und bei Arbeit von geringerer Dauer die Hälfte dieser Gebühr zugrunde gelegt wird.

** Umtausch von Dordrucken mit Wert stempel und nachgeklebten Ger­maniamarken. Durch Verfügung ist nach­gegeben worden, daß in den Händen der De- Völlerung befindliche Postkarten, Kartenbriefe. Briefumschläge und Streifbänder mit einge­prägtem Germania-Wert stempel auf» gebraucht werden dürfen, während die Ger­maniamarken mit Ablauf des 31. Oktober ihre Gültigkeit verlieren. Es hat sich herausgestellt, daß Einzelpersonen und Firmen noch im Besitze von Postkarten, Kartenbriefen. Postanweisungen. Briefumschlägen uyd Streif­bändern mit emgeprägtem Wertstempel und nach- geklebten Germaniamarken sind, die sie bis Ab­lauf des Oktobers nicht aufbrauchen können, ihn auf alle Fälle bie Germaniamarken mit Ende Oktober aus dem Verkehr zu 6ringen, wird der Bevölkerung gestattet, diese Vordrucke mit nach- geflehten Germaniamarken bis Ende Oktober gegen andere Postwertzeichen im Betrag des Wertstempels und der nachg^klebten Germania­marken am Po st schal ter umzutauschen. Soweit aus dem Aufdruck der Vordrucke zu er­sehen ist, daß ihr Käufer Papierzuschlag bezahlt hat, ist dieser mitzuvergüten. Aber auch in sol­chen Fällen, in denen Vordrucke ohne einen auf Papierpreiszuschlag hinweisenden Aufdruck zum Ämtausch vorgelegt werden, kann der Zuschlag an Marken auf Antrag vergütet werden, wenn der Antragsteller erflärt, beim Ankauf den Pa­pierpreiszuschlag bezahlt zu haben.

** Die leere Postkarte 60 Pf g. Die Preise für Vordrucke des Post-, Postscheck- und Telegraphenverkehrs sind soeben erhöht worden. Da sie vom 1. Oktober an gelten sollen, so ist nicht recht ernzusehen, was mit den an den drei ersten Tagen des Monats verkauften Vordrucken ge­schehen soll. 60 Pfg. kostet jetzt eine Postkarte ohne Marke, eine Paketkarte, Postanweisung, Post- auftrag zur Annahmeeinholung und eine Zahl­karte. 1,20 Mk. kostet eine Doppellaute, also ein Postauftrag zur Geldeinziehüng, zum Postprotest und für Nachnahmen. Der Preis einer Zustel­lungsurkunde beträgt 1 Mk., der für einen Post­kreditbrief 30 Mk., während bei bem Posteinliefe- rungsbuch das Blatt jetzt mit 50 Pfg. berechnet wird. 3m Postscheclverkehr kommen Doppelkarten ebenfalls auf 1,20 Mk., 100 Stück Lastschriftzettel über Einlieferungsbescheinigungen 30 Mk., 50 Gut­schriftzettel für bieAngestelltenversichcrung 15Mk.. ein Scheckheft mit 50 Blättern, 1OOZahlungsanwei­sungen und ehr äleberweisungsheft mit 50 Blättern

Staatsgerichtshofe des Deutschen Reiches zusammengekvmmen. Man war sich einig in dem Wunsche, daß demnächst eine ge­meinschaftliche Besprechung der Iustizminister Württembergs. Bayerns, Badens und Hessens mit dem Reichsjustizminister stattfinden solle.

sowie 100 ErsatzüberweiI ungen je 70 Mk Jeder Scheckbriefumschlag stellt sich auf 1 Mk. Das Ziele» graurm-Auigabeheft mit 100 Stück kostet 85 Mk.. das für gestundete Telegramme und für die Börse mit 50 Stück je 70 Mk.

25ornat»zen.

Tageskalender für Donners» tag. Astvria-Lichtspiele, ab heute:ImKampfe gegen llcbermadjt undDer maskierte Reiter", 3. und 4. Teil. Palast-Lichtspiele:Der Rat der Sünde" undTippelaule im Panoptikum".

Eine öffentliche Mieterver­sammlung findet am Freitag, den 13. Oktober, tm Kath. Vereinshaus statt. Näheres ist im heu­tigen Anzeigenteil enthalten.

Der Deutsche ©eeöerein, Orts­gruppe Gießen, hält morgen nachmittag 5*/z injr imAugustiner" eine Hauptversammlung ab. (Siehe Anzeige.)

Der Radclub Germania-Gie­ßen feiert am Samstag, 14. Oktober, in der Turnhalle am Oswaldsgarten sein alljährliches Winterfest verbunden mit Radreigen und Kunstfahren aller Art. Das bekannte Kunstfahr- Quartett des Rabfahrvereins Wetzlar hat seine Mitwirkung zugesagt. Alles Nähere besagen die Anzeigen.

Wettervoraussage

für Freitag:

Meist Heller. Debelbildung, trocken. Tempera» tuten unverändert.

Der Luftdruck ist allgemein gestiegen. Ein Teilhoch liegt über Süddeutschland.

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden, 9. Olt. Gestern abend fand im SaaleZur Deutschen Eiche" ein Kon» z e r t. ausgeführt vom Gernhardtschen Zither» und Mandolinen-Chor Gie­ßen. unter Mitwirkung des Gesangvereins Arion" dahier, sowie der Konzertsängerin Fräulein Pfaff aus Gießen statt, welches recht gut besucht war. Musikstücke, Einzelgesänge und Mannerchöre wechselten einander ab. Der Zither- und Mandolinen-Chor, unter der trefflichen Lei­tung seines Dirigenten Gernhardt, bot recht Schönes. Fräulein Pfaff erntete durch ihre schöne, klare und geschulte (Stimme reichen Bei­fall und mußte sich zu Einlagen verstehen. Der GesangvereinArion", unter der Leitung seines langjährigen Dirigenten D i k 0 l e i, trug fünf Chöre vor, die recht gut zu Gehör gebracht Und durch reichen Beifall belohnt wurden. Sämttiche Mitwirkende setzten alles daran, Vorzügliches zu leisten, und die Erwartungen der Zuhörer wurden vollauf befriedigt.

Klein-Linden, 10. Oft. Die Deutsch» Amerikanerin Margarethe Vinel aus Neu- York, welche mehrere Wochen bei ihren hiesigen Verwandten zu Besuch weilte, hatte dem Ge­sangvereinEintracht" wiederholt ihre Anterstühung zuteil werden lassen. Als sie dieser Tage von der allen Heimat Abschied nahm, brachte ihr der Gesangverein ein Ständchen dar unb überreichte ihr, der Freundin des deut­schen Liedes, eine Ehrentafel mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des Vereins.

* Alten-Duseck, 10. Oft Nächsten Sonntag veranstaltet der hiesige Obstbauver­ein zum Zwecke der Hebung des heimischen Obstbaues eine Ausstellung örtlicher Obstsorten. Am Abend vorher hält Gar­tenbauinspektor Neutsch- Friedberg einen Vortrag über Obstbau.

* Queckbvrn, 9. Oft. Dieser Tage erwarb die Gemeinde das mitten im Dorfe gelegene Albertsche Anwesen für die Summe von 400 000 Mk. Die Gemeinde will darin das Fasel- Vieh unterbringen und für eigene Rechnung ver­pflegen lassen. Am 11. November geht außer­dem das vor drei Jahren erworbene A n w e s e n des Georg Herzberger in den Besitz der Gemeinde über.

Kreis Schotten.

Laubach. 9. Oft Der Architekt Otto Schmidt von hier hat bei de Haltestelle Lauba cher Wald" (Bahnstrecke Hungen- Mücke") zwischen Laubach und Freienseen, an der Kreisst r. GonterskirchenFreienseen, ein Säge­werk nebst einer Bauhütte errichtet. Außer­dem beabsichtigt er, an dieser Stelle ein Wohn­haus nebst Stallung zu errichten. Die Industrieanlage hat sich sehr gedeihlich entwickelt. Die hiesigeKonzert - und Vortrags- Vereinigung" hatte seit Beginn des Welt­krieges ihre Deranstattungen, die sehr viel An­klang gefunden hatten, eingestellt Jetzt hat man beschlossen, im kommenden Winter wieder eine Reihe von Konzerten und Vorträgen zu ver­anstalten. Als Lokal für die Veranstaltungen hat der Graf zu Solms-Laubach den großen Saal im

Die Herweghs.

Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill

13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Als Frau von Herweghs erstes Stubenmäd­chen tn OJlrotoo sie fragte, wie man Betten mache, hatte Frau von Herwegh erwidert,das weih ich nicht, ich war noch nie Stubenmädchen".

Diese neue Mama war einfach köstlich ilnb so lustig und urgemütlich was es bei ihr.

Die Theaterabende hatte man so eingerichtet, daß die Generalin, die phantastische Zauberrnär- chen bevorzugte, inOberon" in neuer Ausstat­tung oberDie Königin von Saba" mit Frau von Herwegh ging, währenb zu den Schauspielen sich Fräulein Schmidt Liane anschloh, die Opern wie Lohengrin unb derartige Maskeraden" verab scheute.

Da zu diesen Abonnementsabenben nun auch diejenigen der Kollins dazukamen, so war einem weitgehenden Theaterbedürfnis Rechnung getra­gen, und wer die Telephongespräche, die zwischen den Familien Herwegh. Kollin und General Lud- wig«s hin unb her gingen, belauscht haben würde, hätte geglaubt, daß sich das Leben in der Mainzer Straße hauptsächlich um Vorstellungen im Opern- und Schauspielhause drehte. Im Som­mer kam das Residenztheater mit neuen Operetten dazwischen Zirkusse unb Kurgarteilseste mit Feuerwerk und doppeltem Orchester, oder Rhein­fahrten mit demFceßschisf", im November der AndreaSmarkt mit Lachkabinetten und Schieße hüben, Karussells und frischgebackenen Wissel n, die herrlich im Freien schmeckten. Mnn ic.Tiix-rie

1 Halen die Ziffern ber Nummer einen anderen I Schnitt als bei der ersten Serie.

Der Fünftausender.

In der nächsten Zeit werden Reichsbanknoten zu 5000 Mk. in den Verkehr gebracht werden. Sie sind 130 x 90 Millimeter groß. Das Papier, auf das sie gedruckt sind, ist gelblich unb hat ein Helles Wasserzeichm Die Vorderselle zeigt links einen etwa 23 Millimeter breiter Streifen, an dessen oberem unb unterem Ende je ein Reichs­adler in blauci Farbe mit blauschraffierter Um­randung auf graugelbem Hintergründe gedruckt ist. An diesen Streifen schließt sich nach rechts das Hauptbild an. Es ruht auf einem 10 Zenti­meter breiten, in geCbgrauer Farbe gehaltenen guillochierten Hintergründe, ber die Note zum oberen und unteren Rande hin völlig bedeckt, während an der rechten Schmalseite ein etwa 7 Millimeter breiter unbedruckter Streifen ver­bleibt. Die Rückseite hat links einen etwa 7 Milli­meter breiten, unbedruckten Rand. An diesen schließt sich der guillochierte Hintergrund, in seiner Ausdehnung mit dem der Vorderseite sich deckend, an. Er besteht aus einem zwievelförmigen, sich gleichmäßig wiederholenden Muster in blaugrauer Farbe. In seinem unteren Teil tritt die hell- geranbete Zahl5000 hervor.

ber RückvorgütungSibasse aus den Sähen über Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Notlage der Presse. 4. Scharfe Uebertoadjung der Ausfuhr »vn Zellstoff und Druckpapier. 5. Aushebuna des Einfuhrzolles für Zellstoff."

Di«. »Hamburger Nachrichten" für Düsseldorf und Duisburg verboten.

, &adB. T." meldet, sind dieHam­burger Nachrichten von der belgischen Militär-- behorde für Düsseldorf und Duisburg für immer verboten worden.

Die Einweihung eine« Nordosthafens in Kiel.

Kiel, 11. Oft (WTD.) Heute mittag er­folgte im Beisein der Vertreter des Mini­steriums, des Onner» und Handelsministeri­ums sowie zahlreicher geladener Gäste die Einweihung des im Nordostseekanal gelegenen Nordhafens der Stadt Kiel, sowie des aus dem dortigen Hafengelände errichteten Getreidesilos. Nach Ansprachen über die Be­deutung des Hafens für die Stadt Kiel in sei­ner Umstellung auf einen Handelshafen und über die Entwickelung seines Baues wurde ein Nundgang unternommen.

EtrelkauSschreitungen in Elberfeld.

Ernsts Praxis hatte sich allmähllch ausge« baut

Es gab in dieser Stabt eine Menge wohl­habender Witwen, die sich das Jahr hindurch meist auf Reisen befanden unb nur heimzukehren schienen, um bie Maifestspiele mitzumachen.

Diese hatten ihren Weg zu Herweghs Bureau gefunden. Es gab keinen liebenswürdigeren Be­rater wie Herwegh. Er war so recht das Gegen­stück zu bem groben Husti-rat Ehrlich, ber einen nie ausreden ließ, ilnb er legte einem bas Geld außerdem besser an wie irgendein Bankier. Man bekam fünf bis sechs Prozent bei Herwegh. Er hatte immer Hypotheken auf Goldenbergsche Häu­ser zu vergeben, denn diesem fiel es nicht ein, sein Geld auf Häusern rosten zu lassen. Häuser in ber Kochbrunnenstraße waren Gold wert unb bie Witwen scheuten auch vor einer dritten Hypo­thek nicht zurück, wenn ihnen Herwegh dazu riet

So war eines Tages Frau Adelheid Rumpf, bie Cellotante, in Herweghs Bureau erschienen Reich geizig, gichtig, m helle Mäntel gepreßt auf dem Kopf einen turbanartigen Kopfputz, der jnii Federn ober Reihern geschmückt war einen steifen, feisten Mops an ber Leine führend, begegnete man ihr überall, auf der Promenade, in ben Caf4s, im Kurgarten unb Theater. Sie kam in einer diskreten Angelegenheit.

(Fortsetzung folgt.) /

gültiges Zahlungsmitte l annehmen müssen.

Verlängerung der Hcrbftferreu wegen Einbringung der Ernte.

Das Landesamt für da- Bildungswesen ver­öffentlicht folgenden Erlaß an die Ortsschulvor­stände, die Kreisschulämter unb bie Direktionen ber höheren Schulen:

Infolge des schlechten Wetters ist es vielfach schwierig, die Ernte rechtzeitig ein ^u = bringen. Wir ermächtigen daher die Schul­vorstände, die H e r b st f e r i e n um eine Woche zu verlängern. Um eine Schädigung des Unterrichts zu vermeiden, sind jedoch je drei Tage an ben Weihnachts- und den Osterferien zu kürzen. Die Schulvorstände haben ihre Be­schlüsse auf Verlängerung ber Ferien alsbald bem Kreisschulamt mitzuteilen. Die Direktionen der höheren Schulen unb bie Leiter der höheren Bürgerschulen sind ermächtigt, bie gleiche Ab- änberung der Ferienorbnung anzuordnen, wenn sie an der Volksschule des betreffenden Ortes vorgenommen wirb.

Die Gebühren für die Kreis- Baubesichtigung.

Das Kreisamt bringt im neuesten Amtsver­kündigungsblatt eine Kreissahungzur öffent­lichen Kenntnis, in ber die Gebührensätze für bie Dauaufsicht burch die Ober- Bausekretäre geregelt werben. Danach ha­ben bie Bauherren für die baupolizeiliche Tätig­keit der vom Kreis bestellten Techniker an bie Kreiskasse zu zahlen:

Für Besichtigung eines Wohngebäudes, eines Neubaues ober einer Hauptveränderung mit allen Feuerungsanlagen: 1 Mark für jedes angefangene 1000 Mark Dau wert, jedoch mindestens 25 Mark.

Für Besichtigung eines Neubaues ober einer Hauptveränderung ohne Feuerungsanlage, sowie anberer genehmigungspflichtiger Bauten jeder Art: 1 Mark für jedes angefangene 1000 Mark Bauwert, jedoch mindestens 20 Mark.

Für bie ilntersuchung ober Besichtigung einer neu errichteten ober wesentlich veränberten Feue­rungsanlage 25 Mark, für jede weitere in bem- fetben Gebäude gleichzeitig besichtigte Feuerungs- anlage je 10 Mk.

Für Absteckung einer Baufluchtlinie sowie für jede weitere für notwendig gehaltene Besichti­gung eines Bauwesens vor unb nach der Rohbau- abnahrne, mdbefonbere für jede Nachbesichtigung, bie zur Feststellung erforderlich wird, ob früher Vorgefundene Umstände beseitigt sind, in allen Fällen ohne ilnterschieb des Dauwertes 25 Mark. Das Sammeln und die Behandlung der Bucheckern zur Oclgewinnung.

Die Bucheckern sind jetzt soweit heran­gereift, daß bereits allenthalben mit bem Sam­meln dieser wertvollen Oelfrüchte begonnen wirb, unb nun in ben nächsten Wollen diese in unserer fettarmen Zell doppelt willkommene Gabe ber Natur eingebrächt werden kann. Fünf Pfund Bucheln geben gut einen Schoppen vortreffliches Speiseöl, bas bekannttich zur Zell einen Wert von über 200 Mark hat. Es gilt nun, in den nächsten Wochen die Bucheln möglichst reichlich in guter Beschaffenheit einzubringen, wozu ja bieses Jahr bie Wälder ohne Beschränkung ge­öffnet sind, vorausgesetzt, bah bie Anorbnungen der Fvrstbehörden beobachtet werden. Das Sam­meln kann durch Auslesen mit der Hand ober durch Zusammenkehren ber abgefallenen Bucheln erfolgen. Das Auslesen ist zwar mühsam, liefert aber bie reinsten Bucheln unb erspart die spätere Reinigung. Das Sammeln sollte möglichst an trockenen Tagen unb auch an biefen erst erfolgen, wenn ber Tau abgetrocknet ist. Zu Hause müssen alsbann bie kostbaren Früchte gut getrocknet werden. Die ijad> dem Schlagen in der Oelmühle zurückbleibenden Oelluchen liefern gutes Schweinefutter. Selbst bie Hühner fressen diese immer noch fettreichen ilebcrbleibfel mit Vorliebe.

Neue Reichsbanknoten.

Eine neue Sorte Tausender.

Von der Reichsbanknote zu 1000 Mk. mit bem Datum vom 15. September 1922 wirb demnächst eine 2 Serie ausgegeben werden.

Sie unterscheid sich von der bisher aus- gegebenen Serie durch folgende Merkmale:

Sie ist auf gelblichem Papier mit hellem Wasserzeichen gedruckt. Das Wasserzeichen besteht aus sphärischen Dreiecken, welche die ganze Note in regelmäßiger Anordnung durchziehen unb da­durch gekennzeichnet sind, daß senkrecht zum kür­zesten Schenkel jedes Dreiecks eine kurze Linie in die Fläche des Dreiecks hineinragt.

Infolge der' geblichen Tönung des Papiers ergeben bie Farben, in denen bie Note gedruckt ist, eine etwas andere, und zwar lebhaftere Wirkung

Die Nummer in ber linken oberen Ecke ber Vorderseite ist in roter Farbe gedruckt; auch