Montag, |2. Juni 1922
172. Zahrgang
Frankreichs Hatzpolitik am Pranger
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Dte Direktion ist gewarnt." — Der Arbeiter- auSschuh und die Vertreter der Organisationen haben zunächst auch das Oberbergamt der Saargruben auf diese Vorgänge aufmerksam gemacht. Hofffentlich gelingt es, eine Verstau kigung zu erzielen.
Das Handinhandarbeiten de
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Die Schikanepolitik der Saarregierung.
Kaiserslautern, 11. Juni. Die Mißstände innerhalb des Lohn- und ArbeitS- ' Verhältnisses der Grube Frankenhvlz, die ehedem Eigentum des bayerischen Staates war, । sind in den letzten Wochen derart stark geworden, daß sich jetzt zwei eigens einberusene VelegschaftSversammlungen mit der geschaffenen Situation beschäftigen mußten. Vollzählig waren die Bergarbeiter in den Versammliur- gen erschienen. Die von den VelegschaftSmit- gl totem vorgetragenen Beschwerden und Miß-
Der Polenterror in Oberschlefien.
Radzion kau, 10. Juni (WTD.) In der vergangenen Bucht tourte die auf ter @rute Rationierte Wache mehrfach beschossen. Dor« gestern ermittelte die Kriminalpolizei drei Der- Lachtige und beschlagnahmte ein Gewehr. Don einer Der Haftung muhte abgesehen toerden, weil 2-ie Beamten von einer 20köpfigen Bande bedroht wurden. Verschiedene deutschgesinnte Kaufleute Lnd Angestellte in Radzionkau erhielten Drohbriefe und Len Befehl, den Ort sofort zu ver- laffen. Sie flüchteten nach Deutben.
B e u t h e n, 10. Juni. (WLD.) Gestern abend 9V3 Uhr tourte eine Zivilperson, wie sich später herausstellte, ein italienischer Offizier, von einer französischen Patrouille grundlos belästigt. Als mehrere Zivilisten siir ihn Partei nahmen, führten die Franzosen den Italiener ab. Kurz daraus wurden Zivilpersonen von der gleichen Patrouille auf ter Dar- notoitzer Straße belästigt. Die Patrouille, die sich anscheinend bedrängt fühlle, floh in ein Haus uni> schoß aus einem Fenster auf die ver- sammelle Wenge. Der völlig unbeteiligte Friseur Koh aus Bismarckhütte wurde durch einen Hals fhuß getötet. Ein Angriff auf die französische Patrouille erfolgte weder in ter Bahnhofstraße
Saarregierung mit der französischen .Bergverwaltung zum Erwerb von Grundstücken für den französischen Staat ergibt sich aus folgender Tatsache: 3n ter »origen Woche weilte eine Kommission her Bergverwaltung in Begleitung eines Vertreters ter Regierungskommission in Saarlouis, um wegen tes Ankaufs der Trainkaserne zu »erhanteln. Als die Stadwerwaltung darau aufmerksam machte, daß sie wegen des schlechten Angebotes die Kaserne nicht verkaufen volle, wurde ihr die Antwort zuteil, daß eine piche Haltung politischen Gründen zugcschrie- fen werten müsse. Cs wurde auch davon gesprochen, daß die Regierung die Genehmigung zur Vermietung der Kaserne nicht erteilen verte und sie ter Stadt auch in anderer Weise Schwierigkeiten machen könne.
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näheren Stadtumgebung zu starten anhaltenden Gewehr- und Revolverschießereien. Auch das (Jetnatter von Maschinengewehren und die Detonationen explodierender Handgranaten waren deutlich vernehmbar. Gegen Morgen trat Ruhe ein. Wie verlautet, war das Feuer gegen unlautere Elemente gerichtet, die in die Stadt eindringen wvlllen.
Beut he n, 11. Juni. (WTD.) Auf Der- anlaffung der Interalliierten Kommission tourte mit dem heutigen 'Tage über den Landkreis und den Stadtkreis Ratibor ter Belagerung s- z u st a n d verhängt.
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3n einer Erklärung, in ter dieser die Verweigerung seiner Unterschrift zu »echtfertigen sucht, heißt es. daß er in Hebcrcinftimmung mit dem Cßcrtxctor Frankreichs in ter Reparationskommis- sion ter Auffassung sei, daß das Anleihe- komitee seine Befugnisse überschritte. wenn es Abänderungen an den Der- vflichtungen tes Deutschen Reiches, wie sie in den Vertrag von Derfailles und dem Londoner Zahlungsplan festgelegt seien, zum Gegenstand einer Prüfung machen würde.
Eine Erklärung Morgans.
Paris, 11. Juni. (WTD.) Morgan hat gester n abend vor seiner Abreise der Presse eine Erklärung abgegeben, in ter er sagte: Als er die Einladung der Reparationskommission zrun Eintritt in den Anleiheausschuß erhallen habe, habe er zstnächst gezögert. Da er aber empfunden habe, daß die Angelegenheit für Europa, und wegen ihrer Handelsbeziehungen mit Europa, auch für die Bereinigten Staaten voir so ungeheuerer Wichtigkeit sei, daß er die Einladung nicht habe ablehnen können, so sei er in rein privater Eigenschaft mit der Hoffnung ttach Paris gekommen, etwas Positives zu erreichen. In der ersten Sitzung des Anleiheausschusses habe er auseinandergesetzt, daß in den Vereinigten StaatenkeinInteressefureinedeut- sche Anleihe an sich vorliege, jedoch erkenne ny.n in den Vereinigten Staaten mehr und mehr, daß die eigene Blüte Amerikas in gewißem Grade von derjenigen der alliierten Länder ab- hänge, d i c ihrerseits wiederum in hohem Grade von der P) i e d e r Herstellung desdeutschenKreditesabhängig seien
Der Beschluß '
des Anleiheausschusses. .
Eine Anleihe gegenwärtig unmöglich.— Regelung des Reparationsproblems erforderlich. — Frankreich verweigert die Unterschrift.
In Paris ist die Entscheidung gefallen, die man nach den letzten Meldungen voraussehen mußte. Der Finanzausschuß hat, ohnezu einem positiven Ergebnis gelangt zu fein, seine Beratungen beendet. Sein nachstehend toietergetencr Bericht zeigt, warum seine Bemühungen scheitern muhten. So vorsichtig er gehalten ist, eines geht aus ihm doch deutlich hervor: ES ist Frankreichs Schuld, trenn sich keine Lösung der deutschen und damit der Weltkrise finden ließ. Der französische Vertreter hat auch seine Unterschrift octtocigeri.
Der Bericht hat folgenden Wortlaut:
Paris, 10. Juni. <WTD.» Der in englischer Sprache abgefaßte Bericht des Anleihekomitees an die Repara ti vnstommis - sion gibt zunächst einen Rückblick auf die Berufung des Komitees, auf feine Ausgabe sowie auf die bekannte Anfrage des Komitees an die Repa- ralionskvmmission über den Umfang ihrer Prüfungsbefugnisse und auf die darauf ergangene Antwort der Mehrheit der Reparations- kvmmission.
Sodann heißt es weiter: Rach Empfang dieser Antwort, welche ergab, daß der Hauptgläubiger Deutschlands nicht wünschte, daß irgendeine Empfehlung erfolgte, die die Möglichkeit neuer Begrenzungen von Deutschlands Verpflichtungen mit sich bringen könnte, beschloß das Komitee, daß es int Augenblick seine ilnterfudjungen mit Ruhen nicht- sortsetzen könnte, und daß es sich deshalb darauf beschränken muffe, eine Antwort auf die ursprünglich an c£ gerichtete, in eingeschränktem Sinne ausgelegte Frage zu erteilen und gleiche zeitig seine Grünte für diese Entscheidung an- zugeben.
Zunächst wünscht Has Komitee eine eigene Stellung so klar zu machen, daß die Möglichkeit eines Mißverständnisses aa'g:sch',oss:n ist. Seine Mitglieder wurden durch einstimmigen Brschliß ter Reparations lommission eingelaten, nach Paris zu kommen, um Ra. über die Bedingungen jj erteilen, unter welchen eine auswärtige Anlette von Deutschland aufgenDiitmeit werten könnte. Zu feinem ^Zeitpunkt Haden sie den gertugsle.i Wunsch gehabt, sich weitere Funktionen ar.zumaßen. Sie haben durchaus voll gewürdigt, daß die Erteilung eines technischen Rates nur einen Faktor des Problems bi'ten nürde, welches von der Reparationskonrmisiion und von den alliierten Regierungen allein gelöst werten null'. Schon bei ihrem 3ufammentreten traten die Bankiers im Komitee einmütig m ihrer Ansicht, ba*" sie bet Auslegung ter für Vie mal gebenden Bestimmung:?! rr einem ein geschränkten Sinne
für eine auswärtige Anleihe feine Aussicht bieten könnten. Einige Mitglieder waren irdoch der Meinung, daß. trenn iie .Kommission oder die Regierungen hinsichtlich de-. lährlichen Zahlungen, welche sie von Deutschland zu fordern beabsichtigten, ein: bestimmtere Feststellung machen tourte, als sic gegcntoäi lig vorhanden ist. bu Aussichten einer derartigen Anleihe günstig erachtet werden tonnten. Hätten kiese Mitglieder eine einmütige Aussonderung erhallen, festza- stellen. welche Begrer.?geng die'er Zahlungen nach ihrer Ansicht eine notwendige Bedingung für ten auswärtigen Kredit fein würde, so wäre sie imstande gewesen, dem zu entsprechen. Derartige Begrenzungen wären irdoch nur als Bedingung einer Anleite empfohlen worden für den Fall, daß eine Anleihe gewünscht würde. Sie wurden lern Urteil über die Beträge mü sich gebracht taten, welche die Kommission erzwingen tonnte oder sollte, falls die Regierungen sich damit begnügen würden, auf jährliche Zahlungen zu warten, ohne diese vorher im Wege der Anleihe zu mobilisieren. Selbst wenn die Kom-
। Mission oder die Regierungen die Ansicht tes Komitees als Vernünftig betrachtet haben will-
. den hätten sie volle Freiheit gehabt, sich dahin ■ schlüssig zu machen, auch toeiter einer Prüfung der : deutschen Leistungsfähigkeit und einer entsprechen- ten Festsetzung ter Zahlungen von Jahr zi Zahl den Vorzug zu geben. Mit anderen Wor- ten: Jede etwa genannte Ziffer hätte notwen-
. digerweifc keine Ansicht Über die voraussicht- : sich größte Leistungsfähigkeit Deutschlands, sondern nur eine Ansicht über die Beträge bärge»
■ stellt welche nachUeberzugungder gelte • gebenden Kreise der Welt, die ihr Ur- > teil all ten ungewöhnlichen Erscheinungni de- - gegenwärtigen £<mc bilden nnrfen.
übersteigen daS Maß des Erträglichen.
Zunächst werden mißliebig gewordene Arbeiter fortwährend abgelegt, um täglich neue anlegen zu können. Die Behandlung der Arbeiter durch die Betriebsingenieure ist nach den gewordenen Mitteilungen nicht mehr länger zu ertragen. Ein Ingenieur (die Ingenieure sind die Franzosen, die an die Stelle der früheren deutschen BergwerkSleiter traten), erklärte: „Ob Recht oder Unrecht — ich habe keine Arbeit mehr für Sie!" Degen angeblicher Minderleistungen werden Arbeiter von dem Betriebsingenieur bestraft, ohne daß eine Prüfung der Verhältnisse vorgenommen wird. „Ich bestimme, wer bestraft und wer abgelegt wird! Sie haben nichts zu sagen. Ich bin der Herr im Sjaufc!“ Das sind die täglichen Redensarten. Die Annahme der nachfolgenden Entschließung zeigt, wie die Dinge gegenwärtig ti Frankenholz liegen: „Die heute in Frankrn- fjolz für die hiesige Grube stattgefundenen Bc- legschaftSversammlungen erklären einstimmig, daß die bisherigen Zustände auf der Grube unhaltbar werden. Die Behandlung von feiten der Beamten und einiger Ingenieure ist uker- tiäglid). Strafen werden verhängt, ohne die Betreffenden gehört zu haben. Die Arbeits- *raft wird tn einem nie gekannten Maße aus- genützt. Rio ist auf der hiesigen Grube der Ar- detter mehr gedrängt worden als zurzeit. Die Belegschaft*erklärt mit bestem Gewissen, daß heute genau wie früher gearbeitet wird. Die Ansicht eines der Ingenieure. Momper, daß er allein über die Verhängung von Strafen, über An- und Ablegungen zu bestimmen hat, atmet einen Geist, der einem gegenseitigen Haß dllen Boden ebnet. Die Belegschaft fordert die Direktion auf, sobald als möglich hier einzugreifen und mit dem Arbeiterausschuh unter Hinzuziehung der Organisattonsvertreter über die strittigen Punkte zu verhandeln.
DaS Maß ist voll.
Morgan führte bann wörtlich die auch im gestrigen Schluhbericht tes Anleiheausschusses ausgestellt <-n beiden Bedingungen für die Beteiligung Amerikas an einer deutschen Anleihe auf:
Einvernehmen unter den Alliierten und Wiederherstellung des deutschen ÄtcMfr'.
Sehr bald habe tn ten Beratungen tes Anleiheausschusses sich eine Differenzzwischcn dem en glischcnunbdem französischen Wortlaut des Auftrages der Reparation^ kommission ergeben. Diese Differenz berührte in- fofein einen entscheidenden Punkt, als die fron-- zöfifche Fassung den Anleiheausschuß unbedingt und cm für allemal hinderte, ein Gutachten über den Zahlungsplan in ter jetzigen Gestatt abzu- g<beu und so jeden praktischen Vorschlag über die Grundlage, worauf die Anleihe für ein eventuell zahlungsfähiges Deutschland ausgebaul weiden könnte, unmöglich machte. Dagegen war der englische Wortlaut einer freieren Auslegung zugänglich. Morgan kam damit auf den bekannten Schriftwechsel zwischen tem Anleihean:-- schuß und der Reparationskommission zu sprechen. In der Zwischenzeit erfolgten in Pans offizielle CvElärungen in dem Sinne, daß ter A.ileiheaus- schuh versuche, den Betrag ter deutschen Repa- lationsverpflichtungen herabzusehen und daß die französische Regierung dies nicht dulden könne. Der Anleiheausschuh habe aber niemals angenommen, und damit sei er (Morgan) persönlich einverstanden gemefen, daß er Vollmachten besäße, von Summen abzugehen, die die deutsche Regierung tatsächlich schulde, er habe wohl gewußt, daß er nur ersucht worden sei, die Reparatllms- Kommission bezüglich der Grundlage der deut- scheu Anleihe zu beraten. Allo die
Kapttalsbeträge der Anleihe seien daher auch nicht erörtert worden. Zur Debatte Hube nm die etwaige Regelung ter Hahivs.zah- hingen gestanden. Diese Iahreszahlungen In. bat ober Waren stellten die einzige Methode bar, mittels deren Deutschland die gerechtfertigten Verpflichtungen erfüllen könne. 3m weiteren Versaufe war Morgan dann zu dem bedauerlichen Schluffe genötigt, daß die deutsche Anleihe untec den obwaltenden Umflänten dem amerikanischen Kapitalmärkte nicht 'angeboten und von diesem »ich» ausgenommen werten tönnte. Morgan erflärte schließlich, er fei jetzt und werde es auch weiterhin fein, bereit, alles in feiner Macht stehende zu tun, um zur Lösing ter Fragen bei- zutragen, denen das Wirtschaftsleben Europas gtgenüberftete, aber er nehme an, daß diese Lösung, insofern sie von einer internationalen deutschen Anleihe unter amerikanischer Beteiligung abhängig fei,
nicht ohne eine allgemeine Regelung der Reparativnsfrage
und nur als ter Bestandteil einer solchen Regelung möglich sei Zweifellos schließe die Regelung dieser Frage die Erledigung zahlreicher unterer Fragen in sich, die zwischen den Regie- langen geklärt werden müßten, damit als erste Vorbedingung die erforderliche Einmütigkeit zustande komme.
(-ine angekündigte Rede Poiueares.
Paris, 12. Juni. (WTB.) Das „E ch o de Paris" kündigt an, daß Ministerpräsident Poincare die nächste Gelegenheit wahrnehmen werde, um aufs neue die französische Reparationspvlitik aüS- einanderzusetzen. Er werde dazu zunächst noch diese Woche die Intorpellation d'es^oziallsten Blum benützen, seine eigentliche große Rede aber erst nach den Lopdoner Besprechungen mit Lloyd George, die in 8 Tagen stattfinden, hallen, was diesen Besprechungen große Bedeutung verleihe. Das Blatt versichert, daß die Politik der französto schen Regierung sich in Pren Grundzügerr immer noch auf den in der Jtobc von Bar-Ie- Duc festgelegten Linien bewege.
PÄ haben-
innerhalb der deutschen Leistungsfähigkeit liegen. Selbst so vorsichtig geschätzte Zahlungen ] würden noch sehr beträchtlich fein. Das Konnte: erkennt an, daß die alliierten Regierung:.! trotz- ■ dem selbst auf die Gefahr hin, die Anleihe 3-1 verlieren, den Wunsch heben lönntca, volle Fiel- , heit zu behollen, die größeren Iahieszahttingen zu fordern, welche Deutschlands wachse ite Leistungsfähigkeit später möglich machen könnten. Die R.gieinngen hätten nicht nur volle Freiheit- gehabt, eine solche Entschließung zu treffen, sondern eine solche Entschließuig wäre auch in feiner Weise mit dem technischen Rot tes Komitees unverträglich gewesen. Rur hätte, wenn dieser Rat erfolgt wäre, cir.c Entschließung im Lichte klar dar gelegter Möglichkellen getroffen werben können.
DaS Schlußergebnis
des Berichtes des Anleiheausschusses wird im Bericht wie folgt zusammengesaßi Wenn tes .Komitee sich gezwungen sah, die Ausfichten einer Anleihe bei ter gegenwärtigen Lage Deutschlands entmutigend zu beurteilen, so wünscht es als Schlußergebnis nicht weniger deutlich seine äleber- zeugung festzustellen, daß. sofern die nötigen Bedingungen für die Belebung des deutschen Kredits verwirklicht werten können, ansehnliche Anleihen auf allen Haupttnärkten ter Welt mit Erfolg flüssig gemacht werden könnten. Rein sinawiielle Bedingungen find jetzt ter Ausgabe solcher Anleihen entschieden günstig, günstiger als zu irgendeiner Zeit seit dem Kriege. Das Komitee wünscht ter Kommission zu versichern, daß es den ernstesten Wunsch hat, alles, was tn seiner Macht liegt, zu tun, um die Aufnahme solcher Anleihen zu fördern, wenn die Bedingungen, auf welche es verwiesen hat, sichergestellt werden können. Es ist sich im Innersten bewußt, welche wettgehende Hilfe für die wirtschaftliche Wiederherstellung der ganzen Welt durch die allmähliche Umwandlung der deutschen Verpflichtungen aus einer Schuld an Regierungen in eine Schuld an private
Kapitalisten
aebvten werden würde, welche sich, wie andere öffentliche Schulden, nicht auf äußere Zwangs- nahmen (Sanctions), sondern auf den allgemeinen Kiedit des Schuldnerlandes gründen würde. Es ist allerdings ter Meinung, daß die Wiederau-- nähme normaler Handelsbeziehungen zwischen ten Ländern und die Stabilisierung der Währung
ohne enbgültige Regelung der Reparationszahlungen und anderer öffentlichen Schulden unmöglich
ist. Wenn daher zu irgendeiner Zeit die .Kommission in ter Lage ist, durch einstimmige Ent schließung die Einladung zu wieterholen^ welche jetzt nur durch Mehrheitsbeschluß erfolgt ist. wird das Komitee sich freuen, wieder zusaminenzutroten und diejehtunterbrochenenVerhand- langen wieder aufzunehmen. Es kann nicht toiffat. ob die alliierten Regierungen in ter Lage fein werten, die nötigen Bedingungen anzunehmen. Aber für diesen Fall wiederholt es. daß es die Hoffnung hat. daß ansehnliche Anleihen ausgenommen werden könnten. Endlich wünscht das Komitee darauf hinzutoeifen. daß in ter Zwilchenzeit und selbst wöhr«rd tes Zeitraums zwifchen einer erneuten Einladung und tem Abschluß ter folgenden Verhandlungen
Deutschlands finanzielle Lage offensichtlich mü ernster Gefahr bedroht
ist. Weitläufige Verhandlungen über eine große und langfristige Anleihe können zu lange währen, wenn ihnen nicht sofortige Hilfe vorhergeht. Aber falls das Problem unter ten angeregten besseren älmftänten und mit wirklicher Aussicht aus eine endgültige Regelung erneut erwogen werden sollte, ist das Komitee ter Ansicht, daß dieHinter- nissc. welche gegenwärtig einer Interimsanleihe entgegenstchen, sich weiter nicht als unüberwindlich ertoeifen werten. Mit wirklicher Hoffnung aut eine endgültige Regelung innerhalb angemessener Frist würde es viel leichter sein, eine kurzfristige Anleihe zustande zu bringen in einem Maße, um Deutschlands Kredit vor dem
■ Zu sammenbrechen während der Dauer , der Verhan dlungen zu bewahren. Das
Komitee braucht kaum hinzuzufügen. daß es unto'- , diesen llmständen fich freuen mürbe, febe in feiner Macht siegende Unterstützung so cohl durch : eine derartig begrenzte Anleihe toi? hinsichtlich । des größeren und bedeutiuigsvolleren Problems zu getoähren.
Paris. 10. Juni. Der Bericht tes Finaoz- ' -TUS schuss es ist von sämtlichen Mitgliedern tes ■ Komitees mit Ausnahme des französischen Delegierten Sergent unterzeichnet.
noch in ter Tarnowiher Straße. — Vorgestern abend ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall zwischen französischen Offizieren und Zivilisten. 3n diesem Falle schossen um 11' .. Uhr abends auf ter Friedrichstraße Ecke Donnersmarckstraße zwei franzöfischc Offiziere auf die Arbeiter Rifsol und Kanncnski. Der eine er- stell einen Gefichisschuß und erlag bald darauf einen Derlchu..gon ter zweite wurde schwer verletzt. Anschließend an diese Vorgänge wurde der bereite über Beuchen verhängte Belage- rungszustand auch über Königshütte erklärt.
Beuthen, 10. Juni. (Wolff.) 3n der vergangenen Rächt kam es frier und besonders in der
SietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
druck und Verlag: vrühl'fche Univ.Guch- und Stctnörudcrei R. Lanze. 5christleitung, Geschästrpelle und druckerei: Zchulstraße 7.


