Vrnck unt> Verlag- Srühl'sche Univ.-Such- und Sfehtörurfcrci R. Lange. Schriftleitung, Seschästrstelle und Druckerei: Schulstratze 7.
nnzuwirken haben.
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ein
deutsche Doll!
Berlin, 11. August 1922.
(gez.) Cbert, Reichspräsident.
London. 10. Aug. (WB.) Die Sachverst S n d i g e n haben wegen der Ausfuhrabgabe und der Abgabe aus den Zolleinnahmen einstimmig erklärt, daß hier ein vorzügliches Pfand für die Alliierten vorliege. Das Erträgnis für das lausende Jahr wurde auf 500 bis 600 Millionen Goldmark bewertet, das sei zweimal oviel als die herabgeminderten Zahlungen, die Deutschland zu leisten hätte, falls es kein Moratorium erhält. Der belgische Sachverständige widersprach dem Plan einer rheinischen Zoll- chranke mit dem Hinweis darauf, daß eine derartige Maßnahme ben Handel aus den Rheinlanden nach Rotterdam, statt nach Belgien leiten würde. Der französische Sachverständige legte dar, falls sich Deutschland einer Nichterfüllung scbuldig mache, könnten die Alliierten, toenn sie die Bergwerke und Forsten kontrollierten, leicht von der Kontrolle zur Enteignung schreiten.
Paris, 10. Aug. Der Berichterstatter des Petit Porisien" erfährt, daß der französischen Abordnung gestern ein Bermittlungsvor- schlag unter Beteiligung Belgiens über» reicht worden sei, der einen Unterschied bei der Anwendung der von Poincare ins Auge gefaßten Pfänder vorsehe. Die Borwegnahme einer 26prozentigen Abgabe auf die deutsche Ausfuhr würde sofort in Anwendung gebracht werden. Jene Pfänder, die den Charakter von Sanktionen trügen, würden erst dann in Kraft treten, wenn Deutschland sich weiter hartnäckig seinen Berpflichtungen entziehe.
hat sich kein Zwischenfall ereignet.
Wien, 10. Aug. Die Industriearbeiter in Neunkirchen haben nach einer T e u e - rungsdemonstration eine Abordnung zur Regierung entsandt. Die Lebensmittel sind in den letzten Tagen um durchschnittlich 50—70 Vroz. gestiegen.
Deutsch-amerikanisches Abkommen.
B e r 1 in, 10. Aug. Der Reichskanzler uni> der amerikanische Botschafter in Berlin, I. B. Houghton, haben heute in der Reichskanzler ein Abkommen zwischen der deutschen und der amerikanischen Regierung über die Errichtung einer gemischten Kommission zur Festsetzung der amerikanischen Schadenersahforde- run g en aus dem Berliner Vertrag vom 25. 8. 1921 unterzeichnet.
Das Abkommen über den deutschen Privatbcsitz in Italien.
Rom, 10. Aug. Der Ministerrat hat das Abkommen vom 25.7. über den Rückkauf des deutschen P r i v a t b e s i tz e s in Italien gutgeheihen. Die Auslieferung des Besitzes 14 deutscher Staatsangehöriger und des deutschen kunsthistorischen Instituts in Florenz wurde genehmigt.
Nr. 187
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stehen, daß man Kenntnis von der 11 n» einigkeit nimmt. Gemäß einer früheren Erklärung würde dann Poinzcarö zweifelsohne seine Absicht ankündigen, seine Handlungsfreiheit zurückzunehmen, nicht um die vvrge- schlagenen Maßnahmen anzuwenden, die für eine gemeinsame Aktion der Alliierten vorausgesetzt sind, sondern um die Pfänder zu nehmen, die Frankreich $ur Sicherstellung seiner Interessen für notwendig hält. Andererseits würde L1 oYdGe - o r g e zweifelsohne darauf antworten, indem er die Folgen dieser Initiative für die Zukunft und für die gemeinsame Aufrechterhaltung des Friedensvertrages von Versailles ankündigt. Man könne aber noch eine zweite Lösung finden. Wie ein Gerücht besagt, soll Lloyd George im Namen der englischen Delegation andere Maßnahmen für die von Poincare geplanten Vorschlägen. Dann könnten also die Ber° Handlungen über diese Gegenvorschläge ausgenommen werden. Wie dem auch sein würde/ man erkläre, daß der heutige Tag der kritisches sein würde, den die französisch^-britische Entöstte seit 6 Monaten gekannt hübe.
Paris, 11. Aug. (WTD.) Havas berichtet aus London: Zweifelsohne wird heute vormittag im Laufe der Zusammenkunft des ftanzo- sischen, englischen und belgischen Ministerpräsidenten eine neue Anstrengung zur Einigkeit erfolgen. Wahrscheinliche wird es sich darum handeln, daß Lloyd George die ersten drei von Poincare ins Auge gefaßten Maßnahmen annimmt, nämlich die 26prvzentige Abgabe von der Ausfuhr, die Beschlagnahme der Zolleinnahmen und die Kontrolle der Bergwerke und Wälder. Auch darf man noch Höften, daß auf dieser Grund-
wird, aber jede Voraussage für die 'heutige zung der Konfereirz würde gewagt sein.
Die Beratungen der Sachverständigen.
Die ernste Lage.
Paris, 11. Aug. (WTD.) Der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" in London beurteilt die Lage in einem heute Nacht einge- trofsenen Telegramm wie folgt: Die Stellung Pvincares ist bekannt. Er verlangt, daß die produktiven Pfänder, die er angegeben hat, sofort wegen des neuen Moratoriums ergriffen werden. Er legt insbesondere die größte Bedeutung auf die Zvllbarriere um das Ru'hrgebiet oder auf die Zollbarriere östlich des Rheinlandes. Die Stellnug, die die englische Delegation einnimmt, und die im englischen Kabinett gebilligt wurde, ist mit dieser These unvereinbar. Die einzigen Maßnahmen, denen man englischerseits zustimmen will sind die Zahlung der 26prozentigen Exportabgabe und die Beschlagnahme der Zolleinnahmen, die an den Garantie- ausfchuh abgeliefert werden sollen. Die Beschlagnahme der Dominial-Wälder, sowie der staatlichen Bergwerke rm Ruhrgebiet soll vollzogen werden, wenn Deutschland nach bewilligtem Mora- troium die Verpflichtung der Sanierung seiner Finanzen nicht erfüllen sollte. Was die innere Zollbarriere anbetrifft, scheint es, daß man englischerseits sie um keinen Preis haben will, He»
Heutiger Stand des Dollars
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Mlrnfterfrtznng in Paris.
Paris, 10. Aug. Unter Vorsitz Mille- rands fand heute vormittag im Elysee eine Ministersihung statt. Nach Beratung über die auswärtige Lage und Kenntnisnahme des Depeschenwechsels mit Poincare hat der Ministerrat in einem Telegramm an den Ministerpräsidenten seine Zustimmung zu seinem Vorgehen in London ausgesprochen.
Soll die Reparationskommission wieder in Aktion treten?
Paris, 10. Aug. (WTD.) Der „New York Herald" veröffentlicht ein Londoner Telegramm, das unter Vorbehalt wiedergegeben wird, in dem es heißt, sowohl in französischen wie auch in italienischen Kreisen glaube man nicht an den von englischer Seite betonten Ernst der Lage. Es verlautet, daß zwischenLloydGeorge undPoin» care eine Verständigung erzielt wurde, in dem Sinne, die gesamte Aufgabe auf dieRepara- tionskommission abzuwälzen und diese zu ersuchen, ein Moratorium zu gewähren. Das Moratorium werde von produktiven Pfändern der Poincareschen Art in abgeänderter Form abhängig gemacht, die die Konferenz heute aut» heißen werd«.
Der Derfassungstag. |
Berlin, 10. Aua. (WTB.) Der Reichs- jpräsident hat zum Jahrestag der Verfassung nachstehende Kundgebung erlassen:
Innsbruck, 10. Aug. Die hiesige — beiterschaft hat in einem Massenumzug schärfste Bekämpfung Verteuerung verlangt. Es
Teilweise Einigung im amerikanischen Gergarbeiterftreik.
Paris, 10. Aug. Nach einer Meldung aus Cleveland haben sich die Dergwerksunter- neljmer von Pennsylvania, Ohio, Indianra und Illinois gestern mit den Führern der Kohlenarbeiter verständigt. Einzelheiten des Abkommens sind noch zu regeln.
Ein britischer Kreuzer gestrandet.
London, 10. Aug. (WTB.) Reuter meldet aus St. Johns (Neufundland): Der britische Kreuzer „Raleigh" ist gestern abend auf der Höhe von Point Amour gestrandet. Die Mannschaft ist an Land gegangen. Das Schift ist wahrscheinlich verloren.
Hinrichtung der Mörder des Marschalls Wilson.
Mainz, 10. Aug. (Havas.) Die beiden Mörder des Marschalls Wilson, Dünn und O'Sullivan, sind heute morgen um 8 Ähr hingerichtet worden.
Generalstreik in Portugal.
Paris, 10. Aug. Einer Havasmeldung aus Madrid zufolge ist in ganz Portugal der Generalstreik ausgerufen. Man befürchtet ernste Unruhen. Die Regierung hat den Belagerungszustand verhängt und zur Wiederherstellung der Ordnung energische Maßnahmen getroffen.
läge eine vermittelnde Lösung gefunden " "" - Sit-
auftragt werden.
Abg. Dr. D ehling er (Dbd.) erstattet Bericht. Die Regierung verweist auf ihre Antwort zur Anfrage Wünzer in gleicher Angelegenheit. Der Ausschuß Beantragt Erledigterklärung.
Äbg. Dingeldeh (D. Bp.) mochte die Frage aufwerfen, ob die beschlossene Schulgeld- chaffung nach der Einkommenshöhe überhaupt rechtsgültig ist. Von juristischer Sette sind diesbezügliche Zweifel entstanden und es ist notwendig, die Frage zu prüfen.
Staatspräsident Älrich: Nach Ansicht der Schulverwaltung ist die Rechtsgültigkeit nicht zu bezweifeln. Doch taucht die Frage immer wieder auf und kann endgültig wohl nur praktisch durch einen Einzelfall, der zur Enftcheidung gebracht wird, festgestellt werden. Die ständige Aufrollung der Finge schaftt aber immer mehr Opponenten!.
Abg. Nuß (Ztr.): Auf die juristische Streitfrage möchte ich nicht eingehen. Mein Antrag hatte den Zweck, das Verfahren der verschiedenen Rektoren zu regeln. Viele sind so verfahren, daß sie die Lehrer beauftragt haben, von den Kindern;u' verlangen, daß sie den Steuerzettel des Vaters beibringen. Das CBer trauen der Ettern in dieWah- rung des Steuergeheimnisses ist dadurch erschüttert Dieses Verfahren war auch nicht beabsichtigte Ich möchte dem Wunsche der Eltern Ausdruck geben, daß alle Sicherhett geschaffen wird, das Steuergeheimnis zu wahren. — Damit schließt die (Debatte. Der Antrag wird für erledigt
Aus dem Reiche.
Allgemeine Rechte ans Tarifverträgen.
Der Deutsche Arbeiterbund, Gesamtverband nationaler Arbeiter-Derufsverbände, bittet uns um Aufnahme folgender Mitteilung :
Der Reichsarbeitsminister hat in einem neueren Bescheide genauere Mittelungen darüber gemacht, ob und in welche'^tz^fange ArZeitnehmer, die einer Ta^ctragspartei nicht angehören, Rechte aus diesem Tarifverträge herleiten können. Sobald i h r A r b eit Sve r t r a g ausdrücklich nur stillschweigend auf Den 3 n h alt des Tarifbeitrages ausgestellt ist, können die Arbeitnehmer derartige tarifliche Ansprüche geltend machen. Aus dem Tarifverträge selbst können sie die tariflichen. Rechte nur genießen, wenn der Tarifvertrag f u ra 11 g e m e i n verbindlich erklärt worden ist, sonst nicht.
Ferner betont der Reichsarbettsrnmister in diesem Bescheid, daß die Betriebsräte in EMllung ihrer gesetzlichen Pflicht die Beschwerden aller Arbeitnehmer, gleichviel, ob sie überhaupt einer Gewerkschaft oder welcher Gewerk-
„Dor drei Sauren hat sich das deutsche Dolk am 11. August seine Verfassung gegeben, das Fundament seiner Zukunft. Diesen Tag wollen w.r trotz oller Rot der Gegenwart mit Freude und Hoffnung begehen, und an ihm wollen wir unsere Liebe zum Vaterlande bekunden. Deutschland soll nicht zugrunde gehen! Das ist unser Schwur, solange wir atmen und arbeiten können. Wir wollen keinen Bürgerkrieg und keine Trennung der Stämme. Wir wollen ein Rech t. Die Verfassung gab Ans nach schweren Kämpfen ein Recht. Wir wollen den Frieden. Recht soll vor Gewalt gehen. Wir wollen Freiheit. Das Recht soll uns die Freiheit bringen. Wir wollen Einigkeit. Das Recht soll uns einig zusammenhalten. So soll die Verfassung uns Einigkeit, Äkecht und Freiheit gewährleisten. Einigkeit And Recht und Freiheit! Dieser Dreiklang aus idem Liede des Dichters gab in den Zeiten innerer Zersplitterung und Unterdrückung der Sehnsucht aller. Deutschen Ausdruck: er soll auch jetzt unseren harten Weg zu einer besseren 'Zukunft begleiten. Sein Lied, gesungen gegen Zwietracht und Willkür, soll nicht Mißbrauch finden im 1 Parteikampf, es soll nicht lKampfgesang derer werden, gegen die es »gerichtet war; es soll auch nicht dienen als Ausdruck nationalistischer Äeberhebung, aber so, wie einst der Dichter, so lieben wir heute Deutschland über Alles! In Erfüllung seiner Sehnsucht soll unter schwarz-rot-goldenen Fahnen der Sang von Einigkeit und Recht und Freiheit 6er festliche Ausdruck unserer vaterländischen Gefühle sein. Auf viele Zähre noch werden für uns alle die Festtage des Staates zugleich Tage gemeinsamer Sorgen sein. Unter den furchtbaren wirtschaftlichen Fvloen der letzten Ereignisse leiden nicht nur unzählige Volksgenossen. Deutsches Wissen und deutsches Können, die Quellen unserer besten Kraft, sind schwer bedroht. Die Reichsregierung hat mir drei Mlllionen Mark für Zwecke der Wissenschaft, Kunst und Handwerk aus den Mitteln zur Verfügung gestellt, die der Reichstag zum Schutze der Republik bewilligt hat. Zur Hebung der Vollsgesundhett durch Spiele im Freien wttd eine weitere Mlllion bereitgestellt. Aus der Geringfügigkeit dieser Summen spricht die Not unseres Landes. Schwere Stürme sind über die junge deutsche Republik in den letzten Wochen dahingegangen. Unsere Einigkeit, unser Recht und unsere Freiheit wurden bedroht. Sie werden noch weiter bedroht sein. Wtt wollen nicht verzagen. In der Not des Tages wollen wir uns freudig der Ideale erinnern, wofür wir leben und wirken. Der feste Glaube an Deutschlands Rettung der Welt soll uns nicht verlassen. Cs lebe die deutsche Republik! Cs lebe das deutsche Vaterland! Cs lebe das
Neue Teuerungsaktion der Gewerkschaften.
Berlin, 10. Aua. Die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften sind heute zu erneuten Besprechungen Über eine in kürzester Frist einzuleitende Teuerungsaktion zusammengetteten.
London, 10. Aug. Reuter zufolge halten es Londoner französische Kreise für wahrscheinlich, daß die Mehrheit der Konferenz beschließen wird, Deutschland trotz der Opposition Frankreichs ein Moratorium zu gewähren.
London, 10. Aug. Theunis setzt fortdauernd seine Vermittlertätigkeit fort und bemüht sich, an der Beseitigung der Schwierigkeiten mitzuwirken.
Ausweisungen aus Elsatz-Lothringen.
Paris, 10. Aug. (WTD.) Der „Temps" veröffentlicht die Antwort Pvincares auf einen Brief, in welchem die elsässischen Abgeordneten Frey, Walter und Müller Beschwerde wegen der Retorsionsmaßnahmen anläßlich der Ausgleichszahlungen führten. Poincare gibt den Abgeordneten die Versicherung, daß die Regierung nur an Einzelausweifungen denke und diese nur unerwünschte Personen betreffe, deren Anwesenheit in Elsaß-Lothringen bedauerliche Zwischenfälle Hervorrufen könnte. Bei den Ausweisungen würden die Behörden vollkommen besorgt sein, die wirtschaftlichen Interessen des Landes nicht zu schädigen.
Teuerungsdemonstrationen in Oesterreich.
London, 10. Aug. (WTB.) „Daily Chro- nicle" schreibt: Der Vorschlag einer alliierten Kontrolle der deutschen staatlichen Bergwerke und Forsten wurde mit drei gegen die Stimmen Belgiens und Frankreichs abgelehnt, die Übrigen Vorschläge mit 4 gegen eine Stimme Man hatte gestern abend nicht den Eindruck, daß
Kompromiß möglich sein werde.
erEIart
Ohne Debatte wird angenommen nach den Ausschußanträgen ein Gesetzentwurf die Handelskammern betreftend. — Die Anfrage des Abg. Widmann, die Ausführungen des Staatsanwalts in dem Derufungsprozeh des Redakteurs der Darmstädter Zeitung vor der Strafkammer betreffend, wird debattelos für erledigt erklärt. Ebenso die Anfrage des Abg. Jo st, Freigabe von Baugelände auf dem Kirchplatz in Herbstein betreffend
Cs folgt Besprechung der Anfrage der Abgg. Dingeldeh u. Gen., die Aufhebung der Mittelschulen betreftend. — Abg. Dinge 1 d e y (D. Vp.) hält diese Aushebung als gegen das Reichsgeseh verstoßend, für ungültigere Antwort der Regierung kann ihn nicht befri^ digen. Die preußische Regierung steht ebenfalls auf dem Standpuntt, daß die Aufhebung der Mittelschulen dem Rechtsstandpunkt nicht entspricht. Wir werden die Weiterentwicklung beachten und behalten uns vor, auf unseren Antrag zurückzukommen. Wir fassen auch die Inanspruchnahme des StaatsgenchtshofE ms Auge.
Staatspräsident Ä 1 r l ch: Die Frage ist strittig sie wird erst entschieden werden durch den Re'ichsschulausschub oder Reichsvat. Wir können nur hoffen, daß der derzeitige Instand nicht lange währt. Wir haben ein Interesse an der baldigen und endgültigen Klärung der Frage. — Damit schließt die Besprechung
Zur Anfrage der Abgg. Ebner und Rink, freireligiöse und konfessionelle Lehrer an den öffentlichen Volksschulen bett., hat die Regierung geantwortet: Ein Bedarf an konfessionslosen Lehrern besteht an den hessischen Volksschulen nicht. Dagegen wurde aus einigen in den letzten Jahren entstandenen freireligiösen Gemeinden in etwa 5—6 Fällen der Antrag auf Anstellung freireligiöser Lehrer an uns gerichttr> Soweit freireligiöse Lehrer zur Verfügung stan- 1 den, wurde dem Wunsch entsprochen. In einigen Fällen war es nicht möglich, den Wunsch zu er-
(Rfrtnnhrilttrt Moratoriums I schaftsrichtung sie angehören, zu unterstützen und IDCIDUljruny eines» auf i^tc Abstellung in gemeinsamer Verhandlung
trotz französischen Einspruchs? | mit den Arbeitgebern hinzuwirken haben.
172. Jahrgang Mtag, 11. August 1922
GietzeimAnMer
General-Anzeiger für Gberhesien
ter diesen Ämständen ist die Lage ernst. Trotz der Vermittlungsversuche der englischen Delegation sind sich der französische und lische Standpunkt bis gestern nicht näher gekommen. Man erblickt jedenfalls nur ztyei Lösungen: Die erste Lösung würde darin be-
Hessischer Landtag.
3 2. Sitzung.
St. Darmstadt, 10. August.
Am Regierungstisch: Staatspräsident Älrich, Finanzminister Henrich, Wirtschafts- minifter Raab, später Minister des Innern v. Brentano.
Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 8.40 Ähr. Es wird in der Erledigung der Tagesordnung fortgefahren.
Die Vorlage, betreffend Abänderung des Ausführungsgesetzes zum Landsteuergesetz wird einstimmig angenommen. — Ebenso die Vorlage, Erwetterung des Physikalischen In- tituts der Technischen Hochschule.
Der Abg. Nuß (Ztr.) beantragt, die Regierung zu ersuchen, die neuerdings yvm Dil- i >ungsministerium erlassene Verfügung über die
Staffelung des Schulgeldes
dahin abzuändern, daß der Nachweis über die Höhe des Einkommens nicht den Direktoren der Schulen durch Vorlage des Steuerzettels bzw. Steuerbescheides für das laufende Jahr, zu erbringen ist, daß vielmehr die örtlich zuständige städtische bzw. staatliche Kasse mit der Prüfung der Höhe des Einkommens von Amtswegen be-


