Ausgabe 
11.2.1922
 
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)( Hirzenhain. 9. Febr. Das hiesige Werk mußte wegen des Eisenbahner- iks und des dadurch bedingten Kohlen-

mangels den Betrieb zu einem großen Teil e i n st e l l e n, so daß mehrere hundert Arbeiter zur Zeit beschäftigungslos sind. Aus demselben Grunde stellte auch das O h m t a l - basaltwerk zwischen Ortenberg und Lißberg seinen Betrieb ein. Sobald wie möglich sollen die Betriebe wieder ausgenommen toerben.

Kreis Wetzlar.

ra. Altenkirchen, 10. Febr. Beim Holzfällen wurde der Schmied H. Hard­ter so unglücklich v e r l e tz t, daß er trotz so­fortiger Ueberführung in die Klinik verstarb. H. war 50 Jahre alt und hinterläßt drei un­versorgte Kinder.

Hesscn-Naffail.

mc. Frankfurt a. M., 9. Febr. Im Kampfe gegen das Verbrechertum hat has Frankfurter Polizeipräsidium

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durch Verordnung

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der letzten Tage, das nur zur Untergrabung der Autorität der Regierung führen muß. ntcht fortzufahren, sondern um^ulehren und sich auf

Grundsätze zu besinnen. die

das deutsche Beamtentum aufgestellt hat.

Reichskanzler Dr. Wirth:

Der Abgeordnete Scholz befindet sich seinen Darlegungen im Irrtum:

gang, die Disziplinierungen der Beamten der allein zulässigen Ressortstelle Instanz auszulcesern,

Einschlägen der Romanik, der Gotik und der späteren Stile sowohl als auch der mystischen katholischer Weltanschauung Rährbooen bot. In daran

glerung unv insbesondere der Reichs­kanzler ist glatt um gefallen. Sie haben gleich nach dem ersten Tage indirekt und direkt mit der streikenden Gewerkschaft verhandelt und dadurch den Reichsverkehrsminister des­avouiert. Der Berliner Gemeindearbeilerstreik i,t dank der festen Haltung des Oberbürgermeisters zusammengebrochen. während der Estenbahner­streik durch Verhandlungen beendet worden ist. Es ist bezeichnend, daß in D a y e r n, wo es noch eine Autorität der Staatsregierung gibt, nicht gestreikt worden ist.

Abg. Dr. Scholz (D. Dp ): Wir vermissen mancherlei in der gestrigen Erklärung des Reichs­kanzlers, aber auch an der gesamten Haltung der Regierung. Die ganze Rede des Reichskanz­lers setzte sich in ihren Worten in Widerspruch zu den Taten des Kanzlers. (Sehe wahr! rechts.) Der Reichskanzler war klug genug, nicht von einem Siege der Regierung zu sprechen. Hätte er es ge­tan, dann würde das Wort auf ihn zugetrvffen haben: Roch ein solcher Sieg und wir smd ver- loren! Auch meine Partei billigt das Gesamtver­halten der Regierung in der Besoldungsfrage kei­neswegs. Wir hätten begrüßt, wenn sie für eine durchgreifende Reform der Deamtengehälter rechtzeitig e.»getreten wäre, wenn sie es nicht ver­säumt hätte, ein gerechtes Existenzminimum fest- zulegen, um darauf die Grundgehälter gerecht auf- zubauen, und schließlich auch die Frage der gleiten­den Gehaltsskala zu beraten. Dies alles ist nicht geschehen. Wenn sie In diesem Sinne rechtzeitig an eine Revision der Gehälter herangetreten wäre, hätte vielleicht dem Lande die schwere Er­schütterung der letzten Tage erspart blei­ben tonnen. Die Verordnung des Reichspräsiden­ten war eine absolute Selbstverständlichkeit. Der Reichskanzler hat von einer Revolte der Beamten gesvroch-'n. In dieser Beziehung spreche ich ihm die Anerkennung meiner Partei aus. Gr Halle auch schon zuvor evflart, daß es mit revol­tierenden Beamten keine Verhandlungsmöglich-- feiten gebe. Wie sehen dagegen die Taten aus! Es haben Verhandlungen beim Reichskanzler selbst stattgefunden, unb zwar mit Vertretern der streikenden Reichsgewerkschast. (Lebhaftes Hört! Hört! rechts.) Dies kann nicht unsere Billi­gung finden. Er hmt auch von schärfster Hand­habung der Verordnung des Reichspräsidenten gesprochen. Was ist gegen diejenigen geschehen. Sie in verbrecherischer Weise zum Streik auf- geheht haben? In der kommunistischenRoten Fahne" erschienen jeden Tag Aufrufe, die nichts anderes waren ald wüstes Streikgehetze. Hat der Herr Reichskanzler daran gedacht, dieRote Fahne" zu verbieten? Es ist em unmöglicher Vor-

eines *?*!

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Das Kabinett wird in keinem Falle einen Be­schluß fassen über dieses oder jenes Disziplinar­verfahren: davon kann keine Rede sein. (Unruhe links.) Ich will auch darauf eingehen, inwieweit ich mich persönlich zu Verhandlungen mit den Beamten bereitgefunden habe. Man kann zwei Phasen unterscheiden: Die Tage bis zum Streikausbruch und einige Tage nach Beginn des Streiks galten den Beratungen der Ressorts. Als der Stteik an Ausdehnung zunahm und in ein politisches Fahrwasser kam. habe ich im Auf­trage des Kabinetts, und zwar seinem ein­stimmigen Beschluß folgend, die Verhandlun­gen mit Öen Dpitzenvrganisationen geführt. Run ist es richtig, daß bei den Verhandlungen mit den Spihenorganisationen am Montag auch ein Vertreter der Reichspostgewerkschaft teilgenommen hat, der sich im ßaufe der Verhandlungen als mit einem besonderen Mandat der A e i ch s g e w e r k- schaft versehen erwiesen bat Ist das ein Un- alüd? (Zurufe links: Rein!) Wollen Sie in einem lojialen Kampf zu einem Frieden kommen, bann müssen Sie, Herr Abgeordneter B e ck e r, zugeben, daß mindestens einer au gegen sein muß. der das Mandat der Streikenden hat! (Unruhe rechts.) Wenn es tatsächlich t-v^gekommen ist. w^e man behauptet, daß Massendisziplinierunaen im großen da und dort vorgekommen sind, so werde ich als Kanzler mit dem Derkehrsminister darüber sprechen, ob die Richtlinien öe3 Kabinetts ein- gehalten worden sind. (Beifall bei der M hrhcit Gelächter aus der äußersten Rechten und Linken ) 3n einer so bitteren Stunde der Rot mußten wir uns ein anderes Ziel sehen als eine Politik der Vergeltung und der Rache. Daß Sie (nach rechts) cme so lebhafte Kritik an dem angeblichen Unter­schied zwischen den Worten und den Taten der Re- giei-ung machen wundert mich: Sie sind ja selber heilfroh, daß Sie aus der Sach: so herausge- kommen sind! (Schallende Heiterkeit und lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit.) Hat man cemeint daß die Reparationsausgaben, wie sie uns erwach- len, daß die Zahlungen an Gold und Sachleistun­gen. daß die unendlichen Mengen von Güter- zunen. die mit Waren beladen über die Grenze gehen, unserem Volke im Innern Erleichterungen S%LfCrx würden?! Wir müssen diese wirt­schaftlichen Erschütterungen ertragen. Die Organi­sation der Technischen Rothilfe muß so gefördert und ausgestaltet werden daß Sie (nach links) niemals mehr Gelegenheit bekommen können, unmöglich zu machen!

(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.)

^2lbg. Di tt mann (Unabh): Die heutige Rede des Reichskanzlers stand in erfveulichem Gegensatz zu seiner gestrigen Scharfmacherrede Der Vorstand der Reichsgewerkschaft der Eisen- babner besteht in seiner Mehrheit aus Dvlksparteilem und Deutschnationalen. DaS Streikrecht ist den Beamten durch die Ver­fassung gewährleistet, denn das Koalitionsrecht ist vom Streikrecht untrennbar. Die Schuld daran daß der Streik nicht schon am ersten Tag bei­gelegt worden ist. trägt nur drr ReichSverkehrs- minlfter. Dieser Mann hat dem deutschen Volk bisher nur ärnhell gebracht. /Lebhafte Zustim-

i mung links.) Er hat im Kriege die ölfpmwmmin

der Ufer. Dr. Waldschmidt erzählte dabei Legenden und Sagen, so daß das Wundersame unsrer rheinischen Vergangenheit als unverlier­bares Stück echtester deutscher Kultur lebendig werden mutzte. -f-

♦♦ Der Hausbesiherverein hielt gestern abend imEinhorn" seine Hauptversamm­lung ab, die sehr zahlreich besucht war. Der Vor­sitzende Launspach begrüßte die'Versammlung. Er betonte, daß die Mieteinnahmen so spärlich seien, daß der Vermieter nicht in der Lage sei, Reparaturen an dem Hause vvrzunehmen. Es sei deshalb nicht zu verwundern, wenn der oberste Mieter in der Mansarde bald mit dem (Regen- schirm zu Bett gehen mute. In Berlin seien 1800 Hausbesitzer almosenbedürftla. 12 000 suchen um Stundung ihrer Haus- und Grundbesihsteuer nach. Die Hausbesitzer befänden sich allerwärtS in großer Rotlage. Es sei auch bekannt, daß Mieter bedeutende Kapitalien besäßen, mit denen sie ein Haus kaufen könnten, sie zögen es aber bet den heutigen Verhältnissen vor, Mieter zu bleiben, da sie so billiger wohnten. Die in den amtlichen Richtlinien in der Presse angeführten Berech- mmgen seien nur als Abschlagszahlungen anut- fepen, man werde im HauSk^'itze-verein ganz ent­schieden dagegen Einspruch erheben, ti\> die- auch In anderen Städten bereits gescheh*!? fei. Für gewerblich vermietete Räume (Läden nnb Ge­schäftsräume) seien überhaupt private )'-herein- kommen zu treffen. Es sind bereits Vo^.chläge gemacht worden, die seitherigen Verträge baldigst au kündigen und Verträge auf Monatsdauer abzu- schließen lieber die Verhandlungen mit dem MieteinigunqSamt äußerte sich ein Redner ziem­lich pessimistisch: bei Zwischenfällen und Streitig­keiten, auch bei vertragswidriger Benutzung der ^nieteten Räume sei eS empfehlenswerter, un»

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Aus 5t<rät und Land.

Gießen, den 11. Febr. 1922.

Wettervoraussage

für Sonntag:

Dunstig, heiter, trocken, nachts Frost, tags gelinder, nach Süden drehende Winde.

Die über den nördlichsten Teilen Europas gelegenen Tiefdruckgebiete haben nach Süden an Ausdehnung zugenommen und wärmere Shift- massen von dem Atlantischen Ozean über Rord- europa heranaeweyt. Infolgedessen sind die Lern- peramren wesentlich gestiegen. Auch von Spanien aus drangt ein Tiefdruckgebiet langsam nord­wärts. Ss wird allmählich wärmeres Wetter eintreten. w

** Wvchenmarktbericht. ®er heu­tige Wochenmarkt war trotz der vorgeschrit­tenen Jahreszeit und der herrschenden kalten Witterung verhältnismäßig gut beschickt; ins­besondere waren Butter und Eier in großer Menge vorhanden, so daß auch heute, wie dies auch auf den letzten Wochenmärkten der Fall war, mit einem Aeberstand bei diesen Gegen­ständen zu rechnen ist. Die Preise sind aller­dings der Zeit entsprechend. Ss kostete das Pfund Wirsing 45 Mk., Weißkraut 44,50 Mark, Schwarzwurzeln 67 Mk.. gelbe Rüben 34 Mk., Unterkohlrabi 1,201,50 Mk., rote Rüben 22,50 Mk., Meerrettich 56 Mk., Zwiebeln 1,502 Mk., Butter 4042 Mk^ Sier, das Stück 44,20 Mk. Die hohen Preise für Gemüse rühren daher, daß dieses fast ausschließlich von Händlern auf den Markt gebracht war, die das Gemüse von Frankfurt usw. beziehen müssen und deshalb infolge der Frachten und sonstigen Spesen den hohen Preis fordern müssen.

* 5>er Rhein, seine Burgen und Dome, lautete das Thema, zu deM die VortragS- bereinigung Dr Waldschm idt (Wiesbaden) gewonnen hatte. Der Redner, ein inniger Verehrer des Rheines und guter Kenner seiner Kunst, hat mit sehr ansprechender Wärme eS verstanden, den Rhein nach seiner geschichtlichen und gleichzeitig künstlerischen Eigenart hervorzuheben. In der Tat ist auch das Rheingebiet, abgesehen von der augenblicklichen Bedeutung, kulturgeschichtlich das merkwürdigste Stück deutscher Erde. Ein großes Sammelbecken für Kelten, Germanen, Römer, Franzosen, hat es von allen jenen Kulturen Wesenstrieb zurückgehalten, die im Wandel der Völker dauerten, allerdings von dem urdeutschen Stamm dort zu einer Blüte ohnegleichen fort- getrieben und so von diesem deutschen Leben ihrer ursprünglichen Fremdheit entkleidet wurden. Sicherlich war daran, daß dort so vieles Un- aermanische mit Kraft umgebildet werden konnte, die frühe Abschließung dos Rheins von den Wald- germanen durch den römischen Limes beteiligt. Es konnte in diesem Menschenschlag früh die nötige Beweglichkeit des Geistes neben der ursprünglichen Kraft des Gemüts sich entwickeln, die später allen

tiscken Mehrheiten zusammengesetzt ist, die also nickt mehr nach dem Veamtenge^oh. sondern nach politischen Gesichtspunk'.en ent ch^bet. (Lebhaftes Sehr richtig! rechts.) Was der Reichskanzler ge­sagt hat. könnte von meinen Freunden mit einem BertrauenLootum gebilligt werden, was er aber getan hat, hat unser schärfstes Mißtrauen ge­weckt. Er wird sich selbst sagen müssen, daß das Vertrauen der Deutschen DvliSpartei zu ihm nicht mehr sehr groß sein kann. Wir richten den ernsten Appell an die Reichsregierung, in dem Verfahren

auch verpflichtet, dafür zu sorgen, daß das An­sehen und die Autorität der Gisenbahnbehörben im Land: und gegenüber dem Personal ge- ,:xchvt bleibt Was würden die pflicht- :v?u gebliebenen Beamten von mir und der anzsn Regierung halten müssen, toenn alle diese -.ergeben, die in den Richtlinien aufgesührt sind, ie mit 'einem Schwamm weggewischt würden.

Zustimmung rechts.) Es handelt sich dabei auch , nr nicht um die Willkür der Derwallung. Es : ird lediglich nach Recht und Gesetz versahren. - >eim Disziplinarverfahren kommt jeder vor seinen r cbentiidyen Richter und er wird im ordentlichen richterlichen Verfahren in zwei Instanzen Ge­legenheit haben, seine Sache zu vertreten. Auch fei kündbaren Beamten ist das

mittelbar ans Amtsgericht zu geben. Architev Breidert erwähnte, daß z. B. ein Quadrat­meter Dachreparatur auf 109 Mr. komme, und daß die Mietpreise lange nicht die Untermaltungdloftea des Hauses deckten. Die Aussprache ging ein­mütig dahin, daß die heutigen Zustände unbedingt einer durchgreifenden Aenderung bedürfen. Be­züglich der amtlichen Richtlinien soll dahin ge­wirkt werden, daß diese mehr die berechtigten Interessen der schwergeschädigten Hausbeiitzer be­rücksichtigen Mehrere Redner sprachen bem Vor­stand, besonders dem Vorsitzenden, den Dank des Vereins für tatkräftige Vertretung der Interessen der Hausbesitzer gegenüber dem Mieteiniguugö- amte und für seine rege Wirksamleit aus. Der Jahresbericht und die Aechnungsablage ergaben ein günstiges Bild über die Entwicklung deS Dererns.

* Vom Republikanischen Lehrer­bund wird uns geschrieben: Die Ortsgruppe Gießen des Republikanischen Lehrerbundes beriet in ihrer ersten Mitgliederversammlung die Satzun­gen und nahm die Dorstandswahl vor, bei der je ein Vorsitzender aus den Kreisen $er Uni­versität, der höheren und der Volksschulen ge­nommen wurde, zu denen jede Dchalci^heit einen Vertreter in den erweiterten Vorstand entsendet. Ein daraufhin beschlos ener Aufruf (siehe heutigen Anzeigenteil) soll die Oeffenttichkeit über die Ziele und Ausgaben des Bundes aufEläicn. Danach erblickt die Ortsgruppe Gießen, auf Lern Boden der Weimarer Verfassung stehend, in der demo­kratischen und sozial gerichteten Republtt die würdigste, ?rigleich für Deutschlands innere und auberc Politik jetzt einzig mögliche Stautsform. Die Ortsgruppe treibt leine Partcipolitik; in ihren Reihen wird jeder willkommen sein, der sich rück­haltlos zur deutschen Republik bekennt.

DaS 2 5. Geschäftsjubiläum be­ging gestern die Firma W. Kilbinger. Lölvendrvgerie, SelterSlveg 79a.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag. Kaufm. Vereinshaus, 8 ilfcr: Mitgliederversamm­lung des Obst- und Gartenbauvereins. Astoria--- Lichtspiele, heute und morgen: »Die Macht des Blutes", 1. Teil:5>er Tod in Venedig" und 2. Teil:3n der Schlinge des Indiers".

Tagcska lender für Sonntag. Stadttheater, 3y2 4lhr: »DaS DreimaderlhauS , 7 älhr: .Wilhelm Tell".

Aus dem Stadttheaterburean, Für die Reueinstudierung des ^W i l h e I m Tell", deren erste Aufführung morgen Sonntag­abend stattfindet, hat Direktor Steingoetter eint Einrichtung getroffen, die außerordentlich raschen Szenenwechsel emröglicht und dabei noch wirk­samere Bühnenbilder als früher bringen wird Di- Spieldauer wird etwa 2Vr Stunden betragen. Der Zuschauerraum bleibt während der meisten Verwandlungen verdunkelt und wird nur in den Pausen nach dem 5. und 8. Bild erhellt. Zum Tanzabend von Frl. Erika Horneffer, der am Montag, 20. Februar, abends 8 Ahr, im Stadttheater stattfindet, sei bemerkt, daß die Dame noch in diesem Frühjahr vor der künstlerischen Oeffenttichkeit in München ihren Tanzstil vpr- führen wird. Im Gegensatz zu der modernen Rich­tung, die den Tanz zur schauspielerischen Mimik und Theatralik umgewandät hat, beabsichtigt sie den Tanz in seiner ursprünglichen Bedeutung als fließende und melodische Bewegung wieder zur Geltung zu bringen.

D ie Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde beranftaitet am Mittwochabend 8V- 11 br Im Großen Hörsaale der ülniversttät einen Lichtbildervortrag. Prof. Dr. Ludwig Sur« tiuS (Heidelberg) spricht über »älrsprung and Werden der Plastik".

D i e Deuts ch e Demokratische Partei hält am Dienstag, abends 8V» ^lhr, im HotelGroßHerzog" ihre Hauptversammlung ab.

DerWartburg-Derein veranstaltet am Donnerstag kommender Woche einen Familien­abend, auf dem ein früheres Mitglied des Ver­eins. Missionar Schäfer (gebürtig aus Anne­rod) einen Vortrag mit Lichtbildern über »Reu- Guinea" halten wird. Ebenso ist für gute mast- kalische Darbietungen gesorgt. (RahereS siehe An­zeige.)

Landkreis Gicftcn.

* Eberstadt, 9. Febr. Am Samstagabend fand hier Im gut gefüllten Saale des Gastwirts Gorlach ein F a m i l i e n a b e n b, veranstaltet durch die Lehrer Löffler und Heil, statt. Es wurden von den Schülern Gedichte und Lieder vorgetragen, sowie ein Puppenspiel und bat MärchenstückSchneewittchen" zur Ausführung gebracht Sämtliche Darbietungen wurden sehr beifällig aufgenommen.

tt. Aus dem Lumdatal, 10. Febr. Au f der Strecke GießenLollarGrün-- berg, auf der während des Eisenbahnerstreiks durch Einspringen von Ersatzkräften wenigstens zwei Zugpaare ziemlich regelmäßig verkehrten, ist der fahrplanmäßige Betrieb beute noch nicht aufgenommen toorbm. Rur der vormittags gehende Güterzug fuhr wieder. Man ist auch in unserer Gegend über die durch den Streik gezeigte Disziplinlosigkeit der Streikenden allgemein sehr empört, was einer der Streikenden am eigenen Leib fühlen muhte, indem er, als er von Gießen aus mit der Bahn nach Londorf fahren wollte, von den Reisenden so bedroht wurde, daß er es vorzog, auf die Mllsahrt zu verzichten und den Weg zu Fuß zu machen.

* Wieseck, 11. Febr. Das Konzert des MännerquartettsHarmonie" mußte nochmals verlegt werden und findet nunmehr im März statt.

Kreis Bttdinften.

Die Entscheidung über die Durchführung aller Disziplinarmahnahmen liegt nach dem Ge.eh und dem Willen der Reichsregierung in der Hand des dem Reichstag ver-antworllichen zuständigen Ressortministers. Wie notwendig ein entschiedenes Vorgehen in disziplinärer Beziehung aus Anlaß des Beamtenstreiks ist, zeigt eine Reihe von Einzelfällen, die ich hiermit erwähne, ohne auf weiteres Material eingehen zu wollen. Es sind Sabotage-Alle in einer Reihe von Bezirken be­dauerlicherweise vorgekommen. Cs wurde auf Auf- sichtsbeamle geschossen, es wurden Handgranaten­anschlage verübt (Hört! hört!), Schienen aus Ge­leise gelegt, Lokomotiven mit Puffern ineinander- gefahren (Hört! hört!), so daß Drehscheiben und ^uscchrtZst af:en gesperrt waren. Hemmschuhe in Hauptgeleis.' eingesetzt, um Personenzüge zum Ent­gleisen zu bringen (Große Unruhe und lebhaftes Hört! hort!), Gasschläuche an Lokomotiven durch- schnitten, Roste aus Lokomotiven entsernt.Teile aus Vor Erlaß der Derord..ung des Reichspräsiden- <en war ich durch die bisherigen Grundsätze ver­hindert gewesen, in den eigentlichen Betriebs­dienst die Technische Roihilfe einzuschen. (Hörti hövt!) Ich will bei diesem Anlaß aber auch nicht unterlassen, die bed.iueiliche Tatsache festzustellen, daß das nichtstreikende Personal in einigen Be­zirken das Versprechen der Durchführung eines RotbetriebeS mit eigenem Eisenbahnpertonal ab­gegeben hat, um die Technische Rothilfe auszn- schalten, daß dieses Versprechen aber nicht ge­hauen wurde. (Lebhaftes Hörti hört!) Dazu kommt, daß auch einzelne wenige Landesregierun­gen sich mehrere Tage dagegen gesträubt haben, die Technische Rothilfe etnsetzen zu lassen, und daß es besonderer Vermittlung bedurfte, nn auch dort den Einsatz zu erreichen. (Lebhaftes Horti hort: Zurufe rechts: Wo?) Dirch solche Um» stände kam es. daß der volle Einsatz drr Tech­nischen Rothttfe sich auch erst am Z. Februar aiß- toirtte. Im ganzen sind von der Technischen Rot- Hilfe eingesetzt worden rund 12 000 Hilfskräfte, und zwar 1200 Lokomotivführer. 2030 Lokomotiv­heizer, 1CC0 Mann für den Stellwerksdienst, 7800 für den übrigen Eisenbahnbetrieb, den Verkehrs- oienft und als Arbeiter. Die Erfahrungen, die aus diesem Rotbrtrieb gezogen werden konnten, werden uns wichtige Richttinien für die Zukrnst geben.

Präsident Lobe teilt daraufhin mit, daß der unabhängige Abg. Ledebour ein Miß­trauensvotum beantragt hat, das damit mo­tiviert toiril daß durch den Erlaß der Verord­nung des Reichspräsidenten ein Streilverbot für Beamte ergangen ist, wodurch daS Streikrecht der Beamten aufgehoben sei. Außerdem teilt der Präsident mit, daß folgender Antrag der Kom­munistischen Arbeitsgemeinschast ein- . gegangen ist:

' Der Reichstag wolle beschließeir, 1. beschlag- - nabmte Streik- und Gewerkschaftsgelder sofort

freizugeben: 2. die vor genommenen Derhiftun- '

-r gen sind, soweit die Verhafteten noch nicht aas ' freiem Fuße sind, sofort aufzahcben: 3. die ' Reichsregierung wird ersucht, bei der preußi­schen Landesregierung dahin zu wirken, daß der Berliner Magistrat die aus Anlaß des Streiks erfolgten Maßregelungen wieder rückgängig macht.

Mg. Wels (Soz.): Dom Standpunkt der Gewerkschaftsbewegung ist zu bedauern, daß man hier gezwungen ist, die Technische Rothllfe zu verteidigen und ihre Einsetzung zu rechtfertigen. Ich kann die Ausführungen des Reichskanzlers nicht in allen Puntten billigen. So bedauere ich. daß er von der Streikbewegung die Worte^Be­amten rebelte und Aufruhrbewegung" gebraucht hat, was sicherlich nicht zur Beruhigung beiträgt. Der Reichskanzler hätte nur selber rechtzeitig sich der Beschwerden der Beamten annehmen müssen. Die lautesten Schreier in dem Streik waren Personen von der Rechten, und der erste Schreier der verhaftet wurde, ist ein deutsch- natlonaler Stadtverordneter. Die Verord­nung des Reichspräsidenten war ein Fehlen und eS ist zu wünschen, daß die Regie­rung für die Zukunst bar au 3 lernt. Die Frage deS Streikrechts der Beamten ist start umstritten unb eines der schwierigsten Probleme. Es hat ^ebenfalls noch nie eine Regierung gegeben, die BereÜ gewesen wäre, ihren Beamten ein un- beschranttes Streikrecht zu geben. Freilich, die Arbeitspflicht keines Menschen darf so ge- mütel versagt bleibt Daß Beamte in außerordent- tegelt fein daß ihm das letzte Abwehr- llchen Urnftanben das Streikeecht für sich in An­spruch nehmen können, läßt sich nicht bestreiten.

2lbg. Höf le (3entr.); Wir von der Zen­trumsfraktion schließen uns bet Ausfassung des Kabinetts voll an. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Den Hnterfdjieb zwischen beblngtem unb unbebtngtem Streikrecht, wie ihn Herr Wels machen will, können wir nicht gelten lassen.

Abg. Bernbt (D.-Rtl.): Beibe Streiks waren freventliche Verbrechen, deren Verurteilung um so schärfer sein muß, als sie in der Zeit größter außenpolitischer Röte des deutschen Volkes ohne jeden Grund vorn Zaun gebrochen wurden. Heber- rascht und zwar freudig überrascht hat uns die Stellungnahme des Kanzlers zum Streikrecht der Beamten überhaupt. Wir hatten nicht erwartet, von einer von sozialdemokratischem Einfluß be­herrschten Regierung derartig entschiedene Worte zu hören. Die Hauptschuld an diesem Streik liegt in der sozialistisch-wirlschafttichen Einstellung un­serer Regierung, die weite Kreise unseres Volkes und unserer Beamtenschaft beeinflußt hat. (Lachen links.) Darum hat öS denn unter dem alten monar­chistischen System keine Beamtenstreiks gegeben?! Die Regierung ist an diesem Streik mitschuldig Der Derkehrsminister kannte die Persönlichteil des Vorsitzenden der Reichsgewerkschast unb muhte wissen, waS er von ihm zu gewärtigen hatte. Llm so unbegreiflicher ist es, daß ihm zur Wahrnehmung seiner gewerkschastlichen Arbeit Urlaub erteilt wurde, den er zur Streikhehe be­wußte. Mit sträflichem Optimismus hat die Re- Pie-.ung daS Unhell heraufkommen lassen. Die Re-1

heruntergewirtschaftet bis aufs äußerste. Dieser General lann feinen Organismus leiten. Die Zeit der Generale ist überhaupt vorüber (Ge­lachter rechts): für sie ist höchstens noch Platz im Panoptilum! (Schallende Herterkett links, Pfui­rufe rechts.) Daß er kein Verständnis für soziale Dinge hat, zeigt schon sein Verhalten gegenüber einer ordnungsgemäß gewählten Deamtenvertre- tung in Erfurt, wo er vor einigen Monaten dem Führer erklärte:So, Sie sind Herr Menne? Mit Ihnen verhandle ich nicht! (Hört! Hört! links.) Meiner Meinung nach hat Herr Menne, der Vorsitzende der Reichsgewerischaft, bas gleiche Recht, einem Beamten des Derkehrsministeriums zu sagen:Mit Ihnen verhandle ich nicht!" (Tumult auf der Rechten.)

Während der weiteren Ausführungen des Abg. Dittmann kommt es wiederholt zu stürmi­sche Lärmszeneii auf der Rechten und auf der äußersten Linken, so daß Vizepräsident Dr. Diet­rich mehrfach eingreifen muh. Als der Tumult immer mehr zunimmt und die kommunistischen und unabhängigen Abgeordneten im ganzen Saal umherlaufen und Privatdiskussionen mit den Ab­geordneten der anderen Fraktionen beginnen, er­klärt Vizepräsident Dietrich schließlich die Sitzung für geschlossen. Rächsle Sitzung morgen, Sams­tag, 1 Uhr.

den geeigneten Rährbod... .... -------

anschließenden Lichtbildern ließ Dr. W a l b- schm idt dann den Rhein von Straßburg an über Speyer, Worms, Oppenheim, Mainz und Bingen, Andernach, Coblenz, Heisterbach bis Cöln in Domen sprechen und die reiche Blüte ro­manischer, gotischer und zwischenftusiger Stile ent­faltete sich lockend unb mahnend. Dazwischen schim­merte es romantisch über den Burgen unb Ruinen