Ausgabe 
10.8.1922
 
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Donnerstag, P. August 1922

172. Jahrgang

Die Krisis in der Entente

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von den Ergebnissen der Londoner Konferenz ah.

gewiesen worden, daß die von der englischen Dresse veröffentlichten Nachrichten, denen zufolge

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Verreist

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Dr. Honigmann

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zu erklären, daß 21 n t e i l e a n i n d u st r i e l l e

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reichs. kn der dre Regierung erklärtste werde St'afverfrchrsn gegen dieMünchener Neueste die Landesverwaltung den Verbun-

deren über geben, wenn Oesterreich nicht «

die Pfänder zurückerhalle, die man ihm genom- Berlin, 10. Aug. Mehrere Blatter melden men habe, habe die Alliierten äiun Nachdenken AUS München^)haß JKO0LJH& » NLLNLL

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die meisten Vorschläge Poincares von dem Sach- verständigenausschust abgelehnt worden seren, ver­früht. wenn nicht irrig seien.

wesen, man 'hätte die Frage der Schulden an Amerika gar nicht mit der Reparationsfrage in

London, 10. Aug. (MTB.) Lord Dreh sagte gestern in einer Rede in Oxford ob die europäische Krise mit Zusammenbruch oder Ge-

N e u e st e n R a ch r i ch t e n" auf Grund der Ver­ordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der llVpublrk ein Ermittlungsverfahren cingeleitet sei. das sich auf einen ArtikelKritische Tage" des Blattes, stütze. Dieser Artikel habe wegen Belei­digung des früheren republikanischen Ministers Auer eine Strafanzeige beim Ober­reichsanwalt veranlaßt.

Verbindung gebracht.

Ausweisungen ans Clsatz-Lothringen.

Paris, 10. Aug. (LTD.) DerMalin" berichtet, daß gestern etwa i 00 Deutschen in Elsah-Loth'ringen dec Ausweisungs­befehl zugestellt wurde, der heute ausgeführt würde. .

Ur. 186

Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit berSamstagsbcilage: GießenerFamilienblätter Monatliche Bezugspreise: Mlr. 29.- und Mk. Z.- Trägerlohn,durch dicPost Mlr. 32., auch bei Nicht­erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt. - F er n sprech- Anschlüsse: für dieSchrift« Icilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Eietzen. z Postscheckkonto:

Frankfurt a. M. Hl686.

Konzernen den Alliierten gegeben werden sol­len. sei ebenfalls abgelehnt worden. Die von dem italienischen Minister des Aeußern ausgesprochene Ansicht, daß ein Widerspruch darin liege, ein Moratorium zu bewilligen und gleichzeitig deut­sches Eigentum zu beschlagnahmen, habe günstige Aufnahme gefunden. Der Bericht, mit dessen Ab­fassung der belgische Delegierte Demelmans be­auftragt rst, dürfte heute mittag der Konferenz vorgelegt werden.

Lloyd George gibt wieder nach?

Paris, 9. Aug. Neber die heutige Vor­mittagssitzung von Poincare, Lloyd George und Theunis berichtet der Sonderberichterstatter der Havasagentur. Lloyd George habe von den französischen Vorschlägen die 26vrozentige Ausfuhrabgabe, die Beschlagnahme der Zollein­nahmen, die Kontrolle der Staatsgruben im Ruhrgebiet und der Dominialforsten am linken Rheinufer angenommen, indessen die Wiederauf­richtung der Zollschranken in den Rheinlanden und im Ruhrgebiet entschieden abgelehnt. Poin- care behärre gleichfalls unnachgiebig auf seinem Standpunkt. Die Sachverständigen sollen heute nochmals die Frage der strittigen Pfänder prü­fen. Lloyd George werde morgen Vormittag einen Kabinettsrat einberufen. Inzwischen werde auch Poincarv seine Kollegen unterrichten, um im Einverständnis mit ihnen zu handeln.

London, 9. Aua. (WB.) Wie Reuter er­fährt. wird über die Beratungen des Redak­ttonsausschusses der Konferenz von heute vormittag nichts Näheres mitgeteilt, doch werde zugegeben, Last dieLageschwierigist. Indessen tun alle Beteiligten ihr Bestes, um einen Bruch zu verhindern. Lloyd George stattete heute vormittag Poincarö in seinem Hotel einen' Besuch ab und nahm mit ihm ein Frühstück ein. In ihrer Gesellschaft befand sich auch Theunis. Lloyd George lehnte es ab, Über das Ergebnis seiner Änterr^ng Mit Po iw-

Hch, Schmidt, CWn- rnd, Hauptitr. & bW

Paris, 9. Aug. (WTD.) Havas meldet aus London: Poincarä hat heute vormittag mit Lloyd George und Theunis in der französischen Botschaft gefrühstückt. Anschließend daran fand eine lange und wichtige un- terredung zwis chen den drei Mr- nistern statt, die noch um 11 Ähr andauerte. In französischen Kreisen ist heute darauf hin-

veranlaßt. Naturgemäß fürchte man, vor einer entsprechenden Lage auch in Deutschland zu stehen.

Eine Rede Lord Greys.

Vus dem Reiche.

Besuch des Reichspräsidenten in Hamburg.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Ham­burg, daß der Reichspräsident in Deglei- .tung'der Reichsminister Dr. Köster und Dr. Her­mes am 17. August in Hamburg eintreffen werde. Der Reichspräsident und die Minister werden an der Eröffnung der überseeischen Woche in der Äniversität teilne'hMen. Ferner sei eine Besichtigung der kunstgewerblichen Ausstellung, eine Hafenbesichtigung und ein Besuch der städti­schen Sieülungsbauten vorgesehen. Der Reichs­präsident werde darauf mit dem Minister des Innern Altona besuchen.

Das Verbot des deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbundes.

Berlin. 10. Aug. Den Blättern zufolge 'hat der Staatsgerichtshof zum Schuhe der Republik die Beschwerde des Deutsch- voMschrn SiMh- und Trutzbundes in Hamburg, der Ortsgruppe Dresden dieses Bundes und der Ortsgruppe Leipzig gegen die Verfügung des sächsischen Ministeriums des Innern, durch welche der Deutschvölkische Schuh- und Truhbund mit allen Bezirken und Ortsgruppen in Sachsen auf­gelöst worden ist, verworfen. Der Schuh- und Trutzbund ist damit endgültig aufgelöst.

Gegen lästige Einwanderer.

Berlin, 9. Aug. (WTB.) Zur Verminde­rung der überhandnehmenden Ein­wanderung von Galiziern und Polen werden von den Gerichten neuerdings gegen paß- lose Einwanderer mehrmonatige Gefängnisstrafen und Abschiebungen verhängt, da es sich gezeigt hat, daß die früher verfügten Geldstrafen bis 1000 Mark keinen genügenden Schuh boten, ja, daß von manchen östlichen Einwanderern mit der Zahlung solcher Geldstrafen als mit einer Art Geschäftsunkosten von vornherein gerechnet wurde.

Zum Maffenfund kn Stettin.

Vertraten

HerrDr.SMlnikl.'- ------

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abend eingegangene

reichs, in der die Regierung erkläre, sie werde

schen Finanzlage beschäftigen. Die g e st e r n Note Oester-

Heutiger Stand des Dollars

10 Ähr vormittags:

Berlin 855, Frankfurt a. M. 865

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sich ein trauriges Bild. Es beg^nete uns ein endloser Zug von Menschen, die hinter sich auf kleinen Schlitten die Reste ihrer Habe schleppten: Stühle, Geschirr, kleine Schränke, was nur eben im Haushalte entbehrlich schien, um es in der benachbarten Gouvernements auptstadt, Saratow, auf dem Markte zu verkaufen. Man sah junge Leute mtt mageren bleichen Gesichtern, eine Frau mit ihrer kleinen Tochter, einen alten Mann, der nur mit Mühe seine Last die steile Anhöhe am Äser der Wolga emporbrachte, dazwi­schen einen mit einem Kamel bespann­ten Schlitten, auf dem eine Truhe ver­laden war. Ein anderer war mit Pflügen und Eggen bepackt, alles geopfert, um wenn auch, nur auf Tage dem Hunger zu entgehen, denn viel Erlös wirft der Verkauf nicht ab bei dem Äeberangebot. Auch sind ja die Preise der Lebensmittel beinahe unerschwinglich und steigen noch von Woche zu Woche. 400 Gr. einfachstes Schwarzbrot kostete im Januar in Saratow 12 000 Rubel, heute bekommt man es nur zu 120 000 Rubel und für andere Lebensmittel sind die Preise entsprechend. In den Städten kann man ja alles kaufen, aber niemand besitzt die Geld­mittel, die dazu nötig sind. So sehen sich die Leute gezwungen, ihren ganzen Hausrat, den sie im Laufe der Jahre vorn Erlöse ihrer Arbeit angeschafft haben, zu verschleudern. Wiesen doch jene Dörfer noch einen geringen Wohlstand auf. Änd heute! eine-solche Kolonie, in der früher auch irn Winter an schönen Tagen ein reges Leben war, liegt heute wie ausgestorben da. Die Meisten hat allerdings der Tod/ dem sie hier zu entrinnen suchten, an anderer Stelle erreicht; nur ganz Wenigen ist es gelungen, anderswo eine Existenzmöglichkeit zu finden.

Nur selten sieht man heute in den Dörfer^ einen Bewohner auf der StMhe. Die meisten bleiben in den Häusern, schwach, entkräftet, zupr Teil vor Hunger geschwollen, zahlreiche krank, wie ja im Gefolge der Not sich Seuchen namentlich Flecktyphus einstellen. Diele ver­lassen überhaupt ihre Lagerstätte nicht mehr. Es fehlt ihnen an Kraft, auch nur aufzustehen uich einen Gang vor die Tür zu unternehmen. Andere schleppen sich mit der größten Anstrengung von Haus zu Haus in der Hoffnung, vielleicht eine erfrorene Kartoffel, einen Knochen oder ein Stück halbverfaultes Fleisch zu erhalten. Man karm sich nicht denken, was die

Leute essen, um ihren Hunger zu stillen.

Hunde und Katzen sind in den Dörfern selten geworden, die Zieselmäuse aus den Feldern fast ausgervttet. Kuchen aus gemahlenen Hülsen der Sonnenblumenkerne und getrocknete Kürbisschalen sind das einzige, wovon sich viele ausschließlich ernähren. Auch hier mehren sich die Nachrich- ten von Ka n i ba li s m u s . wenngleich die sicher beglaubigten Fälle im Gebiet nicht Deut­schen. sondern irgendwelchem eingewanderten Stevpenbewohnern zur Last gelegt werden müssen."

Das Sonderheft des Roten Kreuzes kann be­zogen werden bei dem Generalsekretariat des D. R. K., Berlin-Charlottenburg, Berliner Straße 137. zum Preise von 3 Mk.

Berlin. 9. Aug. Die Meldung derRoten Fahne", unter der ÄeberschriftEin sozialdemo­kratischer Polizeipräsident versteckt Orgeschwaffen" hat sich als völlig frei erfunden herausgestellt. Der fraaliche Raum in der Schupokaserne ist der Pollzeiverwaltung in Stettin erst bet der Untersuchung durch die Kontrollkommtssion be­kanntgeworden. Der Raum war bei einem Ämbau vor dem Einzug der Schuhpolizet tn dte Kaserne entstanden, vernagelt und durch eine Bretterwand verdeckt. Mtthin konnte weder der Polizeipräst- dent noch eine andere Stelle darin Waffen ver­steckt haben. Der Raum war übrigens leer und auch früher war nichts darin versteckt worden.

Ein Sonderheft der Blätter des Deutschen Roten Kreuzes

Dom Juni 1922 bringt mit erschütternden Ab­bildungen und Berichten Tatsachen über das Hungerelend in Rußland, dem auch viele Deutschs mit ihren Kindern auSgelie- fert sind. Es ist schwer, diese Bilder ohne Trä­nen zu betrachten, obwohl das abgelaufene Jahr angestrengter Arbeit Her Hilfsaktion des Deutschen Roten Kreuzes nicht ohne Erfolge geblieben ist. In verstärktem Maße muß die Arbeit fortgesetzt werden, denn Millionen sind der Hungerkatastrophe zum Opfer gefallen, und den Äeberlebenden, besonders an der Wolga und im Schwarzmeergebiet, muß bei dem traurigen Werk des Wiederaufbaues ge­holfen, dem weiter drohenden Änheil muh mit voller Kraft entgegengetreten werden.Sen­det uns Lebensmittel als Allheil- mittel gegen Hunger und Seuchen", so ruft Professor Dr. P. Wühlens aus, der über die Tätigkeit des Deutschen Roten Kreu­zes einen ausführlichen Bericht erstattet. Man sehe diese Abbildungen hungernder und abge­zehrter Kinder, die zum Teil durch Hunger zu Verbrechern geworden sind und Kameraden oder gar Brüder getötet haben, um eines Stückes Brotes willen oder gar um ein Fall wird besonders bezeugt! um sie aufzuessen! Dr. Fischer berichtet von der Hungersnot in den deutschen Wolgagebieten:

Schon beim Äeberschr eiten der Wolga bot

Ferienaufenthalten zerstreut. Diele von ihnen müssen eiligst aus dem Auslande zurückkehren. Es wird erklärt, daß die Lage zweifellos ( e rn st ist, Das Kabinett wird morgen ernste Ent­scheidungen zu treffen haben.

Freitag die entscheidende Vollsitzung.

Paris, 10. Aug. (WTD.) Wie dem Petit Parisien" aus London berichtet wird, soll Poincare gestern schon ein Telegramm des Präsidenten der Republik, M i l l e r a n d, erhalten haben, in dem dieser Festigkeit emp­fiehlt. Äebrigens erfahre man, daß heute nach­mittag, nach der englischen Kabinettssitzung, P o i n c a r 6 und LloydGeorge eine Än- terredung haben werden. Es sei also augen­scheinlich, daß am Freitag vormittag diegroße Vollsitzung stattfinden werde, die endgültig über den ausgebro­chen ^nKonfliktentscheide.

Das sogenannte belgische Kompromiß.

Paris, 10. Aug. (WTD.) Heber das bei- g ische Kompromiß erfährt der Bericht­erstatter desEcho de Paris", Belgien würde zuerst empfehlen, sofort den Plan über die 2 6- prozentige Abgabe von der Ausfuhr und die Einziehung der Zolleinnah- men durchzuführen. Sollte diese Maßnahme nicht genügen, um Deutschland, wie das Blatt sich aus­drückt. auf den rechten Weg zu bringen, dann würde die Beschlagnahme der staatlichen B erg- werke und der Staatswäld er auf dem linken Rheinufer erfolgen. In dritter Linie würde man alsdann, wenn auch dies nicht zum ge­wünschten Ziele führe, die Aufrichtung der beiden Zollbarrieren in den Rheinlanden und an der Ruhr beschließen, aber diesmal nicht als Mittel, um eine Zahlung herbeizuführen, son­dern als Sanktionen. Belgien erkläre, man dürfe nicht zugleich von produktiven Pfändern und Sanktionen sprechen, sondern man müsse sagen: Heute produktive Pfänder, morgen Sanktionen.

Die Lage in Oesterreich.

Paris, 9. Aug. (WTD.) Nach dem Lon­doner Sonderberichterstatter desIntransigeant" wird die Konferenz, bevor die Teilnehmer aus­einandergehen, sich noch mit der öst erreicht-

nicht überraschen.

DerManchester Guardian" schreibt, offenbar feien Lloyd George und sein Ratgeber nun za dem Schluß gelangt, daß die französische Vorschläge nichts als eine europäische Katastrophe bedeuteten, und daß Frankreich einen Druch an- Irebe und barm schließlich isoliert vorgehen wolle.

Pall Mall and Globe" schreibt, die einzige Hoffnung auf einen günstigen Ausgang liege in der Möglichkeit, daß ein von dem bel­gischen Ministerpräsidenten Theunis einge­brachter Vermittlungsvorschlag angenommen werde.

Reuter meldet, in britischen amt­lichen Kreisen werde erflärt, die britische Haltung werde von mancher Seite als deutsch- reundlich bezeichnet. Dagegen sei zu bemerken, daß Großbritannien nicht die deutschen, sondern die gesamten Interessen der Alliierten vertrete. Die englische Politik wolle die höchstmöglichste Reparationssumme von Deutschland erlangen. Die Frage gehe nicht um den Grundsatz der Repara- ionen, sondern um das beste praktische Mittel, sie zu erlangen. Man befürchte, daß einige von anderen alliierten Regierungen vorgeschlagene Maßnahmen nicht zur Drahtung, sondern Zer­störung jeder Aussicht auf Bezahlung führen würden.

Minifterrat in London und Paris.

Paris, 10. Aug. (WTD.) Ministerpräsident Poincars hat gestern den Präsidenten der Republik Millerand über den Stand der De- ratungen unterrichtet und ihn ersucht, einen Mi­ni st e r r a t zusammenzuberufen, da Lloyd George seinersetts sich entschlossen habe, einen K abinettsrat zu halten. Die fran­zösischen Minister werden sich deshalb heute vor­mtttag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik im Elysee zusammenfinden.

London, 9. Aug. (WTD.) Reuter erfährt: Auf Grund der Tatsache, daß keine Der stän- bigung zwischen den Alliierten in Sicht ist, ist für morgen eine Sitzung des britischen Kabinetts zusammenberrfen worden. Die Minister sind in verschiedenen,

care Mitteilungen zu machen. Einer der hervor­ragendsten Teilnehmer an der Konferenz sagte bei Rückkehr in sein Hotel, er glaube nicht, daß es möglich sei, eine Grundlage für ein Abkommen VULU+>UI|U>, luu. VUIU11U11111UIUUJI zu finden. Die für 12.30 Ähr festgesetzte -ou= nefung enden werde, Ijänge tn großem Maße sammenkunft des Sachverständigenaus- ton öen Ergebnissen der Londoner Konferenz ah. schusses ist bis 3.30 Ähr verschoben worden @ret) tottfierte dann die Note Balfours und Bisher ist ein Zusammentritt der Konferenz noch ^gie. sie habe die Lösung der europäischen Schwie- nicht beschlossen worden. Die vorherrschende Aus- tmfctten noch mehr erschwert. Besser wäre ge- assung geht dahin, daß, wenn auch mcht alle * - ~

Hoffnung aufgegeben zu werden brauche, die Lage doch sehr schlecht sei. Gin Abbruch würde

Eine Verleumdung der Deutschen Rcichsbank.

Berlin, 9. Aug. Die französische Ha­vasagentur lieh sich aus Kopenhagen melden, die Deutsche Reichsbank habe die deut­schen Industtiellen und Kaufleute aufgefor­dert, zur Herbeiführung einer Baisse und Be­einflussung der Londoner Verhandlungen französische und belgische Devisen auf den Markt zu werfen. Wie das W. T. D. zuverläs­sig mitteilen kann, ist diese tendenziöse Nach­richt vollkommen aus der Luft ge­griffen.

Die Vorschläge Poincares.

P a r i s, 9. Aug. Nach demPetit Parisien" : smd die von Poincatt unterbreiteten Vorschläge die folgenden: 1. 26prozentige Abgabe von den durch den deutschen Export erzielten Eingängen an ausländischen Devisen, 2. Ausbeutung der deutschen Zollemnahmen, 3. Abgabe von 60 Proz. des Aktienkapitals der auf dem linken Rheinaser gelegenen chemischen und Farbfabriken, 4. Be­schlagnahme der staatlichen Bergwerke und Do- manialwälder auf dem linken Rheinufer, 5. Wre- deraufrichtung der Zollschranke am Rhein und um das Ruhrgebiet, 6. Erhebung der Steuern auf dem linken Rheinufer, 7. stärkere Kontrolle der Reichsbank und verschiedene andere Maßnahmen von geringerer Bedeutung.

Der Bericht des SLüchVerstcindige^-Ausschusses.

London, 10. Aug. (WTD.) Das Reutersche Bureau erfährt: Der Bericht des Sachver­st ändigenausschufses über die Vottchläge Poincares ist überreicht worden. Der, Ausschuß ist zu dem Schluß gekommen, daß die Vor­schläge überhaupt keine außew- ordentlichen Gelder von Deutsch­land einbrinqen würden. Hinsichllich des Vorschlages, daß die Alliierten eine Kontrolle über die deutschen, dem Staate gehörenden Koh­lenbergwerke und Forsten errichten sollten, stimm­ten der italienische und japanische Vertreter mit dem britischen Vertreter darin überein, daß eine solche Maßnahme zwecklos sei, außer als Sanktion. Was die vorgeschlagene Zollinie zwischen dem besetzten Gebiet und dem übrigen Deutschland an­langt, so wären alle Alliierten außer Frankreich der Ansicht, daß eine solche Maßnahme un­erwünscht sei. Gegen die Anregung, daß die Alliierten einen Anteil von 60 Prozent an den deutschen chemischen Produkten übernehmen soll­ten, erhoben die Alliierten außer Frankreich Widerspruch und betrachteten eine solche Garantie mir als einen Grund für Deutschland, mehr Papiergeld zu drucken.

Die nächste Sitzung der Konferenz wird am Freitag stattfinden. Die britischen Minister nahmen den Standpunkt ein, daß es nicht wün­schenswert sei, irgendeine Meinung über die Lage zu äußern, bevor sie sich mit ihren Kollegen be­raten haben.

London, 9. Aug. Es verlautet, daß aus dem Bericht des Sachverständigenausschusses her­vorgehoben werde, daß die Mehrheit des Aus­schusses gegen den französischen Vorschlag au Errichtung einer Zollschranke und ebenso gegen die Auferlegung von Steuern im besetz­ten Gebiet ist. Der Vorschlag wegen der Be­schlagnahme von Bergwerken und Forsten sei ebenfalls verworfen worden, doch solle ein System von Garantien erwogen toerbep, um die Liefe­rung von Kohle und Holz an die Alliierten zu sichern. Der Vorschlag, wonach Deutschland auf gefordert werden soll, sich damit einverstanden

Die bayerischen 5tegienmgs=

> Vertreter in Berlin.

. Berlin, 10. Aug. Wie die Blätter Mit­teilen, dauerten die Besprechungen der bayeri­schen Minister Dr. Schweyer und Gürtner mit den Reichsministern Dr. Koster und Radbruch gestern abend bis in bte Abendstunden hinein. Laut Derl. Tageblatt" konnten diese Einzelberatungen gestern a^eschlossen werden. Heute vormittag findet eine Vollsitzung der bayerischen Re- gierungskommifsion mit der Reichsregierang unter dem Vorsitze des Reichspräsidenten statt. Das Blatt 'trofft, daß die Besprechungen im Laufe des Tages beendet werden können. Nach einer Mel­dung derDeutschen Allgemeinen Zig.' wird die bayerische Kommission am Freitag wieder in München erwartet, wo sie dann dem Minister­rat und den Vertretern der Regierungsparteien Bericht erstatten wrid.

Witwer

42. Jahre alt evangelisch mit 3 Kindern. jiinM ' Jahre alt, Hausbesitzer vom Lande, mit etwa.« Ackerland,willsichwiedn *11

Mädchen ob. Witwe ohne Anhang, v. Lande, wollet! sich schristiich unter 07661 an den Siebener An­zeiger wenden.

SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

vnick mid Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- uni» SteindruSerei n. Lange. Schristleitnng, Seschästsstelli und vruckerei: Schulstraft- 7.

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