Zimmermann, betonte in seiner Begraßungs- ansprache, das; die Leipziger Veranstaltung sich in keiner Weite gegen andere Organisationen richte, die lief) die internationale Zusammenarbeit Unter den Studenten zum Ziel gesetzt hätten: sie halte sich fern von der Politik und wolle nur der Arbeit gewidmet sein. Als Hauptaufgabe bezeichnete er die Organisation des inter- nationalen Studentenaustausches, die Vermittlung des internationalen Briefwechsels und den Dücheraustausch; ferner die Beratung über die Errichtung eines internationalen Sanatoriums für tuberkulöse Studenten in der Schweiz, sowie das Hilfswerk für die russischen Studenten.
Reichsminister des Innern, Köster, übermittelte die Grüße des Reichspräsidenten. Er erklärte, er führe diesen Auftrag gern aus, weil er der Lieberzeugung sei, daß aus den Menschen und Gehirnen, die in diesem Saal versammelt seien, vielleicht ebensoviel und vielleicht noch mehr in Zukunft für die Zusammenarbeit Europas herauskommen könne, als auf den Konferenzen von hohen Würdenträgern. In Genua tritt eine ältere Generation zusammen, belastet mit dem ganzen Erbe von Zwiespalt und Spannung, das die letzten Jahre in die Menschen hineingebracht habe: in Leipzig arbeite mehr die unbelastete Jugend an der ZukMifl. Richts sei wichtiger für die Zukunft Europas, als wenn die zukünftigen geistigen Führer der Länder sich schon in jungen Jahren zusammenfinden und lernen über die nationalen Schranken hinaus auch m geistiger Beziehung allein dem Erfolg versprechenden Gedanken der Korporation zum Siege zu verhelfen. Wenn auch in jedem Lande die Studentenschaft der erste Träger des internationalen Gedankens sei, müsse doch ohne eine zwischenstaatliche und ohne eine überstaatliche Zusammenarbeit die wirtschaftliche, ebenso die geistige Zukunft zusammenbrechen. Ebenso wie die Arbeiter gelernt haben, international ihren Kampf zu führen, ebenso wie die Industrie und die Dank- well seit Jahrzehnten international zusammen- arbellen, müssen auch die geistigen Führer der Wissenschaft den Gedanken der internationalen Zusammenarbeit pflegen und praktisch durchführen. Zum Schluß wandte sich der Minister an die anwesenden Ausländer und bat sie, Deutschland so zu sehen, wie es in Wirklichkeit ist und sich nicht von der Scheinblüte der deutschen Wirtschaft täuschen zu lassen. Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen auf- benommen.
Aus dem Reiche.
Aus dem Hauptausschuß des Reichstags.
Berlin, 8. April. (WTB.) Der HauptausschuhdesReichstageshat bei Beratung des Haushaltes des Reichs - arbeitSniinisteriums die mit 200 Millionen Mark eingesetzten Bezüge der Klein- r e n 1 n e r auf 500 Millionen Mark erhöht. Der als Beihilfe für die Schulung von Be- triebsratsmitgliedern im Etat angesetzte Betrag von 300 000 Mk. wurde gemäß dem Anträge eines Zentrumsabgeordneten auf eine Million Mark erhöht.
General v. Falkenhahn f.
Berlin, 9. April. (Wolff.) Der frühere ^preußische Kriegsminister und spätere Chef des ^Seneralstabes des Feldheeres, General der Infanterie Erich v. F a l k e n h a h n ist gestern -auf Schloß Lindstedt bei Wildpark gestorben.
Die Einfuhr von Weizen- und Roggenurehl.
Berlin, 8. April. (Wolfs., Nachdem sich in letzter Zeit ergab, dass der Preis für ausländisches Mehl zum teil billiger ist als für einheimisches, wurde die Einfuhr von Weizenmehl und Roggenmehl aus dem Auslände bis auf weiteres zugelassen. Für diese Einfuhr bedarf es einer besonderen Einfuhrbewilligung nicht mehr. Die Zollbehörden werden demgemäss angewiesen, Mehl hereinzulassen. Es steht zu hoffen, daß diese Maßnahme dazu dient, die Versorgungslage für die Bevölkerung zu erleichtern und auf die Preise günstig einzuwtrken.
Die Gehälter der Bankbeamten.
Berlin, 9. April. (WTB.) In Sachen des Reichstarifs für das Dankgewerbe hat der im Reichsarbeitsministerium tagendeSchlichkungs- ausschuß nach dreitägigen Verhandlungen einen Schiedsspruch gefällt, der für Angestellte zwischen 10 und 20 Berufsjahren folgende Iahresgesamteinkommen vorsieht: Angestellte, Gruppe 1: Mk. 34 800, 39 500, 50 200; Gruppe 2 Mk. 36 400, 42 200, 55 300; Gruppe 3: Mk. 36 400,’ 42 900, 58 000. Weibliche Kräfte unterliegen bis -um 7., 14. und 20. Berufsjahre einem Abschlag von 10, V/2 und 5 Prozent. Gewerbliche Angestellte erhalten Mk. 34 600, 38 100, 43 500 und 50 200 im 1., 10., 20. und 30. Dienstjahr. Lehr-
Der Rembrandtdeulsche.
Lieber den bisher unbekairnten Autor des im Januar 1890 zuerst erschienenen Werkes „Rembrandt als Erzieher" von einem Deutschen ist schon manches geschrieben worden. Das berühmte Buch erscheint jetzt in dem früheren Verlag von E. L. Hirschfeld in Leipzig in um- aestalteter Ausgabe, die der langjährige Freund des verstorbenen Verfassers besorgt und mit einer Einleitung „Der Verfasser und sein Werf' versehen hat. Wir erhalten durch diese einen Einblick in das Denken des „Deutschen" Dr. August Julius Langbehn, wie nachstehender Abschnitt, den wir mit Genehmigung des Verlages zum Abdruck bringen, deutlich zeigt.
Seelenreinheit und Wahrheitsliebe bildeten In dem Rembrandtdeutschen den Untergrund einer Geistesverfassung, die heute kaum mehr gefannnt wird: der Hochherzigkeit. Llm so mehr achteten die alten Denker auf diese „Ausdehnung der Seele nach dem Großen hin" auf die magnani- mitas als den „Schmuck aller Tugenden". Der Hochherzige, so sagen sie, gehe aus von dem Großen, das er in feiner gottverwandten Natur finde, erstrebe überall das Vorzügliche und Vollkommene, fliehe das Mangelhafte, ziehe stets das Ehrenvolle als das Höhere dem nur Nützlichen vor; er lege keinen Wert auf äußere Güter. Er unterliege deshalb weder einer Seelenunruhe, noch einem Menschen, noch den Glücksumständen, handele gleich fest und sicher bei großen Ehrun- gen wie bei Llnehre, und er werde durch letztere nicht gebrochen. Er schätze andere nie so sehr, Laß er ihretwegen Llngeziemendes tun möchte, ja verachte sie, wenn er sie abfallen sähe von der wahren Bestimmung ihrer Ratur. Er könne
linge sollen im 1., 2. und 3. Lehrjahre Mk. 7200, 9000 und 15 000 beziehen, während Bureaubur- schen vom 14. bis 19. Lebensjahre Mk. 8500 bis Mk. 17 200 erhalten. Die Einkommen der jugendlichen kaufmännisch-gewerblichen Angestellten unten 20 Jahren wurden, sofern die Detressenden 1905, 1904 oder 1903 geboren sind, auf 23 650, 24 500 und 25 350 festgesetzt. Rachzahlungen aus Anlaß von Versetzung einzelner Orte in eine höhere Ortsklasse sollen in Zukunft nicht mehr erfolgen. Den Bankbeamten-Organisationen ist die Verhängung einer Sperre über Dankbetriebe verboten. Die gesetzlich zugelassenen Lieberstunden wurden für Pflichtleistungen erklärt. Die 'Beisitzer des Allgemeinen Verbandes der deutschen Bankangestellten haben gegen diesen Schiedsspruch gestimmt, der im übrigen mit den Stimmen der Unparteiischen, der Beisitzer des Reichsverbandes der Banlleitungen sowie der Vertreter des Deutschen Dankbeamtenvereins zustande kam.
Aus dem besetzten Gebiet.
Der Abzug der Amerikaner.
Koblenz, 9. April. (WD.) Die „Rhein. Rundschau" meldet: Auf Beseht des amerikanischen Hauptquartiers wurde 7>ie Aufhebung des amerikanischen Militärgefängnisses in der Cschelstraße angeordnet. Die deutschen Zivilgefangenen werden am Montag den deutschen Behörden überwiesen. Ebenso gehen die Baulichkeiten wieder an die deutsche Dermal tunU zurück. In Zukunft werden neu verhaftete Zivilpersonen ebenfalls den deutschen Behörden ausgeliesert. — Am gestrigen Nachmittag haben, wie bereits angekündigt, zwei Transportzüge mit amerikanischen Soldaten den Rhein verlassen.
Neue Verbote der Interalliierten Nheinland- kommission.
Koblenz, 9. April. (WTB.). Die Interalliierte Rheinlandkommission hat dem Reichskommissar für die besetzten Gebiete mitgeteilt, daß sie, beschlossen hat, für das gesamte besetzte Gebiet alle Vorträgezu verbieten, die sich mit der Frage der SchuldamKriege befassen.
Die Interalliierte Rheinlandkommission hat mit Schreiben vom 5. April dem Reichskommisfar für die besetzten rheinischen Gebiete mitgeteilt, daß sie die Organisationen des Deutschen Pfadfinderbundes und des Bayrischen Wehr- krastvereins im besetzten Gebiet verbietet, weil diese Vereinigungen mehr militärischen als sportlichen Charakter besäßen.
Druckerstreik im Saargebiet.
Saarbrücken, 8. April. (Wolff.) Obgleich vor einigen Lagen im Zeitungsgewerbe für das Saargebiet ein neues Llebereinkommen mit den Druckereigehllfen getroffen war, haben die Druckereigehilfen der „Saarbrücker Zeitung" die Forderung auf eine Wochenzulage von 170 Mk. erhoben. Da die Forderung nicht bewilligt worden ist, haben die Gehilfen heute mittag 12 Uhr den Streik erklärt. Die übrigen Zeitungsverleger des Saargebiets mit Ausnahme der sozialistischen „Bollsstimme" und Les zweisprachigen „Neuen Saarkurier", haben sich mit dem Verlag der „Saarbrücker Zeitung" solidarisch erklärt, so daß voraussichtlich in den nächsten Lagen keine Zeitungen erscheinen werden.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 10. April 1922.
” Amtliche Personalnachrichten. Liebertragen wurde am 29. März dem Lehrer Philipp Dieter zu Eich, Kreis Darmstadt, eine Lehrer stelle an der Volksschule zu Ridda, Kreis Büdingen. Liebertragen wurden: am 29. März dem Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Homberg Johannes I m m e l mit Wirkung vom 24. April 1922 ab eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Homberg, Kreis Alsfeld: dem Lehrer Adolf Mayer zu Homberg mit Wirkung vom 24. April 1922 ab eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Kaichen, Kreis Friedberg: am 31. März den Schulamts an Wärtern Jakob Lautenschläge r aus Harper tshausen eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Raibach, Kreis Dieburg, Anton Hock aus Darmstadt eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Seligenstadt, Kreis Offenbach a. M., Heinrich Hotz aus Pfungstadt eine Lehrer- stelle an der Volksschule zu Rommelhausen, Kreis Düdingen, Heinnch Scholz aus Friedberg eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Seligenstadt, Kreis Offenbach a. M., Wilhelm Seibert aus Groß-Zimmern eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober-Roden, Kreis Dieburg, der Schul- ckmtsanwärterin Marie Meyer aus Hungen eVne Lehrerinstelle an der Volksschule zu Bü-
mit anderen, außer Freunden, nicht familiär zusammenleben, denn er vermeide durchaus jede Schmeichelei und Verstellung als die Kennzeichen fleiner Seelen. Er klage nicht, weil dadurch die Seele äußeren Liebeln zu erliegen scheine, vielmehr trage er alles Bittere so, daß er in nichts der Reinheit seiner Ratur noch der Würde des Weisen etwas vergebe. Diese Wesenszüge der Hochherzigkeit sind Dildniszüge Langbehns: daher seine universale, freie und doch pietätvolle Anschauung, seine Fähigkeit, ein jedes Phänomen sogleich einem geistigen Gesamtbild einzuordnen, alle künstlerischen, wissenschaftlichen, politischen Einzelfragen aus das rein Menschliche zurückzubeziehen, seine fast instinktive Ablehnung alles Linnatürlichen und Linechten, sein Haß gegen alles Gemeine. Daher Mischung von Begeisterung und Besonnenheit, von Schweigsamkeit und Mitteilsamkeit, von Weltflucht und Reformeifer in dieser heldenhaften Ratur. Daher vor allem auch sein stetes Streben. Edles auszuströmen, Gutes zu tun, das er in die Worte faßte: „Welch wunderbar beseligende Wirkung das Wohltun mit sich führt, wenn es wirklich aus dem Herzen kommt, ist nur wenig Leuten bekannt; sonst würde es weit mehr geübt werden." Daher sein heiliger Eiser, sich restlos einzusehen für das Heil. 5er Gesamtheit:
„Ich denke Tag und Rächt daran, Wie ich den Menschen Helsen kann."
Llnablässig läuterte und vertiefte er fein eigen Seelenleben, um es binzugeben im Dienste der Menschheit Hiersür hatte er sich schon frühzeitig das Leitwort gewählt: „Mehr als gekreuzigt kann man nicht werden."
Wie er dann immer deutlicher gewahrte, öot’ kein anderer da war, um der Entseelung des
dtngen; am "’j. April den üdjulamtsantoariern Friedrich Fnüerbach aus Darmstadt und Joseph Oe st reicher aus Münster Lehrerstellen an der Volksschule zu Hainstadt, Kreis Offenbach.
' Anbr ingung einer Gedenktafel. In der Geschichte der Gießener medizinischen Fakultät nimmt der Begründer der experimentellen Pharmakologie. ^Professor Dr.. Rudolf Duch- heim (gest. 18?W ein bedeutsame Stelle ein. Die Erinnerung an > seine Gießener Lehrtätigkeit soll durch eine an seinem Wohn- und Sterbehaufe (Ludwigst. 12) angebrachte Gedenktafel dauernd lebendig erhalten werden. Die Mittel, für diese Ehrung sind hauptsächlich durch die jüngst begründete Deutsch? pharmakologische Gesellschaft ausgebracht worden. Wir behalten uns vor, ge= gelegentlich der fitr Anfang Mai iy Aussicht genommenen Enthü-Lpng der Erinnerungstafel Die wissenschaftliche "Selbeutung des verdienten Gelehrten eingehender z« würdigen.
** Au skünf 1 e über Kriegerverluste (Kriegergräber, Liste, Vermitztsein, Verwundung, Krantheit usw.) toid>, wie die Gauleitung Hessen- Rassau des Reichst indes der Kriegsbeschädigten mitteilt, vom „Zentrack-Nachweiseamt für Kriegerverluste und Kriegergräber^ zu Spandau, Schmidt- Knobelsdorfstraße, jp'geben. Bei Anfragen bedarf es genauer Persona.Eingaben, wie: Dor- und Zuname, Geburtsort und Geburtsdatum. Dienstgrad, Truppenteil, '.Ä bteilungszugehörigkeit (Regiment, Bataillon, Kompagnie, und alles, was zweckdienlich erscheint, Jotoie die notwendigen Zeitangaben. i
** Orthopädische Versorgung der Kriegsbeschädigten. Die Gauleitung Hessen-Rassau des R «chsbundes der Kriegsbeschädigten teilt uns folgendes mit: Es ist in den interessierten Kreisen noch wenig bekannt, daß die Versorgung der Kriegsbeschädigten mit Prothesen und anderen orü hvpädischrn Hilfsmitteln durch Errichtung von Em sonderen orthopädischen Dei sorgungsstellen neu gl ^regelt worden ist. Die orthopädischen Versorgung isstellen haben die Aufgabe, Anträge auf orthop ädische Versorgung entgegenzunehmen und sie «entsprechend zu behandeln bis zur Lieferung des Kunstgliedes. Von Zeit zu Zeit wird an andere» Orten ein orthopädischer Sprechtag abgehalt en, dessen Bekanntgabe durch die Tageszeitung erlügt. Außerdem erprobt die orthopädische Dersorgu:Lgsstelle neue Konstruktionen auf dem Gebiete der Orthopädie. In Hessen-Rassau und Hessen gibt es orthopädische Dersorgungsstellen in KasflÄ, Gießen, Offenbach a. M.. Frankfurt a. M. und Mainz. Anträge für die Beschaffung und 21 rparatur von orthopädischen Hilfsmitteln unb $Mrotf)efen find seitens der KriegÄeschädigten an i>h Ijenige orthopädische Dersorgungsstelle zu richten»., die im Bereiche ihres Wohnortes gelegen ist.
** I m Stadttheateir ging gestern Gerhart Hauptmanns träumt Hönes Marchenspiel von der „CB erfundenen lGlocke" einmalig in Szene. Wieder vergaß ma n über dem vielen Schönen, das der Dichter hie? r bietet, des Werkes Schwächen: das deutsche Märchen ging durch den Raum und schlug die Zuhövßr in seinen Bann. — — (Klingt nicht auch in unserer Zeit eine Glocke, die versank, und bie„ wie wir hoffen, dereinst, wieder laut tönen toiil >?)--In der
Besetzung waren einige Rollen in andere Hände gelegt worden. Kitty F ran k 1 v af für die Magda richtig Ton und Spiel, Georg ! Dadura sprach in gelungenster Weise den Rick, ümann. Von den von früher her in ihren Rolle?» bekannten Darstellern müssen erneut Karl Iu Hf. nie als Heinrich und Karl Volck als Pfarrer n# it höchstem Lobe genannt werden, vor allem abn : Cläre Türk, deren Rautendelein eine Tlufle-ti etftung war. — Unter Volcks tüchtiger Spiel k lltung traf die Ausführung glücklich die PalmsoN ntagsstimmung.
• —r.
** Tabaksteuer. In? I- teresse unserer Leser, die mit Waren, die der TrE^ksteuer unterliegen, Handel treiben, machen j vir m dieser Stelle auf die einschneidende Bestin tmung in §20 des Tabaksteuergesetzes besonders a?x fmerksam, wonach jeder, der mit unbearbeiteten oder bearbeiteten Tabakblättern, Rippen, ©tenej ein und Abfällen von Tabak, mit Tabakhalb- und -ganz- erzeugnissen jeder Art, tabakähnlichen. Waren oder mit Zigarettenpapier Handel treiben oder tabaksteuerpflichtige Erzeugnisse getoerbfi mäßig Herstellen will, dies der Steuerbehörde fc ines Bezirks spätestens 2 Wochen vorher schriftlich • anzumelden hat. Die Anmeldung hat im CBexiri T eines Zollamts bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Hauptzollamt ;3U erfolgen. Die Beachtung ist um so mehr erfrir derlich, als Zuwiderhandlungen gegen die betnij senden gesetzlichen Vorschriften mit besonders hissen Strafen geahndet werden.
**ZurErhöhungderBed t enungs- preife in den Friseurgesch 5 ften erhalten wir von der Innung eine Züsch» äst, in der dargelegt wird, daß die Friseure mit! Rücksicht auf die allgemeine Teuerung berechtigt! n Forde-
Vaterlandes. dessen innere Rot ihm |o| klar vor Augen stand, Halt zu gebieten, daß in Oer „Zeit ohne Scham uni) Zeit ohne Treue, — a leit ohne (Siam und Zeit ohne Reue" der heimliche! Geisteskaiser fehle, um die Deutschen vor de« : Ma hl- strom einer seelenmörderischen Bildung zu warnen, da ward er aus Pflichtgefühl zu feiner tüftnen Rationalpädagogik getrieben. Dabei ra ir dies feine Richtschnur: Zur geistigen Führers haft berechtigt nur volle Bescheidenheit und li Ineigen» nütjigleit; des Volkserziehers Persönlich eit soll in der Volkspersönlichkeit ausgehen, soll e ur das bringen, was dem Volke fehlt, nur das \ in die Wege leiten, was ihm dient.
Ich finge nicht, euch zu gefallen;
Ich finge nicht, euch zu gebieten;
Ich finge, um euch besser zu betten, Llm euch aus dem grauen Elend zu teil en!
In dieser Strophe des Rembrandtdeui schm sieht man deutlich seine praktische Zielstrebi. fteit. Er war durchaus kein Idealist ins Blaue hi? lein, sondern ein bei aller Lebhaftigkeit kühl' ü verlegender Denker, der jedes Wort für die Ordentlichkeit politisch erwog, der ganz methodisch?, rem geistigen Triebkräften irn modernen Leben o ?aß- gebenden Einfluß zu verschaffen suchte unötoj ßte. Er paarte in sich Idealität und Strategie in ei ner Werse, die in der deutschen Geistesgefchichte \ aai ist. Gerade diese Charaktermifchung hat ihn vi«s 'en Mißdeutungen ausgesetzt, weil man bisher i >?e Typ'en „Hölderlin" und „Mollke" als untx r- einbare Gegensätze innerhalb der deutschen (8; -t» Wicklung ansah. Gerade diese innere PolariLi it, welche ihm eine so große geistige Spannweit ve r- lieh, der er sich voll bewußt war, brachte ihn o ft in Widerstreit mit seiner nächsten ilmgebtin, }. Als abgesagter Feind des Militarismus an d
rangen ihrer Gehilfenschaft Nachkommen miffiren und nun ihrerseits zur Erhöhung der Bedienungs- Preise gezwungen sind. Die Innung bittet ihre Kunden, dieser Sachlage Rechnung zu tragen und ihr treu zu bleiben, da die neuen Preise angesichts der ftar3 gestiegenen Ausgaben der Frisenre durchaus angemessen sind.
—v— Turngau Hessen. Gestern vormittag trat der Gau Hessen (D. T.) zu feiner zweiten diesjährigen Gauvorturner stunde zusammen. (Sauoberturntixirt W. Will- Gießen leitete die reichhaltige Tagung mit einer kurzen Begrüßung ein. Vom Gauvorstand teuren Gauvertreter Arthur Pfeiffer- Wetzlar und Rektor Bach- Grohen-Linden erschienen, vom Turn- ausschuß die Bezirks- und ©onbertumtoarte; von feiten der Gauvereine war die Beschickung nicht so umfassend wie gewöhnlich, eine Folge der hohen llZerkehrskosten. Dainit wächst die Verantwortung der sechs Dezirksturnwarte, die ihre „für jeden Verein erreichbaren Dorturnerstunden Ende April abhalten werden. Der Tag erhielt fein Gepräge von den kommenden Wettkämpfen im (Saugcbict. Die Geräteübungen für das Gaufest in Wetzlar am Reck, Barren und Pferd wurden unter Leitung der Dezirksturnwarte nochmals genau durchgeturnt, ebenso die Freiübungen und das Völls- turnen für die kleineren Ka?npftage. Llm die Spannung zwischen Llnter- und Oberstufe zu mildern, wurde für das Gaufest (1.—3. Juli) noch eine Mittelstufe gebildet, in die seitherige Turner der Oberstufe nicht abwandern, wohl aber die ersten 20 Sieger der vorjährigen ünterft ufe zu- wandern sollen. Llm die breite Masse auf der Höhe ihrer Leistungen zu halten, muf^bei sechs Wetturnern der Verein auch eine Musterriege stellen. Denn der Gau Hessen steht, wie die vorjährigen Wettkärnpse gezeigt haben, un Mittelrheinkreis mit an erster Stelle. In der Oberstufe erhält jeder Sieger im Zwölfkampf einen Kranz, ebenso jeber, der nur im Reunkampf herauskommt, die Mittelstufe ist mit nur 15, die Unterstufe mit nur 10 Kränzen ausgestattet, denn der schlichte Eichenkranz muh dem deutschen Turner eine hohe Auszeichnung bleiben. Das Gaufrauenwetturnen am 28. Mai in Bad-Rauhe im ist in das Programm der Kurverwaltung ausgenommen worden. Die Keulenübungen wurden nach Musik durchgeturnt. Sondervvr'iührungen der einzelnen llZereine sind sehr erwünscht und werde?? mit Wertung und Urkunden ausgestattet. Bei den volkstümlichen Wettkämpfen in Len Bezirke?? werden auch die Schüler (geb. 1908 und spater) ihre Kräfte messen können, aber schwächere Jungen sollen wegen der Gefahren der UeberanstrLngung sich noch nicht zum Kampfplatz drängen. Die Gau- turnfafctf, die erste wieder nach langen Jahren, wird unsere Turner am 3 September noch einmal zusammenführen und zwar in dem gastlichen Riederwöllstadt, dessen Turnerschaft alles tun will, um den Gauveranstallungen dieses Jahres einen würdigen und freundlichen Llbschluh zu geben Möge die Arbeit des Tages, die mit ihren mannigfachen Hebungen und eingehenden Besprechungen erfi gegen 6 Uhr erledigt war, ihr Teil zur körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend beitragen.
* * Richt identisch. Herr Herrn Grass bittet uns. mitzuteilen, Laß er mit dem in nuferem letzten Schöffengerichtsbericht genannten Fensterputzer nicht identisch ist.
Boruotizen.
— Tageskai ender für Montag. Stadttheater, 8 Uhr: Vortrag über „Die Meistersinger von Rürnberg". — Astoria-Lichtspicle, ab heute: „Die Lodesleiter". „So'n Teuf eichen" und „Muttersegen im Tierreich". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, ab heute: „Aus dem Schwarzbuch eines Polizeikommissars" und „Dedaure, besetzt!".
— Aus dem Stadttheaterbureau. Georg Engel, der Dichter des Dramas „Ueber den Wasser??" ist ein populärer Autor, der faum einer besonderen Einführung bedarf. Man darf der morgen und übermorgen st all findenden Aufführung des Dramas ?nit größtem Interesse entgegensehen. Hauptdarsteller sind die Da?ne?i Rubner, Marcks und die Herren V o l ck, Juhnke und Dechst ein. Regie: Adolf Te- leky.
Wettervoraussage
für Dienstag:
Zunehmende Bewölkung, noch meist trocken, etwas ?nilder, über Süden nach Westen drehende Winde.
Von der biskayschen Küste drängt eine starke Depression östlich vor. Unter ihrem Einfluß werden wir mit wolkigem Wetter, später mit Niederschlägen in Schauern rechnen müssen.
Landkreis Gietzen.
s. Treis a. d. Lumda, 10. April. Welche fabelhafte Höhe die Preise allmählich erllim?nen, zeigt folgende Tatsache: Einem hiesigen Händler bot jemand für eine Kuh 30 0 0 0 Mark und — bekam sie nicht. Da wundert es uns nicht mehr, wenn das Pfund Butter 60 Mk. und mehr kostet.
Egoismus, wie er un breiten Bürgertum wuchert, darbend und leidend für die Heranbildung einer edle?? Minderheit, ohne Rang und ohne Parte?, gelang es ihm um so seltener, für sich und feine Taseinsbedingungen Verständnis zu finb.-n, als er mit fest formulierten Forderungen materieller wie moralischer Art für das, was ihm die Sache der Wahrheit tour, aufzutreten pflegte. Und die heftige Anfpannung seines harten Willens brachte in ihm einen Eifer hervor, der mit der gleicher, Macht, mit der er all seine Kraft auf hohe Ziele sichtete, alles Entgegenstehende zurücktrieb Das äußerle sich früheren Freunden gegenüber z?- weilen in sehr herber Art durch Abbruch von allen Beziehungen, wenn diese seinen Erwartungen für seine Pläne oder seine Person, die er gleichgcachlet wissen wollte, nicht entsprachen. Sem Handeln, obwohl ununterbrochen auf das Allgemeinwohl gerichtet, ward doch nicht immer durch abgeklärte Einsicht, sondern mitunter allzu febr durch leidenschaftliche Empfindung beftimmt. Du er sich stets mit seiner ganzen Natur in die Bresche warf, schoß alsdann sein Eifer über das Ziel hinaus, setzte sich allzu verwegen über Personen und Einrichtungen hinweg. Auch Langbehn hat die Klippe nicht immer gemieden, die allen Hochstrebenden droht, daß sie nämlich eine gewiss? Gewalttätigkeit üben gegenüber Weggenossen, welche ihrem hohen Flug nicht folgen wollen oder können. Au-ch bei ihm gab sich bisweilen neben dem „Prinz Tugendsam", der er in der Tat war, der „Prinz Uvbermut" tu?tb, der in vorwärtsdrängendem Kraftgefühl den Bogen übrrspannte — altnordischer Zornes mut, der allzu viel auf sich selber setzte und allzu schroff aburteilte. Aber im allgemeinen wurde seine Lebensführung durch Hugo Besonnenheit bestimmt.


