Druck und Verlag: Brühl'sche Univ.-Buch- und Äeindruckerei H. Lange. Zchriftleitung, Seschästrstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7
die an dec Konferenz von fl Cannes teilgenommen
für die Friedensbesprechungen zu bc-
zu Tag. Sie seien ausschließlich auf
wjets seien jeden Vertrauens unwürdig.
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(E in scharfes deutsches Dementi
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bittet die euroPa stimmen.
Kleinen nicht Pflicht,.sich v ferenz selbst e i n st i m m u
nur Die an- an* von den
or begründet. Wie könnten Grotzbritannrrn Italien nutzbringende Absatzgebiets tn einem ierten Lande finden, in dem niemand, weder Staat noch Die Privaten, mehr die Mittel
unmoi «lisch, sondern auch ein Wahnsinn Solvt« ts, die Herr Facta als Regierang erlern xn wolle, seien selbst in Ratzland nicht erfan nt, und ihre Autorität verringere sich
Tag Terr und ruht der.
ernehmen zu lassen. Auf der Kon- Eonnte eine erfreulich: Heber«
foati jen zu bezahlen Die Furcht, Deutschland könne sich des russischen Marktes bemächtigen. Ui eine Sch imäre. Der russische Markt werde erst wieder er» lfnet werden, wenn Rutzland von Männern reg zert wird, die genügend CB:rtrauen erweckten, Dr nit man ihnen Kredit gewähren könnte. Dr:
n g der Ansichten der Delegationen ^en Linie festgestellt werden. Die
Nr. 85
Erscheint täglich, nutzer Sonn» und Feiertags, mit berSomstaqsbeilage: GiehenerFamilienb lütter Monatliche vezuarpreise: Mk. 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch dicPost Mk. 17.50, auch beiNicht» erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift jur Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen.
postschealonto:
Sranffnrt a. M. 11686.
eingetroffen.
Die Ankunft der Nüssen.
Oen ua, 9. April, fl^efani. Die russische Relegation wurde h» mte im Königlichen Palais vom Ministerpräsidenten Tasta und dem Minister des Aeuhern Schanz er empsangen. Die Unterredung dauert L etwa eine Stunde und war von großem Rutzeti,, denn sie bewies, Dah die Rusen von versöhnslichem Geist und dem Willen zur Mita rbeit erfüllt» sind. Die Besprechung behandelte namentlich die Haltung, die einzunehmen ist. um im allgemeinen den Erfolg der Konferenz zu sicher.it.
Die Abordttnnfl. dcS Völkerbundes.
Genua, 9. April . Stesani. Die Abteilung des V ö l k e r b u n d e s, die der Konferenz beigeordnet ist, ist hier e ingetroffen. Sie steht unter der Führung des rlieners Attolico, de8 stellvertretenden Sekretär:s des Völkerbundes. Die Abordnung besteht > aus dem Franzosen Haas, dem Engländer CHU® n und dem Polen Rackman.
Bnudesrat ^Lchulthest über die .^onsere!» z der Neutralen.
150 Pf.: für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 450Ps. Bei Platz» Vorschrift20 „Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen
gegen Poincar^.
Berlin, 8. April. (WB.) Amtlich. Der .anzösifcheMintsterpräsrdent machte jt tz. April im Rühmen der D Tratte über die Re-
zweifellos bekannt sein mutz, ilt dec Bericht, aus den sich der Ministerpräsident bei diesen Mitteilungen stützte, in allen Einzelheiten von Anfang bis zu CnDe er - s u n d e n. Man darf erwarten, datz die Kommission für die offizielle Richtigstellung Derartiger, nur Der Verhetzung Dienenden tönformationen aus offenbar unterrichte'.er, unverantwortlicher Quelle Sorge tragen wicD. ,
als £i jung für Die Wiederbevölkerung Europas. 3m üI rrigen sei eine Ki>mbination, Die auf einem
Abkon imen mit Den Sowjets beruhe, nicht
Montag, io. April 1922 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf.auswärt«
halb eines Zeitraumes von drei Wochen Vertreter zu Friedensverhandlungen zu entsenden Die Regierung des Sultans bedauert, aus Gründen dec ösfentlichen Ordnung Konstaniinvpel als Verhandlungsort nicht annehmen zu können und alliierten Mächte, eine Stadt in Ost -
Erstes Blatt f'V 2. Jahrgang
SietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
haben, sitzen werden. Die übrigen Teilnehmer an Der Konferenz haben ihre Sitze an zwei länglichen Tischen und fcttD in alphabetischer Reihenfolge noch in zwei Gruppen geteilt. Die deutsche Delegation sitzt «am Ende des einen Tisches, zunächst Dem Pcö.lidententisch. Mit den Vorläufern Der deutschen v Delegation ist gestern abend auch die holländische Delegation
zur Stunde nod h nicht über Die wünschenswerte AuMärung übe/ r Die Absichten der zu Der Konferenz einladend )en Mächte. 3n Genua erwarten wir zunächst üj. re Anregungen unD toetDen uns nicht vorDrängl en. Aber es kann auch eine Lageentste h e n, i n d e r d i e Au f f a s f u n g Der S6)wei ,zer klar und deutlich ge- agt werde >n mutz, denn es handelt sich nicht nur um das ^Schicksal der Grohen, sondern um Das Schicksal • aller, und deshalb haben auch Die nur das Recht, sondern auch die
Der Reichstag und die Not der Presse.
Der Hohe Reichstag scheint am Freitag der Rede des Präsidenten Lvebe über die Rotlage der Zeitungen und der darauf gefolgten Regierungserklärung nur halb, oder vielleicht noch nicht einmal halb, zugehört zu haben, wenn man in der „D e u t s ch e n T a- geszeitung" liest, das) die meisten Abgeordneten beim „Monvlog" Loebes schon dabei gewesen wären, das Reichskursbuch zu durchblättern, um für die Osterferien ja noch den nächsten Zug in die heimatlichen Penaten zu erwischen. Das genannte Blatt macht dann weiter folgende zutreffenden Bemerkungen:
Da man indessen schon Dem Ochsen für ein gutes Stück Rindfleisch dankbar ist, so wollen wir auch dem Reichstag Die Anerkennung dafür nicht versagen, dah er tat, was er zu können glaubte, und den oben erwähnten Antcäg beschloß. Wonach also nunmehr Die verehrliche Reichsregierung das Wort hat. Die Reichsregierung, Die bishw schon immer von Verständnis und Wohlwollen für Die Presse troff. Die in ihren Verkehrsressorts eine so großzügige Tarifpolitik betreibt, und Die jn Ergebung Dem Fiskalismus Der waldbe- sitzenDen unD papierholzliefernden Einzelstaaten zusieht. Datz es einen Hund jammern kann um das rührende Bild. Der R e ich s p o st m o l o ch hat neulich erst wieder das Gehege seiner Zähne geöffnet, um zu verkünden, datz Die Beförderungsgebühren für Die Zeitungen viel zu niedrig seien, und datz sie spätestens zum 1. Juli erhöht werden müßten weil sonst ein Vakuum in seinen beträchtlichen Crngeweiden einträte. Er ist sich Dabei ungemein kaufmännisch vorgekommen: aber dafür kann nichts. Denn das Kaufmännische — heiliger Sankt Stephan — sind ihm böhmische Dörfe.r Ansonsten nämlich würde er sich überlegen, datz Die Presse nicht blotz Durch die Zei- tungsbesörderung sein Kunde ist. sondern durch Briefe. Telegramme. Telephone unD Durch Die Vermittlung eines höchst umfangreichen postalischen Verkehrs jeDer Act. Es gehört schon Die ganze Borniertheit Der postalischen Burcaukratie dazu, um Die Rolle Der Presse a ls Zu bringerin für Den Po st verkehr zu Der- kennen oder zu ignorieren und ihr eine Einzel- rechnung auszumachen über irgendein Eckchen, an Dem sie einmal Die Leistungen Der Post ohne volle Barzahlung in Anspruch nimmt. Raturge- wäh kann sich Der Herr Reichseisenbahnmoloch bei seiner erheblicheren Gefrätzigkeit von seinem Post- kollegen nicht beschämen lassen. Deshalb tut er, als hinge seiner Seele Seligkeit — obwohl sie längst rettungslos Dem Defizitteufel verschrieben ist — von Den heutzutage paar lumpigen Millionen ab, Die ec aus Der höheren Eintari- fieru’ng des Druckpapiers in sich hineinschlingt. UnD Die verehrliche Zentralregierung, vertreten durch den Herrn Hirsch vom Reichswirtschaftsministerium. fanD letzthin, es habe keinen Zweck mit den paar Millionen zugunsten Der Presse anzufangen, Denn kleine Mittel nutzten nichts.'* , r
Es ist nicht wahr, Dah es feine grohen Mittel gäbe, um Der Presse zu Hilfe zu kommen, unD 5ah Die kleinen Mittel nichts nutzten. Diese Behauptung ist lediglich Der Ausfluh eines bureaukratischen quieta non movere, das selbst Durch die offentunbiac Katastrophenlage des Deutschen Zeitungsgewerbes bisher nicht zu erschüttern gewesen ist. Es wäre immerhin Denkbar, dah diese Erschütterung jetzt Durch Den Antrag des Reichstages gelänge. Eie muh Dann aber vor allen Dingen und in erster Linie sich auf den Fiskalismus auswirken, der vom Reich und von Den walDbefitzenden Einzelst.raten zum Schaden Der Presse verübt wirb. Die paar platonischen Redensarten, Die Der Herr Reichsinnenminister. wohl aus GrunD seiner früheren
Explosionsunglück auf dem Hültenfriedhof in Gleiwitz»
G le,Witz, 9. April. (WTB.) Bei einer Durch suchung nach Waffen auf Dem Hütten- friedhof durch französische Truppen ereignete sich eine gewaltige Explosion. Die Leichenhalle und eine Gruft wurden in Die Luft geschleudert. Aus Dem Trümmerhaufen sollen bisher 2 3 Tote und 10 Schwerverletzte geborgen fein. Sipobeamte übernahmen Die Auf- räumungsacbeiten. Auf Anordnung Des Kreiskontrolleurs wurDen alle Kinos unD Theater geschlossen. Mit Der Verhängung Des Belagerungszustandes wirD bestimmt gerechnet.
Beuthen, 9. April (WTB.) Von authentischer Seite wird folgende SchilDerung Des Er- plosionsunglücks in Gleiwitz gegeben: Als heute kurz nach 12 älhr auf Dem HüttenfrieDhof französische Besahungstruppen in einer alten Gruft nach Was f en suchten, stietzen sie auf Minen. Die in Die Luft flogen. Dabei sinD 1 5 Franzosen getötet worden unD 10 wurDen schwer verletzt. Eine Abordnung Der alliierten Besahungstruppen begab sich an Die Unfallftelle zur Untersuchung Des Tatbestandes.
bundes Ei, rtrag tun Dürften, Dessen weitere Entwicklung » alle vertretenen Rationen lebhaft wünschten.
Ein ft «nzösisches Stimmungsbild.
Pars .s, 9. April. (WB.) Das .Journal Des S eJ so t d“ schreibt zu Der Konferenz von Genua: ! Die Deutsche und Die russisch: Delega "tion kommen mit Der sehr bestimmten Absicht m ach Genua, Die Einigkeit Der Alliierten zu spreng en unD Das Durch Die FrieDensverträge getroffen« europäische Statut zu vernichten. Sie würden t ielleicht gezwungen werden, zu indirekten unD tüifl Ischen Mitteln ihre Zukunft z i nehmen. Diese se ien gefährlicher als Die Direkten Ver- stotze. >ch ie würden ein günstiges Terrcnn bei einem Teil De r englischen und italienischen Delegierten firiZ en, höre man doch mit Erstaunen, Datz ein M < 3nn wie Minlster Ehurchilr das Heil« .ittel gegen die wirtschaftliche Unordnung v "er Welt in einer französisch-englisch- Deutschen Entente erblicke. Das sei Die 5‘h tirat Des Karpfens mit Dem Kaninchen
Zugehörigkeit zur Presse, kürzlich gemacht hat, können Darüber nicht Hinwegtäuschen, Datz Die Praxis Der Regierung bisher von einer nicht zu überb etcnden Prefsefeindtichkeit gewesen ist. Dieser Tatsache gegenüber wäre es sehr znOckmätzig gewesen, wenn Der Reichstag ihr etwas mehr Dampf aufgemacht hätte. Hosienllich nimmt er dazu wenigstens Dann Anlatz, wenn Die momentan heftig gadcrnDe Reichshenne ihm nach Den Ferien Den verlangten Gesetzentwurf in Gestalt eines Windeies Darbieten sollte.
Die Tagung des Deutschen Beamtenbundes.
Berlin, 8. April. 3n Der heutigen Sitzung des Bundestages des D e u t s ch e n B e a m t e n - bunDes gab Menne folgende Erllärung ab: 3m Ramen Der Reichsgewerkschast Deutscher Cisenbahnbearnten, Der R.ich postgewe k ch.isten und Des deutscherr Zuitizb.amteidnrDcs l-ave ich za erllären, Da?) wir bereit sind, an Der Klärung Der Lage dec Deutschen Beamtenschaft weiter mi: = zuarbeiten. Die genannten Geveckschrften verbleiben a'so b.im Deu schm Doamtenbund Zur Mabregelungssrage tourte folgende Entschsietznng einsti'nrnig angenommen: Der Bundestag des Deutschen Beamtenbundes 1 nimmt Kenntnis von De ■ . .usage nicht entsprechender Durchführung Der Matzregelung Der Beamtenschaft uuD eib.iät hierin eine für Die deutsche Beamtenschaft unerträgliche HerabtoürDiguag ihrer Stellung zum Volke unD zum Staat. Der Bundestag ertoartet seitens Der Regierung eine sofortige Behandlung Der Frage bei Matzregelung auf Den Grundlagen, Die durch das Wort des Reichskanzlers geschaffen wurden. Der Bundestag ist bereit, für Die Gemas) regelten bis zur völligen Klarlegung dec Frage einzutreten.
Berlin. 9. April. (Wolff.) Sn Der Tagung des Deut sche n Beamtenbundes wurde gestern em Antrag angenommen, Der besagt, Datz augenblicklich Die Schaffung eines festen Programms infolge Der neugeschafsenen (Situation im Teamtenbund unmöglich sei, datz aber Die Bundesleitung zunächst ein vorläufiges Programm auf GrunD Der Ausführungen des Tun- Desvorfitzenden Flügel ausarbeiten solle. Reben Flügel wurden Drei weitere VocsihenDe gewählt und zwar Zugführer G e r i n g h o f f von der Reichsgewerischach Deutscher E senboh rbeamten. Postsekretär Kugler von der Reichspostgewerkschaft und Oberregierungsrat ReiDhardt- München vom Bayerischen Beamtenbund. Aus Antrag des Reichsberbandes Der Polizcibeamten wurde in Den Sitzungen ausdrücklich ,estgelegt. Datz für Beamte Der Polizei ein Streik in keiner Form möglich sein Dürfe. Mit einer Ansprache Des Bundcsvorsitzenden Flügel wurde die Tagung geschlossen.
Bern, 8.Api chl. (WTB.) Bundesrat Schul- theh, einer der beiden schweizerischen Delegierten für die Gei luefer Konferenz, äutzerte sich über die Konferenz der (neutralen u. a. wie folgt: Die Bedeutung Dei Zusammenkunft der Sachverständigen und Dele gierten' der nordischen Länder, Hollands und «Sy-aniend darf nicht unterschätzt werden. Die Fühß rmgnahme ist sichtlich geeignet, die moralische: Stellung der am Kriege nicht beteilig t gewesenen Länder zu stärken und sie hat überdies erwiesen, wie viele Berührungspunkt: c. ja sogar gemeinsame Sntcrcffen fi -estehen. Auf Der Konfebenz von Genua werden T Dir keinen geschlossenen B l o ck bilden, s andern uns nur bestreben, mit allen übrigen T eilnehmern den Erfolg der Beratungen zu föi rdern. Wir Schweizer verfügen
Eine internationale Studenten- Konserenz in Leipzig.
Leipzig, 8. Llprll. (WTB.) Heute vormittag wurde die internationale Studentenkonferenz, zu der Vertreter aus etwa 15 Ländern sowie von verschiedenen ausländischen Studentenorganisationen erschienen sind, im Senatssaal der Universität feierlich eröffnet. Als Vertreter dec Reichsregierung waren Reichs- Minister des Snnern, Koster und Staatssekretär Schulz erschienen. Der Vorsitzende des Auslandsamtes der deutschen Studentenschast
Der Beginn Der Konferenz von Genua.
Genua, 8. Zlpril. (Spezialbericht dcS Vertreters des W.T. D. in Genua.) Dei herrlichem Sonnenschein und sommerlicher Wärme empfängt die rcichgeschmückte Stadt die zahllosen Gäste, die die europäische Wirtschaftskonferenz bilden und mit mehr oder minder guten Reden begleiten sollen. Für ihre Aufnahme und ihre Berufsarbeit ist das möglichste geschehen, aber noch ist alles im wirren Durcheinander und die Verhältnisse beginnen sich erst langsam zu klären. Die amtliche italienisäie Welt trat heute mittag beim Emch fang Lloyd Georges feierlich in . die Erscheinung. Der Andrang der Bevölkerung war nicht übermäßig und die Begrühung zeigte nicht allzuviel von südlicher Lebhaftigkeit. Aber die ganze Stadt scheint in freudiger Erregung der Dinge zu harren, die da kommen und ein neues Blatt in den geschichtlichen Ehrenkranz Genua cinfügen sollen. Die 70 0 Journalisten aus aller Herren Länder sind schon ziemlich vollzählig eingetroffen und in der Casa di Stampo, dem Pressehause, zeigt sich das Leben und Treiben eines Bienenkorbes. Die deutsche Delegation wird erst morgen erwartet. Der Pressechef der Reichsregierung mit seinem Stabe ist aber schon seit einigen Tagen hier. Die Delegation selbst wird im Edenhotcl und im Bavariahotel absteigen, während die Vertreter der deutschen Presse in der Hauptsa6)e in zwei Zvurna- ' listenhäusern <nm Strande untergebracht sind.
Die politische Stimmung ist etwas skeptisch, aber man ist sich auch klar darüber, datz die Arbeit von Genua nicht verloren zu fein braucht, wenn sie auch nicht unmittelbar greifbare Ergebnisse zeigt. Die Aufgabe einer Befreiung der Welt von den zerstörenden Rachwirkungen des Krieges und der Friedensdiktate ist ja so ungeheuer groß, das) sie an und für sich nicht mit einem Schlage gelöst werden kann und dah es schon nichts Geringes ist, auch nur einen ersten Schritt zu ihrer Lösung zu machen.
Die Ankunft des Reichskanzlers mit der dcntschen Delegation.
Genua. 9. April. (WTB.) Die deutsche Delegation unter Der Führung Des Reichskanzlers Dr. Wirth ist beut: abcnD 8 ilbr 10 Win. hier eingetroffen. Sie wurde auf dem Bahnhof von Handelsminister Rossi, Dem Gesandten Depreti vom italienischen Auhenministe- rium, dem Präfekten Roggi und dem Generalsekretär der Konferenz, ferner vom deutschen Botschafter in Rom. Frhrn. v. Reurath, und den bereits hktzr anw:senden Mitgliedern der Rutschen Delegation begrübt. Der italienische Ministerpräsident Facta und der Autzenminister Schanze r, Die ebenfalls zum Empfang nach dem Bahnhof gekommen waren, trafen die deutsche Delegation dort nicht mehr an, da der Sonderzag früher als vorgesehen cingetroffen war. Die beiden Minister fuhren Darauf nach dem EDenhotel, wo Die deutschen Delegierten abgesilegen sind.
Genua, 9. April. (WTB.) Unmittelbar irach der Ankunft vom Bahnhof erschienen im Hotel beim Reichskanzler unD beim Autzenminister Der italienische Ministerpräsident Fac ta und der Autzenminister Schanz er unD hatten mit dem Reichskanzler und dem Autzenminister eine längere Besprechung über das Pro- gramm der Konferenz, über die Kommis- sionöbildung und über die zu haltenden Reden. Voraussichtlich wird Reichskanzler Dr. Wirth in dec Diskussion morgen das Wort ergreifen. Die Dauer Der Konferenz wird sich auf etwa vier Wochen erstrecken. Währercd der iDfterfcicrtage soll die Konferenz durchgesilhrt werden mit Ausnahme des Ostersonntags. Der als Ruhetag angesehen wird. Die deutsche Regierung wird, wie alle G r o h - »macht e, durch fünf Delegierte vertreten sein. Diese Delegierten sind: der Reichskanzler Dr. Wirth. Autzenminister Dr. Rathenau. Finanzminister Dr. Hermes, Reichswirtsschafts- minifler Schmidt, Reichsbankpräsident Havenstein. An Der Tafel Der deutschen Regierung werden noch sitzen die Staatssekretäre, der Ministerialdirektor Müller, autzerdem der bayerische Staatsrat Dr. von Meinel und dec pceuhische Vertreter Geheimrat Fellingcr. Von den Sachverständigen wird nur eine beschränkte Zahl an Der morgigen Eröffnungssitzung teilnehmen. Es werden vier Kommissionen gebildet: eine allgemeine Kommission, eine Wirtschaftskommission, eine Finanzkommissipn und eine Kommission für die Verkehrsfragen. Deutschländ wird in allen diesen Kommissionen mit zwei Delegierten vertreten sein.
Die Tifchordnung.
Genua, 9. April. (WTB.) Spezi.rlbericht des Vertreters des WTB. Gestern abend wurde eine Konferenz zwischen den italienischen Ministern de Facta und Sch anz e r und Lloyd George abgehalten, in der, wie man annimmt. Der Verlauf Der morgigen Eröffnungssitzung festgelegt worden ist. Wie verlautet, wirD Minister- vräsiDent de Facta die Eröffnungsrede halten, worauf Lloyd George als der Vater der Konferenz antworten und den Antrag stellen dürfte, Dah De Facta auch weiterhin Die Leitung Der Konferenz übernimmt Die Verteilung Der Sitze ist in der Weise geregelt, datz an einer Art
Die Türkei und der Friede.
Konstantinopel, 8. April. (WTB.) Marschall Izzet Pascha übergab Den alliierten ^Kommissionen in Konstantinopel die Antwortnote der türkischen Regierung. 3n dieser wird zunächst den alliierten Mächten für ihren wohlwollenden Vorschlag zur Wiederherstellung des Friedens im Orient gedankt Die Rote erklärt dann, die Pforte fei bereit, inner»
auf der gaj ^en Linie festgestellt werden. Die Konferenz be schäftigtL sich u. a. mit der russischen Siage, mit v cn finanziellen Problemen, der Welt- wähcung, d< n Krediten, den Wechsellltrsen, dem international len Finanzkonforiium und den allgemeinen 3 )andelsbeziehungen. Man war 'der Meinung, d -ah die Beschlüsse der Konferenz von Genua in 8 einer Weise der Aufgabe des Völker-
Präsidiumtisch"Die fünf einladenden Mächte,I gierangsvorloge betreffend Die achtzehnmvnattgc * * "' " Militärdienstzeit in Der französischen Kammer
| Mitteilungen über Die angeblich: militärisch: Ausbildung dec bayrischen Schuhpoltzer. Zudem er sich auf eben empfangene Be ichte berief, erklärte er, Die Angehörigen Der „Poltzei- wehr" würden, um ihre militärische Ausbildung gcheimzuhalten gemeinsam mit Der Reichswehr ausgebildet. Die Regimenter, Denen sie ungegliedert würden, versorgten sie mit militärischer Ausrüstung, Die sich in nichts von Derjenigen Der Reichswehr unterschciDe. Die Münchener „Polt- zeiwehr" hab: eine öliabteilang von Drei Kompagnien gcbilDct, Die nach Dem Reglement Des 19. Zäger-Regiments in Kempten ausgebildet werde. Um Die militärische AusbilDung zu verschleiern, habe man jener ©liabteilang privaten Charakter gegeben unD sie „Laponia', nach „LanDes°Poli.;ci', genannt Die Angehörigen der Schutzpolizei nähmen an Den Lehrkursen Der 3n- fanteru1±/ule Der Reichswehr teil Dr: in Den militärischen Spezi< IDienstzweigeu au:g:tilöet:n Potizeibnmten beteiligten fig> regelmäßig an Den Hebungen Der Reichswehr. Um Di: militärische Ausbildung auch Derjenigen Polizeibeamten zu sichern, finDe von Zeit zu Zeit ein Austausch statt. Hierzu wird fest gestellt: Wre ae.ch der inteva liierten Militärkontr^l kommissron


