getreten. Sam man habe sich hauptsächlich mit innenpolitischen Angelegenheiten beschäftigt.
Paris. 8. Rov. (WTB.) Der „Oten Bork Herold" berichtet aus Äeuhork: Die d e m v k r a- tischePartei hat einen glänzenden Sieg davongetragen. Die Ergebnisse, die um 10 ^Ihr abends vorlagen, liehen erkennen, daß die Republikaner eine große Anzahl von Sitzen im Re- präsentantenhause und mindestens einen Sih im Senat, des Senators Calder in Reuhork. an die Demokraten verloren haben. Rach Schluß der Abstimmung, die in Reuhork im 7 Mr abends stattfand, hat man sich Rechenschaft davon abgelegt^ dcch die demokratische Partei den Sieg davon- gctraaen hat.
Paris, 8. Rov. (WTB.) Havas berichtet aus Reuhork, der Demokrat Smith wurde zum Gouverneur des Staates Reuhork gewählt. Er hat also den augenblicklichen republikanischen Gouverneur Miller geschlagen.
Gras Drockdorsf-Rantzaus Antrittsbesuch in Moskau.
Berlin, 7. Rod. (Wolff.) Der deutsche Botschafter in Moskau Graf Brockdorff- Rantzau hat am 6. Rovember bei einem feierlichen Antrittsbesuch ein Beglaubigungsschreiben dem Präsidenten des Zentralexekutivkomitees. Kalinin, überreicht. Bei dieser Gelegenheit hielt der Botschafter eine Ansprache, in der er sagte: Mit meinem Können und meiner Person werde ich mich dafür einsetzen, und beweisen, daß der Bertrag von Rapallo eine neue Aera für das deutsche und das russische Volk eingeleitet hat und damit nicht nur für Europa, sondern für die gesamte Welt.
Die Antwort des Präsidenten Kalinin lautete u a.: Durch den Abschluß des Rapallo- Vertrages, der dem Geiste und der Forderung der Zeit sowie den Interessen beider Staaten entspricht, geben das deutsche wie das russische Volk der Lesamten Welt ein Zeugnis uneigennützigen Vertrauens. Rur ein solches Vertrauen vermag die Basis für wahrhaft freundschaftliche Beziehungen zu bieten und der ganzen Welt den einzig gerechten Ausweg aus den Schwierigkeiten und dem Chaos zu weisen, die sich aus dem furchtbaren und sinnlosen Kriege ergeben haben. Der Weg freundschaftlicher Beziehungen und wirtschaftlicher Annäherung, den das deutsche und das russische Volk betreten haben, ist fest vorgezeichnet. Dieser Weg bleibt unverändert bestehen unbeschadet aller äußeren Einwirkungen und Zufälligkeiten und unbeschadet der Beziehungen, die von den beiden Völkern mit anderen Staaten sich entwickeln können.
Aus dem Reiche.
Zur ErnährimgSlagr.
Berlin, 7. Rov. In der heute vormittag avgehaltenen Hauptversammlung des deutschen Landw i r t s chaf L s rat es kam es zu einer lebhaften Ausspvachr über die ernste Ernährungslage. Staatssekretär Hein- r i ch vom Reichsernährungsministerium charak- teiificrte die augenblickliche Situation folgendermaßen: Bei der Versorgung der Bevölkerung mit M a r k e n b r o t ist darauf hinzuweisen, daß wir schon heute zu ihrer Aufrechterhaltung mehr Brotgetreide einführen als im Vorjahre. Da die öffentliche Hand immer mindestens 6 Wochen vorher im Besitze der zur Verteilung notwendigen Gctreidemengen sein muß, so wird am Anfang des nächsten Jahres mit ernsten Schwierigkeiten zu rechnen sein. Das erstandene Auslandsgetreide in Verbindung mit den jetzt ein geb rächt en Umlagemengen des Reiches reicht gerade bis in die ersten Tage Les Januar. Staatssekretär Heinrich richtete im Ramen der Reichsregierung den dringenden Appell an die Landwirtschaft, die Ablieferungen des ä2mlagrgetreides soweit als möglich zu beschleunigen.
Die Erhöhungen der Dramteubezüge.
B e r l i n, 7. Rov. Im Äeberwachungs- uusschußdes Reichstags wurden in Form eines Gesetzentwurfs als sechster Rachtrag zum Reichshaushaltsplan für 1922 die neuen Erhöhungen der Beamtenbezüge bewilligt. Demnach wird ab 1. Rovember 1922 zu den Grundgehältern, den Diäten, dem Ortszuschlag und den Kinderzuschlägen ein Teuerungszuschkag von 49 vom Hundert ausgezahlt. Hierzu kommt jgn Frauenzuschlag von monaMch 1000 Mk.
Der Schiedsspruch im Duchdruckgewerbe.
Berlin, 7. Rov. (WTB.) Rach den heute vor dem ReLchsarbeitsmimster geführten Verhandlungen über den von den Arbeitgebern abgLlehn- ten Schiedsspruch im Buchdruck- und Zeitungsgewerbe wurde auf Antrag der Arbeitnehmer der Schiedsspruch vom 2teichs- arbeitsminister für verbindlich erklärt.
Der Wechsel im badischen Ministerium.
Karlsruhe, 7. Rov. (WTB.) Der Badische Landtag ist heute zu einer neuen
Die Herweghs.
Tine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.
33. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
„Du kannst doch nicht verlangen, daß ich mein letztes Armband versetze oder einen Proleten heirate," sagte Liane gekränkt.
Diese Toiletten und Reifen betrachtete sie als Geschäftsspesen. Wenn sich Liane einmal verheiratete, bekam er ja alles zurück.
Herbert hatte auf einmal auch Wünsche, er brauchte Lackstiefel zur Tanzstunde oder wollte einem Freund Geld geliehen haben, was zwar bei der nüchternen Lebensanschauimg des Lümmels unwahrscheinlich war: er hielt immer feine lange Hand auf . . .
seine Mutter kam, mit diesem Ausdruck halber Verlegenheit auf dem hübschen Gesicht, und sic ihn in seinem Bureau aufsuchte. das waren für ihn die dunkelsten Stunden. Es war immer dasselbe Klagelied, dessen Melodie ihn schon als Junge geleitet hatte. Das Kapital war aufgezehrt, der Bankier hatte es eines Tages der erstaunten Frau von Herwegh mitgeteilt Es war fort, einfach fort. Und die Majorspension reichte gerade für die Miete.
Sie hatte nur Ernst, auf den sie bauen konnte, auf den sie sich verließ. Er gab, was sie verlangte, wenn er auch oft das Gefühl hatte, es sei nicht richtig, immer nur zu geben.
Aber seiner Mutter etwas abMchlo.gen, war ihm unmöglich
Lutz, der seines Rheumatismus in der (hitm Schulter wegen genötigt war, in diesem Sommer
Session zusammengetreten. Das bisherige Bureau mit dem Präsidenten Wittemann (Zentr.) an der Spitze wurde wiedergewählt. Zum neuen Minister für Kultus und älnterricht wurde an Stelle des zurückgetretenen Dr. Hummel Prof. Dr. H e l l p a ch von der Technischen Hochschule berufen. Die Wahl des Staatspräsidenten fiel auf den Minister des Inneren Remmele. die des Stellvertretenden auf den Finanzminister Köhler.
Aus Hessen.
Hilfsmaßnahmen gegen die Wintersnot.
rrn. Darmstadt, 7. Rov. Die »Rot Hilfe Hessen" ist ein von den verschiedenen Ministerien, dem Landtag und zahlreichen Behörden, den Oberbürgermeistern, Kirchen, Schulen, Gewerkschaften, Fraucnvereinen usw. unterzeichneter Aufruf benannt, der durch den Landesausschuß im Verfolg der gestrigen ersten Sitzung erlassen wurde, und in welchem zur Sammlung von Spenden in Raturalien oder bar aufgefordert wird. In der gestrigen Versammlung gab der Staatspräsident Älr ich ein Bild der schwierigen Lage. In näheren Ausführungen teilt Ministerialrat Emmerling mit, daß der Finanzausschuß vorbehaltlich der Genehmigung des Landtags den Betrag von 20 Millionen Mark bewilligt habe. Das Schwergewicht der Gesamtaktion liege bei den örtlichen Organisationen. Llls Grundsatz gelte, daß die örtlich gesammelten Mittel in erster Linie zur Linderung der örtlichen Rot Verwendung finden. Zur Beihllfe werden angerufen die Handelskammern und die Landwirtschaft, Arbeiterschaft und Beamten sollen Stundenlöhne bzw. Sammlungen bereitstellen, Kirchen und Schulen sollen Kollekten und Sammlungen erheben. Die Eisenbahnen sollen zur Ermäßigung oder zum Erlaß der Frachtsätze im Rahmen der Hilfsaktion angegangen werden. Die Regierung wird das Hilfswerk mit allen Kräften unterstützen. Allseitig wurde das von der Regierung vorgeschlagene Programm gebilligt u-id Hilfe zugefagt. — Für die Stadt Darmstadt haben die Frau Staatspräsident Nlrich, sowie Frau Oberbürgermeister Dr. Glässing zu einer ersten Versammlung auf Mittwoch Einladungen ergehen lassen.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 8. Llovember 1922.
Die Wahlvorschläge
zur Provinzialtags- und zur Kreistags-Wahl am 19. Ro vember werden im neuesten Amtsverkündigungsblatt zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Für die Provinzialtagswahl find insgefamt 20 Wahlvorschläge eingelaufen. Davon entfallen auf die Demokraten 5, auf den Hessischen Bauernbund und die Deutschnationale (Hessische) Dolkspartei 6, auf die Deutsch? Bollspa rtei ebenfalls 6. Diese Wahlvorschläge stammen aus den verschiedensten Bezirken der Provinz Oberheffen. Die Wahlvorschläge jeder Partei sind unter sich verbunden. Der Hessische Bauernbund und die Deutfchnativnale (Hessische) Vollspartei, sowie die Deutsche Vollspartei haben sich ja für ihre Wahlvorschläge mit der einfachen Derbinbung begnügt, die Demokraten der Bezirke Büdingen und Friedberg, sowie Gonterskirchen- Alsfeld haben ihre Vterhlvorschläge als eng verbunden erklärt. Je ein Wahloorschlag liegt vor vom Zentrum, von der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei und von der Kommunistt- schen Partei. Eine Listenverbindung ist von feiner dieser Parteien gemeldet Wörden.
Für die Kreistagswahl liegen insgesamt 6 Wahlvorschläge vor, die — nach der Reihenfolge der amtlichen Bekanntmachung — ausgehen von den Kommunisten, den Sozialdemokraten, dem Zentrum, den Demokraten, der Deutschen Vollspartei, der Deutschnationalen Vollspartei und Hessischen Bauernbund. Verbunden sind, die Listen der Deutschen Dollspartei und der Deutschnationale^ Volkspartei- Hessischer Bauernbund, ferner die Listen des Zentrums und der Demokraten. Die Linksparteien sind keine Listenverbindung eingegangen.
Der Umlauf des hessischen Notgeldes.
Das hessische Ministecium für Arbeit und Wirtschaft gibt bekannt:
„3m Einvernehmen mit dem Herrn Reichsfinanzminister ist die Umlauf szeit des von der Provinz Oberhessen und den Städten Darmstadt, Mainz und Worms neuerdings ausgegebenen Rotgeldes bis zum 15. Dezember lfd. Is. verlängert morden. Die Verlängerung gilt auch für diejenigen Scheine, auf denen ein früherer Ablauf der Frist ausdrücklich vermerkt ist.
Soweit die für einzelne Rotgeldausgaben bewilligte Llmlaufszett erst nach dem 15. Dezember lfd. Is. abläuft, verbleibt es bei dieser für den Einzelfall bestimmten Frist."
eine gründliche Kur zu gebrauchen, hatte sich im Palast Hotel einquartiert, wo warme Quellenbäder verabreicht wurden. Er wollte Mama keine Umstände machen, er, mußte früh baden und rnurde massiert, und das Herweghsche Haus war auf Frühstücke bei Tagesgrauen nicht eingerichtet. Er hatte fein Reitpferd mitgebracht.
„(junge, Junge, das haben Sie sich sein eingerichtet!" Der General klopfte Lutz auf die Schulter. „Ra, denn man zu, genießen Sie Ihr Leben, es ist ohnehin so kurz. Und wenn ich mal was sehe, ich drücke beide Augen zu."
Der alle Herr spielte dabei auf gewisse Damen an, mit denen man Lutz früher in der Dämmerung oder bei bengalischer Beleuchtung am Kurhausweiher gesehen hatte. Er ahnte nicht, warum Lutz etwas zusammenzuckte. „Ree, alter Herr. Ich such' mir jetzt ’ne Frau. Wir werden solid."
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■Sertoegb hatte sich schon in München viel mit gerichtlicher Medizin beschäftigt und mit besonderem Interesse diese Vorlesungen besucht. In seiner Bibliothek sammelte er hauptsächlich anssen- schaftliche Abhandlungen berühmter Psychiater über die Fragen der Behandlung verwahrloster Kind-er und die Beurteilung liadlicher Verbrecher. Diese Rätsel hysterischer Epidemien in den Schulen, individueller Hemmungen und ihre Bekämpfung, der Einfluß des Altohvlge.msses der Eltern und Ahnen aus die Nachkommen, hatte er früher viel mit Doktor Rickert diskutiert Dieser behauptete, alle Verbrecher seien im Rausch erzeugt, we seien mit diesen Anlagen geboren und könnten für ihre Taten nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Ansichten seiner Kollegen gingen in diesen Tragen auseinander. Die meisten beschäftigten
Elsaß-Lothrrngische Woche.
Trost und Hoffnung zu spenden.der trauernden Mutter Germania, die um ihr verlorenes Kind Elsaß-Lothrmgen weint, das war die Devise des gestrigen Goethe-Abends der Elsaß-Loth- ringischen Woche.
Zur Einleitung sprach Frl. Karla Keller die „Zueignung". Der tiefempfundene Vortrag führte die zahlreich versammelte Zuhörerschaft in die Stimmung andächtiger Verehrung, die allein als fruchtbringender Boden für die Mitnahme der erhabenen Worte und Gedanken des Meisters vor- auszusehen ist. In diese weihevolle Stille erklangen dann betannte Goethe-Lieder, von großen Tondichtern in würdigen Kompositionen nachempfunden. Frau Dr. Wolff erntete reichsten Beifall für ihre hochwertigen Gesangesleistungen. Rach einem weiter nGeoichtvortragKarlaKellers ergriff Dr. Friedrich List Las Wort zu dem Thema „Goethes Deutsches Elsaß". Ausgehend von der Straßburger Zeit des jungen Goethe, die man als dessen erste wirklich dichterische Periode bezeichnen müsse, wies der Redner an einem literarhistorischen Aleberblicf nach, wie das Elsaß zu allen Zeiten kulturell mit dem deutschen Mutterlande aufs innigste terbunben gewesen sei und an allen seinen literarischen Dlüteepochen bestimmenden Anteil genommen habe. Der politische Raub Ludwigs XIV. habe das Elsaß yicht der deutschen Heimat zu entfremden vermocht. Erst die Zeit der französischen Revolution vollendete die Loslösung Elsaß-Lvthringens von Deutschland und den Anschluß an Frankreich. Der Militarismus unb Rationalismus der damaligen französischen Republik und des späteren Kaiserreiches als Träger großer Ideen habe die empfänglichen Herzen der Elsaß-Lothringer für das Land ihrer damaligen politischen Zugehörigkeit gewonnen und ein Band geknüpft, das durch das in den Reihen der französischen Armeen auf den Schlachtfeldern Europas vergossene Blut seiner Söhne Festigkeit erhielt. Damals ging Elsaß-Lothringen erst wirklich verloren und blieb es. von wenigen Ausnahmen abgesehen, bis zur Wiedervereinigung mit dem deutschen Reiche im Jahre 1871. Die Zeit von 1871—1918 nur streifend, leitete der Redner auf das Jahr 1918 über, da Elsaß-Lothringen zum zweiten Male Politisch verloren ging. Wieder habe französischer Militarismus und Rattonalismus von der urdeutschen Erde Besitz ergriffen. Doch diesmal stand nicht ein großer Gedanke hinter den Werken der französischen Politik und deshaD bleibe die Wiedervereinigung Elsaß-Lokhringens mit Frankreich nur ein flüchtiger Rausch, dem die Ernüchterung bald folgen werde. Das enttäuschte Land werde dann wieder mit sehnsüchtiger Er- rrartimg nach Deutschland schauen. Unb dort müsse man sich vorbereiten, um die völlige und endgültige kulturelle Verschmelzung zu ermöglichen. Ein Kampf mit kriegerischen Waffm sei uns Deutschen unmöglich gemacht: nur ein geistiger Kampf käme in Frage. Zu diesem sei das Volk der Denker wie kein anderes befähigt, wenn es sich nur von seinen großen Geistesherven und vor allem von dem größten unter khnen, Goethe, leiten lasse. Durch Goethe zum Elsaß — das müsse der WaMpruch des deutschen Dolles sein. Dann roerbc die kulturelle Wiedergewinnung Elfaß-LotHringens als Siegespreis erftritten werden Die politische Rückkehr zum deutschen Vaterland bleibe die schönste Hoffnung, die ein glaubensstarker und berechtigter Optimismus sich zum letzten Ziele setzen müsse. — Rach den mit großem Beifall auf genommenen Worten des Redners fand der eindrucksvolle Abend in einigen Gvetheli^)ern, gesungen von Frau Dr. Wolff, seinen 'Harmonischen Abschluß.
Noch mehr Papiergeld.
Wie das Berliner „Achtuhr-Abendblatt“ erfährt, werden zur Behebung der Zahlungsmittelnot demnächst die neuen 50 000 - Marknoten ausgegeben und die 500- Mark- und 1000-Markscheine stark vermehrt werden. Täglich würden 1 1 bis 12 Milliarden Mark neues Papiergeld in den Verkehr gebracht.
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** Amtliche Persvnalnachrichten. Am 30. Oktober wurden der Forstwart der Kommunalforstwartei KesselbachLondorf. Oberförsterei Habenau, Johann Kämmerer zu Londorf, und der Forstwart der Kommunalforflwartei Geilshausen, Oberforsterei Rabenau, Peter Wallenfels zu Geilshausen, vom 1. Oktober 1922 an unter der Amtsbezeichnung „ Förster" in den Staatsdienst übernommen. — Am gleichen Tage wurde der Kommunalforstwartaspirant Peter Oehlenschläger zu Olfen vom 1. ktober 1922 ab unter der Amtsbezeichnung „ Förster" in den Staatsdienst übernommen und ihm die Versehung der Försterei Olfen, Oberförsterei Beerfelden, übertragen.
sich nicht mit Psychiatrie. Das überließ man den gerichtlichen Psychiatern. Die Richter sahen es nicht gern, wenn sich die Advokaten als Hilfstruppen Aerzte hinzuzogen, welche ihre Rechts- urteile oft durch ihre wissenschaftlichen Belege wertlos machten.
„Wenn alle Verbrecher für geistig anormal erklärt werden," sagte der Lairdrichter, mit dem Herwegh nach der oityung heimging, „macht man am besten das Gericht zu. übergibt die Diebe und Mörder den Irrenanstalten, dann kann der Staat für sie sorgen und unsereiner hat wenigstens keine Arbeit mit ihnen."
Ss wehte Herwegh immer eine feindliche, kühle Lust entgegen, wenn er mit Juristen auf diese Fragen kam. Er fühlte das. aber dieses Ausweichen war nur natürlich, ein Richter durfte sich nicht in diesem Labyrinth verlieren.
Sein Kollege Ehrlich stand diesen Fragen skeptisch gegenüber. Er hatte die Praxis seines Vaters übernommen und führte sie ganz im Sinne seines alten Herrn weiter. Rur wa? er nicht so grab, sondern sehr korrekt und gewandt, und dafür bekannt, daß er nur „hasenreine Fälle" nahm.
Die anderen lehnte er ab. Er glaubte nicht ajn die geheimnisvollen Gefühls komplexe, an die stch it- ® danken!ichrungen und Will^nsrichtungen der Menschen anlnühen „Äebrrhaupt Gefühle," sagte Ehrlich, „wenn wir uns erst darauf etn- laffen.“ Er zuckte die Achseln. „Gewiß stellt diese Vererbung und Belastung der Verbrecher eine gefährlich? 'Beeinflussung dar, aber wenn man alle Verbrecher ihrer angeborenen Eigenschaften wegen freisprechen wollte, wäre die Well bald in Händen > von Zuchthäuslern."
•* Schuler-Einzelurlaub zur t a a b» Wirtschaftlichen Rothilfe. Das Landes' amt für das Bildungswesen veröffentlicht fol genbe Mitteilung an die Schulbehörden: Wic wir erfahren, haben an einzelnen Orten die für die landwirtschaftliche Rothilse beurlaubten Schü ler ihren Arbeitsplatz verlassen, weil i£nen mit geteilt worden sei, die für sie ausgefallene Unter richtszeit werde später an den Ferien abgezogen. Diese Annahme ist irrig. Die Weihnachts- und Osterferien werden nur in den Fallen gekürzt, wo die ganzen Schulen die Herbstferien um eine Woche ober mehr verlängert haben. Der Er teilung von Ernzel urlaub auch in größerem ■Umfang wird bet ausgefallene Unterricht n id} L nachgeholt.
* Eine größereMenschenänsamm l u n g war gestern abend gegen 6 Hfyr vor dem ehemaligen Hotel Großherzog zu beobachten, wo die Versammelten (meist Arbeiter der Metall- brauche) die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Metallindustrie bei Lohnverhandlungen vernnrteten. Die Arbeiter wolltey die Arbeitgeber sprechen, die jedoch nicht anwesend waten. Alk den ^Atbettern dies gesagt wurde, bezweifelten sre bte Richtigkeit, und ehre Anzahl der Leute betrat trotz des Protestes der Arbeitgeber-De auftragten das Haus und alle Räumlichkeiten, um sich von der tatsächlichen Abwesenheit der Arbeitgeber zu überzeugen. Erst nach der Durch schreitung der Räume, die ergab, daß kein Arbeitgeber anwesend war, begab sich die Menge ■- nach dem Gewerkschastshause, wo noch eine Der- £ sammlung abgehalten wurde.
"Diebstähle. In der Nacht zum 6. November wurde von einer Polizei- patroullle in der Kaplansgasse ein U/s Meter langes, gebogenes, mit Messinghahnen versehenes Wasserrohr gesunden. — In der Nacht zum 7. November, morgens 4Vs Uhr, wurde im Burggraben ein Mann sestgenommen, der in einem Sack etwa Vs Zentner Unionbriketts in runder Form trug. Die Gegenstände stammen zweifelsohne aus Diebstählen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal-Abteilung entgegen.
** Die Abgabe von Wald streu. Das Kreisamt gibt im neuesten AmtSverkün- digungsblatt bekannt: Die Wallrungen sind durch die außerordentlich starke Streunutzung während und nach der Kriegszeit sehr mitgenommen worden. Eine Einschränkung der Stteuabgabe auf die dringendsten Fälle ist von der Forstverwaltung als dringend notwendig erachtet worden. Zu diesem Zweck wird empfohlen, aus Ersatz der Waldstreu durch Torsstteu bedacht zu sein. Einen gemeinschaftlichen Bezug der Torsstteu seitens mehrerer Gemeinden durch Vermittlung der landwirtschaftlichen Genossenschaften halten wir für sehr erwünscht.
△ Das Konzert des Mandolinen» u. Gitarren-Vereins „Reapolitana" das am Sonntag in bet Turnhalle. Steinstrahe stattsand, war so zahlreich besucht, daß viele Gäste nur noch einem Stehplatz erlangen konnten. Das Programm bot durch Mitwirkung verschiedener Solisten reichhalligste Abwechslung. Dazu kam noch, daß bet bestens bekannte Offenbacher Mandolinenchor mtttotrfte und fein Bestes bot. Die Konzertbesucher bezeigten den Ehören und Gesängen herzliche ® auf barfeit, so daß verschiedene Zugaben folgen mußten. Besondere Anerkennung gebührt Idem hiestgen Verein, der trotz feinet erst einjährigen Bestehens Hervorragendes leistete. Die Gesänge von Frl. Weeg (Gießen), einer Schülerin von Frl. Stammler (Gießen), fanden lebhaften Beifall. Frl. Weeg verfügt über gutes Stimm- material und wird gewiß bei weiterer Schulung , noch vollkommenere Leistungen erzielen. Zum gutem Gelingen der Veranstaltung trugen ferner ber Harfenkünstler Hemrich Wigger und nicht zuletzt der Letter des Konzertes. Hans Sonntag (Gießen), bei. Mit Genugtuung kann der junge Verein auf sein erstes öffentliches Konzert zurückblicken.
Wettervoraussage
für Donners tag:
Rach vorübergehender Aufheiterung emeite Regenfälle, mild, südliche Wcnde.
Westlich England zeigt sich ein neues Fall- gebiei, in dessen Bereich wir bereits morgen kommen werden.
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch Stadttheater. 7 älhr: „Der Biberpelz". — Asto- ria-Lichtspiele: „Weltstadtbanditen" und „Herm Arnes Schatz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Es kommt der Tag". — Palast-Lichtspiele: „Du brst das Leben" und „Die Silbermöve".
leiten geMgt- U ScmcinberatöJ lihlägeemsereicht kM in MM „Mag leimt U Ente der euuM
* üued, l. D ncinbe eine holzß vald vornehm^ Mhvlz wurden k v» üefun Seide tarn ohi Kaube das Orts" Zeitung gebaut ua man auch den jau des Üeberlandioe
-A'IsA Utz:
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spd. Franksu 2. Mander ab srll lerung der 6i traft treten, bte ma Üe billigste Fc 10 Hart Wen. 2 Icchmkarten ton 19* Sie arieta zur Sinfi :ii M Hart Lrv? rückgang in ftei 'Wert aber dasT Icffionat und hat f skNicfc Lumme v micht Zur 'Setmü :Qcn 280 Arbei lasten -oerdm. 3 gmbahn der 6tra6 che Konkurrenz, al Mt fic an ter Sta benutzen «ch den löTotien sc M Docheuiatt Seit nach dem Hai nnzige Strnhe «Wfen laßet a
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Die-ba ^tadtvemdnel« Akratischer Stal daß in ter lei " mit erijeblicte
ttootbu- duz fMh
Heutiger Stand des Dollars
10 Uhr vormittags:
Frankfurt a. M. 8250—8350.
Herwegh widersetzte sich Die Menschen werden nicht allein durch sprachliche Gedankenver- mittlung, sondern auch durch vorgebildete Gemeinschaft der Gefühle beeinflußt, und sie müssen danach handeln, ob sie wollen oder nicht."
„Aber Kollege —"
„Wir alle sind aus der inneren Anlage heraus nicht nur Menschen, sondern auch Mitmenschen." fuhr Herwegh fort „Es gehört zu unserem Beruf, daß man andere versteht und sich den fremden Gefühlszustand vergegenwärtigt. Die Einführung ist es. was uns Juristen fehll."
„Sieber Herwegh." sagte Ehrlich, der dieses Ausführungen mit einem überlegenen Lächeln gefolgt war. „Sie haben in allem recht, Sie geraten dabei aber auf die Bahn des Psychiaters und den kümmert die rechtliche Beurteilung eines Falles wenig. Der Richter soll nur Ma Tat beurteilen. um das Wie und Weshalb hat er sich nicht zu kümmern."
„Aber tojr Verteidiger müssen das!" rief Herwegh.
„□Zein das bestreite ich ganz entschieden, denn wir kommen damit auf die schiefe Ebene."
„Und wohin führt Ihre gerade, korrekte Richt- Itnie?“
»3um Ziel, das wir uns alle stecken sollen, zur gerechten Beurteilung des Falles."
„Ohne daß wir seine Gründe untersucht haben?"
„Die andere führt jedenfalls zu dem Chaos und den dunllen Winkeln, in denen sich die faulen Falle verbergen," sagte Ehrlich ,Beschäftigen Sie sich nicht zu viel damtt, es ist nicht gut“
(Fortsetzung folgt)
-Kirch, ockhej.


