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Zrettag, 8. September 1922
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Die Haltung ^ugland^
London, 7. Sept. (1003.) Heute mittag hat in ber Downing Street unter dein Vorsitze
(ich erörtert. ES verlautet, baf) oor einer Stabilisierung der Lage in Kleinasien eine nur geringe oder gar keine Intervention erfolgen kann, abgesehen von den, Schuh dec britischen Untertanen Ünb der Verhinderung von Metzeleien.
itr hm übriaen > • 11 krnsi 'Ülumschein; s lir den Anzeigenteil: i'ymio 'Neck, | A nt 111 d) l ii <0 tehen.
Nr. 2U
Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit berSamstaqsbeUaqe: GiehenerFamilienblAtter Monatliche Vezuarvreise: Mk. 7b. - und Mi,, b.- Irägerlohn, durch dieDost Mit 75. -, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: für die Schrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Kietzen.
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settS schlof) fiel) den Forderungen TectlS an, wonach der Völkerbund sich mit den Hauptfragen der Stunde beschäftigen müsse, und wies auf den Ernst des ReparattonSproblemS und des Marksturzes hin. Zu Beginn der Sitzung sprach Ishji (Japan) seine Genugtuung über die Ergebnisse der Washingtoner Konferenz a iS.
Paris, S. Sept. (WTB.) HavaS meldet aus Konstantinopel, nach den letzlen Berichten aus Angora te'ltebt die Stärke der kemalifli- schen Armee auS 350 000 OH a n n, von denen 200 000 an der jetzigen Offensive beteiligt sind, während diesen 150 000 Mann als Reserve folgen.
Paris, 7. Sept. (WTB.) Havas melket auS Konstant nopel: Der hiesige sranzöslsche, englische und italienische Dragoman fonbe i der 'Regierung von Angora eillärt, das) Grte.l)en'and die Oi ä u - m u n g Kleinasiens unter der Vedtngung des Abschlusses eines sofortige n W a f f e n st i l l st a n d e s annehmen wtirc c, 3m Falle der Annahme würden die Parlameiitäre In der neutralen Zone zusammenkoinmen, um die OBcbingungcn sestzusetzen
London, 7. Sept. (WV.) Reuter meldet weiter auS Smyrna von heute mittag; Die Lage tritt in ein kritisches Stadium ein. Oldrntral Vrock stellte der englifchen Zivilbevölkerung verschiedene Kauffahrteischiffe zur Okrfügung Die etwaige Einschiffung wird durch Zerstörer geschützt. Die Franzosen und Italiener landeten zum Schutze ihrer Untertanen OHavtnelrupien und riesen die männlichen Untertanen zum Dienst In Freikorps aus. Griechische Truppen auS Thrazien mb De- r.iselistische Offiziere sind eingeirsseno. Man hofft, baf) infolgedessen dem Vormarsch der türkischen Truppen Widerstand entgegengesetzt wird. Der türkische Vormarsch geht vorsichtig vonstatten. Mustapha Kemal Pascha erlief) einen Tagesbefehl an die Truppen, in dem er bekannt gibt, das) jedeBelästtgungvonEhristen mit dem Tode b e ft r a f f wird.
Paris, 7. Sept. (WTD.) Olach einer Ha- vaSmeldung au« Adana wird au« Angora gemeldet, das) die griechischeSüdarmee von Iben keinalistischen Truppen in der Oegcnb von SaIihli umzingelt und, wie e« heitzt, nach Widerstand gefangen genommen worden sei. Polikessir und Sambirghi seien von den Kemalisten besetzt worben. Die türkisd-en Vorhuten befänden sich nur noch rund 4 0 Kilometer von Smyrna entfernt. Die grie- chtschen Verluste beziffert inan bisher auf 50 000 Mann, davon seien 15 000 gefangen genommen worden.
Ueberraschende Wendung in bet Oberkasseler Morvsache.
Verlin, 8. Sept. Der „Lokal-Anzeiger* gibt eine „TemPS"-Meldung au« Brüssel wtete-r, laut der die Untersuchung hreaen der Vorfälle (n Oberkassel ergeben hab-, das) der t n t auf- gefundene belgisch« Unteroffizier in völlig betrunkenem Z u sl a n d d c u beb 11 d) p ii Posten mit seinem Revolver erschossen und sich bann s e l b st getötet habe. Die belgische Regierung soll eine Erklärung vorbereiten, worin auch bei btulfdjen Regierung Genugtuung verschafft toerben soll.
Der Reichspräsident bei den Marinemanövern. Flensburg, 7. Sept. (WTD.) Der Reichspräsident hatte an den Verbands- Übungen der Marine in der Ostsee am 5. und 6. September teilgenvmmen. Hierbei waren fämllld)« im Dienst befindlichen Seestreitkräfte der ReichSmarine zu gemeinsamen Manöver» zusammengezogen worden. Der Reichspräsident nahm dabei Einblick In den vielgestaltigen Dienst der Marine. Beim Verlassen deS LintenschifseS „Braun- schweig" drückte der Reichspräsident durch Funksprud) seine Freude über das bisher 0e- (etftete au-, wobei er der Vewihheil Ausdruck gab, das) die ONarine allch zu Ihrem Teil an dem Wlederanssiieg der deutschen Orepubllk Mitarbeiten werde.
bitte N «spräche d. ö NeichSpriisidettte«.
Flensburg, 7. Sept. (WTV.) Der Reichspräsident ist heute vormittag hier eingetroffen. Im OkathauS antwortete er auf die Vegrühung de« Oberbürgermeister« mit einer kurzen Ansprache, in welcher er u. rf. aufl- führte; . ,
Es sind nicht die Güter wirtschastlid>en Lebens allein, die burd) den Machtspruch des Versailler 03ertrage« über die Rordmark In Rot gekommen sind, auch dem deutschen Volkstum und der deutschen Kultur sind hier sd)were Wunden geschlagen und brobenbe Gefahr entstanden: Deutsch.' 03olkSgenossen sind wider ihren Willen und trotz ihrer Proteste von u n S a b g e t r e n n t worden, und auch jetzt nnd) wird in den deutsd) gcbliebenen Teilen Schleswigs Imme wieder poli- llfd)c Beunruhigung hineingetragen, ble das VolkSbewuhtsein und den Gemelnsd-astSgeist mancher OKwohner diese« Lande« gefährdet. Wir wollen e« al« unsere gemeinsame Ausgabe an- sehen, mit den geistigen Waffen einer ziel- betnuf)ten kulturellen Deutschtum s- pflege allen Versuchungen und Verlorkungen enlgegenzutrelen. Wir wollen in opferbereiter Arbeit die Jahrhunderte alte deutsche Kultur diese« iianbe« erhalten und wo e« not tut, festigen.
Die besten Grundlagen unsere« Hoffens auf wirtschaftlichen und geistigen Wiederaufbau sind die groben Mächte der Heimat«- treue und Vaterlandsliebe Unvergessen wird dem ganzen deutschen Volke da« gewaltige Treubekenntnis zum Reiche sein, da« Schleswig in seinen Abstimmungslagen abgelegt hat und unS auf« neue mit diesem Grenzland im Gefühl fefljtr Zusammengehörigkeit eint. In ihrer Heimattreue feft/)u halten an diesem deutschen Doben und in diesem unseren Bewußtsein unlösbaren Zusammenhalten« mit der Rordmark ist un« die Zuversicht gegeben, das) wir die OI6te ber Gegenwart überwinden und den Weg in eine glücklichere Zeit un« bahnen.
Der gusammenbruch Griechenlands.
Während der Völkerbund in Genf seine angebliche Friedensmission durch schöne Reden erfüllt, hat ber blutige Krieg ber Griechen unb Türken im Südostzipfel Europas seinen dramatischen Höhepunkt erreicht. Der Rückzug der Truppen Konstantin« vor den nationaltürlischen Scha- ren Kemals bedeutet nicht eine jener ivechselnden Schlappen in dem nun schon zweijährigen Olingen, sondern den Zusammenbruch de« griechischen Secve« unb die Katastrophe de« Griechentums in Kleinasien. Die erste unb zweite Armee der Griechen soll sich zwar unter groben OHate- rialverlusten geixt tot haben, unb nach ben letzten Depeschen aus Athen vereinigt sich da« griechische 1 Armeekorps mit ber griechischen Hauptmacht, um da« Schlachtenglück noch einmal zu versuchen, aber Infolge der Einnahme von Vrussa durch die Türken wird die Lage ber griechischen Olorbannce verzweifelt, unb ber Rückzug ber Griechen artet, wie man hört, bereits In tollbe Flucht au«. Die mabgebenben Mächte, d. h ble führenben Rationen des D ö l k e r b u n be « , Englanb unb Frankreich, halten ben Zeitpunkt für gekommen, ben Kleinen bas Schäbelspallen zu verbieten, nachdem sie diese unfriedltche Tätigkeit lange genug geduldet und heimlich unterstützt haben. Die Griechen mubten offiziell um Vermittlung eines Waffenstillstandes bitten. Die englische Regierung beeilte sich, die Anregung nad) Pari« weiterzugeben. In Paris befürchtet man bereit«, baf) der begönnerte Sieger Kemal sich nad) Erledigung der Griechen, d. h. nach Eroberung von Smyrna, gegen Syrden, ble franzö fische Clnslub- sphäre, wenden könnte. Prompt erging die fran- zösisd)e Antwort an das Forelgn Office, baf) man nun zur Regelung ber Fragen be« nahen Orients bereit sei. In England mubte Lloyd George feinen Urlaub von neuem unterbrechen, um am Donnerstag einem KablnettSrat vorzusitzen, der sich mit der Beendigung des türkisch-griechischen Kriege« befassen soll.
Okillanlflerung Europas macht überall Fortschritte. Wels) man In Genf lein Heilmittel?
Der flricd)ifd)f Oberbefehlshaber flcfniiflcn ßcnoiiiiiu-ii X
London, 7. Sept. (WTV.) Reuter meldet au« Konstantinopel z»i der Olachrlcht, baf) ber griechische Oberbefehlshaber Trl - kupts, fein Stab und e i n Korpskommandant gefangen genommen worden seien, man halte es für möglich, das) sie in die Hände von türkischen Irregulären gefallen seien.
Eine weitere Oleutermeldung aus Konstantinopel besagt, au« Angora werde berichtet, Trtkupis und bcrfd>lebcnc andere griechische Generale seien am 2. September abends von den türktsd)en Truppen gelangen genommen und nach dem Hauptguartier der kemallpischen Sirelt- träfte gebracht worden, wo sie sich als Gäste Mustapha Kemal Vasd-as befänden. Olach der Besetzung von Oedemisd) rückte ein türkisches Kavalleriekorps in ber Richtung nach Smyrna vor.
Die Ldiwierigkeiten der deutsdi'belgischett Berhaiidluttgen.
'Berlin, 8. Sept Wie die Blätter mlttellen, hat der gestrige Tag in den deutsch-belgls6)en Verhandlungen betrcffeitb die Gaia ulten für die Schatzwechsel keinen weiteren Fortschritt aebracht. Rach einer Information de« „B. T.' soll von deutscher Seite der Vorschlag gemacht wordei, sein, ble Garantie für die Einlösung der Sd)atz- sd)eine durch ein Konsortium übernehmen zu lassen. Wie ber belgische Delegierte Bemelman belglsd-en Presseverli etern gegenüber erklärte, sei jedoch dieser Vorschlag von ben Belgiern ab- gelehnt worden. Okmelman habe sich weniger optlmistlsd) als gestern auSgesprod-en und e« für wahrscheinlich gehalten, bab die Unterhandlungen länger dauern würden, al« er ursprünglich vor- auSgesehen f>abe DaS längere Hin ziehen der Verhandlungen wird von dem „V T daraus zuimk' geführt, das) sich die Besprechungen entgegen Den anfänglichen Dispositionen au] die Deckung der ganzen in diesem Jahre noch fälligen Reparationsschuld in Höhe hon 240 Millionen Gold- mark beziehen. Otech einer weiteren Mitteilung de« Blatte« sind In ber Rachmltwgssltzung zu den
Lloyd Georges ein KablnettSrat stattgefunden, an welchem mit Ausnahme von Balfour und Fisher, die sich In Genf befinden, alle Minister teilgenommen haben. Dei «KablnettSrat befd)äftlgte sich mit der letzten Rote Poin- c a r 6«, auf welche, wie die Blätter melden, wahrscheinlicy eine Antwort erteilt wird. Auber- dem wurde ble türtlfd)-grled)ifd)-e Frage ernft-
Verhandlungen auch bcrtwrragenbi* Otevtreter her bentscheu Industrie, unter ihnen Hugo D 1 inne « und Generaldirektor Enno, hinzugezogen worben, um an den Beratungen der Frage leilzii- nehmen, ob und unter welchen Bedingungen eS möglich sei, ble beut sehe Industrie bei ber Lösung des Garantleprobiems heixinzuzlehen.
Der tycrtvnfl Ttittttr^ Vttbcrsac.
Paria, 7. Sept. (Wolfs.) 311 einer Unterredung über das Abkommen, das er mit Öl In ne« unterzeichnet hat, erklärte de Lu- bersac, das) das Olbkommen von Wiesbaden nnd Berlin vom 3. Juni 1922 jedem Bewohner der zerstörten Gebiete das Recht gibt, mit der deutschen Industrie in Verbindung zu treten die französische Regierung fei bereit, zu gestalten, das) die Kohleniieferungen In Form i>i>n ,|ef1 onen an "ic „i onfi ■ fl6u6raie des cooperativeS" gemacht werden, bei der es dann liegen würde, die erhaltenen Kohlen U) eher adzutieten. Der beiaienl e Aus- schuh erklärte sich mit dem neuen Abkommen befriedigt. 3n bezug auf die Materiallieferungen rechnen wir damit, von Deutschland nächstens Lieferungen von 1 500 000 Kubikmeter Holz für den Wiederaufbau zu erhallen. Man must den erfolgten , । iailieferungen p- viel wie möglich ble deutsche Arbeitskraft einverleiben. Die fünf- prozentige Provision, die von der deutschen Industrie gefordert werde, sei In den Preis mit einbegriffen und es wurde abgemaci)!, baf) die verlangten Preife niedriger ober doch ebenso hoch find, wie die der sranzösischen Konkur- ceng be i erklärte, bflfi tlnn ■ bst feste Absicht habe, die Klauseln des Vertrages streng durchzuführen, sonst hätte er den Vertrag nicht unterzeichnet.
Bayern und das Neich.
München, 7. Sept. (WTB.) Unter her Ueberschrlsl ..Besinnung" bringt die ,.B aHerl s ch e S t a a t S z e 11 u n g" an der Spitze ihrer heutigen Ausgabe einen Artikel, In welchem eS u. a helfit: Von neuem laufen Gerüchte um, bafl demnäd)st der Versuch gemacht werden soll, eine Umgestaltung der gegenwärtigen Reglerimg auf einem Wege, der dem Gesetz unb der Verfassung zuwlberläuft, vorzlinehmen. DaS Quält weist darauf bin, in welch unverantwortliche» Welse sich die Kreise, die sich mit solchen Absichten tragen, mögen sie rechts oder links stehen, am Wohle ber VolkSgesamtheil versündigen DaS Blatt sagt weiter. Rur politische Unfähigkeit vermag zu glauben, das) durch einen Wechsel der leitenden Stellen der Olcgterung oder wohl gar der Regierungsforrn ble OterhältNisse geändert oder gemeistert werben können. D<rS QMalt weist weiter daraus hin, baf) ber Zusammenhalt deS Reiches In diesen Schicksalstagen de« deutschen Volke« mehr denn jemals zuvor zum LebenSinteresse Deutschlands geworden sei. Solange Deutschlands Verhältnis zu den Ententestaaten nicht auf eine andere Basis gestellt und die erbrild’cnbc Bürbe be« Versailler Vertrages nicht von uns genommen sei, solange werbe ble ölaatöform nicht die Staats- kunst ersetzen können.
Aus dem Neicde.
Forderungen der ZeitungSverleger.
Berlin, 7. Sept. (Wolss.) Zu ben Verhandlungen beö fünften Volkswirtfchasllichen AugfchusseS bes Reichstags über ble Wirt- fchasislage, insbesonbere über ben burd) ble ungeheuerliche Paplervretssteigeiung im Zusammenhang mit ben übrigen ;iukosienflelge- rungen brohenben Zufammenbrud) ber beiil- schen Zeitungen wirb uns von unterrichteter Seite noch folgendes milgeteilt: Der Verein b e u 1 s ch e r ZeitungSverleger (Herausgeber ber beut,d)en Tageszeitungen) e.D. Hal am 2. unb 3. September eingehend über die Lage beraten unb ble folgenden Tage Gelegenhell gehabt, dem Oreichswirlschafts- Minister perfdnlid) dringende 2l n 1 r ä g e zu übermitteln. Diese Anträge beziehen sich auf:
1. Festsetzung der Höchstpreise für Zell- unb Holzstoff,
2. Sicherstellung eines ausreichenden Einschlages von Papierholz in den Forsten sowie Qtereilstellung beS erforderlichen Quantums von Papierholz zu angemessenen Preisen,
3. Verstärkung beö Fonds ber Orüctvergü- tunga fl der neuerlichen Verschär
fung der Zahlungsbedingungen, die an Stelle des bisherigen Ziels von vier Wochen nnd mehr, Vorausbezahlung des halben MonatS- bebarfs ordern, ri
5. Weiterhin auf Beseitigung der steuerlichen Mehrbelastungen (Anzeigensteuer) und andere steuerliche Mastnahmen.
Kommunistische Kundgebungen in Mülheim a. d. R.
Mülheim (Ruhr), 7. Sept. (WTO).) Hm Kaufe des heutigen Vormittags sammelten sich mehrere Trupps Komm untflen In den Strasten an, um gegen die herrschende Teuerung zu demonstrieren. Es kam zu Zusammenstösten mit der Schupo, die ben RathauSplatz unb die Hauptstiasten ber Gladt absperrte. Durch Unvorsichtigkeit entlud sich ein Karabiner, wodurch fünf Personen t>efv letzt wurden, die inS Krankenhauö gebracht wurden. Bei dem hieraus entstehenden Hcuid- gemenge wurden die Demonstranten zerstreut, so das) bald wieder Ruhe etnkehrte.
Heutiger Stand des Dollars
10 Uhr vormittag«:
Berlin 1375, Frankfurt a. M. 1375 H0O
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Schllehllch ist die nachgerade unerträglich gewordene Lage Im nahen Orient nur durch den englisch-französischen Zwiespalt verschuldet. Der Vertrag von S -vres war unhaltbar und dieAUilerten erklärten sich terelt, denTür- fen die bessere Hälfte der den Griechen grotzmütig gemachten .Geschenke", nämlich. Smyrna und den gröberen Teil von Thrazien wieder zursrckzu- erftatten. Damit waren wiederum die ®rled)cn nicht einverstanden, und während noch die Vorbereitungen zur Orientkonferenz Im Gange waren, versuchten die Griechen Ihren Handstreich auf Konstantinopel In S)ene zu setzen, der aber auf den Emspr-uch Frankreichs ft leb und letzten Ende« aud) auf den Englands, das doch einige Scheu vor dem Erwachen des muselmanischen Furors hatte und hat England bediente sich bisher Gried)enlands, um ble türkische Macht zu schwächen. Frankreid) stützte sich auf die Regierung von Angora, um besser seine Zwecke In Kleinasien versolgen zu können. Beide Mächte behaupten unaushörlid), fein andere« Interesse al« den Frieden zu haben. Aber keine von ihnen wollte bis jetzt irgendeinen stärkeren Einslub auf ihre öcfolgnatlon aus- üben, um diesen Frieden wirklich Herzustelten. Schon im vorigen Jahre arbeiteten die Alliierten mit grober Mühe ein Friedensprogramm aus. Grlecyenland nahm es nur widerwillig und mit Einschränkungen an. Die Angoraregierung, die einzige wirklid-e Otlad)t In der ehemaligen Türkei, ging überhaupt nicht daraus ein. Griechenland ist unterdessen durch die dauernden Rüstungen wirtschaftlich in eine äußerst schlimme Lage geraten. Der kriegerische Enthusiasmus der athenischen Jugend tauschte nicht darüber hinweg, das) die ganze kriegerische Ration schon vor der jetzigen Riederlage keinen sehnlicheren Wunsch hegte, als die Beenoigung be« Krieges Dn Deutschland bedauert man es aufrichtig, bab eS ben Griechen jetzt so schlecht geht. Wir haben nichts gegen ble Griechen, am wenigsten gegen ihren Walteren und charaktervollen König Der Bil- dungsburst ber Hellenen, ble Grobzüglgteli ihrer sührenben Kreise in der Grünbung unb Beschenkung von Hochschulen, enblich die lanbwirtschaft- liche, getoer ch ___~... , . I Allgemein herrsche 6ie Ansicht vor, bab ble
8man bnur Mn* %:leßn Alliierten ble Ereignisse abwarten mühten, tanb hoch gewertet, wo man nur ourcy <yrteoen unb Arbeit aus Dem nationalen Unglück her- ----
auskommen tollt. ES wäre ferner möglich, bab einmal ble Hellenen, von benen uns keine ernst- Die
lichen Interessenkonf'llkte trennen Genf, 7. Sept. (Wolff.) Die heutige Sitzung
niemals in Reibung «mieten uns n^lich gegen- DölkerbunbSversammlung war zum gröhten
über dem Süds atoentum sein, könntem Anbr^- österreichischen Frage getolbmel.
feit« Ist uns ble Freundschaft mtt den Türken ^wohl R a n f e n (Olortoegcn) al« Motta 010^ nacp dem Zusami^nbruch der mittele rro Schweiz) traten lebl)aft zugunsten einer Aktion päischen Politik sehr wichtig wie überhaupt mit etn ^Notla bezeichnete al« deren Voraussetzung den Völkern de« Orients. £enn tm Osten liegt C1?()a(fung 3ntc()rltät unb Unabbängigfeli nun einmal unsere Zukunft, nicht tote in oen Oesterreichs. Gras MenSdorf (Oesterreich) Zelten Abdul Hamidscher Treunbschaft und ma sprach für Oesterreich, behände sich für ble fmn- rokkanlscher Enttostrfe noch gehofft toeiDen menbe Hilsstätlgkeit beö Völkerbundes unb sprad) konnte, am Mittelmeer. Daher pat oa Hoffnung auS, bab es In diesen Tagen zur tapfere Verhalten ber Türken nach tote vor <gat kommen werde. Im weiteren 'Verlaufe unter-
unferen Beifall. Allerdings sind bte ^^d«Untge gghte Lord Robert E e c > l die Forderungei,
im nahen Orient ko auherorbentllch verschlungen trat für das Mitbestimmungsrecht ber
unb wanbelbar, bab ber Gegner zugte'^ auJ saarlänbischen Bevölkerung bei ber 'Wayl be«
trger.belnem verwickelten Umtoege ein örcuno saarlänbischen Mitgllebes der ReglerungSkommls-
sein kann und umgekehrt. So spielt z. P- PaF10 slon ein unb beantragte Prüfung der Lage ber
ben Freistaat von Angora nicht nur gegen Die I deutschen Minberheiten In Polen. Motta feiner» Griechen, sonbem auch gegen ble Italiener aus. ■ ....... - - -
Englanb beschützt ble Griechen, fühlt sich aber daburch nicht' im mtnbeften gehinbert, Handel mit Anatolien zu treiben unb Otertreter in Angora zu unterhalten. Die Italiener stehen schon wegen ber zwölf Inseln Im Sübwesten von Anatolien in idjarfem Gegensatz zu ben Griechen, benn ble Bevölkerung blefer Inseln Ist griechisch, die Staatszugehörigkeit Italienisch. Man sieht, bie


