Ausgabe 
8.7.1922
 
Einzelbild herunterladen

Schutze

Schluß i/29 Uhr.

I

F

das auf wo­

ge-

Auf der Sonntag

Beschluß Ware nach Bedarf in den fvk- Senden Voranschlägen zu wiederholen. Eine Weiler« selbstverständliche Voraussetzung geht dahin, daß die Gehalte der Pfarrer und der kirchlichen De. amlen .Acht gegen das Eperrgefetz verstoßen und auch nicht erheblich über die Gehalte in Preußen Vaden und Württemberg hinausgehen. Der Re^ g'.erung muß in dieser Hinsicht ein Vachprufungs. recht zustehen. Dann wird noch zu Kapitel 2 eine Vorlage betr. den Brand in Konraösdorf erledigt und schließlich wird auch das Finanzgesetz ange­nommen. Damit ist die diesmalige Doranschlags­beratung geschloffen. J *

Im Gesetzgebungs-Ausschuß wurde heute öcr Entwurf eines Gesetzes betr. die Abänderung des Berggesetzes vom Januar 1876 einstimmig ang^ntmen, em Antrag des Abg. Kaul hierzu

Ausdehnung des Mutungsrechtes abge- lehnt dagegen ein Antrag des Abg. Sturmfels und Gen angenommen, durch den die Regierung er- sucht wird, auch weitere Mineralien unter daL Berggesetz zu stellen. Ein Antrag der Abg. Kindt und Dr. Werner betr. Erlaß eines Gesetzes über Derbietung der verantwortlichen Zeichnung von Abgeordneten bei periodisch erscheinenden poli- ttschen Druckschriften wird abgelehnt und der Antrag der kom. Abg. Rink.Ebner, die Frei- laffung aller politischen Gefangenen in Hessen wird für erledigt erklärt.

Sommeranfang aus Rügen.

n. r ^reibf uni Augen, die größte deutsche Insel, siegt bekanntlich in der Ostsee und in diesem Sommer leider viel zu nahe bei dem valutastarlen Schweden, immerhin s cheint man sich in den Rugenschen Badeorten langsam zu erinnern, daß *vv Hauptkontingenl immerhin noch die Gäste vom

Aus dem Reiche.

Eine Stockung in der Herstellung von Bank­noten.

Reichsbank mitteilt, die Herstellung von Banknoten vorübergehend einge- st e l l t werden. Da die Bestände der Retchs- bank in der verflossenen Woche durch die ganz ungewöhnlich starren Ansprüche zum Viertel-- jahresschluß nahezu erschöpft waren, 'st eine empfindliche, auch die Lohnzahlungen er­schwerende Stockung in der Versorgung der Reichsbankanstalten mit Zahlungsmitteln ein­getreten. Dis Stockung wird jedoch durch die Ausgabe einer Hilfsbanknote zu 500 Mk. vor­aussichtlich in den nächsten Tagen behoben sein, so daß die ReichSbank bereits kommende Woche in der Lage fein wird, den Bedarf wie­der voll zu befriedigen.

Die Teuerung rat Juni.

p r f i n , ?. Juli. Rach den Erhebungen des Statistischen Aeichsamts über denn Auf­wand an Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung ist die Indexziffer für die Lebenshaltungskosten im Durchschnitt des Mo­nats Juni auf 3779 gestiegen, gegenüber 3462 hn Monat Mai. Die Steigerung beträgt dem- nach 9,2 Proz. gegen 9 Proz. vom April zum Mai.

Der 11* August Nationalfeiertag?

DerVorwärts" meldet: Die Regie­rungsparteien werden einen Gesetzentwurf ein­bringen, durch den der 11. August, an dem die Verfassung in Weimar verabschiedet wurde, zum nationalen Feiertag erklärt wird.

5rhr. v. Schorlemer-Lieser f.

Berlin, 7. Juli. (Wolff.) Der Präsi­dent des deutschen Landwirtschaftsrats, Staatsminister a. D. Dr. Freiherr v. Schor- lemer-Lieser, ist gestern in Berlin ge- storben.

uri den

in b

-?r' AufsatzDas euro-

pA'He Gleichgewicht" nn Julihest der Zeitschrift Deutschlands Erneuerung" (I. F. Lehmanns Verlag. München; Einzelheft 10 Mk.).

B^hh ^n,

Friedrich v. Gentz und das heutige Deutschland.

politisch-diplomatische Zu stand, wie et 1801 zwischen Deutschland und Fvanrrcich fest- gesetzt wurde, war ebenso unhaltbar wie es heute der von 1919 ist. Woher aber sollte die Rettung kommen, fragte damals Gentz.Zst nun denn aber alles; dahin? 3ft Hoffnung ein Verbrechen ge­worden? Sollen die drohenden Vorverkündungen derer, die baS, was nun Gegenwart, sowie das, Zukunft für uns ist, in früheren An- chlucksfallen und früheren Verschuldungen schon lasen, öie man anfänglich tme 'gallsüchtige Träu- -mer, weiterhin tote überspannte Prophe.en zu allen Zeiten mit Kaltsmn und Ungunst, ost' mu nachdrücklichem Widerwillen behandelte, sollen ste buchstäblich bis ans Ende geführt werden? Soll alles, was die Rationen dieses ErdteUs zugleich so kunstreich geschieden und so ruhmvoll äereinig! hatte, in das Grab einer genreinschaft- lrchen Knechtschaft, einer gemeinschaftlichen Rich- tigfeit t>et|tn£en ? Diese Gefahr, die damals nur SS* droht heute von Westen U.id

Wie damals ist auch heute die Masse verführt urteilslos und mehr als je nur aus materielle Vorteile bedacht. Trotzdem fct? Auf- gäbe heute wohl noch schwerer ist als um 1806 müssen otc »Starten, Reinen und Guten mrc gering auch ihre Anzahl sein mag", emanber peben und begeiiterii, kenn ihre Verbindung ,st me einzige unüberwindbare Koalition die sich ?S,.oilden ^nn. diese bewahrt die herrlichsten dm: Men,chhelt für ein glücklicheres Ge­schlecht. Die WteLererweckung des Geistes ist alter gemeinschaftliche Pflicht - es mut .ine

W. die vom Wege persönlicher Begehrlichkeit zur Hingabe und zum Opfer führt.

Unerschütterlich to<r Gentz' Glaube an dir Grvtze der deutsch.'u Seele. ..Es bebau nichi Dreler, um das Größte zustande zu bringen Bu

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 8. Juli 1922.

^er städtische Haushaltunasplan für 1922 23

gelangt ist. schließt Mit 61 124 047.37 Mk. ab. Davon entfallen auf die Rechnung der Betriebe 34 616 387.72 Mk., auf die Vermögensrechnung 26 507 659 Mk. Den Aus­gaben der Vetriebsrechnung in Höhe von 34 616 387,72 Mk. ist ein Gegengewicht in Gestalt von Verwaltungseinnahmen und Steuern in Höhe von 30 162 589.38 Mk. gegenübergestellt: der Fehl­betrag beläuft sich also auf 4 453 798.34 Mk., ben man aus dem städtischen Ausgleichsstock decken will. Den Ausgaben der Vermögensrech- n u ng in Höhe von 26 507 659.65 Mk. steht eine Einnahme von nur 3 356 867 Mk. gegenüber. Heber 23 Millionen Mark sind mithin durch Anleihe zu decken.

Wettervoraussage

Wechselnd bewölkt, zunächst warm und Sud- Westwind, dcmm Abkühlung und starker West­wind, regnerisch.

Ein neuer starker LiLsdr.uckwirbel zieht von der Atlantik heran und bringt uns wieder einen Plötzlichen Wetterumschlog Rach seinem schnellen Vorübergang ist wieder besseres Wetter zu er warten. *

"CineMahnungdesKreisam- tes an Geschirrführer nnh Kraft­fahrer enthält das iten.este Amtsverkündi-

Die Kriegsverantwortlichkei^sdebatte i« der französische-! Kammer.

PariS, 7. Juli. Die Kammer hat zu Be­ginn . der heutigen Rachmittagssitzung be­schlossen, die heute nacht angenommene Ta­gesordnung über i?> Schuld Deutschlands am Kriege in allen Gemeinden ^r a nt = reichsanschlagenzulassen.

Die DerhunLlun im Haag.

Haag, 8. Juii. sWTD.) Dir Unter* k ommission f ü das private Eigen- 'u m hielt gestern wieder eme Sitzung mit der 'ussischen Kommission ab. Litwinow er­klärte, datz die frühere-n Besitzer noch immer das Prioritätsrecht auf "'solche Konzessionen geltend machen könnten. Die Erledigung dieser Frage hänge aber von den zu erwartenden Krediten ab. Der Vorsitzende Lord Greame erwiderte das) die -Hntertommiflten für die Kredite noch keine Antwort geben tonn, solang der aflce» meine Zustand in R..N l anö und die Art und Weise, in der die Kredite gegeben werden tonn- ten, nicht bekannt fei.

Ateinungsverschiedenheiten im englischen Kabinett.

Bonbon, 1. 3uni. lDTD.) Unter dem Vorsitz Lloyd Georges ist heute im Antern Hause eine Kabinettssitzung abgebal­ten worden, in welcher lautEvening Aews" Versuche gemacht wurden, die zunehmenden Meinungsverschiedenheiten zwi­schen dem liberalen und konservativen Flügel auszugleichen. Rach dem genannten Blatte innerhalb der Koalition um die Frage: Frei­handel oder Schutzzoll. Den Aus­dreht sich zur Zeit die Auseinandersetzung gangspunkt für die neue Spannung bilde die Fraae, ob deutscher Kattun und deutsche Hand­schuhe mit einem Abwehrzoll in Höhe von 33*/, vom Hundert belegt werden sollen.

Oesterreichische Fmanz- matznahmen.

terloschne. heilige Feuer in ganzen Geschlechtern wieder anzunden kann! Es ist un­möglich, daß ein Volk wie das unsere, so sehr es auch gepeinigt und gekränkt, verlassen und <-5?ersen so sehr es auch durch höllische Blendwerke oder durch Riederlagen und -Unglück t^rwirrt, eine Zeit lang sich selbst ver- 828" , konnte, nicht endlich vom schmäh­

lichsten Verfall, von ber grausamsten Ernieöiig- ung zuruckkomme: unmöglich, daß so viel Geistes­gewalt, so viel persönliche Superiorität, so viel vereinzelte, aber gediegene Kraft, solcher Reich­tum natürlicher Talente und tiefdringender, viel- feittger Bildung, als wir in unserem Schoße vereinen, sich nicht früh oder spät in irgendeinem Brennpunkte sammle, von dort aus das Ganze belebe und alle eitlen Schranken durchbreche: un­möglich, daß aus diesem ehrwürdigen Stamme so mannigfaltiger Dortrefflichkeit und Hoheit, aus diesem Mutterlande europäischer Herrschaft nl<T Aöttch ein vollständiger Held, ein Retter unb Racher hervorgehe, der die Tränen von allen Angesichtern abtoische, der uns einsehe in unser ewiges Recht, und Deutschland und Europa wieder auf baue."*)

n 3uIL lWTB.» Infolge des

Dmchdruckerstretks, dem sich bie Arbeiter ber Reichsdruckerei trotz der Bewilligung der For­derungen angeschlossen haben, mnftte hi» »

Aus Hessen.

Aus den Ausschüffen.

rm Darmstadt, 7. Juli. Der Finanzaus- schuh des Landtags beriet heute den Rest des Hauptstaatsvoranschlags. Zu Kap. 30, Kirchen, äe£?\£er1$icöene Anträge des Zentrums und der D. V. P. betreffend die Erhöhung der Staatsbeiträge bor. lieber die grundsätzliche Berechtigung dieser Zuschuffe ist ein Gutachten der juristischen Fakul­tät der Landesuniversität eingeforbert. Man einigte sich heute auf folgenden Antrag: Zur Be- ftreitung der Ausgaben für kirchliche Bedürfniffe gewährt der Staat den Kirchen, soweit diesen nicht anderweite Mittel zur Verfügung stehen, zunächst für das Jahr 1922 auf Antrag vierteljährlich die erforderlichen Vorschüsse. Diese Vorschüffe sind erst dann zu verzinsen und zurückzuzahlen, wenn fest- gestellt ist, daß die für die Jahre 1920, 1921 und 1922 entgiiltig erhobenen und noch zu erhebenden Kirchensteuern unter Berücksichtigung der Ergeb­nisse der abgeschloffenen Jahresergebniffe zur Deckung des Bedarfs ausreichen. Die in den Jahren 1921 und 1922 endgültig zu erhebenden Kirchen- steuersätze dürfen nicht geringer sein als der für das Jahr 1920 endgültig erhobene Satz. Die hier- nach gewährten Vorschüsse gelten, insoweit sie dem­nächst nicht zurückzuzahlen sind, als Erhöhung der in Kap. 30 vorgesehenen Staatszuschüffe, ohne daß damit ein rechtlicher Anspruch der Kirchen auf diese Staatszuschüffe anerkannt wird.

Abg. Fröhlich (K): Wir sollten unsere Lobreden nicht den Helden der Reaktion, der Reichswehr, wie sie ein Demokrat genannt hat, torömen. Jetzt gilt es, denen da drüben rechts aufs Maul zu schlagen. Wir haben keinen Reichs - wehrmmister, sondern einen Kriegsminister, der beißt Seeckr. Die gestrige Erklärung dieses Herrn war mit Lügen gespickt. Die Arbeiterschaft ist in Königsberg provoziert worden. Zentrum und Demokraten wollen jetzt die Deutsche Volkspartei in die Regierung haben. Zum Kampf gegen rechts wollen diese Regierungsparteien die Re­gierung nach rechts verbreitern. Das ist eine Kriegserklärung an die Sozialdemokratie. Wird diese letzt das Tischtuch zwischen sich und jenen Parteien zerschneiden? Wir verlangen den Bruch von euch (zu den Sozialdemokraten) mit der Stinnespartei, und die. Unabhängigen warnen wir vor einer Verbindung mit den bürgerlichen Parteien.

hohe Politik... Vor denSchlagern" des Ber­liner Winters ist man nirgends sicher. Und wenn ein Badeort nur eine einzige sogenannte Konditorei hat: zweimal wöchentlich tft dort Reunion". Geige, Klavier und Eello wozu man seine Schritte exekutiert, die den modernen Tanz ausmachen. In den größeren Bädern wie Binz oder Safenih hat natürlich jedes Hotel, was auf sich hält, seinen Fünfuhrtee mit Tanz. Und da steht man dann wie Herkules am Scheide­weg auf der Strandpromenade. Rechts die weite grünblaue See mit ihren weihen und roten Seglern am Horizont, Luft, Sonne, aufatmende Ferienseligkeit und links der Blick in dcn magisch erleuchteten Tanzpavillon, in Zigarette - dunst und Likovaroma drehen und wenden sich mondän angezogene Paare, während eine Juzz Band-Kapelle, die wie irrsinnig auf deinen Gehör nerven herumhackt. Dahin dahinlenkt alles, was ein bißchen was ist ober zu sein denkt, mit blasiertem Gesicht seine Schritte, und läßt bin Sonne sich umsonst anstrengen, endlich einmal einen richtige,: Sommertag in Weiß und Gold herauszubringen. In den kleinen Badeorten ist Ruhe. Allerdings ist z. B. auch der Pächter der primitiven Erfrischungshalle am Strand jetzt cin.'.m tiefgefühlten Bedürfnis entgegengelommen. Abseits von dem Leben der Badekörbe liegt man faul wie ein Käfer auf dem Rücken und aalt den von der winterlichen 'Derufshehe matten Körper wohlig im warmen Sande, sieht träumend dem Flug der Möven unter dem blauen Himmelsdach zu, hört die Wellen aufplcckschern und hort eine schauerliche Grammophonstimmc aus Kratzen und Scharren heraus trompetend, behaupten! .'ne kleine Freundin Hal ein jeder Mann" Und zum Mittag steht ein freundlicher Orgeldreher just vor deinem Siestaschläfchen und tröftc*' auf quict> schcuder, asthmatischer P'^ttc: .Warum denn weinen ...QH. tX

Die QBaffenfunbe in Magdeburg.

Magdeburg, 7. Juni. Im Zusammen­hang mtt den Waffenfunden sind folgende De rhaftungen vorgenommen worden: Als Besitzer oder Mitwisser der Waffenlager Oberstleutnant a. D. Raffauf, der deutsch­nationale Stadtrat a. D. D r e n ck m a n n und sein Sohn, Dr. Drenckmann, der Vor- ttzende der deutschnationalen Partei in Magdeburg, Major a. D. Schäfer und die Kaufleute Paul Steinberg und Fälsche. Weitere Verhaftungen stehen bevor.

Die Organisation C.

Z- 3uli. (Wolff.) Der .Mün­chener Post zufolge sind auf Ersuchen des Ober- reichSanwalts einige der Organisation C ange­hörende Studenten verhaftet worden.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 7. Juli.

Die Besprechung der Interpellation betr.

# Dv" S'-ÄSf* fiss p «»*§ schäfte" UN-

Qoß11 jsÄ

I Lnrtflbcnb M

!1 SraunfeÜ . 3 AatzenD

A. « , X, 4. ' As 6.50 D

X 15 M. iV V R Ak., 4. .

i-LiMg aN 1 eitet. Liegen "nteremander, fahrt bis jUjn ickergang tn nicht geMet- ließen gibt 4

** Eine für Kriegs hinterbliet abend aufM scher ÄrteflW Ortsgruppe ®te Msgarten, stc M Mcinen auch der W Decker-Fulda sprechen. 1. ®eg« öer deutschen K Mgungsverhar vrganisativnm. rungen behandel nur ganz kurz, wesen sehr viel gehender widm zloettm Punkte, hallender Schm Kriegsbeschädigt Simgungsverhm anttoortlich mad Polemik und b Anwesende zug« wurden die Anl reizte Stimmung Enttäuschung üb ersten Punlles der anschlieheli der Deserentenr bundvertreter in ibrerfeiti in Der öinheitsverbanö Wüem der Eii nick iorüer dem leine Rede und i 'Wen mochten. 1 's! bei ruhiger Vorgänge als un üm /icherlich de iöröerlich.Im I, Angelegenheiten t w mir gerne offnen, haben toi: ballen, über dies Om, veil wir i "chkeit nicht auf

' im Inter Magen kann. De emr an der (Stört Men Seite eb

^emTesichtsw unseren 5i^

Wien, 7. Juli. (WTD.) 3n der heutigen Sitzung desAationalrates besprach Bundes­finanzminister Segur die kürzlich eingebrachte Re­gierungsvorlage Über die Ausschreibung einer inneren Anleihe. Er stellte fest, daß diese Anleihe auf dem Grundsatz der Opfer- gletchheü für alle Stände und Berufe aufgebaut fei. Sie solle etwa 400 Milliarden ergeben, wo- r>on auf den ländlichen Grundbesitz etwa 100 Mil­liarden Ond auf das mobile Kapital etwa 200 Milliarden entfallen sollen. Durch diese Anleihe und dadurch, daß die Regierung bei der Roten- MnE keine neuen Roten mehr in Anspruch nimmt, soll eine Ruhepause geschaffen werden, während welcher von Regierung und Volk mit allen Äräf- ten die Voraussetzungen für eine Hebung ber ünd für die Erlangung auswärtiger Kredite herbeigeführt werden sollen. Hinsichtlich ter neuen Roten bank hofft der Minister, deren Statut in den nächsten acht Tagen vorlegen zu können. Durch dieses Statut soll allen Berufs- klassen und auch den Arbeitern entsprechender Ein­fluß auf die Politik der Rotenbank eingeräumt toarben. Am Schlüsse seiner Rede verwies der Minister darauf, daß trotz aller Anstrengungen der Regierung und trotz der gewiß nicht anzu- - zweifelnden Unterftüfeung dieser. Regierungsbe- ftrebungen durch büö gesamte gut gesinnte Volk seit einigen Tagen doch wieder an der Börse Vr- Jc&einungen zutage treten, welche zu den tatsäch- lrHen Verhältnissen in Widerspruch stehen. Ich wurde, so erklärte der Minister, eine derartige Bewegung an der Börse verstehen, wenn wir wiederum nichts anderes beabsichtigen würden als neue Roten zu drucken und dadurch die Jn- flatwn zu steigern. Wenn man aber sieht, daß wir bremsen und daß wir die erwähnte Atem­pause herbelführen wollen, dann kann man mir böfen Willen annehmen, jenen bösen Willen der 'eme Sanierung dieses Staates mit aller Macht verhindern will. (Lebhafter Beifall.)

- . -) 8U einer Revision der Pensions­

preise gekommen. Der kühle regnerische Juni tat das feine ba,5u. Es ist noch recht leer am Oftstrand. sofern nicht einige Dillen beinahe an allen Orten ÜDlL x Kindererholungsheimen ge-

pachtet sind. Maiestätisch grüßt das neu in Betrieb genommene massive große Haus des Vereins für Kaufmannserholungsheime in Binz über die grüne See. Die Hotels stehen öde, die Privat- Pensionen mit wenig Belegschaft, die Kaufleute, die feier große Kapitalien in das Saisongescbäft hinein gesteckt haben, ringen die Hände und sehen mit kaffandrischen Vermutungen den beiden ver­bleibenden Sommermonaten entgegen. Die kleinen Bäder verrechnen sich nämlich: Das Publikum, dem es auf ein paar Tausendmarkscheine mehr oder weniger nicht ankommt, will für sein gutes Geld cafeeim imponieren können mit demBegriff des Fashionablen". worin es sich getummelt. Die aber, die eine wirkliche Erholung suchen, sind so Nicht gestellt, daß sie einen Hundertmarkschein nur für ein befchcidenes Touristenlogis, zwei für L.agespeMion ohne Getränte. Licht usw. hinlegen tonnten drei ober vier Wochen lang. 120 Mt für einen zweisitzigen Strandkorb die Woche und 160 tes Vergnügen, sich zur Erinnerung an Ostseebad.....vom Strandphotographen typen

zu lassen. Sine Satte Dickmilch in Bezug auf ben Inhalt ist ein Diminutiv sehr angebrach: - wird in dem Lande des Kuh- und Ziegcnreichtums mit acht Mark in derVorsaison" berechnet. Sic Kurtaxen haben sie der Einfachheit halber auf das Bier- und Fünffache vom vorigen Jahr gebracht.

Dieses von der Ratur so eeichgesegnete Erteneiland hat nichts von der englischen Blockade, vor Fliegergefahr, von den Gefühlen einer in her Gviaferzone liegenden Bevölkerung gespürt. Mai lebt und sprich^ hie gut deutsch allewege" unh pf.anzt aus der Tradition der beferen Altvvtde.i en fort Das heifei. man häng, treu an feinem Heimatboden und schert sich den Teufel um die

Hessen-Nassau und die letzten Reichsrats- c.. beschlüsse.

§ ö cfe ft, 8. Juli. (WTB.) Die Stadtverord- netenverfammlung hat in ihrer geftrfgen Sitzung mit den Stimmen der drei sozialistischen Parteien und der Demokraten einen Antrag angenommen, tn dem gegen die A b st i m m u n g des Vertreters ber Provinz Hefsen-Rassau im Reichs- r a t zum Gesetzentwurf des Schutzes der Republik entschiedener Protest erhoben wird, da diese Ent- Wun^ schärfsten Gegensatz zum klär zum Misdruck gebrachten Willen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung Hessen-Rassaus stehe Bon der Reichsregierung und dem Reichstage wird vielmehr die unverzügliche Verabschiedung des Gesetzes auf Grund der von den Spihenvertretern der arbeitenden Devöllerung aufgestellten For- v^-stmgt. Die Entschließung wurde gegen die Stimmen der Deutschen Bolispartei gefaßt, r^is oentrum enthielt sich der Stimme, erklärte aber, materiell dem Anträge zustimmen zu können.

D Gnii tyrVortrtL Heb im gl

'21617. T-r Götz- Leipzig (Dem.): wendet sich gegen die Dolchstofelegende. Daß wir ein neues Hesr mit republikanischer Gesinn ung nid;! aus dem Boden stampfen formen, muß jeder Linschen. Wir haben es ja auch nicht fertig ge­bracht. die Beamten so zu demokratisieren, wie dttS im Interesse des Staates notwendig wäre Mit Gewalt läßt sich hier nichts machen. Cs ist etne Uebergangszeit notwendig, in der vor allem wchts zerstört werden darf, was Im Werden ist □r-it sind der Ansicht, daß in der Reichswehr eitoag im Wachsen ist, das man nun aber nicht zerschlagen sollte, denn nur dann können wir überhaupt zu einer republitenischen Wehrmacht kommen. Der Redner führt eine Reche von Fällen an. die zu Beschwerden gegen die Reichswehr Veranlassung gegeben haben, bei denen sich aber .-erausgestelli Hai, daß der Tatbestand anders ist. als er in den Anschuldigungen geschildert wurde.'

In Baden, so fährt der Redner fort, wurden bei Regimentsfeiern Reden von ausgesprochnen Demokraten gehalten. (Lärm und Zurufe auf der äußersten Linken.) Früher haben Sie (nach links) über den alten Staat gelacht, bei- hinter jeder roten Fahne einen Schutzmann herschickte. Wollen ®teJeM: das mit der schwarz-weife-roten Fahne machen? Dies? nervöse Angst um die Revublik verstehe ich nicht. Wir teilen sie nicht.

Abg. Dr. David lSoz.): Gestern hat es Wieder ein Herr der äußersten Rechten gewagt der keuffchen Vollsvertretrng die Dolchstofel'Ige ins Gesicht zu schleudern. Wir weisen solche Versuche mit größter Empörung zurück. (Leb­hafter Beifall links und in der Mitte.» Ich habe unter meine Verehrung für Hindenburg einen Strich gemocht, als auch er uns im Unter» suchungsv isschuß mit dieser abgebrauchten Fo­bes tarn.

gungsblatt. ES heißt da.- Die Unfälle auf Bahnübergängen haben sich im Jahre 1921 gegenüber dem Vorjahr vermehrt. Jnübeson- oere hat sich die Zahl der überfahrenen Fuhr­werke auf unbewachten Eisenbahnübergängen ganz wesentlich erhöht. Die Unfälle sind durchweg auf Fahrlässigkeit der Deschirr- fuhrer zurückzuführen. Ferner werden des öf­teren von Kraftwagen infolge zu schnellen Fahrens geschlossene Schranken beschädigt oder ernstliche Unglücksfälle verursacht. Auch die Aufsicht über Weidevieh läßt zu wünschen übrig; so fuhr z. B. ein Hauptbahnzug in eine ungenügend beaufsichtigte Schafherde. Dir weisen auf hie Gefahren hin, die durch Unaufmerksamkeit beim Befahren, besonders von unbewachten Eisenbahnübergängen, sowie durch zu rasches Fahren von Kraftwagen und ungenügende Beaufsichtigung von Viehherden in der Rähe der Bahnkörper enfftehen.^

L.U. Von der Landesuniversi­tät. Zum Rektor der Universität für die Zeit vom 1. Oktober 1922 bis dahin 1923 ist her ordentliche Professor der Rechtswissensch.'ft Dr. Otto Eger gewählt worden.

* Zu Vorauszahlungen auf Umsatzsteuer an die Finanzämter im Wege des Postscheckverkehrs sind besondere Vordrucke zu Zahlkarten eingeführt worden. Die Finanzämter werden der erstmaligen, in diesen Tagen ergehenden Aufforderung drei Zahlkarten für die Vorauszahlungen im Juli und Oktober 1922 sowie im Januar 1923 beifügen. Die Zählkarten sind auch am Schal­ter jeder Postanstalt erhältlich.,

2lbg. Meier-Zwickau (S.) bestreitet die Wahrheit der Gerüchte von der Errichtung eines VolkstribunalS in Zwickau. Der ganze Vorfall sm mif ein Mißverständnis zurückzuführen.

2Ibg. Dr. Becker- Hessen (D.Vpt.) bean­tragt Vertagung Gleichzeitig wird von der Rech­ten die Desch'ußfähigkeit des Hauses bezweifelt

Rächfte Sitzung Montag 5 Uhr. Interpella­tionen und 2. Lesung des Gesetzes zum ~ der Republik.

antirepublikanische Kundgebungen usw .wird fortgesetzt.

Dbg. Hense/ (Dn.) erhält zunächst s^ne gestern durch den Tumull der Linken unterbrochene Rede zu beendigen.

Sozialdemokraten und Demokraten schlossen den Saal verlassen.

Präsident Löb e ruft wegen der gestrigen unparlamentarischen Zwischenrufe gegen den 2wg _ Hensel nachträglich die Abg. Wels Soll--

derungen angeschloss°nhab7n'mühte" wie di- ' ^ab"n";u?Ordnun!^ unb Mal.