Das Deutschtum als Einheit.
Schlußsitzung der Schutzbundtagung.
Alienstein, 6. 3uni On der Schlutz- iityung der d i ten Tagung des de itschen Schutzbundes IPrach der geschäftsführend.' Docsi^ende des Bundes Wacker über „Das Seu t f et) tum als Einheit“.
Die dritte Tagung stund unter Lern Leitsatz: Deutschtum und Abwehr. Alle ihre Gedanken sanden ihren Auädmck in einer einstimmig an» genonunmen Entschließung, ti> folgenden Wortlaut hat:
„Die aus dem alten Kulturboden Ostpreußens zur dritten Pfrngsttagung versammelten Vertreter des Deutschtums aus allen Grenzlanden d^ geichlos enen Si delu -g?g3bie:es, vereinigt mit den Vertretern des Deutschtums aus Leu deutschen Siedelungen im Ausland, erklären: Wir, die a'.s Deutscher Schutzbund vereinigten Verbände des Grenz- und Auslandsdeutschtums.
glauben an die deutsche Volksgemeinschaft. Wir glauben daran, daß alle, die sich als Deutsche fühlen, ohne älnterschied de.' Par ei? n und Klassen, ohne ttitterchied der Staatszugehöi iz- teil oder der ^lingangssprache
kraft inneren Gesetzes eine unauflösliche Einheit
sind. Wir halten unverbrüchlich fest an dem unverrückbaren Aa>1 urrecht der Sei bst- bestimmung für unser Volk. Wir wollen uns nicht tn die Geschäfte der Staaten mischen, nicht in die inneren, nicht tn die äußeren. 2lber wir wollen den Rochtsgedanken unserer Selbst - Bestimmung und fern unzertrennliches Gegenstück, Len Gedanken des Rechtsschutzes nationaler Sigem art zur Geltung bringen bei allen Rationen, und wo immer deutsches Volkstum und deutsche'. Volksboden von plcrimä-ig^ Entd utschung b:- droht sind, wollen wir untereinander zusammen, stehen. So wollen wir die deutsche Volksgemeinschaft über alle Grenzen hinaus Pflegen als den höchsten Besitz aller Deutschen, ob sie als ge- schlvssene Minderheit einem fremden Staate und Volkstum eingeoichnet sind, oder ob sie tn freiem Willen ein Sonderdasern vor den Toren der Heimat führen, in dem Glauben an die deutsche Volksgemeinschaft. On diesem Glauben liegt die Zukunft der deutschen Ration."
Eine Ansprache Scheidemanns.
Eassel, 1. Suhl (WTB.) Anläßlich der Protest Versammlung der Casseler Arbeiterschaft wegen des Attentats auf Scheidemann hielt diesep eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Die Ursache der sich immer wieder wiederholenden Attentate liegt in ber politischen LInerzogenheit gewisser Kreise des deutschen Volkes und in der Verhetzung durch die reaktionäre, Presse. Rach dem, was wir jetzt erleben, muh man angesichts der in Deutschland herrschenden juristischen Verhältnisse die Frage erheben, ob man nicht in Bezug auf manche Dinge den reaktionären Burschen Handschellen anlegen sollte. Diese Anschläge auf Personen, wie auf mich, wären an sich gleichgültig, sie . sind aber in Wirklichkeit gegen die \ Republik gerichtet, deshalb können sie 7 gar nicht ernst genug genommen werden. Och habe immer da gestanden und werde immer da r stehen, wohin mich die Partei ruft, und das wird so bleiben bis an mein Lebensende. RichtS anderes will ich, als dem Volle dienen, für die Rechte des Dolles kämpfen bis zum letzten Atemzuge. Och will nicht schildern, wie die Republll gefährdet ist; denn sie ist gefährdet, well die Arbeiterklasse nicht geschossen dasteht. Die Arbeiter finden sich immer erst dann in der Abwehr zusammen, wenn ein Hnglüd geschehen ist. Och bin überzeugt, daß jeder einzelne lernen muß, einzusehen, daß wir die Einigkeit brauchen. Erfreulicherweise sind wir uns wenigstens in dem einen Punkte einig, daß die Republik, koste es was es wolle, geschützt und gesichert werden muß. Deshalb wollen wir hier das Gelöbnis ablegen, bis zum letzten Atemzuge für die Erhaltung der deutschen Republll zu kämpfen und wir wollen dieses Gelöbnis ablegen mit den Worten: Es lebe die Republik!
Aus dem Reiche.
Die Arbeiten des Reichstages.
Berlin, 7. Ouni. Wie die „Germania" mitteill, ist der Wiederzusammentritt des Reichstags nicht vor dem 13. Ouni zu erwarten. Da die Pariser Anleiheverhandlungen vor dem 13. Juni aller Voraussicht nach
Nicht zum Abschluß kommen werden, so werDe dte Reichsregierung nicht in der Lage sein, vor diesem Zeitpunkt die von den Oppositionsparteien verlangte Auskunft zu geben. Die wichtigsten Verhandlungsgegenstände des Reichstags werden die Vorlage über die Zwangsanleihe und die Getreideumlage sein.
Die Forderungen der deutschen Gewerkvereine.
Berlin, 6. Ouni. (WTB.) Auf dem Ver- bandstag der Deutschen Gewerkvereine (Hirsch-Duncker) wupde einstimmig eine Ent» sch ließ ung angenommen, worin es als dringend nötig bezeichnet wird, die Arbeitneh« mer auf die kräftige Benutzung der realen Machtmittel hinzuweisen, welche die gegenwärtige Wirtschaft den Arbeitern, Angestellten und Boomten bietet. Dazu gehören die Demokratisierung des Besitzes an den Produktionsmitteln, d. h.. die Beteiligung der Arbeitnehmer 'am Besitz und am Ertrag der Betriebe. Weiter heißt es in der Entschließung:
Der Vecbarrdstag richtet an die Reichsregie« rung Ersuchen, eine Sozialpolitik zu betret' den, die, süßend aus dem Grundgedanken der sozialen Selbstverwaltung, den demokratischen Odeen nach Selbslverantwortwng in der Freiheit mehr Rechnung trägt, besonders bei der Angestellten- und Invalidenversicherung. Beim Arbeitsnachweiswesen und bei der Dchlichtungs- vrdnung ist diesen Forderungen Rechnung za tragen. Schließlich bekennt sich der Vecbandstag erneut zum Gedanken ter Arbeitsgemeinschaften zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer.
Volksentscheid in Sachsen.
Leipzig, 6. Zum. Die Eintragung für den Volksentscheid hat heute begonnen. Das Verfahren wird verfassungsgemäß am 19. Juni abgeschlossen werden. — Das Volksbegehren in Sachsen geht von den bürgerlichen Parteien des Landtages aus, die zwar 47 von 96 Sitzen inne* haben, von der sozialistisch-kommunistischen Linken trotz deren innerlicher llneinigteit aber vollkommen zurückgrdrängt werden. Die bürgerlichen Parteien, diesmal einschließlich der Denwkraten, streben die Reuwahl des Landtages an, da diese sehr wahrscheinlich die bisherige Linksmehrheii beseitigen würde. Rach Zurückweisung des erster. Antrages auf Durchführung des Volksentscheides (Volksbegehren), der vom Ministerium Druck- Lipinski zarückgewiesen wurde, hat dieses einem zweiten Volksbegehren doch Rechnung tragen müssen, da die Rechtsparteien die zur Unter» flüt.ung erforderliche S immrnzahl (20 C03) nach- weisen konnten. Beim Volksentscheid handelt es sich nun darum, daß sich würdest ens ein Zehntel der Wahlberechtigten in die Listen einträgt, die auf Grund des Volksbegehrens aufgelegt toirben; durch diese Eintragung wird eine Volksabstimmung über die Auflösung des Landtages gefordert.
Aus Hessen.
Parlamentarischer Zusammenschluß.
rm. Darmstadt, 7. Juni. Die dem Hessischen Bauernbund und der Deutsch-nationalen Volkspartei angehörenden LandtagSabgeordneten haben sich zu einer Partei zusammengeschlossen, die den Ramen „Mttglieder'-Vereinigung des Hessischen Bauernbundes und der Deuksch- nativnalen DvlkSpartei" führen wird.
Aus S^adt und Land.
Gießen, den 8. 3-ini 1922.
Der Liga zum Grutz.
Heute tritt tn Gießen die 3. ordentliche Iahrestagung der Landesgruppe Westdeutschland der Liga zum Schutze der deutschen Kultur zusammen. Der deutsche Staatsbürger ist im allgemeinen nur zu leicht geneigt, sein politisches Wohl und Wehe der hohen Obrigkell cmzuvertrauen. Wie oft hört man z. B. in Hinsicht auf die Schuldfrage die Aeußerung: „Weshalb tut die Regierung nichts hierzu?" ES ist deshalb sehr zu begrüßen, daß sich in der Liga zum Schutze der deutschen Kultur Männer aus allen Parteien zusammengefun- den haben, die selbständig alles tun, was in ihren Kräften steht, um gegen die Weltpropaganda, die aus Ost und West, von den Bolschewisten und der Entente gegen uns geführt wird, anzugehen und wellerhin sich bemühen, zwischen den Parteien und Klassen unseres Volkes wieder ein umschlingendes Band des Gemeingefühles zu knüpfen. Wir begrüßen die Tagung und wünschen den Beratungen ein gutes Ergebnis.
Mein Vetter Mus. Roman von Richard Skowronnek.
5. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
„6te kräuselte, wie am Rachmittag, spöttisch die Lippen, drehte sich kurz um und fordert; einen der Zünglinge auf, ber hochbeglückt mit ihr abschafsierte. Och lehnte mich schwer in meinen Stuhl zurück und Dachte zufrieden aif meinen Lorbeeren auszuruhM da überkam mich aber mit einemmal tü Selbsterkenntnis, daß ich mich tn Helenens Augen unsterblich lächerlich gemacht hatte, und ich faßte den unter diesen ilmftänben gewiß naheliegenden Entschluß, mich zu betrinken."
„Och stürzte den allen Rotwein herunter wie Wasser, aber, weiß ber Teufel, es ging nicht Das Zeug verdampfte, als wenn ich es da drinnen auf einen h, i -en Stein schüllcte. und je mehr ich trank, desto nüchterner kam ich mir vor und desto klarer wurde es mir, daß ich ein gewaltiger Esel sei. Sie war ja zuerst zu mir gekommen, um die kleine Verstimmung zu beseitigen und ich hatte die dargebotene Hand zurückg »wiesen. Mich faßte ein heißes Verlangen, zu ihr zu gehen, sie um ll^rzcihung zu bitten, aber tch fand nicht den Mut zum Ansätze, trotz des vielen Rotspohns, den ich eingenommen hatte. Und schlleßlich war es zu spät dazu, denn Mitternacht war gefommen und ber Herr Oberpfarrer gebot Feieraband mit dem freundlichen Hinweis, daß morgen sa auch noch ein Tag sei."
„Wie ich nun ausstehe, sehr ich vor meinen Füßen am Boden eine kleine blaue Schleife hegen Och hob sie auf und steckte sie heimlich, wie ein
Dieb, tn bre Drustta-sche. Ein rascher Blick auf Helenens Kleid hatte mir gezeigt, daß dte Schleife ihr gehören mußte. Sie trug ein zweites Exemplar derselben Gattung noch auf ihrer linken Schulter, während das auf ber rechten fehlte."
„Beim Abschied grüßte sie mich förmlich und sah mich kaum an, aber das machte mir nichts aus. Eine fast übermütige Stimmung war iiber mich gekommen; mir war, als hätte ich mit dem kleinen Stückchen blauen Bandes ein Unterpfand für die Zukunft bekommen."
„Als wir drei, Franz, der schöne Heinrich und ich, in unferm Zimmer tm „Goldenen Stern" beisammen saßen, dem ersten Gasthofe des Städtchens, und der schöne Heinrich, tote gewöhnlich, seine Erfolge schilderte und mit den Herzen renommierte, die er im Verlaufe des Tages gebrochen haben wollte, kam er auch auf Helme zu sprechen und behauptete, fi» habe ihn ein paarmal so schmachtend angesehen, daß er ihr doch morgen den Gefallen tun würde, sie ein bißchen zu poussieren."
„Mir tarn es schon wie eine Entweihang vor. daß er es wagte, den geliebten Ramen auszusprechen, ich legte ihm also schwer die Hand auf den Arm und sagte drohend: , Schöner, das nimmst du zurück!"'
„Fallt mir ja gar nicht eins" gab ec zur Antwort. „Was geht's dich überhaupt an?"
„Och wollte auf blauten, da legte sich aber Franz, als der Aelleste, ins Mittel, gebot uns, Frieden zu hatten und ins Bett zu gehen, um unsre diversen Räusche auszufchlafen."
„Und was ich euch noch sagen wollte," fügte er hinzu, „sauft morgen nicht so unverschämt, sonst legen euch bte Lawinter mit dem ersten
’*'* Amtlich e Personalnachricht en. . Ernannt wurde am 30. Mai die Anwärterin für 1 das Lehrfach an höheren Mädchenschulen Paula Huth aus Lauterbach zur Lehrerin an ber < Schillerschule in Friedberg. — On den Ruhestand > wurde versetzt am 1.O"ni die Lehrerin an ber , Volksschule zu Darmstabt Luise (Stieler auf ihr Rachsuchen unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten Dienste vom 1. Ouni 1922 an.
** Militärische Personalnach richten. Oberst von O i b t m a n, bisher beim Stabe des 15. Infanterie-Regis. Gießen, ist zum Kommandeur des 3. (preuh.) Onfanterie-Regts. tn Deutsch-Etzlau ernannt worden. — Zum Kommandeur des in Gießen liegenden 1. (Hess.) Bataillons des 15. Onfanierie-Regts. ist Major Keim ernannt worden. — Der bisherige ^Kommandeur des Bataillons, Oberftleutnant Fett, tritt als Oberstleutnant zum Stabe des 15. Infanterie-Regis. — Am 9. Ouni vormittags verlassen die Truppen des Standortes Gießen die Garnison, um sich mit den übrigen Bataillonen des Regiments auf dem Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn zu den Dataillons- und Regiments Übungen zu vereinigen. Der Truppenübungsplatz wird von allen Bataillonen und der Fuldaer 1. Abteilung Art- Regt. 5 durch Fußmarsch erreicht. Der Regimentsstab und das 1. Bataillon 15 aus Gießen marschieren über Marburg— Frankenberg—Warburg und treffen auf dem Marsch mit den übrigen Teilen des Regiments zusammen. Es sind zehn Märschtagc — einschließlich Rasttage — vorgesehen. Während der Märsche finden Hebungen statt. Am 29. Ouli kehrt das Bataillon wieder nach Gießen zurück.
Zurückführung von Gepäck aus Rumänien. Bekanntlich soll das in Rumänien zurückgelassene Gepäck deutscher Staatsangehöriger, soweit es Kleider, Wäsche oder andere kleinere Effekten enthält, in einem Sammeltransport nach Deutschland zurückgeschickt werden. Es wird von zuständiger Seite noch einmal darauf bin» gewiesen, daß diesbezügliche Anträge unter Beifügung eines Onhaltsverzeichnisses und etwaiger Kofferschlüssel bis spätestens 1. Ouli d. O- bei ber deutschen Gesandtschaft in Bukarest einzureichen sind. Rach diesem Termin eingehende Anträge können nicht mehr berücksichtigt werden. Etwaige Auskünfte erteilt das Auswärtige Amt.
* Oesfentliche Bücher Halle. Om Mai wurden 1723 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1065, Zeitschriften 98, Ougendschriften 171, Literaturgeschichte 14, Gedichte und Dramen 20, Länder- unb Völkerkunde 64, Kulturaeschichte 32, Geschichte und Biographien 75, Kunstgeschichte 7, Ratur- wissenschaft und Technologie 93, Heer- und Seewesen 4, Haus- und Landwirtschaft 3, Eesund- heitslehre 2, Religion und Philosophie 31, Staats- wissenschaft 14, Sprachwissenschaft 7, Freindsprach- liches 23 Bände. Rach auswärts kamen 39 Bande.
** Müllersche Badeanstalt. Wasser- Wärme der Lahn am 8. Ouni: 18 Grad R.
Bornonzen.
— Lageskalender für Donnerstag. Eafe Leib, 8 Ähr: Oessentlicher Vortrag ber Liga zum Schutze der deutschen Kultur. — Astvria- Lichtspiele: Kurfürstendamm" und „Scherben".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Der Verfluchte" und „Lieserls Traum".
Kreis Büdingen.
)( Bergheim, 7. Ouni. Einen selten schönen Festtag erlebte unsere Gemeinde am 1. Pfingsttag, die beiden Glocken wurden durch einen Festgvttesdienft feierlich eingeweiht. Pfr. Hoch von Selters hielt die erhebende Weiherebe, Gesangverein und Schülerchor unter Leitung von Lehrer K r a u s ch verschönten die Feier durch Vortrag von je zwei Chören. Musikdirektor Müller aus Friedberg, ber am Samstag die Glocken geprüft und abgenommen hatte, beglückwünschte die Gemeinde zu ihrem schönen Geläute.
Kreis Lauterbach.
z. Rösberts, 7. Ouni. Auch die hiesige und die Rachbargemeinde Weid-Moos haben es sich nicht nehmen lassen, ihren im Weltkrieg gefallenen Helden gemeinschaftlich et i Denkmal zu errichten, das im Schulhofe tn Rösberts aufgestellt worden ist unb am 1. Pfingft- feiertag unter Beteiligung der Kriegervereine der Rachbarorte eingeweiht wurde. Der Pfarrer von Altenschlirf hielt eine tief ergreifende Weiherebe
rr. Schl ich, 7. Ouni Am 2. Feiertag veranstaltete unser Turnverein unter Beteiligung von rund 100 Turnern und Turnerinnen einen Turngang nach dem nahen Grebenau zur Teilnahme an der Einweihung der dortigen neuerbauten Turnhalle; auch die Turnvereine von Lauterbach und Alsfeld hatten sich ein- gefunben. Rach einem Festzug und packender Weiherede überbrachte Bezirksvorsihende Bastian- Alsfeld Grüße und Glückwünsche des Gaues. Rach der offiziellen Feier entwickelte sich auf dem Festplatz ein frohes, turnerisches Treiben.
z. Ba i t shain, 7. Ouni. Unser Ort, der im vorigen Oahre sehr an Wassermangel litt, hat sich kleinen Spritzer in die Patsche, weil ihr vor lauter Spiritus das Blut von euch geben müßt, wie ein paar Springbrunnen."
„Das leuchtete uns ein, wir bertr igen ans und krochen in unsre Betten."
„Als ich am andern Morgen aufwachte, fand ich in meiner linken Hand die blaue Schleife, ohne daß ich mich erinnern konnte, wie sie dahiL gekommen war. Wahrscheinlich hatte ich sie in verliebter Wehmut aus der Rocktasche genommen, um sie noch einmal ans Herz zu drücken, war aber dann wohl darüber eingeschlasen, ronl der schwere Rotspohn angefangen hakt:, seine Wirkung zu tun. Dafür sprach auch der ttmstand, daß ich unter anberrn vergessen hatte, meine Stiefel vor dem Zubettgehen auszuziehen, was damals für mich stets ein Zeichen des .vollkommen erreichten Anschlusses war. Katzenjammer hatte ich nicht, das war mir bei meiner Körper- konstitution überhaupt ein unbekanntes Leiden, nur ein seltsamer Druck lag mir auf der Brust, als wenn meiner etwas Widerwärtiges harrte."
„Als wir auf die Straße traten, um ins zum Frühstücke tn das Pfarrhaus z i begeben, trafen wir das neugebackene Ehepaar auf dem gleichen Wege. Damals war die verrückte Mode, die schönsten Stunden jungen Glückes im Eisenbahnwagen oder ei.em banalen Hotelzimmer zu verbringen, noch nicht so im Schwange, wie heute., wo man gleich vom Altar weg in die Droschke springt und zum Bahnhof hetzt, kaum, daß der Pfarrer das Amen gefp rochen hat"
„Die junge Frau sah rosig aus, wie die Leibhaftige Morgenröte, und Doktor Schlehdorn strahlte, als wenn er das große Los gewonnen hätte. Wir begrüßten uns, und a!8 ich der
an die Wasserleitung der Rachbargemeinde Grebenhain angeschlossen und hierzu noch eine neue Quelle, im Oberwald am Fuße deS Grebenhainer Bergs, am sog. Dippenlochsbom, angekauft, welche ber Wasserleitung Grebenhain zugeführi wird. Die hierzu erforderlichen Arbeiten sind augenblicklich in vollem Gang und man hofft in nächster Zeit mit ihrer Fertigstellung einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen. Aller Wahrscheinlichkeit scheint jetzt wieder Wassermangel einzutreten, da die Feldbrunnen jetzt schon anfangen zu versiegen.
rr. Willofs bei Schlitz, 7. Ouni. Bei außerordentlich starker Beteiligung fand am 2. Pfingstseicrtag die Einweihung des auf unserem neuen Friedhof errichteten Ehrenmals für unsere Gef allenen statt. Zahlreiche Kriegerve reine mit ihren Fahnen nahmen an der Feier teil, die auch von Poscuinenchor- Wallenrvd verschönt wurde. Die Weiherede hielt der Ortsgeistliche Pfarrer Schmid t' während für die Baubehörde Regierungs-Baurat Pfeifer aus Lauterbach sprach. Ergreifend war es, als bei feierlichem Glockengeläut die Ramen ber 13 Gefallenen verlesen für jeden derselben am Denkmal ein Kranz niedergelegt wurde und dann die Kriegskameraden anstimmten: „Och hott' einen Kameraden". Mit einer Ehrensalve und dem Gesang: „Oerufalem du hochgebaute Stadt" sand die erhebende Feier ihren Abschluß.
Kreis Schotten.
b. Schotten, 7. Onni. Am gestrigen 3. Feiertag fand tn althergebrachter Form der diesjährige Prämier ungsmarkt statt. Erne stattliche Anzahl prächtiger Zuchttiere, vor allem auffallend schönes Vogelsberger Vieh, bas erfreulicherweise Immer toieber mehr zu Ehren kommt, konnte mit Preisen bedacht werden. Der Markt war mit Vieh, besonders mit Schweinen für die sehr hohe Preise dezahtt warben, reichlich beschickt, ber Handel ging sehr flott. Eine Verlosung lebender und toter Gewinne faai statt. Ein großes Dollsfest, das aus bet Um» gegenb sehr gut besucht war, schloß sich an. — Während ber Pfingstßiertage belebte ein außerordentlich starker Fremdenverkehr u.ifei Städtchen. — Am 31. Mai beging Rvallehrer Bu ß an bet hiesigen Realschule bte Feier feiner 25jährigen hiesigen Wirksamkeit.— Besonderes Glück hatte ein städtischer Arbeiter, der dieser Tage bei Crdarbeiten auf dem Markte ein goldenes 20-Markstück fand.
)( Gedern, 7. Ouni On der Frühe des ersten Pfingstfeiertags ertrank im Großen See ein junger Tourist. Er war jedenfalls von der Morgenwanberung erhitzt, wollte in bem kalten Gebirgssee ein Bad nehmen, bekam, als er einige Meter vom Ufer entfernt war, einen Krampf unb ging unter.
Starkenburg unb Rheinhessen.
rm. Offenbach, 7. Juni. Auf einet Autotourverunglückt ist der Portefeuillefabrikant Treffer von hier, der mit einem von einem Frankfurter Freunde zur Verfügung gestellten Auto mit zusammen sechs Personen nach dem Schwarzwald fuhr. Durch Versagen der Bremse stürzte das Llutv. Die Schwester der Frau Tresser aus HannovD: wurde sofort getötet, verschiedene andere Personen wurden teilweise schwer verletzt.
wd. Bensheim, 7. Ouni. Dieser Tage ist der Maurer Altton W. aus Fehlheim aus Rußland zurückgekehrt. Er war 1915 in Kriegsgefangenschaft geraten und seine Alt- gehörigen hatten seit 6 Oahren nichts mehr von ihm gehört. On Rußland hatte er sich unter dem Drucke der BvlschewrstAt verheiratet und brachte nun Frau und zwei Kinder mit. Man hatte ihn während der Revolution vor die Entscheidung gestellt: entweder zu heiraten und sich seßhaft zu Mchen, oder in die Rote Armee einzutreten, oder aber an die Wand gestellt zu werden. Er zog das sanfte Ehejoch vor und es wurde chm von den Sowjets ein ertragreicher Hof zur Bewirtschaftung zugewiesen, den er jedoch infolge der Mißernte der letzten Jahre verlassen mußte. Rach 5 Monaten schwerster Entbehrungen ist er jetzt zu Hause eingetrofffen.
* Planig, 7. Ouni. Beim Ausheben eures Vogelnestes lebensgefährlich verunglückt ist ein 7 Oahre alter Ounge aus dem nahen Rittergute Bangert. Der Knabe Heiterte an einem elektrischen Leitungsmast empor, um von ba aus ein Finkennest auf einem daneben- stehenden Baume auszuheben. Bei Berührung ' des Drahtes stürzte ber Ounge ab und blieb in hoffnungslosem Zustand mit einem doppelten Schäbelbruch blutüberströmt liegen.
' Worms, 7. Ouni. Vom sichere« 2obe gerettet wurde eht vierjähriger Knabe, ber in den Rhein gefallen war. Ein junger Mann hatte den Vorgang aus dem Fenster eines Cas^s mit angesehen, sprang dem Kinde nach und rettete es unter eigener Lebensgefahr.
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lungen Frau die Hand reichte, zog sie mich etwas näher am sich heran und sagte leise zu mir. ,Herr Daumlehner, ich möchte Ohnen gerne einen guten Rat geben, toatn ich wüßte, baß Sie mir die Einmischung nicht übel nehmen?"
„Gnädige Frau., ich bitte darum!" erwiderte ich.
„Ran denn," wollte sie beginnen, doch Doktor Schlehdorn schnitt ihr bas Wort ab.
„Ach, älnsinn," sagte er, „laß sie sich doch harmlos amüsieren. Heute abend hat es ja doch so wie sv ein Ende."
„Och begriff nicht, was die beiden meinten, mochte aber auch nicht fragen, benn je näher wir dein Psarrhause tarnen, desto beklommener wurde mir ums Herz. Och schalt mich selbst einen Rarren, aber ich "formte nichts dagegen machen: ich fürchtete mich ordentlich davor, Helene wieder- zufehen, and doch bangte ich mich nach ihrem Anblick, daß mir vor Sehnsucht fast das Herz zersprang. Och war eben unrettbar verliebt bis über beide Ohren ..."
„Als ich ihr dann endlich gegenüberstand — sie sah in bem einfachen Tarlantankleidchen womöglich noch liebreizender aas, als in ihrer Dtaatslollette — wurde mir etwas leichter. Sic nickte mir zu unb streckte mir freinblid), wie einem alten Brannten, die Hand entgegen. Och fragte, ob sie mir noch böse wäre, woraus sie mir nicht ohne eine gewisse Verlegenhett erwiderte, sie formte sich nicht erinnern, daß ich ihr dazu Vera-nlassung gegeben hätte."
(Forlfeyung folgt.) *-
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