Ausgabe 
8.6.1922
 
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Donnerstag, 8. Juni 1922

172. Jahrgang

Die Antwort der Reparationskommission

Italien und Belgien

Äa-fret

außerdem noch

in

aus Paris den Wortlaut der

teilt wissen. DaB die Re­ni it drei gegen eine

Der Wortlaut der Antwort.

Berlin. 7. Juni. DieVoss. Ztg."

meldet teort

Regierung beauftragt.

In einem eirem Mi-tarbriter

Warszawki" gete-h ten Interview erklärte Ponr- tctofti oa* die Frage, ob der Grund fürdie Demission des Äabinetta in der in der Sitzung des Mi isterrotes vom vergangenen Freisag zu Tage getretenen Dissonanz zwischen Lern Kabinett und Lem Staatschef zu suchen fei, dah das per­sönliche Verhältnis zum Slaatschef gegenwärtig das deutbar beste sei. Rus dir Frage, was denn die Demission veronlatzte, erklärte Ponisowski, Latz der Staatschef die Demisäon deshalb annehme, weit in der Feit vor den Werten und in einem Zeitpunkte so v rte'.cke'ter po irischer Tcr^Itni fe die Autorität der Regierung nicht h i n r e i ch e n d sei. Der Staat brauche eine starte Regierung, die sich auf die Mehrheit des Volkes stütze.

und der mit den Staaten Mitteleuropas abge­schlossenen Abkommen vvrgelegt worden ist. Er übermittelte sodann Rachrichten über die Er-

talansagen Deutschlands.

auswärtigen Kapi- internationale Aw

Die irische Frage.

London. 7. Juni. (Wolfs.)'BfattPi» Meldungen zufolge werden die Konferen­zen zwischen den Bertretern der vorläufigen irischen Regierung und den b r i t i - scben Ministern heute wieder aufgenom­men.Daily Chronicle" meldet, dass G r i f - fith aus Dublin nach London mit einem neuen Entwurf für die Verfassung des irischen Freistaates zurüctgekehrt sei. den er mit dec britischen Regierung er­örtern werde. In dem früheren Entwurf, dem der irische Führer unterbreitet hatte, war der Antertanenpflicht gegenüber dem König nicht endgültig genug Ausdruck gegeben worden. Der Generalgouverneur wurde darin nicht an­erkannt und die Forderung nach eigener Füh­rung der irischen auswärtigen Angelegenhei­ten erhoben.

London,. 7. Juni. (Wolff.) LautMor- ning Post" belaufen sieb die D e r l u st e der irischenRebellen in den letzten Kämpfen, mit den britischen Truppen auf schätzungsweise 30 bis 40 Tote.

Die polnische Kabinettskrise.

Warschau. 7. £?urt iWolsf - Srratrchrt Pilsadsli richtete heute an den Mtnisterprä- sidtnten Ponikowskr ein Schreiben, in b'tn er sich bereit erklärt, die am 2. Juni üb ^reichte Demission des Ge'amtminister ums anzu­nehmen und Lar Kabinett mit der Writersith- rang der Geschäfte bis zur Bildung einer neuen

Erweiterte Befugnisse des Anleiheausschusses.

Frankreich isoliert. Enttäuschung in Paris.

Paris, 7. Juni. (WTD.) Wie der Ver­treter des Wolff-Bureaus in Paris er­fährt, hat der internationale Anleiheaus­schuh in seiner heutigen Rachmittagssitzung Kenntnis von derEntscheidungderRepa- r a t i o n s k o m m i s s i o n über die erwei­terte Befugnis des Ausschusses ge­nommen. Der Anleiheausschuh wird morgen nach­mittag wieder zusammentreten, um zu der Ent­scheidung Stellung zu nehmen und besonders die Fragen zu erörtern, was geschehen solle, da der Drschluh der R e p a r a t i o n s l v m m is- sion nicht einstimmig erfolgt ist.

deutschen Export über-

DerTemps" para 1 io nskommission Stimme

Grvhbrilanien,

Der Kongreß der Dölkerbundsliga.

Prag, 7. Juni. (Wolff.) Im weiteren Ver­lauf der gestrigen Vollversammlung des Kon­gresses der Dölkerbundsliga erklärte Lafon­taine- Belgien, die Auffassung, die internatio­nale Regelung der Minderheitenfrage wäre ein Eingriff in die Souveränttät der nationalen Staaten, sei vollkommen unhaltbar, denn damit toärc die Daseinsberechtigung der Gesellschaft der Rationen überhaupt verneint. Lapradelle- Frankreich führte aus: Es ist ein Menschen­recht, nicht unterdrückt zu werden, und dieses Recht überträgt der Geist unserer Zeit von Einzelindividuen auf eine Gruppe von Indi­viduen. Wir respettieren die Rechte jeder Minder­heit. und ich mochte jetzt den Begriffmiuorite orphcline prägen. Picort-Schweiz wies dar»

Ar. 132

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Devisen aus dem schuh oder aus den

eignisse in Damaskus und über die Stimmung i_ der muselmanischen Welt.

leihen und Sachlieserungest) scheine man gegen­wärtig nur die dritte in Erwägung ziehen zu können, toenn man ein sofortiges und greif­bares Resultat erzielen wolle. Er behaupt? nicht, dah die internationale Anleihe unmöglich sei. Im Gegenteil, diese Anleihe befindet sich durch­aus im Einklänge mit den Rechten und Inter­essen Frankreichs, mit den Bestimmungen des Friedensvertrages und mit dem Zahlungspläne. Der Art. 248 des Versailler Vertrages gestatte dem Wiedergutmachungsausschu le vieler Anleihe wie allen anderen wirksamen Zahlungsarten zu« zustimmen. Es sei selbstverständlich, dah der Wiedergutm.crchurg?ausschuh keine weitem Ini'.ia- tive bei der Feststellung dieser Anleihe habe und haben werde und dah die französische Regierung immer die Bedingung stellen werde, dah nämlich die Anleihe keine weitere Verminderung der frarrzösifchen Forderung nach sich ziehe. Ferner habe die französische Regierung der französischen Delegation genaue Weisungen erteilt, die von den Alliierten geforderte Kontrolle über die deutschen Finanzen ouszusühren, den Geldumlau' zu überwachen, welcher Kontrolle

Kritische Lage im russischen Hungerbiet.

C> e n f, 8. Juni. (WTD^) Der t s ch e ch v - slowakische Delegierte D r a b e k, der Vertre­ter RansenS in TszheljabinSk. hat dem mter» nationalen Hilfskomitee für die HungrrndeiH Ruhlands mitgeteilt, dah die Lage äußerst kritisch sei. 85 Prozent der 1 300 000 Seelen betragenden Bevölkerung leide Hunger. Die Fälle von Kannibalismus häuften sich. Der Flecktyphus greife schnell um sich und auch die Cholerasälle würden zahl­reicher. Der medizinische Vertreter RansenS im Gouvernement TszheljabinSk sei ebenfalls am Flecktyphus erkrankt. Brabek sei im I Hungergebiet vereinsamt, er ersuche dringend um sofortige Entsendung einer neuen Hllfs- kormnijsion.

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gegen Frankreich dem internationalen Anlrihcausfchust Len. Auf- trag erteilt hat. feinen Arbeitsplan z u er­weitern, d. h. zu bestimmen, Daj Lie Mit­glieder des Ausschusses in keiner Weise behindert treiben sollen, ihre Ansicht über die Bedingungen einer internationalen deutschen Anleihe aus; r- sprechen. In einem Protokoll f-.ien die Erklä­rungen der vier Mitglieder sowie die Erklärung Les cmcrik.in'.schen Drl.gi.r.ea Boy den nie bei* gelegt worben. Die Entscheidung sei dem inier- natioralen Anleiheausschuh, der im 3Vs Uhr nachmittags seine Si.'ung begonnen hat, brieflich mitgcteilt worben.

Paris, 7. Juni. (WTB.) Der heutige Seit- artiLl bes ..Temps" läht keinen Zweifel dar­über, zu welchem Ergebnis die Reparationskom- mission in der Frage gelangt ist, die der inter­nationale Anleiheausschuh am letzten Donners­tag gestellt hat. Das offiziöse Blatt schreibt nämlich:

Am 4. April fahte die Reparationskom­mission eine Resolution^ aus der hervorgeht, dah der internationale Baill.erausschust eine streng begrenzte Aufgabe haben soll. Am 7. Ium verflüchtigen sich die Grenzen. Ais die Fran­zosen sich auf den ursprünglichen Wortlaut berufen wollen,

stehen ste allein da.

Das französische Publikum begreift und behält cs im Gedächtnis, dah die zwischen den Alliierten übernommenen Verpflichtungen

die Rechte Frankreichs nicht gewährleisten, selbst wenn diese Rechte bereits beschnitten wor­den sind. Dies ist das negative Ergebnis, zu dem man gelangt So negativ aber es auch fein mag, man kann Schluhfvlgerungen daraus ziehen. Reden wir nicht so viel davon, aber denken wir stets daran."

DerTemps" schreibt Wetter:Heute er­scheint die Anstrengung Deutschlands nicht mehr als die erste Vorbedingung, Aum Knoten der De­batte wird die Herabsetzung Der deutschen Schuld. Man spricht nicht zum deutschen Volle:Erst spanne Deine Muskeln an, nachher werden wir sehen, wie wir deine Saft erleichtern können," man spricht vielmehr:Sehe dich hin und sehe xu. wie die Alliierten unter sich um den Schuld­betrag streiten!" ilnD anstatt allein an seine Wiederaufrichtung und an seine Zahlung zu denken, wird Deutschland auf die interalliierten Streitigkeiten oder doch auf eine Meinungsver­schiedenheit zwischen den Alliierten und den Ver­einigten Staaten spekulieren. Dieser Wandel macht uns kein Vergnügen und wir bezweifeln, dah er, wenn man ihnen die Wahrheit sagt, den amerika­nischen und englischen Steuerzahlern Freude macht.

Paris, 7. Juni (WTB.) DieChicago Tribüne" behuptct, aus Len jürgften Ver­handlungen Ler R.pa.at.onrkommis ion mittelen zu lönnen, da^ Dubois tu englischen, tialie- rtfcfccn und belgischen Delegierten sowie inoffi* ziel den amerikanischen Vertreter davon m Kennt­nis gefetzt zu haben, dah Frankreich in eine Herabsetzung der Reparation^ forderung einwilligen würde wenn die französische Regierung irgenttoto Die Versicherung c: halten sollte, Lah ihre in'gsamt fünf Mil­liarden Dollars betragende Kriegsschuldbei Amerika und Englandinentsprecher.« der Weise herabgesetzt würde Inso'g - dessen betrachte Du sranzö'ttche Regierung es als unschicklich und auch nutzlos, Amerika gegenüber die Frage der Kriegsschulden aufzuwersen. Ste könne i fusg d ssen ihre Ansprüche ot Deutsch­land eb.malls nicht herabsetzen. Der englisch: Delegierte Bradbury sei für eine gemeinsame Antwort ter Kommis'ion an Len internationalen Anleiheou-schust gewesen, und zwar in Dem Sinne; Dah die Alliierten gern die deutsche ReparationL- scduld he abfctzen würden, wenn sie Garantien dafür erhielten, dah ihre Kriegsschulden ent­sprechend h:rabgesetzt tofrbzn Bradbury fei doh dem it-Ucnift-en Delegierten unterstützt wor­den. Dubois habe sich jedoch ferner derartige.'. Antwort ansch-liehen wellen.

auch Deutschland zugestimmt habe.

Poincare beantwortete einzelne Fragen, die ihm von den Mitgliedern des Ausschusses hinsichtllch der kleinen Entente

stellten mündlichen Fragen hat die Reparations­kommission die Ehre, dem Ausschuh mitzutetten, dah in einer offiziellen Sitzung, die heute früh stattfand, folgende Entscheidung getroffen wurde: Die Ansicht der Reparationskommission ist die, dah das Mandat des Ausschusses so aufgesaht werden kann, als ob es irgend etwas enthalte, was dem entgegenständc, bah der Ausschuh irgendeine der zur Ausgabe äuherer Anleihen für Deutschland möglichen Bedingungen studiert, diejenigen nicht ausgenommen, die sich im all­gemeinen mit der Wiederherstellung des Kredits im Auslande befassen. Tatsächlich wird jede An­regung des Ausschusses auherordentlich wertvoll sein, ohne irgendeine Verantwortung für die Reparations!ommission festzustellen."

Wie die Blätter melden, erflärtc der die Antwort dem Anleiheausschuh übergebende Bel­gier Lafontaine bei der ilcbergabc, dah der Präsident der Reparationskommission die Ent­scheidung. obgleich sie nur mit Stimmenmehrheit gefällt worden sei, doch als vollständig gültig ansehe und dah der Änleiheausschuh sich auf diese Politik stützen möge, um sein Studium in erweitertem Mähe durchzuführen.

Poincare vor dem SenaLsausschuh.

Paris, 7. Juni. (WTB.) Der Eenats- ausschuh fürauswärtigeAngelegen- beiten trat unter dem Vorsitze von D o u m e r - gu c zusammen, um den Bericht des Minister­präsidenten Poincare entgegenzunehmen. Poincare sprach die Hoffnung aus, dah die Ver­handlungen über bic internationale Anleihe fortgesetzt würden, toenn auch Die Er- gebniste noch nicht in der nächsten Zeit erwartet werden konnten. Bis die Zahlungen in Gold durch diese Anleihe in genügenbem Mast" ermög­licht würden, möge die französische Industrie 'ich mit den Sachlieferungen abfinden. Der Ministerpräsident bestätigte und erläuterte, woS er vor der Kammertribüne bezüglich der Sank­tionen gesagt habe. Ob man Sanktionen an- wenden wolle oder nicht, jedenfalls seien alle vor­bereitet, um Sanktionen verschiedener Art an dem Tage ergreifen zu können, an dem die Repa- ratwnskommission eine Verfehlung Deutschlands feststelle. Er (Poincare) habe in der Kammer ge­sagt, dah er niemals das Wort Rühr ausgespro­chen habe. Mehrere Mitglied"' ber Kommission brachten die Ansicht (um A h druck, dah es anbeic, bcf1 immtere und wirksamere Sankt, onen gäbe, über die das französische Publikum vielleicht weniger aufgeklärt sei als das deutsche. Poincare er­klärte weiter, man dürfe nicht glauben, dah die Alliierten eine weniger wachsame Aufsicht über bic Umtriebe des militaristischen Deutschland wünschten als Frankreich. Die Franzosen seien zum Beispiel nicht bic Eifrigsten bei der Forde­rung Tier Aufsicht über das Flugwesen gewesen. Don den drei Zahlungsmoglichte it en. die Deutschland gegenwärtig hat (Ausländische

auf hin. dah die Schweiz den Gedanken bei- voll­ständigen regionalen Selbständigkeit verwirklicht habe. Er ersuchte, der Generalversammlung bic vorliegende Resolution der Kommission zu toci* terer gründlicher Durchgestaltung zurückzugeben. Rach weiteren Reden wurde die soweit gcfläctc Sachlage nun in mehrmaligen Pausen unter den Mitgliedern vertraulich besprochen und die Vor- schläge dem Vorsitzenden schriftlich überreicht, der sie wie folgt verkündete:

Erster Vorschlag Lafonta in c - Bernstorfs: ilnücränbertc und uneingeschränkte Annahme der Resolution und Weiterleitung bes gesamten Materials in seinem heutigen Zustande an den Völkerbund und Schluh der Debatte. Zweiter Vorschlag Dickenson-Bra- bec: Rückverweisung Der Resolution oi Die Kommission behufs Ergänzung und Aenderung bis morgen früh. Dritter Vorschlag Mer­cier- Lapradelle-Gianonowit: Die Versamm­lung erklärt sich feierlich für die Minderheits­rechte. Sie gibt ihrer Dankbarkeit und Anerken­nung der Minderheitskommiifion gegenüber Aus­druck für bic bisher erzielten Ergebnisse und er­sucht die Kommission, die Vorlage aus eigenem Antriebe zurückzunehmen, die Vertreter der Min­derheiten anzuhören und nach Verlauf von drei Monaten die Frage einer neuerlichen General­versammlung vorzulegen. Rach der Abstimmung verkündete Präsident R u f f i n i, dah von Den abgegebenen 95 Stimmen sich 5 5 für den Vorschlag und 40 Dagegen entsch'cdm Lujo- Doinowitsch- Jugoslawien erklärte im Ra­inen der jugoslawischen, der tichechoslawischen, der polnischen und der rumänischen Delegationen: In Anbetracht dessen, dah de Vorsitzende einen for­mellen Fehler begangen hat, indem er die Reso­lution vor dem Abschluss der Debatte zur Ab­stimmung brachte, wodurch Anträge anf Modi­fikation unmöglich gemacht wurden, sind wir vor die Tatsache gestellt, dah mir unsere Ansichten nicht zur Geltung bringen können. Der Beschlust stellt auherdem einen Anschlrg gegen dir ränität brr nationalen Staaten bar. weshalb die obenerwähnten Delegationen an den weiteren Be­ratungen nicht teilnehmen können. Der Generalrat der Union trat daraufhin sofort zu einer Sitzung zusammen.

Der Polenterror.

Wie von verschiedensten Seiten gem:ldet toirb, ist bic Lage im polnisch werdenden Teil Obe« Schlesiens, wenn auch im allgemeinen etwas ruhigei, so doch nach wie vor ernst. Ans Beuihen wurden am Pfingstmontag früh stär­kere Schiehereien gern erbet, deren Ursache sich noch nicht seststellen Netz.

Rach verschiedenen anderen Meldungen hat sich der polnische Terror auf dem platten Lande weiter ausgedehnt.

D.r Flüchtlingsstrom wird stärker.

In Dobrik and Julien Hütte sand ein Ucberfall durch Insurgenten aus Ruda statt. In Rybnik haken neue Verfolg­ungen von Deutschen stattgefunden. Hi»r sind 15 Geschäfte geplündert und die Deutschen nnst- handclt worden. Aus Römergrube sind alle Be­amten und viele Arbetter wegen der Gefahren und Drohungen geflohen. Der deutsche Pastor aus Sohrau mistte fliehen.

Infolge des polnischen Terrors sind d t c Postbeamten im ganzen ©ebiet des polnisch werdenden Obm schlesicns starkbedroht. Hrlse- rjfe liegen vor aus Brrkenthal, Schoppi.nh, Mysi Tctoih, Li'urahütte, Kattowitz, Bogutschütz. Riko» lai. Losla i und Rybnik. In EiHena i ist der Postagent rnisthandelt und die Postkasse geraubt worden. In Loslau sind säm siche deutsche Post' beamte zum Verlassen des Ortsamtes gezwungen worden. Postkirek.or Conrad in Ryb.,jl wurde hon französischen Tr.rppen verhaftet. Die ge- flohenen Beamten sind wr Rück.eh: kaum z i bewegen Es ist mit Einfchrantung des Dienst- betriri>es für das polnisch werdende Oberschlcfren zu rechnen Die ordnunzsmät ige Uebergäbe an bic polnische Verwaltung ist hierdurch in Frage gestellt.

Am 3. Ium wurde die Stodtz^Sohrau von einer Anzahl polnischer Bewaffneter unter Füh­rung des bekannten Bandenführero Sobik beim- gesucht. Die Polen verprügelten eine Reihe von deutschen Perjonen,

selbst vor Frauen machten die Rohlinge keinen Halt.

Der Banditenführer Sobik mihhandelte die s9jährige Tochter des Buchdruckcreibcsitzers Hu- nrId schwer. Die Bande fiel wie Bestien über die Deutschen her Grohe Schaufensterscheiben gingen in Trümmer, Handgranaten wurden an den Türen zur Erplosion gebracht. Johlend dran­gen die Danditen in die Geschäftsräume ein und raubten Manufaktur- und andere Waren. Der Schaden geht in die Millionen. Die polnische Gemeindewache sah dem Treiben tatenlos zu.

In 6bdrlotiengrube wurden einem deutschen Arbeiter, der sich weigerte, die Arbeitsstätte zu verlassen, sämtliche Finger der einen Hand mit einer Schaufel abgeschn^it- t e n. Die Stab' Pich war ebenfalls ein Feld wüster AuSschreitür.gen bewaffneter polnischer Horden. Im Hotel Plesser Hof wurde alles kurz u n b klein geschlagen. Geschäfts­häuser der Stadt wurden ausgepiündert. Be­sonders der Ring und die Gottmannstrahc wur­den schwer heimgesucht. Trotzdem eine Kompagnie französischer Alpenjäger, eine Hundertschaft Apo und 20 Mann Gemeinbewache bort lagen, war nicht ein einziger Wachmann auf bet ©trabe z u sehen.

Bezeichnend für das Verhalten der Franzosen ist folgende Meldung über

daS OSüten der französischen Zensur in bai Städten, am heftigsten in Dleiwitz, wo der dortige ^Wanderer" mehr als eine Seite gestrichLnen Tert austoeist. Jede Rachricht, die etwas über das furchtbare Treiben der Polen berichtet, wird ohne jede Rachsicht vom Bunt­stifte des Zensors ereilt. Dafür bleibt die pol­nische Presse in Kattowitz und Beuthen un­berührt. Sie kann nach wie vor die fürchterlichsten Tatarennachrichten in die Welt setzen und damit die polnische Bevölkerung aufhehen. der fran­zösische Zensor bleibt tatenlos.

Ein solches Verfahren must es zwingend mit sich bringen, dah sich der Terror ausdehnt und dah alle Deruhigungsabsichten der Gewerkschaften zum Schettern verurteilt sind. Die Polen Hetzen aber nicht nur in Oberschlesien, sie Hetzen auch in ganz Polen und in Galizien. So werden in Warschau Marken verkauft mit der Inschrift:

Reinigen wir Oberschlesien von dem deutschen Rost!"

Die Folge ist, dah immer mehr Gesindel von jen­seits der Gren-c nach Oberschlesien eilt.

llnübcrtrcfflid) in lügnerischen Hehmeldungen ist natürlich wieder die polnische Presie, allen voran die WarschauerGazeta Warczowska", bic am 2 Juni "vlgende Schteinbelnachrichten aus Kattowitz rerofsentlicht:

3n Las Lokal Der polnischen Zeitung©Stan­dard Polski" irt Gleiwitz. das bisher durch die polnische Bevölkerung tapfer verteidigt wurde, drang gestern eine Orgeschbande hinein und zwang durch Gummiknüttel und Revolver die Arbeiter in der Zeitung Gleiwitz im Lauie von Drei Tagen zu verlassen. Die Arbeiter aber beschlossen, auf ihren Stellen zu verharren.

In Gleiwitz überfiel eine Orgeschbande einen französischen Offizier in dessen Wohnung. Sie schoh durch das Fenster, es wurde aber niemand verletzt."

GietzeimAMger

General-Anzeiger für Gberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Schriftleittmg, Geschöftrstelle und Druckerei: Zchulstratze 7.

Ratürlich sind beide Meldungen von A bis Z erlogen. Ihren Zweck, die Aufputschung aller rabaulüfterncn unruhigen Elemente Polens und__,

Damit indirekte Einleitung neuer Gewalttaten Iber Reparationskommission an den gegen die wehrlose deutsche Bevölkerung, Dürften Anleiheausschuh. Dieselbe lautet:3n Beantwor- jie erreicht chaber^ l^una der im Rameir des Anleiheausschusses