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Nr. 51
Der -,ehener Hnjeigtt erscheint lägltd), außer Sonn» und Feiertags. Monatliche vezugrpreisrt MK l l.öO ernschü Tröger- lohn, durch die Post MK. 14. - ein'cht Bestell, gelb, auch bei Nrchlerschei. nen einzelner 'Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech Anschlüsse: türdieSchristleituna 112; für Drudurei, Berlag und Gekchaftsslelle 51. Anschritr für Drahtnach. richten Anzeiaer Siehrn, poftschecttonlo:
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Erstes Blatt
112. Zayrgang
Mittwoch, 8. März 1922
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhesien
vrurk nnö Verlag: Vrühl'fche Univ.-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7.
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friedigen. Der Kreditgewährung an Deutschland ständen zur Zeit die Bedingungen des Versailler Vertrages entgegen. Darüber habe sich niemand deullicher ausgesprochen als der Leiter der Bank von England. Ob Genua zu einem Markstein in der allgemeinen Entwicklung des Weltfriedens werde, sei davon abhängig, wie Amerika sich zu Genua verhalte. Durch daS Eintreten in den Krieg habe Amerika den Krieg entschieden, durch das Eintreten in den Frieden habe Amerika den Frieden entschieden, und durch den Eintritt in die Weltprobleme der Verschuldung und Sanierung werde Amerika in der Lage sein, die Weiterentwicklung in wirtschaftlicher und Frieden bringender Richtung zu entscheiden. Derjenige, der den Krieg und Frieden entschieden habe, trage auch für das Wohlergehen derjenigen Völler, deren Schicksal bestimmt wurde, die Verantwortung.
Der Minister erklärte zum Schluß, er glaube, daß in Genua der Boden für die Erörterung wirtschafllicher Grundfragen vorbereitet sei. Wenn wir auch noch immer weit vom wirklichen Frieden entfernt leben, so wäre doch die Hoffnung vorhanden, daß der wahre Frieden der Welt herannahe.
Berlin, 7. März. (WTB.) 3n Beantwortung einer Anfrage sagte Rathenau im HauptauSschuß des Reichstages noch über die Wiederaufbaufrage, er würde eSfür falsch halten, daß Deutschland sich auS- schlösse von dem Wiederaufbaukonsortium in London, das sich ja nicht allein auf Rußland beschränke, sondern ein Wiederaufbaukonsortium für Mitteleuropa und Osteuropa sei. Deutschland kenne und verstehe die russische Psychologie gut, kenne auch die russischen Interessen gut und achte sie. Mit diesem Konsortium sei nicht im entferntesten der Gedanke einer Kolonisation verknüpft. Die Kolonisation eines zivllisierten Landes müsse unbedingt zurückgewiesen werden. Hier handele eS sich nur um eine Kooperation, um Osteuropa zuhllfe zu kommen. Deutschland werde niemals vergessen, Rußlands Gegenwart und Zukunft in Rechnung zu ziehen. Auch mit intellektuellen Kräften werde Rußland geholfen.
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London, 7. März. (Wolff.) Ein Berichterstatter deS „Daily Telegraph" schreibt, amtliche deutsche Kreise verhehlten sich nicht die Tatsache, daß bereits seit einiger Zett in der Oeffentlichkeit der Eindruck herrsche, daß Deutschland seinen Reparationszahlungen nicht werde nach kommen können. Man erwarte, daß dieser Fall im Mai, vielleicht sogar schon im April eintteten werde. Wenn man die bekannten Tatsachen der Lage in Bettacht ziehe, die dauernde Inflation, die Entwertung der Mark, der Mangel an Rohstoffen in Deutschland und die meist vergeblichen Versuche, Rohstoffe zu erlangen, so könne man über das hartnäckige Gerücht, daß Deutschland säumig werden wttd, nicht erstaunt sein. Der Berichterstatter des Blattes fügt hinzu, die deutschen Staatsmänner hätten noch nicht gelernt, die Sachlage offen und aufrichtig auseinander zu setzen. _________________
Eine wirtschaftspolitische Rede des Reichspräsidenten Ebert.
Leipzig, 7. März. (Wolff.) Reichspräsident Ebert hielt bei dem im Anschluß an den Dundgang durch die Leipziger Frühjahrsmesse siattfindenden Festessen im Zentraltheater folgende Rede:
Bei unserem heutigen Rundgang durch die Meßhäuser Leipzigs ist wohl allen Teilnehmern unauslöschlich der tiefe Eindruck von der Tatkraft des werktätigen Deutschlands geblieben, von seinem unerschütterlichen Willen, sich durch Arbeit seine Freiheit wieder zu erkämpfen. Die Leipziger Messe von heute ist für uns mehr als eine Einrichtung für den Warenaustausch; sie ist ein Spiegelbild unserer schaffenden Arbeit, ein Gradmesser für den Stand der wirtschaftlichen Produktion. Das Bild, das wir hier von unserem wirtschaftlichen Leben sehen, ist gewaltige in tau- fenhen Derkaufsständen häufen sich die Muster bester Qualitätsware, bewährten deutschen Ge- werbefleihes. hochentwickelter moderner Technik, llnser aller Wunsch ist. daß dieser gewattige Eindruck sich in der dauernden Wiederaufrichtung unserer Wirtschaft auswirken möge.
Herr Geheimrat Rosenthal hat uns soeben sachverständig die Rotwendigkeit verstärkten Exports auseinandergeseht. Das ist zweifellos richtig. Deutschland, das für den Bezug von Rohstoffen und Lebensrnitteln auf das Ausland angewiesen ist. kann wirtschaftlich nur dann gesunden, wenn es ihm gelingt, durch die Ausfuhr von Industrieerzeugnissen sich wieder Guthaben im Ausland zu verschaffen. Aber die Erreichung dieses Zieles ist aus Gründen, die nicht an uns liegen, schwer, und weit sind wir noch von ihm entfernt. Die Tatsache, daß in den letzten 2 Monaten der Wert unserer Ausfuhr den unserer Einfuhr überstieg. unsere Handelsbilanz also in geringem
Rathenau über die jetzige und künftige Lage.
Berlin. 7. März. (WTB.) 3m HauptauSschuß des Reichstags besprach der ReichSmtnisttr des Aeußern, Rathenau. bei Beratung des Haushaltsplanes seines Ministeriums zunächst die drei Auffassungen. die gegenüber dem ReparationS- prvblem in 'Deutschland erkennbar seien. Er tonte dann, er habe in seiner Rede im Reichstag über das ReparativnSproblem erklärt, daß das Maß der Erfüllung gegeben sei durch die Frage, wie weit man ein Volk in Rot geraten lassen dürfe. Dieses „Dürfe“ habe er unterstrichen und unterstreiche er nochmals; denn darin wäre die sittliche Verpflichtung mit enthalten, nur bis zu dem Punkte zu gehen, den ein Staatsmann verantworten könne. Jede andere Auslegung dieser Worte sei ein Mißverständnis oder böswillig. Psychv- logisch habe sich daS Vorgehen der Regierung als richtig erwiesen. Die Sprache der Tatsachen sei so stark, daß heute in allen Ländern das Rcparationsproblem von neuem studiert werden müsse. Gerade in diesem Moment schwebten Verhandlungen darüber, auf welches Maß die Reparationen für 1922 begrenzt werden sollen. 3m weiteren Verlaufe seiner Rede führte der Minister aus, daß die zerstörten Gebiete Frankreichs wieder hergestellt werden müßten. So lange sie als Wüsteneien zwischen Deutschland und Frankreich liegen, würden sie ein Symbol der Spaltung zwischen den Völlern bleiben. Während das Ergebnis von Wiesbaden nach außen bin den beabsichtigten Erfolg gezeitigt habe, sei eö im 3nncm zum Anlaß einer schweren Agitation und Kontroverse geworden, und zwar nicht nur gegen die Sachleistungen. Die Argumentationen, die dieser Konttoverse zur Unterlage dienten, machten es jedem äln- voreingenommenen klar, daß es weniger wirtschaftliche oder politische Fragen waren, die die. große innerpolittsche Agitation gegen Wiesbaden hervvrgerufen haben. Das Ergebnis von Cannes sei kein negatives gewesen, wenn auch durch die Amtsniederlegung des französischen Ministerpräsidenten die Konferenz leider nicht hätte zu Ende gebracht werden können.
Rathenau crflärtc Wetter, daß er nicht er- warte, es könne einem aus vierzig nicht durch- n>eg am FriedenSvertrage beteiligten Rationen bestehenden Gremium, wie es die Genueser Konferenz darstelle, das Repa- attonsproblem und der Versailler Verttag zur Beschlußfassung unterbreitet werden. Dafür sei Genua niemals der Ort. Wohl aber werde die Möglichkeit gegeben sein, daß n Genua die allgemeinen Ursachen der Welterkrankung erörtert werden, und daß die Rationen gemeinschaftlich nach solchen Degen suchen, die zur Gesundung des ganzen KvnttnentS führten. Prakttsch Derbe Genua vermutlich das erste Glied oiner Serie von Konferenzen fein, die voraussichtlich dieses und das nächste Jahr in Anspruch nehmen würden. Die Konferenz qebe uns die Möglichkeit zu mündlicher Aus- Sprache mit den Staatsmännern unserer Rach- barvöller. Der Weg sei unter allen Umständen dem Austausch von Roten vvrzu- stehen. WaS die Entwicklung des Reparations- drvblemS selbst betreffe, werde das hierfür zuständige Gremium voraussichtlich die ReparativnSkommission bleiben. Zunächst könne eö sich nur um provisorische Lö- 'ungen handeln. Auf der einen Seite sei ein gewaltiges Geldbedürfnis bei den empfangs- derechttgten Staaten vorhanden, auf der anderen Sette sei die Zahlungskraft Deutschlands, besonders in Barmitteln, außerordentlich begrenzt. Die Dekaden- mhlung von 31 Millionen, die uns als Vvr- twviforium für die ersten Monate 1922 auf« <deqt ist, habe den Wechselkurs bereits in hartem Maße zu ungunften Deutschlands bc» <influßt. Man dürfe sagen, daß die deutsche Leistungsfähigkeit in der 'Barzahlung direkt ihr Maß finde in der Bewertung des Dollars an der Berliner Börse. Einmal jedoch müsse euch anstatt der provisorischen Regelung eine endgültige eintreten. DaS Reparationsproblem f?i nur ein Teilprvblem innerhalb des allgemeinen Weltverschuldungskreises. Die Wellverschuldung umfasse Europa und : Amerika gemeinschaftlich. Die meisten sind ; Gläubiger und Schuldner zugleich, nur wir die ausschließlich Schuldner. Wenn es gelänge, dieses Problem einer erträglichen Lösung zu- zuführen, sei damit auch eine Lösung der deutschen Reparation ermöglicht. 2Cber dies rönne kaum anders als durch Hinzutritt Amerikas gelingen. 3n diesem Falle würde . vielleicht mit Hilfe aller europäischen und außereuropäischen Kapitalstaaten eine große Anleihe von Deutschland ausgenommen werden, um die Gläubiger zu be
Dusmaß aktiv geworden ist, darf uns noch nicht nu übertriebenem Optimismus Anlaß geben; denn Diese Aktivierung unserer Handelsbilanz beruht nicht auf gesunden natürlichen Vorgängen, sie ist in der Hauptsache auf den Rückgang der in den letzten Monaten stark eingeschränkten Einfuhr von Lebensrnitteln und Rohstoffen zurückzufüh- ren. Eine dauernde und anhaltende Aktivität der Handelsbilanz kann aber nur aus einer gefunden und natürlichen Entwicklung der Volkswirtschaft hervorgehen.
Für diese gesunde Weiterentwicklung unserer Volkswirtschaft sind bet uns alle Voraussetzungen geben — Arbeitswille und Fleiß, Leistungsfähigkeit und Erfindungsgeist. moderne technische Entwicklung und hohe Qualitätsarbeit. Mit Befriedigung können wir auch feststellen, daß durch Anspannung aller Kräfte unser Wirtschaftsleben nicht unbeträchtliche Fortschritte aufweist. Die erste Quelle unserer Kraft, die Steinkohlen- förDcrung, zeigt im letzten Zähre mit 136 Millionen Tonnen einen Meinen Fortschritt gegenüber dem Vorjahre mit 131 Millionen Tonnen; sie Wetter zu steigern, wird unsere wichtigste Ausgabe der Zukunft sein. Die Eisen- und Stahlproduktion hat sich gegenüber Dem Vorjahre ebenfalls günstig wctteren'.wickelt, wenngleich der Eisenbahnerstreik der letzten Woche hier wieder einen Rückschlag gebracht hat, unter dem fast alle Zweige der Industrie auch jetzt noch
darüber Ausdruck, daß die Leipziger Messe dazu beitrage, die internationalen Handelsbeziehungen wieder zu beleben, weshalb er alle darauf gerichteten Bestrebungen gerne unterstütze, gelte eS doch, die alten Handelsbeziehungen wieder an- zu knüpfen und das Verlorene wieder zu gewinnen Der sächsische Ministerpräsident Duck würdigte gleichfalls die Bedeutung der Leipziger Messe, die eine Werkstatt der Welt und ein Handelshaus für die Well sein solle. An die Begrüßungsfeier schloß sich eine Führung durch die verschiedenen Teile der Messe an.
Leipzig, 7. März. (WTB.) Heute nachmittag haben der Reichspräsident und die übrigen Herren der Reichsleitung die Tech - nische Messe besichtigt. Bei dieser Gelegenheit statteten der Reichspräsident und Vizekanzler Dauer der Ausstellung der Deutschen Werke einen längeren Besuch ab. 3m Anschluß hieran fuhren der Reichspräsident, der Minister des Innern Dr. Köster und der bayerische Ministerpräsident Grw Lerchenfeld zum Duchhändlerhaus zur Besichtigung der vorn Reiche unterstützten deutschen Zentralbücherei für Blinde. Hier wurden die Herren von Frau Lomnitz empfangen, die eine llebersich. über den gegenwärtigen Stand des Dlindcnbug) wesens gab. Am Abend besuchte Graf Lerchenfeld den Reichspräsidenten in seinem Hotel.
leiden. Aber alle gesunden Äiäfte, die in unterem Volke leben und die an sich geeignet sind, uns der Gesundung zuzuführen, können sich nicht frei entfalten; sie werden niedergehalten durch die schweren Lasten, die Dem geschwächten und verstümmelten deutschen Wirtschnftsio.p-r durch D e Verlichtungen des Versailler F. chdensvert'.ag:s aufeitegt sind. Ich brauche hier im Kreise wirtschaftlicher Sachverständiger die ftnanziel.en Lasten, die auf unseren Schultern ruhen, und die Folgen, die sie für uns haben, nicht darzulegen; Sie kennen ja alle die Schwierigkeiten und Rachteile, die dem deutschen Wirtschaftsleben erwachsen sind durch den ungünfligen Stand unserer Währung, durch die unbestimmten Schwankungen in der Bewertung unseres Geldes im Ausland, durch die Zweifel des Auslandes an unserer Ärebittoürbigun^r hervorgerufen durch Die ungewisse finanzielle Lage des Reiches. Es ist Ihnen bekannt, daß die Reichsregierung Dem Obersten Rat der SiegerstaatSn offen erklärt hat, daß Deutschland beim besten Willen und ernstlicher Bemühung Ermäßigung der uns in London auferlegten Zahlungen beanspruchen mutz. Wirhaben durch die Tat unseren e r n- flen Willen gezeigt und alle Gründe für unser Verlangen unumwunden mttgetellt. Von Der Erkenntnis ihrer Richtigkeit im Aaslande wird es abhängen, ob der Krieg auf Dem Gebiete Der Wirtschaft zum llnheil von ganz Europa fortgesetzt werden soll. Wir wollen auch letzt noch hoffen, daß es gelingen wird, die großen Schwierigketten, Die unsere wirlschaftlihen Kräfte an ihrer Ausnutzung hemmen, und die nicht nur ein Hindernis Der Deutschen Weltwirt schift überhaupt sind, tm Wege Der internationalen Verständigung zu beseitigen und das große Problem, Der Welt wieder Rude und wahren Frieden zu geben, zu losen. Die bevorstehende Konferenz in Genua möge Dafür vorbereitende Schritte tun. Jedenfalls sind wir für unseren Teil bereit, aufrichtig und ehrlich an dieser Aufgabe mitzuarbeiten.
Meine Herren! In der Kelle der Tatsachen und Ereignisse, welche der wirtschaftlichen Verständigung Der Völler dienen können, ist die Leipziger Messe nicht das letzte und nicht Das unwichtigste Glied. Hier treffen sich Die Kaufleute der ganzen Welt, hier wird Angebot und Rachfrage der Völker ausgeglichen, hier kommen im friedlichen Wettbewerb In- und Ausländer im großen Umfange zusammen. So ist die Leipziger Messe, die auf eine mehrhundertjährige Geschichte zurückblicken kann, immer ein wichtiger Faktor gewesen für die wirtschaftliche Verständigung Der Völker, und heute ist sie mehr als dies; sie ist Schrittmacher und Vorkämpfer für die Wiederherstellung Der Weltwirtschaft. In diesem Sinne gilt ihr und ihren Veranstaltern mein Gruß, in dieser Hoffnung gelten ihnen der Reichsregierung und meine besten Wünsche.
Leipzig, 7. März. (WTB. 1 Der dritte Meßtag hat durch die Anwesenheit des Reichspräsidenten Ebert und Der Vertreter der einzelnen deutschen ßanfieSregierungen eine besondere Auszeichnung erhalten. Im neuen Rathaus sand heute vormittag eine Begrüßung des Reichspräsidenten und der übrigen Herren statt. Oberbürgermeister Rothe begrüßte Die Herren namens Des Meßamtes und Der Stadt Leipzig und sprach insbesondere dem Reichspräsidenten den Dank für das Der Leipziger Messe entgegen-brachte hohe Interesse aus. Hierauf nahm Der Direktor des Mehamtes. Köhler, das Wort, um in großen Zügen die ungeahnte Entwicklung Der Leipziger Wesse darzulegen. Der Redner wies daraufhin, daß die diesmalige Messe einen Besuch wie noch nie zuvor aufweise. Des weiteren betonte Köhler, gestützt auf Zahlenmaterial, Die Internarionalität der Leipziger Messe und fügte Wetter hinzu, daß die Leipziger Messe mehr preußische Aussteller zähle als Die Messen Frar.k.urt. Königsberg und Beer lau zusammen. Die Leipziger Messe sei sonach Die größte preußische Wesse. Mit Rücksicht hierauf gab Köhler Der Erwartung Ausdruck, daß Die preußische Regierung nicht wieder für eine Kürzung des Reichszuschusses eintreten möge und richtet ferner Die Bitte an Die sächsische Staatsregieiung und den sächsischen Landtag, Den Gesetzentwurf über Den Zuschuß an Die Leipziger Messe an-unehmen. Reichswirtschaftsminister' Schmidt gab seiner Genugtuung
DerWiederherstellungsausschutz über die deutschen Leistungen.
Paris, 7. März. (WTB.) Die Repara- tionskommission veröffentlicht ein amtliches Communiquö, durch das sie die bis 31. Dezember 1921 von Deutschland erfolgten Leistungen bewertet. Die Liste lautet wie folgt :
1. Zahlung in Gold und ausländischen Devisen, a) direkt von Deutschland bis 31. Dez. 1921 geleistete Zahlungen 1 041 419 000 Goldmark; b) Einnahmen aus anderen Quellen. Die für Rechnung Deutschlands erfolgten: 1 Zahlung Dänemarks für Die Abtretung eines Telles Schleswig-Holsteins 65 Millionen ©otbmarf. 2. Verkauf Der zerstörten Kriegsmaterialien 40 960 000 Goldmark, 3. Verschiedenes 670 00 Gold mark; c) Einnahmen auS durch Abgaben von ein» geführten deutschen Waren in England lRecoverv ad) 36 136 000 Goldmark, insgesamt 1 184 171 000 Goldmark.
2. Sachleistungen (schätzungsweise, a) An die alliierten und assoziierten Mächte 2 760 250 000 Goldmark, b) Verkauf an Luxemburg, an Die Textilallianz Der Vereinigten Staaten usw. 39 092 000 Goldmark, insgesamt 2 779 342 000 Goldmark. Unter 1. und 2. sind also insgesamt ein^ gegangen 3 983 514 000 Goldmark.
3. (schätzungsweise). An abgetretenen Gebieten und übernommenen Staatsvermögen nach Den gegenwärtigen Schätzungen unter Ausschluß Der schleswig-holsteinischen Güter. Die unter Ib 1 bereits verrechnet sinD, 2 504 342 000 Goldmark, insgesamt 6 487 856 000 Goldmark.
In dieser Aufstellung sind nicht enthalten die von Deutschland restituierten Gegenden, für die eS keinen Anspruch auf Gutschrift besitzt, ferner die von Deutschland direkt an die Besatzungsarmeen geleisteten Zahlungen in Papiermark, Sachlieferungen und Dienste, sowie schließlich die von Deutschland für Die verschi. Denen Kommissionen gezahlten Beträge, Die ihm nach dem Wortlaut des Friedensvertrages zur Last fallen. Der Gesamtbetrag In Höhe von 6’/s MilliarDen Goldmark kann für folgende Dosten Verwendung finden: 1. Vorschüsse zur leichterung von Kohlenlieferungen auf Grund deS Abkommens von Spaa in Höhe von 390 Millionen Goldmark; 2. Desatzungslosten bis l.Mai 1921, soweit sie durch die Zahlungen in Papiermark und die oben erwähnten Leistungen nicht gedeckt sind, 3. Reparationen.
Das offizielle Communigus bemerkt ferner, daß Die vorläufige Abschätzung der Zahlungen und Leistungen bis 1. Mai 1921 die seinerzeit eingetragene Ziffer von etwa 7 Milliarden ergab, Die vbenstehende Abschätzung für Dai Jahr 1921 demnach um ungefähr 1 Milliarde übertrifft. Dieser Widerspruch erkläre sich dadurch, daß Die vorläufige Abschätzung Der ßeiftur - gen am 1. Mai 1921 folgende Posten umfaßt habe, die in Der anderen Abschätzung nicht ent halten waren. Zahlung Deutschlands für sein- Versorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen, direkte Leistungen Deutschlands an die Besahungs- armeen durch Zahlung in Papiermark, Waren- lieferungen und Dienstleistungen, schließlich die Kosten Der verschiedenen Kommissionen, Die zu Lasten Deutschlands gehen. Dagegen umfasse Die Abschätzung bis Ende des Jahres 1921 folgen! r Posten, die in Der vorläufigen Abschätzung Der Leistungen bis 1. Mai nicht enthaften waren Staatseigentum in den abgetretenen Gebieten, soweit dessen Wert nicht durch Warenlieferungen eingelöst wurde und Zahlungen und Lieferungen in Ratura zwischen dem 1. Mai und 31. Dezember 1921 in Höhe von ungefähr 1400000 000 Goldmarü
Balfour über die Koalition»
London, 7. März. (WTB.) Sir Arthu Balfour hat heute nachmittag in seiner mti größter Spannung erwarteten Rede im Eich Earl ton Club nachdrücklich ohne Einschränmngen für Die Koalitionsregierung gesprochen. Er sagte, nach seiner Ansicht seien die Interessen des Landes am besten den Händen einer Regierung an- vertraut, Die von Der großen nationalen Partei unterstützt werde. Deren einem Flügel er ang^ höre. DaS Zweiparteiensystem sei für gutes Wetter geschaffen. Wenn sich Die Parteien nicht vereinigt hätten, wäre Der Krieg


