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Aus dem Reiche»
Eine häßliche Szene im preußischen Landtag.
Berlin, 7. März. (Wolff.) 3m Prenßi. s Hsn Landtage tarn es bei der gortfelyang der Beratung der Anträge zur Amnesli'frage und zur AuslieserungSfragc zu einem Zwischenfalle. Der Kommunist Schulz-Rev- töUn erwähnte in seinem Schlußwort, daß Prä
me gewonnen wordeir Die Fragen, die seit dem Kriege entstanden feien, konnten nicht sozusagen r^och Varteigrundsätzen entschieden werden. Die irische Frage sei hierfür ein schlagender Beweis. TS sei vollkommen klar, daß infolge aller augenblicklichen Umstände für absehbare Zeit das innige srcundschastliche Zusamme iwirken fortgesetzt werden müsse das bisher so gute Ergebnisse gezeitigt. Rtemals sei dieses Zusammenwirken notwendiger gewesen als auge.kbli blich, und dies sei der Grund, weshalb es sich noch inniger gestalten sollte. Lloyd George sei eine der größten Gestalten in der Weltge- s ch i ch t e. Die Interessen des Landes würden uicht gefördert, tpenn man Lloyd George schmähe. ' hieße, eine sehr ernste Verantwortung zu . ernehmLn, wenn man eine Regierung schwächen f-IIte öte letzt vor dem Angesicht ganz Europas
<d.8 die Vertreterin des festesten konservativen und sichersten Staates in der gesamten westlichen Zivilisation dastehe. Balfour forderte zum Schluß seiner Rede seine konservativen Frcunde auf, der Kcalittonsregiel.ung, deren Lasten seiner Ansicht nach von keiner anderen Regierung mit größerem Erfolge getragen werden könnten, ihre volleAnter- stüyung zu lerhen. Die Koalitionsregierung habe das Recht, volle und ganze Unterstützung zu fordern, ohne die Großbritannien in Europa nicht Den Einfluß geltend machen könnte, den es allein vesitze, und der es, wie er ehrlich glaube, für den Frieden der Menschheit anwende.
Die Erkrankung Lloyd Georges.
London, Z. März. (WTD.) Dlättermel- dungen zufolge ist Lloyd George gestern abend für mehrere Stunden aufgestanden. <3r blieb jedoch heute vormittag im Bett. Es ist noch unbestimmt, ob sich der Premierminister morgen oder am Donnerstag nach Criccith Gegeben wird.
Paris. 7. März. (WTD.) Der Londoner Berichterstatter des »Daily Telegraph" telegra» tourt, daß der allgemeine Eindruck heute ist. daß die Demission Lloyd Georges nur verschoben wurde, daß sie aber unvermeidlich ist. Se^ Hauptprivatsekretär Davis habe soeben einen wichtigen Posten im Schatzministerium erhalten, dieses Detall bestätige den Gedanken, daß Lloyd George seinen Abgang vvrbereite.
Wie die »Germania" erfahrt, haben am Montag im Reichsfinanzministerium zwischen dem Reichsfinanzmtnister Dr. Hermes und den Ressortleitern Verhandlungen stattgefunden, die sich mit der Frage beschäftigten, ob es angängig sei neben der Zwangsanleihe auch eine freie Anleihe ouszuschreibn. Es wurde die Auffassung vertreten, daß der Plan einer freien Anleihe nicht fallen gelassen werden solle, da alte Voraussetzungen vorhanden seien, die für eine freie Anleihe Erfolg versprächen. Dr. Hermes will In nächster Zeit mit Persönlichkeiten aus der Industrie-, Handels- und Bankwelt der freien Anleihe In Verbindung treten.
Die Schuidfrage in Frankreich.
Paris. 7. März. (Wolff.) Die Liga für Menschenrechte ist jetzt nochmals beim Ministerpräsidenten Poinccute dahin vorstellig geworben, dem Beispiel Deutschlands und Oesterreichs ?,v folgen und die Veröffentlichung der diplomatischen Schrift st ücke über den Kriegsursprung zuzulassen.
Amerika und seine Schuldner.
Washington, 8. März. (WTB.) Das Ka- b i n c 11 hat heute die Frage der finanziellen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und den Schuldnerländern erörtert Man erklärt daß die Regierung dem Gedanken, den Ausschuß zur Konsolidierung der ausländischen Schulden an der Genueser Konferenz zuzulassen, nicht zugestimmt hat.
Der Verkauf der deutschen Schisse in England.
2 o n d o n, 8. März. (WTD.) Seitens der Regierung wird mitgeteilt, daß der durch den V e x- . laufderdeutschenSchiffe erzielte Betrag 20 957 912 Pfund Sterling beträgt von denen t a 869 000 Pfund Sterling bezahlt worden sind. Der 2 Rest werde im Lause der nächsten zwei Jahre be- < glichen werden.
Das Steuerkompromih.
Berlin. 8. März. Die Steuerverbandlungen sind soweit gediehen, daß die beiden Steuerausschüsse, wie man in parlamentarischen Kreisen laut „Lokalanzeiger" rechnet, voraussichtlich bereits am Samstag zusammen- " treten .können, um die Schlußberatungen vorzunehmen. Am Montag oder Dienstag wird voraussichtlich mit der zweiten Lesung der Steuer- gcsetze im Plenum begonnen werden. Heute nachmittag findet voraussichtlich eine Besprechung zwischen dem Reichskanzler, dem Reichsfinanz- minister und den Koalitionsparteien über die Frage der Zwangsanleihe statt. Auch die Deutsche Volkspartei soll zu dieser Besprechung herangezvgen werden. Die Deutsche Volkspartei wird bet dieser Gelegenheit ihre Garantieforderungen bereits schriftlich formuliert vorlegen können. Wie nach der ^Täglichen Rundschau" verlautet, wird es von dieser Konferenz im wesentlichen abhängen, ob Dr. H e r° mes endgültig Finanzminister wird. Im Reichstag beurteil! man, dem Blatte zufolge, die Lage ziemlich optimistisch. Die Bedingungen der Deutschen Volkspartei für ihre vorbehaltliche Zustimmung zum Steuerkompromih würden außerordentlich mllde und entgegenkommend sein. Eine Mitteilung des demokratischen Zeitungsdienstes bezeichnet das Steuerkompromih bereits als gesichert
Wie die „Qtote Fahne" mitteilt, hat die Zentrale der K. P. D. sich in einem Schreiben an die Parteileitung der H. S. P. gewandt, um ein gemeinsames Vorgehen der beiden Parteien gegen daS Lteuerkompromiß herbeizuführen.
Eine freie Anleihe.
sident L e i n c r t verschiedene Abgeordnere, darunter auch Kommunisten, zu einem Bierabend eingeladen und ausdrücklich um Antwort gebeten I>abe. Leinett warf hier ein, daß dies mit dem Gegenstand der Tagesordnung nichts zu tu > habe. Schulz fuhr dann fort: „Eine Antwort soll dem Präsidenten werden, ich werfe ihm die Einladung mit Verachtung ins Gesicht!" Tatsächlich warf er dem Präsidenten eine zerknitterte Einladung zu. Der Vorgang wurde von ter Mehrd it mit stürmischen EntrüstungSlund- geLungen begleitet.
Die Löhne der Berliner Arbeiter.
Berlin, 7. März. (WTD.) Das vom Reichsarbeitsamt eingesetzte Schiedsgericht über den neuen Lohntarif der städtischen Arbeiter hat auf der Grundlage des Vorschlages des Magistrats seinen Schiedsspruch gefällt. Danach erhalten die männlichen Arbeiter für Februar eine einmalige Zulage von 200 bis 500 Mark in vier Gruppen je nach dem Lebensalter. Dom l.März ab erhalten dieselben vier Arbeitergruppen eine Stundenlvhnzulage von je ! Mk. bis 2,50 Ml.,- weibliche Arbeitnehmer erhallen 80 Prozent der genannten Zulagen. Die Regelung gilt bis 31. März und danach ohne Kündigungsfrist bis auf weiteres. Die Erklärung muß bis 15. März einschließlich erfolgen.
Aus Hessen«
Hessische HarrLtverksküNWer.
Auf Einladung und in Anwesenheit des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft fand am Freitag, den 3. März, eine Besprechung über Lehrlingsfragen, insbesondere Lehr- lingsvergutungen, unter Zuziehung von Vertretern der Darmstädter Handwer- kerOrganisationen und der Gewerkschaften statt. Beiden Tellen war jn dieser stark besuchten Versammlung Gelegenheit zu eingehender Aussprache gegeben. Sellens dec Arbeitgeber wurde streng an dem Grundsatz festgehalten, daß Lehrlingsfragen tarifliche Behandlung nicht finden können. Die Vertreter der hessischen Handwerkskammer betonten ausdrücklich den gleichen Standpunkt, gestützt auf die gesetzlichen Vorschriften der Gewerbeordnung. Dabei gaben sie nähere Darlegungen, welche Maßnahmen bis jetzt seitens der Handwerkskammer zur Regelung der Lehrlingsvergütungen getroffen worden seien. Es kam hierbei zum Ausdruck, daß man Lehrlinge, oft noch im Kindesalter (14—17 Jahre) dem poltttschen Gettiebe nicht ausltefcrn dürfe; daß Lehrverträge Privawerträgs seien ujw. Auch vertritt die Handwerkskammer Die Auffassung, daß diese Frage durch Verhandlungen innerhalb der Imnungeu und Vereinigungen mit ihren Gesellen erledigt werden müsse, da die Handwerkskammer das Selbst- bestimmungSrecht der gewerblichen Organisationen achten muß und auch wegen der örtlichen Verschiedenheiten und persönlichen Angleichheit der Lehrlinge sche matisch e Festsetzungenpraktischundurchführbar sind. Rach eingehender Aussprache, an der sich auch der Arbeitsminister beteiligte, wurde vvrgeschlagen, erndut an die Innungen heranzutreten, damit alsbald in gemeinschaftlicher Verhandlung zwischen Meister und Gesellen diese Vergütungen für jeden Berufszweig Den heutigen Verhältnissen entsprechend neu festgesetzt werden. Die Handwerkskammer ist selbstredend jederzeit bereit, vermittelnd einzugreifen, wenn sie von einer Immng oder Vereinigung aus besonderen Gründen darum angegangen wird. Gleiche Verhandlungen, wie innerhalb der Darmstädter Organisationen müssen sofort im Handwerk des gesamten Kammergebietes aufgegriffen werden; dabei wird erwartet, daß überall im Lande dieser wichtigen aktuellen Frage volles Verständnis entgegengebracht wird.
Aus Stadt und Land.
Gießen, Den 8. März 1922.
DSettervoraussage
für Donnerstag:
WoMg. strichweise Riederschläge, mild, auf- frischende Winde aus Süden und Südwesten.
Das Tiefdruckgebiet über Schottland und der nördlichen Rvrdsee hat sich verstärkt. Das steile Druckgefälle bringt auffrischende Winde. DaS unbeständige Wetter hält an.
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"Wiedereingestellte Züge. Ab 9. März verkehrt wieder der V-Zug 81/82 Frankfurt — Siegen — Gladbach—Köln (nur werktags); ab 15. März Cllzug 227/28 Gießen—Fulda, und Personenzug 2924/25 Friedrichsdorf-Friedberg (nur werktags).
♦* An Geheimrat Knapp, der, tote wir berichteten, gestern seinen 80. Geburtstag beging, hat Der Reichspräsident an Geheimrat Knapp folgendes Telegramm gerichtet: „<$u Ihrem 80. Geburtstag, den Sie tote ich höre in voller Rüstigkeit begehen Dürfen, sende ich Ihnen meinen aufrichtigsten Glückwunsch. Ich verbinde damit den Ausdruck des Dankes, den Ihnen ganz Deutschland für Ihre toertvolle, s^ensreiche Tätigkeit als Forscher und akademischer Lehrer namentlich an der Straßburger Universität schuldet. Mögen Sie sich noch lange Ihres reichen Lebenswerkes erfreuen.“ — Romens der Hessischen Regierung richteieStaat?- präsident Ulrich folgendes Schreiben an Den Jubilar: „Sehr geehrter Herr Gehelmevatk Zu Ihrem 80. Geburtstage verfehle ich nicht, namens der Hessischen Regierung aufrichtigste Glückwünsche auszusprechen. Es ist Ihnen vergönnt, auf ein arbeitsreiches, gesegnetes Leben zu'ückzu- blicken, das Sie ganz in den DieM der Wissenschaft stellten, die Ihres heutigen Ehrentages gebührend gedenkt. Mit dem Wunsche, daß Sie noch einen schönen Lebensabend in den Mauern der hessischen Hauptstadt verleben mögen, die Sie sich nach Ihrer Vertreibung aus Ihrer alten Lehrstätte Straßburg zum Aufenthalt erwählt haben, bin ich in vollkommener Hochachtung Ihr ergebener Ulrich, Staatspräsident."
** Das Fest der Silbernen Hochzeit feiern am 10. März die Eheleute Jakob
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Viehener Stadttheater.
Donna Diana.
Gießen, den 8. März
Ser im Jahre 1918 zu Madrid geboren-- Dramatiker Don Augustin M o r e t o y C a b a n a verdankt die Äederlieferung seines Ramrns in der Literaturgeschichte toeräger der Qual.tät als dec Quantität seiner Schöpfungen. In den 50 Schauspielen, für die er die Autorschaft allein beanspruchte, gab er keine Proben dichterische ErfindungSlrasi, sondern bewies nur die Fähigkeit, größere Vorgänger gründlich auszuplündern Seine Werte haben darum auch in Der großes Mehrzahl seine eigene Lebenszeit nicht überbau crtz Unter Den wenigen Stucken, die größere Lebens- haft bewiesen, nimmt das Lustspiel ^,Dv"na Dian a“ die erste Stelle ein. Dieses klassische Stuck altspanischen Theaters wurde zuerst von Moller? für die französische, Dann von Gpzzi für die Italienische und schließlich von SchreY - Vogel unter Dem Pseudonym West für Die deutsche Bühne bearbeitet, wobei der letztere den ursprünglichen Titel „(St des den con el desden" in „Donna Diana" umänderte.
Wenn auch die Handlung ms spate Mittel- alter datiert ist, so ist das Motiv doch an feine Zeit gebunden. Mit entsprechend veränderter Inszenierung könnte das Stück zu jeder Zeit spielen. Dadurch widerspricht es auch nicht Dem Geschmack der heutigen Zeit; andererseits aber besteht hier unverkennbar die Gefahr daß allzu große Bekanntschaft mit dem Grundmvtiv das Publikum nicht zur erwünschten Teilnahme fort reißt. Die Iteberwindung eines stolzen Frauen- herzens, das von Liebe zum Manne nichts wissen will, ist zu häufig von Autoren zum Thema gr wählt worden, um allein durch die Ruance, diesmal das spröde Herz durch vorgetäuschte Kalte gewonnen wird, den Retz des Reuen zu erwecken. Es gehörte .schon die Nnstlerischr Inszenierung und durchaus glückliche Spielleitung des Hosratv Stsingoetter dazu, um trotz Der inneren Aehnlichkeit mit „Turandvl" ungeteiltes Interesse zu erwecken und bis zum Schluß zu erhalten. Zum Erfolg verhalfen außerdem die Schauspieler, die ohne Ausnahme ihre ganze Kraft einsetzten. Kitty Franke hatte sich vollkonnnen in die Rolle der Erbprinzessin Donna Diana eingelebt, die sich aufs äuftersle gegen die Erkenntnis sträubt, daß größer als ihr Stolz doch die Gewall b:r Liebe ist. Rur in der Schlußszene hätte das Eingeständnis her völligen Riederlage etwas üE>cr- z«rg2uder zum Ausdruck kommen dürfen. Karl Juhnke hatte sich in den schweren Kampf Do,: Cesars zwischen glühender Liede und erzwungen^- älnenrpfindlichkeit mit feinem Verständnis eln^ gefühlt. Adolf Telekh brachte die Verstellungskunst der Sekretärs Perin meisterhaft zum Aus' druck. Karl Volck war als Don Diego, iou> betäner Graf von Darcelona, ein würdiger Grande. Seine Richten Donna Laura und Donna Fenisa wurden durch Karla Keller und Tlsc K p o p mit bestem Gelingen verkörpert. Au<b Georg H e d i n g und Wladimir D r a n d e s gaben als Don Lins und Don Gaston ihr Bester. C-läre Türks verliebtes KammermatchenFl. rette war eine Musterleistung. — Die Anteilnahme des Publikums steigerte sich mit jedem Ali. und kam besonders nach der wirkungsvollen Schlußszene in lebhaftestem Dcisall zum Ausdruck. tr.
nächst die fragen, warum und tote gestedell werden muß, und gab dann eine anschaulich? Schilderung der Siedlungskolonie „Tden" bei Berlin. Einige zum Rachde.llvn anregende Zahle. seien hier gegeben: Eden besteht jetzt 24 Jahr Zur Siedlung gehören 440 Morgen Land, toorau- vor 24 Jahren keine drei Ziegen ernährt werden konnten, heute werden dagegen 4500 Zentner Obst jährlich geerntet. Während die Sauglingssterb- lichleit in dem benachbarten Oranienburg 18 Prozent t>eträgt, ist sie in Cden kaum 3 Proz. Zum Schluß gab der Redner noch interessante Dar. stellungen von Siedlungsbauten und billigen Wohnungen in Eden.
lo. Londorf, 7. März. Dieser Tage err eignete sich bei einer hiesigen ganrilie ein 41 n - g sücks f'a ll, der sehr leicht noch schlimmere Folgen hätte Haden können. Von der Haasfvaa wurde die Wärmeflasche, in der sich noch etwas Wasser befand, zur Anwärmung auf den Zimmer psen gestellt. Auf dem recht warmen Ofen geriet Las in der fest verschlossenen Flasche enthalten- Wasser alsbald ins Kochen und zersprengte mit heftiger, explcsionsarttger Wirkung das Gefäß. Die obere Hülste des toertDoIteff Ssens wurde durch die Explosion auseinandergesprengt. Em glücklicher Zufall fügte es, daß das kleine Kmd der Familie »roch nicht m seinem Dettchen in diesem Zimmer lag. Dieser Vorfall sollte eine Warnung sein, niemals verschlossene Wärme-- flaschen zum Erwärmen auf den Ofen zu stellen — Mit dem 1. März d. Is. ist die einmal täglich verehrende Landpoft RüddingZha-l" sen —Londorf —Rordeck eingestellt worden. Der Wegfall wird von manchen Einwohnern der angegebenen Gemerndr-n beklagt, da die Post besonders bei schlechtem Wetter in den frühen Morgenstunden eine angenehme und billige Reise- gelegenheit bot. Wegen der hohen Kosten für 6ü- Pferdetzaltung war der 'Betrieb für die Post- verwaltang jedoch zu kostspielig geworden.
Kreis Alsfrlv.
A Burg-Gemünden, 7. März. Linser Elektrizitätswerk ist vollendet. Als Äraftstation dient die Dicknertsmühle an per Ohm. Auch Rieder-Gemünden ist daran angeschlossen und Bleidenrod gedenkt dies noch zu tun.'
Kreis Linrterbach.
a Lauterbach, 7. März. Wieder sind zwei weitere Gemcinden dem Elektrizitats- toeri Wölfersheim angeschlossenw'r den: A! t e n s ch i i r s and Almenrod konnten ihr .,Lichtfest" begehen. Wallenrod steht a. mittel bar vor der Vollendung seix.es A'.ischlu'feS. In Maar, Heklvs, Rimlos, Reuters und Hopfgarten wird fleißig art Ortsnetz, ileberlaableitung and Limschalteh2uschen gearbeitet. Wernges and Wil lofs wollen sich an Schlitz anschlteßen.
Öbcr - Moos. 7. M.irz. Endlich scher nen die unerhörten Brennholzp reise baut der Vernunft der Steigerer herunter» 8 U g c ft c n. In dem Distritt Ataxburg kam em Meter Bachenscheitholz auf 130—150 All., -Prügel auf 90—110 Mk. Die Forstleute betonen stets, es sei genügend vorhanden und warnen vor der. hohen Preisen.
A Frischborn, 7. März. Billige Elektrizität hat unsere Gemeinde, die ihr eigene-' Licht eräugt. Der Preis für Licht ist 2,50 Mk., für Kraft 1,50 Mi. für dte Kilowatt stunde. In 3 Jahren werden die Kosten des Weit-ts abgetragen fein.
Karl Philipp und Frau, Krosdorser Str. 24; dasselbe Fest begingen gestern die Eheleute Karl Eduard Koch und Frau, Großer Steinweg 12.
** Dom Brennst ossamt wtrd mttgeteilt, daß zur Zett die zur Derfuguitg stehende Holz- menge vollständig ausverlauft ist. Dis zum Ein- treften neuer Hvlzvvrräte werden daher Bezugsscheine nicht mehr ausgestellt.
Ein Lichtspleltheater, baS 700 Personen faßt, heahfichtigt Herr Alwin Haberland auf dem Seltersweg zu erbauen. Die Zeichnungen sind von dem Gießener Architekten Fr. R i k o l a u s entworfen, der auch den Umbau leitet; die Inneneinrichtung stellt die Firma C. 111 m a n n, Frankfurt.
Eine landwirtschaftliche Versammlung fand unter dem Vorsitze des Land- tagsabg. Fenchel, Ob.rhorgern im gelfen'cltet statt, die sich mit der Ablteserung des Brotgetreides befaßte. Deith, Ober-Florstadt, der als Vertreter der hessischen Landwirte bei Minister Hermes in Berlin gewesen ist. teilte mit, daß den Landwirten 20 v. Hdt. der ursprünglichen Lieferung nachgelassen worden fei Gegen die verschiedene Veran'chtegunz der Steuer- Umlagen auf je einen Morgen wurde Einspruch erhoben, da die Landwirte in den Ausschüssen nicht genügend vertreten gewesen seien.
** Die Deutsche Demokratische Partei hielt gestern eine öffentliche Versammlung ab. Rach Bsgrüßungsworten des Vorsitzenden erhielt der Reichttagsabgeordnrte Kore ll das Wort zu einem Dorttrage über: „Die Regierung Wirth-Rathenau und die Lage im Reich". Der augenblicklichen Regierung des Derttschen Reiches ist, so führte der Referent aus, wie jedsr anderen, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen an ihre Stelle treten würde, ihr Weg vor gezeichnet durch den Vertrag von Versailles. Das Problem ist, wie wir die Fesseln dieses Vertrages lockern, wie wir uns wieder eine Stellung in der Welt schassen fönnen. Gegen den Zwang des Versailler Friedens tat c5 weder passive Resistenz noch aktiven Widerstand geben, sondern es ist allein möglich, den Weg der Wahrheit zu gehen und darauf zu bauen, daß aus der wirtschaftlichen Rot auch in den Ländern der Entente die 6r» lenrttnis von der llnmöglichleit der uns ailb» erlegten Vedingungerr über den Vernichttrngs»- willen obsiegt. Wir müssen eine absolute mehr-- jäbtige Atempause haben, unb unser? Leistungen müssen so festgesetzt werden, daß fir erfüllbar sir.d, ohne uns zu erdrosseln. Drr Vertrag verpflichtet uns zum Wiederaufbau, aber nicht zur Tragung der wahnwitzigen französischenRüstungs- kosten. Unablässig müllen tote namentlich arbeiten an der Erschütterung des uns abgepreßienSchuld- bekennttltsses. Auch von demokratischer Seite werde, so Icgie der Redner dar, in dieser Hinjlcht der Regierung der Vorwurf gen'.acht, daß sie zu wenig tue. Der Grund sei wohl der, daß die Regierung nicht die wirtsckmftliche Erkennrnis durch Auswersen der moralischen Frage trüben wolle, eine Ansicht, von der jedoch der Referent zugab, daß man sie fite falsch halten könne. 2m ganzen jedoch sei der Weg. den die 21c» gicrung Wirth-Rathenau eingeschlagen habe, der einzig gangbare. Das habe sich auch bei der Beratung im Reichstage über dir Mißtrauens- bzto. VertrauensvytLil gezeigt, Uebergehend auf die Fragen der großen Koalition im 'Reiche, begrüßte der Redner die Bereitwilligkeit der Deutschen Volksvartei, mitzuarbeiten, wenn sie ehrlich gemeint sei. Sie deutsche Demokratie müsse von weitesten Schichten der Devötterung geftüftt werden, wenn sie gejichert sein solle. Das müßten auch die Mehrheitssozialisten einsehen. Die Hauptsache ist, daß die Autorität des Staates gefestigt wird, in der 6teuergefcftgcbung, wo man dem Staate geben muß. was er braucht, wie in der Beamtenpolitik, wo gegen alle Streitgelüste diese Autorität gewahrt werden muß. Die Demokratische Partei habe sich als die festeste Stütze des demokratischen Slaates erwiesen, und die Regierung Wirth-Rathenau habe, wenn man auch zugeben müsse, daß einzelne Fehler vorgekommen seien, im allgemeinen die einzig mögliche Politik getrieben, wozu noch komme, daß sie sowohl im Inlande (Wirth) tote im Auslande (Rathenau) Vertrauen genieße. Richt Parteipolitik, sondern Staatspolilit muh heute mehr denn je getrieben werden. — Cs schloß sich eine Aussprache an, in der u. a. Geh. Rat S o mmer ausführte, im Gegensatz zam Referenten lege er mehr Gewicht cMs'den Degrifs Volk als auf den Staat. Man könne der Regierung nicht den Vorwarf ersparen, daß fte zu viel paktiere statt durchzugrelfen; namentlich in der Abwehr gegen die schwarze Schmach am Rhein müsse viel mehr getan werden. Es werde bei uns nicht demokratisch, sondern pareaukratisch- autokratisch regiert. In seiner Entgegnung legte Abg. Korell Dar. wie für ihn Staat und Doll dasselbe sei. Den Vorwurf, Die Regierung tue zu wenig gegen Die Schandwirtschaft am Rhein, wies er zurück; gerade in dieser Hinsicht werde unablässig gearbeitet. Zum Schluß betonte der Refarrnt nochmals, wie es notwendig sei, daß jeder einzelne an sich selbst nn demokratischen Sinne arbeite, unö wie nur aus dem Zusammenarbeiten aller Volksschichten eine belfere Zukunft für Deutschland entstehen könne.
Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 7 Uhr: „Der keusche Stehemann“. — Kath. Dereinshaus, 8 Ahr: Zweiter Vortrag der Gießener Frauenvereine. — Astvria-Lichtspiele: Gastspiel von Frl. Margot Werner sowie „Der Mann im Salz" und „Das Geheimnis der Spielhölle von Sebastopol". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der gelbe Diplomat" und „Der- Katzen kovf“.
— Aus dem Stadttheaterbureau. Die heutige Aufführung des Schwankes „Ser keusche Lebemann" von Arnold und Dach bringt ein Werk zur Erstaufführung, das schon in Berlin und Frankfurt a. M. einen durchschlagenden Er-° folg erzielt hat. der ihm auch hier bei der sorg- fältlgen Dorbereituna und guten Rollenbesetzung treu bleiben wird. Die beihen Dersassec fjaben ihren Beruf als Schwankdichter durch „Spanische Fliege" und „Zwangseinquartierung" schon hinreichend erwiesen.
— Der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund halt am kommenden Sonnt.ig in Gießen seinen Gautag für Hessen ab.
Landkreis Gießen.
' Saubringen, 7. März. Gestern abend hielt im Auftrage der Liga zum Schuhe deutscher Kultur Lehvac Flett aus der Siedlungskolonie Eden bei Berlin in der Wirt- Tdzift Weimer einen äußerst lehrreichen Dorirag über Siedlungswesen. Der Redner erörterte zu


