nicht nach, der seine Ohren zerriß und den et anfangs wie von innen kommend empfunden hatte.
Auch in feine Glieder kehrte die natürliche Wärme und Kraft zurück und er wollte sich erheben — aber da bemerkte er, daß er gefesselt war. Dicke Stiemen spannten sich um seine Hüften und Beine 'und hielten feine Arme fest an den Körper gepreßt.
Er war Überfällen und gebunden worden, dachte er, jedoch vermochte er feine klare Vorstellung mehr von dem Hexgang zu gewinnen. Er wandte nun mühsam den Kopf nach der andern Seite, wo er neben sich einen ati»eiten Körper liegen sah. ebenfalls gefesselt unb mit Blut Überströmt. Eine Erinnerung an Perzelius schoß d irch sein Hirn und erlosch wieder. Dann kehrte fte deutlicher zurück und er formte den Gedanken, daß. der Doktor neben ihm liege. Er hatte mit ihm zusammen gekämpft und war auch gefangen worden, so dachte er.
Bote Schleier von Blut zogen vor seinen Augen vorüber und erschwerten das Sehen. Dann aber gewahrte er deutlich eine gigantische Halle, deren Decfe sich ins Llnerm-efuiche dehnte und von Säulen getragen wurde, die vom Boden in den Weltraum emporzuragen schienen. Fremd? artige Bilder in grellen Farben überzogen btcX gewaltigen Schäfte und leuchteten von ben Wänden. die in weiter 5erne den Baum umschlossen. Rächt schien der Stofs zu sein, aus dem wabernde, kreisende Flammen diesen exotischen Dom gemeißelt hatten, denn überall, wo der glühende Schein nur ein wenig zurückwich, stürzten Lawinen von Finsternis ihnen nach und begrubm alles in ihrem schwarzen Schutt.
^Fortsetzung folgt.)
sind:
10614,-
7. b
Schweizer Franke»
in ruhiger, planvoller Weise vor sich.
100 Kr.
es
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1,70
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Datum: Zurich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag London. . . Reuhork . . Paris. . . .
1.7.14.
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59.20
88.80
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Fr. Fl. Kr. Kr.
100 FI.
100 Alk.
100 Kr.
100 Kr.
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1 £
L. Fr. Kr. r Kr.
Druffel-Antw. . Christinnia . . . Kopenhagen .. Stockholm. . . , Helfingfors. . . Italien .... London Reuhork .... Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr, Prag Budapest . . . . Buenos Aires . Bulgarien . '. .
1797,75 33,»5
276,65 458.40
354,50
33,65 277,35 459,6') 355,50
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474.40
10586*,—
. Kr. 117.80 . Kr. 117.80 . Sh. 97.80 . r 23.80 . Fr. 125.40
Wechsel auf Holland Deutschland . . . . Wien .
Prag Paris London Italien Brüssel Budapest ..... Reuhork Agram Warschau
ferenz in London vertreten sein werde. Die j a • panischen Interessen an dem Wiederaufbau und den interalliierten Schulden seien im Verhältnis zu den aoberen Alliierten nurge- r i n g. Die japanische Regierung sei sich vollkommen über den Ernst der Lage im klaren und würdige die Gefahr, die im Falle einer isolierten Aktion gegenüber Deutsch- land entstehen konnte. Sie hoffe, daß Groh- britannien und Frankreich zu einer Einigung gelangen würden, die der wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas biene.
Eine spanische Stimme.
Madrid, 4. Aug. (Wolff.) „La Liber» t a d" wendet sich in einem scharfen Artikel über die Reparationsfrage gegen Frankreich, das, seinen Prinzipiell von 1793 untreu, ein imperialistisches Ziel verfolge. P o i n c a r e handele in seiner Verblendung wie ein egoistischer Bauer ohne Weitblick. Frankreich bedeute immer mehr eine Kriegsgefahr, während Deutschland durch die Annahme der Forderungen der Reparationskommission das Recht auf seine Seite gebracht habe.
(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Japan nimmt nicht an der Londoner
Konferenz teil?
London, 5. Qlug. (WTB.) Reuter erfährt, sei noch nicht bekannt, ob Japan auf der Äon*
Kirche und Schule.
* Freie Schulstellen. Erledigt
Vermischtes.
Eisenbahnunglück in Amerika.
St. Louis (Missouri), 6. Qlug.
— ,70
-,33
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203.50 0.67 0.01
12.80
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526.-
1.575 0,085
Handel-
Frankfurt a. M.. 7 August 1922.
Berliner Devisenmarkt.
Geld Brief Geld Dries
203.50 0.74 0.01
12.80 4S.20 23.44
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40.85 0.25
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1.60 0.08
6.8. -,66 - ,36 -.62 -,54
und Ihre steinzeitliche Änttn sowie tyre vpvacye wurden dem Ethnologen bald bertrxi.it. Reben Behrmann zählte die Expedition noch 5 weitere wissenschaftliche Mitglieder. Mit einem Dampfer, Booten und einer Pinasse to-irbc tief tn das grossartige tropische Land der Paradiesvögel und der Orchideen eingedrungen, und da der Verfasser seine mühseligen, oft aber auch erhebenden Erlebnisse und Eindrücke höchst anschaulich unt> fesselnd zu schildern weist, so ist das stattliche Buch von Anfang bis zu Ende eine genußreiche und spannende Lektüre.
— Ernst Weist: „Stern der Dämo* n e n". Verlag Georg Müller, München. — Der Verfasser verrät eine starke Gestaltungskraft, die durch sprachliche Gewalt gestützt wird. Es bleibt jedoch zu bedauern, dast so reiche Fähigkeiten an einen Stoff verwandt wurden, dessen Behandlung man lieber der wissenschaftlichen Untersuchung eines Sexualpshchologen überlassen möchte. Man könnte sonst vergessen, dast es sich bei dem gewählten Motiv um eine Abnormität, und nicht um ein allgemein menschliches Problem handelt.
eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu G r e b e n a u, Kreis Alsfeld: eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu Ober-Ohmen, Kreis Alsfeld: eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schul- stelle an der Volksschule zu Wallertheim, Kreis Oppenheim.
Büchcrtisch.
Henno, Bauernkomödie, Lateinisch von Johannes Reuchlin 1497, Deutsch von Hans Sachs 1531. Reust & 3 tta, Verlagsanstalt, Konstanz a. D.
— Arthu r Landsberger, „Elisabeth", der Roman einer deutschen Fran. Georg Müller, Verlag München. — Das Buch gibt hochinteressante, der Wirklichkeit entnommene Lebensabschnitte aus dem besetzten Rhcingebttte, stellt uns Proben vor Öligen jener „schwarzen Schmach", die von den Franzosen so gern geleugnet wi»d, und liefert psychologische Bilder von nationaler Bedrängnis, von denen wir wünschen möchten, Last sie weit in der Welt bekannt würden.
— „3 m Stromgebiet des Sepi k", eine deutsche Forschungsreise in Neuguinea, von Dr. Walter Behr mann, a. o. Professor der Geographie an der Universität Berlin. Mit 101 Abbildungen und einer Karte. Verlag von Olig. Scherl. Berlin. — Anderthalb Jahre hielten sich kühne, ausdauernde Forscher im 3nnern von Reuguinea auf, jenem noch gänzlich undurchforschten Lande der Vulkanlandschaften. ungeheuren, endlosen Urwälder und jenes Hauptstroms Sepik (Kaiserin Augusta-Flust), in dessen sumpfigem Bereich die interessanten Eingeborenen-Siedlun- gen der Betrachtung zugänglich waren. Sie erwiesen sich großenteils als friedliche Kanibalen,
Mele erlitten durch den aus der SchnellzugS- lvkomotive ausstrürnenden Dampf so schwere 'Brühwunden, dast sie daran starben.
♦
* Der Strei t um den Reifrock. Roch ist der erbitterte Meinungskampf um den kurzen | und den langen Rock nicht verklungen, da beginnt schon ein neuer Streit um den Damenrock, und diesmal handelt es sich nicht um seine Länge, sondern um seine Weite. 3mmer und immer wieder versuchen die französischen Modeschöpfer den Reifrock wieder zu lanzieren, und es scheint, als ob er diesmal seinen siegreichen Einzug gehalten habe. Bei den großen Rennen der Grande Semaine, besonders bei der „Grand Steeple" sah man auffallend viele Toiletten, die in ihrem ganzen Schnitt und besonders in der riesigen Breite des Rockes an die Tage der Kaiserin Eugenie gemahnten. Jene umfangreichen Krinolinen, die damals der Modemaler des zlveiten französischen Kaiserreiches Winterhalter aus seinen eleganten Bildern festhielt, sind in all ihrer pompösen Massenhaftigkeit wieder aufgetaucht. Verschiedene Taströcke, die da von Damen der Gesellschaft getragen wurden, waren zu direkten Ballons aufgebläht, aus denen sich die ärmellosen Taillen schmal und schlank emporhoben. Die alte Frage bleibt, ob sich der gesunde Verstand der Damenwelt von heute nicht doch gegen diese Ungetüme wehren wird, die wirkliche Verkehrshindernisse sind. Seit den Tagen der Kaiserin Eugenie hat sich tn der gesellschaftlichen Stellung der Frau doch mancherlei verändert. Sie steht im Geschäfts- und im Sportsleben: sie lebt in einem sehr viel rascheren Tempo, und die Ver- tehrsmittel, die ihr zur Verfügung stehen, vom Auto bis zum Flugzeug, sind für die riesigen Reisröcke nicht mehr gemacht. Vorläufig haben aber die französischen Modeschöpfer Röcke gebracht, die nicht nur bis über die Knöchel herabreichen, sondern über groste runde Reifen gespannt sind, und die Französin, soweit sie als eigentliche „Mode- Löwin" gelten will, fügt sich willig.
Kreis Schotten
ä Schotten, 6. Qlug. Das obere Horloff- tal wurde dieser Tage zwischen Gonterskirchen und Einhartshausen von einem schweren Weiter heimgesucht. Mehrere Gewitter stießen in dem engen Tal zusammen. Ein orkanartiger Sturm wütete etwa 10 Minuten und entwurzelte eine grobe Anzahl von Obst- und Waldbäumen: an Der Kreisstraße sind etwa zwanzig Bäume entwurzelt, bzw. abgebrochen, viele anberc haben Aeste verloren, auf der Straste lag das Obst in Haufen.
Starkenburg und Nhemhcffen.
' wd. Darmstadt, 6. Aug. 3n der letzten Stadtverordnetensitzung wurde das Projekt der Elektrisierung der Strecke Griesheim — Darmstadt — Arh e i - ligen genehmigt. Die Kosten hierfür sollen etwa 30 Millionen Mark betragen, und zwar für Darmstadt und Arheiligen 16 Millionen und für Griesheim 14 Millionen Mark. Als Zuschüsse sollen leisten die Firma Merck zwei Millionen, die Gemeinde Arheiligen 2 Millionen, Griesheim 4 Millionen und Darmstadt 6 Millionen Mark.
Heffcn-Nasiau.
Bursche schlug den einen der Schüler mit einem 'harten Instrument nieder und verletzte den andern durch Messerstiche, um sich der Räder zu bemächtigen, von denen er eineß auf der Flucht liegen liest. Der Täter entkam.
|[ Marburg, 5. Aug. Der Direktor der Univerfitäts-Augentlinik, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. med. Alfred Bielschowsky, hat den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger des emer. Lehrers der Augenheilkunde, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. med. Uhthofs in Breslau angenommen. Er tritt sein neues Lehramt erst im nächsten Frühjahr an.
Saturn: 4 August. 5. August.
OlmOft -Rotter» 29363,25 29436,75 30362, - 30438, - - • 6802 6a 6917,40 6072,40 6087,60
12933,80 13966 2013433,15 13466,85 16304,55 16345’45 16963,80 16946,20 19675,35 19724,65 20574,25 20625,75 1598,- 1602, - 1677,90 1682,10 3455,40 3464’60 3595,50 3604,50 3375,75 3384,25 3505,60 3514,40 761,04 762,96 788,10 789,99 6142,30 6157,70 6367, - 6883,- 14132,30 14167,70 14771,50 14808,50 11460,65 11489-35 12009,95 12040,05 1,53 1,57 1,53 1,57
1802,25 1902,60 1907,40
Der Angestelltenstreik in Frankfurt.
fpd. Frankfurt a. M., 6. Aug. 3m Streik der kaufmännischen Angestellten ist keine Veränderung eingetreten. Vielmehr konnte am Samstag von einer Zuspitzung der Lage gesprochen werden, da verschiedene gröstere Geschäfte auch ihre Arbeiter nicht mehr beschäftigen konnten und deshalb die Betriebe schliesten musttcn. Fast alle Geschäfte und Betriebe werden von Streikposten überwacht. Rur einige Geschäfte, in denen die Inhaber selbst das Amt des Verkäufers übernahmen, hielten am Samstag offen. Inzwischen wurden Vermittlungsverhandlungen zwischen den Parteien ausgenommen, die von Gewerberctt Dr. Waß - muth geleitet wurden. Die Vertreter der Angestellten gaben eine Erklärung ab, dast sie bereit sind, so bald als möglich eine Verständigung mit den Technikern über das Verhältnis der beiden Gehaltsgruppen herbeizuführen. Hierzu erklärten sich auch die Techniker bereit. Die Vertreter der Arbeitgeber übermittelten diese Erklärung dem Kartell der Arbeitgeberverbände. Die Verhandlungen werden am Montag nachmittag fortgesetzt. — Der Streik hat auch nach dem benachbarten Offenbach übergegriffen. Hier mußten die Zweiggeschäfte der großen Franffurter Firmen Latscha und Schade u. Füllgrabe geschlossen werden. Auch die Angestellten des Merks Oehler, einer Schwesteranstalt von Griesheim Elektron, verlangen Regelung ihrer Gehälter nach den Franffurter Sätzen.
Ein früherer Polizeipräsident unter Anklage.
inc. Frankfurt a. M-, 6. Aug. Dor kurzem hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Betrugs und Urkundenfälschung gegen den früheren Pvlizeipräsiden- t e n von Frankfurt, Leopold Harris, erhoben, wobei es sich um Straftaten handelt, die im Jahre 1916 begangen worden sein sollen, als H. noch Kaufmann war. Die Verhandlung, die im Herbst stattfinden wird, dürfte Aufklärung darüber bringen, warum Harris den Posten als Polizeipräsident, der ihm in der Revolutionszeit übertragen wurde, nicht beibehalten konnte.
Frankfurter Diebeschronik.
fpd. Frankfurt a. M., 6. Aug. Für etwa 300 000 Mark Silbersachen,Schmuckstücke und Kleider stahlen in der Nacht zum Samstag Einbrecher aus einer Villa des Westends. Die Einbrecher waren durch das offen stehende Küchenfenster in das Haus eingedrungen. — Schreibmaschinen und Fahrräder sind seit einigen Wochen wieder außerordentlich beliebte Objekte für die Einbrecherzunft. Die Maschinen werden meistens nachts aus den Bureaus geholt, die Fahrräder aus den Kellern. 3n den meisten Fällen erhalten die Besitzer ihr Eigentum nicht wieder, da sie die Nummern der gestohlenen Sachen nicht angeben können. Viele Geschäftsinhaber schließen jetzt nachts ihre Schreibmaschinen in den Geldschränken ein.
mc. Frankfurt a. M., 6. Aug. Zwei Offenbacher Schüler unternahmen am Freitag auf Fahrrädern eine Fahrt in den Isenburger Wald. AlS sie dort Pilze suchten, kam ein sechzehnjähriger
= Hungen. 7. Aug. Bei dem Rad- fahr fest, das gestern in Klein-Linden stattfand, errang der hiesige Radfahrervereür „Germania" im Korsvfahren in Klasse B den 1. Preis. — KreiSfeuerwehrinsvektor Di- kvrä-Gießen nahm gestern, nachmittag eine Besichtigung der hiesigen Pflicht- und Freiwilligen Feuerwehr vor, die ein zufriedenstellendes Ergebnis hatte. Das markierte Brandvbjekt wurde von drei Seiten angegriffen. Die Hebung klappte in allen einzelnen Teilen vorzüglich und auch das Abrücken ging
Kreis Friedberg.
/X Aus der Wetterau, 6. Aug. Ein schweres Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen ging heute nachmittag nieder. Die Wasfer- massen waren s,o bettächtlich, das) das Wasser stundenlang auf den Feldwegen, in den Furchen und auf den tiefliegenden Aeckern stand. Die Kartoffel- und Haferäcker waren wie gewalzt.
Kreis Lauterbach.
^Schlitz, 3. Aug. Unser an landschaftlichen Schönheiten und romantischen Reizen so reiches Städtchen hat seit dem Kriege als Sommerfrische mit jedem Zähre einen größeren Zuspruch von Gästen erfahren. Heute sind nicht nur die Gasthäuser und Hotels alle besetzt, auch in zahlreichen Privathäusern haben die Fremden, die in unseren Wäldern und Bergen Erholung suchen, Unterfunft gefunden. Die Stadt erhebt pro Kopf und Tag eine Fremdensteuer von 3 Mk. Zu diesen Dauergästen kommt täglich ein Strom von Touristen durch die Stadt, angezogen von dem altertümlichen Städtebild mit seinen fünf Burgen und seiner alten Kirche. Der Rachmittagszug von Bad Salzschlirf bringt täglich auch zahlreiche Badegäste zu kurzem Verweilen nach hier, darunter viele Ausländer-. Unser altes hessisches Städtchen ist mit der Zeit der beliebteste -Ausflugsort des Salzschlirf er Badepublikums geworden. Schöne Waldwege führen in nicht zwei Stunden zu dem bekannten Badeorte.
Japan Rio de Janeiro 10087, — 10113,
Dor nun mehr zwei Jahren das betannre besetz Hn Kraft treten konnte, das die Herstellung und HSinfufa alkoholischer Getränke verbietet. Die all- imähiiche Umstellung der Brauereibetriebe und ;©dmab5brenncreien auf andersartige Produktion Labe keine Zunahme der Zahl der Arbeitslosen aur Folge gehabt und das amerikanische Volk ifei zum allergrößten Teil mit dem alkvhollosen Zustand durchaus zufrieden. Wenn auch Haus- [brauereien und Grenzschmuggel (insbesondere an Iber Westküste) bis heute noch nicht ganz unter- Ibrücft weff>en konnten, sei Amerika also seit 2 Jahren völlig „ttocken gelegT. lieber den Em- stuß des Alkoholverbots auf Wohlstand. Gesund- checksverbältniste und Kriminalität im Volle wußte der Vortragende an Hand von Statistiken nrn .Günstiges zu berichten. Er schloß mit der Aufforderung auch in Deutschland durch Propaganda .uni) Zusammenschluß die Volksgesinnung in der Weise zu beeinflussen, daß von chr ein Alkohol- Gesetz ähnlich dem amerikanischen, ausgehen uns igetragen werden könne. In der anschließenden freien Aussprache zeigte sich daß die lmks- radikalen Diskussionsredner große innere Schwierigkeiten hatten, dieses allgemein menschliche Problem in der erforderlich sachlichen und unpersön- lichsn Weise zu behandeln. Die Gründung eines Arbeiterabstinentenbundes wurde von Frau Dr. Flörke angeregt. Ferner kamen Vertreter des Blaulreuzverems, des Bundes abstinente'-' Frauen und ein Mitglied der seit 29 Jahren abstinenten Obstbausiedelungsgemeinde Eden bei Oranienburg zu Wort. Zum Schluß forderte Prof. S chm idt, der die Versamm.ung im Namen des hessischen Gauverbandes gegen den Alloholis- mus leitete, dazu auf, die verschiedenen aliohol- gegnerischen Organisationen unserer Stadt zu .einem „Arbeitsausschuß zur Bekämpfung des Alkoholisnms" zu vereinigen, denn nur der Zusammenschluß gebe Einfluß. Ob eine so uabtlale Maßnahme, wie das amerikanische Alkoholgesetz, die einzige Möglichkeit darstellt, den unleugbaren Schäden des Lrinlertums abzuhelfcn, darüber läßt sich immerhin verschiedener Meinung sein, jedenfals aber ist es zu begrüßen, wenn eine weitere Oefsentlichkeit zum Nachdenken über diese hygienisch wie vvllswirtschastlich gleich bedeutungsvolle Frage angeregt wird.
* Preußisch-Süddeutsche Klassen- Lotterie. Die Lose Mr 3. Klasse sind bis kommenden Mittwoch, abends 6 Mr, einzulösen. Ebenso sind auclj die in der 2. Klasse-mit Gewinn gezogenen Lose gegen Grsahlose vorMlegen.
Bornotizen. :
— Tageskalender für Montag. Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Wildes Blut", „Die Kette der Schuld" und „Die Teepuppe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „ Fridericus Rex", 1. und 2. Teil.
Landkreis Gießen.
Züricher Devisenmarkt.
5. 8,
Bei
einem Zusammenstoß Mischen einem Schnellzuge und Personenzuge bei Sulphur Springs sind sechzig Personen ge? tötet und hundert verletzt worden.
Marknotierungen.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: ---- 4.8.
(Nachdruck verboten.)
28. Fortsetzung.
Eine Anzahl von Stufen stiegen tn die Tiefe und verloren sich im Dunkeln.
Eduard hielt seinen Revolver gespannt. Er hatte noch eine Ladung von neun Schuß darin und hoffte, es auch mit einer größeren Zahl von Gegnern aufnehmen zu können, wenn ihm das Glück hold war.
Der Lärm, der von unten heraufquoll, übertönte den Hall der Schritte, er verhinderte abei auch, baf! Eduard oder der Doktor hören konnten, wie 'in fliegender Hast einige schwarze Kerle bk Treppe herauf und ihnen entgcgenstürmten.Wahrscheinlich hatten diese (Singeborcnen doch irgendwie das Rahen der beiden Europäer bemerkt und eilten nun, diese unschädlich zu machen. Rur ein| zufälliger Strahl, der aus der Laterne drang und einen Augenblick lang die blauten Waffen de Rubier beleachiete, verriet Eduard die Gefahr, in welcher er und der Doktor schwebte. Aber mit dem Entschluß, lieber zu fallen alS zu Weichen, stürmte er den Angreifern entgegen und wollte einige Schüsse auf sie abgeb.n. Aber fein Revolver versagte. Beim Durchschwimmen des unterirdischen Kanales war er naß geworden und arbeitete nun nicht mehr.
Eduard fühlte, wie das Blut aus feiner Hauk zurückwich, aber mit dem Mut eines von der Meute gestellten Ebers warf er sich auf die Gegner, zerschmetterte dem vordersten mit einem wohlgezielten Stoße der Faust die Kinnladen, würgte die Nach drän gen den an der Kehle und trat mit den Füßen blind nach allen Seiten, so daß einige Reger wankten und über die Stufe..
sangen. •
Allmählich wurde es klarer in ihm, er vermochte die Dinge der Umwelt von den Phantasien seines erregten Gehirnes zu unterscheiden, ohne daß jedoch dadurch der Eindruck des Ganzen seine Schrecklichkeit abstreift?. Denn wohin er sein Ange wandte umgab ihn wallender Fe iei> schein und wo dieser nicht mehr hinzudrängen vermochte wölbte sich ein gespensttscher Rebel, in welchem verrenkte menschliche Gestalten und grinsende Tier gesichter schwankten.
Das Tosen seines BluteS verebbte unb jein Kopf wurde freier, aber dennoch ließ der Lärm
Rasch entschlossen nahm nun Perzeli is das Schilfrohr, das er wie unter dem Zwange eines unbewußten Gedcmkenganges abgeschnitten hatte, steckte es tn das Loch und schob es tief hinein. Er fühlte einen elastischen Widerstand, drückte dagegen und sah z t seiner und Eduards Freude, wie einer der mächtigen Quadern sich leicht und frei nach rückwärts bewegte und eine große schwarze Oeffnung freimachte. Und a us diesem Tor, das wie der Eingang zur Hölle erschien, drang ein Donnern, Singen, Kreischen und der Laut von Zimbeln und 'Gongs, als ob alle Geister des wilden Heeres hier unten ihren ©abbat hielten.
Vorsichtig, aber zum Letzten entschlossen, betrat Eduard noch vor dem Doktor das finstere Innere. Es trieb ihn vorwärts, jetzt, wo er sich dem Ziele so nahe wußte. Er hatte keinen Plan und keine Vorstellung, wie er Srlly befreien wollte, er dachte auch gar nicht daran, daß sie möglrchen- falls gar nicht mehr zu retten war — jetzt wo es einfaches, heldenhaftes Sichopfern galt, gewann er die ganze Kraft und Grösse seines Wesens wieder, die solange nredergehalten worden waren durch Hebet legen, Zweifeln und Warten, jetzt ging er feinen klar gezeichneten Weg dem Feinde entgegen zu Sieg oder Untergang.
Perzelius folgte ihm, die mitgebrachte Laterne in der Hand die nun stark abgeblendet war und nur ein spärliches Licht verbreitete.
W ßMMM AM MU
Roman von Ernst Scherte!.
Eüt Schuß krachte und ein zweiter und dritter — wohl aus der Waffe des Doktors — und Eduard verdoppelte wie wahnsinnig seine Anstrengungen. Er fühlte bereits nervige Finger seine Glieder umkrallen, doch er biß sich los und drängte mit dem Kopfe feine Gegner zurück, jo daß er tatsächlich Raum gewann. Ajder da schmetterte ein Schlag nieder auf seinen Schädel, et dachte nur noch: „Durch, durch um leben Preis!" dann quoll Blut vor feine Augen, fein Bewußtsein verließ ihn und er brach schwer zusammen.
Reuntes Kapitel.
Als Eduard wieder erwachte, fand er sich von einem unklaren, zuckenden Schein umgeben. Die wirren Bilder, die sich in seinem Kopse drängten, schwankten zwischen Traum und Wirtlich- leit. Seine Schläsen hämmerten unb feine Gedanken hasteten von der Vergangenheit zur Gegenwart, ohne beides richtig verbinden zu könne.:.. Sein Atem ging matt und langsam, und ein müdes Zerschlagen sein hielt seine Glieder ge-
hinadschluAen.
Von Perzelius vermochte er nichts zu sehens aber zweifellos befand sich dieser auch im Kampf, j


